Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   belgelîn - belle (?)    


belgelîn stN. Dimin. zu balc. ‘Hülle’ – ‘Knospenhülle’ als von dem süezen touwe / diu rôse ûz ir bälgelîn / blecket niwen werden schîn Parz 188,11; touwic rôse gen der sunnen, diu sich ûz ir belgelîn / hât zerspreitet KLD:UvW 2:3,1; mitten in der rosen fin / wart ein schones belgelin HvNstGZ 1786. 1788. – ‘Herzbeutel’ daz herce citeret etwenne von der vuchte di sich gesamenet hat in den belgiln di umme daz herce gen SalArz 45,36; daz herz ist gesetzt in ain pälglein, daz ist wol als dicke sam aines menschen haut BdN 27,27. – ‘Fruchtblase’ in ainem gänglein, daz hât diu nâtûr gemacht zwischen dem pälglein, dâ mit si daz kint umbhüllet in der muoter leib BdN 34,7. – ‘Nachgeburt’ treibt er daz tôt kint auz der muoter und zeuht daz pälgel her für, dâ daz kindel inn ligt in der muoter, daz ze latein secundina haizt BdN 360,30; sô zeuht si ir die gepurt her für mit dem pälglein ebd. 388,21. 417,26. – ‘Ohrtrommel’ daz ain fremder rauch beslozzen wirt in dem pälglein, der vert hin und her und stôzt an die wend [des Ohres] BdN 11,15. 11,23. – ‘kleiner Sack, Kropf’ wenn den vogel [Kropfgans] hungert, sô zeuht er daz ezzen wider auz dem sack und izt ez anderwaid, und dar umb muoz er haben etleicheu pälgelein pei dem snabel, dâ er daz ezzen des êrsten ein schieb BdN 209,27

MWB 1 559,63; Bearbeiter: Schnell

bëlgen stV. (IIIb) ‘sich empören; zürnen’ (vgl. bolgen swV.): dû sich Lûcifer dû ce ubile gevieng, / vnt Adam diu godis wort ubirgieng, / duͦ balch sigis [l. sich es ] got desti mêr Anno 3,3; vile mahte si sih es gemuon [bemühen] , er newolte sîn nieht tuon; / vil mahte si sih es belgen, er newolte ir volgen Gen 1892; nescolte er ouch sich des belgen ob si ime newolte volgen? ebd. 961. – möglicherweise swV.: daz ist al ein spot, des belget sich got Gen 515

MWB 1 560,26; Bearbeiter: Diehl

bëlhunt stM. eher ‘schöner Hund’ (von afrz. bel) als ‘bellender Hund’ (vgl. Anm.z.St.): dat ingesegil si besach / [...] / dar ane eyne guͦlden strale stuͦnt, / eyn belhuͦnt up lasuͦre / na der Minnen euentuͦre MinneR 484 167

MWB 1 560,36; Bearbeiter: Diehl

belîbec Adj. ‘verharrend’ [er ist ] von adel sines blutes / in rechter stete blibig Mügeln 329,15

MWB 1 560,41; Bearbeiter: Diehl

belîbelich Adj., Adv. ‘bleibend, dauerhaft’ ein anvahender mensch, e daz der in got beliplich gevestnet werde, der mag als reht lihte veriert [in die Irre geführt] werden Seuse 366,7; na beliplicher ald unbeliplicher wise ebd. 193,27 u.ö.

