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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hac - hafte    


hac stMN. Pl. hage ( Kudr 379,2 ), hege ( UrkCorp (WMU) 1151,1. 2479,24 ), heger ( WeistGr 1,165 (Mitte 14. Jh.) ). vereinzelt swM. ( BraunschwRchr 2677 ). 1 ‘Dornstrauch’
2 ‘dichtes Gebüsch, Dickicht’ ;
3 ‘Hecke, Strauch- oder Flechtwerk’ , als Vorrichtung zum Fangen von Wild (vgl. hecke stswF.)
4 ‘Einfriedung, Begrenzung (eines Stückes Land)’ , z.B. als Hecke, Baumreihe, Zaun, Palisade
4.1 allg. (bezogen auf einen Garten oder anderes Kulturland);
4.2 für ein umfriedetes wildreiches Waldstück, ‘Jagdgehege’
4.3 milit., Befestigungsanlage aus untereinander verflochtenen Bäumen/ Sträuchern oder als Verhau, Palisade, teilw. die umfriedete Fläche mitbezeichnend
4.3.1 eigentl.;
4.3.2 übertr.
5 bildl. für etw., das jmdn./etw. umfängt, einschließt, festhält (Anschlussmöglichkeiten bes. zu 3 und 4 )
6 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Dornstrauch’ ein hac der alze manigen dorn und lützel rosen uf sich ladet, / des vruhten hilfet niht so wol so vil sin kratzen schadet FvSonnenburg 8,11; ein hac dâ bluote / von rôsenrîchen dornen KvWTroj 1688; mit einem griuwelichen hage / stuont daz loch verdürnet ebd. 5884; Renner 157; Suchenw 24,97    2 ‘dichtes Gebüsch, Dickicht’; teilw. unterschieden von walt: uber ein mos in ein hac, / dort verre hin fur einen walt KvFuss 1912; nim dri der grœsten riusen din [...]! / die ersten lege zuo dem hage / bi dem wazzer uf daz lant, / die andern in den walt zehant HvPforzen 82; teilw. synon. neben vorst, walt verwendet: si kêrten zuo dem vorste, / der bî Troye nâhe lac, / und îlten an den wilden hac KvWTroj 11874. 452; EckenlE2 105,7; WhvÖst 986; Mügeln 171,6. ein dickez hac Wig 2125; KLD:Alex 2:10,8; Minneb 4331; des edeln hages risach WhvÖst 1086; daz liehte morgenrôt / was durch den grüenen hag gedrungen KvWLd 14,2; daz lang dik hag Krone 9796; daz gevilde allez vollez lach, / sam ob ein rast langer hach / wer da nidere gevalt. / die toten lagen ungezalt Dietr 8895. der helt slouf dur den hac Marner 2,62; Krone 9177; daz dürre holz ime hage Parz 172,18; in den hagen / geswigen alle vogele Kudr 379,2; ir soldet riuten / [...] in jenem hage HvFreibTr 4977; div matte vnder dem múlhage vnd ein matte bi den nusboͮme vnder dem selben hage UrkCorp 161,22. gruͤn als der hag ain wafenclait WhvÖst 10228    3 ‘Hecke, Strauch- oder Flechtwerk’, als Vorrichtung zum Fangen von Wild (vgl. hecke stswF.): wiͤr verbieten dræuch [Fallen] und hage und tierstriche, do man daz wilde inne vaͤchet. ez sol auch nieman necze nuczen UrkSalzb 4,383 (a. 1328 kopial); bildl.: swer gotes minne wil bejagen, / der muoz ein jagendez herze tragen [...]: / si gât niht slâfende in den sac, / wan [= man ] muoz si twingen in den hac LobGesMar 1,12. – hierher? so ich alsus mit froden jag, / so zucht dort her by ainem hag / ain heckiäger MinneR 505 143    4 ‘Einfriedung, Begrenzung (eines Stückes Land)’, z.B. als Hecke, Baumreihe, Zaun, Palisade    4.1 allg. (bezogen auf einen Garten oder anderes Kulturland); in Verbindung mit Verben: den [ boumgart ] bevridet ein vestez hac Wig 669; [um einen Baumgarten] weder mûre noch grabe engie / noch in dehein zûn umbevie, / weder wazzer noch hac Er 8706; der hak, der zwischen dien selben wingarten hin gat UrkCorp (WMU) 2389,27; ich han in [ wingarten ] umbegraben und einen hag dar umbe und einen zun gemacht Tauler 290,8; ain buman, / wann sein huͦb gesæt wirt, / [...] sleht umb daz vælt ein hag Teichn 474,11. – mit Präp.: der tzvn dovcht in ze dicke vnd ze hoch, / mit den zenen er dannen zoch / einen spachen [...]. / nv want er sich dvrch den hag ReinFu K,51; so gant [...] manigú menschen guggen úber den dornigen hag Seuse 432,1; vntz an der Spitaler Rvti, als si mit hage begriffen ist vnd mit zeichen vs gescheiden UrkEidgen (K) 110 (a. 1309); den wingarten [...] mit allem rehte, als wir in hatton, mit wegen, die wir dar zvͤ hatton, mit graben vnd mit hegen, alse er vmbevangen ist UrkCorp (WMU) 2479,24; Suchenw 28,17. – die eingefriedete Fläche mitbezeichnend: alumben berc lac ein hac, / des man mit edelen boumen pflac. / vîgen boum, grânât, / öle [...], / des wuohs dâ ganziu rîcheit Parz 508,9; sîn hof an einer ebene lac; / dâ hinder was ein schœne hac Wildon 2,30. – bildl.: vermîdent dise reise / zuo des wilden meres hage [Strand, Küste] ! KvWTroj 9403    4.2 für ein umfriedetes wildreiches Waldstück, ‘Jagdgehege’ in sîme hage / stuonden würze [...]. / den walt nante man [...] / Behforet, den Schœnen Walt. [...] / lewen, bern, rôtwilt, / swîn und swaz man jagen wil, / des was dâ mêr danne vil / ze rehter tagalte UvZLanz 3964; uz dem hage durch daz gras / gieng ain wildnære [...], / ein seltsain wild er scholde / gevangen haben in dem hage WhvÖst 6830    4.3 milit., Befestigungsanlage aus untereinander verflochtenen Bäumen/Sträuchern oder als Verhau, Palisade, teilw. die umfriedete Fläche mitbezeichnend    4.3.1 eigentl.; als Teil der Vorbefestigung einer Burg (vgl. (burc)hagen): sî sâhen wie diu veste lac: / niden drumbe gienc ein hac / mit boumen starc verworren. / die lie man nider [hatte man niedergebogen und so weiterwachsen lassen] in rehter zît. / der wurzeln saf in grüene gît Virg 187,2; für die burc ze Garte reit er in daz grüene hac OrtnAW 196,3; daz ich [...] verchauft han mein purchstal ze Erlungshofen und di zway hakch dopi, swaz di begriffen habent und umbvangen UrkEichst 2,237 (a. 1332); die würme [...], / die in der vorburc lâgen / und des hages pflâgen / in dem Verworrenen tan UvZLanz 7362; von würmen manicvalden / ist der hac behüetet harte. / ez ist gar ein würmegarte ebd. 5047; WolfdB 145,3. 146,4. – in anderen Verwendungen: [Herzog Heinrich der Löwe] uzgab daz blich [gab das Gebiet ( → blech) zur Bebauung frei] , / daz geheyzen ist dhe Hage, / und heyz mit howe und mit slage / iz buwen unte vesten, / daz iz vor argen gesten / sicher were osten, westen BraunschwRchr 2677; der hag [Landwehr?] ze Biedertan, behebet den graue Ruͦdolf selbe dritte frier lúte alder dienstmanne mit dem eide, daz er nivt versezzet wart [...], so ist der hag sin UrkCorp (WMU) 6,26.28; dâ was ein vil grôzer hagen / von den Samen vor geslagen, [...] / sam ez wêre ein bolewerc [...]. zû hant / trâten zû die cristen, / sie enwolden nicht gevristen, / sie enhiwen den hac enzwei LivlChr 3985. 4067; sô sint sie [Räuber im Wald] alsô starke verheget: / ez enwerde [...] daz diu lantschaft / den hac zerbreche mit kraft, / sô wil ichz dâ vür niht hân / daz man sie iemer müge gevân UvEtzWh 6268. – nur mit Bezug auf die Verflechtung der einen ~ bildenden Gewächse: schar in schar gar verworren / was sam ein hac geflohten. / sî konden noch enmohten / ein ander niht entwîchen Reinfr 20305; bildl.: ir herze was geflohten / in der süezin minne hack, / da ez verworren inne lac Martina 55,31    4.3.2 übertr.: von lanzen und von swerten [seiner Gegner] / was umb in ein michel hac KvWTroj 34773; ein hac wart umbe in dâ geweben / von liuten unde ein dicker zûn ebd. 31348. 34698; er hete von tôten einen hac / umb sich gehouwen ûf dem plân, / die ûzvart er kûm mohte hân UvEtzAlex 13574. 13751. da von ist nicht pesser hag [Schutz] / fuͤr dw sund dann scham und vorcht Teichn 285,24    5 bildl. für etw., das jmdn./etw. umfängt, einschließt, festhält (Anschlussmöglichkeiten bes. zu 3 und 4): der zwelfbote lac / in des kerkeres hac / verhaget mit ungemache Pass I/II (HSW) 29118; Pass III 478,15; daz diu minne het verheget in ir hage / manic vrîez herze, daz nû was ir gîsel Loheng 1515; nu hat mich beslozzen dez alters hag Teichn 163,27; liegen triegen ist ein hac, / wol im, der in vermîden mac Freid 168,27; RvEBarl 5402; Frl 9:2,9. [der Teufel verführt in Frauengestalt einen Mönch; aber der hl. Bartholomäus] wolde im hi den valschen hac [die täuschende Hülle] / uf rumen, der in irrete / und von genaden in virrete / an dem unreinen bilde Pass I/II (HSW) 32746    6 als Bestandteil von Personennamen: her Heinrich von dem Hag UrkCorp (WMU) 1150,36. 2576,24; HvdHageTagz M,15-18(Akrostichon)

