hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
huotæremeister
stM.
hier hüeter-.
‘Hutmachermeister’
der huͤtermeister der gebit deme vicztuͤme iodes jares
zcuͤ ostern vir schillinge WeistErf
140
(1. H. 14. Jh.)
MWB 2 1808,53; Bearbeiter: Luxner
huote, huot
stF.
auch swF. (
Parad
8,22
),
auch hüete, hütte (
EvAug
195,12;
GTroj
2149.
13345
).
‘Hut’ (zu
hüeten
swV.)
1
‘Behütung, Bewahrung’
1.1
‘schützende, fürsorgende Beaufsichtigung,
Obhut’
1.2
‘Bewachung, Aufsicht’ , häufig metonymisch
‘Aufpasser, Bewacher, Wächter’
1.2.1 allg. 1.2.2 im Bereich der Minne häufig die Bewachung bzw. Bewacher
von Frauen (vgl. aber auch
2.1
) 1.2.3
‘Wachdienst, Wache’ (vgl.
3.1
) 1.2.4
‘Nachhut’ (vgl.
afterhuote
,
nâchhuote
) 1.2.5
‘Wildhut’
1.3
‘Schutz, Sicherheit’ (offen zu
1.2
) 1.4
‘Bewahrung’ (offen zu 1.1 bzw.
1.2 ) 2 (Schaden verhütende) ‘Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Um- und
Vorsicht’
2.1 allg. 2.2 häufig in Wendungen i.S.v. ‘(vor etw./ jmdm.) auf der
Hut sein, sich (vor etw./ jmdm.) in Acht nehmen’
3
‘Ort des (sich) hüetens’
3.1
‘Wachort, Warte’ (nicht klar zu trennen von
1.2.3
) 3.2
‘Hutbezirk’ (des Försters) 3.3
‘Viehweide, Weideplatz’ (vgl. mnd.
hôde Schiller/ Lübben 2,277) 3.4
‘Unterschlupf, Versteck’
3.5
‘Hinterhalt, Lauer’
3.6 übertr. ‘Einflussbereich’
1
‘Behütung, Bewahrung’
1.1
‘schützende, fürsorgende Beaufsichtigung,
Obhut’
Marcus der guote den nam Petrus in sine huote
AvaLJ
205,1;
gebe ez [den Wachsabdruck] in
die huote sîn: / sîn dinc iemer wol gât / die wîl er daz wahs bî im hât
Volmar
984;
diz glas mit disem tranke nim, / daz habe in dîner huote
/ hüetes vor allem guote Tr
11453;
ich gib ze schœner huote / die burc und iwer
swester, / daz iwer muot vester / solhem zorn entwîch Ottok
4686.
7334;
SM:Gl
1: 8,11;
alsus beleib Lancelot in der frauwen huͦt und
wuͦhs und wart byderbe Lanc
21,16;
Adônides und Actêôn / [...]
phlegent in ir huote / der tiere gewalteclîche RvEBarl
9768;
do sprah got: min huͦte / sol din pflegin: ih bin
bi dir! RvEWchr
9475;
got habe in in sîner huote, / swie ez nû umbe mich ergê
Eracl
4288.
– bildl.:
sô verst ûf gelückes ban / unde ouch in der sælden
huote KLD: BvH
14: 4,5;
erwurbe ich dan der edelen gunst, / armuot, sô schiede
ich gar von dîner huote KLD: Kzl
16: 6,12;
swar ich rede kêr ze guote, / diu bedarf wol zühte
huote Parz
404,10;
SM:JvR
1: 2,3.
1: 1,13;
diu zucht was ie in mîner huote SM: Te
3: 2,5;
sîner meister gebot / im sô gar ze herzen kam, / daz
er in sîne sinne nam / von sîn selbes muote / die lêre in sîne huote
RvEBarl
948.
210;
vgl.:
iz [das Pferd Bukephalos] ne
hât nieman in hûte [hat niemand in seiner Gewalt, kann niemand
reiten] , / wandiz ist vil freislîch SAlex
351
1.2
‘Bewachung, Aufsicht’, häufig metonymisch
‘Aufpasser, Bewacher, Wächter’
1.2.1
allg.:
si liezen âne huote ir schiffel bî der fluot
NibB
403,3;
der ellenden huote hete wol ersehen, / daz noch die
geste lebten ebd.
