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ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
      bronie stswF.
      bronne swstM.
      brort stM.
      brôscheit stF.
      brosem, broseme, brosme stswF.
      brosemen swV.
      brosemlîn stN.
      brosenære stM.
      brot stN.
      brôt stN.
      brôtbanc stF.
      brôtbeckære stM.
      brôtbeckærin stF.
      brôtbecke swF.
      brôtbecke swM.
      brôtbeckenstiure stF.
      brôtbeschouwære stM.
      brœtelîn stN.
      brœten swV.
      brôteshalben Adv.
      brôtëʒʒære stM.
      brôtëʒʒe swM.
      brôtgaʒʒe swF.
      brôtgeschouwe swM.
      brôthalle swF.
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   bronie - brôthalle    


bronie stswF. brünne

MWB 1 1025,54;

bronne swstM. brunne

MWB 1 1025,55;

brort stM. 1bort

MWB 1 1025,56;

brôscheit stF. zu mnl. broosc, brooscheit (MNW 1,1457) und mnd. brôsch, brôsheit (Schiller/Lübben 1,432). ‘Schwäche’ dat uns ir [der Teufel] bosheit niͤt mer enschade, / noch ir bekorung niͤt mer enlade, / dan uns broscheit müg gedragen MarlbRh 56,13

MWB 1 1025,57; Bearbeiter: Hoffmann

brosem, broseme, brosme stswF. auch brosam ( Bauernh 235). ‘Brosame, Krümel; Stück Brot’ – häufig im Pl., v.a. in Bibelübersetzungen (für lat. micae und fragmenta): lâ mir die brosmen kleine / die von dînem tische komen / ze mîner nôtdurfte vromen / und heiz si mir ze spîse geben KvWAlex 590; RvEWchr 17351; so muͤgen doch die huͤndelin der broͤsem [ de micis Mt 15,27] ezzen, die da vallent ab ir herren tische PrOberalt 63,13; AvaLJ 72,4; Tauler 40,25; SHort 3916; unde [der arme Lazarus] begerte sat czu werden von den brosmen [ saturari de micis Lc 16,21] dy vylyn von dem tysche des richen mannes EvBerl 103,29; Spec 41,29; PrOberalt 119,30; RvEBarl 3374; unde wrden geuullet zwelf chorbe mit brosmen [ duodecim cofinos fragmentorum Io 6,13] , die da uber wrden Spec 148,2; Wernh 5450; PrOberalt 69,11; PrEls 58,24. – im Sg.: ouch ist guͦt ein brosme brotes geweichet von korianderz saffe. das vertribet bose hitze, swor is uf geleit wirt Macer 30,7 u.ö.; SalArz 9,29; BvgSp 80; als [...] im die prosem an dem part hangt: / es hett ein henn ein mal daran Teichn 726,70; Bauernh 235. – ‘der weiche, innere Teil des Brotes’ dem der munt stinke, der nem ein gebetez [geröstetes] brot ruchines [ = ruckînez ] und hol di brosin alle uz und fulle di rinten honges BenRez 27; die juden die daz gantze brot habent, die nagent die rint; so ezzen wir die innern brosem, wan wir di hiligen schrift geistlich versten PrOberalt 63,24; der ain brosemun lait in win alde in honic, so durh ulúzit daz honic die brosemun, dc sie rehte uol wirt PrGeorg 185,10 (La.). – ~ von Brot oder Erde als Notkommunion (vgl. Röhrich 2, 578-580): sô sprichet etelîcher an dem velde, sô man in wil hâhen [...]: ‘nein! daz mir unser herre werde, gîp mir einen brôsemen in mînen munt oder ein erden [...]’ unde wænet dâ mit gotes lîchname enpfâhen PrBerth 1:303,12; si liezen in sîne bîhte / [...] dô sprechen. / einer begunde brechen / ein brôsmen von der erden: / dem vil gar unwerden / gap er si zeiner stiure / für daz hellefiure / und hiengen in an einem boum Helmbr 1905; UvLFrd 544,1. – bildl.: got manegen dienst enpfâhet, / daz tôren gar versmâhet: / die brosmen sint vor gote wert, / der nieman obe dem tische gert Freid 4,24; die brosmen guͦter gedaͤnke PrGeorg 89,13

