Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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b – bachhelling
bächîn – backwërc
bacolôn – badestubære
badestube – balde
baldecheit – balmunden
balmunt – balsamtrôn
balsamtropfe – ban, bane
1ban – banekîe
banël – bänkelîn
banken – bantac
bant|âder – banzins
banzûn – bârbrët
1barc – bârkleit
barkorn – barmhërzeclîche
barmhërzege – barten
bartenære – base
Baseler, Basler – bate
bate, pate – bearbeiten
bearren – bechersamenære
becherweide – beckenknëht
beckenkol – bedancheit
bedarf (?) – bedingen
bedirmen – bedrangen, bedrengen
bedrât – begâben
begâbunge – begelimpfen
begenagen – begin
begîne – beglîmen
beglîmunge – begrîflich
begrîflîcheit – behaft
behaftec – behaltunge
behandeln – beheimsuochen
beheiʒen – behern
behêrren – behoven
behten – behuoflich
behuoren – beie
beie – beinîn
beinîsen – beiʒe
1beiʒe – bekantlicheit, bekentlicheit
bekantnisse, bekentnisse – bekerzen
bekicken – beklipfen
beklocken (?) – bekorunge
bekorungnisse – beküelen
bekumberhaft – belæren
belasten – belîbelich
belîben – belônære
belônen – bemaln
bemangen – bemurmeln
bemüseln – benedîunge
benediz – bennen
bennige – bequâme
bequæme – bërc|êrîn
bërcgar – bërcphenninc
bërcrëht – beredenunge
beredet – 1berennen
2berennen – bërhtnaht
berhtram – berillîn
berîmeln – bërlich
bërlîn – bernisch
bërnklâ – bêrswîn
bertenære – beruofære
beruofen – besamentlîchen
besamenunge – beschatzære
beschatzen – beschemen
beschemenisse – beschînen
beschirm – beschouwunge
beschremen – besebelicheit
beseben – besetzunge
besëʒ – besîtes
besitzære – beslîʒen
besloʒ – besnöuwen
besnüeren – besprëchære
besprëchen – beste
bestëchen – bestiure
bestiuren – bestürzen
bestutten – besuochnisse
besuochunge – bët
betagen – bëtelære
bëtelærinne – bëtemësse
betemmen – bëtewîn
bëtewîp – betrahtegen
betrahten – betrogenlich
betrônen – betrûren
betrûrigen – bettemunt
betten – betûchen
betüemen – betwungenheit
betwungenlich – bevellicheit
bevern – bevliehen
bevlieʒen – bevür
bevürhten – bewærnüsse
bewarsam – bewëlgen
bewëllen – bewindeln
bewinden – bezâfen
bezaln – beziln
bezimbern – beʒʒer
beʒʒerære – bî bestân
bîbilde – bíderben, bedérben
biderbenen, bederbenen – bîenkar
bîenswarm – bieʒenblat
bieʒenkrût – bîhtât
bîht(e) – bilchmûs
bildære – bildoht
bildunge – bilsensaf
bilsensâme – bineʒ
binide – birden
bir(e) – birnwîn
birsære – bischolf
bî schrîben – bî slâfen
bî|slëht – bît
bitære – bittern
bitternis – biurlîn
biuschen – bîvilde
bîvilden – bîzeichenen
bî zëmen – blahsen
1blæjen – blâsehorn
blæselîn – blatengîr
blatenrinc – blëchhantschuoch
blëchrinc – bleichvëlt
blende – blîche
blîchen – blîkloz
blîkolbe – bliuclich
bliuge – blôdern
blotschen – blüemunge
blüetebërnde – bluomental
bluomenvar – bluotgieʒen
bluotgieʒende – bluotstürzunge
bluotsûgende – bobenthalben
boc – bogelîn
bogen – 2bolle
bollen – 3bor
bor-, enbor- – (borliep,) enborliep
bormære – bortengewant
bortiure – bote
botech – bou
bouc – boummate
boum|öle – bôʒwurz
brâ – brâ|hâr
bræhen – brantlich
brantreite – brâwelîn
bræwen – brëhenen
brëhentac – brenken
brenn-, bern(e)-, birnschatz – bretsche
brëtsnîdære – brieschen
brievære – brionie
brîsære – briulêhen
briumeister – briuwe
briuwe – brohsen
bronie – brôthalle
brôtheit – bruch
bruch – bruckenambet
bruckenære, bruggenære – brüeterîn
brügel – brünnære
brunne – brünselbërc
brünseln – bruoderhûs
bruoderkint – brust
brust – brûtdëgen
brûtdrüʒʒel – brûtsanc
brûtschaft – buckel
buckelære – büellîn
büeʒære – buhsboum
bühse – bûlslac
bulzen – buoben
buobengâbe – buochisch
buochkamere – buoliân
buollîn – buppe
bur – burcgrâvenambet
burcgrâvenrëht – burcmeisterlêhen
burcmeisterschaft – burcstal
burcstat – bürde
bürdelîn – burgergemeine
bûr|gerihte – Burgunder
Burgunjoys – bursenære
bursît – büschelîn
buschoff – bütelin
bûtelîn – bûvëlt
bûvisch – buʒʒel

