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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   habirhalm - hafner    


habirhalm stM. ‘Haferhalm’ Glossenbeleg des 12. Jh.s s. AWB 4,530

MWB 2 1081,33; Bearbeiterin: Herbers

1habît stM. abît

MWB 2 1081,35;

2habît stM. aus lat. habitus. ‘Haltung, Gewohnheit’ sant Augustinus sprichet: enkein guͦt werk enmachet nút eigenlich ein tugent, es ensi das es ein formlich habit gewinne Tauler 350,6. 351,25

MWB 2 1081,36; Bearbeiterin: Herbers

habunge stF. 1 ‘das Haben’
2 ‘Habe, Besitz, Vermögen’
   1 ‘das Haben’ dar umbe sage ich, daz ich niht sîn enmac der sun gotes, niuwan ich enhabe daz selbe wesen, daz dâ hât der sun gotes, und von habunge des selben wesens werden wir im glîch, und wir sehen in, als er got ist Eckh 3:320,2; es ist niht genuog, das man die creaturen ab scheidet an der habunge, wan muos si ovch setzen vs der invallenden bildunge, diu alze swarliche die sele vermittelet PrWack 62,38    2 ‘Habe, Besitz, Vermögen’ aine wip was in dem flvzze des blutes von zwelf iarn vnd div in arzten vertan het alle ir habvnge [ omnem substantiam suam Lc 8,43] EvAug 151,14; der ivngste [...] sprach zv dem vater: [...] gib mir mein teil der substancie di mich angehört. vnd er teilet in di habvnge [Lc 15,12] ebd. 177,15. 177,18. 179,6

MWB 2 1081,40; Bearbeiter: Tao

hâbunst stF. âbunst

MWB 2 1081,56;

