Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   brëchel - breiten    


brëchel stM. vridebrëchel

MWB 1 975,1;

brëchen stV. (IV) 1 intr.
1.1 ‘zerbrechen, reißen, entzwei gehen’
1.2 ‘gewaltsam oder plötzlich (durch/in/zu etw./jmdm.) dringen’
1.2.1 mit durch ‘durch etw. dringen, brechen’
1.2.2 mit in ‘in etw. eindringen’
1.2.3 mit an, gegen, ûf, ze ‘gegen jmdn. vordringen’
1.2.4 mit über, ûz, von ‘über etw. dringen, hervorbrechen, sich von etw. entfernen, lösen’
1.2.5 mit vür ‘jmdn./etw. übertreffen’
1.3 mit Dat.d.P. ‘mit jmdm. brechen’
2 tr.
2.1 eigentl. ‘etw. brechen, reißen, pflücken’
2.1.1 ‘etw. (von etw.) abbrechen, -reißen, pflücken’
2.1.2 ‘(jmdm.) etw. entreißen, herunterreißen; jmdm. etw. abnehmen’
2.1.3 ‘etw. (Geschlossenes) aufbrechen’
2.1.4 ‘etw. zerbrechen, zerreißen, mit Gewalt zerstören’
2.1.5 ‘jmdm. (sich) Körperteile brechen, verletzen’
2.1.6 ‘etw. (Kampfverband) aufteilen, zerteilen’
2.2 übertr.
2.2.1 ‘Versprechen, Regeln, Gesetze brechen, verletzen, missachten’
2.2.2 ‘etw. überwinden, beseitigen; zunichte machen’
2.2.3 ‘etw. unterbrechen, abbrechen’
3 refl.
3.1 ‘sich zu jmdm./etw. hinwenden, sich auf etw. richten’ , mit an, in, nâch, ze
3.2 ‘sich von jmdm./etw. loslösen, abwenden, entfernen’ ; mit von, ûz
3.3 ‘sich erbrechen, übergeben’ (?)
4 Einzelnes
4.1 rîme ~
4.2 in der Formel ~ und büezen ‘mit etw./jmdm. frei schalten und walten’ (s.a. FWB 4,1018 und DRW 2,461)
   1 intr.    1.1 ‘zerbrechen, reißen, entzwei gehen’ beidersit sie so stachen, / daz die schefte brachen Herb 1452. 18379; di satele bede brachen Rol 8442; die riemen brâchen von dem sper UvZLanz 6435; div helle prach von der sigenufte des heiligen crûces Konr 11,7; ez was in den selbin zîten ein schifman, deme brach sîn schif unt virlôs sîn gût unt virarmite PrMd(J) 347,28. – ‘schadhaft werden’ obe div straze breche, so sont si die machon, der gvͦt baidenthalb dran stozit UrkCorp 1293,7; jst das da nah die zvne brechent, so sol der vorstere si wider machen ebd. N306,7. daz im sîn herze niene brach / von jâmer, des wundert mich Iw 4948; brich min herz! wes macht du leven / in disem grozen ruͥen? MarlbRh 32,5f.; Tr 17192. 18472; Wig 4151. das im fleisch und beyn alles brach Lanc 58,24; und brach im der recht arm ebd. 157,3. – mit adv. Bestimmungen (enzwei / ze stucken / voneinander): der spiez im in zwai prach Rol 5573; also das sin bog enzwey brach Lanc 40,11; Herb 9732; daz ir ietweders schaft / wol ze hundert stücken brach Iw 7103; Tr 6860; das der helm oben von einander brach Lanc 82,7. 192,14. – med. ‘aufbrechen, platzen, sich auflösen’ vnde brichet daz vel in den ougin SalArz 12,19; swa di hut brichet, da rinnet daz warech uz ebd. 77,3; swenne du wolles daz daz gesver breche in deme halse ebd. 43,50. 38,33; din adern brechent / ind verlechent, / din houvet niget, / din zunge swiget MarlbRh 26,21. – subst.: man hôrte manegen stôz, / daz der scefte brechen gein den lüften dôz NibB 35,2. 1355,1. – übertr.: al mîn ungelücke brach, / dô diu gotinne Jûnô / mîn segelweter fuogte sô / in disiu westerrîche Parz 767,2; daz ir aller vreude brach Wig 11336. 9622; RvEBarl 8113; din gelouf alein niͤt ’n brach MarlbRh 81,10; daz mir so gar mîn sprâche in mînem herzen do brach SM:Had 13: 3,6    1.2 ‘gewaltsam oder plötzlich (durch/in/zu etw./jmdm.) dringen’    1.2.1 mit durch ‘durch etw. dringen, brechen’ dâ Alexander durch daz wale brach, / a waz dâ helede tôt lach VAlex 1518; Athis C 104; manec storje durh die ander storje brach Wh 47,23. 436,19; Ägidius 512; Ottok 7233. daz ez [das Schwert] im durch den halsperc brach / und im ein grôze wunden stach Iw 3947; Rol 8247; NibB 457,1; als durh die dicken mûre / brichet der bickel Wh 54,21. diu sunne durh die wolken brach Wh 292,14; ein lieht durch unser vinster brach, / daz wir alle ein ander sâhen KvHeimUrst 2022; sî kan durch diu herzen brechen / sam diu sunne dur daz glas MF:Mor 31: 2,1; KvHeimHinv 190    1.2.2 mit in ‘in etw. eindringen’ daz dâ vil michel schade geschach, / dâ man in in den hûfen brach Tr 5520; die wile das der wirt sclafet, so brichet der diep in sin hus Mechth 7: 3,21; Lanc 141,33. diu [ vrouwe ] brach alse tougen / al in mîns herzen grunt MF:Mor 26: 1,7; KLD:GvN 45:3,3; ein wort, daz in mîn herze brach RvEBarl 345; euwr lieb mir in mein sel prach HvNstAp 2364. 5786    1.2.3 mit an, gegen, ûf, ze ‘gegen jmdn. vordringen’ ein ander schif [...], / daz sinen ganc an sie brach Pass III 14,3; in des himels hohe ich sach / ein tube, der vluc gein mir brach Vät 17178; si prachen auff si als ain wald HvNstAp 3777; zime [zu dem Herzog Mennes ] mahte niemen brechen, / wan ders lebenes wolte vergezzin VAlex 1245; daz si wolden brechen / zu im, und wolten in sehen Vät 1486    1.2.4 mit über, ûz, von ‘über etw. dringen, hervorbrechen, sich von etw. entfernen, lösen’ die wasser rinent in dem paradiso vnder der erde. so si denne druz coment, so brechen sie vber die erde Lucid 19,14. 18,3; der künec von Valpinôse / mit den sînen ûz der schar dâ brach Wh 387,17; ob man dich niht durch vrîen muot / ûz wîbes tugenden brechen siht Winsbeckin 11,10; ein weinen von ir ougen brach Krone 11345    1.2.5 mit vür ‘jmdn./etw. übertreffen’ dô begunde ich êrst ir güete schowen, / wie si vür ir aller schœne brach, / sam der morgensterne lûhte / ûz vil sternen SM:Tr 2: 2,4; ir schœne volleclichen brach / für alle frouwen die nu sint KvWWelt 68; ir wizzent wol, daz minne / brechen muoz für elliu dinc KvWTroj 2117. 2238; doch brach sîn neve Achille / an hôher werdekeit vür in; / wan er der êren spiegel hin / ob im gewalteclîche truoc ebd. 6568 u.ö.; KvWGS 1917; StrAmis 22    1.3 mit Dat.d.P. ‘mit jmdm. brechen’ ich hette ir gebrochen, / ich hette gesprochen: / ‘als ir mir sint vrowe, als bin ich iuch man!’ SM:Wi 1: 2,8    2 tr.    2.1 eigentl. ‘etw. brechen, reißen, pflücken’    2.1.1 ‘etw. (von etw.) abbrechen, -reißen, pflücken’: – ohne Präp.: und brâchen bluomen über al / und mahten schapellîn dâ mite UvZLanz 4074; MF:Mor 25:1,2; Tr 18072; MF:Reinm 50:4,6; so brich du die trawben und huͤt dich vor den dorn PrOberalt 140,4; daz getwerc des grüenen loubes brach / und bette ir nider ûf daz gras Wig 2036; SalArz 87,26. des brôtes si sament brâchen, einen vrido under in sprâchen Gen 1479. – mit abe: die brachen ab dem boume die este AvaLJ 109,1; VMos 51,9; PrOberalt 8,41. – mit von: daz har brachen si uon der swarte Rol 1734; daz hemde von der brust si brach Parz 110,24; Herb 5900; von einer linden er dô brach / zwei schapel wol geloubet Tr 3150; Wig 4742. – mit ûz: daz har prach er uz der swarte Rol 6078; dâ brach frou Sigûne / ir langen zöpfe brûne / vor jâmer ûzer swarten Parz 138,17; Eracl 3931; Wig 7711; HvNstAp 2474; wir gen und brechen daz unchraut auz dem waitz PrOberalt 45,12; und pricht man den smaragt auz dem stain BdN 456,5    2.1.2 ‘(jmdm.) etw. entreißen, herunterreißen; jmdm. etw. abnehmen’ ein vil starkez wâfen brach er im ûz der hant NibB 1895,2; Roth 1721; dâ wart Alexandro sîn helm / von dem houbete gebrochen SAlex 1751; Lanc 156,31; die krône er ir von dem houbte brach / und warf se daz diu gar zebrast Wh 147,16; an ir hemde ein fürspan er dâ sach: / ungefuoge erz dannen brach Parz 131,18. 67,20; daz swert si im von der sîten brach / und zôch im abez îsengwant Wig 6409    2.1.3 ‘etw. (Geschlossenes) aufbrechen’ an disme tage brach der heilige Christ die helle unde erloste dannan unseren uater Adamen Spec 148,3; der die sigenunft gewan / daz er der helle porten brach Wh 218,23; Gen 2802; Lucid 81,1; der künic Artûs wolte brechen / sîne treskameren umbe daz, / daz man in lobete dester baz, / und wolte teilen sîn golt UvZLanz 5596; Eraclîus fuor hin und brach / [...] ein tür der ismahêlschen diet, / die Alexander beslôz Eracl 5362; Iw 1267; MF:Mor 33a:2,7; Rol 2111    2.1.4 ‘etw. zerbrechen, zerreißen, mit Gewalt zerstören’ der hafener, der einen hauen brichet vnde einen anderen machit Lucid 137,5; ich brach ir den kruoc, dô sie gienc von dem brunnen KLD:GvN 30: 2,1; Himmelr 4,23. hey waz man starker schefte vor dem münster brach NibB 871,2; sî brâchen ûf im alle ir sper Iw 5321; UvZLanz 654; Lanc 102,11; Hagen der starke sô manegen helm brach NibB 1981,2. Pollixena want ir hende. / Ecuba brach ir gebende, / Andromacha har vnde hut Herb 9734; und [der Ritter] brach das seyl da er mit gebunden was Lanc 191,18; guot wîp, lâ besehen, / ob du brechen maht / sorgen bant MF:Wolfr 9: 3,2; RvEBarl 14417; PrOberalt 132,25; HvNstAp 243. ez [ aloe ] læt sich niht mit den zenden leiht prechen BdN 355,33; in deme munde [...] îlte er machen einen chinnebachen, / zane zwei geverte, beinîn vile herte, / daz si daz ezzen brechen Gen 127. – mit adv. Bestimmungen (in/ze stucke(n) /  enzwei / voneinander): vor dem sange brichet er die oblatam in drú stúcke Lucid 102,8; di schefte brachen si zestuchen Rol 8915; daz der ellende / sô manic sper brach enzwei UvZLanz 3065; Wig 7682; der nem bibergeil, diu weich si, und breche si von ein ander BenRez 42. – med. ‘etw. (Blasenstein, Geschwür) auflösen, zerbrechen’ wil dû den harenstein vil gewislîchen brechen, sô merche dise erzenîe Barth 148,33; Macer 39,4 u.ö.; SalArz 12,54; die wurzel gesoten unde mit aldem smere gestosen, brichet unde zutribet allerhand geswer Macer 37,5. 44,4; und wenn man ez gorgelt in dem hals, sô pricht ez die apostem [Geschwür] in der keln BdN 364,33. – ‘etw. (z.B. Gebäude, Städte) niederreißen, zerstören’ die bvrc er an den grvnt brach ReinFu K,1264; SAlex 3536; der brach die burge vnde twanc die lant Herb 16640; heiz brechen unde brennen / ir uile unreine betehus Rol 952; StrKD 36,48; wie Troyge wart zv storet / do sie Ercules wilent brach Herb 5921; sô der heiden sturm Oransche brach Wh 262,30; KvWSchwanr 176; Lanc 33,25; Mügeln 93,9. 180,9. – mit dannen: swa er [ der furt ] bekv̓mbert ist mit phelen alder mit zv̓nen [...], dc si dc dannen brechen sv̓ln UrkCorp (WMU) 311,27. 3049,37. – mit erspartem Obj.: du zimbris vnde brichis, / dv intlibis vnde richis, / dv heiliges vnde uirdamnis Litan 45; Herb 2599. – subst.: die statt von Bohorges wart behut fur fure und vor brechenne Lanc 2,6; StrKD 30,130    2.1.5 ‘jmdm. (sich) Körperteile brechen, verletzen’ do gesigt er an dem helle hunde. / sine chiwen er im brach AvaLJ 161,2; wande er im sîn hals enzwei brach VAlex 236; daz erm daz sper zem giele in stach, / sô daz ez ime [dem Drachen] den rachen brach / Tr 8978; VMos 74,6. ein swankel gerte / diu argen kinden brichet vel Parz 174,9; sît im Maliclisier / daz twerc sîn vel unsanfte brach / mit der geisel ebd. 401,15. 212,15. er brichet ein bein, einen arm oder verliuset ein ouge, oder er wirt siech Eckh 5: 35,15; da ir vilt und uwer pfert den hals brach under uch Lanc 488,28; gebrochen bein Macer 10,18. – mit Akk.d.P.: an dem buche unt an dem rucke / brachen si in [den Verräter Genelun] zestucke Rol 9014; wand er [der Löwe] in beiz unde brach / swâ er in blôzen sach Iw 6761; sînem lîbe nie sô wê geschach, / wand in ez ängestlîchen brach KvHeimHinv 728. 737; Tr 1746. gebrochen sîn ‘an einem Bruch leiden’ ruten saf mit alandis saffe getrunken, hilfet den, di gebrochen sint unt das gemechte uz geit Macer 20,10. 38,25. daz herze ~ : daz brichet mir mîn herze enzwein MF:Mor 20: 7; der tôt sîn jungez herze brach Wh 93,30; Parz 92,30    2.1.6 ‘etw. (Kampfverband) aufteilen, zerteilen’ ia muzen si sich scaiden, / si muzen brechen ir scár Rol 3835; dazs aber ir leiden geste [...] / mit gewalte wurden jagende / [...] den hûfen dicke brâchen / mit spern und mit swerten Tr 5510; mit hurte er den poinder brach Parz 78,29; Wh 46,16; Wig 11116    2.2 übertr.    