Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
  Ansicht: Standard Gliederung    |     Zusatzinformationen   Links      |     Portion: Artikel pro Seite

hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   heider - heilen    


heider stM. wie heitere stF. ‘Klarheit’, vom Himmel: swie vil ich an den sternen las, / swen so die klamenye in vollem heider was Wartb Rs 47,2

MWB 2 1257,16; Bearbeiter: Tao

heidisch Adj. wie heidenisch ‘heidnisch’ der edil wise wigant / mit disim selbin risin schiet / zwischin der heideschen diet / und Davide bi der zit / urlúge und krieglichin strit RvEWchr 30814; der heidische kúng OberrhChr 65,16

MWB 2 1257,19; Bearbeiter: Tao

heidischlich Adj. ‘heidnisch’ do wolt der haideschiliche man / den frid und suͦn nit staͤt han KvHelmsd 1745

MWB 2 1257,24; Bearbeiter: Tao

heie swF. ‘Keule, Kolben’ sus er den jungen an lief / mit siner grozzen hayen WhvÖst 12019. 12093. 12096. 12149 (vgl. slegel 11931 und die anschließende nähere Beschreibung dieser Schlagwaffe).

MWB 2 1257,27; Bearbeiter: Tao

heie swM. ‘Hüter’ du wær der tugende heye / sleht alle zit Rab 911,1; der tugende haige Dietr 361

MWB 2 1257,31; Bearbeiter: Tao

1heien swV. wohl eine Nebenform von hegen (vgl. EWA 4,893); auch heigen, Part. Prät. auch st. geheien. 1 intr. ‘wachsen, gedeihen’
2 tr. ‘etw. pflanzen, ziehen; etw. hegen, pflegen, schützen’
2.1 eigentl.
2.2 übertr., je nach Kontext mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen
   1 intr. ‘wachsen, gedeihen’ vor dem walde sint rosen vil gehæyen Neidh (S) 1,362 R53:2,2 (vgl. Var. sit duͥ oͧwe von rosen ist geheien [mit Rosen bewachsen] ebd. 1,362 C102:3,2 ). – übertr.: swa die liute zweien [sich entzweien] , / da muz verlust und ouch gewin zwischen in da heien Frl 5:62,11    2 tr. ‘etw. pflanzen, ziehen; etw. hegen, pflegen, schützen’    2.1 eigentl.: – bez. auf Blumen, Bäume, Weingarten usw.: die [Rosen] het sî geheien, / daz ich nie bekante mê / rôsen alsô kluoc Neidh (HW) 28,9; dâr inne [in dem Garten] stênt vil bluomen klâr, / [...] die mîn herre geheien [‘gepflanzt’ oder ‘eingefriedigt’] hât PleierGar 3241; die bluͦme er ir heyen sal Krone 23686; PleierGar 3859; dô nâmen sîn ouch die wîsen war, / pfaffen unde leijen, / wer daz boumelîn hete geheijen UnserFrauenR 164; hêrre, jenen stam / den heiet der mir freude nam: / bringet ir mir drab ein rîs Parz 601,26; der wîngart wart geheien / mit sô starker klârheit, / der ebenmâz nie wart geleit Georg 2750; mynen anger, / den ich han geheit vor manegem man LaurinA (L) 247; daz er uns allew unsrew gut und höltzer [...] hegen und hayen sol UrkLudw 199 (a. 1342); UrkCorp (WMU) 3304AB,4. – bez. auf ein Gewässer: dar uber hat der voit gewalt, daz er heie [einhege, dem Gemeingebrauch entziehe] daz wazzer ze Oringowe obertalp hern Vlriches mulen [...] vnd nidertalp des Custers mulen, wan zwischen disen zwein mulen ist diu vischweide fri vnd gemeine der stete vberal UrkCorp (WMU) 29,12. – bez. auf Vögel: er solt in [den Vogel] den winter mit geræte ein lützel heien Neidh WL 28:10,11; mit grozer milte er [ der adelar ] heiet der vogel vil JTit 1862,2    2.2 übertr., je nach Kontext mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen: der sumer hât den meien / frœlîch vür gesant, / der sol fröide heien / und daz er sî erkant, / wan er [der Sommer (durch den Winter)] vertriben was SM:KvA 3: 1,3; seht ir [...], / waz wir an Berhtungen her geheien haben [was wir uns an B. herangezogen haben] WolfdA 334,2; dez habints daz sie haygen SHort 11030. – ‘etw. behüten, bewahren’ ich hân geheien lange silber und golt OrtnAW 18,2; swaz ich han gehayen, / [...] von silber und von golde, / daz gib ich durch iuren willen ze solde Rab 38,3; mit Dat.d.P.: nu horet, [...] / wie in diu unselde verriet, / daz er von al den eren schiet, / die im sin vater Dietmar / het gehaien menigiu jar Dietr 3567; wer wil von ir gewinnen / daz lob under iu zwaien, / dem wil si hiute haien / ze lon ir minne suͤzze WhvÖst 8340. – ‘etw. in Besitz nehmen’ der will hayen den selben plan / der miner niftel solde sin PleierMel (St) 7752. – ‘jmdn. schützen’ daz dich nieman heiet / vor mir wan der alte [Gott] Georg 3402; kirchen, closter stoͤren, / muͤniche, nuͤnnen schreien, / und reuber, diebe heien HvNstGZ 5189; ähnl. Helbl 2,161; sa got in deme gerihte vf stat, / sa heigit er die werden, / die sidig sint vf erden PrHess 16,393. – ‘sich einer Sache befleißigen’ wol ûf [...] ! / wir suln die fröide heien, / vil frœlîch tanzen reien KLD:GvN 14: 1,13; komen ist uns diu liebe sumerzît, / diu vil mangem herzen vröude gît. / sîn trûren niemen langer heie! Neidh SL 28:2,6; gar sunder missewende / began er sein lop heien [ließ seinen Ruhm gedeihen] Krone 259; sus sul wirz leben heien [genießen] Wh 326,22; wir gebietent oͧch, das dehaine únsir burger dehain clag haige [erhebe] umb dehain gúlt fun den, die vail guͦt fuͦrnt in únser stat StRÜberl 8. – einen Vertrag stæte ~ ‘einhalten’, hierher oder zu eigen, heigen Prät.-Präs., oder zu haben swV. : das wir disen koͮf dem spitale stete hâien vnd in dar ane niht iͤrran UrkCorp (WMU) N244,21

