Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   heilvlieʒ - heimelischheit    


heilvlieʒ stM. ‘Strom des Heils’ doch hiez ‘heilvliez’ [Akk.] not [d.h. die notleidende Menschheit (Subj.)] ie ez [das Kreuzesholz] durch niez Frl 2:15,10

MWB 2 1281,26; Bearbeiter: Bohnert

heilvluot stFM. ‘Flut des Heils’, als Umschreibung der Geliebten: heilflut der senften güte Frl 14:29,9

MWB 2 1281,29; Bearbeiter: Bohnert

heilvüeric Adj. vgl. AWB 4,832 (Wiener Notker). ‘heilbringend’ honic unde milch flôz [bei Jesu Geburt] , / nôtturftiger segen, / heilfuoriger regen, / pigmente unde mirre Wernh 1066

MWB 2 1281,31; Bearbeiter: Bohnert

heilvündic Adj. ‘das Heil findend, zum Heil führend’ der priester si [...] / sundic oder unsundic; / die wort die sin heil vundic / die da [im eucharistischen Hochgebet] der priester sprichet HeslApk 13072

MWB 2 1281,35; Bearbeiter: Bohnert

heilvuorlich Adj. vgl. AWB 4,832 (Wiener Notker). ‘zum Heil führend’ aqua sapientie salutaris: wazzer wisheit heilvuͦrlicher PsM Per 19,3

MWB 2 1281,39; Bearbeiter: Bohnert

heilwâc, heilwæge stMN. heilawâc

MWB 2 1281,42;

heilwîn stM. heil bringender Wein’ din friedel rufet [...] / in dem heilwin tragenden garten Frl 1:3,9

MWB 2 1281,43; Bearbeiter: Bohnert

heim Adv. auch hein (vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 94). – adv. Akk. Sg. von heim stN. ‘nach Hause, in die Heimat’, häufig verdeutlicht ~ ze lande (auch ze hûse) 1 bei Bewegungsverben (z.B. gân, komen, rîten, varn ; kêren, wenden ; bringen, leiten, senden, tragen, vüeren )
2 bei anderen Verben
2.1 allg.
2.2 elliptisch (zu erg. ist der Inf. eines Bewegungsverbs)
3 bes. adv. Verbindungen
3.1 dar/  her/  hin ~ ‘nach Hause, in die Heimat’
3.1.1 dar ~
3.1.2 her/  hin ~
3.2 mit Präp. unze (wider)
   1 bei Bewegungsverben (z.B. gân, komen, rîten, varn; kêren, wenden; bringen, leiten, senden, tragen, vüeren): der gechoufte scalc gie friliche heim [im Jubeljahr] SiebenZ 77; hebt iuch hein in iuwer hûs Walth 59,7; wanne si heim zu huse quam Elis 2248; ridet heim ze lande Roth 3442; heim schiffen KvWTroj 15438; und also fuͦr de kint mit in wider hain hinz Nazareht PrSchw 2,10; AHeinr 1347; UrkCorp (WMU) 248A,47. dô der strît sô was ergangen [...] / daz lantvolc heim kêrt Ottok 4587; Herb 11507. 13072; sô mege wir wider heim wenten Gen 2246. 1774; NvJer 24011. der [Hirte] bringet ze âbunde sîn vihe heim Gen 2946; den boten er heim sante UvZLanz 4930; daz iz niht mohten tragen / ir mœre heim ze lande NibB 764,3; EvStPaul 2597; UrkCorp (WMU) 694,6. N816,21; eine Braut ~ leiten/  vüeren ‘heimführen’ so man eine liebe brut heinleitit PrGeorg (Sch) 35,21; PrGeorg 33,28; PrMetten 201,31; daz er im heimfvrt sines brveders wip [Mt 22,24] EvAug 54,12; hier anzuschließen: dc wir allen den, die die straze ze Kurwal varent, [...] da hin und wider heim guͦt geleite [...] geben UrkCorp (WMU) 357,13; SüklV 720. – in geistl. Sinne: so megen wir [...] chomen heim ze lande / hin ze paradyse AvaLJ 28,3; die [Gerechten] fuͤret vnser herre haim in sin huͤs [am Jüngsten Tag] Konr 22,74. 18,46; Hochz 775. – bildl.: als elliu wazzer ûz dem mer / gewalteclichen giezent / und drîn aber fliezent: / alsô gat des milten zer / wider heim aldurch daz jâr KvWLd 24,15; und sol dem spital daz phunt gæltes haim gan [d.h. dem Spital zufallen] ze rehtem aigen UrkCorp (WMU) 3343,19; sie [die pfaffen der röm. Kurie] schatzen Simonie rich, / daz komt in allez heim [wird ihnen vergolten] : / sie vinden gallen sicherlich / dort [im Jenseits] für den honigseim Frl 9:19,20; ez [Wohltaten] komt iu [Fürsten] heim an ritterlichen sachen ebd. 9:4,10; leite sî mich zeinem mâle hein zuo zir gedanke fiure KLD:BvH 16: 4,2    2 bei anderen Verben    2.1 allg.: [Christus] unsich irlosti undi heim giwan SuTheol 234. daz wir heim zi der mendin hugitin SuTheol 84; wand er heim sinnete / in sînes œheimes hûs UvZLanz 5572; VAlex 387; ~ ze lande hügen u.ä.: Kchr 11678; Roth 4800; KvFuss 1287. heim ze mînem hûse ich si geladet hân NibB 2159,2. 649,2; Roth 897; bildl.: den hete sælde heim gelât HartmKlage (G) 1765    2.2 elliptisch (zu erg. ist der Inf. eines Bewegungsverbs): wir suln uns ouch bereiten heim in mîniu lant NibB 690,3; er erloupte ime heim Gen 1366; hilf mir sundære heim / uz diseme wurmgarten SüklV 69; Tr 4392; lâz in heim Gen 2415. 2272; RvEBarl 5936; ich wil hein Walth 31,30; si wolten heim ze lande UvZLanz 1314; LobSal 200; GrRud Ib 62. K 35    3 bes. adv. Verbindungen    3.1 dar/  her/  hin ~ ‘nach Hause, in die Heimat’    3.1.1 dar ~ : so wolt ich fro dar heim varn StrKD 145,147; ir sult mit uns dar hein StrDan 2291; der [ kneht ] dar hein brâht den wîn Ammenh 10125; Mühlh 153,25; KvWTroj 13693; KvWPart 3894. 7196    3.1.2 her/  hin ~ : s. → hërheim , hinheim    3.2 mit Präp. unze (wider): und brachte in [...] / unz heim in sin husgemach Pass III 561,49; da bi sol der gast [...] getrúwe geleite han der burger unz wider hein UrkCorp (WMU) 26AB,35,36; Flore (P) 7733