hac stMN. Pl. hage ( Kudr 379,2 ), hege ( UrkCorp (WMU) 1151,1. 2479,24 ), heger ( WeistGr 1,165 (Mitte 14. Jh.) ). vereinzelt swM. ( BraunschwRchr 2677 ). 1 ‘Dornstrauch’
2 ‘dichtes Gebüsch, Dickicht’ ;
3 ‘Hecke, Strauch- oder Flechtwerk’ , als Vorrichtung zum Fangen von Wild (vgl. hecke stswF.)
4 ‘Einfriedung, Begrenzung (eines Stückes Land)’ , z.B. als Hecke, Baumreihe, Zaun, Palisade
4.1 allg. (bezogen auf einen Garten oder anderes Kulturland);
4.2 für ein umfriedetes wildreiches Waldstück, ‘Jagdgehege’
4.3 milit., Befestigungsanlage aus untereinander verflochtenen Bäumen/ Sträuchern oder als Verhau, Palisade, teilw. die umfriedete Fläche mitbezeichnend
4.3.1 eigentl.;
4.3.2 übertr.
5 bildl. für etw., das jmdn./etw. umfängt, einschließt, festhält (Anschlussmöglichkeiten bes. zu 3 und 4 )
6 als Bestandteil von Personennamen
   1 ‘Dornstrauch’ ein hac der alze manigen dorn und lützel rosen uf sich ladet, / des vruhten hilfet niht so wol so vil sin kratzen schadet FvSonnenburg 8,11; ein hac dâ bluote / von rôsenrîchen dornen KvWTroj 1688; mit einem griuwelichen hage / stuont daz loch verdürnet ebd. 5884; Renner 157; Suchenw 24,97    2 ‘dichtes Gebüsch, Dickicht’; teilw. unterschieden von walt: uber ein mos in ein hac, / dort verre hin fur einen walt KvFuss 1912; nim dri der grœsten riusen din [...]! / die ersten lege zuo dem hage / bi dem wazzer uf daz lant, / die andern in den walt zehant HvPforzen 82; teilw. synon. neben vorst, walt verwendet: si kêrten zuo dem vorste, / der bî Troye nâhe lac, / und îlten an den wilden hac KvWTroj 11874. 452; EckenlE2 105,7; WhvÖst 986; Mügeln 171,6. ein dickez hac Wig 2125; KLD:Alex 2:10,8; Minneb 4331; des edeln hages risach WhvÖst 1086; daz liehte morgenrôt / was durch den grüenen hag gedrungen KvWLd 14,2; daz lang dik hag Krone 9796; daz gevilde allez vollez lach, / sam ob ein rast langer hach / wer da nidere gevalt. / die toten lagen ungezalt Dietr 8895. der helt slouf dur den hac Marner 2,62; Krone 9177; daz dürre holz ime hage Parz 172,18; in den hagen / geswigen alle vogele Kudr 379,2; ir soldet riuten / [...] in jenem hage HvFreibTr 4977; div matte vnder dem múlhage vnd ein matte bi den nusboͮme vnder dem selben hage UrkCorp 161,22. gruͤn als der hag ain wafenclait WhvÖst 10228    3 ‘Hecke, Strauch- oder Flechtwerk’, als Vorrichtung zum Fangen von Wild (vgl. hecke stswF.): wiͤr verbieten dræuch [Fallen] und hage und tierstriche, do man daz wilde inne vaͤchet. ez sol auch nieman necze nuczen UrkSalzb 4,383 (a. 1328 kopial); bildl.: swer gotes minne wil bejagen, / der muoz ein jagendez herze tragen [...]: / si gât niht slâfende in den sac, / wan [= man ] muoz si twingen in den hac LobGesMar 1,12. – hierher? so ich alsus mit froden jag, / so zucht dort her by ainem hag / ain heckiäger MinneR 505 143    4 ‘Einfriedung, Begrenzung (eines Stückes Land)’, z.B. als Hecke, Baumreihe, Zaun, Palisade    4.1 allg. (bezogen auf einen Garten oder anderes Kulturland); in Verbindung mit Verben: den [ boumgart ] bevridet ein vestez hac Wig 669; [um einen Baumgarten] weder mûre noch grabe engie / noch in dehein zûn umbevie, / weder wazzer noch hac Er 8706; der hak, der zwischen dien selben wingarten hin gat UrkCorp (WMU) 2389,27; ich han in [ wingarten ] umbegraben und einen hag dar umbe und einen zun gemacht Tauler 290,8; ain buman, / wann sein huͦb gesæt wirt, / [...] sleht umb daz vælt ein hag Teichn 474,11. – mit Präp.: der tzvn dovcht in ze dicke vnd ze hoch, / mit den zenen er dannen zoch / einen spachen [...]. / nv want er sich dvrch den hag ReinFu K,51; so gant [...] manigú menschen guggen úber den dornigen hag Seuse 432,1; vntz an der Spitaler Rvti, als si mit hage begriffen ist vnd mit zeichen vs gescheiden UrkEidgen (K) 110 (a. 1309); den wingarten [...] mit allem rehte, als wir in hatton, mit wegen, die wir dar zvͤ hatton, mit graben vnd mit hegen, alse er vmbevangen ist UrkCorp (WMU) 2479,24; Suchenw 28,17. – die eingefriedete Fläche mitbezeichnend: alumben berc lac ein hac, / des man mit edelen boumen pflac. / vîgen boum, grânât, / öle [...], / des wuohs dâ ganziu rîcheit Parz 508,9; sîn hof an einer ebene lac; / dâ hinder was ein schœne hac Wildon 2,30. – bildl.: vermîdent dise reise / zuo des wilden meres hage [Strand, Küste] ! KvWTroj 9403    4.2 für ein umfriedetes wildreiches Waldstück, ‘Jagdgehege’ in sîme hage / stuonden würze [...]