bërc|kicher
stM.
‘Rittersporn’ (Delphinium staphisagria, vgl. Marzell 2,76.2):
von dem perchkicher: staphisagria haizt perchkicher, und
haizent ez etleich läuskraut BdN
420,14
MWB 1 587,25; Bearbeiter: Schnell
bërc|klâfter
stF.
‘Bergklafter’, Längenmaß (vorwiegend im Bergbau; nach dem Bergrecht von 1308
z.B. sieben Daumenellen, vgl. Glr.z.St.):
und sol ain paw von dem andern gemessen sein vierdhalb perkklafter oder siben
mannesklafter WeistÖ
1:197,1
(1. H. 14. Jh.)
MWB 1 587,29; Bearbeiter: Schnell
bërc|klinge
swF.
‘Bergschlucht’
dv vore in einen wustinwalt, / da were dv lange inne / in
einer engen bercclingen Litan
1180
MWB 1 587,35; Bearbeiter: Schnell
bërc|knappe
swM.
‘Bergarbeiter’
wir prüefen auch daz an den perchknappen, die in die gruob
varnt, die werdent etswie vil wirbig [schwindelig] in irm
haupt, alsô daz si gern vehtent sam die trunken läut BdN
109,7
MWB 1 587,38; Bearbeiter: Schnell
bërc|koste
stF.
‘zum Betrieb eines Bergwerks erforderliche finanzielle Mittel’
wer da hat gewinnehafte teil inme lande, der sal bi namen sine berckost von
denselben teilen nemen in der munce zu rechte unde sal di pfenninge geben sinen
bestelleren StRFreiberg
74,22;
di lenhower [Bergarbeiter, die ein Bergwerk als Lehen
abbauen] sullen ir berckost nemen in der munce ebd.
75,7
MWB 1 587,43; Bearbeiter: Schnell
bërclant
stN.
‘Gebirge’
so ist auch reht dez hertzogen und der stat ze Hall, swaz di purger pringen
[...], so suͤln siz beschirmen und belaiten fuͤr alles
twanchsal und irrtum auz dem perchlant UrbBayS
4,126
MWB 1 587,51; Bearbeiter: Schnell
bërclêhen
stN.
‘Berglehen’ (Besitz einer Abbaustätte im Bergbau als Lehen):
vnd da si sechtzehen eysenwerich verliehen hat ze rechten perichlehen erbern
leuten [in Hallstadt]
UrkEnns
6,561
(a. 1346 kopial)
MWB 1 587,56; Bearbeiter: Schnell
bërclêhenschaft
stF.
‘das Innehaben eines bërclêhens’
sie sind ouch um die vorgenant perchlehenschaft gepunden, daz ir igleicher mit
haus an der Halstat sitzen sol. vnd sullen den perch vnd daz sieden besorgen mit
getrewer hute vnd besichte UrkEnns
6,561
(a. 1346 kopial)
MWB 1 587,61; Bearbeiter: Schnell
bërcliute
stM. (Pl.)
dient als Pl. für bercman.
1
‘Gebirgsbewohner’
2
‘Betreiber von Bergwerken’
1
‘Gebirgsbewohner’
dô sagten in bediute / die selben bercliute Ottok
96361.
96290;
do tantzotent die berglüt offenlich durch die statt von fröden Kuchim
54,424;
StRFreiberg
233,17
2
‘Betreiber von Bergwerken’
gewinnet man dar vmbe [
vmbe die silber berge
] enkeine missehele, daz sol man ciehen an berglúte vnd an die, den
dar vmbe kunt si UrkCorp (WMU)
1582,44
MWB 1 588,3; Bearbeiter: Schnell
bërcman
stM.
nur im Sg. (Pl. bërcliute).
1
‘Gebirgsbewohner’ (im Gegensatz zum Stadtbewohner) 2
‘Betreiber eines Bergwerks’
1
‘Gebirgsbewohner’ (im Gegensatz zum Stadtbewohner):
ein iklich bercman muz antwerten in der stat, wi wol he besezzen ist uffeme
gebirge StRFreiberg
47,1;
welch man oder bercman gesezzen ist uf deme gebirge ebd.
