beswærnisse
stF.
stN. Cranc
Vorr Jon 332,11.
1
‘Bedrückung, Belästigung, Belastung’
2
‘Kummer, Leid’
3
‘Unlust, Widerwille’
1
‘Bedrückung, Belästigung, Belastung’
waz dienst vnd beswaͤrnuͤzz ein guͦt der kirchen hat RechtssA
P3,15;
daz auer diser hantveste gaue vaste blibe [...] vnde
di genanten burgere [...] necheime [l.
necheine
] beswernisse enliden HandfKulm
147;
Vät
27351
2
‘Kummer, Leid’
ich bin gewesen wund / mit grosser beschwaͤrnuß in mein hertz / zwaintzig jar,
da ich mit schmertz, / trut lieb, von dir muͦst faren FrSchw
4771;
groß lichterung syner beschwerniß LancII
476,21
3
‘Unlust, Widerwille’
kein trackeit noch unlust joch beswernisse [...] zu
gotlichin werkin Parad
111,32
MWB 1 695,11; Bearbeiter: Hoffmann
beswærunge
stF.
‘Belastung’
unde also so ist Got ein sache der verblendung unde der beswerunge [
aggravatio
] der oren unde der verhertung der herzen ThvASu
182,16;
der psalm redt von der beswerung der sele von dem fleysch [
pondus corporis animam aggravantis
]
PsMb
27(Glossar).
–
‘Belastung durch Steuern, Abgaben, Bußen’
allerley losung, stewern vnd ander beswerung StRPrag
80.
93;
StRBrünn
387;
UrkCorp
N100,39.
–
‘Beeinträchtigung’, in der Fügung âne alle ~
:
si schol auch ier margengab vnd ier leipgeding freileich vnd an alle peswarung
innehaben vntz an iͤr toet UrkCorp
N514,40;
an alle beswerung jn fryher eygenschafft ebd.
222A,8
MWB 1 695,24; Bearbeiter: Hoffmann
beswëben
swV.
‘jmdn. mit Feuchtigkeit begießen’
die cristen nemahten wazzers niht hân, / vil tiure begunden
si daz gote clagen, / [...] ain grôz zaichen dâ gescach: /
die lufte sie beswebeten, / daz si nehain nôt habeten, / si trunchen ab dem
himeltowe Kchr
16736
(vgl. Anm.z.St.: nubes [...] christianos
[...] refrigerabant)
MWB 1 695,38; Bearbeiter: Hoffmann
besweifen
stswV.
nur PrStPaul und Mügeln swV.
‘jmdn./etw. umfassen, umarmen’
er beswif in mit den handen Rol
2711.
3219.
5781;
er besweif [Hs. beswief
] sie mit den armin / vnd irsuftite vil tiefin Athis
A* 48;
als in [den Altarstein] do mite der hende / sante
Servacius beswief Serv
1057;
ain gezelt, daz si beswief WhvÖst
14207;
LBarl
9400;
Mügeln
177,4.
285,4
u.ö.
– übertr.:
der gotes gewalt ez aber beswief, / daz sein
[Schnee] nie niht geviel dar ein [in das
Münster ohne Dach]
Serv
1860;
die heiligen wîssagen [...], di besweift wârn mit
wîslicher ordenunge PrStPaul
12,9
MWB 1 695,45; Bearbeiter: Hoffmann
besweigen
swV.
‘jmdn. zum Schweigen bringen’
dise vier hobetriche / wolden dise vier bosewiche [die 4 Engel
aus Apc 7,1f.] / zu irme dienste neigen / und wolden sie besweigen
HeslApk
12378
MWB 1 695,57; Bearbeiter: Hoffmann
besweiʒen
swV.
‘etw. mit Schweiß bedecken’
dâ sîn [Rennewarts] vel was
besweizet / und der stoup was drûf gevallen Wh
270,12
MWB 1 695,61; Bearbeiter: Hoffmann
beswenken
swV.