MWB 2 1257,33; Bearbeiter: Tao

2heien swV. ‘brennen’ daz si immer mûzzen heien / ’in des fiwers flamme griulîcher esse Erinn 818

MWB 2 1258,44; Bearbeiter: Tao

heifte Adj. ‘heftig, stürmisch’ ire ietwederez ist ouch egeslich unde freissame, / so si [Wasser und Feuer] von dere liute sunten ubermæzzich sint / unde si dar zuo tribent daz weter unde der heifter wint Himmelr 6,6; in aquis vehementibus: in wazzeren den heifften WindbCant 125 (vgl. Ex 15,10)

MWB 2 1258,46; Bearbeiter: Tao

heifte stF. ‘Sturmflut’ tempestas: diu heifte PsWindb 68,3; tempestas aquae: daz ungewittere, diu heifte des wazzeres ebd. 68,16

MWB 2 1258,52; Bearbeiter: Tao

heifticlîche(n), heifticlich Adv. 1 ‘heftig, überaus, sehr’
2 ‘streng, nachdrücklich’
   1 ‘heftig, überaus, sehr’ er begundiz in vil haifticlîchen clagen Kchr 6122; vehementer: heiftichlichen PsWindb 103,1; vehementer: heifticliche, gahlichen ebd. 6,11. 118,140; also daz sich der rihter wart wundernt haiftiklich EvAug 71,10 (Mt 27,14); er droet in haiftiklichen, daz si in niht offenwaren ebd. 82,8 (Mc 3,12)    2 ‘streng, nachdrücklich’ vnd er gebot in haiftiklichen daz ditz niemant wizzen solte EvAug 88,26 (Mc 5,43)

MWB 2 1258,55; Bearbeiter: Tao

heigen V. eigen Prät.-Präs. oder haben swV.

MWB 2 1259,1;

heiger swstM. ‘Reiher’, auch auf andere am Wasser lebende Vögel übertr. oder mit diesen verwechselt, Glossenbelege aus mhd. Zeit s. AWB 4,809f.

