Belegarchiv/Konkordanz
Die hier aus dem elektronischen Belegarchiv ausgegebenen Stellen bilden den durch halbautomatische Lemmatisierung von digitalisierten Volltexten gewonnenen Kern einer umfassenderen Beleggrundlage, die für die Ausarbeitung des Mittelhochdeutschen Wörterbuchs verwendet wird. Bei der Benutzung des elektronischen Belegarchivs ist stets zu beachten, dass es Stellen enthalten kann, die anderen Stichwörtern zuzuordnen sind.
sêle F. (1843 Belege) Lexer BMZ Findeb.
| ital ere, <FOLIO>(52#’r)</FOLIO> die vertilgent alle tugende von des menschen sele. Die unedel sele, der zů zergenglichen dingen ist so liep, | |
| die vertilgent alle tugende von des menschen sele. Die unedel sele, der zů zergenglichen dingen ist so liep, das si von | |
| megde han <N>II</N>. Dis bůch ist von gotte komen. Die sele lobet sich an mangen dingen; ir sint zwene engel geben | |
| gottes gnade und ist ane vegefúr <N>VII</N>. Wie ein frie sele sprichet ze gotte mit ganzer liebi <N>VIII</N>. Von gottes lichamen; | |
| Sant Johans ewangelisten begrebde <N>XXIV</N>. Wie got in himmelriche die selen enpfahet und wie er drierleie lúte croͤnet und si gruͤsset, | |
| ist cleine. <KAP><N>II</N>. Dis bůch ist von gotte komen; die sele lobet sich an mangen dingen; ir sint zwen engel geben | |
| und eb sin von gotte ein einig wort in min sele kam, do was ich der einvaltigosten menschen eines, <FOLIO>(53#’r)</FOLIO> das | |
| dem himmel und dem lufte; do sach ich mit miner selen oͮgen in himmelscher wunne die schoͤnen menscheit <FOLIO>(53#’v)</FOLIO> únsers herren | |
| widergeben; die soͤllent din in disen wundern pflegen.» Do dú sele die zwene engel an sach, o, wie sere si in | |
| von Seraphin, und er ist ein minnebrenner und der verweneten selen ein helig lúchter. Der ander engel was von Cherubin, der | |
| gaben ein behalter und ordenet die wisheit in der minnenden sele. Do lies únser herre zwen túfel har fúr komen, die waren | |
| schůle genomen und warent oͮch selten us komen. Do dú sele die vil grúwelich túfel angesach, do erbibente si ein clein | |
| ich vil schoͤne, woͤltest du mich anbetten?» Do antwúrt dú sele: «Man sol got alleine anbetten in allem gůte und in | |
| grimme und einer vil grúwelichen stimme. Do vragete in die sele, wes er lachete, was er sůchte und wes er pflege. | |
| fundament langer bosheit und verlust aller helikeit.» Do sprach dú sele: «Nu hast du von nature nihtes niht gůtes an dir; | |
| lichamen an; do was er gewaffent sere uf mine arme sele mit grosser vollede der starken maht und mit vollekomner naturen | |
| es an ein striten gan. Do sach ich oͮch miner sele wafen an, das was dú here marter únsers herren Jhesu_ Christi; | |
| besmenschlege und betten steteklichen an. Dis waren dú waffen miner sele, da ich den lip mit úberwant also sere, das bi | |
| súndig und ein arm mensche bin an libe und an sele. Disú ding soltestu wisen lúten geben, so moͤhtest du sin | |
| pflegen; und alles, des du bedarft an lip und an sele, das wil ich dir geben.» Do gieng ich armú bibende | |
| dú wisheit kan niemer volleleren.</ZG>/ <ZG>Der zorn bringet in die sele grosse vinsternisse,/ dú heilige sanftmuͤtekeit hat alle gnade gewisse.</ZG>/ <ZG>Dú | |
| suͤssen munt.</ZG>/ <ZG>Die weltlichen herzen sint gerne ahtber,/ dú geistlich sele wil iemer anderswar.</ZG>/ <ZG>Dú verborgenú grimmekeit hat einen sclichten munt,/ | |
| ein suͤsses muntkússen geben, das allú min got<FOLIO>(59#’r)</FOLIO>heit dur din sele sol sweben, und minú drivaltigen $t oͮgen soͤllent iemer me | |
