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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hagelrëgen - hâhel    


hagelrëgen stM. ‘Hagelschauer’, bildl.: ich bedörfte wol der sælden segen: / nu triffet mich der hagelregen Virg 584,5

MWB 2 1095,41; Bearbeiter: Bohnert

hagelschrât stM. ‘Hagelschauer’ [manchen Bauern] rüert der hagelschrât, / sô rüerent den der hêrren reis, / den daz bisez [Misswuchs] und ander freis HvBer 3985

MWB 2 1095,44; Bearbeiter: Bohnert

hagelschûr stM. , -schûre swM. ‘Hagelschauer’ [jmd.] wirt über alle sîn nâchgebûr / vil erger denne ein hagelschûr Renner 1766. – bildl. (vgl. hagel 2.2): ein toͤtlich hagel schure was er allen den, di tugende wanden JTit 273,4

MWB 2 1095,48; Bearbeiter: Bohnert

hagelslac stM. ‘Hagelschlag’ [Gott ist stark] als ein haylslag, als ein brechende sturmwind Cranc Jes 28,2

MWB 2 1095,53; Bearbeiter: Bohnert

hagelstein stM. auch hayl-. ‘Hagelkorn, Schloße’ wirt er sye darnidir slan mit sturmwinde und mit haylsteinen [ in lapide grandinis ] Cranc Jes 30,30; und vielent grosze hagelsteine / umbe daz schiffelin cleine ParzRapp 746,25; Lanc III 333,12; Sg. kollektiv: in dem [Unwetter] sich hernidir gôz / sô ungevûge hagilstein, / der ob al daz lant gemein / slûc wîngarten, boume, korn NvJer 1294. – als Personenname: Cvͦnrat Hagelstein UrkCorp (WMU) 187,11; hern Hagelstainez thohter ebd. N274,32 u.ö.; UrkAugsbBt 1,49 (a. 1188); Name eines Teufels: PrBerth 1:156,2

MWB 2 1095,56; Bearbeiter: Bohnert

hageltragende Part.-Adj. hagel in sich tragend’, übertr.: [die Prediger drohen den Sündern] mit hageltragenden [von Verderben handelnden] worten HeslApk 15015

