himel
stM.
auch hemel (HagenChr (G) ,
Karlmeinet );
Pl. auch himele.
1
‘Himmel’ im eig. Sinne 1.1
‘Himmelsgewölbe (mit oder ohne Erde), Firmament; natürlicher Himmel’
1.2 als Teil der gesamten Welt 1.3 von mehreren Himmeln (s. dazu auch LexMA 5,22f.) 2
‘Himmelreich’ (
himelrîche
stN.) 2.1 bezogen auf den Himmel als Reich und Sitz Gottes, der Engel oder Heiligen 2.2 bezogen auf die Bewohner, Tätigkeiten oder Sachen, die dem Himmelreich entstammen 2.3 bezogen auf den Himmel als Ort der Verheißung für die Gläubigen und
Aufenthaltsort für die Seligen, auch ‘Paradies’
2.3.1 allg. 2.3.2 übertr. auf die Seligkeit selbst 2.3.3
himel vs. helle 2.4
ze himel
‘im Himmel’
2.5 Wendungen 3 sprichw. 4
‘Baldachin, Thronhimmel’
1
‘Himmel’ im eig. Sinne
1.1
‘Himmelsgewölbe (mit oder ohne Erde), Firmament; natürlicher Himmel’
polus: himel PsM
H 19,1;
omnia uolatilia celi: alle uogele des himeles ebd.
49,11;
der himel einvar unde blâ / schein sô rehte fîn lâzûr
KvWSchwanr
1090;
der himel sich verwandelot, er wirt tunchel unde rot
AvaJG
8,2;
KvWLd
32,371;
HimmlJer
164;
daz weter wart herte, / [...]
der himel wart trube Herb
17088;
des morgens dô diu sunne / mit lûterlicher wunne / den
grüenen plân gezierte / und ûz dem himel smierte KvWTurn
250;
BdN
98,14;
so der strûz legin scol siniu eier. so wartet er an den
himel ob er die sternen gesihit JPhys
24,6;
UrkCorp (WMU)
244AB,32.34;
Gen
831;
under blosem himel sizen WeistBa
127
(a. 1333);
vil jæmerlîche er
[Tristan] aber began / ze gote clagen sîn ungemach; /
ze himel er inneclîche sach Tr
2588.
– etw./sich gen/ gegen/(hin) ze ~
richten:
sô hebt er seineu augen auf gegen dem himel und
schawet, ob der stern aufgangen sei BdN
222,29;
der mensch hât sein haupt gekêret gên dem himel und die
füez auf dei erd ebd.
5,18;
ditz ist der juden ait [...]
: dez ersten sol der jude fuͤrtragen diu fuͤmf puͤch hern Moysi und sol zwen
vinger auf haben gen himel und sweren bi got Adonay StRMünch
285,21;
do stuͦnt si vͦf vnd huͦb ir hende ze himele
Konr
9,35
1.2
als Teil der gesamten Welt:
–
~ und erde
‘Welt, alles; überall’
hymel unde erde / schuͦf er VMos
6,11;
RvEWchr
193;
Gen
49;
KvWGS
1693;
heiliger Crist, / du da scephære bist / uber himel
unde uber erde SüklV
580;
sî erwelten in einen got / unde gehîlten des gebot, / der gewalt hât
der himele / unde der erde hî nidene JJud
561;
chvniginne vber himel vnd erde vnd vber alle dise
werlte Konr
17,48;
daz kint, daz himel und erden solde erfrowen
MarldA
4;
der engel Gabrîêl Marîâ die botschaft kündet, / dâ von himel und erde
mit grôzen fröiden wart enzündet Walth
36,34;
von den hât got gesprochen dort: / "himel und erde
diu zergânt, / mîniu wort diu gestânt." RvEBarl
13095;
AvaJo
30,9;
KvWGS
1037.