| súnde und der ungewandelt wirt gevunden.» <KAP><N>VII</N>. Wie ein vriú sele sprichet zů gotte mit ganzer liebin</KAP> Herre, darumbe das ich | |
| mag verliesen, wan alleine mit den súnden. Do vragete min sele in der vereineten liebi únsern herren, wie es darumbe were. | |
| lichamen enpfan, so vereinet sich die gotheit mit únser unschuldigen sele und mischet sich gottes menscheit mit únserm grúwelichen lichame, und | |
| leie sol oppfern mit grosser liebi und mit einer lachenden sele got in sin milten hant. Der priester sol es mit | |
| spilenden vlůt, die in der heligen drivaltekeit swebet, da die sele alleine von lebet. Sol ich getroͤstet werden nach miner edelkeit, | |
| Got hat alles dinges genůg, sunder alleine der beruͤrunge der selen wirt im niemer genůg. Do dis wunder und dirre trost | |
| jar, do wolte mich got alze sere troͤsten úber miner sele edelkeit. «Eya nein, lieber herre, hoͤhe mich nit so sere», | |
| herre, hoͤhe mich nit so sere», sus sprach dú unwirdige sele, «es ist mir alze gůt in dem nidersten teile, da | |
| arme har nider under die verhangenen und under die verworhten selen und dunkte ir alze gůt. Dar nach volgete ir únser | |
| mich fúrbas sinken durch din ere.» Hie nach kamen beide sele <FOLIO>(61#’v)</FOLIO> und lip in so grosse vinsternisse, das ich die | |
| vil selige minne fůr oͮch ir strasse. Do sprach dú sele: «War sint ir nu, vro trúwe? Ich wil úch nu | |
| er hetti din so sere nit verzigen.» Do sprach dú sele: «Wa sint ir nu, vro stetekeit? Heissent den waren gloͮben | |
| mir gan!» Do sprach der vatter von himmelriche zů der sele: «Gedenke, was du bevunden und gesehen hast, do niht zwúschent | |
| heilig geist: «Gedenk, was du geschriben hast.» Do antwúrten beide sele und lip mit des waren geloͮben stetekeit: «Als ich habe | |
| Hie nach kam die stete vroͤmedunge gottes und bevieng die sele so sere alumbe, das dú selig sele sprach: «Siest willekomen, | |
| und bevieng die sele so sere alumbe, das dú selig sele sprach: «Siest willekomen, vil selig vroͤmedunge, wol mir das ich | |
| mer dú galle ist honig worden in dem gůme miner sele.» Hie zů gerte ich, das <FOLIO>(62#’r)</FOLIO> alle creaturen lobten únsern | |
| tůn und kerten mir den naken zů. Do wart dú sele unmassen vro und sprach dis selbe: «Das ir mich nu | |
| sine vroͤmedunge bekemer #.[denne er selber si#.].» Dis wiste dú sele wol, do si got wolte troͤsten in der groͤsten vroͤmedunge. | |
| an mir sint.» Do hůp sich dú pine von der sele und von dem libe gelich einem vinstern schine und vor | |
| mag nit schriben, ich sehe es mit den oͮgen miner sele und hoͤre es mit den oren mines ewigen geistes und | |
| ze stunden súnlich mit im gewesen und hette gegruͤsset sin sele und gevroͤwet den lip; also sach ich got komen von | |
| nature nu an ir hat bein und vleisch, lip und sele, so erhebe ich mich mit grosser vroͤde verre úber min | |
| der heligen drivaltekeit, doch ist er ein luter geist. Dú sele ist mit irem vleisch alleine husvro in dem himelriche und | |
| das ander die vliessende qwelunge, das dritte die brinnende bevindunge sele und libes, das vierde stetú einunge mit grosser hůte gebunden. | |
| Wenne dú selig stunde ist vergangen, als got der minnenden sele sinen úberheren trost hat getan, eya, so ist denne dú | |
| wol gemůt, das si alles das dunket gůt, das vroͤmeden selen we tůt. Bistu denne grel, so ist da grossú angest | |
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