blindeclich
Adj.
‘blind’
daz er musse wesen / ewencliche vngenesen / von blindenclicher leide
PassI/II
133,31
MWB 1 879,36; Bearbeiter: Tao
blindekîn
stN.
Dimin. zu
blinde
swM., als höhnische Anrede:
gât ir nû, her blindekîn! Helmbr
1717
MWB 1 879,39; Bearbeiter: Tao
blindelinc
Adj.
‘verblendet’
daz got dise selben blindelingen werg selber gerochen het MerswBrf
301
MWB 1 879,41; Bearbeiter: Tao
blindelingen
Adv.
‘blint, blindlings’, übertr. im relig. Sinne:
und dannan von enblibent ir da bi nút und enwirt nút drus, alles blindelingen
Tauler
243,10
MWB 1 879,44; Bearbeiter: Tao
blinden
stN.
‘Blindheit’
die palmen er in vf die ovgen strech: / daz blinden in zv hant geswech / vnd
gewnnen ir gesiht wider MarHimmelf
1394
MWB 1 879,48; Bearbeiter: Tao
blinden
swV.
1
‘blind werden, erblinden’
2
‘jmdn. blind machen, blenden’
1
‘blind werden, erblinden’
dâ wâren wîse meister dô, / [...]
die sageten im von wârheit daz, / ob daz selbe kindelîn / den tac und der sunnen
schîn / gesæhe ê über zehen jâr, / ez müese blinden al vür wâr
RvEBarl
11642;
do blindeten und toubeten / unse ougen und uns oren HeslApk
8008
2
‘jmdn. blind machen, blenden’
nv gebet dar zv uwern rat, / weder wir in schinden, / brinnen
oder blinden Herb
7246;
der [Teufel] blindet uns die gesicht, / daz wir in
die sunne nicht / gesen mugen die richte / mit des sinnes gesichte HeslApk
7119.
7114
(La.)
MWB 1 879,51; Bearbeiter: Tao
blinde|slîche,
blint|slîche
swMF.
‘Blindschleiche’
cecula est cecus anguis: blindeslicho [Laa.
blintsliche, blintslicha
]
SummHeinr
1:154,551;
ceculus: blindoslicho, blintsleicho ebd.
2:214,128;
Volucr (W)
351;
VocBV926
4:214,25;
dise slangen die sint och wol klein als blintslichen Tauler
282,23.
– vgl.
die blinden schlichen Seuse
387,12
(s.v.
slîche
swMF.)
MWB 1 879,63; Bearbeiter: Tao
blint
Adj.
s.a.
blinde
swM.
1 ohne weitere Erg. 1.1
‘blind, ohne Sehvermögen’
1.2
‘nicht wahrnehmen könnend/wollend, verblendet, töricht’
1.3
‘dunkel, trübe’
1.4 (von Geschwüren:) ‘nicht geöffnet’
1.5
‘maßlos’
1.6
‘schwach, nichtig’
1.7
‘trügerisch’
2 mit Gen., Präp.-Gruppe oder Inf. mit ze
2.1
‘blind’
2.2
‘von etw. verblendet’
2.3
‘blind für etw., unfähig zu etw., ohne etw.’
2.4
‘nichtig, wertlos im Verhältnis zu etw./jmdm.’
3 in Verbindung mit machen
1
ohne weitere Erg.
1.1
‘blind, ohne Sehvermögen’
da sahen si ein blinden man, ir einer fragen began, / von
welcher gewurhte der selbe blint wurte AvaLJ
91,2;
do gab er einem plinten das lieht widere, der vier iar
plint was gewesen Konr
7,7;
da wart Polifemus blint. / den herren ich blante
Herb
17615;
ez [Pferd] enwas galling noch
blint UvZLanz
1467;
blint oder toup ebd.
3772;
waeren nû die huotaere alle gemeine / toup unde blint
MF:Mor
11a: 1,4;
disiu kint / wârn von weinen vil nâch blint Parz
98,14;
sine wip vnde sine kint / mochten weinens werden blint
Herb
13226;
jmdn.
~ machen
PrMd (J)
350,12;
BdN
453,3.
