Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   balzieren - bandich    


balzieren swV. Bed. unklar: ‘wehrhaft gürten’ (zu ahd. balz ‘Gürtel, Wehrgehenk’ aus mlat. balteus, vgl. En (FSch) Anm.z.St.) oder ‘frisieren’ (zu balz ‘Haar’): mit einem borden was ir daz hâr / wol gewalkieret. / si was gebalzieret / als ein ritter lussam En 5202

MWB 1 418,31; Bearbeiterin: Baumgarte

bambist Subst. wohl aus Baumwolle (bombyx, vgl. LexMA 2,1699) gefertigtes Ausrüstungs- oder Kleidungsstück (vgl. bambas AWB 1, 801; FWB 2,1795): amizdel: bambest GlHvB 399,60; bambitium: bambist [hier unter der Ausrüstung von Packpferd und Maultier] SummHeinr 2:95,222

MWB 1 418,37; Bearbeiterin: Baumgarte

bammais stN. wambeis

MWB 1 418,43;

bamtzec Adv. ‘aufgeblasen, protzig’ ez ist pezzer der sein gut / miteinander geben tut / dann der pamtzig geit da van Teichn 564,683

MWB 1 418,44; Bearbeiterin: Baumgarte

ban, bane stFM. 1 ‘geebnete Fläche, Bahn, Weg’
2 übertr.
2.1 mit explikativem Gen.
2.2 ‘die rechte Bahn’
2.3 ‘Gang der Erzählung’
   1 ‘geebnete Fläche, Bahn, Weg’ daz phat was rûch und enge, / der ban ich schiere niene vant. / manige hôhe steinwant steic ich ûf und ze tal; / dorne und hagen âne zal, / dâ muose ich durchsliefen KvHeimUrst 1907; der jegermeister vuortin dan / die wilde wider ûf sîne ban Tr 17486; die rechten banne sy do ritten / gegen Troye in daz riche GTroj 11146; RvEWh 11366; nû was der heidenschefte bane / von huofslegen sô wît erkant, / daz man si kuntlîche vant Wh 440,12; do slug er umb sich ain pan. / wen er mit dem schwerte traf, / dem ließ er auß das rote saff HvNstAp 9412; EvStPaul 3342. – ‘Kampfbahn’ sy pegunden puhurtiern / und versuchen dy pan / hin auf und her wider dan HvNstAp 18715. 18809; nû sach man [...] manic rîchez wâpenkleit, daz die swertdegen vuorten / vor den vrouwen ûf der ban Loheng 2438; NvJer 10385. – phras. (?): in Galileen zoch er bane EvStPaul 11540; ez müest allez werden ban [dem Erdboden gleich gemacht] / swaz man dâ gebûwen het Ottok 28655    2 übertr.    2.1 mit explikativem Gen.: sô verst ûf gelückes ban / unde ouch in der sælden huote KLD:BvH 14: 4,4; der selden ban Frl 1:6,5 u.ö.; wer glücke han / wil sunder wan, / der folgen muß der tugent ban. / wil er der tugent straßen lan, / so wendet sich das glücke dann Mügeln 380,15 u.ö.    2.2 ‘die rechte Bahn’ sint ich bin uf der rechten bane Brun 2990; wer nu wil wissen das, / [...] / der folge mines tichtes maß: / die leit in uf die rechten ban Mügeln 194,4; von siner druwelichen mane / was die frouwe an rechter bane Elis 3842. mit godelicher mane / brachte er wider si zu bane, / daz ir lichter wurde / ir ungemaches burde Elis 4208    2.3 ‘Gang der Erzählung’ swas von dén hie dú mere / sagint, das sint die biwege / nebint der rehtin mere pflege, / die úns hie suln bemeren / von dén Gotis burgeren / fúr sih der rehtin mere ban RvEWchr 3786. 3118. 26803. 20380