MWB 2 1081,57; Bearbeiter: Bohnert

hacgevilde stN. ‘mit Dorngestrüpp bewachsenes Gelände’, als Jagdrevier: [ daz waidmænlin ] jach, ez woͤlt sin luz / ersuͦchen me nach wilde. / durch daz gevilde [La. haggevilde ] / kert ez durch der merker spehen. / Wildehelm von Österrich sehen / ez aber in den rosen wart WhvÖst 7152

MWB 2 1084,15; Bearbeiter: Bohnert

hachboum stM. hagenboum

MWB 2 1084,21;

hachel, hechel stF. ‘Hechel’ (Gerät mit Spitzen zum Durchziehen und Reinigen von Flachs oder Hanf): cranacula: hahel Gl 3:639,55; den knoden ich entstricken wil mit mines sinnes hechel FrlSuppl 5:233,82

MWB 2 1084,22; Bearbeiterin: Herbers

hachelen, hechelen swV. 1 ‘Flachs oder Hanf (mit einer hachel) bearbeiten, reinigen’
2 bildl.
   1 ‘Flachs oder Hanf (mit einer hachel) bearbeiten, reinigen’ dar in er durch ein venster sach / würken wol driu hundert wîp. / [...] disiu hachelte vlahs, / dise spunnen, dise nâten Iw 6204    2 bildl.: swer [...] uns den rücke hechelt / mit maniger untriuwe hagedorn Renner 15090; wizzet daz valsche lecheler / sint des tiufels hecheler, / die pfaffen und leien und hôhe fürsten / hecheln künnen und ouch bürsten / [...] daz si wênent si sîn die, / die si nimmer werdent und wurden nie ebd. 1140

MWB 2 1084,27; Bearbeiterin: Herbers

hachelwërc stN. vgl. mnd. hakelwerk (Schiller/Lübben 2,176). ‘Umzäunung, Wall, Teil einer Festung’ [Meister Karl] quam in tougir lûr [in heimlichem Hinterhalt] / zu Junigêdin ûf den berc / bî nachte in daz hachilwerc [ suburbium ] / unde slûc dâ heidin vil NvJer 24635. 16120; hachilwerke [ exstructio vallorum ] Cranc Ez 17,17; waz ûf die burc nicht entran, / daz quam in der cristen hant. / ir hachelwerc wart ouch verbrant LivlChr 9152. 9576 u.ö.

MWB 2 1084,38; Bearbeiterin: Herbers

hackbrët stN. ‘Hackbrett’ ein wagen mit troêgen oder mit slegeln oder mit hacpretern [ git ] einen phenninch UrkCorp (WMU) 547ABC,5,34

MWB 2 1084,48; Bearbeiterin: Herbers

1hacke swF. ‘verführerische Frau, Dirne’, hier für Frau Welt: diu werlt lachet mich triegende an / und winket mir. / nu hân ich als ein tumber man / gevolget ir. / der hacchen hân ich manigen tac / geloufen nâch MF:Hartm 5:3,5 (vgl. z.St. MF:Anm 511f., s.a. hâke 2)

MWB 2 1084,51; Bearbeiterin: Herbers

2hacke swF. 1 ‘Hacke, Axt, Beil’
2 ‘Schlachtung’
   1 ‘Hacke, Axt, Beil’ dem vater er [ Helmbreht ] [...] brâhte [...] ein bîle, / [...] und eine hacken dâ mit Helmbr 1066; mit hacken und mit bîlen / solden sis [das Burgtor] ûf brechen Ottok 51154 u.ö.; des begund sich schamen / diser fleischhackære, / wan ez was im ein swære, / daz er einen tôten man / solt mit der hacken bestân [bekämpfen] EnikWchr 18100. 18090; Alexander [...] hiez der megde tiure / mit yseninen hacgen / die haten spitze zacgen / Martinen ovgen brawen / [...] vz zerren Martina 55,83; JTit 4822,2; EvAug 4,22    2 ‘Schlachtung’ so geit der fleischaher xv. phenning von der hachken UrbBayS 4,208

MWB 2 1084,57; Bearbeiterin: Herbers

hackebanc stF. ‘Bank zum Zerhacken von Fleisch’ mit küchenvarwem velle / was er [Rennewart] ûf einer hackebanc / die naht [...] / gelegen Wh 201,25. es ist aber nach warheit dez selben als verre und verrer, denn der einer finen berlen sprechi ein hakbank [wie wenn jmd. eine schöne Perle ein Hackbrett nenne] Seuse 343,8

MWB 2 1085,6; Bearbeiterin: Herbers

hacken swV. 1 ‘Erde, Boden hacken, bearbeiten’
2 ‘etw. (mit einem Beil, Messer o.ä.) zerteilen, zerkleinern’
3 verstärktes ‘hauen’
   1 ‘Erde, Boden hacken, bearbeiten’ in ym [bei sich selbst] gesprach der buman nu: / ‘[...] / so mir min herre den bu benymt, / so weiz ich wol, was mir gezymt. / ich mag gehacken nu niht me’ EvStPaul 8952; die sint wol koler genôz, / [...] und die müezzen haken unde riuten SM:Had 17: 1,7;    2 ‘etw. (mit einem Beil, Messer o.ä.) zerteilen, zerkleinern’ [die Abgötter] lâgen ûf dem esteriche. / [...] einer lac dâ gar gestümmelt / der ander was klein zedrümelt. / [...] der gehakt in kleiniu stücke Philipp 3355. – in Bezug auf Pflanzen, Lebensmittel: nim ein gesoten fleisch vnd spec gehacket BvgSp 5a; hacke peterlin vnd salbey ebd. 15 u.ö.; BdN 359,9. – ‘etw. kleine hacken’ wem diu glider krank sint von übriger füll und von fäuhten, der schol kranwitpaum mit wurzeln und mit al hacken klain und sieden gar wol BdN 326,34; nim von der brust des huͦnes vnd hacke ez cleine BvgSp 23. 10 u.ö. alle sweinen lentpraten sol man in die wurste hacken [zu Würsten verarbeiten] NüP 38    3 verstärktes ‘hauen’ den helm mit dem tracken, den Trebuchet so worhte, / swie vil man druf gehacken moht, daz er im doch vil wenic vorhte, / daz in immer mannes hant verschriete [zerhaute] JTit 5903,2. 4744,2