MWB 2 1096,4; Bearbeiter: Bohnert

1hagen stM. auch hegen, hein, hain. 1 ‘Dornstrauch, Dorngestrüpp’
2 ‘Hain, Wald’
3 ‘Verhau’
3.1 zur Einhegung eines Jagdgrundes
3.2 zur Absperrung, Einfriedung einer milit. Stellung, eines Heerlagers, einer Burg;
3.3 den eingefriedeten Platz (mit)bezeichnend, ‘Einfriedung, Gehege’
   1 ‘Dornstrauch, Dorngestrüpp’ paliurus: hagen SummHeinr 2:46,246(App.) u.ö.; die hagvn [Hagebutten] die dir wahsint vfen den [= dem ] wizin hegene Ipocr 255; iesâ sô der sûre hagen / in alsô süezem grunde / gewurzet zeiner stunde, / man wüestet in unsanfter dâ / dan in der dürre und anderswâ Tr 17886. 17885. 18069; ich sluͦf [in einem Waldgebirge] duͦrg buͦsch, duͦrg hecken ruch, / duͦrg hagen inde gebucke MinneR 477 337; StrKarl 10858. – zusammen mit dorn genannt: durch dorne und durch hagene / fuorten si den gotes trût, / si zarten im abe flaisc und hût Kchr 6356; Rol 9012; dorn unde distel unde hagen Tr 18078; Kchr 10925; PsTr 57,9; Tr 17861. 18073; KvHeimUrst 1910; Renner 157    2 ‘Hain, Wald’ schôn als ein golt gruonet der hagen Neidh SL 16:1,1; do floch ich balde gegen dem hagen [La. hine zu walde ] En (FSch) 1073(App.) (s. Anm. z.St.); LivlChr 5205 (synon. walt ebd. 5170 ); UrkCorp (WMU) N364,33. 1545,35    3 ‘Verhau’    3.1 zur Einhegung eines Jagdgrundes: iz kument hûte [...] / des kunigis wol vumfzic man / zu machin einen hagen, / darzû der kunic wil jagen NvJer 24040    3.2 zur Absperrung, Einfriedung einer milit. Stellung, eines Heerlagers, einer Burg; bes. in Verbindung mit den Verben houwen, (vor, ûz) slahen: sî hîbin [...] / veste heine her und dar / und vormachtin iz [den Bereich um die Burg] sô gar, / daz nicht inbleib den ôt ein pfat, / daran man zu der burc getrat NvJer 3715; LivlChr 9865; [am Eingang einer Landzunge] was ein vil grôzer hagen / von den Samen vor geslagen, / [...], / dâ wâren boume [...] sô gevellet, / daz ez was gestellet / sam ez wêre ein bolewerc ebd. 3969; sie quâmen durch den hagen, / der vor daz lant was geslagen ebd. 8983. 7321. 6229; dô der Oselêre hagen / was von den brûderen ûz geslagen ebd. 6235. dô sie hatten geslagen / und gehowen durch den hagen / einen rûm zû mâzen grôz, / [...] LivlChr 3990. 4055; zuletst sî [ dî Prûzin ] nâmen doch dî kêr / ûz dem haine an dî vlucht NvJer 12765. – als Teil der Vorbefestigung einer Burg (vgl. burchagen ): ez mvste allez wichen, / ir gedrenge vnde ir geschurge, / vnz an daz vurburge. / rechte mitten durch den hagen / begunden sie sich wider iagen. / avch wart geiaget Ector, / biz an daz burgetor Herb 4587; ich wil mit Telamone / slichen [...] / bi die burg in den hagen ebd. 1285. 1568    3.3 den eingefriedeten Platz (mit)bezeichnend, ‘Einfriedung, Gehege’ dâ mite kârten sie [...] / vor einen hagen, der ist genant / Carmele LivlChr 6196; daz her gentzlîchen quam / bie den hagen, der dâ was / gewunnen [eingenommen] ebd. 6241. vröudenlôser ~ umschreibend für die Hölle: [die heidn. Götter] waren lute [Menschen] bi ir tagen. / haz und nit sach man sie tragen [...]. / der tot hat sie nu geslagen / in den vreudenlosen hagen Pass III 186,11. – bildl.: [der Priester] kan mich rechte leren / bichten, buzen, ruwe trayn, / rumen mines herzen hayn Daniel 5026. – Ortsname: vnde lazen vnseme [...] sune die stat zu deme Hagene [heute Großenhain] vber Elbe mit deme gerichte vnde mit allem deme nutzze, der da zu gehoret UrkCorp (WMU) 1062,26; swen wie denne vnseme sune [...] geantwerten Vriberch, den Hayn vnde Turgowe ebd. 1062,40

MWB 2 1096,8; Bearbeiter: Bohnert

2hagen stM. ‘Zuchtstier’ ich sol och han ein hagen und ein eiber in dem vorgenanten hofe UrkFreiburgGr 13,223 (a. 1340). – hierher oder zu 1hagen stM. (vgl. Anm. z.St. und D. Gerhardt, Süsskind von Trimberg, Bern u.a. 1997, S. 161f.): kuo sunder hagen nicht wol getuon den sumer künde KLD:SvT 4:3,6

MWB 2 1097,10; Bearbeiter: Bohnert

1hagen swV. ‘eine Einfriedung, einen Zaun machen’ daz die vorgenanten maier von Witlisperg [...] holtz ze hagene vnd ze bruchene, wes su̍ bedurfen in dem hof, sont howen ZGO 6 (1855), S. 253 (Urk. St. Blasien, a. 1330). – bes. ‘einen Wildzaun machen’ (vgl. Dalby, Mediaeval Hunt S. 77): solt ich do gan hagen / und verbinden minü sail [Schlingen, Fallen] , / so wird mir licht ain wilt ze tail, / das ain ander hett versetzet [vergrämt] MinneR 505 168; ich han gehaget vnd wil iagen MinneR 32 7