2.2.1 ‘Versprechen, Regeln, Gesetze brechen, verletzen, missachten’ daz sî [die Frauen] sô dicke brechent / diu dinc diu sî versprechent, / dâ schiltet sî vil maneger mite Iw 1869; benamen, des ich hân gejehen, / daz briche ich ûf mîn êre niht RvEBarl 9003; daz wart von im gebrochen / und übergangen harte sît KvWTurn 30; swer disen satz breche unde nicht frides halten wolte, der sal die bezzerunge zwispeltic tuͦn WüP 7g,10; si [Elefanten] kriegent niht umb iriu weip, wan si prechent ir ê niht BdN 135,10; [Karl IV.] mochte brechen und enbricht ["hatte jederzeit die Möglichkeit, Rechtsbrüche zu begehen und er tut es doch nicht", Glossar z. St.] MügelnKranz 65. eit ~ : Iw 7966. gebot: damitte man mag erzürnen got / und brechen sîn vil hôch gebot SM:JvR 1: 15,12; RvEBarl 4181; Mechth 4:27,131. reht: der [Tafelrunde] reht wære gebrochen sân, / sæze drob ein triwenlôser man Parz 322,5. 646,13; Tr 6460; KvHeimUrst 508. site: ê ich iuwer enbære, / ich bræche ê der wîbe site Iw 2329. 3234. stæte: wol mich daz ich nie gebrach / mîne stæte an ir! KLD:UvL 17: 4,3. 25,67. triuwe: Hagen sîne triuwe vil sêre an Sîfriden brach NibB 971,4; sô brechet ir / mînem hêrren unde mir / iuwer triuwe und iuwern eit Tr 6353; Parz 535,14; UvZLanz 5355. 6488. vride: sui dan den vridi brechi wizzintliche Mühlh 101,24; NibB 2312,3; Lanc 385,18. zuht: swer vor gerihte stât, / der sol ze rehte sprechen, / sîn zuht durch nieman brechen KvHeimUrst 498; Iw 180; KLD:UvL 56:7,3. – mit erspartem Akk.-Obj. oder mit Präp.-Obj. ‘sich vergehen’ eime guten alden / sagete er [...] wie in der tuvel jagete, / daz er durch sinen leiden spot / gebrochen hete wider got Vät 18990. 17145; cihet man in aber, das er gebrochen habe an deheinen sachen, die niht kuntlich sint UrkCorp 931,13. N435,33    2.2.2 ‘etw. überwinden, beseitigen; zunichte machen’ geruochet wider uns sprechen / und den zwîvel brechen / dâ diu werlt mite umbe gât KvHeimUrst 1596; KvHeimHinv 1088; Parz 661,19; daz herzeleit und ungemach / der welte brichet vreuden vil RvEBarl 1225; wîp sint guot für ungemach, / wîbes trôst ie sorge brach KvWLd 21,24; das er allen den zauber breche der in der burg ist und yn abthú Lanc 211,19; sô sulen die brûdere dêmûteclîche gehôrsam sîn unde in allen dingen brechen eigenen willen StatDtOrd 75,6; MarlbRh 51,8; SM:St 7:4,5; SM:JvR 1:7,10. – ‘einer Sache Abbruch tun’ frowe, ih dir dine ere da mite nit ne breche, / daz ih dir so uerre zo spreche Litan 311. 1115. – ‘etw. übertreffen’ den wurf brach mit sprunge diu maget wol getân NibB 463,2. aventiure ~ ‘ritterliche Bewährungsprobe bestehen’ swer daz sæhe, [...] / wie er die âventiure brach / ze Môreiz ûf der veste, / der spræch im wol daz beste UvZLanz 1344; wie ez was ergangen, / dô er die âventiure brach / und hundert ritter nider stach ebd. 6163. 2159. 5458 u.ö.    2.2.3 ‘etw. unterbrechen, abbrechen’ wander brach / sîne senfte gebærde, / von des lewen beswærde / gewan er zornes alsô vil Iw 5416; magez mit iweren hulden sîn, / ich priche iu nu gesellekeit [lasse euch allein] Parz 402,11; daz ir durch den willen mîn / iwern slâf sus brechet ebd. 554,11. 553,28; Eilh St,7492    3 refl.    3.1 ‘sich zu jmdm./etw. hinwenden, sich auf etw. richten’, mit an, in, nâch, ze: wand er mit allen witzen brach / sich an ein tugenthaftez leben Pass III 563,14; sô sol man sich brechen in ein werk, ez sî inwendic oder ûzwendic Eckh 5: 290,10; wande sich min wille ie nach dir brach PassI/II 243,31. 241,23; wan ir müget die hôhvart niht vollefüeren, wan daz ir iuch dar nâch brechet PrBerth 1:397,20; Mügeln 271,8. 371,16; sin zit hette er gar gephlegen, / daz er sich hin zv gote brach PassI/II 332,3; wan er sich mit grozer craft / zuͦ tugentlichen dingen brach Vät 5195; HvNstAp 1529. man hât den zins nu manegen tac / [...] zÎrlanden âne reht gesant; / dar zuo brach ez sich [dazu kam es] lange / mit michelem getwange, / mit manigem gewalte Tr 6269; alse der truhsæze sach, / daz sich diu rede ze kampfe brach ebd. 11310. – auch ‘die Sinne (herze, ougen) auf etw./jmdn. richten’ ein richer man, der ie / sin herze an ungelouben brach Pass III 52,15; der herze, sin unde ouch mut / an got mit stetem vlize brach Vät 17269; do unse liebe herre sach / wie Zozimas sin herze brach / kegen im in steter tugent ebd. 33634; wie Paulus sine herze brach / nach im mit rehter stetekeit ebd. 1884; min ougen ich zu himel brach ebd. 10928. 14806    3.2 ‘sich von jmdm./etw. loslösen, abwenden, entfernen’; mit von, ûz: si streit ir kiusche sinne / vil sêre mit gedenken an / und wolte brechen von dem man / mit herzen und mit lîbe sich KvWTroj 8606; Lanc 252,5; ane urloub von im brach er sich Vät 12932; daz sie sich wolten ziehen zu gote / unde brechen von der werlde spote ebd. 14966; der ouch sich von dem wege brach Pass III 9,10. do er sich uz deme wazzer brach Pass III 6,64; wand er mit argen listen / sich uz gotes gelouben brach ebd. 313,41; PassI/II 175,8. – auch ‘das herze von etw. abwenden’ daz er sînes herzen rât / gar von dirre welte brach RvEBarl 14191    3.3 ‘sich erbrechen, übergeben’ (?): ez [ grabtier, Hyäne] tuot auch sam ain mensch, daz undäut und sich prichet mit dem huosten und mit dem heschen [ vomitus humanos mentitur falsis singultibus ] BdN 142,27    4 Einzelnes    4.1 rîme ~ : – ‘Reimpaare syntaktisch trennen (durch Satzgrenze zwischen den Versen)’ der [...] rîme künne sprechen, / beidiu samnen unde brechen Parz 337,26. – ‘fehlerhaft bzw. nicht regelgerecht reimen’ sî ihtes dâ [in dem Gedicht] gebrochen, / des muget ir [...] anders dar sezzen, / alsô daz ir sô sprechet, / daz ir die rîme iht brechet Kröllwitz 3979; HeslApk 1414    4.2 in der Formel ~ und büezen ‘mit etw./jmdm. frei schalten und walten’ (s.a. FWB 4,1018 und DRW 2,461): darna sall die vadie [Vogtei] liegen [...] in dess hoiffs scholtissen handt, ind sall damit brechenn vnd buessen also lange biss ein ander genoissich man [...] entfeyt dat mit siner hulden WeistGr 2,518 (a. 1298); und tragen sie [ unser lude ] ime [dem Erzbischof] uf an diesem brieve, [...] zuͦ brechen und zuͦ bußen mit in als mit andern sinen luden UrkMoselQ 197,21 (a. 1347); dat her inde die sine [...] bit den vorsprochinnen ludin breychin inde busin, scheffin inde beydin [= beten, besteuern] muͦgin, also alse wir inde die vͦnse bis ain diesin hudien dach gedain hain UrkSchön 10,5 (a. 1343); UrkYsenb 130 (a. 1338)

