Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brûnen - brunnen    


brûnen swV. s.a. briunen swV. 1 ‘braun, dunkel werden’
2 ‘funkeln, leuchten’ , vom Smaragd
   1 ‘braun, dunkel werden’ do sich ir brustel dreten [runder wurden] , und ir reid val har begunde brunen, / do huͦp sich in ir herzen hochgemuͤte JTit 694,2 (= Tit 36,2 ); ir klarheit muͤst vor jamer lihte brunen! JTit 2464,4; geswîget Muot [Allegorie eines Jagdhundes] , daz bringet mir die krenke, / mîn blenke müeste brûnen Hadam 234,6    2 ‘funkeln, leuchten’, vom Smaragd: der rechte geardete smaract, / swen her in reinem golde stract, / so vorgruen [l. vergrüenet ] her [übertrifft er an Grünheit] [...] / als [= alles ] irdisch dinc daz gruen is, / wen her von der grunheit brunet HeslApk 7933

MWB 1 1047,19; Bearbeiter: Tao

brûnet stM. brûnât

MWB 1 1047,32;

1brunft stF. zu brinnen stV. 1 ‘Funke’
2 übertr. 2brunft stF. unter 2
   1 ‘Funke’ alsus der strît gie webende / hin und har mit sigenunst [Hs. sigenunft ] . / von wildem fiure manic brunst [Hs. brunft ] / ûz helmen hert von swerten stoup Reinfr 20482 (vgl. O. Jänicke, ZfdA 17 [1874], 517 und DWB 11, 2648)    2 übertr. → 2brunft stF. unter 2

MWB 1 1047,33; Bearbeiter: Tao

2brunft stF. zu brëmen stV. (vgl. Kluge, 154; Pfeifer, EtymWB, S. 176). – swF. BdN 124,20. 1 ‘Gebrüll, Geschrei’
2 ‘Brunst, Brunstzeit’ (wohl mit 1brunft und brunst stF. vermischt; vgl. auch Dalby, Mediaeval Hunt, 39)
   1 ‘Gebrüll, Geschrei’ dar nach hebt sich ein braht, / mit rumen [= ruomen ‘Prahlen’] und mit guͤten [l. giuden ] brünft HvNstGZ 5486. windes ~ ‘tosender Sturm’ sich hât ein windes brunft [: kunft ] / in dem mer ûf geblæget / und kam dô har gewæget / mit starkem sturmwinde Reinfr 27398    2 ‘Brunst, Brunstzeit’ (wohl mit 1brunft und brunst stF. vermischt; vgl. auch Dalby, Mediaeval Hunt, 39): der hirz [...]. / ern was nicht in der rechten brunft HvFreibTr 2402; daz ein grefe von Hennenberg reht habe drystunt zuͤ iagen: vnd daz ist eyns in der veiste, daz ander in der roͤte, daz dritte in der bruͤnft UrkWürzb 39,277 (a. 1326); wenne seiner [des Kamels] prünften zeit ist, daz ez unkäuschen wil BdN 124,20; der gaiz pöckel habent grôzen krieg umb die gaizel, wenn si in der prunft laufent ebd. 128,35. – in Vergleichen: sin ros fuͦr als ain hirz in brunft, / daz ward er [König Wildomis] galumpiern WhvÖst 10150; als ain wilder hirs uz brunft, / sus kam gevarn in den strit / kuͤnc Sar von Asya ebd. 17756

MWB 1 1047,39; Bearbeiter: Tao

brûngevar Adj. s.a. brûnvar . ‘braun, schwarzbraun’ sîn [des Pferdes] hâr was im brûn gevar, / von wîzem schûme drûfe gar / als ez eines winders wære besnît Wh 59,9; sîns [Jesu] wolgestalten houbtes hâr / linde was und brûngevar [ niger ] / und ze guoter mâze lanc WvRh 6205

MWB 1 1047,62; Bearbeiter: Tao

brûnieren swV. ‘etw. glänzend machen, polieren’, nur Part.Prät.: er [Schild] was aber gebrûnieret, / mit lûtere gezieret / reht alse ein niuwe spiegelglas Tr 6611; sîn niuwer schilt von silber wîz / sô wol gebrûnieret was KvWPart 15187; auff dem perg [...] / ligtt ain schones kastell / [...] mit rotem gold ubertragen, / wol geprunirt und geschlagen HvNstAp 1048; ir liechte varb kridenwis / die ist so gar durch ziret, / durch glantzet und bruniret Minneb 1948