1
‘jmdn. betrügen, überlisten’
2
‘etw. (Erde) tränken, wässern’
1
‘jmdn. betrügen, überlisten’
ich beswenke in [den alten Ehemann]
lîhte, daz ers niene weiz MF:Reinm
64: 3,6;
daz uns den lîp iht bechrenche / und die sinne iht beswenche / der tiufel mit
sînem sâmen VrôneB
774;
woltent ir mich danne krenken, / mit vîentschaft beswenken RvEGer
2060
2
‘etw. (Erde) tränken, wässern’
das durre ertreich hast du besucht und das auch wol beswenket [
et inebriasti eam
]
PsMb
27(Glossar)
MWB 1 696,1; Bearbeiter: Hoffmann
beswerære
stM.
‘Geisterbeschwörer, Zauberer’
exorcista: beswerer VocOpt
36.055;
GlHvB
393,20;
die frowe wart von iren frúnden gefuͤret zuͦ den beswerern [
incantatores; La. zauberern
]
ElsLA
134,34
MWB 1 696,10; Bearbeiter: Hoffmann
beswern
stV.
1
‘jmdn. feierlich, inständig um etw. bitten’ ; gewöhnl. mit
daz -Satz 2
‘jmdn./etw. (böse Geister) mit Zaubersprüchen beschwören’
3
‘etw. mit einem Schwur bekräftigen’
4 refl. ‘sich verschwören’
1
‘jmdn. feierlich, inständig um etw. bitten’; gewöhnl. mit
daz-Satz:
ích besuéren íuuích iúnkfróuuon ze Hierusalem: dáz ír mîne
wínion ne wécchet Will
134,1
u.ö.;
in gote si in beswoͮren / daz er mazlichen chlagete
Rol
7574;
ich beswere dich by dem lebynden gote [
adiuro te per Deum vivum Mt 26,63] daz du uns sagist ab
du sist Cristus des lebyndyngen gotes sun EvBerl
48,31;
Gen
3002.
– mit verstärkenden Adverbien:
er beswuor si vil tiure AvaLJ
20,3;
Ägidius
586;
er beswuor sie vil sêre KvHeimUrst
1497;
Lanc
51,28
u.ö.
2
‘jmdn./etw. (böse Geister) mit Zaubersprüchen beschwören’
auch arbaitt der mensch offt dar nach mit dem pösen geist, den er beswert vnd
pant, daz er im erschein vnd im offenpar haimleichew vnd züchuͤnftige dink
RechtssA
Z1,13
u.ö.;
deist michel sünde / daz man die engel beswert: / daz hât uns
diu schrift gewert Volmar
769;
wer daz kraut nimpt [...] und legt
ez under den stain und beswert ez mit ainem segen BdN
446,1;
Wernh
A 2875;
Herb
839
u.ö.
– ohne Obj.:
swenne ein priester ein kint toufen wil, sô stêt er unde liset und liset
unde beswert und beswert PrBerth
1:32,37.
– subst.:
mit beschwern und mit gauckel Lanc
20,26
3
‘etw. mit einem Schwur bekräftigen’
nach dir rede so hat die frowe von Nifen [...]
beswornͤ bi dem vater vnd bi dem svn vnd bi dem hailigen gaist
[...]das sie di guͦlt von dem guͦt dailen alsus
UrkCorp
1624,17
4
refl. ‘sich verschwören’
do von ir untrwe riet / wi si brechten von den horn / Jesum [wie
sie Jesus seiner Macht beraubten; vgl. Glossar zu horn
] , des si sich besworn TvKulm
3370
MWB 1 696,14; Bearbeiter: Hoffmann
beswërn
swV.
Part. Prät.: ‘mit Geschwüren bedeckt’
dw [die Zunge] waz iͤr also beswaͤrt / sam sew waͤr
verprennet gar, / vast geswollen und choͤller
var [kohlschwarz]
Teichn
88,12
MWB 1 696,47; Bearbeiter: Hoffmann
beswernisse
stF.
‘Zauberformel’
sie kvnde [...] von nygromancien, /
daz man heizzet swarze buch, / da man ane findet fluch / vnde beswernisse, / wie man
in vbelnisse / die vbeln geiste beswert Herb
555;
maister Virgilius [...] laz sein beswernuͦzz an eynem
puͦch GestRom
161
MWB 1 696,51; Bearbeiter: Hoffmann
beswerunge
stF.
