brîsschüechel
stN.
Dimin. von
→
brîsschuoch
stM., hier ‘Klaue (des
Rinds)’
daz tier
[
wazzerpfärt
] hât
[...] gespalten füez und hât preischüehel
[La. clawen
] als ain
rint [
pedes fissos solulares (?) ut
vacca
]
BdN
237,1
MWB 1 1015,54; Bearbeiter: Hoffmann
brîsschuoch
stM.
‘Schnürschuh’
socular: brisschuͦch VocOpt
17.140;
sîne hosen wâren guot genuoc; / zwêne brîsschuoch er an truoc
Wig
1434;
MüOsw
2533;
prîsschuohe, hûben, gebildet hemde / wâren im [Adam]
biz an sîn ende fremde Renner
22755
MWB 1 1015,59; Bearbeiter: Hoffmann
brist
stM.
→
brëst
MWB 1 1016,1;
brîsvadem
stM.
‘Schnürband’
so treit manik edel kneht / sine kleider gar unreht: / sin prisvadem hanget
nider Jüngl
93;
er [Dietrich] wænet dâ ze Berne sîn, / mit kinden
spilen der tocken / [...] und in nâch trage ir prîsevaden
Virg
203,13
MWB 1 1016,2; Bearbeiter: Hoffmann
brit
stN.
→
brët
MWB 1 1016,7;
britânisch
Adj.
→
britûnisch
MWB 1 1016,8;
britel
stM.
selten auch brîdel ( Lanc und VAlex ),
breitel ( SAlex ) und breidel (
Lilie ).
‘Zügel’
frenum quod equos fremere cogat: britil SummHeinr
1:354,114.
2:95,217;
mit zovme unde mit britel [interl. zu in chamo et
freno
]
PsM
31,9;
Teichn
443,87.
–
Vestian daz ros entfienc, / [...] mit
einem breitele von golde / mit gesteine wol beslagen SAlex
391;
dem [
orse er
] alsô
genâhete, / daz er die hant zem brîtel liez / und den linken vuoz gestiez / wol
vaste in den stegereif Tr
7041.
– (ein Reittier) bî/mit dem ~ nemen/begrîfen:
unz im daz ros sô nâhen kam / daz erz bî dem britel nam Er
6728;
Philipp
1973;
Gawan sprang einsitt und begreiff das roß mit den brideln,
so das es off synen hehsen bleib siczen Lanc
546,5.
602,22.
– bildl.:
daz er [Gott] sinen satel auf uns
ruch ze legen, daz sint die hiligen tugent, [...] und sinen
britel, daz ist diu huͦte siner gebot PrOberalt
77,24;
ähnl.
PrFrgmLpz
376;
der svnden brittel Martina
226,29;
bit deme breidele der bescheidenheide Lilie
61,8;
noch laß des klaffens britel / dich zoumen noch des drouwes
bant Mügeln
274,11;
zornes britel ebd.
377,11
MWB 1 1016,9; Bearbeiter: Hoffmann
britelen
swV.
auch breitelen ( MinneR 336 ).
‘(einem Reittier) Zügel anlegen’; gewöhnl. als
Part.Prät.:
da von daz ez [das Pferd] gepritelt ist, / da von
muez ez still stan Teichn
443,102;
er volget ir [der bœsen gewonheit
] mit
swære, / sam er gebritelt wære LBarl
11933;
alz ich myn liep sie vor mich gaen, / [...] ich stee
of ich gebreytelt zy MinneR 336
212.
– bildl.:
alle, die immer gesehen wellent die himelischen Ierusalem,
die muͦzzin ir vlêisch ê brîteln uon suntichlichen gîrdin Spec
40,18
MWB 1 1016,32; Bearbeiter: Hoffmann
britelîn
stN.
→
brëtelîn
MWB 1 1016,43;
britelrëht
stN.