MWB 1 1048,4; Bearbeiter: Tao

bruni(g)e stswF. brünne

MWB 1 1048,14;

brûnît stM. brûnât

MWB 1 1048,15;

brunken swV. Bed. unklar, ‘zur Schau stellen, zeigen’ (Lexer Nachtr. 107)?: di spilere, / di snodin unkuschere. / [...] si werdin dicke trunkin, / virretnis si ouch brunkin [Verrat treiben?] PfzdHech 344,30. – im Zusammenhang mit der Erläuterung der Züge der Königsfigur im Schachspiel verwendet: und wen in stritis getwangin / der kung wurde gevangin / adir wurde do irslagin, / sin volc muste gar virzcagin. / dorum di rede ist gebrunct / daz he get og uf ein punct. / idoch ist he also gesit / daz he alum und umme trit / zcu der sitin, hindin und vort / ufz neste velt und uf den ort PfzdHech 358,12

MWB 1 1048,16; Bearbeiter: Tao

brunlich Adj. wohl zu brunne . ‘aus der Quelle kommend, rein, lauter’ (oder zu brûn ‘glänzend’): ein keiser heißt ein keiser, das er kiesen sal / das recht; unrecht, gewalt verstoßen hin zutal; / ein brunlich recht sal durch sin herze fließen Mügeln 26,3 (vgl. Anm. z.St.)

MWB 1 1048,29; Bearbeiter: Tao

brûnlûter Adj. ‘glänzend hell’ her [Helm] was lieht und wol getân, / brûnlûter als ein glas En 5705 (vgl. lûterbrûn ebd. 8800 ); sin helm brûnlutir stâlin / mit lîstin wol gezierit Athis E 102; ir harnasch [...] / brûnlûter als ein zin UvZLanz 8884; brûnlûter was ime daz hâr Tr(M) 3334

MWB 1 1048,35; Bearbeiter: Tao

brûnlûtervar Adj. wie brûnlûter : brûnlûter [La. brun lutervar ] was ime daz hâr Tr(M) 3334

MWB 1 1048,41; Bearbeiter: Tao

brunn|âder, burnâder F. ‘Quelle’, bildl.: dv [Maria] bist di lebinde burnadre, / uze dir der rinne floz allir gnade Litan 293; von dînem reinem lîbe vlôz / ein brunnader alsô grôz, / sît dich genâden nie verdrôz KvHeimHinv 1206

MWB 1 1048,43; Bearbeiter: Tao

brunnære stM. ‘Brunnenbauer’ oder ‘Brünnenmacher’, als Beiname: Heinriches des Brvnners hube UrkCorp (WMU) 365A,37,43. 399,17 u.ö.

MWB 1 1048,48; Bearbeiter: Tao

brünnære stM. ‘der brünnen anfertigt, Harnischmacher’ man vant ouch dâ zuo der stunde, / swer iht hantwerkes kunde: / [...] brunnære, / sarwurken und schuostære, / satlær, becken unde smit Ottok 35026; Helbl 2,1263