MWB 1 1025,63; Bearbeiter: Hoffmann

brosemen swV. ‘etw. zu Brosamen machen’ dar nach wart is [ korn ] zu der mulen getragen / und viel anders dan gewonlich waz gemalen; / [...] da wart gemalen und gebrosemet, / geqwetschet, betruͤbet und gepyniget Pilgerf 2705

MWB 1 1026,46; Bearbeiter: Hoffmann

brosemlîn stN. Dimin. zu brosem, bildl.: daz dû daz aller minniste brosmelîn lâzest vallen in mîne sêle, daz mîn hungerigiu sêle enpfindende werde der himelischen wirtschefte DvASchr 374,28; er lat úch och geniessen / der grundlosen guͤeti sin / und raiset uch ain brosemli / hin von den genaden tischen SHort 3568; Tauler 317,23. – zur Verstärkung der Negation: was si [ ordnung der heiligen cristenheit ] gebiutet ze tuon, das man das tueg [...] und niut das minst brösemli underwegen lasz PrWack 207,217

MWB 1 1026,51; Bearbeiter: Hoffmann

brosenære stM. phrisemære

MWB 1 1026,62;

brot stN. ‘Fleischbrühe (lat. ius); Brei, Mus (lat. iutta)’; zu den lat. Entsprechungen in Glossen vgl. AWB 1,1413f.: iutta: brot. ius coquinȩ magistri dixerunt, quia lex est condimenti eius. hanc Greci zema dicunt SummHeinr 1:338,340; ius: broth latine, zema grece. iutta muͦs ebd. 2:91,89