MWB 2 1085,13; Bearbeiterin: Herbers

hackentiuvel stM. als Schimpfname: dirre gouch ziuhet jungiu göuchlîn, / von dem kumt meister Schöuchlîn, / Hackentiufel und Röuchlîn, / [...] und manic ander bœsewiht Renner 1673

MWB 2 1085,38; Bearbeiterin: Herbers

hackmeʒʒer stN. ‘Hackmesser’ artauus: hakmesser VocOpt 10.078

MWB 2 1085,42; Bearbeiterin: Herbers

hactûbe swF. hegetûbe

MWB 2 1085,44;

hadel stM. vgl. → zerhadelet Part.-Adj.; s.a. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,725. wie hader, im Wortspiel: swâ sich gemischet vil untugende zuo dem adel, / dâ mag daz adelkleit wol werden zeinem hadel KLD:SvT 1:1,5; weiterer Beleg: ZfdA 28 (1884), S. 245 (La. zu Parz 111,25 )

MWB 2 1085,45; Bearbeiter: Bohnert

hader stswM. ‘schäbiges, zerrissenes Stück Stoff, Lappen, Lumpen’ sô einer wil wænen, er habe ein guot tuoch, sô hâst dû [Schneider] ez zerzogen, daz ez deste langer sî, unde machest ein guot tuoch ze einem îteln hadern PrBerth 1:146,24. 1:396,36; daz hemde ein hader was von slegn Parz 111,25; daz gewant was [...] alt unde hadern bœse, unde in bleckete der lîp allenthalben PrBerth 1:184,33; [die Hirten finden das Jesuskind] mit hadern bewunden, / in einer vihechrippen / ermeclîchen licken Aneg 2540; [ein Tüchlein,] daz kum zu einen [l. einem ] hader gut wer, [...] da legt ir [Frauen] alle ewern fliz und wile an PrBerth 1:253,15-17(La.). – abwertend für ein Kleidungsstück: wederz wære iu lieber: der iu einen guoten niuwen mantel gæbe [...], oder einen alten hadern PrBerth 1:383,9. 1:16,25. 1:59,13; er gap sîn gwant der armen diet, [...]. / in einen hader er sich stiez AlexiusB 162; Warnung 3847. – bildl., mit Gen.: daz si han kein ander cleit / an allein der sunden hadr TvKulm 5887; [jmd. lebt] in seiner alten poshait hadern Teichn 691,119

MWB 2 1085,51; Bearbeiter: Bohnert

hadergewant stN. ‘Gewand aus grobem Stoff’ von sînem [Franziskus] hadergewande [als Reliquie] / ist [...] siecher liute vil genesen LvRegFr 4826

MWB 2 1086,9; Bearbeiter: Bohnert

haderoht Adj. ‘zerrissen, wie ein Lumpen’ sô nemt altez gewant, daz allez haderot sî, wan ir wizzet wol, swer bœsez gewant ane hât, daz zebrosten ist, den siht man hin und her blecken PrBerth 2:103,13

MWB 2 1086,12; Bearbeiter: Bohnert

hadertuoch stN. ‘grober Stoff’ in hadertuoch er sich nu want, / der ê truoc scharlachens gewant LvRegFr 895

MWB 2 1086,17; Bearbeiter: Bohnert

hafner stM. havenære

MWB 2 1086,20;