MWB 1 418,47; Bearbeiter: Diehl

1ban stM. ‘Bann’ (vgl. 2HRG 1,429-436, LexMA 1,1414ff.) 1 kirchl. Bann, Ausschluss aus der christl. Gemeinschaft als Strafe für schwere kirchl. Vergehen
1.1 großer Kirchenbann ( excommunicatio maior )
1.2 kleiner Kirchenbann ( excommunicatio minor )
1.3 ohne Differenzierung
2 weltlicher Bann
2.1 ‘Gerichtsgewalt, Gerichtshoheit’ ; das Recht, Gebote und Verbote auszusprechen und durchzusetzen
2.2 ‘Vorrecht, Sondernutzungsrecht’ (z. B. Monopole für Wein, Wald)
2.3 ‘Gemarkung’ , Herrschafts-, Zuständigkeitsgebiet (i.d.R. mit Ortsangabe)
3 im weiteren Sinne
3.1 metonymisch ‘Gebot, Verbot’ (und die auf die Übertretung stehende Strafe)
3.2 zur Bildung von Gen.-Umschreibungen (nicht immer deutlich zu trennen von bane )
4 in Paarformeln mit âhte, gebot, geriht, schutz und twinc , i.d.R. in Rechtstexten
   1 kirchl. Bann, Ausschluss aus der christl. Gemeinschaft als Strafe für schwere kirchl. Vergehen    1.1 großer Kirchenbann (excommunicatio maior): wan der grozz pan schaidet den menschen von allen sacramenten [...] vnd schaidet in auch von der gemain der heiligen christenhait [...] wer auch in dem grozzen pann ist, der ist vnwirdig aller wirdikhait, aller ampt vnd aller lehen RechtssA B1,5 u.ö.    1.2 kleiner Kirchenbann (excommunicatio minor): wan der chlain pan verpewtet dem menschen die heiligen sacrament daz er der niht enpfahen sol. jedoch mag der mensch der in dem chlainen pann ist ze kirchen gen, vnd gotez dienst da hörn RechtssA B17,5 u.ö.    1.3 ohne Differenzierung: jâ flouch des bâbes pan / allenthalben in die cristenhait Kchr 16853; da wolt ers nit thun, uncz die pfaffen daten yn und alles sin lant zu banne Lanc 535,26; ich [...] absolviere dich von dem banne da du inne bist ebd. 538,26; so sol er mainaidich sin vnd sol in der ertzbischolf oder der bischolf, in des pistum er sitzet, ze pann tuͦn UrkCorp (WMU) 879Sa,12; BrZw 23; Spec 84,5; PrMd (J) 354,15; BdN 193,11. – öffentlich verkündeter Bann: swelich graf, frei oder dienstman, iar vnd tach in offen banne ist, den sol man in die æht tuͦn UrkCorp (WMU) 475AB,42; bennigen lûten, unde die offenlîche zu banne gekundet sint, den sal dekein brûder gemeinsamen geturren an den dingen, die unreloubet sint StatDtOrd 50,45; swer mich hât gezigen ê, / daz ich in offen bannen sî, / der ist unwârheit niht frî Ottok 59987. – Kirchenbann in Verbindung mit der (weltlichen) Acht (s.a. 5; vgl. âhte 2): alse der man in der æhte ist sehs wochen und einen tac, sô sol der rihter sîne gewisse boteschaft dar senden ze dem geistlîchem rihter, daz er in in den ban tuo SpdtL 187,6 u.ö.; ich wolde ins rîches âhte sîn / und vallen in des bâbstes ban, / daz ich der lieben frouwen mîn / solde heizzen werder man SM:Gl 1: 13,14; der hat den lantfride gebrochen, vnd vmb den bruch so ist er in der ahte vnd in des babestes banne UrkCorp (WMU) 1401,23 u.ö.    2 weltlicher Bann    2.1 ‘Gerichtsgewalt, Gerichtshoheit’; das Recht, Gebote und Verbote auszusprechen und durchzusetzen: swer des bannes niht enhât von dem künige, der enmac niht gerihten SpdtL 164,1; die leienherren die bedurfen des niht, daz ir rihter den ban enphâhen von dem künige. daz ist dâ von daz der leie selbe urteile gibet über den tôtslac ebd. 198,6; mit al deme rechte, daz mir das lantvolk irteilet oder die schepphenen, ob iz vnder kuͦninges banne ist UrkCorp (WMU) 606,44    2.2 ‘Vorrecht, Sondernutzungsrecht’ (z. B. Monopole für Wein, Wald): den ban, so wir úber den win dristunt in dem jare [...] vor iêclichem hohgezit vierzehen naht haton UrkCorp (WMU) 1854,29; uz deme holze, daz daz dorf in ban hat gelegit ebd. 1149,40; das gotzhuss zu Engelberg hat den dritten ban in dem holtze, [...] vnd die andern zwenne teil des waldes sind des gotzhuss ze sant Bläsi WeistGr 1,36 (a. 1347)    2.3 ‘Gemarkung’, Herrschafts-, Zuständigkeitsgebiet (i.d.R. mit Ortsangabe): das eigin, das jch han in dem banne und in dem dorf ze Brunstat UrkCorp (WMU) 2162,7; ein halb manwerch reben lit in dem banne von Eymuͦtingen ebd. 2350,13; von ainem richen manne, / der hett in sinem banne / ainen wingarten KvHelmsd 1806    3 im weiteren Sinne    3.1 metonymisch ‘Gebot, Verbot’ (und die auf die Übertretung stehende Strafe): da zebrach er [der Teufel] den ban / an dem aller ersten man / unde an sinem wibe Hochz 966; wan manz mit banne gebot, / also dicke ist er [der Wucherer] zebanne chomen StrKD 138,162. 138,156; und danne vone swanne der bischof einen voget setzet, so sol im der keiser setzen, daz da heizzet der ban, das ist die rache mit dem swerte StRStrassb 51,11; RvEWchr 23439; Tauler 209,21. – ‘Verfolgung, Friedlosigkeit, Verbannung’ diz gebot und dirre ban / der gie vür sich sô sêre, / daz nieman keine kêre / [...] / dâ hin gehaben kunde Tr 7212; swer der vrouwen / hüetet, dem künde ich den ban; / wan durch schouwen / sô geschuof si got dem man MF:Mor 18: 3,2; wer Tyrum den weygandt / doten pracht, zu der stund / man gab im goldes hundert pfundt [...]. / sust ward gelegt der achte pan / uber den Tyrlander HvNstAp 868    3.2 zur Bildung von Gen.-Umschreibungen (nicht immer deutlich zu trennen von bane): doch entstan / sal er [Christus] von des todes ban / an deme dritte tage Daniel 4452; wan der totlichen sunde ban / den sunder scheide verre dan / von salden und von genaden Hiob 4261; o meit, du bist der se, / [...] / (wer in den quam, der wart von we / enbunden und von süche bann) Mügeln 157,4. 59,9; KvHelmsd 2447    4 in Paarformeln mit âhte, gebot, geriht, schutz und twinc, i.d.R. in Rechtstexten: daz er ze banne vnd ze ahte were getan UrkCorp (WMU) 981,14; MF:KaiserHeinr 3:4,7; noch sol her Ortolf nit haben deheinen twing noch ban UrkCorp (WMU) 327,4; bi unsirme gebotte vnd banne ebd. 93,24 u.ö.