MWB 2 1097,17; Bearbeiter: Bohnert

2hagen swV. ‘gefallen’; jmd./etw. (ge)haget jmdm.: ob iu der rât behage [La. gehage ] KLD:UvL 15: 3,1; sweme alle sine werrenisse hagen, der muͦs ein diemuͤtig herze haben Mechth 7: 17,4; si ist Herrat genant [...], / ich weiz wol, si behagt [La. gehagt ] dir wol / mit edele und mit richeit Dietr 7553; Crane 2013; Heidin II 2536(La.); MarLegPass 2,191(La.); MarienklUVr 867-73b(App.). – ohne Subj.: Wolfdieterich [Dat.] in dem orden [...] / nit wol begunde hagen WolfdD (H) 2128,3

MWB 2 1097,28; Bearbeiter: Bohnert

hagen-, hag(e)boum stM. auch hachboum. ‘Hainbuche’, Glossenbelege des 12.–13. Jh.s s. AWB 4,597f. s.v. haganboum

MWB 2 1097,38; Bearbeiter: Bohnert

hagen-, hagebüechîn Adj. ‘aus Hainbuchenholz’ [ein Sattel] was guot hagenbüechîn Er 7502; ir swinge / [...] ist hagenbuochîn BFrau 301; hagepuchein [...] holtz NüP 174

MWB 2 1097,41; Bearbeiter: Bohnert

hagen-, hagebuoche swF. ‘Hainbuche’ ir sult mich einer stangen wern, / vierecke, einer hagenbuochen Wh 196,21; zwei und drîzic malter / der schœnsten hagenbuochen Wachtelm (W) 1154,3; carpenus: hagenbuͦcha [La. hageboͮcha ] SummHeinr 2:224,241; weitere Glossenbelege des 12. und 14. Jh.s s. AWB 4,598f. s.v. haganbuohha

MWB 2 1097,45; Bearbeiter: Bohnert

hagenbutte swF. ‘Hagebutte’ paliurus: hagenbutta SummHeinr 2:406,217; vrucht brenget er [Dornstrauch] , die ist rot [...]; / haynbutten oder hifen / heizet sie Daniel 2189 (Sg. oder Pl., s. Anm. z.St.)

MWB 2 1097,52; Bearbeiter: Bohnert

hagen-, hag(e)dorn stM. auch hayn-, hay- ( Cranc ). ein Dornstrauch, überw. wohl ‘Weißdorn’ (vgl. AWB 4,599-603 s.v. haganthorn, hagdorn, haguthorn) 1 allg.
2 als nutzloses Unkraut
3 für den Stamm, einen einzelnen Zweig
4 für einen Stock oder Knüppel aus dem Holz des Strauches, bildl.
5 als Personenname
   1 allg.: bedegar haizet ain hagdorn oder weithagen. der paum hât seinen stam vol kurzer weizer dorn oder rœtloter BdN 316,3; ouch werdin di pfirskin rot, ab man ir ris pfroppe vf eynen hayndornis stam Pelzb 125,13. 128,24; diu klette unde der hagendorn / diu tuont gæhen liuten zorn Freid 118,13; den wech gen einem hohen graben / kert er daz ors mit den sporn / durch hak beidiv vnd dorn [La. dorch manigen hagendorn ] Krone 9177. – synonym mit hagen: durch ieslîchen heiden, / der dâ ze tôde lac erslagen, / was gewahsen ein hagen [...]. / do die gotes pilgerîne [...] / die hagedorne sâhen, [...] StrKarl 10869. – in Flurbezeichnungen: ze dem hagendorne [...] bi dem hagendorn UrbTennenb 360    2 als nutzloses Unkraut: diu erde diu treit dir [Adam] dorn und hagendorn [ spinas et tribulos Gn 3,18] PrOberalt 140,10; man vindet auch die suͤzze der guten veigen auf dem hagendorn nicht ebd. 140,2; wermuet unnd hagedorn HvHürnh 72,2; Cranc Jes 27,4. – sprichw.: ez stichet ie der hagendorn WolfZabel 1594. – bildl.: von dir werden ouzgesniten di hagendorn und diu wuocher der achust SeckauBrev 161,13; [der Antichrist ist] an alle duͤgent ein hage dorn HvNstGZ 5037    3 für den Stamm, einen einzelnen Zweig: ob man eynen nespeln pelcz auf eynen hagendorn oder auf eynen pyrpawm, wie dy geraten [Überschr.] Barth(H) 555; der den hagedorn wil ziehen dur daz heu sunder hafte, der muoz in gar besnîden, als unser herre Jêsus Kristus, der minne boum, der den hagendorn vor gezogen hât dur daz heu dirre kranken welt unde hât sîne este alsô gar besniten, daz an ime niht wegenlîches enhaftet Eckh (Pf) 634,27.29    4 für einen Stock oder Knüppel aus dem Holz des Strauches, bildl.: swer friuntlich lechelt / gein uns und uns den rücke hechelt / mit maniger untriuwe hagedorn Renner 15091    5 als Personenname: Hagedorn der smit UrkBebenh 18,455 (a. 1317); hern Heinrichen vor Gassen, den man nemmet den Hagendorn UrkFreiburgGr 13,331 (a. 1342); UrkRapp 406,8 (a. 1343); Name eines Teufels: dû heizest nâch den tiuveln unde bist halt nâch in genennet. [...] sô heizet der Hagedorn, sô heizet der Hellefiwer, sô heizet der Hagelstein PrBerth 1:156,1

