blüegen
swV.
Oder ist belüegen, -lüejen anzusetzen?
‘brüllen’
er begunde sêre blüegen [
: vüegen
]
Virg
631,8
MWB 1 897,26; Bearbeiter: Tao
blüejelich
Adj.
‘blühend’
kunftiger salden bluwelich, / ewic vreude dir schenkende, / unser stete
gedenkende / behalden vurbaz dir suze / die gotliche gewalt muze Macc
260
MWB 1 897,29; Bearbeiter: Tao
blüejen
swV.
auch blüegen
(
KvWPart
3758
), blüewen, blû(w)en.
1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1 von Pflanzen 1.2 vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten
Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw. 2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , übertr. 3 Part.-Adj. gebluot, geblüejet : ‘aufgeblüht, blühend’
1
intr. ‘blühen, Blüten treiben’
1.1
von Pflanzen:
dô sach ich drî wînrebe / brozzen unde bluon, zuo zîtigen
berigen sich machen Gen
1950;
dâ stuont manic boum sô frumer, / der aldaz jâr obez
truoc, / [...] und anderhalp doch bluote
UvZLanz
3947;
Macer
53,3.
76,5;
Pelzb
121,8;
die blüenden vier wochen, / sô der vil süeze meie în gât /
unz an daz, dâ er ende hât Tr
538.
– in Vergleichen und bildlichen Ausdrücken:
alse div lilie unde div rôse uz den dornen bloͮt,
same wart div unser rôse, .s. Maria, uon den iuden geborn
Spec
96,25;
ir antlütze wart missevar, / daz ê in hôhem gemüete /
baz danne ein rôse blüete Wig
7608;
daz spil [...], / dar inne
der tôt als ein dorn / in dem meien blüete ebd.
7629;
der was der minne ein blüender stam Wh
88,12;
o frouwe, / aller tugent ein blüende ouwe, / rôsegarte
dornes ân SM:EvS
1: 7,7
1.2
vielfältig übertr. ‘in voller Kraft stehen; erblühen, sich zur höchsten
Vollkommenheit entfalten; gedeihen; von etw. erfüllt sein’ usw.:
–
in sîner blüenden jugent Tr
295;
RvEWchr
21600;
HvNstAp
13014;
sin minnekliches junge bluͤiendes leben Tauler
231,30;
diu wunderlîche schœne / der blüejenden Îsôte
Tr
17805.
16007;
dô Jêsus mennischeit / der tôt an dem kriuze müete, /
innen des sîn leben blüete / ûz der gotlîchen sterke Wh
219,26.
–
sîn herze an vreuden bluote UvZLanz
7794;
fröiden hôchgemüete blüet mir an der selben stunt, / dô
si sprach daz süeze wort KLD:UvL
44: 4,4.
53:7,2;
in freuden swebt und bluot / sîn herze und sîn muot Ottok
90145;
des sîn sælde immer blüete / und sîn unverswigeniu güete
Wh
463,9.
–
unte íh ôuh dés uváre tûo, óbe dîu plebs catholica
[...] blûoie in studio uirtutum Will
107,17;
diu was ein bluome der güete, / ir herze in tugent blüete
Wig
6117;
wie er an tugenden blûnde was Kreuzf
316;
wand ir reinez gemüete / ie nâch êren blüete
Wig
3186;
LvRegSyon
1620;
Tristant, der triuwen blüende, / der ie durch êre müende / was sînen
ritterlîchen lîp HvFreibTr
6513.
–
‘entstehen’
ein leit von dem sheiden bluͤt, / daz kan langen kummer bern Rennew
33546.
– von rhetorischer Ausschmückung:
wâ nu rîcher künste hort, / wâ schœne rede, wâ blüende wort
[...]? HvFreibTr
2;
zu volbringene diz mêr, / daz sô blüende hât unz her / mit schœner rede
betichtet / mîn hêrre meister Gotfrit von Strâzburc ebd.
12;
ein lob mit blünder sprüche ris Mügeln
116,6
u.ö.
2
tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, übertr.:
diu [
kemenâte
] was alsô gehêret / mit einem bette gêret, / daz mich mîn armuot immer
müet, / sît d’erde alsölhe rîchheit blüet Parz
242,30;
ob sie [Sarazenen] der walt noch kunde blüen, / wir
suln sie doch mit strîte müen UvEtzAlex
9947;
daz mich ir sterben muͤwet / und ymmer sende swære bluͤwet Rennew
9230;
daz muͦz [...] herzebernden kummer bluͤwen ebd.