– in Vergleichen:
hie mite sluoc Urgân umbe sich / als mit rehte ein
blinder man Tr
16159;
er [...] rant was er úmmer
mocht gein Lancelot, als er blint were Lanc
513,32
1.2
‘nicht wahrnehmen könnend/wollend, verblendet, töricht’
ir uirnunst wart plint VMos
8,7;
uon div bîrn wir arme suntare blint, daz wir daz êwige
lêbin lâzzin unde îlen in den tôt Spec
41,23;
du vil armer, din hercze ist noh blint
Konr
14,55;
die innern vinster, daz ist daz blint hertz daz der
rechten ding nicht wil sehen PrOberalt
166,31;
ir uaret ane wisheit, / blint vnde vnuersunnen
Herb
12323;
Lanc
70,18;
wê dir, sinnelôser man, / verirreter Tristan! / lâ disen
blinden unsin, / tuo disen ungedanc hin! Tr
19165;
sô wart ir sin alsô blint, / daz sie betten an ein rint,
/ an manic ander apgot RvEBarl
10709;
ir tumben tôren sît sô blint, / daz ir sît tœrscher danne
kint ebd.
10361.
– jmdn./jmds. sinne ~ machen:
doch machet sie diu minne blint KLD:GvN
23: 5,5;
die leiden tiuvel [...], /
die unser sinne machent blint RvEBarl
5154;
HvNstGZ
5245.
–
mit (ge)sehenden ougen ~
:
wir sîn mit gesehenden ougen blint Iw
1277.
7058;
hat dich der tufel geblant? / du bist mit sehenden
ougen blint Herb
9781;
Eracl
4541;
RvEBarl
2804;
Rennew
8598
1.3
‘dunkel, trübe’
si gingen in ellende / in dizze genibele / daz haizet
Babylonię / daz ist uinster unde blint VMos
10,22;
von iu mîn varwe ist worden blint Wig
11366;
da die sunne blint stat / unde eclipsim begat Pass III
544,43;
der werlte liecht ist worden blint, / daz e mit glaste luchte Frl
7:29,2.
9:14,18;
mein augenwaide ist worden plint HvNstAp
16082;
min vræude ist lange gewesen blint / diu etteswenne lieht glaste
Rennew
21246.
– übertr. ‘dunkel, unverständlich’
diz bîspel ist ze merkenne blint Walth
85,32;
dise rede ist sus zu sagene blint, / ich sal sie u wol beduten sint
HeslNic
1765;
di rede ist zu vorstane blint, / si enwerde uns entslozzen baz
Brun
10058
1.4
(von Geschwüren:) ‘nicht geöffnet’
das selbe geleit uf di blinden swern brichet unde heilet
se zu rechte Macer
44,4
1.5
‘maßlos’
wir mugen vil wol mit ime genesen, / wolter dekeiner mâze
wesen / an sîner blinden vrecheit; / der ist ze vil an in geleit: / er ist ze
vrech und ze gemuot, / ern ruochet hiute, waz er tuot Tr
8665;
swie blint ir beider herzen gir / an einem willen wære
ebd.
11736;
in disem blinden leide / besander si beide / vür den hof
in den palas ebd.
16535
1.6
‘schwach, nichtig’
wie was iuwer kraft sô blint, / daz iuch ein sô jungez
kint / sô lîhteclîchen überwant? RvEBarl
12615;
der gote ere is nu leider blint PassI/II
288,91;
nû waer diu hôchzît worden blint, / waer bî in gewesen niht des grâles
kint Loheng
3178
1.7
‘trügerisch’
da geschach im [dem blinden Dieb im
Traum] ein blindiu ere StrKD
75,6
2
mit Gen., Präp.-Gruppe oder Inf. mit ze
2.1
‘blind’
–
~ an den ougen:
an den ougen werd er blint. / an handen, an füezen werd er lam
EnikWchr
114.
5882;
ich mach dich an den ougen blint ebd.
6574.
6258.
24738.
–
ist got an sîner helfe [in Bezug auf seine
Hilfe] blint, / oder ist er dran betoubet
[...]? Parz
10,20
2.2
‘von etw. verblendet’
Tristan der minnen blinde ebd.
