bant|âder
swF.
‘Sehne, Band, Ligament’
wan die rehten pantâdern, die Galiênus ligamenta haizt,
entspringent in den painen BdN
38,8;
die dritten âdern sint pantâdern und haizent ze latein nervi
ebd.
35,32;
die pantâdern pindent diu pain zesamen in allen glidern
ebd.
37,21
u.ö.
MWB 1 431,42; Bearbeiter: Schnell
ban|teidinc
stN.
‘(gebotenes) Gericht’; die für ein bestimmtes Gebiet geltende, an
festgesetzten Tagen gebotene Gerichtsversammlung:
placita, que vulgo pantaidinch vocantur UrkHeil
1,180
(a. 1271);
als vil daz man alle iar ze drein pantaydingen [...]
ie drei phenning dien schol UrkKlostern
1,102
(a. 1306)
MWB 1 431,48; Bearbeiter: Schnell
bantknode
swM.
‘Knoten im Band’
das schiff [...] nit ist gebonden genug / von
etlichen lichten geboden [Geboten] , / die sint als klein
bantknoden Pilgerf
12822
MWB 1 431,55; Bearbeiter: Diehl
bantseil
stN.
‘Seil zum Festbinden von etw. (Ruder an der Ruderbank)’
struppus: bandseil VocOpt
28.065
MWB 1 431,59; Bearbeiter: Diehl
bantstoc
stM.
‘Weidenbaum’ (v.a. der beschnittene Stumpf der Korbweide, vgl.
bendelstoc):
das danne uf jetwederm guote von dem bache [...] vier
schion [Schuh] lang neimer dekein boum noch geböme noch
bant noch bantstöke [...] werden sol SchweizId
10,1746
(ZiUB a. 1307)
MWB 1 431,62; Bearbeiter: Diehl
bantwide
swF.
‘Bindereis, Zweig zum Binden’ (vgl. bintwide):
aber etliche reiffe waren entloͤset / umb das das gebende
[Zusammengebundene] was verboͤset / von gebrechen der
bant wyden Pilgerf
12757
MWB 1 432,4; Bearbeiter: Diehl
banvaste
stswF.
‘gebotener Fasttag’
ih gie [l. gihe
] demo almahtigen got, daz ih die heligen dietvaste unde ander
banvaste nie so negevastote noh so nebehilt so ih solt unde mochte BenedGlB
336,22;
swa ir iuch in allem dem jar iender versumet habet an deheiner panvasten oder
an deheiner panvîre Konr(Sch)
234,7;
von wihnachten vntz vasnaht git man dem convent ie dri stunt in der wochen
vleisch, ez chom denn an derselben tag einen ein panvast, so git man niht
UrkGeisf
418
(13. Jh.?);
RvMunre
1291
MWB 1 432,9; Bearbeiter: Schnell
banvasttac
stM.
‘gebotener Fasttag’
ez sol ouch kain vischer dehainem juden an kainem vasttage, ainem panvasttage,
fische ze kaufenne geben vor mittestage NüP
130
MWB 1 432,20; Bearbeiter: Schnell
banvellec
Adj.
‘unter einen Bann fallend’
daz chainer nit sol gehabt werden jn die acht gethon noch panfellig nach
darfur gehalten werden, er werde dan gefunden geschriben in den achtbrifen oder
pucheren StatTrient
157
MWB 1 432,24; Bearbeiter: Schnell
banvîre
stF.
‘gebotener Feiertag’
diu helle was zebrosten: / sît muosten wir vasten / unt mit
banvîren / êren die holden sîne, / die ir lîp karten / ze mislîcher marter
Wernh
1233;
swa ir iuch in allem dem jar iender versumet habet an deheiner panvasten oder
an deheiner panvîre Konr(Sch)
234,7;
das in der czyt [...] so von rechte banvyer in trit
noch der [...] kirchin recht [...]
keynir sal arbeytin UrkSchles
8,24
(a. 1347)
MWB 1 432,29; Bearbeiter: Schnell
banvîretac
stM.
‘gebotener Feiertag’
von den goͮten babesten wart gesezzet uber alle die
christenheit dirre tac ze tuldenne, darumbe, swa sich die mennesscen an anderen
panviertagen versumpten, daz si daz hiute [am
Allerheiligentag] nach ir sele salecheit ervulten
Spec
130,2
MWB 1 432,38; Bearbeiter: Schnell
banvoget
stM.
‘Bannvogt’, Vogt über einen Bannbezirk:
swer den banvogete dienet oder den von Andelahe dienet UrkCorp (WMU)
1953,41
MWB 1 432,44; Bearbeiter: Schnell
banvorst
stM.
‘Bannforst’; Wald, Jagdgebiet, dessen Nutzung dem Bannherren vorbehalten
ist:
doch sint drî heide binnen Sachsen, dâ den wilden tieren vrede geworcht ist bî
kunges banne, sunder beren unde wolfen und vuchsen; daz heizen banvorste
SSp(W)
2:61,2;
swer sô durch den banvorst rîtet, sîn boge und sîn armbrust sal ungespannen
sîn ebd.
2:61,3;
swer in den ban forsten wilt wundet [...] der sol dem
herren dez ez ist sehzeg schillinge geben dez herren lant phenninge SchwSp
108a
u.ö.
MWB 1 432,47; Bearbeiter: Schnell
banwart
stswM.