11896.
16364
3
Part.-Adj. gebluot, geblüejet: ‘aufgeblüht, blühend’
ez tuont diu vogelîn schîn, / daz siu die boume sehent gebluot MF:Veld
18,2;
ir lant was über allez jâr / als miten meien gebluot
UvZLanz
205;
swie diu heide stêt gebluot SM:KvT
7: 1,9;
unsen wingarten der gebluet stat Brun
605
u.ö;
[sie] kâmen hin gegangen / vil vruo und in dem touwe / ûf
die gebluoten ouwe / und ûf daz wunneclîche tal Tr
17352;
daz sol diu werde mir vertragen / daz ich ir lop sol hôhe sagen, / si wol
gebluotez meienrîs KLD:WvM
5:2,10
MWB 1 897,33; Bearbeiter: Tao
blüejunge
stF.
‘Blühen’
du bist, herre, min labunge und ich din bluͤjunge
Mechth
5: 20,4;
die lúhtende bluͤjunge ir
[Marias] schoͤnen oͮgen ebd.
5: 23,69
MWB 1 898,39; Bearbeiter: Tao
blüemekîn
stN.
‘Blümchen’
ich hân ein plüemikîn / gebrochen UvLFrd
244,21.
568,10
MWB 1 898,43; Bearbeiter: Tao
blüemelîn
stN.
auch blüemelî, blüemel.
‘kleine Blume, Blüte’
maniger hande blüemelîn / lachent ûz des meien touwe / gên der
liehten sunnen schîn SM:JvW
1: 2,1;
nû ist heide wol geschœnet / mit vil manigen blüemelîn gemeit
SM:KvL
7: 1,2.
15:1,9;
dú bluͤemel der gamillen SHort
8379.
5379;
Wig
4992;
Frl
5:77,2;
PrGeorg
264,26;
dîn liehter schîn muoz iemer sîn / mîn meie und mîniu blüemelîn
SM:Ta
1: 5,4;
eya wer gehilfet mir des, das ich noch an der cronen ein
klein bloͤmelin moͤge sin [...] ? Mechth
7: 1,127.
– übertr. zur Bezeichnung des kleinen Flecks auf der Stirn der
Bienenkönigin:
er [Bienenkönigin] hât auch an der
stirn ain weiz plüemel [vgl. in fronte macula quedam, quasi quodam
diademate candidatus
] , dâ mit hât in diu nâtûr gekrœnet vor den andern peinen
BdN
288,27.
– bildl. für ‘Jungfräulichkeit’ (vgl. bluome):
sie wolde daz blüende blüemelîn / irs blüenden magettuomes wern
HvFreibTr
702.
– spez. ‘Vergissmeinnicht’ (s.a. bluome):
blumelin [vgl. Anm. z.St.] daz erste ist, / wechset
uf gar ane mist Daniel
1693.
2578
MWB 1 898,45; Bearbeiter: Tao
blüemeln
swV.
nur Part.-Adj., ‘mit Blumen bestanden’:
eine heide breite [...], / diu schône geblüemet
[La. geblumelt
] was Mai
70,5;
ûf daz geblüemete [La. geblumelt
] velt / sluogen si ûf ir gezelt ebd.
70,9
MWB 1 899,3; Bearbeiter: Tao
blüemen
swV.
s. a.
bluomen
und
geblüemet
Part.-Adj.
1
‘etw. mit Blumen schmücken’
2
‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1 konkret 2.2 übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
3
‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
1
‘etw. mit Blumen schmücken’
v́nser bétte ist uuóla geblûomet Will
24,1;
dâvon siht man nû die heide / wol geblüemet und den walt
SM:HvT
2: 1,3;
wie der meie blüemet manig velt SM:KvL
19: 1,4;
der meie het dâ wol sîn gras / gerœset und geblüemet
KvWKlage
2,8;
der naturlich gebluͤmter anger Seuse
374,23.
– refl.: ‘Blüten treiben, blühen’
swâ diu rebe sich blüemet, / dâ fliuhet daz gewürme dan
KvWLd
32,243
2
‘jmdn./etw. (mit etw.) schmücken, verzieren’
2.1
konkret:
manec storje dort geblüemet reit, / gelîch gevar der heide
Wh
20,8;
der samît geblüemet was / mit dem golde von Kaukasas
Wig
10695;
ir kleider sint gezieret, / gebluͤmet und florieret
HvNstGZ
7559;
ob iuwer lîp nu kamphes ger, /
[...] sô werdent hie geblüemet / in
wâpencleider [so kleidet Euch in Eure Rüstung]
wünniclich, / sô zierent iuch KvWSchwanr
966
2.2
übertr. ‘jmdn./etw. mit Lob schmücken, preisen’
ein wîp, diu ir wîpheit / wider ir selber liebe treit
[...], / die sol diu werlt alle / wirden unde
schœnen, / blüemen unde crœnen / mit tegelîchen êren Tr
18056;
daz er geblüemet wart mit lobe KvWTurn
1099;
ir lop blüemen unde rœsen / solten alle zungen
KvWLd
1,231.