MWB 1 1048,51; Bearbeiter: Tao

brunne, burne swstM. auch bronne, born; einmal stF. ( HistAE 710 ). 1 ‘Quelle, Brunnen’
1.1 allgemein
1.2 sprudelnde, fließende Quelle, Quellbach, Fluss
1.3 gefasste Wasserquelle, ‘Brunnen, Zisterne’
2 ‘Quellwasser, frisches Wasser’
3 ‘Quelle, Ursprung’ (meist allegorisch von Gott, Christus, dem Heiligen Geist, Maria etc.)
4 ‘Harn’
   1 ‘Quelle, Brunnen’    1.1 allgemein: er irbeizta bî einem brunnen Gen 965; er [Adler] gahet zeinem brunne, / er badet sich dar inne Hochz 589; da bi ist ein burc, heizet Garama. da inne ist ein burne Lucid 35,13; kalt und vil reine / ist der selbe brunne: / in rüeret regen noch sunne, / nochn trüebent in die winde. / des schirmet im ein linde Iw 569; ein beckîn, / dâ sol wazzer inne sîn / eines quellegen brunnen Volmar 681; von den wunderleichen prunnen [Kapitelüberschrift] BdN 482,2    1.2 sprudelnde, fließende Quelle, Quellbach, Fluss: von den brunnen, / die in paradyse springent VEzzo 89; VMos 6,2; ähnl. Lucid 19,5; dâr môste wir scowen / manigen edelen brunnen, / der ûz den walde quam gerunnen / lûtir unde vil kalt SAlex 5185; ein brunne ûzem velse schôz Parz 508,17; den schilt er leite nider, aldâ der brunne vlôz NibB 978,2; dâ vlôz ein fonteine, / ein vrischer küeler brunne, / durchlûter als diu sunne Tr 16739; daz bechelîn, / daz von dem brunnen dâ gât ebd. 14433; des küllen brunnen bach GTroj 2019; ains brunnen fluss ebd. 9819; der brunnen ursprinc truckent niht RvEBarl 6171; die päch fliessen ab den pergenn, die prünnenn über sich wallent HvHürnh 37,5. – übertr. auf das strömende Blut: der slac sanc in die siten linge [linke Seite] , / lunge, miltz do uz im viel, / dar nach ain brunne bluͦtes wiel / uz hertz und uz adern WhvÖst 8402    1.3 gefasste Wasserquelle, ‘Brunnen, Zisterne’: der brunne was gemeine bedecket mit eineme steine Gen 1267; vmme den bvrnen was iz also getan, / so ein aymer begonde in gan, / daz der ander vz gie ReinFu K,933; einen brunnen graben Lucid 38,11; LvRegSyon 3422; der [ wurm ] irdranc alli di brunni, / di dir in der burch warin; / di cisternin wurdin leri LobSal 60; in der alten ê geschriben stat: ‘hat ain man ain cysternen, der sol si bedeken; tuͦt er des nit, vallet sines nach geburen rint dar in oder sin schâf, er sol es gelten’, won er sinen brunnen nit wol bedakte PrGeorg 3,33 (vgl. Ex 21,33f.); das [ gevæze ] gesenkit in eynen born odir in eyne cysterne Pelzb 132,29; mitten in den [l. dem ] prunne stet, / da der prunne auff get, / ain ziborne [Ziborium, Hostienkelch] von golde HvNstAp 12973    2 ‘Quellwasser, frisches Wasser’ swel sieche dez burnen getrinket, der wirt gesunt Lucid 38,2; den brunnen schepfen AvaLJ 66,4; der künec Artûs nam in die hant / daz becke [...], / und schuof ez vollez brunnen Iw 2531; daz man si mit dem brunnen vil dicke dâ vergôz NibB 1066,3; dy stede begizen myt fryszen bornnen OvBaierl 22,25; giuz ûf den stein [...] des brunnen ein teil Iw 595; dô er den râm von im sô gar / getwuoc mit einem brunnen Parz 186,3; du solt ris nemen vnd suͤde ez in eime brunnen BvgSp 5; der guͦten mete machen wil, der werme reinen brunnen ebd. 14; daz ir gote niht kunnen / win machen uz dem brunnen Rennew 18042. – von geweihtem Wasser: der pabis segenete den brunnen TrSilv 291; Lucid 120,7; dise heiden woͤllen gar taufen sich; / [...] gip her den brunnen und ein buͦch! Rennew 8771; uon deme babise Urbane / wart er siner sunde ane / in deme toufliche brunne Litan 1080; also versuochest du [Maria] si gar / diu din tugent widerbar / in des toufes brunnen KvWGS 1071; WhvÖst 15909. – bildl. (vgl. auch Pos. 3): do getrank er des vil heiligen brvnnen der gotheit Spec 28,10; Christ, der ein brunne ist des êwigin guͦtis. der des brunnin getrinchit, den gedurstet nimmir mêre ebd. 41,15; so wil ich bittin dich [Gott] dastu / begiezest mine sinne nu / mit dem brunnin dinir wisheit RvEWchr 69; dyn hertze moesses nemen vromen / dat du des bornes drincken salt / die [= der ] alre suͤesden [Gen.Pl. von süezeden stF.] hait gewalt MinneR 497 43; (für Tränen:) die trahene dar in runnen, von ir herze spranch der brunne AvaLJ 174,3. 82,5    3 ‘Quelle, Ursprung’ (meist allegorisch von Gott, Christus, dem Heiligen Geist, Maria etc.): herre got, himlischer vater, dv bist ein lebentiger brvnne allez gvͤtes, von dem vns alle gnade flivzzet DvAPatern 3; uwer sele hat gedurstet nach gote, dem lebeden brunnen HlReg 23,2; er [Gott] ist ain ursprung und ain brunne aller tugend von dem sint aller hailigen tugend geflossen PrGeorg 43,27; loͮfen zvͦ dem lebintigim brunnen, dem heiligim Crist Spec 9,23; Jhesus der gnaden bronne HvNstGZ 4521; wande dv [der Heilige Geist] heizis wistumis brunne, / ein sluzil der irbarmunge Litan 139; der hailig gaist ist ôch in der sele als ain brunne. der kuͤle brunne der loͤschet den durstigen PrGeorg 58,30; sancta Maria. / brunne besigelter, / garte beslozzener MarldM 64; Spec 93,19; Maria, stella maris, / [...] burne des paradises, / dan uns du genade uz gefloz MarldA 231; PrGeorg 48,29; der [Antichrist] ist ein uater aller ubermoͮte, ein brunne alles unrehtes Spec 112,8. Apolle und die Camênen, / der ôren niun Sirênen, / [...] die gebent ir sinne brunnen / sô volleclîche manegem man Tr 4876; mîner sælden meiewunne, / tuo genâd an mir nu schîn, / sô daz mir belîbe / stæt der fröiden brunne SM:Ro 3: 3,10; daz ez [Herz] ain prunn und ain ursprinch ist der kreften aller andern glider BdN 26,1; si [Sonne] ist ain prunn oder ain ursprinch der hitz ebd. 58,19    4 ‘Harn’ daz muoz ich an dem brunnen sehen, / sô kan ich dar nâch reht spehen, / wie ich iu dar nâch erzen sol, / daz sich ich an dem brunnen wol EnikWchr 14899. 14902; HvNstAp 1946; daz sibend [Zeichen der Schwangerschaft] ist, daz diu frawe irn prunnen ze stunden niht wol gehaben mag BdN 38,33; sich sînes brunnen benemen ‘sich seines Harns entledigen’ ebd. 108,18