–
under dem ~
‘auf der (ganzen) Welt’
so brinnet stein unde holze, / wazzer unde huhele, die
der sint under dem himele AvaJG
17,7;
si rieten mit Genelune / den aller wirsisten rat / der
under disem himele ie geuruͦmt wart Rol
1923;
ir tiuvel, ir hœret mich vil wol hie predigen: ir næmet niht allez daz
under dem himel ist PrBerth
1:410,11;
er wer der besten ritter eyner den man kúnde finden
under dem hymel Lanc
27,11.
30,2
u.ö.;
VAlex
630;
Spec
144,13
1.3
von mehreren Himmeln (s. dazu auch LexMA 5,22f.):
[Gott] hât in sîner meisterschaft / alle crêatiure, /
bœse unde tiure. / die himel stênt in sîm gebot Wig
6879;
manik maister und aller maist der christen und der juden
lêrer setzent zehen himel ob ainander BdN
55,10;
die siben himel der siben planêten ebd.
55,26;
ob dem núnden himel [...] da
ist erst ein ander himel ob [...] der fúrin himel
Seuse
241,25;
ich swer bî dem der sitzet / in dem niunden himel oben
Georg
3397;
KvMSph
10,15.
7,15
u.ö.;
sibene sint der himele ArnoltSieb
21,5;
wir suln ouch v́bir úns gezukkit werdin in drie himile, alse sant Paulus
gezukit wart PrGeorg (Sch)
6,31;
do horte er ein stimme ruͤffen von dem obersten himel
Tauler
205,30;
MNat
4,3;
der bote here / in den driten himel wart genomen Serv
1293;
der himele kreiz, / daz edele firmament mit den planeten Rumelant
(K)
3:3,7
2
‘Himmelreich’ ( →
himelrîche
stN.)
2.1
bezogen auf den Himmel als Reich und Sitz Gottes, der Engel oder
Heiligen:
got sprach ime zuo vone himele Gen
901;
herre in himile, / irlos uns von allem ubele
Vateruns
211;
duo chomen von himele / der engil ein michel menige
VEzzo
171;
ÄJud
201;
Pêter, des himels portenoys Wh
332,8;
[der Heidengott] hat den hymel gerumet / und wil in
Malfern lan Rennew
28220;
do sach er den himel offen sten und sach den hiligen
Christ sten ze der zeswen sines vater Konr
2 O,35;
ich wart einest gevrâget, waz der vater tæte in dem himel? dô sprach ich:
er gebirt sînen sun Eckh
1:72,12;
ein leiter gienc von himel her nider / uf erden, die sach Jacob sider, /
da clummen engel hin und wider Frl
2:20,10;
RvEWchr
32;
dû sende uns trôst von himel her, / des wirt dîn lop gemêret
Walth
5,17.
–
der ûz dem himel zuo dir nider / ein got kam SM:JvR
1: 4,4;
unsir herre Jêsus Cristus, der wâr heilant, der wart
von himele her nidir gesant PrMd (J)
350,28.
– als Herkunftszusatz bei Himmelsbewohnern: von ~
‘im Himmel’
got von himele klag ich unser nôt NibB
1952,3.
2122,3;
daz wizze got von himele wol Tr
13876;
got van hemel moisse uch eren HagenChr (G)
2859;
got von himel UrkCorp (WMU)
2345,4;
vnser vrowen, der ewigen magt von himel ebd.
1522,34
2.2
bezogen auf die Bewohner, Tätigkeiten oder Sachen, die dem Himmelreich
entstammen:
des himels wirt Wernh
D 2533;
im schuof des himels keiser / grôz leit an allen enden
KvWEngelh
5162;
des himels brut [Maria]
Wernh
D 2708;
allez himels gesinde ebd.
D 2720;
der himel seitenspil / in din ore clinget
KvWGS
230;
der himel kor ebd.
696;
an dem svnnentage regenot got daz himelprot von himele
Konr
1,43;
MvHeilFr
64
2.3
bezogen auf den Himmel als Ort der Verheißung für die Gläubigen und
Aufenthaltsort für die Seligen, auch ‘Paradies’
2.3.1
allg.:
zwei lôn uns sint bereit, / der himel und werder wîbe
gruoz Wh
299,27;
die getouften, / die stuol ze himel kouften ebd.