MWB 1 560,43; Bearbeiter: Diehl

belîben stV. (Ia) 1 intr. ‘bleiben, verharren’
1.1 ohne Ergänzung
1.2 Part.-Adj. ‘bleibend, dauernd’
1.3 als Überleitung im Erzählvorgang ‘ein Thema ruhen lassen, beenden’ (z.T. mit Ergänzung, vgl. auch 1.7.2 )
1.4 mit Ergänzung zur Angabe eines Ortes oder bestimmten Zustands
1.5 ‘sterben, auf dem Kampfplatz bleiben’ (oft tot ~ )
1.6 ‘jmdm. (übrig-)bleiben, jmdm. gehören’ (überw. mit Dat.d.P.)
1.7 in der Wendung ~ lâʒen
1.7.1 ‘jmdn./etw. zurücklassen’
1.7.2 ‘etw. unterlassen, beenden’
2 tr.
2.1 ‘jmdm. etw. belassen’
2.2 ‘etw. unterlassen’
   1 intr. ‘bleiben, verharren’    1.1 ohne Ergänzung: weder ich belîbe oder var Tr 1531; Eracl 2717; wer zebreste ode ganz beste, / wer belibe ode im abege StrKD 151,28; daz êwic wesen, daz er ist gewesen und daz er nû ist und daz er iemer blîben sol Eckh 2:501,5; lât diz laster under uns drîn / verswigen unde beliben [unerwähnt] sîn Tr 12144; si beliben [zögerten] auch lenger nicht, / si liezzen tauffen sich in got Märt 2692; si sprach: trutz, diu rede von iu belîbe MF:Reinm 64: 1,4; nu ist manic jar bliben [vergangen] HvNstGZ 50; [sie] sahen wol das der thorney aller beleib [stockte] , darumb das der ritter gewunt was Lanc 199,21. wie himel und die erde han ir bliben / von im Mügeln 299,9; belîbens mac hie niht gesîn Tr 1551; KvWSchwanr 1536; Wh 103,7    1.2 Part.-Adj. ‘bleibend, dauernd’ alle geste und alle froͤmede luͥte, sie sint varende, blibende oder wesende UrkBasel 4:15,17 (a. 1315); blibende und werende Tauler 86,2; daz in diu dinc, [...], niht enhindernt noch kein blîbende bilde in in setzent Eckh 5: 209,8; KvMSph 30,2    1.3 als Überleitung im Erzählvorgang ‘ein Thema ruhen lassen, beenden’ (z.T. mit Ergänzung, vgl. auch 1.7.2): hie ensaget nv niht me / daz welsche buch von Iosane / noch von sinem wibe. / rede alhie auch blibe, / als sie da ist bliben Herb 1180; die rede dar blibe HeslApk 2541 u.ö.; RvEWchr 3088; dâ schol diu red beleiben BdN 386,33    1.4 mit Ergänzung zur Angabe eines Ortes oder bestimmten Zustands: sô wist er wol sîne vart, / war er lief und wa er beleip UvZLanz 1551. manig sprechent, daz die hund niht mügen beleiben ân die menschen BdN 126,3; ouch sal ie die stad bie irer vriheit blibin UrkFriedb 127 (a. 1334); du enmacht in disem leben nicht mer beliben, du must von hinne schaiden PrOberalt 143,14; StatDtOrd 36,5; Spec 27,11; da enbleip niht stein vf steine Herb 1626. daz ich durch dich belîbe vrô SM:Tu 6: 7,2; wilt ir werden ind bliven selich MarlbRh 35,18; swaz diu welt mir ze leide tuot, / daz belîbet von mir ungeklaget MF:Reinm 3: 3,7. wann ich muß ein wil noch alhie bliben siczen Lanc 54,9; er bleib still stan und schampt sich ebd. 469,30    1.5 ‘sterben, auf dem Kampfplatz bleiben’ (oft tot ~ ): waz ime dâ helede tôt peleib VAlex 702; da stunt vffe gescrieben, / daz er in strite was tot bliben Herb 6100; da beliben alle syn gesellen dot und gefangen, biß an dry Lanc 3,3 u.ö. an der martir si beliben, / ze himele sint si gestigin Rol 231; da bleip man vnde phert / vffe deme ringe Herb 7816 u.ö.; wære im niht wan Vîvîanz / ûf dem velde Alischanz / beliben Wh 53,13; diz wâren die besten vriunde mîn. / die dâ beliben in dem strîte ebd. 259,5. 436,30    1.6 ‘jmdm. (übrig-)bleiben, jmdm. gehören’ (überw. mit Dat.d.P.): waz wolt ir nv mere? / vch blibet daz zv lone, / [...] / vch blibet daz riche Herb 7319; wær mîn schulde grœzer iht, / so belibe mir der lîp niht Iw 176; ouwê wie wênic uns denne belibe! Wh 147,7; Wig 3630; UrkCorp (WMU) 597,10. – selten mit Gen.: vnd sol daz vor genant gvͦt des gotshavs [...] beleiben UrkCorp (WMU) 1646,17. – ‘erhalten bleiben’ er hatt pucher geschriben / von hoher kunst: ist uns peliben HvNstAp 13498    1.7 in der Wendung ~ lâʒen    1.7.1 ‘jmdn./etw. zurücklassen’ Gotelint diu schœne die herberge lie / hinder ir belîben NibB 1305,2; er enliez dâ niht belîben / swaz im ze nutze tohte Wh 91,16; er lie belîben sîn gewant. / hærîn kleit leit er zehant / an sich RvEBarl 695; sîn guot er dort belîben lie. / von sînes vater lande er gie ebd. 5793. sint nu fúnfzig rehter da, / wiltu die stete blibin lan [verschonen] ? RvEWchr 4742    1.7.2 ‘etw. unterlassen, beenden’ der künic sprach: lât belîben den mortlîchen zorn NibB 872,1; dîn tumpheit lâ noch belîben Eracl 3839; lât alle rede belîben / und heizet brieve schrîben ebd. 1743; NibB 663,1; Tr 12503; daz mære man dô belîben lie Wig 2726. – als Überleitung im Erzählvorgang ‘ein Thema ruhen lassen’ wir sulen dise rede lan bliben eine wile Lucid 17,5; hie mite lân wir belîben / sîn nâtûre kalte, / wan mir nieman zalte / iht mêre von des steines kraft UvZLanz 8540; nu laßen wir die rede beliben und sprechen furbas von dem konig Claudas Lanc 26,5 u.ö.    2 tr.    2.1 ‘jmdm. etw. belassen’ dieselben gnad wellen wir auch stet beleiben allen abten, pröbsten, prelaten und den spitalen BairFreibr 5 (a. 1311)    2.2 ‘etw. unterlassen’ der wart des lîbs sô kranc, / daz er ân sînen danc / die reise beleip Ottok 60123. 15123; die beliben die andern vart ebd. 30899; owê des und immer wê / daz ich die vart belîben sol: / daz tuot mir anders denne wol UvLFrd 50,29 (vgl. Anm.z.St.). – Lit.: D. Rosenthal, Studien zur Syntax und Semantik des Verbs bleiben, Göteborg 1984