MWB 1 1026,63; Bearbeiter: Hoffmann

brôt stN. 1 ‘Brot’
1.1 allgem.
1.2 mit Angaben zu Getreidesorte, Beschaffenheit oder Zubereitungsart
1.3 in paarigen Ausdrücken
1.3.1 ~ und wîn als Hauptbestandteile einer Mahlzeit
1.3.2 wazzer und ~ , v.a. als Bußleistung ( vasten ze wazzer und ze ~ ) und als Nahrung Gefangener
1.4 phras.
2 ‘Essen (als Gegensatz zu Trinken), Nahrung; Mahlzeit’
2.1 eigentl.
2.2 übertr.
3 ‘Lebensunterhalt, Auskommen’
3.1 in verbalen Wendungen: sein ~ gewinnen / vristen / erjagen / verdienen u.ä.
3.2 zur Bezeichnung einer Hausgemeinschaft oder eines Dienstverhältnisses
4 ‘Brot’ als Verkörperung des Leibs Christi in der Eucharistie
5 als bildl. Negationsverstärkung in niht (umbe) ein (halbez) brôt ‘überhaupt nicht(s)’
   1 ‘Brot’    1.1 allgem.: des libs spis ist daz brot und ander ezzen PrOberalt 59,38; der alle die edel spise hette die die welt hat, ane brot, si enwere nút essig noch lustlich noch nútzlich Tauler 280,5; daz prôt, daz kümt von dem melw des korns BdN 403,2. ~ brechen/snîden: des brôtes si sament brâchen Gen 1479; brechunge dez brotis Lucid 81,16; afftermales [...] enbeiß sie nymer brotes, er schnit es ir, noch dheins dranckes, er schenckt irs Lanc 90,34. 397,25; swelh man daz brot legt an den lip / und snidet sam diu kranken wip TannhHofz 73; es [das Schwert] schneyt sein horen [Hornpanzer] als ain prot HvNstAp 5261; Roth 2516. – im Pl. ‘Laib Brot’ er satte si von fuͤmf broten und von zwein vischen PrOberalt 135,37; Orth div mvͦl giltit [...] ahte kæse, zwelf brot, fvnf gense UrbBayÄ 740,a; guͦter brot fumf hundert UrkCorp N749B,27    1.2 mit Angaben zu Getreidesorte, Beschaffenheit oder Zubereitungsart: daz si suln bachen sehsleie brot: der sol daz erste sin luteriu saemel unde daz daz trucken brot si StRAugsb 196,16; swen brôt von weize dunket kranc, / der mache bezzerz und hab danc Freid 132,10. – Weißbrot (s.a. schœnbrôt , sëmelbrôt , wîʒbrôt ): ein wizes brot, das eines phenninges wert sei UrkCorp 973,31; semelin brot BvgSp 70; ein wenic schoͤnes brotes ebd. 47; wan der ein [Teig] wirt schœne brôt, der ander wirt rûcher, der dritte noch rûcher Eckh 5: 424,8; daz ungepäutelt prôt [Brot von ungesiebtem Mehl] verschoppet [verstopft] den leip minner denn daz gepäutelt BdN 403,10. daz gemischte broͤt, [...] daz sol halb weizzin und halb ruckin sin WüP 90,2; swarzez brôt Wh 176,12; derbiz brot SalArz 9,31; reht slaehmaln [von einfachem Mehl] brot StRAugsb 196,18; chainerlay prot, weder sawrs noch suͤzz StRMünch 431,24. weyszen brot OvBaierl 109,36; ain prot von gantzem rogken StRMünch 433,24; guͦt girstin brot Tauler 146,11; daz brot daz uon hirse wirt SalArz 9,54. ein halp brot, / daz man da heizet gastel ─ / iz ist alumme sinuwel GrRud H 30 (s.a. wastël ); boͤllein brot sol man manoht machen NüP 81 (vgl. bolle1 ). unde sol daz brot allez wol gebachen sin StRAugsb 196,26; wo man auch zuͦ klein oder ungebacken broͤt vindet WüP 89,33; ez sol auch ain ieclich pecke alle tage neupachen prot vaile haben, er habe denne gnuͦc altpachens protes NüP 83; swelich pfister heimbacken broͤt becket ungewegen WüP 92,16; husbacken brot StRFreiberg 242,8. eyn geroͤstys brot myt salcze Albrant 2,7; ein rinden geroͤstes brotes BvgSp 29; ein gebetez [geröstetes] brot ruchines BenRez 27; gebetiz brot mit gebraten mandilkernin SalArz 51,21 (s.a. bæhen ). ein begozzen brot [mit heißem Fett beträufeltes Brot] StRRotenb 507; Freid 109,13d; Alph(Z) 309,1; dem [ chindel ] czem vil pas ein ringe speis / von gemues in solher weis: / ain huͦn und ain begozzebrot, / da jechent sy, daz sy sin tot Teichn 533,47. 663,44 (s.a. begieʒen ).    1.3 in paarigen Ausdrücken    1.3.1 ~ und wîn als Hauptbestandteile einer Mahlzeit: da mac kein wirtschaft sin, / da ensi guot brot unde win TannhHofz 216; der riche kaysser da gebott / daz man win und brott / uff trüg nach gewonhaitt GTroj 7194; VMos 22,27; NibB 1689,2; BdN 469,29; vrowe, du soltest essen das allerschoͤneste brot und trinken den alleredelosten win Mechth 5: 23,80    1.3.2 wazzer und ~ , v.a. als Bußleistung (vasten ze wazzer und ze ~ ) und als Nahrung Gefangener: dô vastete sie drî tage zû wazzere unt zû brôte PrMd(J) 346,4; die tage, sô ime ze wazzere unde zu brôte gevellet ze vastene StatDtOrd 88,21 u.ö.; sîn vaste diu was allen tac, / und az êt wazzer und brôt StrAmis 1403; Wh 105,11; SM:Wi 9:14,5; Teichn 495,149. im was geschicket [im Kerker] alle tage / niht wan wazzer unde brôt UvZLanz 1695; wan sol jn gehalten gevangen vnde sol jme von der stat wassir vnde brôt gen vnzint an sinen dôt UrkCorp 1054,12; Mechth 1:3,17    1.4 phras.: sweme sîn wart slach oder stôz, / der nembeiz niemer mêr brôtes, / wander was des gwissen tôtes SAlex 1709; Lambegus begund fast sere zu lachen und sprach, er were genesen, wann das er nicht brotes eß noch wines trúnck [d.h. er sei tot] Lanc 90,10; din acker ist gesewet, din korn ist gesniten, din jungeste brot ist gebacken [dein Tod ist nahe] HlReg 43,25    2 ‘Essen (als Gegensatz zu Trinken), Nahrung; Mahlzeit’    2.1 eigentl.: herre, gib vns vnser tægelich brot [Vaterunserbitte] Spec 36,16; der mensch lebt alein des protes niht, er lebt aller maist dez hiligen gotes wortes PrOberalt 59,36 (Mt 4,4; weitere Belege TPMA 2,112-114); iz enist niht guͦt daz man der chinde brot neme und geb ez den hunden ebd. 62,35 (Mt 15,26; weitere Belege TPMA 2,111f.); verloren ist min brot, / das ich den fremden han gegeben in milde Mügeln 59,11. daz ist ein nôt, / herre, daz man iuwer brôt [Bewirtung] / mit dem lîbe zinsen sol Iw 6648; irn gesâzt nie über wirtes brôt, / derz iu mit bezzerem willen bôt Parz 279,21; ûf ein gras / wart gesidel und wîter rinc genomn, / dâ si zem brôte solden komn ebd. 803,26. umbe/nâch ~ gân, ~ beteln/biten gân u.