–
‘ etw. rhetorisch kunstvoll ausschmücken’
die brief mit grammaticâ het meisters kunst geblüemet Loheng
7577;
ob ich daz sunderlichen gepruͤven kunde mit gebluͤmten worten
JTit
897,2;
mit geblumter rede Minneb
469;
Frl
11:1,9;
Cranc
Vorr. Dn 271,15.
– refl. ‘sich selbst loben, sich (einer Sache) rühmen, prahlen’
des wil ich offenlîche mich / vor al den Criechen rüemen / und des
mich selben blüemen / daz ich ander valscheit nie / mit untriuwen gen dir
begie RvEAlex
20156;
er liss hoffertigen man / sich selber hoche blümen / und och mitt
güfte rümen GTroj
8231;
wan si wolden sich ho blumen / ob alle lute und dor an / daz nymant
mochte wan sy han / von gote bekentnisses waz Hiob
4820
3
‘(in Vollkommenheit) erschaffen’
e daz Adam ward geplumet, / da waz ich vor gotez augen Teichn
354,38
MWB 1 899,8; Bearbeiter: Tao
blüemîn
Adj.
‘aus Blumen, reich an Blumen’
ieslîchiu ob ir hâre truoc / ein kleine blüemîn schapel Parz
234,11;
bluomîniu schapel ebd.
776,7;
Wig
10520.
11300;
der turnei al stille stêt / ûf einem blüemînen plân Parz
386,29;
sus zinste man im blüemîn velt ebd.
544,11;
ûz dem her sîn cundewieren was / ab dem blüemînen gras / von
manegem rîter sêre wunt Wh
467,10
MWB 1 899,50; Bearbeiter: Tao
blüemunge
stF.
‘Ausschmückung (der Rede)’
unde dovon ist iz ouch, daz unse tolkunge der blumunge sinir rede vor nicht
gehossen [laufen] kunde den andirn [vgl.
unde accidit, ut prae ceteris florem sermonis eius translatio non
potuerit conservare
]
Cranc
Vorr. Jes 7,11
MWB 1 899,58; Bearbeiter: Tao
blüetebërnde
Adj.
‘Blüte tragend’
swa sich die minne zweiet und sinniclich vereinet, / da wirt ir frucht gemeiet
mit bluͤde bernden vreuden ungeweinet JTit
1905,2
MWB 1 900,1; Bearbeiter: Tao
1blüetelîn
stN.
(Dimin. zu
bluot
stMF.) ‘kleine Blüte’
der êrste morgenrôt was der wille des vaters, der ander was diu underbougikeit
des sunes, der dritte was, dô ir beider geist undergreif daz minneclîche aller
lûterste blüetelîn, daz iene swebete umbe daz megetlîche herze Marîen
Eckh (Pf)
638,38;
daz Cristus menschlich natur an sich nam in einer unteillichi der materien,
[...] und also der angenomennen gemeinen menschlichen
nature entwúrte [entsprach] daz rein bluͦtli in der
gesegneten Marien lib, da er liplich gezoͤw von nam Seuse
333,16
MWB 1 900,5; Bearbeiter: Tao
2blüetelîn
stN.
Dimin. zu
bluot
stN.
von einem kleinen Kind:
dar umb wil ich nit, daz sin junges bluͤtli also vergossen werd Seuse
121,18
MWB 1 900,17; Bearbeiter: Tao
blüeterîch
Adj.
‘reich an Blüten’
reiner wîbe süezez lachen / mac baz sendez trûren swachen /
danne ein blüeterîcher hac KLD:Kzl
5: 3,6
MWB 1 900,20; Bearbeiter: Tao
blüetevarwe
stF.
‘Blumenfarbe’
mit maniger hande liehten blüetevarwe PrBerth
1:223,20
MWB 1 900,23; Bearbeiter: Tao
blûgen
swV.