MWB 1 1048,56; Bearbeiter: Tao

brünne stswF. auch bruni(g)e, bronie ( Roth 3449; Karlmeinet 414,42. 415,44. 456,2 ). – ‘Brünne, Brustpanzer’ (vgl. Schultz, Höf. Leben 2,40ff.): sîn brunie was hurnîn vil vast SAlex 1305; eine brünje hêt er an geleit / über einen wîzen halsberc, / daz was heidenischez werc / von breiten blechen hürnîn Wig 7371; ir brunigen waren drilihe Rol 4664; her troch eine brunien guldin Roth 1108. 2704; ähnl. NibB 428,4; ir vil liehten brünne ebd. 66,3. 406,2. 1775,3; (snê)wîze ~ Roth 686. 3449. 4108; NibB 79,3. 188,2; Ottok 62223; eine brunien uaste Roth 3507; uil waich ist din brunne Rol 4408; halspergin unti brunigvn Anno 8,9; GTroj 8298; eine ~ anlegen Wig 7371; tragen Roth 686. 3507; NibB 1775,3; vüeren ebd. 79,3; fiunfzec tûsent manne, / mit brunnen bevangen Kchr 7313; dô sluoc der herre Irnfrit den küenen spileman, / daz im muosen bresten diu ringes gespan, / unt daz sich beschutte diu brünne fiwerrôt NibB 2072,3; die brünjen sich entranden, / daz sich die ringe zecluben / und die wâfenrocke stuben / harte wîten umbe sie UvZLanz 4500; die ~ zertrennen Kchr 5218; WhvÖst 16390; er kloup im brünje und îsengwant Wig 7658; jmdn. durch eine ~ slahen NibB 2296,1. 188,2. – bildl.: er [Gott] leit an fleiskliche brunne / durh allez mannes chunne, / daz er nah champfes site / mit dem viande strite Wernh D 2521; gurtet vch mit der minnen, leget an vch die bruͦnige der gerechticheit, vor alle ding nemet an vch den schilt des geloubn, da mit ir muͦgt erleschen die vurigen schoz des tuͦuels PrLpz(L) 91,40