MWB 2 1281,45; Bearbeiter: Bohnert

heim stN. auch hein (vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 94). – sw. flekt. LvRegFr 2998; Tauler 10,27; StRMünch 230,22. 472,4. ‘Wohnort, Haus, Heimat’ wirt unde heim sint zwêne unschamelîche namen Walth 31,25; ich bin geheizin bruder Huc, / ze nachnamen von Langenstein: / da was miner vordern hein Martina 292,38; uf sime rucke er in truc / mit im zu dorf in sin heim Vät 937; duo ich bigab mîn heim [meine Heimat verließ] Gen 2656; bi got ist unser heim zer zeswen hende JTit 302,4; daz paradis vil nahen lit des kuniges heime ebd. 6152,1 (oder zu heime stF.?); Exod 642. – bildl.: mutwille! [...] / din heim, daz ist bescheidenheit Frl 11:4,3; die menschen, die nút sint uzgegangen irs heimen noch sint úbergegangen úber die nature [...], die disem heim und allem heim natúrlicher dinge nút sint úber und uzgegangen, die sind rehte als rinder oder kelber zuͦ verstonde zuͦ disen hohen goͤtlichen dingen Tauler 10,27.29. – in den präp. Verbindungen an/  gegen/  von heime: ist er an haim [zuhause] , sô sol er [...] RbRupr 228; NüP 143; ie der man gein heime vuor Loheng 2604; Ottok 80914. 57064; wan im von heime ein bote kam UvZLanz 9275; von heime si gesuochent [greifen an] / daz rîche nimmer mêre Ottok 16214; ich trage siu [Lämmer] von heimen her LvRegFr 2998; Wernh D 2681; Ottok 4432. 54554; StRMünch 230,22. 472,4

MWB 2 1282,51; Bearbeiter: Bohnert

heimbachen Part.-Adj. auch -backen. ‘vom → heimbecke für den Hausbedarf seines Auftraggebers (ggf. auch in dessen Haus) gebacken’ von dem heinbacken ruckin broͤte [Überschr.] . daz heinbacken ruckin broͤt sol man backen uf 2 metzen klien WüP 92,1.2 (vgl. ruͤckin kaufbroͤt ebd. 92,6 ); swelich pfister heimbacken broͤt becket ungewegen ebd. 92,16. 93,1.3. – subst.: haimpachens mac er pachen NüP 82. 170. – bildl.: ‘gewöhnlich, alltäglich’ ein œd heimbachen knappe Hadam (Sch) 507,6

MWB 2 1283,15; Bearbeiter: Bohnert

heimbecke swM. ‘Bäcker, der gegen Lohn und mit dem Teig, den ihm sein Auftraggeber zur Verfügung stellt, für dessen Hausbedarf (ggf. auch in dessen Haus) backt’ (vgl. LexMA 1,1325f.): ez ist den pfistern gemeinlich verboten daz ir keiner niht mer zu lon so [l. sol ] geben den knehten danne die heimbecken StRRotenb 507

MWB 2 1283,25; Bearbeiter: Bohnert

heimburgambet stN. ‘Amt eines heimbürge 1 redditus quinque unciarum hallensium, provenientes de officio dicto hamburgenamt ante portam sancti Martini DRW 5,594 (Böhmer-Ficker; a. 1315); wir han [...] verlihen [...] uber 10 jar unser ungelt zu Bruchsel jerlichen umb 200 libr. hall. [...] und unser heymburg-ampt da selbens ze Bruchsel auch als lange jerlichen umb 10 libr. hall. ZGO 8(1857),S. 287 (a. 1342, kopial)

MWB 2 1283,32; Bearbeiter: Bohnert

heimbürge swM. auch hem- ( Mühlh 151,2. 152,19; WeistGr 2,1 (a. 1321) ), hein- ( UrkCorp (WMU) 254,43 u.ö.; MGHConst ). 1 ‘Orts-, Gemeindevorsteher’ in Dörfern und Städten mit administrativen und richterlichen Aufgaben (vgl. 2 HRG 2,895-897)
2 ‘ städtischer Bote; Gemeindediener, -bote’
   1 ‘Orts-, Gemeindevorsteher’ in Dörfern und Städten mit administrativen und richterlichen Aufgaben (vgl. 2HRG 2,895-897): tribunus: heimburgo SummHeinr 2:517,01.25; daz wi burgeri zu Mulhusen sullin sezzi alli iar einin heimburgin Mühlh 151,5; jch spriche ouch vmbe den heimburgen, den men alle iar setzet in dem dal ze Andelahe, swes die geburschaft [...] vber ein koment, daz den die von Andelahe setzent svlnt UrkCorp (WMU) 1953,3; diz ist der mendac, den Heinrich, der heinburge von Bach, hat gegeben den heren von sante Joh’s ebd. 915,32; ober schult richt eyn heymborge, als vere als he mag, / kunde he eme nicht gerichten, so solde eme eyn zeyntgrebe sizse WeistGr 3,325 (14. Jh.); schulteize, heimburge, scheffen und gemeinde zuͦ Covern UrkMoselQ 199,11 (a. 1347); Mühlh 152,19 u.ö.; StRStraßb 50,9; UrkAgr 257 (a. 1328). – als Bestandteil von Personennamen: Cvͦnrat der hainbúrge UrkCorp (WMU) 3362,5 u.ö.    2 ‘ städtischer Bote; Gemeindediener, -bote’ Fritzen Grawen, unseren geswornen heinburgen [...] senden wir [Rat der Stadt Speyer] uch ze botten MGHConst 5:380,24 (a. 1317). – hierher? preco: butil vel heimburgo SummHeinr 1:287,249

MWB 2 1283,41; Bearbeiter: Bohnert

heimburger stM. wie heimbürge 1: dyt ys gescheyt vur irsomen luden: Heynrige dem heymburgere van Husen yn dem hoyfe zo Husen, inde Clamanne dem heymburgere van Etterig UrkGerKöln 364 (a. 1336); quod [...] abbas et conventus, comes, milites et villani de communi consilio duos viros, qui vulgo dicuntur heimburger, eligant de communi, qui omnibus silvis [...] presint DRW 5,594f. (WertheimUB.; a. 1237); officium heimburgeri UrkStVerf 108 (a. 1190)