1
‘unentschlossen werden (sein), zögern’
2
‘schwach werden, schwinden’
1
‘unentschlossen werden (sein), zögern’
des zwîvelte diu ûzer schar / [...], / die blûgten an
ir strîte Parz
411,29
2
‘schwach werden, schwinden’
da von in chraft vnd verch / muost blougen vnd swinden Krone
12041
MWB 1 900,25; Bearbeiter: Tao
bluhen
swV.
‘brennen, leuchten’
daz lieht, daz da blvhet vz der kerzen, daz bezaichent den
heiligen Krist, gebornen von der meigde Spec
34,25
MWB 1 900,30; Bearbeiter: Tao
blunt
Adj.
aus afrz. blond (Suolahti 1, 68).
–
‘blond’
er gerte zallen stunden / der liehten, der blunden / Îsôte
von Îrlanden / und vlôch die wîzgehanden Tr
19382
u.ö.;
UvTürhTr
234.
629;
der werde bluͤnde Rennew
19115;
diu reine werde bluͤnde / Bearosine ebd.
29106;
diu lûter und diu blunde KvWTroj
7596;
KvWPart
7906;
Helenâ diu blunde KvWTroj
20680
MWB 1 900,33; Bearbeiter: Tao
bluoge
stF.
→
bliuge
MWB 1 900,41;
bluombolle
swM.
‘Blumenknospe’
loͮb het es rebloͮbe gelich, / und ainen bluͦmbollen wonneklich / obenan an
sinem stil, / noch schoͤner denn ain rose vil WernhMl
3152
MWB 1 900,42; Bearbeiter: Tao
bluome
swM., swstF.
1
‘Blume, Blüte’
2
‘Ernteertrag’
3 zum Ausdruck des Inbegriffs, ‘das Erste, Beste’ usw., meist mit einem Gen.-
oder präp. Attr. 4
‘Jungfräulichkeit’
5
‘ Menstruation’
6
‘ sprachl. Kunstmittel des geblümten Stils’
1
‘Blume, Blüte’
er hiz di erde grunen / mit wunneclichen blumen
VMos
5,15;
bluomen wîz dur grüeniu rîs / brehent unde smierent
SM:WvT
3: 1,9;
vnd wen die blume der pfedeme abe vellit Pelzb
126,13;
daz kraut [...] hât ain weiz
pluomen BdN
407,34;
diu reine wurze von Jessê / eine ruote noch gebirt, / ûf der
ein süezer bluome wirt, / dar ûffe der heilige geist / in sibenvalter volleist / mit
siben tugenden ruowen sol RvEBarl
2534;
SM:EvS
1:7,9.
–
bluomen brechen, lesen:
gên wir brechen bluomen ûf der heide
MF:Reinm
50: 4,6;
MF:Mor
25:1,2;
UvZLanz
4074;
KLD:BvH
14:1,8;
weiz got, er [
winter
] lât doch dem meien den strît, / sô lise ich bluomen, dâ rîfe nû
lît Walth
39,10;
UvZLanz
4088;
UvLFrd
244,20.
– als Muster:
ir sehet ovh da lilium / geworht uone golde bluͦmen
VMos
82,7;
dâ [auf Eneas’ Helm] stunt ein blûme obene /
von dorchslagenem golde En
5710;
/ daz diu buckel solde sîn, / daz was ein bluome guldîn,
/ geworht mit grôzem vlîze; / von liehter varwe Wig
6561.
–
der brûnen bluomen anger (engerl) als umschreibender Ausdruck für die
weibl. Scham:
Isôten vuoz ez des betwanc, / daz ez [Wasser]
hin ûf vil vaste spranc / hin an daz engerl alsô zart, / dâ von der hübsche
Nîthart / sanc, [...] / ‘aldâ die brûnen bluomen stân’
HvFreibTr
3782
(vgl. Bechstein, HvF., S. 156, Anm. z.St.);
der brûnen bluomen anger, / der anger, der swanger / was der brûnen
blüemelîn ebd.
5969.
– Zwischen Bezeichnung der Gattung und der einen bestimmten Blumenart
(flos campi Ct 2,1; vgl. blüemelîn) ist nicht sicher
zu unterscheiden:
ez [das Feld Duram] treit blumen, viol, cle, /
gras, wurtze, nezslen, die sle, / rosen, lylgen, boume, dorn, / weize, gerst,
haber, korn Daniel
1681;
ach gottes muͦter und maget, / aller der welt loͤserin, /
[...] du lylie, viol, rose, / du bluͦme, zitelose
WernhMl
13694
2
‘Ernteertrag’
so nimet ime der herre des ersten iares sine bluͤmen vnd brichet ime sin hus
abe UrkCorp (WMU)
645,31;
nah irme tode sol men den ersten blvͦmen, der vf deme gvͦte wirt,
[...] antwurten swester Gertrvde von Trvbelberch ebd.