MWB 1 1050,43; Bearbeiter: Tao

brunnech stN. ‘durch viele Quellen versumpftes Land, Moorland’ jenhalp diu Tuͦnawe tailet sich / in siben strangen stark / durch die nidern mark: / do rinnet si durch ein brunnech / daz wild ist und do manic tech [= tîch ‘Teich’?] / von grozen roren inne stet WhvÖst 919

MWB 1 1051,11; Bearbeiter: Tao

brunnegrabe swM. ‘Wassergraben, befestiger Wasserlauf’ von dem vôrstwege den prunnegrabn her nider vntz in die Liesnickh [Liesing] UrkCorp (WMU) 1118,11

MWB 1 1051,17; Bearbeiter: Tao

brünneholz, burneholz stN. s.a. brennholz . ‘Brennholz’ alliz daz burneholz sal man koufin mit phenningen vnd mit shærvin, die da sint geworcht des jaris zv Erforte UrkCorp (WMU) 1161AB,9,5,7,3. N412,29. 679,32; borneholtz StRHeiligenst 89; [sie] haben reht zu hauͤwen kaltholtz [das nicht zum Bauen geeignete Holz, vgl. O. Böhme, Germ. 30, S. 118f.] vnd brunneholtz. jtem sy mugen auch hauwen buͤholtz zu irem selbis buwe UrkWürzb 39,278 (a. 1326). 41,126 (a. 1345); er [...] mag derselben holtzer nützzen, als vil er der ze brünneholtz und ze pawen ze seinem haus bedarf UrkLudw 199 (a. 1342 kopial)

MWB 1 1051,21; Bearbeiter: Tao

brunnekîn stN. ‘Spritzer’ (vom Wein beim Ausgießen in eine Schale): vnd wen man yn gust in di schale vnd di bornichin vf spryngin obir dy schale, der stet czu lobin vnde mak lange weren. Pelzb 139,28

MWB 1 1051,34; Bearbeiter: Tao

brunnekrësse, burnkrësse swM. ‘Brunnenkresse’ (vgl. Marzell 3,301ff.): strucion heiset burnkresse zu dute Macer 43,1; burnkresse gestosen und den wiben an di heimeliche stat gebunden, loset si von dem toten kinde ebd. 43,5; swo sich ein bose blater erhebet, da sol man nemen burncressen saf unde girstinmel unde honec ebd. 43,7; nasturcium aquaticum: brunkresse VocOpt 50.213; grüen als ein burnekresse / fuorte ein ritter einen schilt KvWTroj 31338

MWB 1 1051,39; Bearbeiter: Tao

brünnelîn stN. Dimin. zu brunne . ‘kleine Quelle, kleiner Bach’ nu gesach er eine lachen sweben / smal unde mâzlîche grôz, / in die von einem velse vlôz / ein küelez cleinez brunnelîn Tr 9081; ein vôrest und ein grüener walt / nâch an den anger stiezen, / dar ûz sach man dâ fliezen / bech unde manic brünnelîn KvWTroj 1151; pey ainem kulen prunnelein, / da wolten sy di nacht sein HvNstAp 10286. 8557 (La.); ain chlaines prunnlein ist gewahsen in ain grozzez wazzer [vgl. Est 10,6. 11,10 ] MvHeilFr 31; BdN 359,2. – unklar, ob eine kleine Quelle, ein kleiner Bach oder Brunnen gemeint ist: alse der wasserual gat an Veringer staige ze deme brúnnelin ze der alten múli UrkCorp (WMU) 738,22

MWB 1 1051,49; Bearbeiter: Tao

brunnemeister stM. ‘Brunnenmeister, Brunnenaufseher’ ein gvͦt, das der brunnemeister hatte UrkCorp (WMU) N675,12

MWB 1 1052,1; Bearbeiter: Tao

brunnen swV. ‘Harn lassen, urinieren’ allez gefügel mangelt der plâsen, wan si prunnent niht, dar umb, daz ir fäuhten sich verkêrt in der vedern nâtûr BdN 34,24

MWB 1 1052,4; Bearbeiter: Tao