ä. ‘betteln’ gekleidet als arme manne, die mit dem stabe umb ir brot gant Mechth 7: 57,25; HvFritzlHl 162,4 u.ö.; die armen kinder [...] súllen nach brot gon Tauler 213,8; er gie beteln umbe brôt / und treip daz stæteclîche / von rîche ze rîche Tr 3782; so gienc er beteln sin brot MarLegPass 24,331; e si von dem bosen [Ehemann] quæme / und einen biderben næme, / si gienge ê mit im bitten brot StrKD 86,21; e daz ich gê brotes biten / von huse zu huse Rennew 28157    2.2 übertr.: swâ man noch hœret lesen / ir triuwe, ir triuwen reinekeit, / ir herzeliep, ir herzeleit, / deist aller edelen herzen brôt Tr 233; die irn undertânen daz gaistleich prôt, daz ist gotes wort, niht pietent BdN 146,9    3 ‘Lebensunterhalt, Auskommen’    3.1 in verbalen Wendungen: sein ~ gewinnen / vristen / erjagen / verdienen u.ä.: mit sweizz dines antluͤtzes gewinnest du dein brot PrOberalt 159,34; Gen 483; Tauler 179,23; vnt gewan sin brote mit singenne VitasPatr 366,6; er hât wunderlîche sit, / dâ er sîn brôt vristet mit Wig 1938. 5299; daz er [der Ritter] nicht kunde eriagen brot / an alle sime erbe MarLegPass 24,34; ich han verdient mein prot, / [...] mit grosser not HvBurg 4891; och wolt ich gerne min brot mit minen henden verdienen Tauler 177,25; Mügeln 223,8. eigen ~ hân/gewinnen: chain lediger chnecht noch junger man und swer weib noch chint nicht hat und der auch nicht aygen prot hat StRMünch 469,4; daz chainer iemant, der nicht aigens prot hab, mer laz vorspiln [beim Würfeln verspielen] , den als teuwer daz gewant sei, daz er an hat StRBrünn 352; ich hân noch ze eigem brôte niht PrBerth 1:279,2; gewinne ich eigen brôt Neidh WL 11:7,7    3.2 zur Bezeichnung einer Hausgemeinschaft oder eines Dienstverhältnisses: mînes vater brôt / vuoret alsô manegen man, / der im nâch lône dienen kan RvEBarl 4260; welche iuncvrowe loufet uz ires vaters brote mit einem manne hinwec StRFreiberg 57,6. – jmds. ~ ezzen ‘zu jmds. Haushalt gehören, in jmds. Dienst stehen’ (s.a. brôtëʒʒe ): die hie sô lasterlîchen ezzent des fürsten brôt / unde im nû geswîchent in der grœzesten nôt NibB 2027,1; si und iriu chint und ir gesinde die ir brot ezzent StRAugsb 58,20; spilman [...] die herren habent in der stat der gesinde si sint und der brot si ezent ebd. 241,17 u.ö.; RvZw 138,1. ze jmds. ~ gân: daz chein purger cheinen chneht hab, wan di zv sinem prot gen vnd da er fvr antwrten welle UrkCorp 888,23; des vicetumis gesinde, die zv irme brode gen vnd die in irme hus slafin ebd. 1161A,30. in einem ~ sîn ‘zu demselben Haushalt gehören’ ob ein vater und seinew chint oder aydem oder pruͦder, vettern oder oͤhaim oder ander freunt in ainem prot waern StRMünch 475,23. 238,8. – jmdn. in ~ hân: swer einen kneht / oder ein dirne in sinem brot hat UrkCorp 3452,9; StRMünch 228,2. – im Sprichw. (vgl. TPMA 2,109f.): die alten sprüche sagent uns daz: swes brot man ezzen wil, / des liet sol man ouch singen gerne, unt spiln mit vlize, swes er spil TSchreiber(H) 12:2,13    4 ‘Brot’ als Verkörperung des Leibs Christi in der Eucharistie: daz selb brot, so daz gesegent wirt mit dem hiligen gotes wort, so wirt ez vil wærlichen des hiligen Christes lichnam PrOberalt 79,8; Christ, der himiliskez brôt ist, / âne daz nieman mag genesen Gen 2897; ih bin daz lebentige brot, daz von himele komen ist Spec 24,18; ein lebindiz brot vnde ein warir winrebe Litan 110; MarseqM 44; RvEBarl 16163; götlich brot MarlbRh 55,21; der engele brot Vateruns 139; der himel und der engel brot Mügeln 124,4. – in der etymologisierenden Übers. des Ortsnamens Bethlehem (s.a. brôthûs 2 ): Betlehem quût ein hûs des brotes, wan der heilige Christ ist ein brôt der waren minne Spec 143,26. 24,17; PrOberalt 31,27    5 als bildl. Negationsverstärkung in niht (umbe) ein (halbez) brôt ‘überhaupt nicht(s)’ ob dû den tôt lîden muost / unde daz niht gerne tuost, / sô ist dîn junger lîp tôt / und envrumet uns leider niht ein [La. vmb ein ] brôt AHeinr 1082; daz enfrumt niht umbe ein brot StrKD 68,37; op si [die Burg] suochten elliu her, / sine [die Burgbewohner] gæben für die selben nôt / ze drîzec jâren niht ein brôt Parz 226,22; ebenso PleierGar 771 und JTit 318,4; ern ruochet hiute, waz er tuot; / ern gæbe niht ein halbez brôt / umb uns noch umb sîn selbes tôt Tr 8669; ern aht aber niht vmb ein prot, / swaz man im kumbers gehiez Krone 7272; Kudr 843,2; nû merket, swer ze vil gedrôt, / den fürhtet nieman umbe ein brôt Freid 123,25. – Weitere Stellen I.V. Zingerle, WSB 39 (1862), S. 430f.