   blüegen - bluomenbërc    


blüegen swV. Oder ist belüegen, -lüejen anzusetzen? ‘brüllen’ er begunde sêre blüegen [ : vüegen ] Virg 631,8

MWB 1 897,26; Bearbeiter: Tao

blüejelich Adj. ‘blühend’ kunftiger salden bluwelich, / ewic vreude dir schenkende, / unser stete gedenkende / behalden vurbaz dir suze / die gotliche gewalt muze Macc 260

MWB 1 897,29; Bearbeiter: Tao

blüejen swV. auch blüegen ( KvWPart 3758 ), blüewen, blû(w)en. 1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1 von Pflanzen
1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.
2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , übertr.
3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet : ‘aufgeblüht, blühend’
   1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’    1.1 von Pflanzen: dô sach ich drî wînrebe / brozzen unde bluon, zuo zîtigen berigen sich machen Gen 1950; dâ stuont manic boum sô frumer, / der aldaz jâr obez truoc, / [...] und anderhalp doch bluote UvZLanz 3947; Macer 53,3. 76,5; Pelzb 121,8; die blüenden vier wochen, / sô der vil süeze meie în gât / unz an daz, dâ er ende hât Tr 538. – in Vergleichen und bildlichen Ausdrücken: alse div lilie unde div rôse uz den dornen bloͮt, same wart div unser rôse, .s. Maria, uon den iuden geborn Spec 96,25; ir antlütze wart missevar, / daz ê in hôhem gemüete / baz danne ein rôse blüete Wig 7608; daz spil [...], / dar inne der tôt als ein dorn / in dem meien blüete ebd. 7629; der was der minne ein blüender stam Wh 88,12; o frouwe, / aller tugent ein blüende ouwe, / rôsegarte dornes ân SM:EvS 1: 7,7    1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.: in sîner blüenden jugent Tr 295; RvEWchr 21600; HvNstAp 13014; sin minnekliches junge bluͤiendes leben Tauler 231,30; diu wunderlîche schœne / der blüejenden Îsôte Tr 17805. 16007; dô Jêsus mennischeit / der tôt an dem kriuze müete, / innen des sîn leben blüete / ûz der gotlîchen sterke Wh 219,26. sîn herze an vreuden bluote UvZLanz 7794; fröiden hôchgemüete blüet mir an der selben stunt, / dô si sprach daz süeze wort KLD:UvL 44: 4,4. 53:7,2; in freuden swebt und bluot / sîn herze und sîn muot Ottok 90145; des sîn sælde immer blüete / und sîn unverswigeniu güete Wh 463,9. unte íh ôuh dés uváre tûo, óbe dîu plebs catholica [...] blûoie in studio uirtutum Will 107,17; diu was ein bluome der güete, / ir herze in tugent blüete Wig 6117; wie er an tugenden blûnde was Kreuzf 316; wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete Wig 3186; LvRegSyon 1620; Tristant, der triuwen blüende, / der ie durch êre müende / was sînen ritterlîchen lîp HvFreibTr 6513. – ‘entstehen’ ein leit von dem sheiden bluͤt, / daz kan langen kummer bern Rennew 33546. – von rhetorischer Ausschmückung: wâ nu rîcher künste hort, / wâ schœne rede, wâ blüende wort [...]? HvFreibTr 2; zu volbringene diz mêr, / daz sô blüende hât unz her / mit schœner rede betichtet / mîn hêrre meister Gotfrit von Strâzburc ebd. 12; ein lob mit blünder sprüche ris Mügeln 116,6 u.ö.    2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, übertr.: diu [ kemenâte ] was alsô gehêret / mit einem bette gêret, / daz mich mîn armuot immer müet, / sît d’erde alsölhe rîchheit blüet Parz 242,30; ob sie [Sarazenen] der walt noch kunde blüen, / wir suln sie doch mit strîte müen UvEtzAlex 9947; daz mich ir sterben muͤwet / und ymmer sende swære bluͤwet Rennew 9230; daz muͦz [...] herzebernden kummer bluͤwen ebd. 11896. 16364    3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet: ‘aufgeblüht, blühend’ ez tuont diu vogelîn schîn, / daz siu die boume sehent gebluot MF:Veld 18,2; ir lant was über allez jâr / als miten meien gebluot UvZLanz 205; swie diu heide stêt gebluot SM:KvT 7: 1,9; unsen wingarten der gebluet stat Brun 605 u.ö; [sie] kâmen hin gegangen / vil vruo und in dem touwe / ûf die gebluoten ouwe / und ûf daz wunneclîche tal Tr 17352; daz sol diu werde mir vertragen / daz ich ir lop sol hôhe sagen, / si wol gebluotez meienrîs KLD:WvM 5:2,10