MWB 1 975,2; Bearbeiter: Hoffmann

brëchîsen stN. ‘Brecheisen’ Ellegast frogete den konig mere, / wo sin brechyßen were. / der konig sprach: ‘[...] / min dyebyßen viel my in den Rin.’ KarlElegast 487

MWB 1 980,23; Bearbeiter: Hoffmann

brëchunge stF. ‘Brechen, Bruch’ wie si in bekanten in der brechvnge des brotes [ in fractione panis Lc 24,35] EvAug 208,1; ebenso EvBerl 89,28; EvBeh Lc 24,35; Lucid 81,16. is allewege vele schumen vf deme harne, dat bedudet eyne kranchet der borst vnde eyne hitte der leueren vnde eyne brechunge dez gedermez OvBaierl 49,3

MWB 1 980,27; Bearbeiter: Hoffmann

brëchweize stM. ‘grob gemahlener, geschroteter Weizen’ fuͤmfzehen mæczen [Hohlmaß] prechwaiczes vnd vier mæczen habern UrkCorp (WMU) 2598,6

MWB 1 980,34; Bearbeiter: Hoffmann

breckelîn stN. ‘Hündchen’ an derselben stunde / lief vor in ein bräkelîn / daz niht schœners mohte sîn Wig 2208; dô lac vor sînem bette zallen zîten ein bräckelîn OrtnAW 550,3; dâ [nebenher] liefen frouwen bräckelîn Parz 446,26; vaizteu präckel BdN 298,14

MWB 1 980,38; Bearbeiter: Hoffmann

breckin stF. ‘Hündin’ ein breckin zeinem hunde sprach: / ich lîden nôt und ungemach: / ich gân vol junger hunden, / [...] ich weiz niht, war ich kêren sol [...] Boner 12,1; der hunt entweich der breckin dô / ûz sîm gemach; des wart si vrô ebd. 12,27