MWB 2 1284,4; Bearbeiter: Bohnert

heime Adv. auch hein ( Walth 31,30; WvRh 900, vgl. 2 5Mhd. Gr. § L 94). – adv. Dat. Sg. von heim stN. 1 ‘zu Hause, daheim, in der Heimat’
1.1 allg.
1.2 dâ/  hie ~
1.3 jmdn. ~ suochen : s.u. heime suochen
2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’ , bei Verben der Bewegung
   1 ‘zu Hause, daheim, in der Heimat’    1.1 allg.: die brûdere sulen alle sunnetage, dâ sî heime sint [...], capitel halden StatDtOrd 59,14; ich bin hein Walth 31,30; [Titurel] was nicht gar da [beim Gral] heime: bi got ist unser heim zer zeswen hende JTit 302,4; Iw 2853; Hochz 307. wol im ze hove, der heime rehte tuot Walth 103,12; beide heime vnde zo hofe Roth 4922; Herb 17887; heime unde uzen FvSonnenburg 54,10; Tauler 105,20. der heim ist erzougen / den dunkit alles daz gelogen / daz man von frömeden landen seit Martina 257,17; Tauler 10,25; ern hêt sich heime niht verlegen Wig 2888; KLD:Namenlos n III 3,6    1.2 dâ/  hie ~ : sa gaben si Moyse di sculde. / si sprachen algemeine, / si waren baz daheime, / da heten si mit follen / fleisk unde zivollen VMos 48,2; künc Artûs was da heime niht: / er was ûz an daz gejeit Wig 583; diu sêle muoz dâ heime sîn in irm innigesten [...] und niht ûzluogende Eckh 2:164,2; dâheim in tiutschen landen Ottok 54571; da heime vnde in ellende Herb 18447; dâ heime und anderswâ WernhSpr 14,4; die vinde sint da heime und wir gar vremde geste JTit 3155,1; Rothere saz dar heime Roth 5002; hêt er dâ heime sich verlegen Georg 1211; ich hân dâ heime ein êlîch wîp Tr 8189; Gen 2171; AHeinr 1349; HvFreibTr 2956. so ich wene, du sist hi heime, / so hast du dich hin uz verstoln Kirchenl 449,9; were ouch, daz der keinre, der zuͦ demselben rate korn ist, siech were, oder hie heime nicht enwere WüP 7l,3 (= UrkCorp (WMU) 2302,35 ); der dar niht gerne welle, der mac hie heime bestân NibB 1470,4; hir heime Roth 1546; Kchr 6938; Eracl 3169; KLD:BvH 4: 3,8    1.3 jmdn. ~ suochen: s.u. → heime suochen    2 durch analogische Vermischung mit heim Adv.: ‘nach Hause’, bei Verben der Bewegung: michel angest in nam [...], / wie in sîn bruoder inphienge sô er heime chôme Gen 1485; pei dem tier [Krokodil] verstêt man den wuochrær, der die armen kaufläut haime lädt zuo dem wehsel oder zuo anderm geding, und verslint si dann ze letzst alsô ganz BdN 233,18; daz wort hat ain ieglich mentsch enphangen [...] in sin ore und in sin hertze und treit es mit im haime PrGeorg 6,6; er fvrt si [Braut] heime EvAug 90,6. – s.a. → hinheime

MWB 2 1284,14; Bearbeiter: Bohnert

heime stF. ‘Wohnort, Haus, Heimat’ hât er indert liute, bürge unde lant? / oder hât er in der bürge wîb oder kint? / ich wæne, si getriutet selten in sîner heime sint Kudr 346,4; daz paradis vil nahen lit des kuniges heime JTit 6152,1 (oder zu heim stN.?). – auf die patria caelestis bezogen: er gischuf zi der selbin heimi [d.h. damit einst die (erlöste) Menschheit dieselbe Heimstatt einnehme] / Adam uzzir demo leimin SuTheol 67 (s.a. Freytag, SuTheol. z.St.); domicilium: heimo [Akk. Sg.] Gl 1:797,19 (vgl. AWB 4,845 s.v. heima). – bildl.: verschamtiu welt! dîn laster riuchet [...] / ûz dîner heime RvZw 253,2

MWB 2 1284,62; Bearbeiter: Bohnert

heime swM. ‘Heimchen, Grille, Zikade’ grillus: heimo SummHeinr 1:168,774; cicada: grille, heime Volucr (L) 31; diz was nicht [...] / ein kleiner heime, sunder groz Pass III 526,67; ein michel ruf, / der vollen witen erdoz / von deme heimen ebd. 526,80; ein höuschrick wânde ein lewe sîn; / dô sprach ein heim: ‘mich dunket, ich sî ein houwendez swîn’ RvZw 160,2; diu âmeize und der heime [...]: / nu hœrt ein bîspel von in beiden Renner 5562; vil lieber friunt her Heime ebd. 5604

