belîpnisse
stN.
‘Aufenthalt, Bleibe’
daz ewige himelrich, / daz erbere blipnis Secret
799;
daz im sin gevangnúst dest lichter wurdi, als er sich selber dú x jar ane isen
hate in geschlossen nah blipnust in der capell Seuse
60,11.
159,16;
ze einer steten belibnust so haben wir das vorgnant selgereit gerihtet und
geordenet UrkBaden
10
(a. 1344)
MWB 1 563,31; Bearbeiter: Diehl
belisten
swV.
‘etw. durch list abwenden’
het ich her Salomônes sin, / ich künde ez niht belisten, /
[...] / ez muoz in tôdes kisten / mîn lîp dort
êwiclîchen sîn Kolm(B)
116,12
(1KonrW/7/503)
MWB 1 563,38; Bearbeiter: Diehl
belit
stSubst.
‘Pappel’ (vgl. AWB 1,871):
populus: belit vel albare SummHeinr
1:180,133;
populus: alber, huius genera duo sunt: altera alba, altera nigra: belit ebd.
2:45,234
MWB 1 563,42; Bearbeiter: Diehl
beliuhten
swV.
1
‘jmdn./etw. beleuchten, erhellen’
2 übertr. 2.1
‘jmdn./etw. erleuchten’
2.2
‘jmdn./etw. erwähnen’
1
‘jmdn./etw. beleuchten, erhellen’
iz ne beluchte nie chein lith Roth
3579;
die brâhten lieht von himel dar, / dâ mite belûhten sie / ir
vrouwen ûf der erde hie KvHeimHinv
681;
daz allerminste [...], daz ie beschinen oder
beliuhtet wart von disem liehte Eckh
3:260,11;
darumme sal der mensche flizicliche beluchtin sine fimf sinne, daz si icht
inbrengin daz der sele schedelich si Parad
78,16;
Minneb
2410.
– zur Bezeichnung der Einzigartigkeit ‘der je das Licht der Welt
erblickte’ (vgl. beschînen):
bezzern schilt deheinen belûhte nie der tac
NibB
1702,2;
so schone maget, so schone kint / bewewete nie der
win [l. wint
] / noch en beluchte nie die svnnen schin Herb
16476;
RvEWh
14015;
lieber liep beliuhtet niht diu sunne
KLD:Kzl
15: 3,10;
diu welt nie beluht / so manigen wunderlichen man / bi ain ander
WhvÖst
16336.
8455
2
übertr.
2.1
‘jmdn./etw. erleuchten’
mit der genaden blicke / hat unser lieber herre got / nach siner tugende
gebot / Dominicum alhie belucht Pass III
372,53
u.ö.;
daz got durch sine gute / des menschen gemute / zu rechtem wege beluchte
MarLegPass
19,9
2.2
‘jmdn./etw. erwähnen’
daz gvͦet daz vor belævchtet ist, daz habent si alles verchavft
StiftZwettl
261;
mit den gezivgen, die da bi sint gewesen, die auch hie beloͤvcht vnd
benant sint UrkCorp (WMU)
2505,31
MWB 1 563,46; Bearbeiter: Diehl
beliumden
swV.
auch beliumunden.
‘jmdn. (wegen einer Sache) verleumden, in schlechten Ruf bringen’
kom einer sîner [des Apothekers] krâme bî / nâch
gifte, der beliumt niur sî, / und der sî ein arcwænic man, / daz er den lâze
scheiden dan / und im versage HvBer
7635;
SchwSp
105a.
– mit Gen.:
ist daz ein man den andern beliumundet boeser dinge, daz er
im sinen liumunt boesert, daz ge an sin ere StRAugsb
111,3;
der den andern beliumundet boeser dinge ebd.
5,4.
– mit Präp.:
ist er é belvͥmedet mit der dinge deheinen SchwSp
105a;
wirt aber iemen beliumt umbe die vorgenanten schulde
StRAugsb
163,12.