15186
2.3
‘blind für etw., unfähig zu etw., ohne etw.’
– mit Gen.:
ez jehen die sehenes blinden Frl
6:12,1;
des rehten gelouben sint sie blint / âne zwîvel und âne
wân Eracl
62;
Loheng
2535;
daz ich der sinne wær sô blint RvEBarl
8654.
9628;
MarLegPass
25,314;
alles trostes blint PassI/II
275,27;
ein tugende blinder man, / der nie liehten prîs gewan
KvWLd
24,19;
ein maget harte schœne, / an tugenden ungehœne / und alles tadels
blint Ottok
25956;
melancolici, die leute, / sint ertfar,
[...] / ir varb die ist gezierde blint
[bleich]
Physiogn
91;
dî heidin [...] zwêne brûdre niddirslûgin, /
dî des lebins blibbin blint [beraubt]
NvJer
20474.
– mit Präp.-Gruppe:
zungen, ougen, ôren sint / dicke schalchaft, zêren blint Walth
87,36;
die lange sint / an minnen blint KvWLd
2,10;
an rehten sinnen blint RvEBarl
12958;
unwîse unde an witzen blint ebd.
9384;
Rennew
16412;
an künste blint KLD:Kzl
1: 5,4;
sîn herze was vor valsche ie blint Wh
355,3;
zuͦ den dügden blint MarlbRh
82,34;
so wærn wir an eren blint Rennew
10086;
sie [die Minner, die sich dem Kummer
überlassen] werden beidenthalben blint / mit tat und mit
geberde Frl
7:40,8;
ir seyt der eren gar ain zage / und an rechter zucht
plint HvNstAp
19436.
– Inf. mit ze:
an den grâl was er ze sehen blint, / ê der touf het in bedecket
Parz
818,20
2.4
‘nichtig, wertlos im Verhältnis zu etw./jmdm.’
swaz ich vreuden ie gewan, / die sint bî disen vreuden blint Winsb
63,2;
barvüezen, bredigære, criuzer orden sint da engegen blint RvZw
225,3;
alles iamer was noch blint / [...] wieder dem daz
sich erhub PassI/II
74,31;
di merkunigynne sangk, / ir stym sussikleichen erklangk:
/ alle di saitten spil di da sint, / waren gegen ir styme plint
HvNstAp
5327;
das ist das aller schönste kint, / alle weib sint vor ir
plint; / wan sy ist di schonste maget / von der ye ward gesaget ebd.
8946
3
in Verbindung mit machen:
– jmdn. (an den ougen) ~ machen, jmds. sinne ~
machen
‘jmdn. blenden; verblenden’, s. u. Pos. 1.1,
1.2 und 2.1.
– jmdm. etw.
~ machen
‘jmdn. von etw. befreien’
sin leit si im buzte / und machte im alle sorge blint MarLegPass
9,47.
– jmdn.
~ machen
‘töten, sterben lassen’
der hunger machet uns blint EnikWchr
24015.
11874.
17279
MWB 1 880,7; Bearbeiter: Tao
blintgeborn
Part.-Adj.
‘blindgeboren’
das Crist den blintgebornen / und ouch den lib vorlornen / so wider ir genist
gab HeslApk
7671;
als daz ewangelium seit von dem blindgebornen menschen Seuse
132,30
(vgl. Io 9,3)
MWB 1 882,1; Bearbeiter: Tao
blinthaft
Adj.
‘blind’, übertr. im relig. Sinne:
daz die blinthafte rote / so manigem unreinen gote / dienten als ir valsch
geriet Pass III
662,1;
PassI/II
57,52.
202,11.
263,23
MWB 1 882,6; Bearbeiter: Tao
blintheit
stF.