MWB 2 1285,11; Bearbeiter: Bohnert

heimelich Adj. Adv. , heimelîche(n) Adv. auch heinlich, -lîche(n). 1 Adj.
1.1 ‘zum Haus gehörig, heimisch; vertraut, nahestehend; lieb, teuer’ , überw. von Personen
1.1.1 allg.
1.1.2 (jmds.) heimelîche holden/  man/  vriunde u.ä.
1.1.3 heimlîcher rât(gebe)
1.1.4 im Ggs. zu gast, vremde u.ä.
1.1.5 jmdm. ~ sîn/  werden
1.1.6 sich /jmdn. jmdm. ~ machen ‘sich mit jmdm. befreunden; jmdn. jmdm. zum Freund machen’
1.1.7 jmdn./etw. ~ haben : s.u. 2.1
1.1.8 substantivisch.
1.2 ‘freundlich gesinnt, gewogen’
1.3 von Tieren, ‘zahm’
1.4 fremden Augen/  Ohren entzogen, ‘geheim, verborgen; privat, intim’ , überw. von Sachen
1.4.1 allg.
1.4.2 in verhüllenden Ausdrücken
1.4.3 in der Verbindung heimelîchez in(ge)sigel ‘Geheim-, Sekretsiegel’ (lat. sigillum secretum , urspr. als persönliches Briefverschlusssiegel zur Sicherung des Briefgeheimnisses verwendet, kleiner als das Hauptsiegel, vgl. Bresslau, Urk. 1,577ff.)
2 Adv.
2.1 ‘auf vertraute Weise’
2.2 ‘auf freundliche Weise’ (vgl. 1.2 )
2.3 ‘auf nicht öffentliche, vor anderen verborgene, unbeobachtete Weise’
2.3.1 allg.
2.3.2 verhüllend (vgl. 1.4.2 )
2.3.3 formelhaft, heimlîche oder offenlîche u.ä.
2.3.4 jmd./etw. ist/  belîbet heimelîche ‘jmd. ist/  bleibt im engen Kreis der Vertrauten oder allein; etw. (Zimmer) ist abgeschieden, gesondert’
   1 Adj.    1.1 ‘zum Haus gehörig, heimisch; vertraut, nahestehend; lieb, teuer’, überw. von Personen    1.1.1 allg.: daz er in einem hûse was / gar heimlîch und gewonet wol Boner 34,3; er duhte sich so heimlich StrKD 87,48; Akers diu ist sühte rîch, / der tôt ist dâ sô heimelîch Freid 155,24; daz die sel erkant wirt in dem hymelrich und da heimlich wirt Eckh (J) 102,6. nû was ih dîn haimelîch kapelân Kchr 6212; ir heimlich kemerere GrRud F 23; er hat ouch mich genomen ze sinem ritter vnd zv heimlichem hofgesinde UrkCorp (WMU) 1710,36; den herren ist vil ofte liep / ir êren und ir sêle diep [d.i. der bœse râtgebe ] [...]. / daz man sich behüet, deist müelîch, / vor dem [diesem] diebe heimelîch WälGa 8040; ich vuor von lande über mer / mit einem heinlîchen her [mit den Rittern meines engsten Kreises] Tr 6396; (von einer Sache:) der stîc [des gerechten Menschen] ist schœne und behegelich und lustlich und heimlich [anheimelnd] Eckh 1:320,5. mit rede und mit gesihte / wâren si heinlîch under in Tr 12391; swâ mite heinlich suln sîn / zwô frowen UvZLanz 5394    1.1.2 (jmds.) heimelîche holden/  man/  vriunde u.ä.: undir allin sinen [Jesu] vriwendin sint sini heimelichen holdin s. Petrus unde s. Paulus Spec 85,15; zwene sine haimiliche man Rol 7240; er sagete ez sinen heimlichen / frivͦnden Albert 720; Kchr 7821. 16511; TrSilv 56. heimliche lute Athis D 129; mandatum heizzet inbot, daz me den heimlichen truten unde den sunterfriunten inbiutet PsWindb 118,4(Randgl.); gehucnisse der heimelicher vrûnde unde der gûttêtere des hûses StatDtOrd 119,7    1.1.3 heimlîcher rât(gebe): mit sînen fursten er dô sprah / und nam iren heimlîchen rât SAlex 1339; RvEBarl 1453; vnser vater wil och, daz vnser hemeliche rat sin rat si [d.h. auch von ihm konsultiert werden könne] UrkCorp (WMU) 1816,31; durch bete willen unsers lieben heimlichen rats, bruder Cunrats von Gundelfingen StRWerth 7; nach dem rate vnser heinlichen ratgeben UrkCorp (WMU) 309,26    1.1.4 im Ggs. zu gast, vremde u.ä.: er wære arm oder rîch, / gast oder heimlîch Greg 1916; daz der fremde man / [...] dir ist sô heimlich LBarl 7985; ze fremde noch ze heimlîch ZwBüchl 77; den vîent macht sî [Keuschheit] heimelîch [ de hoste domesticum [...] facit ] NvJer 2792; substantivisch: die geste / unt die heinlîchen Parz 345,9; sus jach der heimliche und der gast Rennew 32172; Wh 155,14; UvTürhTr 2490. – Oxymora: ir vremde was heinlîch genuoc Parz 738,10; der bî der juncfrouwen saz, / heimlich und ouch fremde Craun 1175; ~ er gast: Parz 759,11; Tr 3461; MarlbRh 101,9    1.1.5 jmdm. ~ sîn/  werden: daz si im alsô heimlich wart / daz er si sîn gemahel hiez AHeinr 340; ir vrouwen [...] was sî heimlîch genuoc Iw 1789; si wâren aber heinlîch als ê / ir beider hêrren Marke Tr 16408. 14250; daz er heimelicher were / Cristo, denne der andere was Pass I/II (HSW) 24380; der roc der was ir heinlîch, / er tet sich nâhen zuo der lîch Tr 10909; got, sêle, engel unde wint; / swie heimlich sie den liuten sint, / son seit mir niemen âne wân, / wie s’alliu vieriu sîn getân Freid 134,8; beidiu ir herze und ir muot / wârn einander heimlîch Wig 1855; mir muͦz vræude wesen wilde / und heimlich wesen die leide Rennew 23969; Konr 3 O,6; RvEBarl 1037. 1457; HvFreibTr 3023    1.1.6 sich/jmdn. jmdm. ~ machen ‘sich mit jmdm. befreunden; jmdn. jmdm. zum Freund machen’ ez kan ellendem gaste / sîn trûren ringen vaste, / daz man sich heimlich machet im KvWTroj 8061. 8056; so sule wir [...] vns in [...] heimeliche machin mit vnserm dineste PrLpz (L) 113,37; Ottok 13708. das [Sich-Bekreuzigen] machet fro%>mediu liute dem heiligen Crist heimilich Konr 11,17    1.1.7 jmdn./etw. ~ haben: s.u. 2.1    1.1.8 substantivisch. – ‘Vertrauter’ daz wir dem edlen manne Berchtolden grafe ze Graissbach [...], unserm lieben heimlichen und huptman in obern Beyrn, volle gewalt gegeben haben [...], ze tedingen mit allen steten UrkAugsb 1,276 (a. 1331); UrkAugsbBt 2,10.11 (a. 1331); UrkUlm 2,104 (a. 1331); MGHConst 8:338,27 (a. 1347). – ‘Familiare’ des Dt. Ordens: umbe daz heil aller der brûder unde der heimelichen [ familiaribus ] unde der gûttêtere unde alle des hûses vrûnde StatDtOrd 37,15. 37,23; etteweme heimelichen des hûses ebd. 105,11    1.2 ‘freundlich gesinnt, gewogen’ Rômære besanten sih dô / nâh den aller tiursten hêrren / die in haimlîch wâren Kchr 7439; den vianden was er gremelich, / den armen was er heimelich Rol 698; du solt dien [denen] holt und heimlich sin, die dich gebessron mugent Seuse 415,5; RvEAlex 1718. – hierher?, iron.: umb ir [der beim Hoftag versammelten Fürsten] milte frâget [Imp.] varndez volk, daz kan wol spehen. / die seiten mir, ir malhen schieden dannen lære. / unser heimlichen fürsten sind sô hovebære, / daz Liupolt eine müeste geben, wan daz er ein gast dâ wære Walth 84,20 (Lachmann konjizierte heimschen)    1.3 von Tieren, ‘zahm’ der fuhs [...] lâget [...] haimleichem gefügel, sam hüenren und gensen BdN 163,27; ain wilder falk wirt [...] haimlich ebd. 188,33; haimleich und sänftig ebd. 134,15. 