. / den walt nante man [...] / Behforet, den Schœnen Walt. [...] / lewen, bern, rôtwilt, / swîn und swaz man jagen wil, / des was dâ mêr danne vil / ze rehter tagalte UvZLanz 3964; uz dem hage durch daz gras / gieng ain wildnære [...], / ein seltsain wild er scholde / gevangen haben in dem hage WhvÖst 6830    4.3 milit., Befestigungsanlage aus untereinander verflochtenen Bäumen/Sträuchern oder als Verhau, Palisade, teilw. die umfriedete Fläche mitbezeichnend    4.3.1 eigentl.; als Teil der Vorbefestigung einer Burg (vgl. (burc)hagen): sî sâhen wie diu veste lac: / niden drumbe gienc ein hac / mit boumen starc verworren. / die lie man nider [hatte man niedergebogen und so weiterwachsen lassen] in rehter zît. / der wurzeln saf in grüene gît Virg 187,2; für die burc ze Garte reit er in daz grüene hac OrtnAW 196,3; daz ich [...] verchauft han mein purchstal ze Erlungshofen und di zway hakch dopi, swaz di begriffen habent und umbvangen UrkEichst 2,237 (a. 1332); die würme [...], / die in der vorburc lâgen / und des hages pflâgen / in dem Verworrenen tan UvZLanz 7362; von würmen manicvalden / ist der hac behüetet harte. / ez ist gar ein würmegarte ebd. 5047; WolfdB 145,3. 146,4. – in anderen Verwendungen: [Herzog Heinrich der Löwe] uzgab daz blich [gab das Gebiet ( → blech) zur Bebauung frei] , / daz geheyzen ist dhe Hage, / und heyz mit howe und mit slage / iz buwen unte vesten, / daz iz vor argen gesten / sicher were osten, westen BraunschwRchr 2677; der hag [Landwehr?] ze Biedertan, behebet den graue Ruͦdolf selbe dritte frier lúte alder dienstmanne mit dem eide, daz er nivt versezzet wart [...], so ist der hag sin UrkCorp (WMU) 6,26.28; dâ was ein vil grôzer hagen / von den Samen vor geslagen, [...] / sam ez wêre ein bolewerc [...]. zû hant / trâten zû die cristen, / sie enwolden nicht gevristen, / sie enhiwen den hac enzwei LivlChr 3985. 4067; sô sint sie [Räuber im Wald] alsô starke verheget: / ez enwerde [...] daz diu lantschaft / den hac zerbreche mit kraft, / sô wil ichz dâ vür niht hân / daz man sie iemer müge gevân UvEtzWh 6268. – nur mit Bezug auf die Verflechtung der einen ~ bildenden Gewächse: schar in schar gar verworren / was sam ein hac geflohten. / sî konden noch enmohten / ein ander niht entwîchen Reinfr 20305; bildl.: ir herze was geflohten / in der süezin minne hack, / da ez verworren inne lac Martina 55,31    4.3.2 übertr.: von lanzen und von swerten [seiner Gegner] / was umb in ein michel hac KvWTroj 34773; ein hac wart umbe in dâ geweben / von liuten unde ein dicker zûn ebd. 31348. 34698; er hete von tôten einen hac / umb sich gehouwen ûf dem plân, / die ûzvart er kûm mohte hân UvEtzAlex 13574. 13751. da von ist nicht pesser hag [Schutz] / fuͤr dw sund dann scham und vorcht Teichn 285,24    5 bildl. für etw., das jmdn./etw. umfängt, einschließt, festhält (Anschlussmöglichkeiten bes. zu 3 und 4): der zwelfbote lac / in des kerkeres hac / verhaget mit ungemache Pass I/II (HSW) 29118; Pass III 478,15; daz diu minne het verheget in ir hage / manic vrîez herze, daz nû was ir gîsel Loheng 1515; nu hat mich beslozzen dez alters hag Teichn 163,27; liegen triegen ist ein hac, / wol im, der in vermîden mac Freid 168,27; RvEBarl 5402; Frl 9:2,9. [der Teufel verführt in Frauengestalt einen Mönch; aber der hl. Bartholomäus] wolde im hi den valschen hac [die täuschende Hülle] / uf rumen, der in irrete / und von genaden in virrete / an dem unreinen bilde Pass I/II (HSW) 32746    6 als Bestandteil von Personennamen: her Heinrich von dem Hag UrkCorp (WMU) 1150,36. 2576,24; HvdHageTagz M,15-18(Akrostichon)