16,24.
344,30;
[Gottes] bluot hât uns begozzen, / den himel ûf
geslozzen Walth
76,35;
von hymmelrich ein kunigyn, / du hilff unß, daz wir all
mit gottz willen / mit got zu hymmel wellent sin SM:We
1a: 2,11;
uf erden hie, in himel dort wil got din selde meren Frl
5:61,19;
KLD:UvL
46: 5,4;
RvEBarl
11102;
KvWPant
1090;
des himels rîchtuom der ist guot, / er machet rîch lîp unde muot
WälGa
2953
2.3.2
übertr. auf die Seligkeit selbst:
owe mir ellende! / wie mag so lange min lip gewern? /
ich woͤlt niht anders hymls gern / denne diner angesiht
WhvÖst
7492
2.3.3
himel vs. helle:
ouch sol ich mich niht sûmen mê / ichn werde dîn
geselle / ze himel od zer helle Wig
7707;
Rennew
35905;
Spec
42,29;
wand an im [einem
Menschen] sint beidiu teil, / des himels und der helle
Parz
1,9
2.4
ze himel
‘im Himmel’
also ert men got ze himele Lucid
156,3;
vor sündebæren schanden / sint si immer mêr behuot, / und
wirt ir lôn ze himel guot Parz
471,12;
dô bedûhte mich zehant, / [...] wie mîn sêle
wære, / ze himel âne swære Walth
94,32;
got wil den rehten geben / ze himel ein endelôsez leben
RvEBarl
7156;
do vragete ich: ‘owe, warumbe bist du nit ze himmele?’
Mechth
3: 17,10;
do warn sumeliche engile da ze himile, die des nie
gewizzin wrdin, daz got mennische was wortin Spec
69,17;
Konr
23,55;
PrOberalt
19,6;
Walth
78,36
2.5
Wendungen:
–
(hin) ze ~ komen
‘in den Himmel kommen’
wir nechomen hin ze himele, / unz wir die sunde nieht
begeben Gen
505;
der iunger sprach: wie manic sele comet hin ze
himele? Lucid
126,13.
–
ze ~ (ûf)varn
‘in den Himmel kommen/ auffahren’
do uur got ze hymele VMos
7,19;
der zu den himeln vur / und sitzet zu der rechten
hant / des vaters Pass I/II (HSW)
10758;
do muͤstent sú noch do beiten viertzig tage e er zuͦ
himel fuͦr Tauler
79,17;
an vnser vrowen dage der ersten, alse sie ze himele wͦr UrkCorp
(WMU)
319,10.
1456,9;
BdN
67,19;
Spec
55,29;
SM:Ga
1a: 2,6;
PrGeorg
182,18.
– jmdn. vom ~ / des ~ s vertrîben/
verstôzen:
geboten sî dir / daz er vil sciere sî verstôzzen mit
allen sînen gnôzzen / vone himile in die helle Gen
32.
670;
der leidige tieuel, der uon himele uertriben wart, do
er sich wider got erhoͮb Spec
111,29;
du wil verwurchen din leben, / daz du den nimest ze
ratgeben, / den got von himel verstiez / und in die helle bowen hiez
StrKD
161,125;
dat hait Lucifer wail verschult, / want hie sich wolde gelichen / Gode
selve dem richen, / des wart hie des hemels verstoissen / mit al synen
genoissen HagenChr (G)
3740
3
sprichw.:
–
als der ~ wære enzwei, für einen großen, plötzlichen Lärm:
‘[...] ich hôrte [...]
von risen und von wurmen schrei, / dazz mir durch diu ôren dôz: / ich wând der
himel wære enzwei.’ Virg
825,13.
396,13.
458,2.
–
den ~ verbrennet haben, für eine sinnlose Anklage (s. Anm.z.St.;
s.a.