2125,1
u.ö.;
vnd sol man in [den
Kranken] nimmer an hvͦt lazen
SpitEich
8,10;
Herb
10616;
hie sint ovch rinder vnde swin / vnde manic feistez
zickelin, / ane hvte iz allez hie gat ReinFu
K,925;
RvEWchr
24128;
Erz III
117,171.
–
diu scham ist aller tugende huote, / wan swer rehte schame treit,
/ der mîdet alle bôsheit LvRegFr
3639.
– (jmdm./ einer Sache)
~ setzen
‘Wachen abstellen (zur Bewachung einer Person oder
Sache)’
doch moht daz kint dannen niht, / wan diu vart
was im enwiht: / man hêt im huot gesetzet, / dâ von wær ez geletzet / an
êren und an guote EnikWchr
27729;
subst.:
daz si vnrehtes gewaltes erlazzen sein an der selben weinwahste,
an ir bouwe, an ir lesen, an huet setzen, an ablaitte vnd an anlaitte
UrkCorp (WMU)
2345,27;
bildl.:
herre setze hute dem munde min / min leuesse
[meine Lippen] habe in der scherme din
Albert
428.
– jmdn. einer Sache ze ~ setzen
‘jmdn. zur Bewachung von etw. abstellen’
si sazten mich zu hute dem wingarten
Brun
9027
1.2.2
im Bereich der Minne häufig die Bewachung bzw. Bewacher
von Frauen (vgl. aber auch
2.1
):
merker [Aufpasser] und diu
huote, diu verderbent mich, / dur diu mîde ich die frowen mîn SM:
Had
3: 4,3;
huote machet / staete vrouwen wankelmuot. / man sol
vrouwen schouwen unde lâzen âne twanc MF: Mor
18: 4,3;
siu was der huote entwenket, / der alle vrowen sint
gevê [feindlich gesinnt]
UvZLanz
878;
Wig
8056;
SM:Te
12: 3,1
1.2.3
‘Wachdienst, Wache’ (vgl.
3.1
):
die êrsten hûte dâ der naht / der grâve hielt von
Gelre dô Kreuzf
1140
1.2.4
‘Nachhut’ (vgl.
afterhuote
,
nâchhuote
):
Lengewînes brûder wolde jagen / die afterhûte ûf daz her: / sie
satzten sich kein im zû wer / mit menlîchem mûte. / dô wart von der hûte /
Lengewînes brûder irslagen LivlChr
3044
1.2.5
‘Wildhut’
sô sîn iegere erloubet, den sî doch unde ouch anderen
durch hûte willen unde schirmen vor bôsen lûten mugen mitvolgen
StatDtOrd
47,30
1.3
‘Schutz, Sicherheit’ (offen zu
1.2
):
er zebreitet die wolchen ze hute ir [interl. zu expandit
nubem in protectionem eorum
]
PsM
104,39;
risen, lewen und hunde, / die da ligen zu aller stund /
zu hut vor der burge guͤt Minneb
2753;
gên der sêle huote [zum Schutz der Seele, um
der Seele willen] / von disem übelen guote / sult ir iu
vriunde erwerben [vgl. Lc 16,9]
RvEBarl
5279;
Wh
406,24;
Athis
E 144
1.4
‘Bewahrung’ (offen zu 1.1 bzw.
1.2):
unde die craft des lebenes unde wec der gerehtekeit unde
hûte der zuht hanget an eime gûten hirten StatDtOrd
93,32;
wolden wîp in stætem muote / stæten friunden stæte sîn, /
daz kœm in alsô ze guote / daz in triuwe würde schîn, / ders an friunden
irre varnt [welcher (triuwe) sie in Bezug auf ihre
Freunde entbehren müssen] , / sô si sich mit triuwen huote /
gein ir friunde niht bewarnt KLD: UvL
23: 6,5
2
(Schaden verhütende) ‘Aufmerksamkeit, Wachsamkeit, Um- und
Vorsicht’
2.1
allg.:
der in [den Stein] möht
erwerben, / der [...] bedarf ouch guoter huote, / daz
man in ze bade iht trage Volmar
472;
er [der Falke] fleugt gar
ungestüemicleich und ist im selber mit huot unsicher BdN
188,11;
Gâwân der reht gemuote, / sîn ellen pflac der huote
[d.h. er war mutig und doch besonnen]
Parz
339,2;
Tr
5470.