haft Adj. 1 ‘festsitzend, festgehalten, gefangen, gefesselt’
1.1 eigentl.
1.1.1 präd.
1.1.2 subst.
1.2 übertr., von Gelähmten und Besessenen
2 kindes ~ ‘schwanger’
3 in rechtl. Zusammenhängen
3.1 von Personen, ‘haftbar, verpflichtet’ , präd.
3.2 etw. ist jmdm. ~ ‘als Sicherheit gesetzt’ ( umbe etw.)
3.3 ‘gepfändet, beschlagnahmt’
4 vereinzelt ‘bewaffnet’ (vgl. frnhd. mit behafter hand und s. dazu FWB 3,764 s.v. beheften 1 )
   1 ‘festsitzend, festgehalten, gefangen, gefesselt’    1.1 eigentl.    1.1.1 präd.: [der hl. Silvester besiegt einen Drachen:] ‘hie mit sîstû gebunden [...] !’ / der trache wart sâ dâ haft / âne ture und âne slôz Kchr 10595; reht alse der vrîe vogel tuot, / der [...] / ûf daz gelîmde zwî gestât: [...] / sus reget er vedern und wil dan; / dâ mite gerüeret er daz zwî / an keiner stat, swie kûmez sî, / ezn binde in unde machin haft Tr 853; AristPhyll 319; [ein Frevler berührt die Totenbahre Mariens:] sin hende / [...] belibent an der baͮre haft, / geschlagen mit des barleies kraft [ manus [...] adhaeserunt feretro paralysi contractae ] WernhMl 13881; der gebure sagite mere, / daz ein ber were / in sime bloche haft ReinFu S3,1579; RvEAlex 8202    1.1.2 subst.: sich hat irlegiget [l. irlediget ] der háfte Roth 4307; hiute sint alle die haphte fri gemachot, die dir tievil hate gebundin mit den sundon PrWack 3,108; die helenden [= elenden ] haftin Roth 2417. 2607; nu bistu [Christus] her chomin, die armin tôtin, die hellichen haftin zerlôsin Spec 60,10; Kchr 11661; RvEAlex 8303    1.2 übertr., von Gelähmten und Besessenen: daz min træhtin einen armen mennischen erloste uon dem ubilen geiste, der was ungisehende unt unsprechende unt ungihorende. [...]. daz min træhtin do begie an dem haftin mennischen, daz biget er tægelichen in der hæiligen christenheit PrHoff 105,4. – mit Präp.: [jmd. ist] mit dem tievel haft Neidh WL 15:1,4(La.). – subst.: do bat her die kuninginne [...], / dat si uf hulfe zven hasten [l. haften ] / von grozen uncreften. / ‘daz sin, vrowe, mine kint, / die lange crump gelegin sint [...].’ Roth 3187; die siechen macht er gisvnt [...], die vzsetzigen rein. die haften machter ledic PrGriesh 450b,14 (oder zu 1.1.2?)    2 kindes ~ ‘schwanger’ rehte an dem selben zil / was ouch sî worden kindes haft Flore (S) 569; [der Engel zu Maria:] dich besegnet des obersten kraft, / hie mit wirst du kindes haft SpJesu 364    3 in rechtl. Zusammenhängen    3.1 von Personen, ‘haftbar, verpflichtet’, präd.: daz er daz vorgenante gutt sol uf geben. swie er daz nuͤth entútt, so sol her Cunrad Vorgassun [...] haft sin, unz daz daz geschiht UrkCorp (WMU) 1998,30; wann oͧch die vorgenanten juden ze Wirtzburg von dem burgrafn von Nurenberg ledig und loz werdent umbe daz gût [...], so sullen si haft und phand sin dem obgenanten byschof von Wirtzburg und sinem styft MGHConst 6,2:289,14 (a. 1333). – mit Gen.d.S.: so suln die burgen der burkschaft haft beliben UrkCorp (WMU) 2720,1; das ich alles des gebunden und haft und gehorsam sol sin UrkFreiburg (Sch) 237 (a. 1321); UrkCorp (WMU) 3005,29; UrkFreiburgGr 13,90 (a. 1330); vereinzelt literarisch: lîp und herze müezent wesen / frî vor aller minne / ân iuch küneginne: / des wil ich iemer wesen haft Reinfr 3557. – mit Präp.: so sin wir schuldig [...] den burgern von Strazburg vunfzehen mark silbers vnde sine zervnge, vnde sint haft bi gesworneme eide vur in vnd alle sine frivnt UrkCorp (WMU) N74,17; das die stat ze Rvfach vnde die mvntat haft werde vmbe die vorgenanten hvndert marg ebd. 2623,21; vnd sulnt die gyseln vmb dis silber vnd dise suͦne mit vns haft sin ebd. N43,28. N674,3; UrkHohenz 1,164 (a. 1344); vnd svln ouch dar zuͦ die burgen alle gegen inen haft sin UrkCorp (WMU) 3003,20. – mit ze und Inf.: so svllent die burgen doch haft sin, den hof ze vertigende ane alle widerrede UrkCorp (WMU) 575,20; binde ich min erben datzu [...] dass si haft vnnd gebunden sont sin, das uszerichten und ze ledgon an allen fürzug DRW 4,1407 (AppenzUB.; a. 1350). – mit daz-Satz: so sol ich [...] vnd min wirtinne haft sin, daz dem closter daz phvnt Haller nit abegange UrkCorp (WMU) 2344,3    3.2 etw. ist jmdm. ~ ‘als Sicherheit gesetzt’ (umbe etw.): so sol inen ir lib und ir guͦt haft und pfantber sin an allen dien stetten, swa [...] si es vindent UrkBasel 4:21,28 (a. 1311); swas schaden er vnde sine bv́rgen von der vorgenanten bvrcschaft lident, dc wir ime da von helfen ane allen sinen schaden, vnd ist dar vmbe ime haft alles vnser gvͦt UrkCorp (WMU) 1746,34; UrkZürich 8,328 (a. 1310)    3.3 ‘gepfändet, beschlagnahmt’ so sol des schvͦlmeisters kinden ir gvͦt lidig sin, vnde svn êz die Mv́lner enkv́mberren lideklich, swa êz von ir wêgen haft ist UrkCorp (WMU) 2671,39    4 vereinzelt ‘bewaffnet’ (vgl. frnhd. mit behafter hand und s. dazu FWB 3,764 s.v. beheften 1): swelich lay ein pfaffen [...] mit haiffter hant angreiffet oder in wundet [...], der ist in christenlichen pann UrkSalzb 4,380 (a. 1328 kopial)