MWB 1 419,22; Bearbeiter: Schnell

2ban stswM. ‘Untergang, Verderben’ bane

MWB 1 420,61;

banbe, baube (?) stSubst. (fällbares) Totholz: duͦrre baube [...] filin, die duͦrrin banbe und zele [minderwertiges Holz (das zu Wellen gebunden werden konnte)] suͦllen wir undir uns deilin UrkDOHess 2:451,13 (a. 1335)

MWB 1 420,62; Bearbeiter: Schnell

banbërc stM. ‘Bannberg’, hier: Weinberg unter bes. rechtl. Regelung: driezehen schazze rebin ligent in dem bamberge [l. banberge ] nebent dem ritter, heizet der Gyr UrkCorp (WMU) 1431,17

MWB 1 421,3; Bearbeiter: Schnell

banboum stM. durch ban festgesetzte Holzabgabe: omnes [...] debent dare annuatim panwerch, et debent eciam ire ad panwerch, hoc est I. panpom UrkTirol 1:3,143 (a. 1239)

MWB 1 421,7; Bearbeiter: Schnell

banbrief stM. ‘Bannbulle’ ouch ist geredt, ob die selben lantlute [...] deheinen botten des abbtes [...] ergriffen in ir lantmarchen, mit ladebrieven oder mit bannebrieven AbschEidgen 251 (a. 1320); UrkBern 5,732 (a. 1330)