MWB 1 560,48; Bearbeiter: Diehl

belîbenlich Adj. ‘bleibend’ in blîbenlîcher wesenlicheit Eckh (Pf) 417,11

MWB 1 562,16; Bearbeiter: Diehl

belîbunge stF. ‘Verhaftetsein’ nu sagent etliche von den schoͤnsten dingen, wie es in alles so wol zehanden ist gegangen, und was in alles licht und lústlich, [...] noch denne bevinde ich si in einer verblibunge [La. blibunge ] da Tauler 203,29

MWB 1 562,18; Bearbeiter: Diehl

belicken swV. ‘verlocken’ und hette ich ir minnen gelicket [La. vnde hete mich ir minne belicket ] , / ich hete mich lihte getaufet, / da mit ir minne gekaufet Rennew 11804

MWB 1 562,23; Bearbeiter: Diehl

belieben swV. ‘jmdn. mit Liebe beschenken’ nâch liebes stætem liebe / wart si von liebes diebe / betrogn, ein teil beliebet RvEAlex 863. – subst. ‘Belieben’ (?): is stet an mir nit an min blieben Pilgerf 6981

MWB 1 562,27; Bearbeiter: Diehl

beliegen stV. ‘jmdn./etw. verleumden’ ouch en ist nieman sô ummâre sô der nîtspottâre, / der ime daz ze frumikheite zûhet daz er sînen tiureren beliuget Gen 770; hêrre, nû scônet iwer worte! / gehaltet iwer êre! / ich vurhte vil sêre, / ich sî wider iuh belogen Kchr 15452; er verweiz ie genôte / dem getwerge Melôte, / daz ez in hæte betrogen / und ime sîn reine wîp belogen Tr 14928; des wirt er so vernidet, / belogen und gehazzet / [...] / von den tugentlosen StrKD 56,93. ja nü wart die rede nye belogen [als unglaubwürdig erwiesen] , / die man lang hat gesprochen, / vnd wart auch nye zerbrochen Krone 17199