MWB 2 1086,21; Bearbeiter: Bohnert

haft stF. teilw. nicht sicher von 2haft stM. zu trennen, s. dort unter 7. – Dat. Sg. hefte und haft ( HeslApk ). 1 ‘Band, Strick, Fessel’
1.1 eigentl.
1.2 bildl.
2 Mittel zur Befestigung
3 ‘Gefangenschaft, Gefängnis’
4 ‘Knechtschaft’
5 ‘das Fest-, Zusammenhalten’
6 vereinzelt in solhen heften ‘auf solche Weise’ (vgl. hafte 4 )
   1 ‘Band, Strick, Fessel’    1.1 eigentl.: ros stuenden an der heffte HvNstAp 18688; ein vol gebunden an die hefte [Pl.] Hadam 456,5. – als ‘Band, Verbindung’ für eine Stelle, wo die Haut eines Tieres an dessen Körper festsitzt (s.a. Dalby, Mediaeval Hunt S. 77): dô begunde er die hût [des Hirsches] scheiden / von den sîten beiden, / dô von den heften über al Tr 2883    1.2 bildl.: wande wir in des tuvelis hefte [La. zoumhefte G 300 ] / [...] waren [wären] / wene durh den sun den du [Maria] gebare Litan (M) S, 368; sunde daz ist ein haft, / diu uns manich ubel schaft Kröllwitz 4504; doch muß dir uß dem strange / der sünden helfen und uß bannes hefte / mit rechter buße zange / der priester Mügeln 337,10. 175,11; hie muͦss alle haft entheftet sin, ellú ding gelassen sin Seuse 190,13    2 Mittel zur Befestigung: und gab im ein hafft [Spange] fur yn an synen rock, die guldin was Lanc 57,21; daneben das stM. (vgl. 2haft stM. 2): hett man der hafft eynen [eine dieser Spangen] fur yne gespannen ebd. 57,28    3 ‘Gefangenschaft, Gefängnis’ waz der besten gevangen was, / ûz den andern er die las, / in sîne haft nam er die, / tôten er die andern lie Kreuzf 751; sî [...] brâchten sî in ire haft NvJer 3979; [Christus] lac in grabes hefte Frl 7:4,15; mit uneindeutigem Genus (vgl. 2haft stM. 3): worden ledic ûz ir haft, / der gunêrten heidenschaft, / was nûwes der kunic Gwîdô Kreuzf 501; UvZLanz 1858; SSp 83,15    4 ‘Knechtschaft’ ich [Kg. David] habe gar / Golie hochvart verblant [...] / und uch erlost us siner haft [Goliath hatte den Israeliten in Aussicht gestellt: servi eritis et servietis nobis I Sm 17,9 ] HeslApk 23170; sulde man alliz daz [d.h. auch das Unrechte] gewern / daz bewilen vrunde gern, / daz were keine vruntschaft, / sundir eine gesworne haft PfzdHech 282,29; Frl 7:3,7    5 ‘das Fest-, Zusammenhalten’ an swelcher hande kleider daz zeichen [der Gürtel als Symbol der Schamhaftigkeit] pfligt der hefte, / der scham ein ougenweide sol daz selbe sin JTit 5564,1    6 vereinzelt in solhen heften ‘auf solche Weise’ (vgl. hafte 4): daz verstet in solhen heften Teichn 417,74

MWB 2 1087,49; Bearbeiter: Bohnert

1haft stM. ‘Gefangener’ die consule [...] uirteiltin den haft Athis A 153; ia hat er dir [Christus dem Luzifer] [...] alli dine karchâre zerbrochin, hat dine hâfte ûz genomin, gelosit dine gebundine [ captivos eiecit, ligatos solvit PL 39,2061 ] Spec 59,24. 59,17