MWB 1 980,44; Bearbeiter: Hoffmann

bred- pred-

MWB 1 980,49;

brëgelære stM. ‘Schwätzer’ smeicher, löter [Gaukler] , bregeler / sint des tiufels swegeler [Flötenbläser] , / die tumme herren alsô betoubent / daz si der êren in geloubent / und der tugent, diu nie wart wâr Renner 1127

MWB 1 980,50; Bearbeiter: Hoffmann

brëgeln swV. ‘schmoren, braten; heiß sein’ (vgl. DWB 2,353 und 7,2055): als Sedechiam und als Achab, dy der konig von Babylonien pregilte in vuyr [ quos frixit ... in igne ] Cranc Jer 29,22; und wirst ire vrucht adir geslechten tun welken als einis pregilndin wolkens [ quasi calore sub nube torrente ] ebd. Jes 25,5. – übertr.: armûte tôtit hôchvart / mit sînes smackis pregiln NvJer 2868

MWB 1 980,55; Bearbeiter: Hoffmann

brëgen stNM. ‘Hirn’ daz houbit deuwet sich mulich. [...] daz bregin ist vuchte vnde machit mazleide [Ekel vor Essen] , also tut das marc SalArz 17,25. – ‘Scheitel’ so wirt der herre blozen den bregen [ verticem ] der tochtir von Syon und wirt entecken ir har Cranc Jes 3,17

MWB 1 980,63; Bearbeiter: Hoffmann

brëhe stF. ‘leuchtender Schein’ sie [die Jünger des Antichrist] jehent ez si die zu kuͤnft / dez heiligen geistes in der brehe [Feuer vom Himmel] , / daz alle die werlt sehe HvNstGZ 5488

MWB 1 981,5; Bearbeiter: Hoffmann

brëhen stMN. ‘leuchtender Schein, Glanz’: – von Sonne und Sternen: von Jâcobe wirt erkant / ein sterne, der hât liehtez prehen RvEBarl 2449; sin [des Sterns] vmmeluchtendes brehen / waz uol grozer clarheit PassI/II 267,13; daz gestirnne garwe / gab dar uss gar lïchten brechen GTroj 14925; daz sie [die Sonne] lûtern liehten brehen hât PrBerth 1:539,28; Martina 251,45; Ottok 19762; RvEBarl 2449 (La.). – von Metall: diu [ bukel des Schildes] gap von rœte alsolhez prehen, / daz man sich drinne mohte ersehen Parz 71,1; Wh 367,27. – von Textilien und Edelsteinen: der fürste aber uss raitt / in clede, [...] das bar gar sunnen richen brechen GTroj 18678. 24349; das ir [der Drachen aus Gold] augen solten sein, / waren so liecht rübein [Rubine] / und heten gelfen prehen, / gleich als sy hieten gesechen Hawich 4334; daz man uff sinem [des Lastpferds] rugen stark / von tecke sach riches brechen GTroj 17715. 20598. – als Merkmal körperlicher Schönheit: ir rôter munt gît liehtez brehen Virg 230,7; ich mus ir [der Frau] glantzen und ir brehen / verswigen und hie machen kurtz Minneb 1986. – übertr.: dirre wolkenloser prehin / der volleclich nie wart gesehin / [...] leider hie intiuschen landen / daz ist div hoh geloptiu maget Martina 285,91

MWB 1 981,9; Bearbeiter: Hoffmann

brëhen swV. auch bren. Belegt sind fast nur der Inf. und das Part.Präs. Die beiden einzigen sicher nachweisbaren Präteritumsformen ( WhvÖst 2655, Minneb 2433 [vgl. durchbrëhen ]) sind sw. Die bei Lexer 1,346, angeführten Belege für st. Prät. gehören zu brëchen. ‘leuchten, glänzen, strahlen’ 1 von Sonne und Sternen
2 von Metall und Edelsteinen
3 von Blumen und Gras
4 von Personen
   1 von Sonne und Sternen: brehende als der sunnin schin RvEWchr 12405. 4472; der der sunnen gitt den schin / und die sternnen tütt brehen GTroj 21271; lieht prehend stern BdN 198,18; der haizzet der feurein himel, davon, daz er an im selber zemal leuhtend und prehend ist KvMSph 7,19; TvKulm 1932; Ottok 7238. – bildl.: si was ein brehendiu sunne / enmitten in mînem herzen Wig 11561; Isôt, / die quam rechte als ein morgenrôt / und als ein brehender sunnenschîn / Tristanden in daz herze sîn HvFreibTr 787; laß bren der gnaden sunn Mügeln 258,5    2 von Metall und Edelsteinen: ouch lac dâ manec edel stein, / der brehende unde schône schein Eracl 972; daz [Glanz der Rüstungen] begund den ougen wecken / sô brehenden widerglast Ottok 583; er [der Helm] schain tag und naht / mit roten brehenden glesten WhvÖst 13857; KvWLd 32,364    3 von Blumen und Gras: bluomen wîz dur grüeniu rîs / brehent unde smierent SM:WvT 3: 1,10; ain lieht prehendeu veltpluom BdN 412,30; heyde und brehender anger Minneb 1263    4 von Personen: kein wip so wol getan [...], / die da kunne so clerlich brehen / in glantzer schon, als sie brehet Minneb 4784. 3417; des [Jesu] durchleuhtic prehender schein GvJudenb 2062. 2469. 3640; HvNstGZ 7622; LvRegSyon 3813. dô ich sach so minneklîchen brehen / wîzze zene ûz rôtem munde SM:Tr 2: 3,4; nieman die roͤte kunde / mit roͤte uͤber guͤden gar / diu von ir muͤndel rosen var / so lustlichen brehte WhvÖst 2655; dâ mohte man wol sehen / manic wenglîn brehen / und manigen munt, der dâ glaste Ottok 68008; EnikWchr 12817; Mügeln 28,10. – bildl.: frawe zart, min brehender glast Minneb 2473

MWB 1 981,35; Bearbeiter: Hoffmann

brëhenen swV. ‘leuchten’ als ein stern dâ brünne, / sô brehende er [der Rubin] zallen stunden Wig 7088. 10378; daz [Gold ] brehent als ein queckiu gluot / geviuret ûz der vinster tuot ebd. 10697; daz er under denn martrërnn / und under denn peichtigern / prehent schon als ein ros Märt 23737. 25803; BdN 78,22; Ottok 30027