Rîn
):
swie vil der arme sun gecleit [klagte] , / sô
muoz er doch den himel haben verbrennet [so ist er doch an allem
schuld]
RvZw
131,12;
in ähnlicher Bedeutung:
hete wir den himel zebrochen, / ez würde eins tages gerochen
Freid
4,4.
–
sich an/ bî dem ~ gehaben
‘sich in der Höhe halten können (im Ritterkampf)’
ich enweiz [...], / daz er mit
einem stiche kluoc / kunic Ruodolfen daz ros sluoc, / daz ez viel darnider; / dâ
enmoht er sich niht wider / bî dem himel gehaben, / des muost er darnider snaben
Ottok
16457;
da enmochten sych di werden knaben / an den himel nit
gehaben HvNstAp
17735
4
‘Baldachin, Thronhimmel’
pey dem gezelde / ward ain himel auff geslagen
HvNstAp
18517;
[...] unz er den alten künec vant / ûf sînem himel, dâ er
saz Eracl
5153
MWB 2 1489,19; Bearbeiterin: Herbers
himeladelar
M.
‘Himmelsadler’
der himel adelar / dir gebe den eweclichen solt Hornb
4:58
(im Gegensatz zum Reichsadler, s. Anm.z.St.)
MWB 2 1492,11; Bearbeiterin: Herbers
himelahse
stF.
‘Himmelsachse’
die himelahs ist derhoͤhet siben und vierzig grad und ain
viertail aines grades KvMSph
54,22.
53,28
MWB 2 1492,14; Bearbeiterin: Herbers
himelar
swM.
‘Himmelsadler’
Johannes, gotes mumen barn, / ewangelist genennet, / den man schript den himelarn
HeinzelJoh
45,3
MWB 2 1492,17; Bearbeiterin: Herbers
himelbalsem
stM.
‘himmlischer Balsam’
wan da wirt nieman sieche / noch trege noch vngemuot / so wol gesmac so rehte guot
/ ist der himel balsem here Martina
248,3.
247,109
MWB 2 1492,20; Bearbeiterin: Herbers
himelbære
Adj.
‘für den Himmel geeignet’
swâ sô die liute geordent sint, / ez sîn die himelbæren oder ez sîn der helle
kint, / daz was gote allez kunt RvZw
87,2;
der edel keiser himelbære JTit
3435,2
MWB 2 1492,24; Bearbeiterin: Herbers
himelbæric
Adj.
‘himmelgeboren’
von dir bir wir ertbærige vnd da mit alzan himelbærige [
: per te sumus terrigene simulque iam celigene
]
PsM
H 87,3
MWB 2 1492,28; Bearbeiterin: Herbers
himelbërc
stM.
für Gott/ Christus:
got der himelberk Hiob
10690;
gelobt sy Crist, der himelberk! ebd.
15520.
– der von ~ , als Herkuntsbezeichnung oder für Gott selbst:
mait, allir himel vrowe, / hilf daz der von himelberk / alle siner wunderwerk
/ der sechs tage also vort / czu dem sibnden tage TvKulm
6273;
di vil reine werk / di er schuf von himel berk ebd.
3304
u.ö.;
got herre von himelberk Hiob
4992.
8971;
sine bose werk, / di Job ken dem von himelberk / begangen
hatte ebd.
6732
MWB 2 1492,31; Bearbeiterin: Herbers
himelbërinne
stF.
‘Himmelsbärin’ (Sternbild am Nordhimmel):
deu ander himlspitz haizzet deu widerperinne, daruͤmb, daz si
geleich uͤber ist gegen der vorgenanten himelperinne an dem versten stukke des himels
KvMSph
22,1.
45,3
MWB 2 1492,41; Bearbeiterin: Herbers
himelbërnde
Part.-Adj.
übertr. ‘gnadenbringend’
wi verre si verirret / sich hetten und gevirret / von himel bernden unden
[von der Gnadenflut] / mit iren grozen sunden
TvKulm
5559.
2724;
von himelbernder blute, / gar vol suzer reiner vrucht ebd.