‘Zaum-, Halftergeld (das der marstaller beim Verkauf eines
Pferdes erhält)’
‘her, by uͤwerm leben, / gebts nu dar! ez [das
Pferd] ist enwicht. / ez hat haimlichs prestens pflicht / dez ir
nit verstet dar an.’ / so wirt im [dem
marstaller
] britel recht da von. / da von rat er zu der
gab Teichn
552,58;
gereut den hern denn der kouff / daz er ez aber geit da hin, / so hat aber da
gewin / der marstaller, sin britel recht ebd.
552,83
MWB 1 1016,44; Bearbeiter: Hoffmann
britelspil
stN.
‘Brettspiel’ (vgl.
brëtspil
):
prittellspill / spillen in der stuben iunge leut / die noch vnuerdrossen sind
Neidhc
103:3,1;
prittelspill / wil sich in der stuben aber v́ben ebd.
115:1,9
(= Neidh (HW)
16,19 und
Neidh
WL 2:1,9
[bickelspil]);
ebd.
125:1,8
MWB 1 1016,53; Bearbeiter: Hoffmann
britûnisch
Adj.
auch britânisch ( UvZLanz
691).
‘bretonisch’ (im Sinne der Matière de Bretagne):
Thômas von Britanje [...] an
britûnschen buochen las / aller der lanthêrren leben Tr
152;
harpfen [...] in britûnischer wîse
ebd.
3590;
er sanc diu leichnotelîn / britûnsche und gâloise, /
latînsche und franzoise ebd.
3627.
3691.
10737;
er was der massenîen / von britânischen rîchen
UvZLanz
691
MWB 1 1016,59; Bearbeiter: Hoffmann
britzelmeister
stM.
zu britze, britsche
‘leichtes Schlaggerät’ (vgl. FWB 4,1146: pritsche
1).
‘Aufseher beim Spiel’
der herr Gunderam / der must sein getecz / da lassen vnterwegen / doch ist er
priczelmaister diesen winter Neidhc
98:1,9
(= Neidh
WL 10:1,9
[bickelmeister])
– Vgl. Art. pritschenmeister, pritschmeister DWB 7,2136 (mit
zahlreichen späteren Belegen)
MWB 1 1017,3; Bearbeiter: Hoffmann
britzelslahen
stN.
‘Schlagen mit der britsche’ (vgl.
britzelmeister
):
nun will sich in der stuben freude v́ben / von den jungen
[...] / tanczen rayen singen woll / spitellslahen
prittellspill [Konj. HMS 3,288: prizzelslahen,
bikkelspil
]
Neidhc
125:1,8
MWB 1 1017,11; Bearbeiter: Hoffmann
briu
stF.
‘Frau, Braut’
vnde bin sam stete / sam ingegen des windis bru daz mele
Litan
481;
lûte / alsô rief ein eltiu briu [
: driu
] ,
‘wâ sint diu mîniu kint? [...]’
Neidh(HW)
36,11
MWB 1 1017,16; Bearbeiter: Hoffmann
briu|esse
stF.
‘Brauherd, Brauhaus’
item [der Büttel] habet ad quamlibet byrwette
[Biersteuer] unum bruͦes, de quo habet iv sol.
et xi den. WeistErf
103
(vgl. Anm.z.St.);
bruosse ebd.
107
MWB 1 1017,20; Bearbeiter: Hoffmann
briugevæʒe
stN.
‘Gefäß zum Bierbrauen’
eyn iclich byrouͤge [Brauer] , der selbir
bruͤwegefeze hat WeistErf
138;
bruͤgevese ebd.
139
MWB 1 1017,24; Bearbeiter: Hoffmann
briuhaven
stM.
‘Gefäß zum Brauen oder für Gebrautes’; nur als Bestandteil von
Personennamen belegt (vgl. WMU 1,292; Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S.
146f.):
her Heinrich Prevhafen der æltêr, her Heinrich Preuhafen der iunger
UrkCorp
2962,25;
bede Preuhæfen ebd.
3020A,4;
von Ôsterrîch Bertolde, / den man hîz Brûhavin NvJer
19004.
21027
MWB 1 1017,27; Bearbeiter: Hoffmann
briuhûs
stN.
‘Brauhaus, Brauerei’
cervisaria domus: pruhus SummHeinr
2:249,03.14;
ain lipgedinge, da daz brivhus auf stat UrkCorp
646,1.