– mit Obj.-Satz:
dise [Herzogstochter] belumete einen heiligen
dyacon daz er solte wider iren willen sú alsus besweret haben ElsLA
696,14
MWB 1 564,9; Bearbeiter: Diehl
beliuten
swV.
→
belûten
MWB 1 564,25;
beliutern
swV.
‘jmdn. läutern’
biz daz si von der barmhertzkait gotes und von gemainem gebet baz beliutert
werden EbnerMarg
38,17
MWB 1 564,26; Bearbeiter: Diehl
bëllære
stM.
‘bellender Hund, Kläffer’
er kaller, er beller, er vederspil, / daz grimmet und doch niht vahen will
Jüngl
921
MWB 1 564,29; Bearbeiter: Diehl
belle
stF.
‘Gesäßbacke’ (hierher oder zu
2bal?, vgl. afterbelle, arsbelle):
so sal man iz legen also warm hinden uf den rucke vnde an di
stat da di belle an di lenden gen SalArz
59,23;
Renner
7350
MWB 1 564,32; Bearbeiter: Diehl
belle (?)
F.
→
bëllen
MWB 1 564,36;
bellechîn
Adj.
‘kugelförmig’
an deme tage wirt der herre ablegen cyrde des geschudes und bellechin menelyn [
lunulas halbmondförmiges Schmuckstück, Halsband ?] ,
halsgesmide Cranc
Jes 3,18
MWB 1 564,37; Bearbeiter: Diehl
bëllen
stV. (IIIb)
1
‘bellen’
2 hierher oder zu einem ahd. belegten bellen swV. ‘brüllen,
schreien’ (vgl. AWB 1,873f.) ?
1
‘bellen’
ein hövescher hunt, der spilte gegen sînem herren schône, /
wand er sprang ûf in unde bal in süezer stimme dône KvWLd
32,167;
funff hundert hunde, / di machten ungefugen schal: / diser
galph, diser pal HvNstAp
8795;
sam ain hunt, der niht gepellen mag BdN
115,11;
wer aim hund gibt ainen lebentigen frosch in prôt, der
verleust sein peiln [d.i. bellen
]
ebd.
306,11;
wider die warhæit si [die Ungeheuer] bullen / mit
æiterigen zungen Serv
622.
– übertr.:
der tievel ûz dir belle Neidh
SL 8:5,2;
mit bellender stimme sprach er Seuse
61,11;
swenne unser mage vor hunger billet, / salz und brôt in schier gestillet
Renner
9533.
– Sprichw. (?):
eines hundis bellen / mac vil scâfe irschellen; / ob si
rehtis hûtêris niht ne haben, / er tût in michelen scaden. / dâ mite meinter
daz, / daz iz ein unstête folc was / alliz Daries here, / dâ er sih mite wolde
were SAlex
2539;
ain hundt / der vil pild zu aller stundt / ist unnucz und enwicht
Seifrit
2076;
saget an, ist iu daz iht kunt / daz ein vil bellender hunt / selten grôzen
schaden tuot? RvEAlex
4276;
da ir nit mugind bissen, da bellent aber Seuse
382,3.
463,12;
was hilfet, das der hunt billet; die wile das der wirt
sclafet, so brichet der diep in sin hus Mechth
7: 3,20
2
hierher oder zu einem ahd. belegten bellen swV. ‘brüllen,
schreien’ (vgl. AWB 1,873f.) ?:
mitt ungefügen bellen gross [unter großem Geschrei]
/ gaben sy vil mangen stoss / mitt hornnen uff die schiltte GTroj
16145
MWB 1 564,41; Bearbeiter: Diehl
bellîʒ
stM.