135,1; KvHelmsd 4532    1.4 fremden Augen/  Ohren entzogen, ‘geheim, verborgen; privat, intim’, überw. von Sachen    1.4.1 allg.: hin vuorte er si anderstunt / in sîn heimlich gemach, / dâ ez ir herre niene sach AHeinr 1181; RvEBarl 13916; im wart [...] / ein heimlich kemenâte / ze sîner sunder gereit Iw 5606; dar nâch er den wirt gevie / bî der hant unde gie / an eine heimlîche stat [einen Ort, wo er mit ihm allein war] Wig 9643; BdN 302,22; si wîst in heinlîche wege [zu den Privatgemächern] Parz 100,2; Isôt, mîn swester, sitze du / von uns ein wêninc hin dan! / mit mînem vater ich hân / zu reden heimelîche dinc HvFreibTr 391; ~ iu sprâche: Kudr 244,4; Ottok 81800 u.ö.; ~ ez rûnen: StatTrient 116; BdN 279,31; ~ ez gebet: PrBerthKl 8,63; HeslApk 6013; TristMönch 1708; heinlîch blicken [...] wart dâ von den megden klâren KLD:BvH 11: 4,1; eines ist offen diepheit, eins ist heinlichvͥ diepheit SchwSp 104b; ~ er tôtslac: JusPrut 9,19; ~ er haz: Ottok 32325; daz du [...] dines lidens vergessest, und solt du es heimlich han [verheimlichen] Seuse 443,5; (von Personen:) des widhopfen herz ist den zaubrærn gar nütz und den haimleichen übeltætigern BdN 228,25. mit heimlîchen sachen ‘heimlich, im Geheimen’ do hies der tegen [...] / mit heimlichen sachen / ein spitzig swert im machen RvEWchr 17686; Frauentrost 246; LS 40 39. – substantivisch: der himelische vater, der daz heimeliche siht [vgl. qui videt in abscondito Mt 6,4] PrLpz 20,29; du [...] solt [...] uf gon [...] in das heimliche, in das sancta sanctorum, und tuͦn do din opher Tauler 358,6    1.4.2 in verhüllenden Ausdrücken: [ein Heilkraut] benimt [...] der frawen haimleichen fluz BdN 412,14; das si den gast vure in dy camere und si ym czu allim syme heymelichin willin gehorsam MarcoPolo 14,12. heimelîchiu dinc, heimelîche sachen ‘Beischlaf, sexuelle Handlungen’ heimlîcher dinge von in dâ niht geschach NibB 667,3; die [...] meide, die dem tiuvele liep sint, [...] tuont [...] als unreiniu dinc und als heimelîchiu dinc, daz ich sîn niht gesagen tar PrBerth 2:188,17; Brun 6271; diu weib [...] sint [...] unschämik in haimleichen sachen BdN 52,19. heimelîchiu stat ‘männliche/  weibliche Scham’ [ein Tier] hett in geschlagen, / das er niemand wolte sagen, / an ain haymlich statt HvNstAp 8323; an mîme lîp ein dinc ich hân, / daz ist ein heinlîchiu stat, / dâ hin gie nie mannes phat UvTürhTr 415; di swerteln wurzel gestosen mit honege vertribet den wiben secundas, daz heiset zu dute di ander geburt [Nachgeburt] , ob si dar an versumet sin, unde sich mite bestrichen an der heimelichen stat innen unde uͦssen Macer 32,12. 63,4 u.ö.; [ihr sollt] iuch selbe villen und slahen an heimlîchen steten PrBerth 2:27,12. heimelîchez gemach, heimelîchiu kamere ‘Abort’ vnd sol man och diekein heimlich gimache machen von den turnen, die in die phalze [...] sehe UrkCorp (WMU) 680,3; UrkWSchott 152 (a. 1316); von deme swîgene zu haldene in den heimelichen cameren StatDtOrd 71,24; UrkCorp (WMU) 541AB,39,40    1.4.3 in der Verbindung heimelîchez in(ge)sigel ‘Geheim-, Sekretsiegel’ (lat. sigillum secretum, urspr. als persönliches Briefverschlusssiegel zur Sicherung des Briefgeheimnisses verwendet, kleiner als das Hauptsiegel, vgl. Bresslau, Urk. 1,577ff.): der kunic sin vingerlin do nam, / dar umme was mit buchstaben / sin heimelich ingesigel irgraben Hester 616; versigelt mit vnsem heymelichen jnsigele, wene wir daz groze jnsigel vorlorn haben UrkWürzb 39,66 (a. 1316); mit vnserm heinlichen hangenden jnsigel ebd. 40,84 (a. 1336); vnser stat heimlich jnsigel UrkHohenb 272 (a. 1330); UrkCorp (WMU) 3043,34; UrkMühlh 401 (a. 1331)    2 Adv.    2.1 ‘auf vertraute Weise’ nû sî gewarnet [...] / ein iegelîche man / daz er swester und niftel sî / niht ze heimlîche bî Greg 418. – in der Verbindung jmdn. heimlîche haben ‘ vertrauten, freundschaftlichen Umgang mit jmdm. pflegen’ (die Formen heimelich, -lîcher können auch als präd. Adj. aufgefasst werden): dô wânt ich daz ich haimlîche unde lieplîche got haben mahte TrudHL 38,15; war vmb er in [Jesus den Johannes] haimlicher gehabt hete den ander sin ivnger Konr 3 W1,146; her ûz der burge man bôt / ie der man in die stat, / swaz er dâ heimlich hât [jedem, den er dort kannte] , / der herzog wære verdorben Ottok 68344    2.2 ‘auf freundliche Weise’ (vgl. 1.2): er was [...] / den armen heimelîche guot RvEAlex 20477. – hierher? er [der angeblich taufwillige Marsilie] chuͦmet dir [Karl] haimlichen, / unde lebet imer mere / also du gebiutest herre Rol 2830 (vgl. Kartschoke, Rol. z.St. mit anderen Auffassungen)    2.3 ‘auf nicht öffentliche, vor anderen verborgene, unbeobachtete Weise’    2.3.1 allg.: verbirc heinlîche dich / hinder daz gestüele RvEBarl 7117; [die Priesterbrüder] ensulen [...] ir bûze dekeine zît under den brûderen tûn, sunder heimelîche [ privatim ] StatDtOrd 89,8; dô gîngen di jungern zuͦ Jhêsû heimelîchen [ secreto ] EvBeh Mt 17,18; daz dv ez dem briester hæimlichen sagest in sin ore PrBerthKl 8,57; daz ergie / sô heinlich [...], / daz ez nieman wart gewar KvWTroj 46944; heimlichen unde stille ebd. 5905. 16494; beslafet eins burgers sun heinlich eins burgers dohtir, vnd wirdet daz offen dar nah UrkCorp (WMU) 248AB44,34; sît uns der tôt slîchet nâch / heimlich als ein diep Ottok 18941; er gienc heimelich an ein stat / und wolde sich erhengen Pass I/II (HSW) 22802. 13430; NibB 726,3; Tr 12079; RvEBarl 14616. 14685; Ottok 62449    2.3.2 verhüllend (vgl. 1.4.2): [ein Präparat] vuͦrdert di wibesuche unde vertribet di toten geburt, [...] ob man [...] sich da nidene heimelich innen unde uzen bestrichet mit Macer 71,5    2.3.3 formelhaft, heimlîche oder offenlîche u.ä.: daz ich wider den selben meinen herren nimmer niht getrachte oder getvn, hainleich oder offenleich, daz im schad mag gesein UrkCorp (WMU) 1015,41; StRAugsb 14,10; WüP 85,5; offenliche oder heimeliche UrkCorp (WMU) 2130,7; beder hainleich noch offenlich ebd. 2872,2; heimiliche edir uffinbari Mühlh 173,7. 175,6    2.3.4 jmd./etw. ist/  belîbet heimelîche ‘jmd. ist/  bleibt im engen Kreis der Vertrauten oder allein; etw. (Zimmer) ist abgeschieden, gesondert’ der kvnic [...] bleip da heimlich. / sie fvren alle dannen swinde, / do bleip sin ingesinde ReinFu K,2000; Kchr 6128; vüegest dû die state mir / dâ ich mac heimlîche sîn RvEAlex 773; eine kemenâte / diu im genuoc heimlîche was ebd. 791. – in der subst. Verbindung ~ wesen ‘Kammer, Zimmer’ (vgl. → heimwësen ): sô wil ich gerne vüegen dir / ein heimlich wesn RvEAlex 787; gank in dyn heymelich wesen [ intra in cubiculum tuum Mt 6,6] EvBerl 19,27