‘Bannwart’; Aufseher über eine Gemarkung, einen Bann (z.B. Flur-, Wald-,
Weinbergshüter):
custos frumenti, qui dicitur bannvart, solidum dabit ei UrkEls
1,228
(a. 1144);
so sölent die lute in diseme dorf an dem palmetage drie banwarten setzen uber
ir velt ze behütende UrkCorp (WMU)
N815,32;
UrbHabsb
1:413,10.
– Unterbeamter in einer Gemeinde:
so het min herre der abbet unde daz gotzhus reht ze setzenne einen banwart
UrkCorp (WMU)
244AB,12,6.
– als Bestandteil von Personennamen:
Wernher der banwart UrkCorp (WMU)
2052,25
u.ö.
MWB 1 432,58; Bearbeiter: Schnell
banwartambet
stN.
‘Amt eines Bannwartes’
ein banwartampt sol och lichen ein probst dem, der meiier vnd die gnossen
kiessen WeistGr
4,378
(1. H. 14. Jh.)
MWB 1 433,6; Bearbeiter: Schnell
banwartec
Adj.
‘dem banwart zustehend’
absque bladio custodie, quod vulgo dicitur bannewartig korn, et absque gramine
custodie, quod vulgo dicitur bannewartig gras WeistGr
5,389
(13. Jh.)
MWB 1 433,10; Bearbeiter: Schnell
banwarttuom
stN.
‘Amt eines Bannwartes’
officium ad preposituram pertinens, quod vocatur banwartuͦn UrkBasel
2:122,21
(a. 1277);
so sol in der schultheize die banwartuͦm lihen UrkCorp (WMU)
N815,35;
UrbHabsb
1:2,12
u.ö.
– metonymisch ‘Amtsgut eines Bannwartes’
darzu hat er [der Schultheiß] ein bannwarthum von
dry juchen WeistGr
1,727
(a. 1338 kopial)
MWB 1 433,14; Bearbeiter: Schnell
banwaʒʒer
stN.
‘Bannwasser’; Gewässer, deren Nutzung (für Fischfang) der Herrschaft
vorbehalten ist:
dar uͤber so sulen die vorgenante Moͤtnitzer mit sampt ir erben ze pan wazzer,
ze visschwaide [...] furbaz dehain reht haben
UrkCorp (WMU)
3040,14;
darnach hat der abbet sechs bannewasser, der geltent dru zu drisig schillingen
[...]. die anderen dru die geltent zu funf schillingen
WeistGr
1,668
(a. 1320)
MWB 1 433,22; Bearbeiter: Schnell
banwëc
stM.
‘Bannweg’, hier als Ortsangabe:
es ist ouch kundt vnnd wyssend, das vnsers herren von Costentz vnnd der statt
Nuwkilch zwing vnnd benn gan sonnd obnen vntz zu dem wyssen stain, deswegs hinuber
vntz zu dem grawen stain, darnach vnden her an den banweg by Rossberg harumb vntz an
das fugelryss WeistGr
1,291
(a. 1330 kopial)
MWB 1 433,31; Bearbeiter: Schnell
banweide
stF.
‘Bannweide’; Weide, die der allgemeinen Nutzung entzogen ist:
super bonis suis predictis poterunt sicut et ville nostre banweide et
uhteweide [Herbstweide] constituere UrkWürtt
8,97
(a. 1278);
ist aber, daz die vorgenanten dorfer in machent baneweide oder utheweide fur
diu zil [...] so sol daz fihe unde die schaf von
Ciegelhoven miden die banwaide UrkHerrenalb
5,454
(a. 1313)
MWB 1 433,39; Bearbeiter: Schnell
banwërc
stN.
Gemeinschaftsarbeit, zu der durch Bann aufgerufen wird:
omnes [...] debent dare annuatim panwerch, et debent
eciam ire ad panwerch UrkTirol
1:3,143
(a. 1239)
MWB 1 433,48; Bearbeiter: Schnell
banwilt
stN.
‘Bannwild’, Wild unter Bannrecht:
dar uͤber so sulen die vorgenante Moͤtnitzer mit sampt ir erben
[...] ze panwilde noh ze wælden noh ze vederspil furbaz
dehein reht haben UrkCorp (WMU)
3040,15
MWB 1 433,52; Bearbeiter: Schnell
banwîn
stM.
‘Bannwein’, herrschaftliches Monopol des Weinausschanks (vgl.
2HRG, 1,445):
sv́ [die Äbtissin] sol och
[...] in der hoͤve ieclicheme ze drien citen imme iare
[...] ze banwin legen zwei vuoder wins, ein wizes vnde
ein rotz, vnde sol die wile nieman deheinen win vejle han UrkCorp (WMU)
679,38;
wazzer, weyd, vischweide, [...] banwin, herberge,
dyenst zolle [...] vnd ander gut UrkWürzb
41,149
(a. 1345);
die scheffen teilent auch, daz daz closter zu Selse banwin legit unt legen sol
alle jar in die stat zuͦ Selse sehs wochen WeistGr
1,761
(a. 1310)
MWB 1 433,57; Bearbeiter: Schnell
banwise
stF.
‘Bannwiese’, dem allgemeinen Viehtrieb entzogene Wiese:
dar nach hant unser herren die voͤgthe erthailt umbe die usserun banwise, daz
nieman dekâine barwâide mag verkoͧfen noch verkumbern âne alle die gîemainde, die da
zuͦ horent UrkCorp (WMU)
1262,11
MWB 1 434,5; Bearbeiter: Schnell
banzins
stM.
durch ban auferlegte Abgabe:
quod datur de eo bannecins et maiecins, i.e. et galinae et ova DRW
1,1229
(Münchweier; 12. Jh.)
MWB 1 434,11; Bearbeiter: Schnell |