blæselîn
stN.
‘kleine (Gallen)Blase’
daz pfert und daz maul, der helfant und daz kämlein habent ir
gallen niht besunder in ainem plæslein sam andreu tier, aber si habent âdern, dâ
gallen inne ist BdN
116,21
MWB 1 857,3; Bearbeiter: Tao
blâsen
stV. (VIIa)
1
‘(jmdn. weg)blasen, (weg)wehen’ (vom Wind) 2
‘Luft ausstoßen, pusten, blasen’
2.1 abs. 2.2 mit Richtungsangabe 2.3 mit Akk.-Obj.: ‘etw. anblasen’
2.4 mit Akk.- und Präp.-Obj. ( an, in, under; von ): ‘etw. auf etw.
hin blasen, von etw. weg blasen’
3
‘ ein / auf einem Instrument blasen’
3.1 allgemein; das Blasinstrument erscheint als 3.2
‘(auf einem Blasinstrument) ein Signal zu etw. geben’
4
‘etw. anstiften, aushecken’
1
‘(jmdn. weg)blasen, (weg)wehen’ (vom Wind):
merk daz dich bliese / ein wint do hin als ein stro HvNstGZ
2322 App.;
da sach sie gotes wisen list: / wie den winden ist gegeben /
daz blasen ebd.
950;
vnd pliesen di winte EvAug
14,23
(Mt 7,25)
2
‘Luft ausstoßen, pusten, blasen’
2.1
abs.:
die nateren und die slangen, / [...] si bliesen
[zischten] unde gullen, / freislîche si bullen
En
3251;
do begunder blasen sazestunt / und wol [l.
wolde
] den win machen chalt StrKD
62,26
2.2
mit Richtungsangabe:
so blâsit er [Löwe] in daz
ansûne des iungen unde machet iz lebentich JPhys
1,26.
13,3;
an swaz ez in der werlte blies, / daz bran zehant als ein
mies, / steine und îsen als ein strô Wig
4530;
ir sült niht blasen in den tranc, /
[...] daz ist ein ungewizzen danc, / der unzuht
solte man enbern TannhHofz
85
2.3
mit Akk.-Obj.: ‘etw. anblasen’
swenne man den minsten vunken blaset, er gibet hitze und
schin Mechth
6: 9,18
2.4
mit Akk.- und Präp.-Obj. (an, in, under; von): ‘etw. auf etw.
hin blasen, von etw. weg blasen’
nim die eigerschal [...] vnde
puluer sie vnde blasez in div naseloch: so gestat daz bloͮt Ipocr
100;
SalArz
62,33;
Barth
139,30;
Albrant
3,2.
3,48;
ob man si [Asche] dar an bleset
mit einer roren Macer
50,13;
aber den streit zerstœrt man, der staup under
si [Bienen] wirft oder der ainen rauch under si
plæst, und versüenet si mit milch oder mit wazzer BdN
291,14.
–
der blies in einen becher / den schûm von dem biere Helmbr
1166;
so were das also ein klein ding unserme herren,
[...] alle die súnde in eime ougenblicke zuͦ
vergebende, also ein stuͤppe von diner hant zuͦ blosende Tauler
125,28.
– übertr.:
dem blæset der [
swîgære, einer der fünf teufl. Geister] zorn in
sinen mut StrKD
166,267;
er [Gott] blies den geist der ewikeit in in
[Adam]
Frl
5:59,6
3
‘ ein / auf einem Instrument blasen’
3.1
allgemein; das Blasinstrument erscheint als
Akk.-Obj.:
si blisen ir trumben, / horn unt phifen
Rol
7996;
waz hornes ist daz, daz men an dem iungestin dage
blasit? Lucid
135,21;
NibB
944,3;
sie bliesen ir businen / vnde allerhande herhorn
Herb
4640;
dô gehôrte sî ein horn / blâsen von verre
Iw
5797;
Wig
8651;
Athis
A** 3;
RvEBarl
1747;
(Part.Präs.:)
dô wart nâch den gesellen gevrâget blâsende vil
NibB
945,4.