MWB 1 982,12; Bearbeiter: Hoffmann

brëhentac stM. ‘Dreikönigsfest (6. Januar)’ (s.a. bërhttac ): dar zvͦ schol man ainen besundern iartach alle iar an dem prehem tag begen StiftZwettl 660 (a. 1318); an dem heiligen prehentag UrkStVeit 64 (a. 1347); prehent tag UrkWittelsb 2,402 (a. 1348)

MWB 1 982,19; Bearbeiter: Hoffmann

breht stM. braht

MWB 1 982,25;

brehten swV. auch brahten ( AvaJG , TrudHL , LvRegSyon , Teichn ). ‘laut reden, schreien; lärmen’ ob dem mere si [ vische und merwunder ] vehtent, vil lute si brahtent AvaJG 6,3. AvaLJ 99,1. 97,3; das du wenig redest und nit zuͦ lut brechtest Seuse 481,11; ich hôrt dich in der louben lûte brehten / mit einem stolzen ritter Neidh SL 23:9b,2; TrudHL 118,22; LvRegSyon 995; KonstBrf 99,15. do war [l. wart ] gerúefet und gebreht / sam e: ‘du henken, henken!’ SHort 9447; sô wir tanzen, reien, springen, / vehten, brehten, lûte singen Renner 19710; daz der mentsch nit sol han braͤhtend stimme noch schrigend PrGeorg 85,12; schallen unde brehten Reinfr 16571. gegen jmdn. ~ (s.a. widerbrehten ): manigen frouwen ist übel gelungen, / die gein iren wirten brehten wölten Renner 12863; unnd sagt mir da bey recht / wie Angelburg het gen ir gebrecht FrSchw 6472; Glaub 1561. – subst.: dô daz grôze brehten / und den ungefüegen schal [...] / hôrten die helde guot Ottok 81262; sich huop dâ [beim Fest zu Ehren des Bacchus] michel ringen / unde ein brehten unde ein toben KvWTroj 16409 u.ö.; michel ruͤfen, / bræchten und wuͤffen, / schrigen, klagen WernhMl 4130; JvFrst 6936; Reinfr 16628; KvHeimUrst 1358. daz ~ (sîn) lân: der kvnic selbe gebot, / daz sie ir brechten liezen sin ReinFu K,1365; ob dem tische lat daz brehten sin, / so ir ezzent TannhHofz 69; daz si nicht iͤr prachten lie / so man gotez dienst begie Teichn 88,7. âne ~ : man sol och senfte stimme han so man redet: daz ist schône ane ruͤffenn und ân braͤhtenn PrGeorg 334,26; sin zunge vil gesprache was, / gar sittig aͮn bræchten WernhMl 5701. 8098

MWB 1 982,26; Bearbeiter: Hoffmann

breinkorn stN. brîenkorn

MWB 1 982,60;

breisier stM. aus afrz. brasier, vgl. Tobler/Lommatzsch 1,1127; Felder, Krone, S. 144. ‘Kohlenglut’ tiefer sne vnd dikes eys / tet im also groze not, / [...] het er die rede gewest / dor [= dô er ] ze Tintagvel auf der vest / saz bei dem breisiere [...] / er müest da haim beliben sein Krone 3673