1
‘Blindheit, Fehlen des Sehvermögens’
2 bildl. und übertr.: ‘geistige Blindheit, Verblendung, Torheit’
1
‘Blindheit, Fehlen des Sehvermögens’
diu blintheit mir entweich AvaLJ
94,3;
StrKD
64,71;
RvEBarl
1201;
WernhMl
11515;
wen pich ist eyn orsprink der blyntheit Pelzb
136,31;
diu slang vertreibet ir plinthait mit fenchel ezzen
BdN
262,2;
und uf daz hus Juda wil ich uftun mine ougen, und alle phert der lute wil ich
slan mit blintheit Cranc
Zach 12,4
2
bildl. und übertr.: ‘geistige Blindheit, Verblendung, Torheit’
diz was diu alwære, / diu herzelôse blintheit, / von der ein
sprichwort dâ seit: / ‘diu blintheit der minne / diu blendet ûze und inne’
Tr
17739;
swaz man von blintheit geseit, / sôn blendet dekein blintheit
/ als anclîch unde als ange / sô geluste unde gelange ebd.
17798;
dar von hub sich sin [Adams] vinsterheit / und
siner blintheite nacht, / wen her wider gote vacht, / und wart mit senden ougen
blint HeslApk
1683;
PrOberalt
53,27;
so salbe mit heizen trenen / die blintheit diner ougen HeslApk
7171;
wie geistlich lúte von blintheit sich huͤtent vor der
innekeit Mechth
6: 13,1;
swer daz niht enbekennet, der klage sîne blintheit
Eckh
5: 54,6;
ein blintheit und ein tôrheit ebd.
2:61,8;
mit blintheit und mit affenheit Tauler
170,21;
di blintheit irr herzen [Mc 3,5]
EvAug
81,20
MWB 1 882,10; Bearbeiter: Tao
blintlich
Adj., Adv.
1
‘auf Blindheit beruhend’
2 übertr.
1
‘auf Blindheit beruhend’
welich plinder dar wart gefurt, / untz er het gerurt / des heiligen mannes
leichnam, / zuhant im gotes gut nam / [...] all sein
plintliches lait Vät
39934.
39936;
daz der blinde wurde / von blintelicher burde / erloset von dem guten gote
PassI/II
141,25.
140,74
2
übertr.
–
‘nicht sehend, nicht wahrnehmend’
ouch sach si daz vil lützel an / und nam es harte cleine
war, / wan saz et blintlîchen dar / und leite Riwalîne / ir wange an daz sîne
Tr
1292;
sich, wie wir alle sîn betrogen: / wir haben ze
blintlîche erzogen / den slangen vür die nahtegalen ebd.
10374.
–
‘verstockt, unbesonnen’
sit vwer blintlich vngemach / ist so geweltich vnd so groz / vnde der
warheite ein widerstoz / so sult ir ouch mit leide / an libe an selen beide /
verstozen wesen drate PassI/II
320,19;
das tuͦst du alles alsus ane minne und andacht mit einem zerstroͤwetem
herzen also blintlichen und kaltlichen Tauler
137,35;
und gant etliche menschen also blintlichen hin, und das selbe das si
tuͦnt, das tuͦnt si als blintlichen und unvernúnftlichen als in einer
unvorchtsamkeit ebd.
221,11.
35,9.
82,14
MWB 1 882,35; Bearbeiter: Tao
blinzeln
swV.
‘blinzeln’ (?):
wêr ich dem himel iht dester nêher, / ich wölte ouch blinzeln als ein heher /
dem man kriselt ûf sînem houbet, / daz man mir dester baz geloubet
[unklar, was hier gemeint ist; vorangegangen ist der Tadel der
Heuchler]
Renner
13258
MWB 1 882,58; Bearbeiter: Tao
blinzen
swV.
‘die Augen schließen’
der künec sich dicke des bewac, / daz er blinzender ougen pflac / etswenne
gein vier tagn Parz
788,22;
Reinhart blintzete sere / nach siner gevatern lere
ReinFu
K,201;
blinzende er singende wart ebd.
K,133.
–
‘blinzeln’
er sach die liute blinzend an / und nam ir dinges goume, / als der ûz eime
troume / wirt aller êrst erwecket KvWTroj
27304
MWB 1 883,1; Bearbeiter: Tao
blîstücke
stN.
‘Bleiklotz’
daz kleine kint, daz er truc / dructe in mit voller swere, / rechte als ob ez
were / gar ein blistucke Pass III
349,59
MWB 1 883,9; Bearbeiter: Tao
blitz(e), blitzen
M.
→ blicz
MWB 1 883,12;
blitzelîn
stN.