– als Präp.-Obj. (an, in, mit):
der meister sân gebieten hiez, / blâsen an daz herhorn LivlChr
3303;
wie ofte blestu in daz horn? Wartb
Rs 61,1;
si het eine pfiphen / dar in si blis mit ir kunst PassI/II
246,23;
dye heyden verlorne / blesen mit den horne / myt pyffen ind myt
basunen Karlmeinet
474,58;
(subst.:)
daz blasen mit dem horne, / daz ruffen mit dem mvnde
/ nieman enkvnde / geachten zv rechte Herb
12966
3.2
‘(auf einem Blasinstrument) ein Signal zu etw. geben’
man blies di herehorn ubir al / und di trummen zô dem
wîge SAlex
3239;
haiden di gesellen / pliesen ze geuelle, / sam si tiêr
iageten Rol
4104;
nû daz der eber tôt geleit / wart von im ûf das grüene gras, /
[...] ze valle blies er in daz horn KvWPart
408;
Reinfr
8520;
ê daz die engel blâsen / ze geriht an dem lesten tag Helbl
10,33
4
‘etw. anstiften, aushecken’
owê der mortlichen unstift, / die der tiuvel blies zesamde! Ottok
21774;
die schelke ungetriwen / blâsen unde briwen / begunden einen rât ebd.
50490
MWB 1 857,8; Bearbeiter: Tao
blâsenhals
stM.
‘Gang, Öffnung der Harnblase’
swenne aber iz [Krankheit] ist da
uon, daz der wec, da der harn sal in gen ist uorstopfit uon eime steine, oder
[...], so vulit ouch der siche smercen in dem blase
halse SalArz
60,20
(vgl.
der plâsen hals BdN
34,21
)
MWB 1 858,11; Bearbeiter: Tao
blasenieren
swV.
aus afrz. blasonner (Suolahti 1, 68; Rosenqvist 2,202).
‘ein Wappen malen, auslegen’
ich sach ein paner wol gezirt, / dar inn drei wolf geplesenirt Virg(St)
643,5;
ein helm der gab vil liehten schin: / zwen swarze flügel Chrubin / der engel
het darauf gedent / mit guldin leubern rich verwent / geblasunniert fuͦrt er den
helm Hirzelin
161;
waͤr ich der rechten chunst berait, / daz ich der wappen visament / plasnierte
Suchenw
7,211
MWB 1 858,17; Bearbeiter: Tao
blâsensiuche
stF.
‘Krankheit der Blase’
pyonia gesoten mit wine unde dicke getrunken ist guͦt widir
der blasensuche Macer
60,6;
guͦt [...] zu der blasen- unde der
lendensuche ebd.
6,22;
gut [...] vor der blasensuche ebd.
41,7
MWB 1 858,27; Bearbeiter: Tao
blâsgeselle
swM.
‘der mit jmdm. zusammen bläst’, hier wohl ‘Gehilfe des Gauklers’
gemeint:
dîn valewische [Hs.: asche
] stiubet in die ougen mîn, / ich wil niht mêre dîn blâsgeselle sîn, /
dûn wellest mîn baz hüeten vor sô trügelîchem kunder Walth
38,8
MWB 1 858,32; Bearbeiter: Tao
blâslac
stM.
‘blaue Flecken verursachender Schlag, Prellung, Beule’
vmb plabslege dem selbschol [dem Verletzten] eynen
virdunk, dem richter vnd den scheppen eyn virdunk SchöffIglau
103.
wy man des schol handeln vm totlseg, vm lemen vnd kamperwunden, vm plutrunst,
[...], plabsleg
148;
peul vel plauschleg StRBrünn
168.
123
MWB 1 858,38; Bearbeiter: Tao
blasphemia
stF.
‘Blasphemie’
do antwurten im di iuden: von guten werken steine wir dich niht, svnder von
der blasphemya [La. smacheit
]
EvAug
242,22
(Io 10,33)
MWB 1 858,45; Bearbeiter: Tao
blasros
stN.
‘Pferd mit weißer Stirn’
calidi dicuntur, qui albam frontem habent: blas ros SummHeinr
1:146,427
MWB 1 858,49; Bearbeiter: Tao
blâst
stM.
1
‘Hauch, Atem; das Blasen, Wehen’
2
‘Aufgeblasensein, Missgunst’
1
‘Hauch, Atem; das Blasen, Wehen’
er erkande sînen blâst wol Wig
4528.
4859;
aller dinge nâtûre und gelîchnisse ist in ime [dem
Menschen] : der erden an deme vleische, der steine an dem gebeine,
des luftes an dem geiste, der winde an den blæsten [...]