MWB 1 1027,5; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbanc stF. ‘Verkaufsstand für Brot’ wir wellen und setzen, daz man under den protpenchen und under den vlaehschpenchen niur prot und vlaehsch vail habe StRMünch 264,7; ez suln auch die pecken, die hie gesessen sint, kain brot vaile haben denne uf den brotpenken NüP 83; ebenso StRMünch 204,9; purkrecht [...] das sind heuser, tischstet, fleischpenk, protpenk, hofstet, und was darzu gehort StRWien 119; vnde sint dis die drie loͮba, dû inder Meizie, dû loͮbe bi dem spital vnd die brotbenke an dem vischemarkt UrkCorp 248A,24 u.ö.; des selben tages [während einer Hungersnot] wurdent alle brotbenke in der stat abgebrochen von dem gemeinen volke ClosChr 135,3; Vät 38564

MWB 1 1030,10; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbeckære stM. ‘Brotbäcker’ panifex: protpekker VocBV927 3:357,16. – in Verbindung mit Personennamen: nebent den reben hern Walthers dez brotbeckers UrkCorp N460,16. 1230,33. N691,19

MWB 1 1030,25; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbeckærin stF. ‘Brotbäckerin’ nu was gesezzen neben in / ein husbach [fürs Haus passend; vgl. Anm.z.St.] kluoge brotbeckerin Appet 316. 376

MWB 1 1030,29; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbecke swF. ‘Brotbäckerin’ panifica: protpeche VocBV926 3:659,5