–
mit (grôʒer) ~
‘mit (äußerster) Wachsamkeit, (höchst) aufmerksam’
dise selig einunge soͤllen wir mit grosser
huͦte behalten Mechth
4: 8,12;
her Gwîgâlois mit huote / allez vor im wancte dan /
unz er im aber an gewan / einen slac alsam ê Wig
6702
(vgl. auch
10411);
Moẏses [...] gab an
dén ziten / das buͦh do dén Leviten, / das siz mit
huͦte wielten / in der arche RvEWchr
15620.
–
sunder ~
‘ohne Bedenken’
der busschoff hedde eme in guden moede / enboden dat hie sonder hoede
/ vrylich zo Bunne queme HagenChr (G)
896;
vgl.:
er schrey lut uber alle die burgk, und die von innen
lieffen zu yren wapen, wann sie waren one hut [wohl
‘arglos’ (vgl. aber auch
1.2)]
Lanc
8,10.
–
‘Augenmerk, Interesse’
si cherent ir huete und ir muͤt / an gemach,
an fraz und an gut Erz III
109,39.
– als Wachsamkeit gegenüber falschem Handeln den
Charakter einer Tugend annehmend (auch in der verdeutlichenden Wendung
reine
~ ):
daz ist mines willen zil, / daz ich uf erden nimmer wil / mit
vorbedachtem mute / vallen uz reiner hute, / der ich unz her han gepflegen
Pass III
29,2;
wâ sach ie man ein wîp so schœne und guote /
[...]? / an kiusche ein engel, sist in reiner
huote KLD: Suon
3:2,3;
diu neigunge [...] ist ein
strengiu geisel, diu den menschen ze der huote und ze der tugent trîbet
Eckh
5: 215,2.
5: 278,2;
minne, by dir auch wonen sol / verswigen und wisheit,
/ hut und auch gerechtikeit, / wol getruwen und warheit
Minneb
1310.
3853
u.ö.;
vgl.:
ir guot wîplîch êren huote / hât ir lîp vor wandel
wol behuot KLD: UvL
52: 3,5;
personif.:
eya liebú vroͮwe Huͦte, sitzent
nit, stant ze allen ziten bi mir, so belibe ich von úbel vri
Mechth
7: 48,74
2.2
häufig in Wendungen i.S.v. ‘(vor etw./ jmdm.) auf der
Hut sein, sich (vor etw./ jmdm.) in Acht nehmen’
da under [unter seinen
Männern] hette her einin riesin vreisam / des moste man groze hote
han Roth
759;
was ir geschadin mochte, da hatte si ir hude fore
Parad
78,30;
HagenChr (G)
910.
1890.
–
sijt in hoeden / bys wir dese dinck vergoiden HagenChr
(G)
4381.
4361;
si musin stêin in grozir hude oder si vallin schire
wider in den toit Parad
119,25;
sulcher dinge sit in hute HeslApk
4000;
der mensch meht in als grozzer hute sin selbes sin,
daz er vier oder zehen tag an tæglich svnde wære PrBerthKl
3,55;
Tauler
399,15.
–
alle die wisen und leben die man haben mag, die
múgen alle wúrmstichig werden, der mensch enstande denne uf
siner huͦte Tauler
185,18.
374,9.
208,31
u.ö.
–
der mensche sol sich ze allen ziten in huten haben vor itelen geberden
und vor unnutzen worten HlReg
53,23.
–
doch hielt er volle hute [nahm er sich besonders in
Acht] , / daz icht die sunde queme / und im mit roube neme
/ sines herzen reinekeit Pass III
241,84.
–
‘auf etw. achten, in Bezug auf etw. Acht haben’
er sol siner worte hvͦt hawen vnd lvzel reden
SpitEich
41,6;
Tristan [...] hæte sîne
huote / an rede und an gelâze / in bezzerre mâze, / danner ê mâles tæte
Tr
13630;
dar umbe hielt er sinen mund in soͤlicher
huͦte, daz er inrend xxx jaren sin swigen ob tisch nie gebrach
Seuse
38,2;
Tauler
159,4;
Erz III
36,72;
das súbent [siebte Gebot] : nieman
stil sin guͦt, / des hab din hertz in gantzer huͦt!