DvAOff
29;
der helle fivr wirt niht entzünt, / [...] uon holtze
noch von blaste / noch von windis draste Martina
67,43;
lat er [Panther] einen süezen drast / und einen
froderichen blast, / der vertriffet alle wurzen ebd.
97,36
2
‘Aufgeblasensein, Missgunst’
dâ von er würde blâstes vol, / daz er zerklachte
[...] als disem vrösch beschehen ist Boner
46,53;
ist daz [...] du ûz dînem herzen lâst / ungunst und
des nîdes blâst ebd.
22,64
MWB 1 858,52; Bearbeiter: Tao
blaster
stN.
→
phlaster
MWB 1 859,3;
blâstern
swV.
‘schnauben’
dannoch gink er blasternde als der reizige wolf vnd ne was dannoch niht sat
der drowe vnd der slachte vf vnsers herren gotes iuͦngere PrLpz(L)
82,4;
VocCum
56r,27.
57r,34
MWB 1 859,4; Bearbeiter: Tao
blæstic
Adj.
‘aufgeblasen, hochmütig’
daz ettelîche liute als blêstig sint PrNvStr
298,3
MWB 1 859,9; Bearbeiter: Tao
blâsûne
swF.
wie →
busîne
zu afrz. bu(i)sine, viell. mit Anlehnung an das Verb blâsen
oder mit unorganischem Einschiebsel von -l- (vgl. Rosenqvist 2,
215f.).
ein trompetenartiges Blasinstrument:
mit baneren, mit blasunen KarlGalie
12917
MWB 1 859,11; Bearbeiter: Tao
blâsunge
stF.
‘das Blasen’
er hait nutschit dan blasonge und wynt / und das die lude yme zu zu lugen
stent Pilgerf
7860
MWB 1 859,16; Bearbeiter: Tao
blâswarz
Adj.
‘blauschwarz’
groz wirt der tufel schallen: / blaswartz fuͤre uf in stet, /
rot flamme uz in get, / nebel, gestank und schimel, / daz ez rucht an den himel
HvNstGZ
7440
MWB 1 859,19; Bearbeiter: Tao
blat
Adj.
(vgl. Suolahti 1,187. 2,418).
‘flach’
dy koverschyt [Schleier] , dy wâren ê / blat, dicke,
wîz, reht wy ein snê Yolande
2762
MWB 1 859,23; Bearbeiter: Tao
blat
stN.
Pl. blat, blate (
Pass III
400,91 ),
bleter.
1
‘Blatt, Laub’
2 als Bezeichnung für etw. Dünnflächiges 2.1
‘Blatt, Seite eines Buches’
2.2
‘Teil einer Dachfläche’
2.3
‘Plättchen’
2.4
‘dünner Eierkuchen, dünn ausgerollter Teig’
3
‘Gaumenzäpfchen’
4 Phras. 4.1 bildl. zum Ausdruck der Geringfügigkeit, zur Verstärkung der Negation. 4.2
dehein/kein ~ vür mînen munt legen
‘offen und frei sagen’
1
‘Blatt, Laub’
einen boum âne loub, / der ne hatte blat noh fruht
SAlex
5145;
ob der walt lebete / unt waren diu pleter elliu perente
Rol
6351;
diu süeze linde süezet in / luft unde schate mit ir blate
Tr
17175.
16735;
Ipocr
68;
Barth
142,14.
– Blatt, auf dem man Lockrufe hervorbringt (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt, S.
29ff.):
er brach durch blates stimme en zwîc Parz
120,13;
si vunden eine stat / dâ si geschuzzen zem blat. / ze blaten er begunde
[...]
UvTürhTr
550;
des weidenæres stimme / tuot mit dem blate ouch alsô [wie der
Sirenengesang] , / wan er kan in tôdes drô / vogel vil
versenken! Reinfr
22023.