MWB 2 1285,21; Bearbeiter: Bohnert

heimelîchære stM. auch heinlîchære. ‘Vertrauter, vertrauter Ratgeber, Bevollmächtigter’ (entspr. lat. familiaris, secretarius): Tristan hiez ûz dem hove lesen / des küneges heinlîchære, / zweinzec ritter gewære / und zuo der nôt die besten Tr 8585; Renner 24256; heimlichêre und râtgebe JvFrst 4399; der vürsprech und der heimlicher Boner 9,40; so sollen wir etewen vnsern heimlicher zuͦ in senden, der in vuͤrlege vnsern willen UrkCorp (WMU) 2785AB,27; den erbern luten [...], unsirn hemelicheren UrkErf 2,270 (a. 1349). 2,258 (a. 1349); unser getriuwer/  lieber/  sunder ~ UrkHohenz 2,433 (a. 1328). 2,412 (a. 1328); UrkMühlh 407 (a. 1332); UrkArnst 74 (a. 1335); valsche heimlicher, / di man heizet czubleser TvKulm 3849. [Joseph zu Maria:] und dô du tragende waere / got und in gebaere, / dô wonte ich dir alles mite / dîn heinlîcher [ secretarius ] hernâch mit dienstes site WvRh 15857; [Joseph ist für Maria] ir reinen lîbes kiuschecheit [...] / ein heinlich heinlîchaere ebd. 3188. 1874; mîns inren menschen heinlîcher / du [Gott] bist ebd. 2519

MWB 2 1289,5; Bearbeiter: Bohnert

heimelîchærinne stF. ‘Vertraute, vertraute Beraterin’ secretaria: heimelicherinne BWB (Sch) 1,96 (Clm. 16029; 14. Jh.)

MWB 2 1289,27; Bearbeiter: Bohnert

heimelîche stF. auch heinlîche. – vereinzelt sw. flekt. ( DvAStaff 180 ). 1 ‘Heimat, Wohnsitz, Aufenthalt’
2 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’
2.1 allg.
2.2 ‘Vertrauensverhältnis, Stellung eines Vertrauten’
2.3 verhüllend, ‘Beischlaf’
2.4 übertr.
2.4.1 der Fremde ausschließende enge Kreis der Vertrauten;
2.4.2 ‘Vertrauter, Freund’ , sprichw.
3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes
3.1 ‘ Geheimnis; private/  interne Angelegenheit’
3.2 ‘Ort, wo man nicht beobachtet werden kann; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben), Klosterzelle’
3.3 verhüllend, ‘Genitalien’
3.4 überhaupt etw. Verborgenes bezeichnend
4 ‘Geheimhaltung, geheimes Tun’
   1 ‘Heimat, Wohnsitz, Aufenthalt’ ia vert mannegelich / in sine heimliche Rol 557; ein künec [...] ist ûf Muntabûre, dâ hât er heimlîch OrtnAW 123,3; zeinem walde [...], / dâ nieman heinlîche habe Tr 12731; [der junge Jesus] wart der kint sich tuͦn abe / und altersaine dike gan, / sine haimlichi han / ze walde und uf gevilde / bi mænigem tiere wilde WernhMl 5318; Hester 858    2 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’    2.1 allg.: si truogen in [...] / ir dienest und ir heinlîch an Tr 15079; getriuwer heinlîche sol ich dir wesen umbereit NibB 842,4; in geschach diu geswîche / von grôzer heimlîche Greg 412; ir heimelîch in sêr bedrôz KvFuss 1382; wîplîchiu ~ StatDtOrd 52,6; heimeliche des wibesnamen Pass III 287,9; diz ist von der heinliche godes SalHaus 48,18; so si und er [die Seele und Gott] mit rehter haimlichi ain ding mit enander werdent PrGeorg 15,20; (auf eine Sache bezogen:) swer heimlîche wil zuo dem vüre hân, / das er im ze nâhe gât, / vil lîht er eine hiz empfât Ammenh 18580; Wig 7572; Kudr 1602,2; RvEBarl 7058. 11564; UrkCorp (WMU) 466,32. wen si denne mit der welte kinden ze vil hainlichi und ze vil geselleschaft hên PrSchw 2,32; durh die liebi vnd durh die hainlichie, die wir haben zvͦ dem closter Zviwltvͦn UrkCorp (WMU) 993,6; demuͦtichait vnde gnade hant rehte aine kumpanie vnde ain hainlichi zainandiren PrGeorg (Sch) 20,146. 19,114 (= HlReg 51,5 ). 25,362. – sprichw.: unreht heimelîche / tuot nieman êren rîche Freid 93,14; ze swacher heimlîch wirt man siech Winsbeckin 16,6; grosse haimlich der leut gepirt verschmähd der erenn HvHürnh 11,2    2.2 ‘Vertrauensverhältnis, Stellung eines Vertrauten’ daz er si [...] / in sîner haimelîche wolte hân Kchr 6538; die poten, die ir nemet gar / in ewr haymliche Dietr 947. – Familiareninstitut (Stand der Familiaren) des Dt. Ordens: daz man wertliche lûte mit ir ê oder ledich wesende zu der heimliche disses ordens entphâhe StatDtOrd 52,25. 52,21    2.3 verhüllend, ‘Beischlaf’ heimlîche von in dâ niht geschach NibA 615,3; er pflac ir minneclîchen [...]. / von sîner heimlîche si wart ein lützel bleich NibB 681,3; ob er keineslachte heimliche het ze wiben VitasPatr 250,23; Kudr 1666,3; Rennew 31995    2.4 übertr.    2.4.1 der Fremde ausschließende enge Kreis der Vertrauten; in der Verbindung in (der/  einer) ~ ‘in vertrautem/  privatem Kreis’ Rüedegêr / gesprach in heimlîche die küneginne hêr NibB 1255,2 (s.a. Heinzle, Nib. z.St.). 132,4; [meinen Nächsten] sol ich minnechlich leren in der gemainde vnd minneklich berespen [tadeln] in der hainlichi PrHvKonst 31; eins males in einer heinlichi, do sú von got vil haten gekoset, do bat in der geselle [...] Seuse 143,20; sid irs denne gesehen hant, / sô mag ich vor uͤch niht verdagen, / ich wil uͤchs in einer heimliche [im Vertrauen] sagen Ammenh 17412    2.4.2 ‘Vertrauter, Freund’, sprichw.: zu heimeliche wirt vriundes vriunt [d.h. der Freund des Freundes wird mein Freund (FrlWB)] Frl 7:17,5    3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes    3.1 ‘ Geheimnis; private/  interne Angelegenheit’ dazs [damit sie] unser heinlîche / getriuwelîche [...] tragen / und nieman niht hier umbe sagen Tr 7440. 10108; ob ein brûder [...] des capitels heimliche oder rât mit bedâhtem mûte meldet StatDtOrd 83,28; dâ mit ich ir heinlîch alle ervar KLD:UvL 54:4,7; mîn schrîber bî mir niht enwas, / der mir [...] mîn heimlîch ofte schreip UvLFrd 60,3; ist daz ein man ze dem andern gât unde bitet in daz er sîn wort spreche vor gerihtes unde saget im alle sîne heimlîche über die sache SpdtL 152,27; von dem propheten / Ezechiel [...], / dem got sin haimliche tât kunt KvHelmsd 165; RvEWchr 32078; EnikWchr 20786; WvRh 11723    3.2 ‘Ort, wo man nicht beobachtet werden kann; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben), Klosterzelle’ [deine Arme und Hände] sint sô sleht und sô wîz: / dû hâst ir anderen vlîz [pflegst sie anders (besser)] / an dîner heimelîche / dan dû hie tuost gelîche Greg 2933; waz sie an der heimelîche tuont, daz weiz nieman PrBerth 2:218,36. 1:325,17. 2:219,8; ieriu kind sint in als liep [...]. und swenne si soͤlten vaston, so gebent si in in den winchiln und hainlichen ze essende PrSchw 1,70. hie mite giengen die vrouwen dan / in ir heinlîche sunder Tr 10591. 10411; mîn schrîber quam, / den ich in eine heinlîch nam: / ez muoste vil verholne sîn UvLFrd 60,18; ein einsidel [...] lag steteklicher in siner zelle denne ander brvͦder. der vastete, vnd lag in siner heimliche so stetekliche, das er [...] VitasPatr 319,1; Er 1533. 5106; UvLFrd 51,18. 57,21. 350,19; Märt 16835    3.3 verhüllend, ‘Genitalien’ alle die im [Gott] dienent mit gebete und mit almuosen, mit vasten, mit villat an der heimelîchen PrBerth 2:106,5 (vgl. ebd. 2:27,12, zit. unter → heimelich 1.4.2)    3.4 überhaupt etw. Verborgenes bezeichnend: dv solt got [...] fúrchten, der aller vinsternisse heimliche [ abscondita I Cor 4,5] offent VitasPatr 323,19    4 ‘Geheimhaltung, geheimes Tun’ heimlîche ist ein betelmûs, / heimlîche unêrt wirt und hûs, / [...]; / bœsiu heimlîche tuot unbildes vil, / des ich hie nimmer schrîben wil; / got gebe, daz bîhtens heimlîche / sî rein bî allen priestern gelîche Renner 20805-13. 749. in (der) ~ ‘im Geheimen, insgeheim’ offenunge ewiger dingen [...] wirt nu̍t enphangen nvwant in heimlichi [ in occulto ] RvBib 130,13; er trug in [den auf seine Brust geschriebenen Namen Jesu] in der heinlichi, daz in nie kein mensch gesah Seuse 16,29