aus Pelzen gefertigte Bekleidungsstücke (Oberbekleidung wie auch deren Futter,
vgl. LexMA 6,1866ff.):
so sind denn die haut fuͤr frost / von den tyern so gestalt, /
[...] so daz nieman essen tuͦt. / dennoch iss zuͦ etwew
guͦt / daz man die haut doch schint drab / [...] daz man
pelcz macht dervan Teichn
441,153;
der gnâdige got ir iewedereme einen pellez gap, / getân ûz
fellen, daz siu der vrost nemahte chwelen Gen
490;
wît und lanc zobelîn, / sus muose ûze und inne sîn / der pelliz und der mantel
drobe Parz
231,5;
ein juncvrouwe in næte / in einen roc pfellîn; / mit einem
pelze härmîn / was er gefurrieret Wig
701;
SpitEich
6,4;
Tauler
270,7
MWB 1 565,7; Bearbeiter: Diehl
bellunge
stF.
heraldischer Terminus ‘Schrägstellung’ (mit Präp. in, s.a.
billungs und enbellen, aus afrz. de belic,
bellinc, vgl. Steinhoff, Lanc., S. 878):
der wiß ritter, der den ubersilberten schilt furt mit der
schwarczen barren in bellung Lanc
216,35;
einen wißen schilt ubersilbert mit einer roten barren in
bellune ebd.
162,19;
Lancelot [...] hett ein roten
schilt umb sin hals mit einr wißen barren in bellig ebd.
602,9
u.ö.
MWB 1 565,21; Bearbeiter: Diehl
belônære
stM.
‘Belohnender’
daz er [Gott] eyn beloner [
remunerator
] ist der, dy in suchin Cranc
Uzl 259,42
MWB 1 565,30; Bearbeiter: Diehl
belônen
swV.
‘jmdn. belohnen’
si nâmen di drîzec silberîne, den lôn des belôneten den si belôneten von den
kinderen von Israêl EvBeh
Mt 27,9;
du belônest si mit vorgenclîchen dingen, aber unser herre Jêsus Kristus lônet
mit êwigen dingen HvFritzlHl
254,20
MWB 1 565,33; Bearbeiter: Diehl
belœsen
swV.
‘jmdn. lösen, erlösen’
daz div trurige wrde getrœste, / div betwngen belœste
Wernh
D 2662.
– von etw. (überw. mit Gen.d.S.):
der elliv herze wol mach / uon sorgen belosen
Wernh
D 3113;
daz her der sorgen worde belôst En
5865;
ein bat hiez er bereiten, / wan er von arbeiten /
[...] / sweizic unde râmic wart: / des belôste er den
lîp Er
3658.
–
‘jmdn. einer Sache berauben’
jâ bin ich alles des belôst, / daz ich zer werlde ie gewan, / niwan daz ich
den lîp noch hân KlageC
1032;
wie dîn bistuom ist belôst / êren unde guotes EbvErf
486;
do si in erlosten [La. belosten
] beider / der pfenninge und der chleider StrKD
136,55
MWB 1 565,39; Bearbeiter: Diehl
belouben
swV.
refl. ‘sich einer Sache entäußern’
uuîe scál íh nú míh gelôiban [La.
belouuan
] dînero contemplationis únte áber uuíder kêran ad puluerem terrenę
actionis? Will
78,10
MWB 1 565,52; Bearbeiter: Diehl
belouchen
swV.
‘etw. umschließen, umfassen’ (vgl. belûchen 2):
si graif baltleichen da / Paridi under sein gewant / seinen arm beloucht si in
ir hant / si marchte fleizzichleichen san / mit dem finger sein ader slan
EraclB
3306
MWB 1 565,56; Bearbeiter: Diehl
beloufen
stV.
‘über etw. laufen, strömen’
[Blut] daz ouch hin uf die erden schoz / und den esterich
belief Pass III
447,65;
si kamen als ain sinfluͦt, / diu tal und berge belaufet WhvÖst
17841;
Helbl
2,327.
–
strich daz feuͤr dar vnder allenthalben, daz er
[der Stockfisch] erwarme, laze in wol belaufen mit
butern BvgSp
20.