– bildl.:
êren ~
:
bî reiner tugende blüete / sîn herze truoc der êren bleter KvWTroj
6831;
ir edeln, set, wie stat / der tugende ris und eren blat /
verdemphet von der schanden schat Mügeln
197,2;
das fallende und fliegende Blatt als Bild für die Vergänglichkeit und
Nichtigkeit:
dirre broeden werlde schîn, / der enist niht wan ein armer schat / und
noch unstæter dan ein blat / daz der wint abe wæt, / swenne er in die boume
schræt LvRegFr
4287
2
als Bezeichnung für etw. Dünnflächiges
2.1
‘Blatt, Seite eines Buches’
daz her si [
wîsheit
] mit lust oder mit spile / an ein blat gescribe
Elmend
A 49;
Herb
2276;
des in dem blate vergezzen sî KvHeimUrst
18;
jst ez abir ein vasttag [...],
so svns gan ze collatione [...] vnde sol eine lesin
vierv old vunvu bletir BrEng
42;
BdN
5,32.
–
als ein ungeschribenez ~
:
der anvanck ist recht berait / alz ain ungeschribens blat / daz man
noch muͦt ze schriben haut, / [...] waz man wil
Teichn
503,117
(vgl.
als daz birmit ungeschriben ebd.
503,124
).
2.2
‘Teil einer Dachfläche’
der huot [Dach eines Turmes] hêt vier blat
EnikWchr
22061
2.3
‘Plättchen’
ûf einem samît rîch / lâgen guldîn bleter sô vil, / daz iegeliches blates
zil / begreif ein ander blat; / alsus den samît hât / daz golt gar bestreut
Ottok
69244
2.4
‘dünner Eierkuchen, dünn ausgerollter Teig’
so mache ein groz blat von eiern, daz die pfannen alle
begrife BvgSp
51;
vnd mache ein blat von teyge ebd.
92
u.ö.
3
‘Gaumenzäpfchen’
uvula heyset daz blat, daz wert itwenne so lang vnde vellet
vf de zungen, daz de mensche nicht wol gesprechen mach OvBaierl
103,1;
BdN
17,2.
17,14;
zungen blat nicht endet / din lob Mügeln
141,11.
179,10.
239,4
4
Phras.
4.1
bildl. zum Ausdruck der Geringfügigkeit, zur Verstärkung der Negation.
–
niht ein ~
‘nichts, durchaus nicht’
jane vervât ez niht ein blat En
2177;
daz hulfe niht ein blat Walth
103,36;
Eracl
4599;
storm unde mangen / die ne vorhter niht ein blat En
6387.
–
umbe ein ~
‘um gar nichts’
wirn werben mit dem schalle / niht sô tiure als umbe
ein blat KvHeimUrst
1611;
Teichn
353,112.
–
als ein ~
:
swaz er drowete vnde bat / daz was ir als ein blat Martina
165,32
4.2
dehein/kein ~ vür mînen munt legen
‘offen und frei sagen’
der rede wil ich dehein blat / legen vür mînen munt
Wig
10166;
HeidinIII
4066;
ohne Negation, ins Gegenteil gewendet:
ob sich der kunic des verzêch / an des rîches stat, / des wirt von mir ein
blat / geleget für den munt, / wand ez ist mir unkunt Ottok
13624
MWB 1 859,26; Bearbeiter: Tao
blate, plate
swstF.
1
‘Metallplatte zum Schutz der Brust, Brustpanzer’
2
‘Tonsur der Geistlichen, Glatze’
3
‘Fels-, Steinplatte’
4
‘leere, kahle Bodenfläche, Streifen Land’
5 ein Art Münze
1
‘Metallplatte zum Schutz der Brust, Brustpanzer’
durch den halsperg er in stach / ingein der brust vf die
platen Herb
1405.
4737;
vür stôlen swert, vür albe ein plat sint in [
pfaffenfürsten
] erloubet KLD:Kzl
3: 1,3;
daz im durch halsberg und durch platen / daz swert unz ûf daz
spalier dranc KvWSchwanr
1170;
StRAugsb
151,15;
HvNstAp
3214.
7759
2
‘Tonsur der Geistlichen, Glatze’
die brûder phaffen sulen ir blatten unde ir hâr niht zu wênic
beschorn hân, als ez gecimet wol begebenen lûten StatDtOrd
40,9;
swen pfaffen sich der blaten schamen / und grâwe münche
schrôtes ob den ôren KLD:Kzl
16: 16,9;
ReinFu
K,1022;
BdN
239,6.