MWB 1 982,61; Bearbeiter: Hoffmann

breit Adj. Adv. sehr selten (s.u. 1). 1 ‘weit, ausgedehnt, flächenmäßig groß’
2 ‘breit, nach links und rechts ausgedehnt’
2.1 als Gegensatz zu ‘schmal, eng’
2.2 ‘von einer bestimmten Breite’ ;
3 ‘groß’
3.1 ‘zahlen- und umfangmäßig groß’
3.2 von Abstrakta: ‘bedeutend, gewichtig, groß’
4 ‘weit verbreitet, bekannt’
   1 ‘weit, ausgedehnt, flächenmäßig groß’: – von der Erde: ûf diser breiten erden Eracl 2295; der [...] die praiten erde in siner hant beslozzen hat Konr 11,49; twingende die cristenheit / uber alle die werlt breit HeslApk 19330; breiter denne die welt, tieffer denne das mer Mechth 1: 40,3. – vom Meer: des breiten mers salzes smac Wh 62,12; es was eyn tieff mere und breyt Lanc 6,8. – allg. von einer größeren Fläche (Feld, Wiese, Heide u.a.): da gelobeten si den champh / zu dem braiten uelde Rol 8901; vnde quam an ein gefilde breit Herb 1978; eine schœne wise breit Eracl 1862; der anger und diu heide breit KLD:Kzl 15: 1,2; ein breit insele in dem mer UvZLanz 7995; der hof was wît unde breit Parz 805,24. – von Pflanzen, bes. Bäumen: ein öleboum, der was mâze grôz, / nider unde doch billîche breit Tr 14609; MarlbRh 9,9; Parz 162,8; ein boum mit löubern niht ze breit UvZLanz 4439; gar praiteu pleter BdN 93,18; bluomen breit / siht man ûf den heiden SM:WvT 3: 1,6; uon breites wegeriches saffe SalArz 51,29 .   – von Händen und Füßen: er hiez Dodines der wilde / mit den breiten handen UvZLanz 7099; wan er [der Vogel] hât ainen praiten fuoz ze swimmen und hât ainen andern gespaltenen fuoz ze gên auf dem lande BdN 212,5; und der fuoz ist sô prait, daz er ainen grôzen schaten gibt gegen der sunnen ebd. 490,19 (s.a. breitvüeʒe ). breit alsam ein wanne Iw 443; breit als ein schußel Lanc 529,5; die breiten schilde Eracl 2674; samit vnde pfellile breit Roth 787; ein zobel ze rehte breit Wig 8905; manec teppech breit Parz 82,29; vf einer tabelen breit Herb 9304; schœne frowen / tragent alle hüete breit SM:Had 11: 1,3; Eracl 3819; Wig 2417. – Adv.: da von schinet si [die Sonne] sleht unde breit MNat 1,9; daz ander dinc, daz uns des nidern sunnen schînes irret, daz wir sîn wîte unde breite verirret sîn, daz ist der nebel PrBerth 1:395,10; alse der mân wol verre über lant / liuhtet des nahtes wol lieht unde breit, / sô daz sîn schîn al die welt umbevêt MF:Mor 1: 1,5    2 ‘breit, nach links und rechts ausgedehnt’    2.1 als Gegensatz zu ‘schmal, eng’: – von Straßen, Wegen, Wasserläufen: ein engez pfat, daz was niht breit Wig 4493; Parz 142,5; der breit wekch der den menschen hintz dem tode laitet PrOberalt 4,4; EvAug 14,2; wir haben noch zwaigere wege gewalt, / [...] der eine ist brait unt wit, / [...] der ander enge unt smal HimmlJer 456; der wâc was in ze breit NibB 1527,3; die brücke [...], / diu über daz breite wazzer gie UvZLanz 7655; Parz 285,6. – von Körperteilen: sîn antlütze was wol ellen breit Iw 437; ir scheitel wîz und niht ze breit Wig 870; ein stirn, die breit ist zu vil, / der uppickeit sich vlizzen wil Physiogn 145; wer praiteu naslöcher hât, der ist unkäusch BdN 45,27; sin schultern waren breit und starck Lanc 328,8. ~ und smal: mit einem borten [...] / dâ het sie sich gegurtet mite, / der was ze breit noch ze smal Eracl 3807; ir slâ wart smal, diu ê was breit Parz 249,7; Wh 314,11; Will 114,12. ~ und lanc: ein umbe hanch, / der was breit und lanc VMos 56,28; daz heilige crûce hat uier mazze. ez ist breit, ez ist hoch, ez ist lanc, ez ist tief Spec 104,7; den [ sal ] funden si berihtet den recken über al / mit vil rîchen betten, lanc unde breit NibB 1824,3; sîn bart lanc unde breit Wig 4402    2.2 ‘von einer bestimmten Breite’; mit Maßangabe im Gen. (s.a. breite stF. unter 1): siu [die Stadt] was einer mîle breit VAlex 724; vnde sol iegelich hofstat sin hundert schvͦch lang vnd fûnfzig breit UrkCorp (WMU) 248A,43; umb den helm ein lîste gie / von golde zweier vinger breit Wig 7386; BvgSp 90; der [Sarg] was wol vier fúß breit und zweyer dick Lanc 615,17; kegin eyner spennen breyt Pelzb 129,2. ze mâze ~ : lengiu swert, ze mâzze breit SM:Go 1: 2,4; zv mazze lanc, zv mazze breit, / als ein sark solde sin Herb 10788; eine schœne strâze, / diu was ze guoter mâze / breit Tr 2579; Wig 7094    3 ‘groß’    3.1 ‘zahlen- und umfangmäßig groß’ sîn afterchumft wart vile breit Gen 917; wie er nach der toufe stifte / ein ander christenhait, di wuohs sit und ist nu brait AvaLJ 49,3; Eracl 2495; von du wart ime sin len [Lehensgüter] breit Roth 4891. Alexander und sîn here breit SAlex 3760; eine vil breide menie Roth 2983; Mügeln 352,4    3.2 von Abstrakta: ‘bedeutend, gewichtig, groß’ daz chint was gotes wisheit, / sin gewalt ist michel unte breit VEzzo 180; dâ gotes êre breiter und grœzlîcher ane læge Eckh 5: 21,2; uns ist uon gote geboten, daz wir die minnen, die uns leide toͮnt; so breit ist div minne Spec 136,10; ir rôter munt / hât mih verwunt, / des ist mîn ungemüete breit SM:HvS 1: 3,6; mînes herzen freude breit / was Gahmuretes werdekeit Parz 109,21; RvEBarl 13972. – ~ und lanc/wît: Terramêrs rîcheit / was kreftic, wît und breit Wh 9,28; daz wît gemezzen leit, / beidiu sô lanc und ouch sô breit, / deis al diu heidenschaft enphant ebd. 253,2; SM:Te 13:3,9; sendez trûren lanc breit unde dicke / wirt mir zallen stunden kunt KvWLd 13,15. – ~ werden ‘anwachsen’ sîn riwe smal, sîn vreude breit / wart dô Parz 640,9; über al diz her wirt ze breit / der jâmer durh dich einen Wh 457,6; RvEBarl 3591. 13721; dirre gedanc wart vil breit Herb 1881; TrSilv 388. – ~ machen ‘vergrößern’ sô mache ich iuwer sælde breit / mit guotes grôzer rîcheit RvEBarl 8985; Mechth 5:11,30    4 ‘weit verbreitet, bekannt’ dem kvnige was vil leit, / daz Jasones lop was breit / von lande zv landen Herb 170; der verholniu mære machte breit Parz 643,5; du gebârest vil gelîche / einem man des werdekeit / ist mit mæren harte breit: / bistu Artûs genant, / sô ist dîn name verre erkant ebd. 767,8. ~ werden ‘sich verbreiten’ schiere wart daz mære breit: / in daz rîche wart geseit, / wie ez was ergangen RvEBarl 8101. 2122; Herb 13708; Parz 63,30

MWB 1 983,3; Bearbeiter: Hoffmann

breitdistel stMF. ‘Breitdistel’ (zur Identifizierung der Pflanze s. AWB 1,1342): labrum ueneris: breitdistele VocBV947 3:542,37