MWB 1 421,11; Bearbeiter: Schnell

banc stFM. 1 ‘Bank’
1.1 meist allgemein ‘Sitzbank’
1.2 phras. (vgl. TPMA 1,334-336)
1.3 ‘Gerichtsbank (der Schöffen oder Richter)’ , im Pl. übertr. ‘Gericht’
1.4 ‘Folterbank’ (?)
2 ‘Verkaufstisch, -stand’ (vgl. die entsprechenden Komposita wie brôtbanc , vleischbanc etc.)
3 ‘Flurstück’ oder ‘Verkaufsstand’ (dann zu 2) (?)
   1 ‘Bank’    1.1 meist allgemein ‘Sitzbank’ stul, tische vnde banc / von grozzer zirheit Herb 9243; nu habe michelen danc, / siz widere an dinen banc Rol 1323; si muosen pflegen / truhsæzen unt schenken, ze rihten manige banc NibB 776,3. – übertr.: durch daz solde er sizzen / uffe der eren banke GrRud δ 45; ez nimt im selde und eren banc Frl 5:89,18; sich stiez ein bein an schanden banc ebd. 5:26,17    1.2 phras. (vgl. TPMA 1,334-336): durch die ~ ‘alle, jedermann’ rîche und arme durch die banc / der pflac man vollenclîch alsô, / daz sie alle in gote wâren vrô LivlChr 944. – ‘etw./jmdn. verbergen, unter den Tisch kehren, übergehen’ sie stossend got under ain banck, die also vil wysen wellen hon [Gott auf unterschiedlichste Weise wahrnehmen] Eckh 1:82,10. 1:91,7. – ‘von der Bank auf den Schemel zu sitzen kommen, gesellschaftlich absteigen’ swâ die frouwen nider sîgent / von werdikeit unde stîgent / ab der banc ûf den schamel / und ab irem hôhen hamel / ûf die erden nider Ottok 18237. 8491; nu sitze ich ûf dem schamel unde er oben ûf der bank Neidh WL 26:3,9. pei dem tier verstên ich all verkêrt ordenung, als wenn die tôren die weisen lêren wellent und dâ die schämel über die penk hupfent BdN 238,16 (vgl. TPMA 11,197). in winkeln und under benken ‘an verborgenen Stellen’ suochent, guote liute, / in winkeln und under benken Iw 1287. 1376; ez [das Katzenauge] begonde her unde dar / in winkelen und under benken / nach den muͤsen vaste wenken StrKD 2,73; und hiez in under eine banch / in einen winchel ligen gan ebd. 58(A),126    1.3 ‘Gerichtsbank (der Schöffen oder Richter)’, im Pl. übertr. ‘Gericht’ swer so einen schephenen beschildet [beschimpft] uf der banc UrkCorp (WMU) 51,22; der aver ze den benken niht geborn ist, der sol des stuoles bitten mit urteile ze vinden SpdtL 200,6; vor gerichte in den vir benken StRFreiberg 173,25. – ‘vor Gericht kommen, bringen’ phras. (?): daz ein man vil tritet in die benke unde machet anspreche eines guten mannes erbe StRFreiberg 64,13; wenne daz geschit, so sullen si iz wider brengen in di vir benke ebd. 81,17    1.4 ‘Folterbank’ (?): galle wart im [Christus] geschenket. / gezogen an dez cruces banc HvNstGZ 3045    2 ‘Verkaufstisch, -stand’ (vgl. die entsprechenden Komposita wie brôtbanc, vleischbanc etc.): von einem banche, da man brôt uffe verkouffet vnd von der hofstat, da derselbe banch uffe lit UrkCorp (WMU) 889,7; ez sol auch nieman dehainen schrein noch panc noch schragen in die straz setzen NüP 156; StRMünch 203,13. – ‘Wechseltisch’ swilichirhande silbir, daz man wechsilt an deme banke UrkCorp (WMU) 1161AB,15    3 ‘Flurstück’ oder ‘Verkaufsstand’ (dann zu 2) (?): sechzehen schilling phenning geltes von Peters Buͥrstlis banke, der gelegen ist an dem orte niden an Heinrich Techans banke UrkZofingen 62 (a. 1338). 63 (a. 1338)

MWB 1 421,16; Bearbeiter: Diehl

bancgëlt stN. ‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2): habent [...] censum dictum bancgelt ad 1 marcam annuatim se extendentem LehnbMeissen 9