KvHelmsd
640
3
‘Ort des (sich) hüetens’
3.1
‘Wachort, Warte’ (nicht klar zu trennen von
1.2.3
):
eins morgens dô der tac ûf gie / und daz der wahtær
verlie / die huote an der zinne Wig
3707
3.2
‘Hutbezirk’ (des Försters):
in swelhes forsters huͦte der walt prinnet, so sol derselbe vorster
den leuten zuͦruͤffen und zuͦbringen, den walt ze leschenne
NüP
174
3.3
‘Viehweide, Weideplatz’ (vgl. mnd.
hôde Schiller/ Lübben 2,277):
manic kaufman, / daz ich ir niht gezelen kan, / die in
kvrtzen iaren / zv gereche kvmen waren, / beide an dem gute, / an felde vnde an
hute Herb
1874.
– übertr.:
wir suln uns sament
vrowen [freuen] / in den himelischen owen /
und in den hosten [höchsten] huten
HeslApk
7353
3.4
‘Unterschlupf, Versteck’
durch dise not weich hin beneben / Silvester, der vil gute, / zu
heimelicher hute. / diz was in eines berges hol, / da er bliben mochte wol / mit
sumelicher pfafheit Pass III
65,34
3.5
‘Hinterhalt, Lauer’
Nemrot von Romania / funff tausent ritter wolgemait / in
ain hute het gelait HvNstAp
7860;
si leiten sich dô in ein huot / für ein grôz stat guot
EnikWchr
11563;
die helde wolgemuot / randen ûz der huot / die vînde
vîntlichen an Ottok
4292
u.ö.;
Herb
13580;
PrBerth
1:211,27
u.ö.
– jmdm. ~
lëgen
‘jmdm. auflauern, eine Falle stellen’
ich muoz ir legen huote, / sô si in den boumgarten
gêt, / und als si dar inne stêt, / sô muoz ich sie
behuoren [vergewaltigen]
EnikWchr
18706;
Saul Davidi legte hute HistAE
2031;
bildl.:
die wîle dir sô manege huote / daz fleisch und diu werlt leit
LvRegSyon
847
3.6
übertr. ‘Einflussbereich’
der luft ist daz næhst element nâch dem feur wann dâ des
feurs huot ain end hât, dâ hebt sich des luftes huot an BdN
74,1.
68,29
MWB 2 1808,57; Bearbeiter: Hansen
huoteboum (?)
stM.
oder hütteboum (?).
Bed. unklar (vgl. DRW 6,139 und 6,165):
daz eine [Stück Rebland] ist ein zweiteil, lit in
Niderenburcheim [...]. daz andere ist ein halb akker bime
hutteboͮme UrkCorp
N357,13
MWB 2 1812,1; Bearbeiter: Hansen
huotelôn
stMN.
Lohn für Bewachung:
von ieden wagen, der getrayde herfuret des freytages czu nacht, ieder wagen 1
r [...] czu hutlone DRW
6,155
(Siegl,Eger; a. 1350)
MWB 2 1812,6; Bearbeiter: Hansen
huotelôs
Adj.
‘ohne Aufsicht, Bewachung’ (von Nutztieren):
dô vant er [der Löwe] ûf der heide / einen ochsen,
der was grôz, / der gieng allein und huotelôs Boner
78,6.
– im Vergleich:
dar umbe gienge wir irre sam die hirtelôsen [La.
huͦtloseu
] schâf, unz an die zît daz uns got
erlôste mit sîner marter SpdtL
81,2
MWB 2 1812,10; Bearbeiter: Hansen
huote|strëbe (?)
F.
wohl eine Art Gefängnis (oder als Syntagma i.S.v. ‘in strenger
Bewachung’ zu lesen (vgl. Anm.z.St.)):
die gewunnen [Besiegten] / und die gisel, die da
bevor / uf der hohe waren enpor / behalden in hute streben, / die hiez er im wider
geben Macc
4549
MWB 2 1812,17; Bearbeiter: Luxner
huotgadem
stN.
hier -gaden.