MWB 1 562,32; Bearbeiter: Diehl

beliewen swV. ‘mit Lauben umgeben’ daz hûs daz was sinwel, / beliewet umb und umbe wol Wig 228

MWB 1 562,45; Bearbeiter: Diehl

beligen stV. 1 intr. ‘zum Liegen kommen, liegen bleiben, verharren’
2 tr.
2.1 ‘etw. belegen, bedecken’
2.2 ‘jmdn./etw. belagern’
2.3 ‘mit jmdm. schlafen’
   1 intr. ‘zum Liegen kommen, liegen bleiben, verharren’ sin houbit scol huite dar umbe beligin [zu Boden fallen] Rol 3706. 4649; got muoz binamen mit mir gesigen / oder mit mir sigelôs beligen Tr 6782; den sluoc er, daz er dâ belac / unversunnen und betoubet HvFreibTr 5212; sweder iwer dâ beligt [unterliegt] , / nâch dem mîn frouwe jâmers pfligt Parz 697,3; alhy so billicht der vreuden schyn MinneR 497 10; zuletst belac [schwand] darûf ir mût NvJer 11364. – ‘sterben, auf dem Kampfplatz bleiben’ (oft tôt ~ ): waz dâ werlte tôt belach VAlex 892; in dem walfloze / belagen si tot alle samt Rol 4353; nv walde es got, ob ich gesige / oder tot hie belige Herb 11686. der kaiser nachte genote / sinin uil lieben toten, / di im belegen waren Rol 8643. 3887; also ist Hector belegen Herb 10939    2 tr.    2.1 ‘etw. belegen, bedecken’ dâ was mit den tôten / der wech aller belegen En 7175; künec Lôt mit den sînen / der hete des veldes vil belegen UvZLanz 2821; als her daz wal dan hat belegen, / als man zu rechte sal pflegen HeslApk 19025; nochdann hatt myn frau all wege thun belegen mit rittern und mit knechten Lanc 319,2    2.2 ‘jmdn./etw. belagern’ jst oͮch, das men vf etzliche stat der vorgenanten varende wirt oder si beliget UrkCorp (WMU) 1788AB,28; ein schœne burc bî dem mer: / di belac daz kreftige her UvZLanz 120; daz er die werc dâ het uf brâht / und sie belêge mit der maht Kreuzf 6354; ClosChr 141,4; Lanc 98,11    2.3 ‘mit jmdm. schlafen’ an varendeme wîbe [...] mach die man nôt dûn unde sîn lîph verwirken, ob her se ân iren dank belegit SSp 135,22; bôsheit dranc / in zu sulchir virne, / daz er eine dirne [...] unkûschlich mit gewalt belac NvJer 26009; nu wizzet, liebiu muoter mîn, ich belige den knaben werden Neidh SL 2:6,4; (vgl. jedoch Wießner, Komm., S. 6)

MWB 1 562,48; Bearbeiter: Diehl

belîmen swV. ‘etw. (mit etw.) bekleben’ ich sprach niuwelîche, wes schult daz wære, daz der mensche des niht ensmecket und sprach, ez wære des schult, daz sîn zunge belîmet wære mit anderm unvlâte Eckh 1:387,6

MWB 1 563,21; Bearbeiter: Diehl

belîp stMN. ‘Bleibe, Ruhe’ binden / wolt er den geist in sînen lîp, / sô daz er stæteclîch belîp / bî im haben müeze Reinfr 21472; minn hertze bi mir hat kain belip / vnde strebet allewent hin zuͦ ir JvKonstanz A,2434/20; JMeissn A 1:25,17

MWB 1 563,26; Bearbeiter: Diehl

belîpnisse stN. ‘Aufenthalt, Bleibe’ daz ewige himelrich, / daz erbere blipnis Secret 799; daz im sin gevangnúst dest lichter wurdi, als er sich selber dú x jar ane isen hate in geschlossen nah blipnust in der capell Seuse 60,11. 159,16; ze einer steten belibnust so haben wir das vorgnant selgereit gerihtet und geordenet UrkBaden 10 (a. 1344)

MWB 1 563,31; Bearbeiter: Diehl

belisten swV. ‘etw. durch list abwenden’ het ich her Salomônes sin, / ich künde ez niht belisten, / [...] / ez muoz in tôdes kisten / mîn lîp dort êwiclîchen sîn Kolm(B) 116,12 (1KonrW/7/503)

