becherweide
stF.
‘Zechgelage’
sie wenent beiagen den pris / an der becherweide, / des gewinnen sie beide /
laster vnde schande Frgm1
28
MWB 1 459,7; Bearbeiter: Schnell
bechîn
Adj.
→
bächîn
MWB 1 459,10;
bëchmuos
stN.
‘Pechbrei’
daz der trache von einem pechmuse [
offa picis
] starb adir daz Belis pristere eliche begriffen wurden Cranc
Vorr. Dan 272,15
MWB 1 459,11; Bearbeiter: Diehl
bëchstein
stN.
‘Pechstein’ (ein Mineral):
sîn wâfen daz was allez swarz, / daz ê in liehter varwe
schein; / sîn ros was als ein bechstein / erstarret und bestecket Wig
6755
MWB 1 459,15; Bearbeiter: Diehl
bëchswarz
Adj.
‘pechschwarz’
die selben zwô varwe / vil gelîche teilten sich, / wan ein bechswarzer strich
/ an der stirnen [des Pferdes] ane vie Flore(G)
2750
MWB 1 459,19; Bearbeiter: Diehl
bëchtranc
stN.
‘Pechtrank’
sweffel vnd bechs werden sie [in der Hölle] vol. /
daß ewick bechdrank / nemen sie zu hab dank Luzifer
5,228
MWB 1 459,23; Bearbeiter: Diehl
bëchvalle
stF.
→
bëchwëlle
MWB 1 459,26;
bëchvar
Adj.
‘pechfarbig, schwarz wie Pech’
bechvar den vinstern helle [interl. zu piceus tenebris
tartarus
]
PsM
H 102,8;
der tiuvel pfligt der ritterschaft / under einem vanen pechvar Helbl
7,315
MWB 1 459,27; Bearbeiter: Diehl
bëchvlühtec
Adj.
‘pechtriefend’
von dem zwivalden lone: / den guten in sime trone, / den bosen in den argen /
pechvluchtic hellezargen HeslApk
15300
MWB 1 459,31; Bearbeiter: Diehl
bëchwâge
stF.
‘Pechwaage’
auch sol der colmeister haben ein bechwagen, dor an sol man wegen alles bech,
das in der stat gekaufft StRPrag
83
MWB 1 459,35; Bearbeiter: Diehl
bëchwalle
stN.
‘wallendes Pech’ als Beschreibung der Höllenstrafen:
zehant do vielen si alle / in dc ewig bechwalle PrWack
261,50
MWB 1 459,38; Bearbeiter: Diehl
bëchwëlle
stswF.
‘Pechflut’, Welle aus (siedendem) Pech, als Beschreibung der Hölle:
si wæren rîch oder arm, / si muosen ze helle. / swen diu pechwelle / dâ niht
volliclîchen twanc Aneg
2246;
diu tor der innern helle; / dâ sint die swarcen pechwelle / mit den häizzen
fiures flammen Erinn
728;
da mit wil ich / dir vil gerne gelten, /
[...] / daz du mich mit dinem bluote / chouftest von
der helle / unde von der heizen bechwelle SüklV
349.
162.
– hierher wohl auch:
daß sint die fursten [der Hölle] alle / auß der
bechvalle Luzifer
5,36
MWB 1 459,41; Bearbeiter: Diehl
bëchwëllec
Adj.
‘von brodelndem Pech wallend’
dâ er sehe vliezzen / die bechwelligen bache / unt der fiwerschober chrache
Erinn
941;
wie ungeloubich ez wære / der iu daz möchte fur gerechen, / wie man siu
[in der Hölle] beginnet zechen / mit bechwelliger
hitze ebd.
971
MWB 1 459,52; Bearbeiter: Diehl
beckære
stM.
‘Bäcker’ (vgl. becke swM.):
die beckere haben eine innunge hi in der stat zu Vriberc StRFreiberg
241,12;
daz ir becker buͦchen / brot in godes ere Elis
3490;
dy schenkin unde dy becker MarcoPolo
22,11
MWB 1 459,58; Bearbeiter: Diehl
beckærinne
stF.
‘Bäckerin’
da is also gemalen wart, / liebe da her vor tradt / und wolte da syn
obenerynne / das brot zu machen, und beckerynne Pilgerf
2718
MWB 1 459,63; Bearbeiter: Diehl
becke
stF.
1
‘Backvorgang’ (vgl. back ) 2
‘Backwerk’
3
‘Backkonzession’
1
‘Backvorgang’ (vgl. back):
ez sol kein burger noch gädemler der veilez brôt bachen wil niht mêr kornes în
koufen dan ie ze zwein bechen StRMeran
415;
swer och fertgvnge [Beförderung (der Backwaren)]
bedarf, der sol v̂s vnd in zefuͤrrenne gêben einen phenning von der béke
UrkCorp (WMU)
3474,41
2
‘Backwerk’
swelher maister danne die bekke niht gar uf die penke bringet NüP
36.