MWB 2 1289,30; Bearbeiter: Bohnert

heimelîcheit stF. auch heim(e)-, heinlicheit, -lichkeit, -likeit. 1 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’
1.1 allg.
1.2 ‘freundschaftliche Übereinkunft, Bündnis’
1.3 ‘Verlobung, Vermählung; Ehe’
1.4 verhüllend, ‘Beischlaf’
1.5 übertr., der Fremde ausschließende enge ‘Kreis der Vertrauten’
2 ‘Gefälligkeit, Freundschaftserweis’
3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes
3.1 ‘Geheimnis’
3.2 ‘verborgener Ort; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben)’
3.3 ‘Abort’
3.4 verhüllend
3.4.1 ‘Menstruation’
3.4.2 ‘Genitalien’
3.5 auf das geheimnisvolle, verborgene Wesen Gottes bezogen
   1 ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’    1.1 allg.: daz er ime was so holt / mit geuogen vnde mit heimelicheit Herb 17036; di minne twinget got daz her dicke zu unz muz kumen. di zukunft machet daz got unt der mensche einander heimelich werdent. di heimelichkeit machet den menshen zuversicht daz her gote getruwet HlReg 6,24; haimlichait gepirt freuntschaft HvHürnh 6,14; Secret 584; snoder lute heimlichkeit / versmehnis brenget unde leit ebd. 705; diu [ juncvrouwe ] bat in mit ir ze gân / in eine kemenâten, / die si tougenlîche hâten / zuo ir heimlîcheit [für ihre vertrauliche Zusammenkunft] erwelt Craun 1099; eines tinges heinlikeit haben [in einer Versammlung persönlich miteinander verkehren] SalHaus 48,24; HeslApk 13767; PrBerth 1:403,18; Boner 13,41. – auf die myst. Gemeinschaft des Menschen mit Gott bezogen: ist es aber ieman toͤtlichem [sterblichen] menschen vf erde gegeben, das er got mohte sehen, alse er ist, das mvͤste sin von besvnderre heinlicheite hantfeste [wäre Bestätigung einer besonderen Vertrautheit] DvAStaff 498; barmherziger got und getruwer vatter, [...] mag ich nu din minne, dine liebe, din truwe, dine zarte suͤsse heimlicheit erwerben? Seuse 491,11; alle die menschen die do wellent in gan [...] in die verborgenheit der heimlicheit gotz Tauler 204,29; Mechth 2: 19,32. 3: 1,151    1.2 ‘freundschaftliche Übereinkunft, Bündnis’ daz wir bit deme edelen manne [...] eine heimelichkeit [...] vbertragen han UrkCorp (WMU) 1000,17; dat tuschen uns inde unsen lieven buͦrgeren van Kolne vruͦntlige verbuntnisse gantzer hiemeligeit [...] bliven unverbruͤchlig RegErzbKöln 3(1),301 (a. 1302); DRW 5,628 (DortmUB.; a. 1336)    1.3 ‘Verlobung, Vermählung; Ehe’ eine heimlîcheit und ê zwischen den kinden machen Lexer 1,1218 (Arn.; a. 1328, vgl. Jahresbericht des Oberhess. Vereins für Localgesch. 2 [1881], S. 42 und 44); swester an der menscheit, / gemahel an der heimlicheit / ist diu sêl und Jesus LvRegSyon 3746. 1526    1.4 verhüllend, ‘Beischlaf’ vnser herre Jesus Christus, der ane mannes heinlichkeit wart geboren SalHaus 31,20; daz si [Schwangere] der manne geselschaft hazzent oder ir haimlichait fliehent BdN 39,3; eteslîchem herzen lie diu minne kûm die bîte / ze sînes liebes heimlîchkeit Loheng 3108    1.5 übertr., der Fremde ausschließende enge ‘Kreis der Vertrauten’ daz wir den edelen man [...] han genuͤmen an unser gnade unde haben in gezogen zuͤ unserme raite unde zuͤ unser hemelicheit MGHConst 5:259,20 (a. 1315). in ~ ‘in vertrautem / privatem Kreis’ he sachte uns [...] / in grozer heimelicheide [ganz im Vertrauen] , / wie he hedde [...] / gewalt mit eren [der Königin] live, / als ein man mit sime wive MorantGalie 651    2 ‘Gefälligkeit, Freundschaftserweis’ [ wir ] soltent nieman minnen durch sinú loͤsen wort noch durch sin jugent noch durch sin schonhait noch durch sin klainet, dú er us git, noch durch ander hainlichkait PrGeorg 17,6. 18,13; hey dicke gewan / van vrauwen sulche heymelicheit KarlGalie 11060; aller leye hemelcheit / sal en van mir syn bereit ebd. 2683. – geistlich, ‘Gnade’ waz mir gudes da [beim Anblick der Eucharistie] geschach, / waz gotlicher heimelicheit / were an droste mir bereit, / waz himelischer gnade / mich begozzen hade, / daz ist nit wol zu sagene Elis 5185    3 der Kenntnis, den Blicken Fremder Entzogenes    3.1 ‘Geheimnis’ daz er sîne heimlicheit / vil nâch nieman wizzen lie LvRegFr 3443; Ottok 54819; he wiste [...] / Karles rat inde heimelicheit [Karls tiefste und geheimste Gedanken] MorantGalie 121; gelobe mir uf dinen eit / zcu helin di heimelichkeit PfzdHech 193,9; toub liut und kint und trunken man / mügent kein heimlicheit behân Boner 97,90; [beim Jüngsten Gericht] wirt di heimelichkeit [...] / unsirs herzen gar offenbar Brun 11056; MarlbRh 70,23; Häslein 407; MorantGalie 2099. daz si [Erzengel] den luten her uf ertriche gotez heimlikeit sagent und kundigent HlReg 89,25; ich wolde [...] irgrunden gotes heimelichkeit Brun 8261; uch ist gegebin zu irkennine di hemlichkeit godis richis [ mysterium regni Dei Lc 8,10] Parad 42,12; EvAug 28,23. 84,4. ain vorscher, der die haimlichait der nâtûr ervorschen wolt BdN 195,34; der stern haimleichait KvMSph 18,10. in apocalipsia, / in dem buͦch der heimlicheit HvNstGZ 5662; EvBeh 179; Tauler 392,15    3.2 ‘verborgener Ort; abgesonderter, privater Raum (zu dem nur die Vertrauten Zugang haben)’ [Gott] wolte ir [Seele] offenbâren die verborgene heimlicheit sîner verborgenen gotheit, dâ er rouwet mit im selber mit allen crêatûren Eckh 1:388,13; so daz gemvͤte [...] gezucket wirt in die heinlikeit gottes [ illud divinum secretarium ] RvBib 116,26; das es din vatter in der heimlicheit [vgl. in abscondito Mt 6,4] wisse und dirs lone Tauler 186,24. er ladete sie in sine heimlicheit Albert 654; an ire heimelîcheit sie gîng Eilh (L) 6376; als du bettest, so solt du in gan in din kemerlin und din túrlin úber dich zuͦ besliessen und in diner heimlicheit dinen vatter an sprechen Tauler 186,26. – bildl.: o sele min, gang ein willi in dich, in die heimlikeit dines hertzen Seuse 538,3; auf die Gebärmutter bezogen: in der naturen [der sinnlichen Natur, Materie] heimlichkeit / da vindet der geist ummecleit HeslApk 18013    3.3 ‘Abort’ eine grube, di da heizet ein heimelichkeit StRFreiberg 31,17; eine ~ bûwen: StRGörlitz 478; nymant sal haben ayzcuchte [= eizuhte ] , die da vegen heymelikeyt [ clowacas ] an die straze StRMühlh 131; allis daz czu dem munde in get, daz kumt in den buch unde vort in dy heymelichkeit [ in secessum Mt 15,17] EvBerl 32,19    3.4 verhüllend    3.4.1 ‘Menstruation’ der kriechen [Schlehen] wazzer pringt den frawen ir haimlichait, diu menstruum haizt BdN 342,14; der frawen haimlichait ebd. 382,30; ir gewonleich haimleichait ebd. 417,25. 385,7 u.ö.    3.4.2 ‘Genitalien’ [eine Salbe] hilfet [...] dem man, ob her geswollen ist an siner heimlicheit Macer 20,12    3.5 auf das geheimnisvolle, verborgene Wesen Gottes bezogen: alsus teit sente Paulus, du her in den dritten himmil gezuckit wart und sach di heimelichkeit godis Parad 13,2