MWB 1 563,38; Bearbeiter: Diehl

belit stSubst. ‘Pappel’ (vgl. AWB 1,871): populus: belit vel albare SummHeinr 1:180,133; populus: alber, huius genera duo sunt: altera alba, altera nigra: belit ebd. 2:45,234

MWB 1 563,42; Bearbeiter: Diehl

beliuhten swV. 1 ‘jmdn./etw. beleuchten, erhellen’
2 übertr.
2.1 ‘jmdn./etw. erleuchten’
2.2 ‘jmdn./etw. erwähnen’
   1 ‘jmdn./etw. beleuchten, erhellen’ iz ne beluchte nie chein lith Roth 3579; die brâhten lieht von himel dar, / dâ mite belûhten sie / ir vrouwen ûf der erde hie KvHeimHinv 681; daz allerminste [...], daz ie beschinen oder beliuhtet wart von disem liehte Eckh 3:260,11; darumme sal der mensche flizicliche beluchtin sine fimf sinne, daz si icht inbrengin daz der sele schedelich si Parad 78,16; Minneb 2410. – zur Bezeichnung der Einzigartigkeit ‘der je das Licht der Welt erblickte’ (vgl. beschînen): bezzern schilt deheinen belûhte nie der tac NibB 1702,2; so schone maget, so schone kint / bewewete nie der win [l. wint ] / noch en beluchte nie die svnnen schin Herb 16476; RvEWh 14015; lieber liep beliuhtet niht diu sunne KLD:Kzl 15: 3,10; diu welt nie beluht / so manigen wunderlichen man / bi ain ander WhvÖst 16336. 8455    2 übertr.    2.1 ‘jmdn./etw. erleuchten’ mit der genaden blicke / hat unser lieber herre got / nach siner tugende gebot / Dominicum alhie belucht Pass III 372,53 u.ö.; daz got durch sine gute / des menschen gemute / zu rechtem wege beluchte MarLegPass 19,9    2.2 ‘jmdn./etw. erwähnen’ daz gvͦet daz vor belævchtet ist, daz habent si alles verchavft StiftZwettl 261; mit den gezivgen, die da bi sint gewesen, die auch hie beloͤvcht vnd benant sint UrkCorp (WMU) 2505,31

MWB 1 563,46; Bearbeiter: Diehl

beliumden swV. auch beliumunden. ‘jmdn. (wegen einer Sache) verleumden, in schlechten Ruf bringen’ kom einer sîner [des Apothekers] krâme bî / nâch gifte, der beliumt niur sî, / und der sî ein arcwænic man, / daz er den lâze scheiden dan / und im versage HvBer 7635; SchwSp 105a. – mit Gen.: ist daz ein man den andern beliumundet boeser dinge, daz er im sinen liumunt boesert, daz ge an sin ere StRAugsb 111,3; der den andern beliumundet boeser dinge ebd. 5,4. – mit Präp.: ist er é belvͥmedet mit der dinge deheinen SchwSp 105a; wirt aber iemen beliumt umbe die vorgenanten schulde StRAugsb 163,12. – mit Obj.-Satz: dise [Herzogstochter] belumete einen heiligen dyacon daz er solte wider iren willen sú alsus besweret haben ElsLA 696,14

MWB 1 564,9; Bearbeiter: Diehl

beliuten swV. belûten

MWB 1 564,25;

beliutern swV. ‘jmdn. läutern’ biz daz si von der barmhertzkait gotes und von gemainem gebet baz beliutert werden EbnerMarg 38,17

MWB 1 564,26; Bearbeiter: Diehl

bëllære stM. ‘bellender Hund, Kläffer’ er kaller, er beller, er vederspil, / daz grimmet und doch niht vahen will Jüngl 921

MWB 1 564,29; Bearbeiter: Diehl

belle stF. ‘Gesäßbacke’ (hierher oder zu 2bal?, vgl. afterbelle, arsbelle): so sal man iz legen also warm hinden uf den rucke vnde an di stat da di belle an di lenden gen SalArz 59,23; Renner 7350

MWB 1 564,32; Bearbeiter: Diehl

belle (?) F. bëllen

MWB 1 564,36;