52,33.
37,24
2
‘Betreiber eines Bergwerks’
ein bercman rîch und junc, / [...] mit dem dô zehant
/ ein hîrât an truoc / [...] von der Lippen her Heinrich, /
alsô daz er êlich / ân allez widerstreben / sîn tohter solde geben / des selben
bercmans suon Ottok
96615
MWB 1 588,12; Bearbeiter: Schnell
bërcmæʒe
Adj.
‘groß und schwer wie ein Berg’
nach minne sin gerunge was siner jugende ein berk mezer knolle JTit
265,2
MWB 1 588,23; Bearbeiter: Schnell
bërcmæʒec
Adj.
‘groß und schwer wie ein Berg’
swaz chleiner sunde ein mensch hat, / der er ane riwe
bestat, / got samnet si alle gemeine / und machet dar uz eine / so groz und so
swære, / daz dem armen sundære / diu burde wirt berch mæzzich / und wirt nimmer
antlæzzich StrKD
129,217;
nach minne sin gerunge was siner jugende ein berk mezer [La.
pergmaͤssig
] knolle JTit
265,2
MWB 1 588,26; Bearbeiter: Schnell
bërcmeister
stM.
‘Bergmeister’, grundherrlicher Beauftragter für Weinberge oder
Bergbau:
nemen auch auz [...] di weingarten, der gerihte an ir
perchmaister gehoͤret UrkCorp (WMU)
2345,20.
2345,28;
vnt ist das geschehen mit meiner hant, wan ich des weingarten perchmaister pin
UrkKlostern
1,91
(a. 1304);
der bercmeister hat ouch gerichte unde gewalt uber lip und uber gut uf allem
gebirge StRFreiberg
226,20.
228,10;
StiftStBernh
257.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Pilgreim der perchmaister UrkCorp (WMU)
1668,35.
2620,36
MWB 1 588,34; Bearbeiter: Schnell
bërcnisse
stF.
‘Verhüllung, Versteck’
diu vinster ist dîn bercnüsse, wan daz licht daz dû selben bist, daz ist nâch
sîner lûterkeit aller krêatûre verborgen HvFritzlHl
382,15
MWB 1 588,46; Bearbeiter: Schnell
bërcphenninc
stM.
‘Abgabe von Weinbergen’
die perchpheninge, die si uns [...] gedint haben
DRW
2,10
(SteirWeinb.; a. 1323);
pergphennig oder [...] perghelbling ebd.
2,10
(SteirLl.; a. 1350)
MWB 1 588,50; Bearbeiter: Schnell
bërcrëht
stN.
1
‘Bergrecht’ , Nutzungs- und Verfügungsrecht, das den Bergbau oder die Weinberge betrifft 2 (die auf Grund dieses Rechtes) zu entrichtende Abgabe
1
‘Bergrecht’, Nutzungs- und Verfügungsrecht, das den Bergbau oder die
Weinberge betrifft:
so habent sich gesatz her Vlrich [...] und sein sun
[...] uber den selben weingarten ze rehtem scherme fur
alle ansprache, als perchrehtes reht ist UrkCorp (WMU)
3508,12.
N824,11;
daz [...] ich gehabte haben ze rehtem lehen
[...] mit alle divͤ vnd da zuͤ gehoͤret ze holtze vnd
ze velde, an aekern, an zehenten, perchreht oder purchreht UrkHohenz
2,228
(a. 1295)
u.ö.
ius montium in vineis, quod vulgo perchreht dicunt UrkHeil
1,12
(ca. 1182)
2
(die auf Grund dieses Rechtes) zu entrichtende Abgabe:
also daz man uns aller ierchlich da von dienen sol ze rehtem perchreht zwen
ember weines vor dem weingarten an dem tage, so man den weingarten liset
UrkCorp (WMU)
1568,16.