MWB 2 1081,57; Bearbeiter: Bohnert

hacgevilde stN. ‘mit Dorngestrüpp bewachsenes Gelände’, als Jagdrevier: [ daz waidmænlin ] jach, ez woͤlt sin luz / ersuͦchen me nach wilde. / durch daz gevilde [La. haggevilde ] / kert ez durch der merker spehen. / Wildehelm von Österrich sehen / ez aber in den rosen wart WhvÖst 7152

MWB 2 1084,15; Bearbeiter: Bohnert

hachboum stM. hagenboum

MWB 2 1084,21;

hachel, hechel stF. ‘Hechel’ (Gerät mit Spitzen zum Durchziehen und Reinigen von Flachs oder Hanf): cranacula: hahel Gl 3:639,55; den knoden ich entstricken wil mit mines sinnes hechel FrlSuppl 5:233,82

MWB 2 1084,22; Bearbeiterin: Herbers

hachelen, hechelen swV. 1 ‘Flachs oder Hanf (mit einer hachel) bearbeiten, reinigen’
2 bildl.
   1 ‘Flachs oder Hanf (mit einer hachel) bearbeiten, reinigen’ dar in er durch ein venster sach / würken wol driu hundert wîp. / [...] disiu hachelte vlahs, / dise spunnen, dise nâten Iw 6204    2 bildl.: swer [...] uns den rücke hechelt / mit maniger untriuwe hagedorn Renner 15090; wizzet daz valsche lecheler / sint des tiufels hecheler, / die pfaffen und leien und hôhe fürsten / hecheln künnen und ouch bürsten / [...] daz si wênent si sîn die, / die si nimmer werdent und wurden nie ebd. 1140

MWB 2 1084,27; Bearbeiterin: Herbers

hachelwërc stN. vgl. mnd. hakelwerk (Schiller/Lübben 2,176). ‘Umzäunung, Wall, Teil einer Festung’ [Meister Karl] quam in tougir lûr [in heimlichem Hinterhalt] / zu Junigêdin ûf den berc / bî nachte in daz hachilwerc [ suburbium ] / unde slûc dâ heidin vil NvJer 24635. 16120; hachilwerke [ exstructio vallorum ] Cranc Ez 17,17; waz ûf die burc nicht entran, / daz quam in der cristen hant. / ir hachelwerc wart ouch verbrant LivlChr 9152. 9576 u.ö.

MWB 2 1084,38; Bearbeiterin: Herbers

hackbrët stN. ‘Hackbrett’ ein wagen mit troêgen oder mit slegeln oder mit hacpretern [ git ] einen phenninch UrkCorp (WMU) 547ABC,5,34

MWB 2 1084,48; Bearbeiterin: Herbers

1hacke swF. ‘verführerische Frau, Dirne’, hier für Frau Welt: diu werlt lachet mich triegende an / und winket mir. / nu hân ich als ein tumber man / gevolget ir. / der hacchen hân ich manigen tac / geloufen nâch MF:Hartm 5:3,5 (vgl. z.St. MF:Anm 511f., s.a. hâke 2)

MWB 2 1084,51; Bearbeiterin: Herbers

2hacke swF. 1 ‘Hacke, Axt, Beil’
2 ‘Schlachtung’
   1 ‘Hacke, Axt, Beil’ dem vater er [ Helmbreht ] [...] brâhte [...] ein bîle, / [...] und eine hacken dâ mit Helmbr 1066; mit hacken und mit bîlen / solden sis [das Burgtor] ûf brechen Ottok 51154 u.ö.; des begund sich schamen / diser fleischhackære, / wan ez was im ein swære, / daz er einen tôten man / solt mit der hacken bestân [bekämpfen] EnikWchr 18100. 18090; Alexander [...] hiez der megde tiure / mit yseninen hacgen / die haten spitze zacgen / Martinen ovgen brawen / [...] vz zerren Martina 55,83; JTit 4822,2; EvAug 4,22    2 ‘Schlachtung’ so geit der fleischaher xv. phenning von der hachken UrbBayS 4,208

MWB 2 1084,57; Bearbeiterin: Herbers

hackebanc stF. ‘Bank zum Zerhacken von Fleisch’ mit küchenvarwem velle / was er [Rennewart] ûf einer hackebanc / die naht [...] / gelegen Wh 201,25. es ist aber nach warheit dez selben als verre und verrer, denn der einer finen berlen sprechi ein hakbank [wie wenn jmd. eine schöne Perle ein Hackbrett nenne] Seuse 343,8