–
‘etw. durchlaufen, durchwandern’
do trachte der gute man / [...] / daz er schone und
offenbar / die werlt beide her und dar / predigende beliefe Pass III
358,39;
ich han gar alle lant / und daz ertrich her und dar / beloufen und durch
wandert gar Hiob
682.
übertr.:
daz si durch die sache / des nachtes harte wenich slief / mit gedanken si
belief / wa daz ende wolde hin / da so hart was der begin PassI/II
62,54
MWB 1 565,61; Bearbeiter: Diehl
belûchen
stV.
1 intr. ‘sich schließen’
2 tr. ‘etw. schließen, verschließen, umfassen’ (vgl.
belouchen )
1
intr. ‘sich schließen’
grôzer sorgen hân ich zwô: / diu eine, sô mîn ougenbrô / belûchent, wie mich
vinde dô / der tôt Helbl
12,35
2
tr. ‘etw. schließen, verschließen, umfassen’ (vgl.
belouchen):
wir sulen dar nâch ringen / daz uns iht belûche / daz tier in sînem bûche
Tund
727;
ethlichir indaz uazzer viel. / daz er dar inne belochen lac
Roth
382;
wan sis niht moht gelouchen [La. belouchen
] / jn der hant noch besliezen, / si vorht ez vergiezen Krone
12073.
22053
u.ö.;
eine eichîne kisten / [...] / von vier grôzen blochen
/ und oben wol belochen, / beslagen mit îsnîn spangen Schlegel
513;
von dir [Maria] wirt diu hell zebrochen / und die
dâ inne sint belochen / die werdent alle da ûz genomen Philipp
1595;
Serv
362;
Georg
3873
MWB 1 566,12; Bearbeiter: Diehl
belue
Subst. (Pl.)
‘Ungeheuer’ (aus lat. belua):
ûz dem sêe tiere snel / sprungen: die argen beluê / die ritter zugen sie in
den sê UvEtzAlex
21569.
22375
MWB 1 566,28; Bearbeiter: Diehl
beluogen
swV.
‘etw. (an jmdm.) wahrnehmen, erkennen’
[er spürt] daz im ir süeze minne / wol unde rehte
fuogete. / daz selbe si beluogete / an im KvWTroj
7822;
ouch kunde si beluogen / ir zweier sælde tougen KvWEngelh
932
MWB 1 566,31; Bearbeiter: Diehl
belûtbæren
swV.
‘etw. bekanntmachen, anzeigen’
verswiget man abir daz neiste dinc [den nächsten
Gerichtstermin] , daz man die wunden nicht offenbart unde belutbert
[...], so ist di wunde verlorn [erlischt
der aus ihr resultierende Rechtsanspruch]
StRFreiberg
152,28
MWB 1 566,36; Bearbeiter: Diehl
belûten, beliuten
swV.
‘etw. bekanntgeben, kundtun’
sô dû dîn herceichen / mit wäinen beliutest / - dâ mit dû wol
bediutest, / daz dû ze der armchäit giborn bist Erinn
501;
so man vns belûte vnd erniwete vnser reht UrkCorp (WMU)
1480,12;
als hie an disem prieve geschriben vnd belovtet ist ebd.
778,10;
SchwSpM
388;
daz wil ich hier belûten / unt wil daz offenlîche jên EbvErf
2682;
[diese] materie vns vil enge / her Wolfram hat betuͤtet:
/ div iv wirt baz beluͤtet TürlArabel
*R4,6.
–
‘jmdn./etw. durch Glockengeläut bekanntgeben, ausläuten’
dô wart der herzog Albreht / [...] ze kunige bediut,
/ besungen und beliut / in allen kirchen Ottok
72988.
23426;
Savinianus [...] sate uf, daz man in den kirchen mit
glocken sol die zit belüten ClosChr
21,2;
ez ist der werlt lester lon / daz er in allen pharren schon / wiͤrt belautet
und besung Teichn
452,31;
der rehtlose ist und belútet UrkFürstenb
2,168
(a. 1347)
MWB 1 566,42; Bearbeiter: Diehl |