724,15;
des gutes des sind zway lehen vnd fúnf hofstete dacz Schweinbarth vnd
zwaintzig emer pergkrecht an dem Senperge dacz Schweinbarth, vnd an demselben perg
von zehen weingárten zehend vnd vier emer pergkrecht an dem Frovdenperg
UrkHohenz
2,193
(a. 1290);
UrkHohenf
80
(a. 1334)
MWB 1 588,54; Bearbeiter: Schnell
bërcrihtære
stM.
‘Richter in Angelegenheiten des Bergbaus’
alle bercrichter unde alle bercgeswornen und alle berclute, die haben zu
rechte kein gesetze zu setzene an nichte uf die burger unde uf die stat zu Vriberc
StRFreiberg
228,6
MWB 1 589,13; Bearbeiter: Schnell
bërcrücke
M.
‘Bergrücken’
so wissage obir den bodim Israhel unde sage den bergin und den hobiln, den
bergruckin und den grunden: dis spricht der herre got Cranc
Ez 36,6
MWB 1 589,18; Bearbeiter: Schnell
bërcscheffe
swM.
‘Schöffe in der Berggerichtsbarkeit’
ob di statscheppen [...] oder di perkscheppen, di auf
dem perkwerk sint, purgerlehen behalden BgRIglau
325,7.
325,13
MWB 1 589,22; Bearbeiter: Schnell
bërcschrîbære
stM.
‘Grubenschreiber’
um kost von tailen auf perkwerk mag ein gesworner perkmaister oder ein
gesworner perkscriber auf einen igleichen man wol gesten und geczeugen
BgRIglau
496,5.
450,4.
496,12
MWB 1 589,26; Bearbeiter: Schnell
bërcstat
stF.
1
‘Stadt, größere Siedlung im Gebirge’
2
‘Bergbaustadt’
1
‘Stadt, größere Siedlung im Gebirge’
und in den bergstetin und in den veltstetin [...]
spricht der herre Cranc
Jer 33,13
2
‘Bergbaustadt’
so ist zu wissnn, das der richter vnd der rate einer iglichen perckstatt hat
zu setznn einen gesworen perckmaister StRSchemn
15
MWB 1 589,31; Bearbeiter: Schnell
bërcstrâʒære
stM.
‘Wein von der →
bërcstrâʒe
’
berstracium vinum: berchstrezzere SummHeinr
1:339,366
MWB 1 589,37; Bearbeiter: Schnell
bërcstrâʒe
stF.
‘Bergstraße’, hier: die Bergstraße zwischen Darmstadt und Heidelberg (vgl.
Glr.z.St.):
nu was dem ritter unverzigen, / ern begunde vaste ilen. / er vant in in zwein
milen, / lang wol in der maze / als die in der Bergstraze Rennew
14700
MWB 1 589,40; Bearbeiter: Schnell
bërcswære
Adj.
‘drückend wie ein Berg’
diu bercswære bürde / der verwâzenen huote / diu lac in in ir
muote Tr
17844;
die dâ sint vervallen / under bercswæren schulden Greg
153;
sol ich der iemermêre / fremde sîn unde ein gast, / daz ist ein bercswærer
last / leides mînem lîbe ZwBüchl
162
MWB 1 589,45; Bearbeiter: Schnell
bërcteidinc
stN.
‘Gerichtsversammlung, Jahrgeding der Weinbergbauern’
ich [...] vergihe [...] daz
fuer mich chomen in min rehtes perchtaidinch [...] her
Laurentze [...] vnd Wernhart der Chvesmaltz
[...] vnd chriegten vmb einen weingarten UrkEnns
5,285
(a. 1321);
der [Weingarten] so lange urbowe
[öde] was gelegen, vncz er in rechten perchtaidingen
ze reisach gesait wart [rechtssymbolisch: mit einem Reisig dem
Lehnsherren zurückgegeben]
UrkKlostern
1,135
(a. 1312);
swer ein man anspricht um perchrecht, der schol daz nindert verantwurten, denn
in rechtem perchtaiding StRWien
90
MWB 1 589,51; Bearbeiter: Schnell |