MWB 2 1085,6; Bearbeiterin: Herbers

hacken swV. 1 ‘Erde, Boden hacken, bearbeiten’
2 ‘etw. (mit einem Beil, Messer o.ä.) zerteilen, zerkleinern’
3 verstärktes ‘hauen’
   1 ‘Erde, Boden hacken, bearbeiten’ in ym [bei sich selbst] gesprach der buman nu: / ‘[...] / so mir min herre den bu benymt, / so weiz ich wol, was mir gezymt. / ich mag gehacken nu niht me’ EvStPaul 8952; die sint wol koler genôz, / [...] und die müezzen haken unde riuten SM:Had 17: 1,7;    2 ‘etw. (mit einem Beil, Messer o.ä.) zerteilen, zerkleinern’ [die Abgötter] lâgen ûf dem esteriche. / [...] einer lac dâ gar gestümmelt / der ander was klein zedrümelt. / [...] der gehakt in kleiniu stücke Philipp 3355. – in Bezug auf Pflanzen, Lebensmittel: nim ein gesoten fleisch vnd spec gehacket BvgSp 5a; hacke peterlin vnd salbey ebd. 15 u.ö.; BdN 359,9. – ‘etw. kleine hacken’ wem diu glider krank sint von übriger füll und von fäuhten, der schol kranwitpaum mit wurzeln und mit al hacken klain und sieden gar wol BdN 326,34; nim von der brust des huͦnes vnd hacke ez cleine BvgSp 23. 10 u.ö. alle sweinen lentpraten sol man in die wurste hacken [zu Würsten verarbeiten] NüP 38    3 verstärktes ‘hauen’ den helm mit dem tracken, den Trebuchet so worhte, / swie vil man druf gehacken moht, daz er im doch vil wenic vorhte, / daz in immer mannes hant verschriete [zerhaute] JTit 5903,2. 4744,2

MWB 2 1085,13; Bearbeiterin: Herbers

hackentiuvel stM. als Schimpfname: dirre gouch ziuhet jungiu göuchlîn, / von dem kumt meister Schöuchlîn, / Hackentiufel und Röuchlîn, / [...] und manic ander bœsewiht Renner 1673

MWB 2 1085,38; Bearbeiterin: Herbers

hackmeʒʒer stN. ‘Hackmesser’ artauus: hakmesser VocOpt 10.078

MWB 2 1085,42; Bearbeiterin: Herbers

hactûbe swF. hegetûbe

MWB 2 1085,44;

hadel stM. vgl. → zerhadelet Part.-Adj.; s.a. Etymol.Wb.d.Ahd. 4,725. wie hader, im Wortspiel: swâ sich gemischet vil untugende zuo dem adel, / dâ mag daz adelkleit wol werden zeinem hadel KLD:SvT 1:1,5; weiterer Beleg: ZfdA 28 (1884), S. 245 (La. zu Parz 111,25 )

MWB 2 1085,45; Bearbeiter: Bohnert

hader stswM. ‘schäbiges, zerrissenes Stück Stoff, Lappen, Lumpen’ sô einer wil wænen, er habe ein guot tuoch, sô hâst dû [Schneider] ez zerzogen, daz ez deste langer sî, unde machest ein guot tuoch ze einem îteln hadern PrBerth 1:146,24. 1:396,36; daz hemde ein hader was von slegn Parz 111,25; daz gewant was [...] alt unde hadern bœse, unde in bleckete der lîp allenthalben PrBerth 1:184,33; [die Hirten finden das Jesuskind] mit hadern bewunden, / in einer vihechrippen / ermeclîchen licken Aneg 2540; [ein Tüchlein,] daz kum zu einen [l. einem ] hader gut wer, [...] da legt ir [Frauen] alle ewern fliz und wile an PrBerth 1:253,15-17(La.). – abwertend für ein Kleidungsstück: wederz wære iu lieber: der iu einen guoten niuwen mantel gæbe [...], oder einen alten hadern PrBerth 1:383,9. 1:16,25. 1:59,13; er gap sîn gwant der armen diet, [...]. / in einen hader er sich stiez AlexiusB 162; Warnung 3847. – bildl., mit Gen.: daz si han kein ander cleit / an allein der sunden hadr TvKulm 5887; [jmd. lebt] in seiner alten poshait hadern Teichn 691,119

MWB 2 1085,51; Bearbeiter: Bohnert

hadergewant stN. ‘Gewand aus grobem Stoff’ von sînem [Franziskus] hadergewande [als Reliquie] / ist [...] siecher liute vil genesen LvRegFr 4826

MWB 2 1086,9; Bearbeiter: Bohnert

haderoht Adj. ‘zerrissen, wie ein Lumpen’ sô nemt altez gewant, daz allez haderot sî, wan ir wizzet wol, swer bœsez gewant ane hât, daz zebrosten ist, den siht man hin und her blecken PrBerth 2:103,13

MWB 2 1086,12; Bearbeiter: Bohnert

hadertuoch stN. ‘grober Stoff’ in hadertuoch er sich nu want, / der ê truoc scharlachens gewant LvRegFr 895

MWB 2 1086,17; Bearbeiter: Bohnert

hafner stM. havenære

MWB 2 1086,20;