MWB 1 897,33; Bearbeiter: Tao

blüejunge stF. ‘Blühen’ du bist, herre, min labunge und ich din bluͤjunge Mechth 5: 20,4; die lúhtende bluͤjunge ir [Marias] schoͤnen oͮgen ebd. 5: 23,69

MWB 1 898,39; Bearbeiter: Tao

blüemekîn stN. ‘Blümchen’ ich hân ein plüemikîn / gebrochen UvLFrd 244,21. 568,10

MWB 1 898,43; Bearbeiter: Tao

blüemelîn stN. auch blüemelî, blüemel. ‘kleine Blume, Blüte’ maniger hande blüemelîn / lachent ûz des meien touwe / gên der liehten sunnen schîn SM:JvW 1: 2,1; nû ist heide wol geschœnet / mit vil manigen blüemelîn gemeit SM:KvL 7: 1,2. 15:1,9; dú bluͤemel der gamillen SHort 8379. 5379; Wig 4992; Frl 5:77,2; PrGeorg 264,26; dîn liehter schîn muoz iemer sîn / mîn meie und mîniu blüemelîn SM:Ta 1: 5,4; eya wer gehilfet mir des, das ich noch an der cronen ein klein bloͤmelin moͤge sin [...] ? Mechth 7: 1,127. – übertr. zur Bezeichnung des kleinen Flecks auf der Stirn der Bienenkönigin: er [Bienenkönigin] hât auch an der stirn ain weiz plüemel [vgl. in fronte macula quedam, quasi quodam diademate candidatus ] , dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern peinen BdN 288,27. – bildl. für ‘Jungfräulichkeit’ (vgl. bluome): sie wolde daz blüende blüemelîn / irs blüenden magettuomes wern HvFreibTr 702. – spez. ‘Vergissmeinnicht’ (s.a. bluome): blumelin [vgl. Anm. z.St.] daz erste ist, / wechset uf gar ane mist Daniel 1693. 2578

MWB 1 898,45; Bearbeiter: Tao

blüemeln swV. nur Part.-Adj., ‘mit Blumen bestanden’: eine heide breite [...], / diu schône geblüemet [La. geblumelt ] was Mai 70,5; ûf daz geblüemete [La. geblumelt ] velt / sluogen si ûf ir gezelt ebd. 70,9