MWB 2 1088,31; Bearbeiter: Bohnert

2haft stM. teilw. nicht sicher von haft stF. zu trennen, s. unter 7. 1 ‘Fessel, Band; Knoten’
1.1 eigentl.
1.2 bildl.
1.3 übertr.
1.3.1 auf Geistiges bezogen.
1.3.2 auf Einschränkung, Lähmung der Glieder und Sinne bezogen, ‘Betäubung, Benommenheit’
2 ‘Vorrichtung zum Festhalten; Mittel zum Festmachen’
3 ‘Gefangenschaft; Gefängnis’
4 ‘Zusammenhalt, Verknüpfung, Verbindung’
4.1 eigentl.
4.2 übertr.
5 ‘das Anhaften, Festsitzen’
5.1 eigentl.
5.2 übertr.
6 womit/  woran etw. Halt findet, haftet: ‘fester Halt, Grundlage’ , übertr.
7 hierher oder zu haft stF.
7.1 ‘(Recht auf) Beschlagnahme’
7.2 übertr., mit verschiedenen Anknüpfungsmöglichkeiten (zu 1 , 3 oder 5 )
   1 ‘Fessel, Band; Knoten’    1.1 eigentl.: wes gewalt [...] / erlöset hete so manigen haft / der, die waren in des chæisers æhte Serv 2728; umb den hals lag im daz bant. [...] / do er sach, daz im sin kraft / nicht mochte zubrechen den haft Erz III 87,14    1.2 bildl.: ouch ist ez [das Kreuz] niht ein kleiner haft / dem tumben man, / der sînem lîbe meisterschaft / niht halten kan MF: Hartm 5:1,5; des muoz ich heften einen haft / an dirre materie [...], / wenne ich fürhte si werde ze lanc Renner 20280; [durch die Verbindung Willehalms und Gyburgs] wirt gestriht ein haft, / den al der heidentvͦm nvͥt loͤset TürlArabel *A 164,14; in flihtet der tiuvel manigen haft in sînen stric, daz eht er sie mit manigen listen vâhe PrBerth 1:478,35; do der kúnig Pharao / die israhelschen diet also / in sinis jochis strengen haft / bant RvEWchr 8870; ir lieplich geselleschaft / vlaht sich in eines strickes haft / den von sinen kreften / nieman kund entheften Auge 92; Krone 4904; KLD:Namenlos D 238:5,4; RvEGer 322; Pass I/II (HSW) 35319    1.3 übertr.    1.3.1 auf Geistiges bezogen. – ‘Rätsel’ diz ist ein meisterlîchiu vrâge: / entsliezet ir mir disen haft, / daz kumt von rehter meisterschaft! RvZw 158,10; [Clingsor:] swer mir nû loeset disen haft [...] / und mir den sin gar eben kunde ûz rihten, / der müeste wol gelêret sîn. / [Wolfram:] Clingesor, ich loese dir den knoten Loheng 31; Wartb Rs 85,1; FvSonnenburg 49,5; VogelRätsel 3,8. wiltu dirre kunste [der Zauberei] knoten / zurlosen wol und iren haft [verborgenen Sinn] Pass III 158,9. – der in einem Wort oder Text enthaltene Sinn, ‘Gehalt, Inhalt’ [die Goldene Regel] ist der zehen bote haft / unde hât wol ir aller kraft Kröllwitz 3494; dise siben bete [des Vaterunsers] sint kumen / in disses einigen wortes haft ebd. 4542; di heiligen schrift und iren haft / konder im vil wol zurlosen Pass I/II (HSW) 41004    1.3.2 auf Einschränkung, Lähmung der Glieder und Sinne bezogen, ‘Betäubung, Benommenheit’ yme entweich der swere hafft, / das er [...] / mohte gesteen vnd gegeen kunde Krone 26790; Gawein [...] gewan wider sein chraft, / vnd verliez in der swær haft, / der in von der blœde [Ohnmacht] betwanch ebd. 6696. 12008    2 ‘Vorrichtung zum Festhalten; Mittel zum Festmachen’ daz ruorte die vallen und den haft, / der [...] daz swære slegetor / von nidere ûf habte enbor Iw 1087; Griff oder Riegel: ich vant an der fossiure / den haft und sach die vallen Tr 17111. 17054; in quam ein liechter engel, / der tur unde hengel, / sloz, rigel unde haft / brach Pass I/II (HSW) 25217. [Kreuzigung Jesu:] die vuze sie begunden / [...] uber einander schrenken; [...] / ein starker nagel was der haft Pass I/II (HSW) 6485; Spange: Lanc 57,28 (zit. s.v. haft stF. 2). – hier anzuschließen: nem buckîn leder vnd mache dar ûz einen bûtil vnd sprich iô zu deme hafte [wohl: bei jedem Nahtstich, vgl. FWB 7,855f. s.v. haft 4 ] : in deme namen des vatirs vnd des sons vnd des heilgin geistis Barth (H) 492(Anm.)    3 ‘Gefangenschaft; Gefängnis’ (s.a. haft stF. 3): möhte dirre elend [der in einen hohlen Berg eingeschlossene Gawein] / mit icht werden ernert, / den also hat behert [...] / also kumberlicher hafft? Krone 26598; (bildl. von der Minnegefangenschaft:) dirre chriech vnd der haft / Gawein des nahtes nie verliez