MWB 2 1097,56; Bearbeiter: Bohnert

hagenholz stN. wohl ‘Zaunholz, Bauholz für eine Einfriedung’ (vgl. SchwäbWB 3,1040 s.v. Hagholz): ligna, que vocantur haynholcz WeistErf 44

MWB 2 1098,41; Bearbeiter: Bohnert

hagenhuof stM. wohl zu 1hagen stM. (s. Eis, Med. Fachprosa S. 172). wohl ‘mit Haaren krankhaft umwucherter Huf’ (zur Sache s. bei hagenhuof Adj.): wor [für] dy haynhuwe breyte werk dicke unde flosse dor in pech unde lege daz heys uf den wuͤs [Fuß] Albrant 3,62

MWB 2 1098,44; Bearbeiter: Bohnert

hagenhuof, agenhuof Adj. wohl zu 1hagen stM., die Form agen- viell. durch Umdeutung im Anschluss an agene F. zu erklären (s. Eis, Med. Fachprosa S. 172). – ‘einen → hagenhuof stM. habend’ (zu möglichen Identifizierungen der betr. Hufkrankheit [Entzündung der Hufkrone, Hufknorpelfistel, Hufspalt?] s. die Hgg. z.St.): swelich ros hagen huof ist, so mach ein chalchez [= kaltguz ] von aschen aus magen halm [Mohnhalmen] und wasch iz da mit Albrant 1,20 (vgl. Ausg. S. 36f.); an den huf es nyrgent trat, / es gie vf den ballen. / an sinen fu̇szen allen / was es hart agenhuf Krone 19852 (vgl. Anm. z.St.)

MWB 2 1098,50; Bearbeiter: Bohnert

hagenstûde swF. ‘Dornstrauch, -staude’ dan vz [aus dem Acker (der Christenheit)] hat Krist gehaben / die dvrren baume, ir mistele, / henstvden, bremen, distele PrHess 19,224

MWB 2 1098,63; Bearbeiter: Bohnert

hager Adj. ‘abgezehrt, knochig, hohlwangig’ der eine [ bruder ] harte cranc schein, / truric, durre unde hager Vät 16403. 34271; ir herte leben [...] / hete sie gemachet hager ebd. 28897; der [ lîp ] was im lanc unde hager ebd. 14705; dîn lîp ist dürre unde mager, / dîn antlitz bleich unde hager HvFreibTr 5110