MWB 1 899,3; Bearbeiter: Tao

blüemen swV. s. a. bluomen und geblüemet Part.-Adj. 1 ‘etw. mit Blumen schmücken’
2 ‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1 konkret
2.2 übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
3 ‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
   1 ‘etw. mit Blumen schmücken’ v́nser bétte ist uuóla geblûomet Will 24,1; dâvon siht man nû die heide / wol geblüemet und den walt SM:HvT 2: 1,3; wie der meie blüemet manig velt SM:KvL 19: 1,4; der meie het dâ wol sîn gras / gerœset und geblüemet KvWKlage 2,8; der naturlich gebluͤmter anger Seuse 374,23. – refl.: ‘Blüten treiben, blühen’ swâ diu rebe sich blüemet, / dâ fliuhet daz gewürme dan KvWLd 32,243    2 ‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’    2.1 konkret: manec storje dort geblüemet reit, / gelîch gevar der heide Wh 20,8; der samît geblüemet was / mit dem golde von Kaukasas Wig 10695; ir kleider sint gezieret, / gebluͤmet und florieret HvNstGZ 7559; ob iuwer lîp nu kamphes ger, / [...] sô werdent hie geblüemet / in wâpencleider [so kleidet Euch in Eure Rüstung] wünniclich, / sô zierent iuch KvWSchwanr 966    2.2 übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’ ein wîp, diu ir wîpheit / wider ir selber liebe treit [...], / die sol diu werlt alle / wirden unde schœnen, / blüemen unde crœnen / mit tegelîchen êren Tr 18056; daz er geblüemet wart mit lobe KvWTurn 1099; ir lop blüemen unde rœsen / solten alle zungen KvWLd 1,231. – ‘ etw. rhetorisch kunstvoll ausschmücken’ die brief mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet Loheng 7577; ob ich daz sunderlichen gepruͤven kunde mit gebluͤmten worten JTit 897,2; mit geblumter rede Minneb 469; Frl 11:1,9; Cranc Vorr. Dn 271,15. – refl. ‘sich selbst loben, sich (einer Sache) rühmen, prahlen’ des wil ich offenlîche mich / vor al den Criechen rüemen / und des mich selben blüemen / daz ich ander valscheit nie / mit untriuwen gen dir begie RvEAlex 20156; er liss hoffertigen man / sich selber hoche blümen / und och mitt güfte rümen GTroj 8231; wan si wolden sich ho blumen / ob alle lute und dor an / daz nymant mochte wan sy han / von gote bekentnisses waz Hiob 4820    3 ‘(in Vollkommenheit) erschaffen’ e daz Adam ward geplumet, / da waz ich vor gotez augen Teichn 354,38

MWB 1 899,8; Bearbeiter: Tao

blüemîn Adj. ‘aus Blumen, reich an Blumen’ ieslîchiu ob ir hâre truoc / ein kleine blüemîn schapel Parz 234,11; bluomîniu schapel ebd. 776,7; Wig 10520. 11300; der turnei al stille stêt / ûf einem blüemînen plân Parz 386,29; sus zinste man im blüemîn velt ebd. 544,11; ûz dem her sîn cundewieren was / ab dem blüemînen gras / von manegem rîter sêre wunt Wh 467,10

MWB 1 899,50; Bearbeiter: Tao

blüemunge stF. ‘Ausschmückung (der Rede)’ unde dovon ist iz ouch, daz unse tolkunge der blumunge sinir rede vor nicht gehossen [laufen] kunde den andirn [vgl. unde accidit, ut prae ceteris florem sermonis eius translatio non potuerit conservare ] Cranc Vorr. Jes 7,11

MWB 1 899,58; Bearbeiter: Tao

blüetebërnde Adj. ‘Blüte tragend’ swa sich die minne zweiet und sinniclich vereinet, / da wirt ir frucht gemeiet mit bluͤde bernden vreuden ungeweinet JTit 1905,2

MWB 1 900,1; Bearbeiter: Tao

1blüetelîn stN. (Dimin. zu bluot stMF.) ‘kleine Blüte’ der êrste morgenrôt was der wille des vaters, der ander was diu underbougikeit des sunes, der dritte was, dô ir beider geist undergreif daz minneclîche aller lûterste blüetelîn, daz iene swebete umbe daz megetlîche herze Marîen Eckh (Pf) 638,38; daz Cristus menschlich natur an sich nam in einer unteillichi der materien, [...] und also der angenomennen gemeinen menschlichen nature entwúrte [entsprach] daz rein bluͦtli in der gesegneten Marien lib, da er liplich gezoͤw von nam Seuse 333,16

MWB 1 900,5; Bearbeiter: Tao

2blüetelîn stN. Dimin. zu bluot stN. von einem kleinen Kind: dar umb wil ich nit, daz sin junges bluͤtli also vergossen werd Seuse 121,18

MWB 1 900,17; Bearbeiter: Tao

blüeterîch Adj. ‘reich an Blüten’ reiner wîbe süezez lachen / mac baz sendez trûren swachen / danne ein blüeterîcher hac KLD:Kzl 5: 3,6

MWB 1 900,20; Bearbeiter: Tao

blüetevarwe stF. ‘Blumenfarbe’ mit maniger hande liehten blüetevarwe PrBerth 1:223,20