3414
MWB 2 1492,46; Bearbeiterin: Herbers
himelbësem
stM.
‘Gnadenrute’, übertr. für den Heiligen Geist:
ein trut himel besem, / der ab strichet allen stoub / und tut grunen als ein loub
/ von des suzen meien tou / di selen TvKulm
5406
MWB 2 1492,51; Bearbeiterin: Herbers
himelblâ
Adj.
‘himmelblau’
der fuͤmften ler buͦchstaben, / hymel blawen schin die haben
WhvÖst
13960;
[die Fahne] was [...] / hymel bla
nach phyn lasur ebd.
14467;
ich vant ain huz was himel pla / [...] daz ich so plawez
nie gesach MinneR 433
342
MWB 2 1492,55; Bearbeiterin: Herbers
himelblic
stM.
‘(vom Himmel kommender) Lichtstrahl, Blitz’
ein schein, / der glaste unde louhte, / daz, die da waren, douhte, / ez wæren
himelbliche Serv
397.
1651;
si sâhen vil dike / die grôzen himelblike, / die unmâzen
donreslege Kchr
15343;
in eime himmelblike vorte in
[Elias] got hin Mechth
6: 15,44;
UvEtzAlex
14192;
Rol
6935
MWB 2 1492,60; Bearbeiterin: Herbers
himelblicken
stN.
–
‘Himmelsglanz, -leuchten’
ie naher ir dem ertrich sinkent, ie me ir verbergent úwer
suͤsses himmelbliken Mechth
3: 1,19;
so wir aber in grosse tegeliche súnde sinken, so erloͤschet
únser schoͤne himmelbliken ebd.
4: 25,10
MWB 2 1493,3; Bearbeiterin: Herbers
himelblitz, -blitzen
stM.
s.a. →
blicz
.
‘(vom Himmel kommender) Lichtstrahl, Blitz’
der himelblitz ist scheinend von vnden dem himel [
fulgur coruscans de sub caelo Lc 17,24
]
EvAug
183,20;
sô den offenn sneken [Muscheln]
[...] ain himelplitzen her velt von dem ungewiter, sô druckent
si sich zesamen BdN
255,23
MWB 2 1493,8; Bearbeiterin: Herbers
himelbluome
swMF.
‘Himmelsblume’
– von Pers.:
vil süsse himel pluͦm Johan Märt
18286;
ain himelplúm ist auzgesant / durch di werlt in ellew lant / cze wunder und
ze lêre AlexiusC
3;
wilkomen sîst du, himelbluome: / var ûf ze dînem briutegumen
Philipp
9638.
– bildl.:
du wirst von dinem viende dikke betruͤbet also der helle rife
uf die himmelbluͦmen Mechth
5: 19,28
MWB 2 1493,15; Bearbeiterin: Herbers
himelbote
swM.
‘Himmelsbote, Engel’
man wânde, daz si [Helena] wære / ein
engel wunnebære / und ein durchliuhtic himelbote KvWTroj
23069;
Gabriêl der himelbote VierTöchter
342
MWB 2 1493,23; Bearbeiterin: Herbers
himelbrant
stM.
‘Königskerze’ (Pflanze):
swer daz getwanch
[Bauchschmerzen] habe, der siede himelbrant mit wurz
Barth
154,22
MWB 2 1493,27; Bearbeiterin: Herbers
himelbrôt
stN.
auch himels-
Pass I/II (HSW) .
1
‘Brot vom Himmel, Manna’
2
‘Johannisbrot’ ?, bezogen auf eine Pflanze im Grab des Apostels Johannes in Ephesus 3
‘Hostie’
1
‘Brot vom Himmel, Manna’
in der wuͦste gab er in daz himilprot Rol
5750;
unse vetere âzin himelbrôt in der wuͦstenunge EvBeh
Io 6,31;
an dem svnnentage regenot got daz himelprot von himele
Konr
1,43;
GvJudenb
1675;
Renner
9831;
Reinfr
26992;
manna daz suze himel brot Pass I/II (HSW)
18113;
himelbrôt, heizt mannâ Philipp
9569;
PrBerth
1:457,22;
Pass I/II (HSW)
27919;
BdN
90,8;
himelbrôt, der engel spîse MarGr 18
347;
daz was niht wan ein himelbrôt, / daz im der engel dâ vor bôt
Georg
2073.