ebd. 8067. sus wart er [...] / geworfen [...] in den haft Pass III 466,45; Antipater [...] gevangen lac / in des kerkers haft Pass I/II (HSW) 4175; Pass III 380,11. – viell. hier anzuschließen, für eine als Falle dienende Grube: ist aber der priester selben blint / und wil her dan leiten blinde kint, / sie vallent beide in die graft, / ich meine in des tuvels haft, / den er zu vallene hat gegraben HeslApk 1178(App.)    4 ‘Zusammenhalt, Verknüpfung, Verbindung’    4.1 eigentl.: den scheft [der Lanze] ieweder neigte [...] dar / dâ der schilt hât sînen haft Reinfr 8875; [jmd.] hât sîns speres schaft gezilt / bî dem riemen dâ der schilt / mit stricke hât genomen haft ebd. 17321; ein keten sich zur andern sloz / so eigenlich in einen haft, / als eines smides meisterschaft / gewesen were darunder Pass I/II (HSW) 19741. – auf eine geschlossene Kampfformation von Kriegern bezogen: [Decius durchbricht eine Stellung der Gallier:] sin volc durch und enneben / brach der viende mankraft [= magenkraft ] . / der Gallianen vester haft / von Decio wart [...] durchriten Pass III 375,96    4.2 übertr.: entfriundet uns [Verwandte] mîn aremuot, / so ist an dir swach der sippe haft KLD:Kzl 16: 11,6    5 ‘das Anhaften, Festsitzen’    5.1 eigentl.: ouch taten im [Jesus, die Dornenkrone tragend] die wunden we / von der scharfen dorne haft Pass I/II (HSW) 6387; in alle dirre swere [...] hete er [Jesus] nicht me sture / wan an der drier nagele haft, / die in hielden [...] / an des cruces aste ebd. 6605. ~ geben/  nemen/  tuon/  gewinnen: swaz der stein [Magnet] an sich genam / mit sîner wunderlîchen kraft, / dem gab er dô solhen haft / daz ez muos belîben Reinfr 21110. 20752. 21017; vil scharpfe îsen / nâmen ûf dem vürsten haft Virg 97,11; ze nageln vieren ûf den schilt / dâ sol dîn sper gewinnen haft Winsb 21,7; Heidin III 1376    5.2 übertr.: alsus [...] beleip der sêle [des toten Jesus] der haft / der götlîchen magenkraft WvRh 12228; got, herre, [...] / slac min herze an steten haft / [...] zu dir Pass III 690,16; von der kuniginne [Maria] / hat ouch daz buch [das 1. Passionalbuch] langen haft; / ir geburt und ir botschaft, / ir kirchganc und ir herte not, / die sich ir bi deme kruze erbot, / der ist ein teil da beschriben ebd. 5,11; swer [die folgende Erzählung] hoͤrn wil [...], hab der iender haft / mit sinnen anderswa, / der nem si wider! WhvÖst 7698; Eckh (Pf) 656,31; Seuse 390,8; Teichn 441,63    6 womit/  woran etw. Halt findet, haftet: ‘fester Halt, Grundlage’, übertr.: uß nichte nicht enwirt, spricht alle meisterschaft, / gewalt in nicht nicht mag gewurzen iren haft Mügeln 5,2; maht, wîsheit unde güete / die drî habent ein ganzen haft / in mînes herren magenkraft LvRegSyon 911; [was die tôren behaupten,] enwart [...] niͥ gelesen / an worten noch an buͥchen kraft. / war nemen de tôren disen haft, / daz se de lûte trûgen sus? Wizlav Sp 8,14. ir mochtet wol darinne [in Gottes Geschöpfen] lesen / ir meinunge [...], / bekentet ir den got dar obe, / der beide sie und ire kraft / gestellet hat uf guten haft Pass III 647,12; [beim Abwärtszählen] zutal sich wider lan / die zal muß uf der ersten [der ersten Zahl, der Eins] haft Mügeln 284,8    7 hierher oder zu haft stF.    7.1 ‘(Recht auf) Beschlagnahme’ das unser herre [...] in der stat und in dem tal hat twing und ban über lüte und über gute, schutz und hafft über wunne und über weide UrkEls 2,163 (a. 1339). – Bed. unsicher: jch han avch an den wandeln [Strafgeldern] niht rehts, wan div mit haift [oder ‘Gefangenname’? vgl. WMU und Regest] geschehent UrkCorp (WMU) 3191,10    7.2 übertr., mit verschiedenen Anknüpfungsmöglichkeiten (zu 1, 3 oder 5): stiͤrbt er [Mensch] in ainer sunden haft, / so ist er gotez anplikch frey [d.h. er muss in die Hölle] Teichn 2,28; das mer [Meer] den esel nimmer wolde tragen. / es furt in in des todes haft Mügeln 69,13; wer die gimme an sin herze twinget, / den mag süche haft / nicht verderben ebd. 335,5; PfzdHech 283,1; Teichn 421,49; Mügeln 260,5