‘Zauberformel’
ouh tihter beswerunge, / mit der worte grozer kraft / er zoubirte
RvEWchr
32430;
der swarzen buoche wîse / diu rîlîche maget was. / swaz man beswerung ie
gelas, / der kunde si den überhort KvWTroj
7428;
daz wîp sprach unde las / manic beswerunge lanc Ottok
33710
MWB 1 696,57; Bearbeiter: Hoffmann
beswîch
stM.
1
‘Betrug, Falschheit’
2
‘Schaden’
1
‘Betrug, Falschheit’
sô gedâhte er [Teufel] die stêten / ze schenden
volliclîche / mit sîme biswîche EbvErf
1268;
die dunken wol die cronen / tragen dem golde glich / durch iren valschen
beswich, / daz in die lute werden holt HeslApk
14070.
18326.
893
2
‘Schaden’
dô wâren sîne gesellen rîch, / die êdes grôzen beswîch / vor
sîner künfte dulten UvZLanz
3314;
jr [
Key
] müezt immer sin, / der ir her gewesen seit, / ein stæt haz, ein ewich
neit, / [...] ein besweich an allem lobe Krone
1736
MWB 1 697,1; Bearbeiter: Hoffmann
beswîchen
stV.
1 mit Akk.d.P. 1.1
‘jmdn. betrügen, täuschen, verführen’ (häufig in frühmhd. Texten) 1.2
‘jmdn. belasten, jmdm. schaden’
2 mit Dat.d.P. ‘jmdm. versagen, jmdn. im Stich lassen’
1
mit Akk.d.P.
1.1
‘jmdn. betrügen, täuschen, verführen’ (häufig in frühmhd. Texten):
disiu werlt mich betrogen hat; / si hat mir armen getan /
also vil manegem man, / den sie hat beswichen SüklV
418;
Tristan der hât iu nâch gezogen, / biz daz er iuch
beswichen hât Tr
13419;
Gen
403.
SuTheol
116;
Iw
3859.
–
daz íh da nîeth besuuîchan uuérde
mít peruersa doctrina Will
13,14;
ein uil scone sanch. heizzit musica. damite biswichint
si die scefman JPhys
5,8.
2,15;
mit dem [
zouber
] suln wir beswîchen / Falerînen den kargen
UvZLanz
6994;
Gen
863
u.ö.;
Rol
919.
– refl.:
daz ich mich niht besweich / selb an disen dingen Krone
4732
1.2
‘jmdn. belasten, jmdm. schaden’
die sich selbe rîchent, / ir undertâne beswîchent / mit ungefüeger stiure
Tund
1418;
enphahe sy [die Seele] genedichleichen, / doch
soltu [Frau Buße] sei nicht besweichen / mit ze
chleiner buesse! HvBurg
1256.
1112.
3370;
Krone
4877;
Brun
8482;
HeslApk
7107
2
mit Dat.d.P. ‘jmdm. versagen, jmdn. im Stich lassen’
da besweich im das hercz, und viel in onmacht
Lanc
483,34;
das im der arm beschweich da er den schilt inn furt ebd.
513,35;
syne macht eme zo mael intgeynck. / alle syn lyff eme besweich
Karlmeinet
489,10;
Rab
463,4
(La. )
MWB 1 697,12; Bearbeiter: Hoffmann
beswîfen
stV.
→
besweifen
stswV.
MWB 1 697,38;
beswiften
swV.
stV.? (vgl. jedoch
swiften
swV.).
nur als Part.-Adj. belegt: ‘gedrückt, niedergeschlagen’
ich sach manig schön frowen fin, / der ir müt beswifften [l.
beswiftet
] was. / do gesach ich manig, die gehüb sich baß. / doch wart der
mertail wol gemüt MinneR 439
653
MWB 1 697,39; Bearbeiter: Hoffmann
beswîgen
stV.
‘durch Schweigen sein Recht verlieren’
doch gîngen sie zu râte, / daz siez noch gerner tâtin [sich mit
dem Kampf Tristrants gegen Morold einverstanden erklären] , / wen
daz sie ez zu mâle beswegin Eilh(L)
589
(vgl. Anm.z.St.)
MWB 1 697,45; Bearbeiter: Hoffmann
beswinde
Adj., Adv.
‘geschwind, rasch’
gang frólich hin beswinde / ir fragen nach dem kint SHort
1755.