MWB 2 1291,15; Bearbeiter: Bohnert

heimelîchen swV. auch heinlîchen. 1 tr.
1.1 ‘jmdn./etw. mit sich bekannt, vertraut (und daher: freundlich gesinnt) machen’
1.2 ‘etw. mit einer Sache innig verbinden’ , übertr.
2 refl., sich ( zuo ) jmdm. ~ ‘sich zu jmds. Vertrautem, Freund machen; vertraulichen, freundschaftlichen Umgang mit jmdm. haben’
   1 tr.    1.1 ‘jmdn./etw. mit sich bekannt, vertraut (und daher: freundlich gesinnt) machen’ wir [Kaufleute] müezen dicke vremediu lant / heinlîchen unde bûwen [bereisen] Tr 9529; mich wil der heimlichen, / der nach dir [Gott] ist gebildet / und als ein tier vorwildet [nach dem Sündenfall] HeslNic 350. – wohl hierher, mit Ersparung des Obj.: di minne kan wilden, fremden und heimlichen JTit 737,1    1.2 ‘etw. mit einer Sache innig verbinden’, übertr.: die saͤlgen lúte, die [...] ir leben hainlichent mit siner [Gottes] gnade PrGeorg 73,11    2 refl., sich (zuo) jmdm. ~ ‘sich zu jmds. Vertrautem, Freund machen; vertraulichen, freundschaftlichen Umgang mit jmdm. haben’ er gehaimlîchte sih dem kunige [schmeichelte sich ein] Kchr 4041; [Gott] wolde sie [Maria] erwelen, daz er von ir geheimelichete sich den sunderen PrLpz 347,18; daz sich der mentsch gott haimlichet PrGeorg 8,25; PrWack 41,41. dem neven wart er heinlich, / zuo dem heinlîchet er sich RvEBarl 6424; wer sint dise schonen minnenclichen vrowen di wider unser gewonheite zu unseren muͦnichen sich heimelichent? HlReg 56,20; daz sich got zuͦ ir [Maria] also hainlichet PrGeorg 330,7; ParzRapp 96,13; Lanc 246,7. – Konstr. mit Dat.d.P. und zuo nebeneinander: der hât sich wol genâhent und geheimlîchet s. Marîen und zirm heiligen sun PrStPaul 28,24. – mit dar: swer [...] offenbâre / dem vînde sîne vâre / ze schaden breitet unde leit, / dazn zel ich niht ze valscheit [...]. / swenner sich heinlîche dar [sich zu dessen Freund macht, Freundschaft heuchelt] , / sô neme der man sîn selbes war Tr 15071; wan der geist ist hie ellende, aber in dem himel sint alle sîne mâge und allez sîn geslehte. dâ ist er vil wol gevriunt, ob er sich dar gerihtet und geheimlîchet Eckh 4:490,150. – mit Ersparung des Obj.: diu [ katze ] kan sich gar wol ouch zuolieben unde heimlîchen PrBerth 1:402,24

MWB 2 1293,13; Bearbeiter: Bohnert

heimelîn stN. ‘Grille, Heimchen’ cicada: haimilin Gl 3:673,17 (BStK 287)

MWB 2 1293,52; Bearbeiter: Bohnert

heimelischheit stF. ‘Heimat’ (vgl. heimelîche stF. 1) oder ‘vertrauter, freundschaftlicher Umgang’ got wolle si [Seele] nimer losen [= lâzen ] / zu seiner himelischait [La. haimlischait ] MvHeilGr 1109

MWB 2 1293,54; Bearbeiter: Bohnert