– übertr. auf den Klerus:
blate und krône wellent muotwillic sîn: / sô waenent
topfknaben wîslîchen tuon MF:Reinm
63,1
3
‘Fels-, Steinplatte’
du bist Petrus vnd vf dis blatten wil ich buwen min kilchen [Mt
16,18]
PrEngelb
588,169;
daz herre Cvͦnrat Wezlan [...] vnd vro Mehtilt
[...] die hofstette vf den blatton
[...] hin hant gelihen [...]
Hainriche dem zimberman UrkCorp (WMU)
523,18
4
‘leere, kahle Bodenfläche, Streifen Land’
zuͥ dem meierhof zuͥ Geismat hoͤrent zuͥ erbe der akker, das nu under Jo dem
Kelner ein blatt ist zem Egglin FWB
4,553
(Kläui, Schweiz. Urbare)
5
ein Art Münze:
das man [...] wolde yn beczalen haller vnd grosse
pfenninge vnd auch platen SchöffIglau
167
MWB 1 860,26; Bearbeiter: Tao
blateche, bletiche
F.
zur Wortbildung s. Etymol.Wb. d. Ahd., 2, 178.
– Name für mehrere großblättrige Pflanzen (Sauerampfer, Klette usw., Näheres s.
AWB 1,1202f. und Marzell 3,1513):
lappa vel lappatum: leticha, bleticha vel cletto, chledda SummHeinr
2:353,143
MWB 1 860,54; Bearbeiter: Tao
blaten
swV.
1
‘auf dem Blatt pfeifen’
2
‘Blätter, Blumen von einer Pflanze (ab)pflücken’
1
‘auf dem Blatt pfeifen’
ze blaten er begunde UvTürhTr
551.
1544;
do begvnde ich ze blaten / mit stimme in maniger ahte Bîspel(G)
242,34;
der vogeler gar süße blat Mügeln
47,7.
47,15;
dir lob min zunge blat ebd.
144,1
2
‘Blätter, Blumen von einer Pflanze (ab)pflücken’
die palmboume hiez ich blaten Vät
25017;
da pluͦmen brechen, platten / man frowen siht SHort
6728
MWB 1 860,60; Bearbeiter: Tao
blatenære
stM.
zu blate swstF.
1
‘Schmied, der Brustpanzer anfertigt’
2
‘der eine Tonsur trägt, Geistlicher, Mönch’
1
‘Schmied, der Brustpanzer anfertigt’
daz wir durch der stat frum willen ze Prag vnd ouch durch der meister der
platner, puchler vnd helmer willen [...] dez ze rat worden
sein [...], daz dhein wremder man
[...] sich ze Prag sezen schol, der platner, puchler
oder helmer hantwerk ze wurchen, er hab denn der stat recht empfangen vnd wird
purger StRPrag
19;
got hât evangelier, / priester und episteler, / sô hat diu werlt platner, /
halsperger und schuopeler: / die sint alle gotes knehte Renner
7281.
2383
2
‘der eine Tonsur trägt, Geistlicher, Mönch’
wafen [...] über disen blatenære, / der mir so
klegeliche swære / und laster hat gebriuwen! HvPforzen
279;
pfaffenfürsten habent vil mêr sorgen / [...] üm
werltliche platener / denne üm geistliche blatener Renner
2384
MWB 1 861,4; Bearbeiter: Tao
blatenblëch
stN.
‘Metallplatte an dem Brustpanzer’
sie haten augen als ein struz; / ir zene warn als die
sech [Hacke] ; / ir augprauwen als die platenblech
HvNstVis
488
MWB 1 861,21; Bearbeiter: Tao
blatendienest
stMN.
das Stellen der Ausrüstung eines bewaffneten Reiters als Grundlast der Bauern des
Deutschen Ordens:
do sullen sie von iklichen virczig huben einen platendienst tun DRW
10,1084
(CDPruss.; a. 1321);
so ader die czeit der freyheit vs gehet, [sollen]
[...] L. vnd seine nachkomlinge dem bischoffthume myt eynem
pferde mit leichten wopen, das dewtsch platedinst heist, ewiglich pflichtig werden
czu dienen ebd.
10,1084
(CulmUB.; a. 1321).
10,1084
(CDPolon.; a. 1347)
MWB 1 861,25; Bearbeiter: Tao
blatengîr
M.
‘glatzköpfiger Geier’
wo sie siht beschorn pfaffen / als ein plattengeir geschaffen Teichn
543,80
MWB 1 861,35; Bearbeiter: Tao |