7934
(La.);
denne sint etliche menschen so zornig und grimmig und
[...] als grúwelichen beswinde Tauler
236,1
MWB 1 697,50; Bearbeiter: Hoffmann
beswingen
stV.
‘jmdn. geißeln (mit Ruten, Besen)’
sold doch ich iuch lêren, / ich beswung iuch sô mit mîner
ruoten ber, / daz [...]
SM:UvS
24: 3,4;
daz mich ir [der meister
] wisiv zeseme [Ordnung, Regel] / mit ir
kvnste zvhte beseme / genedeclichen hie beswinge Martina
291,69
MWB 1 697,55; Bearbeiter: Hoffmann
bët
stN.
v.a. bair.
‘Gebet’
daz gemeine bet, daz hiut brâht wirt fur unsern herren von allen sînen holden
PrStPaul
71,14;
etelîche an ir ruowe lâgen, / sumelîche ir betes phlâgen LvRegFr
1989;
er taet daz bet [...] / andaehticlîchen hin ze got
Loheng
1253;
EnikWchr
7044
u.ö. (z.T. als La. zu gebet, vgl. Glossar);
Wig
2976
MWB 1 697,61; Bearbeiter: Hoffmann
betagen
swV.
1 intr. 1.1
‘zu Tage treten, ans Licht kommen, erscheinen’
1.2
‘die Tage, die Zeit hinbringen’
1.3
‘bis zum Anbruch des Tages bleiben, den Tag abwarten’
1.4 unpersönl. ‘Tag werden, tagen’
2 tr. 2.1
‘jmdn./etw. (mit dem Licht des Tages) bescheinen’
2.2 im Passiv mit Dat.d.P. ‘in Erscheinung treten, vor Augen geführt
werden’
2.3
‘jmdn. zu Tage bringen, hervorbringen’
2.4 in Bezug auf tac i.S.v. ‘Termin einer Verhandlung,
Versammlung’
2.4.1
‘jmdn. einladen; vor Gericht ziehen’
2.4.2
‘etw. anberaumen; etw. zu einem best. Termin vor Gericht verhandeln’
1
intr.
1.1
‘zu Tage treten, ans Licht kommen, erscheinen’
daz buͦch fuͤr war von im saget / daz man uf erde nie betaget / der
groͤzerr tugende wielte Rennew
33114;
schœner crêatûr ûf erde / nie betagte SM:AvR
3: 3,2;
daz nî ein mensch betagte / der geredet habe sô wol JvFrst
572;
WhvÖst
2148;
RvMunre
421.
–
darnach do dye czeit betagt Märt
7705;
do der tac betagete / daz her segente sine kint HeslApk
19100.
– mit Dat.d.P. oder Präp.-Obj. mit an:
swenne mir der sêlden tac betaget, / daz mir getrûwet würde ein maget
HvFreibTr
1073.
–
wie moht der tôt an dir betagen? Wh
101,30;
mir hât mîn werlîchiu hant / biz her an disen tac
bejaget, / daz an mir ist der prîs betaget RvEBarl
8646;
Ottok
38891
1.2
‘die Tage, die Zeit hinbringen’
ich enwil nû nimmer sô betagen, / ich enwelle den edelen
Mîlen klagen Wh
254,7.
7,6;
daz dû wîplîchiu cleider tragest / und bî den frouwen hie betagest
KvWTroj
14858;
daz ich iemer / kan alhie bî dir betagen ebd.
17181;
Rennew
30388;
RvEBarl
13082;
Teichn
44,18.
–
tumber gouch, der dar an [mit der Ergründung der Größe
Gottes] betaget oder benahtet! Walth
10,7;
Winsbeckin
39,7
1.3
‘bis zum Anbruch des Tages bleiben, den Tag abwarten’
ich vürhtez [das bettespil
] ir sô wol behage, / daz si vil lîhte dâ betage Tr
12626.
17331;
der ritter sol niht hie betagen, / wecke in, frouwe! KLD:MvH
5:3,2;
KLD:OvB
13:3,3;
Helmbr
1733;
KvWTroj
45578
1.4
unpersönl. ‘Tag werden, tagen’
als ez betaget morgen, sô sult ir gên von mîner kemenâte Kudr
1191,4
2
tr.