MWB 2 1088,37; Bearbeiter: Bohnert

hafte stF. 1 ‘Gefangenschaft’
2 ‘Gefängnis’
3 ‘Festsitzen, Hängenbleiben’
4 einer hafte adv. Gen. ‘allein, nur’
   1 ‘Gefangenschaft’ daz sî in [den Gefangenen] [...] lôstin ûz der hafte / Littouwischir eiginschafte NvJer 19234; dî kindir sî von dannen / vûrtin in dî hafte / êwigir eiginschafte ebd. 14425    2 ‘Gefängnis’ her richter, der munzmeister hat ufgehalden einen man mit valsche unde hat den in uwer hafte bracht StRFreiberg 78,22; eyn selbschuldeger, der [...] in der hafte gehaldin wirt SchöffMagdBresl 3:2,89; unde hat in uz der hafte bracht gebunden unde gevangen [...] her vor gerichte StRFreiberg 124,4; di boten sullen mite gen [mit dem Kläger] zu der hafte ebd. 122,4. 79,19.22    3 ‘Festsitzen, Hängenbleiben’ der den hagedorn wil ziehen dur daz heu sunder hafte [ohne dass er sich verhakt] , der muoz in gar besnîden, als unser herre Jêsus Kristus, der minne boum, der den hagendorn vor gezogen hât dur daz heu dirre kranken welt Eckh (Pf) 634,27    4 einer hafte adv. Gen. ‘allein, nur’ (vgl. haft stF. 6): [der Mensch befolge Gottes Gebote,] wante so mager einerhafte gehen [= jehen ] , daz er die gotes minne habe Alkuin 52; nieht einer haft in unseren sunton, sunter in allen unseren arbeiten sculn wir in demo gedingen gotes helfe enbeiten ebd. 66

MWB 2 1090,58; Bearbeiter: Bohnert