Aufbewahrungsort für Kleidung:
gewant daz in der padstuben wiert verlorn, daz gilt der hueter nicht: wiert iz
aber in den huetgaden verlorn und wiert der hueter slechtichleich darum
angesprochen, er laugent und wiert mit seinem aide ledick StRBrünn
394
MWB 2 1812,23; Bearbeiter: Luxner
huothabere
swM.
Hafer als Abgabe für Schutz oder Bewachung:
cum jure aduocaticio earumdem curiarum ac jure quod wlgariter huothaber
nuncupatur UrkAugsbBt
1,324
(a. 1306);
avene dicte huthaber ii modios UrbBayJ
191
MWB 2 1812,29; Bearbeiter: Luxner
huoticlich
Adj.
‘hütend’
daz selbe golt [einen Ring] / du fürste mit dir
füeren solt / und ez tragen alle wege / in dîner huoteclîchen pflege [in
deiner Obhut]
Reinfr
15062
MWB 2 1812,34; Bearbeiter: Hansen
huotliute
stM. (Pl.)
→
huotman
MWB 2 1812,38;
huotman
stM.
Pl. -man und -liute; auch huote-.
‘Wächter, Wache’ (vgl.
huote
):
Jesus, wart in daz grab geleit, / [...] / und mit
hutluten bewart Pass I/II (HSW)
8267;
dâ mite was der künic hie / und hiez zünden ob in vil /
schœner kerzen âne zil / und satzte dâ bî huotman HvFreibKr
601.
603;
HistAE
5131;
des kerkeres hutman / liez er zuhant ertoten Pass III
296,44;
daz ist eyn cleynes warterehus, / dorinne der hutman
done [soll sich aufhalten] / und da also lange wone /
untz daz di vrucht wert ab gelesn Hiob
10483.
2593;
Vät
6493.
–
‘Beschützer’
ir keiner in dem vorste / nie entslâfen torste, / der niht huotmannes het
UvEtzAlex
25829.
–
‘Küster’
dô rief ein bilde lûter stimme: / ‘ stant ûf, du træger glockenære / unt
ringe dem menschen sîne swære, / der ûzen ûf der swelle liget, / ê im die kelte
angesiget / unde dâ ersterbe tôt. / lâz in hin în, es ist im nôt.’ / daz
wunderte sêre den huoteman, / die tür er ûf sliezen began AlexiusB
215.
–
‘Bergwerksvorsteher’
wanne sie [die Zinspflichtigen] schullen iren
amptleuten, obristen steigern, obristen hutleuten, [...]
von der urbor und von irem gut lonen UrkSchles
20,23
(Mitte 14. Jh.)
MWB 2 1812,39; Bearbeiter: Luxner
huotmatte
swF.
Wiese, auf der Vieh gehütet wird (oder Flurname?):
an der huͦtmatten nebint den von Vndirlindin vier ruͦtin
[ein Flächenmaß] matten UrkCorp (WMU)
2941,7
MWB 2 1812,63; Bearbeiter: Luxner
huotnisse, -nissede
stF.
auch -nust.
‘Obhut, Gewahrsam, Schutz’
‘jhehet ir dann’, sprach Claudas, ‘das ir
des koniges Bohorts kinde nit habent in uwer huͦtniß?’
Lanc
24,22;
der drit und der ussrest [Kreis des geistlichen
Klosters] waz dú porte, und hie bedorft
er [
der anvahende mensche
]
guͦter huͦtnust Seuse
103,10
MWB 2 1813,3; Bearbeiter: Luxner
huotphenninc
stM.
Abgabe für die Bewachung von etw. (vgl. DRW 6,159):
hutpfenninge xix UrbBayJ
192
MWB 2 1813,10; Bearbeiter: Luxner
huotrëht (?)
stN.
bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,159f. und
→ huotschiht):
garrenreht [l. karren-
] et spizreht et
hutreht, et de stiura et de omni iure montano, id est perchreht
UrkSteierm
2,131
(a. 1207)
MWB 2 1813,13; Bearbeiter: Luxner
huotsamkeit
stF.