MWB 1 984,57; Bearbeiter: Hoffmann

breite, breiten stF. breiten z.B. Mechth 7:18,45; KvMSph 24,23. 26,3. 53,1 u.ö. 1 ‘seitliche Ausdehnung, eine der drei Dimensionen eines Körpers, Breite’
2 ‘flächenhafte Ausdehnung, Weite, große Fläche’
3 ‘großes Ackerstück, Stück aus der gemeinsamen Ackerflur der Gemeinde’ (DRW 2,484; s.a. gebreite )
4 ‘Erdzone, geographische Breite’
5 übertr. ‘Größe in Bezug auf Bedeutung, Wichtigkeit’ ;
   1 ‘seitliche Ausdehnung, eine der drei Dimensionen eines Körpers, Breite’ swer oͮch dekain smale linwat vf vnserm marcht choͮfet oder verkoͮfet, div niht die reht braiti habe UrkCorp (WMU) 584,10; dâ [auf dem Pferd] lac ûf ein gereite [Sattel] , / smal ân alle breite Parz 257,2. 179,19. unser hende die schuͤlen wir auch chruͤtzen an diu brait [Querbalken] des heiligen chruͤtzes PrOberalt 6,7 u.ö.; nû volget er einem wanke dan, / der in einen wec leite / über des palas breite Iw 6432; KvWTurn 646. – in Verbindung mit anderen Maßbegriffen (Länge, Höhe, Tiefe): div wîte des huses gestet in uiere mazzen: an der breite, an der lenge, an der hohe, an der tieffe Spec 135,26. 104,8; HimmlJer 51; ir zefuͦrtet daz gedrenge; / an der breite und an der lenge / hiewet ir ein vil tiefes pfat [im gegnerischen Heer] Rennew 7768; RvEAlex 5668; siner [des Paradieses] breiti und siner lengi der vant ich kein ende Mechth 7: 57,2; si [ sele ] ist zumale ein lutir geist sunder alle materielichkeit und alle gropheit, groze, lenge, breite, alleine si geistliche groze habe Parad 99,2; Eckh 1:182,3. an (der) ~ mit Maßangabe: sie [die Stadtmauer] wart wit vnde groz, / daz sie innen ir besloz / an wite vnde an breite / [...] zwo grozze tagefart Herb 1775; es [das Zelt] was zwaintzig elen hoch [...], / sechtzig elen es an der leng hatt, / zwelff an der praitte HvNstAp 3948; dv́ selbe houestat ist an der lenge ehtewe vnd zwenzic schuͦhe vnd viêr vingere vnd an der breîte fv́nf vnd zwenzic schuͦhe UrkCorp (WMU) N717,21. hande/ vuozes/ hâres ~ (z.T. von breit Adj., Adv. nicht eindeutig zu scheiden): sie hetten vf der erden / nirgen einer hende breit, / ez enwere allez beleit Herb 9572; Parz 386,25; Tr 11117; done wolden dise zwêne doch niht hôher stân [zurückweichen] / zweier hande breite NibB 1866,3; ûz gotes minne er nie getrat / eines halben vuozes breit / in dirre welte unstætekeit RvEBarl 11273; nie hâres brait gestrûchen SM:Go 2a: 6,10; der [Würde des Priesters] mac da nicht werden min / von siner unheilikeit / alsam eines hares breit HeslApk 13084; Eckh 5:40,17    2 ‘flächenhafte Ausdehnung, Weite, große Fläche’ der breite und ouch der wîte / bedorfte Terramêrs her, / do si ûz den schiffen von dem mer / ieslîcher reit zuo sîner schar Wh 12,22. 16,16; über des gevildes breite, / [...] dâ reit der künec peizen her Parz 721,24. 92,1; und sitzet [...] uf des berges breite HeslApk 19057; under des himels breite Daniel 5943; des manden breite Mügeln 297,11; Eckh 2:165,2. 3:152,6. – ‘flaches Feld, Ebene’ dô reit über ein breide / gegen einer wegescheide / Wâlwein, [...] / und leisiert über die plâne UvZLanz 2363. 4663    3 ‘großes Ackerstück, Stück aus der gemeinsamen Ackerflur der Gemeinde’ (DRW 2,484; s.a. gebreite ): monasterium [...] habebit [...] de agris curie nostre [...], qui dicuntur Praitten, decimam totaliter UrkWeltenb 113 (a. 1220); ibidem agri, qui dicuntur preiten UrbBayJ 340 (= UrbBayS 3,638 ); daz ich [...] han verchauft meins aygen gvͤtez [...] ain praiten, di da leit ob dez wegez gegen Vronhofen vnd ain prait hinter dem ziegloven StiftStBernh 246 (a. 1328); daz wir [...] verchauffet haben [...] des Engelprechtz hof vnd ainen pavmgarten vnd ein wis vnd ein praiten, daz allez an den selben hof stozzet ebd. 247 (a. 1346)    4 ‘Erdzone, geographische Breite’ die vir klainen ebenverrer [Parallelkreise zum Äquator] und der [...] ebennehter [Äquator] underschaident an dem himel fuͤnf praiten oder funf reich [ quinque zonas sive quinque regiones ] KvMSph 32,23; ez sint auch den fuͤnf snuͤren an dem himel [ zonis in celo ] fuͤnf praiten [ plage in terra ] antwuͤrtend auf der erden ebd. 32,25; in der praiten dez ebennehters [ in superficie equinoctialis ] ebd. 52,2; ein igleich zaichen [Tierkreiszeichen] hat in der leng dreizzig grad und zweliff in seiner praitte Sphera 69,28. – Weiteres zur Verwendung als geographischer Terminus s. Deschler, Astron. Term. (Register S. 465) und Glossar zu KvMSph .    5 übertr. ‘Größe in Bezug auf Bedeutung, Wichtigkeit’; gewöhnl. mit anderen Maßbegriffen: daz wir in lenge unde in breite zieren daz leben / nach dinen hulden Himmelr 5,28; die lenge und ouch die breite / treit iwer prîs die krône / ob anderen prîsen schône Parz 654,12; o heligú tieffin aller diemuͤtekeit, o miltú breitin aller gaben, o erlichú hoͤhin aller minne, Jhesu Christe Mechth 7: 18,45. 5:11,31; groze der libe ligit weder an lenge noch an breide, mer si ligit an grozirme adile Parad 88,32. 15,7; HeslApk 22927; Tauler 369,12; LvRegFr 1373. – zur Umschreibung der unermesslichen Größe Gottes (nach Eph 3,18): das ir múgent begriffen mit allen heiligen weles si die hoͤhi, die breiti und die tieffi und lengi [ latitudo et longitudo et sublimitas et profundum Eph 3,18] Gotz Tauler 174,25; ebenso Eckh 1:182,5; dîner hœhe und dîner breite, / dîner tiefen antreite / wart nie gezilt anz ende Wh 1,29; der âne breite und âne lenge, / ân end ist und ân anegenge LvRegSyon 1. – selten ohne weitere Maßbegriffe: die minne hat so groze breide, / dat si nimanne van ire in wilt gescheiden Lilie 57,37; also get dez gewaltez prait / fuͤr daz recht recht uͤber all Teichn 208,14. 464,867. 703,8

MWB 1 984,60; Bearbeiter: Hoffmann

breiten Adv. ‘weit ausgedehnt’ und alsô irret uns diu erde gar wîten unde breiten, daz wir des nidern sunnen niht gesehen mügen PrBerth 1:393,25

MWB 1 986,39; Bearbeiter: Hoffmann

breiten stF. breite

MWB 1 986,42;