– bildl.,
für Gott:
diu arche unde daz himelbrôt bezeichent unsern herren
PrBerth
1:457,24;
für Maria:
du [Maria] bist ouch daz himelbrôt / dâ mit
vierzic tage got / spîste daz israhêlisch here Philipp
9790;
des himels brotes arke Pass I/II (HSW)
26475.
– in einer Metapher:
daz wir [...] vür daz höu der irdischen gluste
lernen daz wâre himelbrôt ezzen DvASchr
343,17
2
‘Johannisbrot’?, bezogen auf eine Pflanze im Grab des Apostels Johannes in
Ephesus:
Jôhannes dâr in Ephesô [...] / ûz des grabi noch
wehsit himilbrôt, / daz dekkit manigir slahte nôht Anno
5,15;
da sach man daz himelbrot daz es auz dem grabe gie
PrOberalt
21,30;
do man daz grap danah vf tet, do vant man da niht inne wan
himelbrot Spec
30,16;
HvFritzlHl
37,28
3
‘Hostie’
uf einen ostertac ez quam, / als sich di reine cristenheit / nach heiliger
gewonheit / mit himelbrote spiset MarLegPass
25,173;
Pass I/II (HSW)
17537.
26063;
Kreuzf
7168;
ô hôchgelobtez himelbrôt! / spîse unser sêle Renner
17788
MWB 2 1493,30; Bearbeiterin: Herbers
himelburger
stM.
‘Himmelsbewohner’
swer sînen muotwillen trîbet ûf erden, / der wil niht himel bürger werden
Renner
13514
MWB 2 1493,62; Bearbeiterin: Herbers
himelbûwære
stM.
‘Himmelsbewohner’
celibes: himelbvwær PsM
H 1,8;
celigenarum: himelbiwære ebd.
H 111,2
u.ö.
MWB 2 1494,1; Bearbeiterin: Herbers
himeldach
stN.
1
‘Himmel’
2 als Anrede 3
‘Baldachin’
1
‘Himmel’
her sach in daz himel dach HeslApk
282;
minen stul setze ich inz himeldach / und werde dem hosten
glich ebd.
13342
2
als Anrede:
– für Gott:
herre myn du himel dach, / du bist her der manichvald
TvKulm
3646.
– für Maria:
frowẹ, [...] du frolich himeldach
FrlSuppl
8:201A1,21
3
‘Baldachin’
ein himeldach sîdîn swebet über der küneginnen rîch RosengC
947;
vier ritter trügend ob / der küngin ain himel tag
GTroj
633
MWB 2 1494,4; Bearbeiterin: Herbers
himeldëgen
stM.
‘Kämpfer aus dem Himmel’, für Jesus:
Jêsus [...], der himeldegen WvRh
11865;
durch die hêren fünf wunden / ietweder halben dar eneben / gestê dir der
himeldegen Tobiassegen
40
MWB 2 1494,14; Bearbeiterin: Herbers
himelen
swV.
1 intr. ‘in den Himmel kommen’
2 tr. ‘in den Himmel bringen, aufnehmen’
1
intr. ‘in den Himmel kommen’
under aller creatuͤr als ungeliche / ist niht, dann da einz himelt undz ander
hellet JTit
2406,3
2
tr. ‘in den Himmel bringen, aufnehmen’
sie enmugen mich noch gehimelen noch gehellen Wartb (H)
422:5,10;
sie der helle wurden vor gehimelet Loheng
2763
MWB 2 1494,18; Bearbeiterin: Herbers
himelerbe
swM.
‘Himmelserbe’
tugent, guͦte site [...] machent dich himel erben
Meissner
4:7,17
MWB 2 1494,25; Bearbeiterin: Herbers |