MWB 1 900,23; Bearbeiter: Tao

blûgen swV. 1 ‘unentschlossen werden (sein), zögern’
2 ‘schwach werden, schwinden’
   1 ‘unentschlossen werden (sein), zögern’ des zwîvelte diu ûzer schar / [...], / die blûgten an ir strîte Parz 411,29    2 ‘schwach werden, schwinden’ da von in chraft vnd verch / muost blougen vnd swinden Krone 12041

MWB 1 900,25; Bearbeiter: Tao

bluhen swV. ‘brennen, leuchten’ daz lieht, daz da blvhet vz der kerzen, daz bezaichent den heiligen Krist, gebornen von der meigde Spec 34,25

MWB 1 900,30; Bearbeiter: Tao

blunt Adj. aus afrz. blond (Suolahti 1, 68). – ‘blond’ er gerte zallen stunden / der liehten, der blunden / Îsôte von Îrlanden / und vlôch die wîzgehanden Tr 19382 u.ö.; UvTürhTr 234. 629; der werde bluͤnde Rennew 19115; diu reine werde bluͤnde / Bearosine ebd. 29106; diu lûter und diu blunde KvWTroj 7596; KvWPart 7906; Helenâ diu blunde KvWTroj 20680

MWB 1 900,33; Bearbeiter: Tao

bluoge stF. bliuge

MWB 1 900,41;

bluombolle swM. ‘Blumenknospe’ loͮb het es rebloͮbe gelich, / und ainen bluͦmbollen wonneklich / obenan an sinem stil, / noch schoͤner denn ain rose vil WernhMl 3152