N236,36 = N237,13
3
zum Ausdruck des Inbegriffs, ‘das Erste, Beste’ usw., meist mit einem Gen.-
oder präp. Attr.
– Gen.-Attr.:
er was ein bluome der jugent, / der werltvreude ein spiegelglas, / stæter
triuwe ein adamas, / ein ganziu krône der zuht AHeinr
60;
si [Herzeloyde] truoc in ir lîbe / der aller
ritter bluome wirt Parz
109,11;
wîplîcher kiusche ein bluome / ist si ebd.
252,16;
der man, / der werdekeit ein bluome ie was ebd.
598,7;
ein bluome der güete Wig
6116;
der kristen bluome RvEBarl
851;
sô mir der lande bluome [Helena] / von dannen
volget über sê KvWTroj
18948;
daz si dâ solten schouwen / den bluomen aller frouwen ebd.
22570.
– präp. Attr.:
er bluome an mannes schœne! Parz
39,22;
diu liehte junge künigîn, / diu bluome von Îrlant
Tr
11525;
Agmennon, der ain blüme / an miltte ob allen fürsten was GTroj
5638;
sie was in schoner jugende / ein blume an reinem lebende Vät
39067
4
‘Jungfräulichkeit’
ez was in den zîten site, / daz man des ellîche pflac, / swer
sô bî einer megede lac / und ir den bluomen abe genam, / daz eteswer mit wîne kam /
und lie si trinken beide Tr
12643;
diu werde küniginne / schiet von ir magetuome. / ir kiuscheite bluome / wart
nâch ir willen ab genomen KvWTroj
9148.
17009;
der magetlîche bluome / beleip an ir [Jungfrau
Maria] mit zühten ganz RvEGer
2248;
die behert er êren unde frums, / des bluomen des magetums / mit gewalte und ân
iren danc Ottok
63484;
wib muz den val der blumen han geneiget Frl
5:112,6
5
‘ Menstruation’
di [
siuche
] heiset zu latine menstruum, zu diute vrowensuchen. is heisent di
erztte ouch ein blume, wanne als ein boum ane blumen obes nicht gebaren mac, also
inmac nicht ein wip ane das kint nicht gebaren Macer
1,2
6
‘ sprachl. Kunstmittel des geblümten Stils’
diß buch, das heißt der tum, / in dem der blünden sprüche
blum / man fint gestrout in lobes rum / der hochsten himels keiserin
Mügeln
176,2;
Rethorica, die ferbt / der sprüche blumen unde gerbt / das
mark ebd.
283,2
MWB 1 900,46; Bearbeiter: Tao
bluomeht
Adj.
‘von Blumen bedeckt’
so we des bluͦmeden pades wilt genieden sich, / de sal unnuͦze genge lazen,
inde sal miden die vremede strazen Lilie
66,34
MWB 1 902,1; Bearbeiter: Tao
bluomelich
Adj.
‘blühend’
in der bluomelîchen zît, / sô der bluomen glanz vil wünnen gît UvEtzWh
3089
MWB 1 902,5; Bearbeiter: Tao
bluomen
swV.
s. a.
blüemen
.
1 intr. ‘blühen, Blüten treiben’
2 tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’ , bildl. im erotischen Kontext
1
intr. ‘blühen, Blüten treiben’
ja in deme garten blumet eine blume Brun
4794;
und ab [ob] di wingarten gegrunet / heten und di
studen geblumet, / ab si uzgelazen heten da / ir blute di mala punica ebd.
11451;
JenMartyr
43;
dine [Marias] bluͦmende menscheit
Mechth
3: 4,19
2
tr. ‘etw. zum Blühen bringen, (als Blüte) hervorbringen’, bildl. im
erotischen Kontext:
der ir kunde ane lúrzen / die lange naht gekúrzen. / mit listen er wol moehte
/ in der langen nehte / bluomen an der heide / liep uzer leide, / sueze uzer sure
MinneR 302
115
MWB 1 902,8; Bearbeiter: Tao
bluomenbërc
stM.
‘blumenreicher Berg’
ich wil si bringen uf einen bluͦmenberg, da vindent si me
wunne denne ich gesprechen kúnne Mechth
3: 15,59
MWB 1 902,20; Bearbeiter: Tao |