82
3
‘Backkonzession’
so giltet duͥ beche wol 25 s[chilling] Haller UrbHabsb
1:460,5
MWB 1 460,3; Bearbeiter: Diehl
becke
swM.
‘Bäcker’ (vgl. beckære):
daz wir den pecken haben gehaizzen, daz wir niemen lazzen stan mit vælem brote
vͦf der lantstrazze UrkCorp (WMU)
580,15;
StRAugsb
195,10;
in dem karkær Josep lac / [...] / bî dem schenken
zwâr / und bî dem becken EnikWchr
5314;
ein fraw, die versmächt den vrsprung des chaysers July sein geslächt vnd hies
in ainen pekchen Schachzb
68,271.
– als Bestandteil von Personennamen:
Wernhart der pekhe UrkCorp (WMU)
2410,1
MWB 1 460,13; Bearbeiter: Diehl
becke, becken
stN.
auch beck.
1
‘Becken, Schale’
2
‘Musikinstrument’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 174ff.)
1
‘Becken, Schale’
der künec Artûs nam in die hant / daz becke daz er dâ hangen
vant, / und schuof ez vollez brunnen Iw
2530;
des wirtes kamerære in becken von golde rôt / daz wazzer für
truogen NibB
606,1;
er nam das peck in di hant / und pegoß das scharlach gewant
HvNstAp
18745;
erin hevene und kannen, / kezzel unde pfannen, / beckin unde giezvaz, / kenen,
kruͤselin und glas / siht man wenig in mime hus KgvOdenw
13,43.
–
‘Waagschale’
mit wol gehufter lage / wart di sunde alzumale / geworfen in die schale /
[...] / man leite ouch sine guten werc / in daz
andere becken MarLegPass
19,173
2
‘Musikinstrument’ (vgl. Eitschberger, Musikinstr., S. 174ff.):
schalmyen, pfiffen ist da by vil; / busönnen, böken, alli spil / hört man da
mit schalle MinneR 439
210
MWB 1 460,23; Bearbeiter: Diehl
beckelhuot
stM.
‘beckenförmiger Helm’ (vgl. beckenhûbe):
den potestât / sluoc Tristan der degen vruot / mit kreften durch den
beckelhuot HvFreibTr
3304
MWB 1 460,40; Bearbeiter: Diehl
beckelîn
stN.
Dimin. zu becke stN.:
da hieng ain gulden peckel [...] /
an ainer ketten von golde HvNstAp
18734;
diu houbet er in abe schriet / und nam zwei schœniu beckelîn: / ir bluot
enpfienc er allez drîn KvWEngelh
6289;
vul, trege und laz, / die dri, die han der schanden beckelin / gemachet naz
Frl
6:7,16
MWB 1 460,44; Bearbeiter: Diehl
beckelinc
stM.
‘Ohrfeige’
ist aber, das ieman den andern vmbidehtecliche roͧfet oder ime einen beckeling
git UrkCorp (WMU)
N238AB,18
u.ö.;
er pfie [er empfing] vil smehú schelt wort, /
bægling und kropfstoͤsse SHort
4147
MWB 1 460,51; Bearbeiter: Diehl
beckenhëlfære
stM.
‘Bäckergehilfe’
wir gebieten, daz chein pechenhelfer [...] chein
swein hab StRMünch
205,11
MWB 1 460,56; Bearbeiter: Diehl
beckenhûbe
swF.
auch beckelhube (vgl. beckelhuot).
ursprüngl. unter dem Helm getragener beckenförmiger Kopfschutz, dann entsprechend
geformter Helm (vgl. LexMA 1,1773f.):
und sluoc in mit der klingen / sô vaste ûf den gezierten helm, / daz
[...] er sich muoste klieben / biz ûf die beckenhûben
starc, / diu dar under im verbarc / den schedel und die hirneschal KvWTroj
31065
u.ö.;
Wartb
Fl 13,13;
JTit
5904,1;
pekkenhauben, gespitztiv swert, [...] vnd allez
verporgen harnasch sol allen læuten verpoten sin UrkCorp (WMU)
1800AB,16
u.ö.;
ainer leicht im ein pechelhauben, / ainer sper, der ander schilt Teichn
421,112
MWB 1 460,59; Bearbeiter: Diehl
beckenhûs
stN.
‘Haus eines Bäckers’
ez suln auch die maister alle wochen ze ainem male daz brot besehen in den
peckenheusern NüP
83;
in muͤlen oder in bechenhousern StRAugsb
101,5
MWB 1 461,9; Bearbeiter: Diehl
beckenknëht
stM.
‘Bäckerknecht’
daz die peckenknehte suln stan innerthalp der prottische UrkCorp (WMU)
580,29;
StRAugsb
198,10.
198,12
MWB 1 461,13; Bearbeiter: Diehl |