Dimin. zu blitz(e).
zur Verstärkung der Negation:
der selbe dienest mich do dunket nút eines kleinen blitzelins wert sin
MerswBgR
145
MWB 1 883,13; Bearbeiter: Tao
blitzen
swV.
‘leuchten, blitzen’
der [Edelstein jacinctus
] ist wazzer var, / da die sunne blitzet in HeslApk
22001;
sine phyle sint so getan / daz sy blitzzen alumme wit Hiob
8219;
der blick von himel blitzte Hadam(Sch)
497,6;
EvAug
183,21
(Lc 17,24);
als ein blitzendiu sunne Eckh (Pf)
567,39.
– subst. Inf. (oder zu blicz, blicze stswM.?):
zwibeler an dem louben [= gelouben
] , sich an gotes wunder. / von wem kumt blitzen, donre, tac unde
nacht, regen besun der? Meissner
8:1,2;
der ken ym schoz und czeyne / sendet uz dem kocher sin, / daz dutet gotes
blitzen fin Hiob
15260;
by dem blitzen sunder wan / gotes urteyl sult ir verstan, / daz den tuvel
nyder slet ebd.
15277.
–
‘schlagartig herausfahren’
ich sprach daz Christ an sîn gelider / mocht als ein mensche switzen. / aber
des sweizes blûtes blitzen / von der obristen kraft geschach / sô, daz man an
Christo sach / von allem sînem lîbe dîzen / sîn heiligz blût JvFrst
3851
(vgl. Lc 22,44)
MWB 1 883,17; Bearbeiter: Tao
blitzschîn
stM.
‘Blitz’
ich sach Sathanam als den blitzschein abgenten von dem himel EvAug
158,18
(Lc 10,18)
MWB 1 883,37; Bearbeiter: Tao
bliuclich
Adj., Adv.
→
blûclich
MWB 1 883,40;
bliuge, bluoge
stF.
‘Verzagtheit; Schüchternheit, Schamgefühl’
ih wartte den, der heil mih tet vone wenichmuote, bluoge des geistes [
a pusillanimitate spiritus
]
PsWindb
54,9;
ane [= âne
] bluͤge lute / sag ich [Frau Minne] dir,
swer liep wil han, / da muͦz auch laid under gan WhvÖst
6530
(vgl. unbliuclich
5709.
7408
);
Agly diu junge kuͤngin / vor vræuden was erschrocken, / daz ir daz hertze
locken / wart uz bluͤge balthait ebd.
9393;
so ser min hertz nah im stat / daz sich min wiplich bluͤge hat / verschamt von
sinen lieben ebd.
12588
MWB 1 883,41; Bearbeiter: Tao
bliugen
stV.
→ bliuwen
MWB 1 883,52;
bliugen
swV.
s.a.
blûgen
.
‘jmdn. schüchtern machen’, mit Ersparung des Akk.-Obj.:
minn bindet und enbindet, / minn hertet, minne lindet, / minn bliuget, minne
machet balt, / minn twinget junc, minn twinget alt HvBer
526
MWB 1 883,53; Bearbeiter: Tao
bliuwât
stF.
‘Schlag’
sô der zorn dînes mundes gere der [
zungen
] ze der sceltâte odir dîner hant ze blûwâte, sô uersage si ime
TrudHL
134,13.
– speziell ‘unblutiger Schlag’
von der pliwat gehornt zwelf schillinge [...], der
sint des clagers zehen, der schepfen ainr, des rihters ainr UrkCorp (WMU)
1914,7
MWB 1 883,58; Bearbeiter: Tao
bliuwe
stswF.
‘Stampf-, Reibemühle (speziell für Hanf und Flachs)’
vmbe den halbteil der niderun mv́li vnd den halbteil der bliwen da ze Botstein
UrkCorp (WMU)
N124,34;
dc si, die malent, nuͥt irren sol weder bloͤwe noch walche
[Walkmühle] noch enkein ander rát
[Mühlrad]
ebd.
3474,29;
da lit oͧch ein muͥli und ein bloͤwe; die geltent ze zinse 4 muͥt kernen und
ein swin UrbHabsb
1:188,1
MWB 1 884,1; Bearbeiter: Tao |