MWB 1 1030,32; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbecke swM. ‘Brotbäcker’ panificus: brotbecko SummHeinr 1:286,244. 2:19,359; die mulen hant daz reht, daz alle die brotpecken von der stat suln da maln WeistGr 3,608 (a. 1253); wir verlihent dem schultheissen gewalt zvͦ setzinne meisterschaft vber die broͮtbeckin UrkCorp 1653,12; wer der brotbeken zunft unter in verbuͤrgen oder vergelten mag [...], dem sont si die zunft lihen StRÜberl 26; PrBerth 1:285,13. – als Teil von Personennamen (weitere Belege WMU 1,296): her Ber, der brotpecke an dem rintmarcket UrkCorp 293,19

MWB 1 1030,34; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbeckenstiure stF. ‘Abgabe der Brotbäcker’ die brotpecken suln geben ze meien sibenzehen vnze heller ze brotpeckensture, ze hornunge alseuil. dise brotpeckensture suln geben alle di ir wannen ze marckte setzent UrkCorp 29,2,3

MWB 1 1030,45; Bearbeiter: Hoffmann

brôtbeschouwære stM. ‘Aufseher über den Brotverkauf’ und waz ouch die selben brôtbeschouwer brôtes nement und absagent, daz selbe brôt sol man after des niht verkoufen StRMeran 416; und swer die brôtbeschouwer übel handelt, ez sî mit worten oder mit werken, der sol geben ze pêne fünf pfunt ebd.

MWB 1 1030,50; Bearbeiter: Hoffmann

brœtelîn stN. Dimin. zu brôt: daz da in aim schine ains broͤtlins verborgen ist dú hailig mentschhait und dú hailig sele PrGeorg 198,24; Seuse 291,30. das si alle ir tage mit dem vihe uf dem velde hetten gegangen und ir broͤtlin mit irem sweisse gewunnen hetten Tauler 200,18. 243,16. – Bezeichnung für einen Bäcker, nur als Teil eines Personennamens belegt (Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 110): svben mvtte rogen vnd svben mvtte gerstvn vnd sehs hvͤnre, die Abreht Broͤteli gap UrkCorp 1730,12

MWB 1 1030,57; Bearbeiter: Hoffmann

brœten swV. ‘jmdm. Brot verschaffen’ wir suln uns alle brœten, / den zadelwurm [Hunger] tœten, / der uns dicke hât genagen Helbl 3,247

MWB 1 1031,4; Bearbeiter: Hoffmann

brôteshalben Adv. ‘dort, wo jmd. seinen Vorteil findet’ ir sit ein smeichære. / an iwern worten ist wol schin, / ir welt broteshalben sin FabelCorp 22,104

MWB 1 1031,7; Bearbeiter: Hoffmann

brôtëʒʒære stM. ‘Angehöriger des Haushalts’ ensullin wir noch dikeyne unser brotezere beclaget werden DRW 2,518 (Mainz Erzstift/MünchenReichsArch; a. 1343)

MWB 1 1031,11; Bearbeiter: Hoffmann

brôtëʒʒe swM. ‘Angehöriger des Haushalts, Diener’ (vgl. brôt 3.2 ): het och ein man ein kint, daz sin brotezi is, also daz he iz nicht von umi gimutschart inheit [so dass er es nicht von sich getrennt hat] Mühlh 177,14; das chein purger chein zinsman noch dhein wremden man ze dinste hate [La. habe ] [...], er sei danne sein protezze oder sein mage oder sein geborn wrunt StRPrag 29. 11; lidlon [Arbeitslohn] eyns gedingeten protess SchöffIglau 110 u.ö.; StRFreiberg 259,22

MWB 1 1031,15; Bearbeiter: Hoffmann

brôtgaʒʒe swF. ‘Brotgasse’, als Straßenname: ein hvs in brotgassun UrkCorp N239,3(WMU); dis ist gezivg [...]Heinrich in brotgasse ebd. N239,16

MWB 1 1031,25; Bearbeiter: Hoffmann

brôtgeschouwe swM. ‘Brotbeschau’ wer och ze dem rat erwelt wird und wer och zuͦ dem brotgeschowen, zuͦ dem flaischgeschowen alder flaischschaͤtzen gesetzt wirt StRFeldk 144

MWB 1 1031,28; Bearbeiter: Hoffmann

brôthalle swF. ‘Verkaufshalle der Bäcker’ una mensa, in qua venditur panis, in foro communi, quod dicitur Under den broithallen UrkFrankf 2,79 (a. 1317)

MWB 1 1031,32; Bearbeiter: Hoffmann