MWB 2 1099,3; Bearbeiter: Bohnert

hage|stalt, -stolt, -stolz stM. auch hei-, hai-; heilstalt UrbBayS 4,48. – die Formen mit -stolz beruhen auf volksetym. Umdeutung des im Dt. isolierten Zweitgliedes -stalt (zu germ. *stalda- stV. [VII] ‘besitzen’, vgl. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,742f. s.v. hagustalt, hagastalt). – ursprünglich Bez. für den Besitzer eines eingefriedeten Grundstücks ( → hac), „das zu klein war, um auf ihm einen eigenen Herd, Haushalt oder Hof zu unterhalten. Die schlechte wirtschaftliche Lage zwang den H., sich in den Schutz eines älteren Bruders, der nach germ. Erbfolge den väterlichen Hof erhielt, oder eines anderen Mächtigen zu begeben und diesem Dienstleistungen, namentlich solche militärischer Art, zu erbringen” (HRG 1,1910). – unverheiratete Person ohne eigenen Hausstand, meist hörig: ein hagestolz, ein getling, der ane wip ist und an ê WeistGr 1,366 (a. 1341); wer vierzehen iâr alt ist ald darob und niht êwibs gehept hât, und dem sin vatter von todes wegen abgangen ist, das der ain hagstoltz ist StRStGall 69,19.20; welher ain hagestoltz ist, er sy wyb oder man, wen der abgät, so ist das varend guot geuallen dem gotzhus DRW 4,1426 (SchrBodensee; Ende 13. Jh., kopial); UrkCorp (WMU) 1453ABC,13,12,39; WeistGr 1,240 (14. Jh.). 1,294 (nach 1330). haistaldi vocantur manentes in villa, non tamen habentes hereditatem de curia, nisi areas tantum et communionem in agris et pascuis UrkMittelrhein 1,153 (a. 1222); dc er sin tivrste lebindis gvͦt ze valle gebin sol, vnd obe er dez nit hat, ist er ein hagistolz [wenn er ein h. ist] , dc er [...] UrkCorp (WMU) 173,33. dasz wir [...] verkoͧphet han daz eigen ze Wigehein [...] mit den hagestolcen, es sin man oder froͧwen, die zuͦ dem guͦte hoͧrent UrkWürtt 8,258 (a. 1281); daz der selbe Egilolf sich het vúrzigin [...] teilis [auf seinen Anteil verzichtet hat] [...] an den hagistolzin zi Rorschach mit wibin vnd mit kindin UrkCorp (WMU) N95,20; UrbBayS 4,63. do was aller ire [der Israeliten in der Wüste] menegen alsus vile: sehs hundert tusende, sehzeg tusende, sehs unde sehzeg tusende wighaphter manne ane wib unde chint unde ane hagestolte PrWack 10,33

MWB 2 1099,10; Bearbeiter: Bohnert

hagestaltliute stSubst. (Pl.) als Pl. zu → hagestalt: haistaltleute sveln dem rihter geben zv dem chotemperen [Quatember] , dreistunt in dem jare, ie der man drei phenninge UrkCorp (WMU) 3068,29

MWB 2 1099,54; Bearbeiter: Bohnert

hagetûbe swF. hegetûbe

MWB 2 1099,58;

hâhære stM. ‘Henker, Scharfrichter’ (s.a. Angstmann, Henker S. 23ff.): den hals sî dar strahte / und hiez sich slahen den hâher MargAntioch II 702; wide unde seil / schaffe unser einem der hâher morne her Wartb Fl 2,16. Fl 8,4; wir [...] wellen nicht, daz es [das redern, houptnn und brennen ] fiurbas iemman anders tuͦ danne der haher, wer danne haher ist in der stat ze Regenspurg UrkRegensb 406 (a. 1334); der an ern noch an wird niht ze achten ist [...], der sol geslagen [gezüchtigt] werden niht von dem haher [ a suspensore ] [...], sunderleich sülln in die schergen slachen StRWienerNeust 21. die dâ lebent alsam ir, / die [...] sint wîbe und manne / ze genôze alsô mære / als ein hâhære Helmbr 1018

MWB 2 1099,59; Bearbeiter: Bohnert

hâhel stswFM. auch hâhela, -e ( SummHeinr ); kontr. hâl, auch hæl, hel(l). – vgl. ahd. hâhal stM., hâhala, -ila stF. (AWB 4,604f.). Vorrichtung zum Aufhängen, bes. des Kessels über dem Feuer, ‘Kesselhaken’ swer viurær in der chuchen ist, [...] [der soll] diu cuchen berihten mit halen [lat. Parallelurk.: cum appensoriis ] , mit hævenn, mit muͦltern UrkGeisf 436 (13. Jh.); heͣl, chessel und phannen HvBurg 5675; der koch gab [als Hochzeitsgeschenk] ain hell Bauernh 394; hoheln und brantreiden / hant sich gar von mir gescheiden KgvOdenw 13,29; als Übers. von lat. cramacula: hahel Gl 3:639,55; SummHeinr 1:344,438. 2:40,161; VocOpt 10.061

MWB 2 1100,10; Bearbeiter: Bohnert