‘Behutsamkeit, Sorgfalt’
verlihe mir min herre got vernunft dich cerkennen minne dich cesuochen wisheit
dich ceuindenne ein huotsamkeit mit vorchte cebehalten ein wonunge diu dir geualle
PrWack
97,34
MWB 2 1813,18; Bearbeiter: Luxner
huotschiht (?)
stF.
bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,161 und
→ huotrëht):
montani iuris et in hoc quod uulgo dicitur spizreht et garrenreht
[l. karren-
] et hutschiht
UrkSteierm
2,55
(a. 1197)
MWB 2 1813,23; Bearbeiter: Luxner
huotstal
stM.
‘Stall für das Weidevieh’
und sönd die von Wil sitzen mit ir huetstalen bi ir hegen
WeistGr
1,160
(14. Jh.)
MWB 2 1813,28; Bearbeiter: Luxner
huotstoc
stM.
‘Amtsdiener, Kerkermeister’, nur als Bestandteil von
Personennamen (vgl. DRW 6,163 und Schmeller, BWB 1,1190):
her Fridreich der Hvetstoch UrkCorp (WMU)
2598,14
MWB 2 1813,31; Bearbeiter: Luxner
huovekraz
stM.
Einschlag der Hufe:
Terramêrs huove kraz / was harte breit und ninder smal / bêde
an berge und an tal Wh
314,10;
diu ors nu gar mit satze der witen sprunge wielten / daz tow von huffe kratze
do cleine wart zerfuͦrt JTit
5687,2
MWB 2 1813,35; Bearbeiter: Luxner
huovelinc
stM.
→
huobelinc
MWB 2 1813,40;
huoveschrift (?)
stF.
Bed. unklar; schrift hier vielleicht im Sinne der Hufspur zu verstehen
(?):
sît ich [Dietrich] unrehte bin geriten, / sô wil
ich nu gerne gâhen. / ich vinde lîht die rehten trift, / ob ich der niuwen
huoveschrift [Hs.: hübestrift
] / mich iender
kan genâhen / [...] / obe mir got der sælden gan, / daz ich
sî mac beschouwen Virg
318,5
MWB 2 1813,41; Bearbeiter: Luxner
hüpfen, hupfen
swV.
auch hüppen, huppen, hubben (z.B.
Marner (W)
6:6,8;
Neidh (S)
1,382 C174:2,1
).
Sprünge machen ‘hüpfen, springen’
der [...] ward so fro / das er hupfen
pegan HvNstAp
191;
den flos tut zu mir schupffen, / daz ich dar
uff [auf das Floß] gehupfen / mag
Minneb
46;
mir daz hertze hupfet ebd.
2366;
diu [Seele] von dem wîne darûf
gehüppet hât SM: St
1: 5,11;
Part.Präs.:
sus giengin die iungin / hupphinde und springinde, /
[...] / ein andir werfinde den bal Athis
C* 97.
– oft von oder im Vergleich mit Tieren:
uf in [den Baumstamm] hubten si [die
Frösche] zehant Marner (W)
6:6,8;
du vil kleine grasemugge, / wa willt du huppen hin / us dem neste?
Neidh (S)
1,504 C280:3,5;
EnikWchr
7722;
BdN
150,21.
199,12;
sie hüpfet mit im [dem Liebhaber auf dem Rücken]
als ein zige / in der stuben entwer Rädlein
378;
BdN
74,25.
– auch ‘in Sprüngen tanzen’ (?), (vgl.
Harding, Dancing Terms, S. 125):
‘wart us, was huͥzer [munterer] megede
hubbet uf den anger’, / sprach Iuͥtelin, ein maget Neidh
(S)
1,382 C174:2,1
MWB 2 1813,49; Bearbeiterin: Baumgarte
hupfhan
swM.
Hahn, der aufgrund der Höhe, die er springend/ flatternd erreicht, als Abgabe
anerkannt wird (GrimmRA 1,520 Anm. 1):
so gab man greff Wilhelm von allem dem vorgenanten gute
[...] von huphanen, wie iz darumb gelegen waz
UrkHess
1,124
(a. 1330).
1,124
(a. 1330)
MWB 2 1814,6; Bearbeiterin: Baumgarte
huppe
swF.
‘Überschuss’ (vgl. die ausführliche Anm.z.St):
residuas partes salis de curribus et bygis, que non possunt vendi, que
vocantur huppen WeistErf
47
(a. 1332)
MWB 2 1814,12; Bearbeiterin: Baumgarte |