MWB 1 900,42; Bearbeiter: Tao

bluome swM., swstF. 1 ‘Blume, Blüte’
2 ‘Ernteertrag’
3 zum Ausdruck des Inbegriffs, ‘das Erste, Beste’ usw., meist mit einem Gen.- oder präp. Attr.
4 ‘Jungfräulichkeit’
5 ‘ Menstruation’
6 ‘ sprachl. Kunstmittel des geblümten Stils’
   1 ‘Blume, Blüte’ er hiz di erde grunen / mit wunneclichen blumen VMos 5,15; bluomen wîz dur grüeniu rîs / brehent unde smierent SM:WvT 3: 1,9; vnd wen die blume der pfedeme abe vellit Pelzb 126,13; daz kraut [...] hât ain weiz pluomen BdN 407,34; diu reine wurze von Jessê / eine ruote noch gebirt, / ûf der ein süezer bluome wirt, / dar ûffe der heilige geist / in sibenvalter volleist / mit siben tugenden ruowen sol RvEBarl 2534; SM:EvS 1:7,9. bluomen brechen, lesen: gên wir brechen bluomen ûf der heide MF:Reinm 50: 4,6; MF:Mor 25:1,2; UvZLanz 4074; KLD:BvH 14:1,8; weiz got, er [ winter ] lât doch dem meien den strît, / sô lise ich bluomen, dâ rîfe nû lît Walth 39,10; UvZLanz 4088; UvLFrd 244,20. – als Muster: ir sehet ovh da lilium / geworht uone golde bluͦmen VMos 82,7; dâ [auf Eneas’ Helm] stunt ein blûme obene / von dorchslagenem golde En 5710; / daz diu buckel solde sîn, / daz was ein bluome guldîn, / geworht mit grôzem vlîze; / von liehter varwe Wig 6561. der brûnen bluomen anger (engerl) als umschreibender Ausdruck für die weibl. Scham: Isôten vuoz ez des betwanc, / daz ez [Wasser] hin ûf vil vaste spranc / hin an daz engerl alsô zart, / dâ von der hübsche Nîthart / sanc, [...] / ‘aldâ die brûnen bluomen stân’ HvFreibTr 3782 (vgl. Bechstein, HvF., S. 156, Anm. z.St.); der brûnen bluomen anger, / der anger, der swanger / was der brûnen blüemelîn ebd. 5969. – Zwischen Bezeichnung der Gattung und der einen bestimmten Blumenart (flos campi Ct 2,1; vgl. blüemelîn) ist nicht sicher zu unterscheiden: ez [das Feld Duram] treit blumen, viol, cle, / gras, wurtze, nezslen, die sle, / rosen, lylgen, boume, dorn, / weize, gerst, haber, korn Daniel 1681; ach gottes muͦter und maget, / aller der welt loͤserin, / [...] du lylie, viol, rose, / du bluͦme, zitelose WernhMl 13694    2 ‘Ernteertrag’ so nimet ime der herre des ersten iares sine bluͤmen vnd brichet ime sin hus abe UrkCorp (WMU) 645,31; nah irme tode sol men den ersten blvͦmen, der vf deme gvͦte wirt, [...] antwurten swester Gertrvde von Trvbelberch ebd. N236,36 = N237,13    3 zum Ausdruck des Inbegriffs, ‘das Erste, Beste’ usw., meist mit einem Gen.- oder präp. Attr. – Gen.-Attr.: er was ein bluome der jugent, / der werltvreude ein spiegelglas, / stæter triuwe ein adamas, / ein ganziu krône der zuht AHeinr 60; si [Herzeloyde] truoc in ir lîbe / der aller ritter bluome wirt Parz 109,11; wîplîcher kiusche ein bluome / ist si ebd. 252,16; der man, / der werdekeit ein bluome ie was ebd. 598,7; ein bluome der güete Wig 6116; der kristen bluome RvEBarl 851; sô mir der lande bluome [Helena] / von dannen volget über sê KvWTroj 18948; daz si dâ solten schouwen / den bluomen aller frouwen ebd. 22570. – präp. Attr.: er bluome an mannes schœne! Parz 39,22; diu liehte junge künigîn, / diu bluome von Îrlant Tr 11525; Agmennon, der ain blüme / an miltte ob allen fürsten was GTroj 5638; sie was in schoner jugende / ein blume an reinem lebende Vät 39067    4 ‘Jungfräulichkeit’ ez was in den zîten site, / daz man des ellîche pflac, / swer sô bî einer megede lac / und ir den bluomen abe genam, / daz eteswer mit wîne kam / und lie si trinken beide Tr 12643; diu werde küniginne / schiet von ir magetuome. / ir kiuscheite bluome / wart nâch ir willen ab genomen KvWTroj 9148. 17009; der magetlîche bluome / beleip an ir [Jungfrau Maria] mit zühten ganz RvEGer 2248; die behert er êren unde frums, / des bluomen des magetums / mit gewalte und ân iren danc Ottok 63484; wib muz den val der blumen han geneiget Frl 5:112,6    5 ‘ Menstruation’ di [ siuche ] heiset zu latine menstruum, zu diute vrowensuchen. is heisent di erztte ouch ein blume, wanne als ein boum ane blumen obes nicht gebaren mac, also inmac nicht ein wip ane das kint nicht gebaren Macer 1,2    6 ‘ sprachl. Kunstmittel des geblümten Stils’ diß buch, das heißt der tum, / in dem der blünden sprüche blum / man fint gestrout in lobes rum / der hochsten himels keiserin Mügeln 176,2; Rethorica, die ferbt / der sprüche blumen unde gerbt / das mark ebd. 283,2

MWB 1 900,46; Bearbeiter: Tao

bluomeht Adj. ‘von Blumen bedeckt’ so we des bluͦmeden pades wilt genieden sich, / de sal unnuͦze genge lazen, inde sal miden die vremede strazen Lilie 66,34

MWB 1 902,1; Bearbeiter: Tao

bluomelich Adj. ‘blühend’ in der bluomelîchen zît, / sô der bluomen glanz vil wünnen gît UvEtzWh 3089

MWB 1 902,5; Bearbeiter: Tao

bluomen swV. s. a. blüemen . 1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’
2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , bildl. im erotischen Kontext
   1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’ ja in deme garten blumet eine blume Brun 4794; und ab [ob] di wingarten gegrunet / heten und di studen geblumet, / ab si uzgelazen heten da / ir blute di mala punica ebd. 11451; JenMartyr 43; dine [Marias] bluͦmende menscheit Mechth 3: 4,19    2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, bildl. im erotischen Kontext: der ir kunde ane lúrzen / die lange naht gekúrzen. / mit listen er wol moehte / in der langen nehte / bluomen an der heide / liep uzer leide, / sueze uzer sure MinneR 302 115

MWB 1 902,8; Bearbeiter: Tao

bluomenbërc stM. ‘blumenreicher Berg’ ich wil si bringen uf einen bluͦmenberg, da vindent si me wunne denne ich gesprechen kúnne Mechth 3: 15,59

MWB 1 902,20; Bearbeiter: Tao