MWB 1 422,11; Bearbeiter: Diehl

bancgenôʒe swM. ‘Mitschöffe’ (zu banc 1.3): ob ein schepphe in gehegeteme dinge uf der bank [...] missehandelet worde, vollenkumt des der schepphe mit ander sinen bankgenozen, daz sie iz gehort auen [haben] , iener muͦz deme schepphen verbuͦzen UrkCorp (WMU) 2265,12

MWB 1 422,15; Bearbeiter: Diehl

banc|hart stM. ‘uneheliches Kind’ (auf der Bank und nicht im Ehebett gezeugt): du hast nicht deins vattern syn. / du würdt nie sein kyndt von artt. / du muͦst sein ain banckhartt Teichn 717,14; du pist sein svn. dein pluͦt ist auz dem pain geflozzen. dein pruͤder sint ruschard. daz ist als vil als panchart. von einem vater vnèlichen geporn GestRom 52; UrkBern 5,314 (a. 1323 kopial)

MWB 1 422,21; Bearbeiter: Diehl

banc|härtel stN. Dimin. zu banchart: diu asp schadet den läuten von dem land Africa niht [...], und dar umb legent die läut iriu kint für derlai slangen. ist dan daz si die slangen laidigent, sô habent si si niht für ireu kint und mainent, diu kindel sein pankhärtel BdN 263,2

MWB 1 422,29; Bearbeiter: Diehl

banchen swV. baneken

MWB 1 422,35;

banclachen stN. ‘Tuch zum Bedecken von Bänken’ ein bette man dar truok / und ein bank lachen RvMunre 191; pancale: banklachen VocBV927 3:358,17

MWB 1 422,36; Bearbeiter: Diehl

bancpolster stM. ‘Polster für eine Bank’ alle meine panchpoͤlster und chuͤssein [Kissen] genet und ungenet UrkEichst 2,402 (a. 1352)

MWB 1 422,40; Bearbeiter: Diehl

bancschillinc stM. ‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2): dis sint die nuͥtze, die der zoller hat, [...]: der zol, die muntze, banchschilling und vronwage UrbHabsb 1:338,2

MWB 1 422,43; Bearbeiter: Diehl

banczins stM. ‘Abgabe für Verkaufsstände’ (zu banc 2): ez sind die puͤrger zuͤ rat worden mit der flaschechell [Fleischhauer] willen, daz man an dem panchkzins in ab sol slahen ein wag unslidtz fuͤr 10 sol[idos] allew jar StRMünch 536,27 (kopial); mülgelte, vischentze, benkezinse UrkHohenb 471 (a. 1355)

MWB 1 422,47; Bearbeiter: Diehl

bande swF. ‘Dienerschar’ (aus afrz. bande): aber die hern von diesen landen / sint nit also mit yren banden / und sint auch nit also getan; / dan so sij me diener han, / so sij merer hern wollen sin Pilgerf 1236

MWB 1 422,54; Bearbeiter: Diehl

bandekeit stF. bangecheit

MWB 1 422,59;

banden swV. auch benden ( Martina , Tauler ). 1 ‘jmdn. binden, in Fesseln legen’
2 ‘etw. (Vieh) als Pfand einbehalten’
   1 ‘jmdn. binden, in Fesseln legen’ so scouwe alle mine note, / mit den ich pin bevangen, / e mich, herre, gebande / dehein nitlich rat FrauGeb 2,4; so sol der rihter, in des gebiet er gefvͤrt oder gebandet wird, schaffen, daz er in vierzehen tagen ledich werd UrkCorp (WMU) 1800AB,41; sô hiezet ir si banden / und smæchlichen handeln Ottok 14622. 6219; StRAugsb 181,21; daz hastv frowe erwendit / dur dich ist er [der Teufel] gebendit / da sin gewalt ein ende hat Martina 3,6. 116,92. 126,38. – mit Refl.-Pron. ‘sich an eine Ordnung binden, sich einfügen’ und wel mensche sich mit willen und mit beratenem muͦte in dise ordenunge gebent: bricht es dis bant, des nimet sich die heilige kilche an ze richtende Tauler 242,26    2 ‘etw. (Vieh) als Pfand einbehalten’ swer sein vihe treibet auf ein andern marche an gemaine waide. wirt ez gepandet ez geit sechs pfenning SpdtL(E) Ldr 160,1. Ldr 159,2. 3

MWB 1 422,60; Bearbeiter: Diehl

bandich stN. bandinc

MWB 1 423,16;