937,44;
wo man [...] bruwehuße adir schengken uffrugkite in
den dorfern DRW
2,461
(MittOsterland; a. 1310);
daz si di [
feurstet
] besehen
[...] in den melczhausern, in den preuhausern, in den
packhausern [...] und anderswo, da man stetichleich feur
hat StRBrünn
395
(a. 1330);
EbnerChrist
5,22
MWB 1 1017,35; Bearbeiter: Hoffmann
briulêhen
stN.
‘Braulehen’
da selbsten ist auch ain prevlehen, daz dienet ii schot chornes DRW
2,462
(CDAustrFris; a.1316);
priwlehen ebd. (a.1305)
MWB 1 1017,44; Bearbeiter: Hoffmann
briumeister
stM.
‘Braumeister’
caupo vel cauponarius: privmaister VocBV926
3:659,14;
daz her Pernolt Noͤzel hat verlihn hern Rvdeger dem prevmeister vnd
sinen zwein svͤnen [...] dri ækher UrkCorp
768,27
MWB 1 1017,47; Bearbeiter: Hoffmann
briumeisterin
stF.
‘Braumeisterin, Frau des Braumeisters’
daz frowe Magdalen Volchmares chon gegen frowen Jevten der prevmaisterin von
Passowͤ gechlaget hat vmb einen weingarten UrkCorp
2329,5
MWB 1 1017,52; Bearbeiter: Hoffmann
briune
stF.
‘Bräune, dunkle Farbe; Glanz’
dú brúni im von der sunnen kam, / wan er vil wandlot dar an / mit blossem
hoͮpte unverdacht WernhMl
5787;
lieplîch priune, rôter rôsen rœte, snêwes wîze hât ir lîp
KLD:UvL
39: 7,1;
di [...] da namen war
[erkannten] des moren mit der bruͤne
JTit
3510,2;
in brûner brûne purpervar der meie sich nu gestet KLD:HvW
5:1,8;
swie kranc die fiole si, / [...] ir
smac und ir brune / vrowet daz gesune HeslApk
22065;
sin [des Smaragds] gruenliche brune
ebd.
7935.
– in Bezug auf die weibl. Scham (s.a.
brûn
1.6
und [mit späteren Belegen] Wießner, Komm., S. 249):
hâstû dol / nû mit dîner briune, / sô wizze, dîner schanden werden niune
Neidh(HW)
53,29.
53,18;
si liez ot aber vallen die cleider von dem libe, /
[...] ein væle was von Teserat der siden, / die hienc
si vur di bruͤne JTit
2553,4.
– übertr. ‘Dunkelheit’
swer an im treit sunden icht / in sines herzen brune
HeslApk
21675
MWB 1 1017,57; Bearbeiter: Hoffmann
briunen
swV.
‘etw. (jmdn.) braun, glänzend machen; etw. (aus)schmücken’
ich bin schone und doch sal: / die sonne hat mich
gebruͤnet HvNstGZ
7594;
sus [wie der Glaser] , werder man,
dins herzen faß / kler unde brün mit steter tugent füre Mügeln
42,14.
–
den [
knecht
] sal man
slan. / [...] man sal sine blanke hut brunen / mit
geiselstebe sere alunen Brun
9012.
–
ein mære ~
:
sol ich dir daz mere bruͤnen, / Willehalm edeler markys, / so ist
Rennewart gar ane pris Rennew
6766;
lat iu diu mær briunen Dietr
7219;
Neidh
WL 36:7,1;
Neidh(HW)
16,27
MWB 1 1018,12; Bearbeiter: Hoffmann
briuphanne
swF.
‘Braupfanne’
sartago: briuphanna / bruphanna SummHeinr
1:344,435
u.ö.; in Unsinnsdichtung:
do gewunnen sie kinde, / [...] einen drihavbtigen
tvrsen / vnde eine wol gesliffene kvrsen [einen geschliffenen
Pelzrock] / vnde eine mederine prevpfanne [Braupfanne
im Marderfell]
Wachtelm
119
MWB 1 1018,24; Bearbeiter: Hoffmann |