2.1
‘jmdn./etw. (mit dem Licht des Tages) bescheinen’
dû Cristes muoter, reiniu magt, / du erliuhtest vinster naht, als si mit
sunnen sî betagt RvZw
21,5;
swer si mag / umbevâhen / und mit kus ir lieblîch nâhen, /
den betaget ein sælig tag SM:KvL
11: 3,10;
ach, waz sælden den betagt / den ir kus und diu richait / wart gegeben!
WhvÖst
14016;
SM:Ro
2:2,3;
SM:UvS
7:3,1;
KvWTroj
17428;
SHort
1166
2.2
im Passiv mit Dat.d.P. ‘in Erscheinung treten, vor Augen geführt
werden’
eine schœne maget, / daz mir sô schœnez nie betaget / in herzen noch in
ougen wart HvFreibTr
1084.
870.
3589;
nu warte wie mirs ist petaget! HvNstAp
1357;
daz sô genædiclich geschiht / im von gote wurd betagt Ottok
1875.
68051;
GTroj
12046.
17391
JMeissn
B 1:12,7;
Daniel
1195
2.3
‘jmdn. zu Tage bringen, hervorbringen’
der reinen süezen maget, / von der uns ist der sun betaget Walth
3,29;
rôse in himeltouwe, / sunder sünde dorn betaget Marner
14,6;
Rennew
25784;
Renner
13098
2.4
in Bezug auf tac i.S.v. ‘Termin einer Verhandlung,
Versammlung’
2.4.1
‘jmdn. einladen; vor Gericht ziehen’
wie Etzele hete betaget / vil vürsten lobelîche / heim in siniu rîche
KlageC
186.
–
haben wir hintz in iht ze sprechen, da suͤln wir si umb betagen
MGHConst
4:171,32
(a. 1305);
so sol si der richter baid betagen mit fronboten auf daz naechst
taedinck OberBairLdr
324.
199.
297
2.4.2
‘etw. anberaumen; etw. zu einem best. Termin vor Gericht verhandeln’
nu wart zeimal betaget / ein hochzit den heiden Pass III
413,50.
–
di selbe chlage vnd die sache wart betaget mir vnd dem apt von
Zwetel [...] hin ze Poelan in den marcht von
minem herren UrkCorp
3333,23.
–
‘etw. vertragsmäßig festsetzen’
ein blinde nam ein êlich wîp, / [...] daz
wart bestætet unde betaget, / man gap si im für eine maget
Bîspel(Pf)
34,3
MWB 1 698,4; Bearbeiter: Hoffmann
betaget
Part.-Adj.
1
‘in einem bestimmten Alter’
2
‘hochbetagt, alt’
1
‘in einem bestimmten Alter’
eine wol geshonte maget, / der jugent was also betaget / daz sie nach
zweintzec jarn jach Rennew
19120;
volwachsen unde wol betaget / in megetlîchen jâren HvFreibTr
98;
der jâre wol betaget ebd.
3870;
in aldere betaget / uf vumfzen iar Pass III
327,68
2
‘hochbetagt, alt’
ich bin cristen und ir ein heiden, / ich bin jung und ir betaget Rennew
24913;
die jungen und ouch die wol betagten JTit
3666,1.
3535,3.
– übertr.:
úns enwart niemere kunt / das ein so rehtú junge magit / an wisheit were
so betagit RvEWchr
9157
MWB 1 699,9; Bearbeiter: Hoffmann
betalle
Adv. → mitalle
MWB 1 699,21;
betalleclîche
Adv.
‘ganz und gar’
der britänische herzoge / der was betalleclîche ein helt / ze allen nœten ûz
erwelt GFrau
589;
das ir uch so betalleclich hant gekert an gotts dinst
Lanc
45,25;
betalliclichen ebd.
120,33.
155,36
MWB 1 699,22; Bearbeiter: Hoffmann
bëtære
stM.
‘Beter’
wâre betære, die betent mînen vater ane im geiste und in der wârheit
Eckh
1:318,11;
HvFritzlHl
148,35.
– Mitglied einer spätantiken Mönchssekte:
mv́niche, die hiessen euchite, das sprichet ze tv́tsche bettere
VitasPatr
325,13;
sumeliche brudere [...], / die
[...] hiezen betere, / wan sie stete solten beten
Vät
21162
MWB 1 699,27; Bearbeiter: Hoffmann |