MWB 2 1259,2; Bearbeiter: Tao

heil Adj. meist (halb-)präd. 1 ‘unversehrt, ganz’
2 ‘ge-/verheilt, (wieder) gesund, genesen’
3 ‘gerettet’
4 ‘(von Sünde) befreit, erlöst, des ewigen Heils teilhaftig’ .
5 ‘Heilung bringend, heilkräftig’
6 in der Grußformel ~ sîst dû ‘sei gegrüßt’ u. ä.
   1 ‘unversehrt, ganz’ tilgtin unde brentin, / swaz dâ ê was blibin heil NvJer 11089; ein jêric lam, [...] daz sunder meil / wêr, von allem bresten heil [ agnus absque macula Ex 12,5] JvFrst 188; da wart von sînem munde / der heile unt der wunde / minneclîch gegrüezet Wh 227,24    2 ‘ge-/verheilt, (wieder) gesund, genesen’ als er daz ore ym an gerurte, / heil vnd gesunt man yn da spurte EvStPaul 10219 (vgl. Lc 22,51); sie quamen dar, daz sie yn vernemen / vnd heil von iren sucheden quemen ebd. 6491 (vgl. Lc 5,15). ~ sîn/  wesen: iedoch enwas niht heil / diu wunde von der strâlen En 1896; ob du eine groze wunde hetest vnde die wol heil were Lucid 154,12; so sal her [der Verletzte] wisen die wunden oder den naren, of her heil ist UrkCorp (WMU) 51,16; er sol schiere wesen heil Herb 6027; gang hin in fride / vnd wis gesunt vnd heil [...] / von plage vnd allen dinen phinen EvStPaul 3141; Tauler 206,17. ~ werden: salbe die brâ dâ mit, sô werdent sie heil Barth 145,11; dâ von wart sîn sîte / schône unde vol [Hs. wol ] heil Er 7224; des wolfes biz wirt selten heil Frl 9:13,13; di [Wunde] ward in kurtzen stunden / von ir weyssen handen hail HvNstAp 19768; mînes herzen tiefe wunde, / diu muoz iemer offen stên, sine werde heil von Hiltegunde Walth 74,19; er wart dâ sîner wunden heil Wh 186,29; Herb 9179; EvStPaul 3449; MarlbRh 25,20. – jmdn. (von einer Krankheit) / etw. (einen Körperteil, eine Krankheit) ~ machen, tuon: ne mache ich ivch nicht gesunt odir heilen, / so [...] TrSilv 63; heil machet vns [interl. zu curabit nos ] PsM Per 14,2 (Os 6,2); uil der wibe, / den er vertriben uon ir libe / der bosen geiste hatte ein deil / vnd auch von sucheden mahte heil EvStPaul 7119; ich bin funden wunt von ir: nu mache si mich heil KvWLd 13,14; Alexander [...] tete im hail sîn bain [ließ ihm (seinem Vater) sein Bein heilen] VAlex 439; di [Arznei] machet [...] di darm heile SalArz 82,13; der knobelouch ro oder gesoten genutzet, machet heise stimme heil Macer 5,17; ob er kein meil / an samezdagen mehte heil EvStPaul 2703; min sælde die ist verseret; / die wil ich gerne machen heil Rennew 11123    3 ‘gerettet’ heil solt du selber dich nu sagen [ salva temet ipsum Mt 27,40] EvStPaul 2084. ~ werden: ich bin die dur. wer kumt zu mir, / wer durch mich in gat: er wirt heil [ salvabitur Io 10,9] EvStPaul 12774. ~ machen: heil mich mache herre [interl. zu salvum me fac domine ] PsM 11,2; und her sach einen grôzin wint, her vorchte sich und dô her begonde zuͦ sinken, dô rûfte her und sprach: ‘herre, mache mich heil!’ [ salvum me fac ] EvBeh Mt 14,30; mache dich selbir heil ebd. Mt 27,40; EvStPaul 13261 (vgl. Io 12,27).    4 ‘(von Sünde) befreit, erlöst, des ewigen Heils teilhaftig’. ~ sîn: wer da wil hail sein, dem ist vor allem not, das er halt kristen gelauben KvMSel 8. 47. 76. ~ werden: wir werden selich, wir werden heil MarlbRh 61,11. 77,4; wan daz ir heil / gewerdent, so han ich geseit / die rede EvStPaul 11755 (Io 5,34). ~ tuon/  machen: nu tuͦ dise heiden / uon ir sundin heile, / daz si dich irkennin / unde dine werch minnin Rol 780; da got sinen liut mite heil tuot unde salich machet PsWindb 113,20(Randgl.); her [Jesus] sal heil machen sîn volk von iren sunden EvBeh Mt 1,21; EvStPaul 13344    5 ‘Heilung bringend, heilkräftig’ man seit von heilawæge uns vil, / wie heil, wie guot ez sî, [...] / wie gar sîn craft verheilet, swaz wundes an dem man versêret ist. / noch heiler weiz ich heiles wâc, / derst hôher art, der tugend unt ouch der reinen engel mâc; / [...] daz ist ein reinez wîp RvZw Leich 43,2. 4    6 in der Grußformel ~ sîst dû ‘sei gegrüßt’ u. ä.: heil wistu, chunich der juden! AvaLJ 146,6; wir [...] gruͦzen si mit worten / heil wis tu magetin / des himeles heriv chunegin VMos 71,22; chrvz wis heil [interl. zu O crux ave ] PsM H 60,6; heil sist du keiser here Rol 711; hail sistu, chuͦnc Paligan ebd. 7948; Konr 8,9. 8,10; KvHeimUrst 254; PrHoff 90,17; Tund 449

MWB 2 1259,5; Bearbeiter: Tao

heil stN. 1 ‘Glück, Wohlergehen, Erfolg, Vorteil’
1.1 allg.
1.2 in Wunsch- und Grußformeln
1.3 euphemist. für ‘Unglück’
2 ‘Rettung, Hilfe’
2.1 allg.
2.2 in relig. (christl.) Sinne
2.2.1 ‘Rettung der Seele, Erlösung’
2.2.2 ‘Seelenheil, (ewige) Seligkeit’
3 ‘Heilung (von Wunden und Krankheit)’
4 ‘Gesundheit’ (?)
   1 ‘Glück, Wohlergehen, Erfolg, Vorteil’    1.1 allg.: ich dankes mînem heile, daz ich dem tiuvel entran NibB 2001,4; ez muoste sterke unde heil / under in beiden / an dem sige scheiden [entscheiden] Er 4385; an swiv sich der herre uerlîe [womit er auch immer sich beschäftigte] , / mit heil ez fur sih gîe Wernh D 330; von heile [glücklicherweise] UvZLanz 2132; nû geviel dem künic Artûse ein heil, / daz [...] StrDan 3050; nû waltes got und guot heil, / daz ich vinde, des mich gezeme Eracl 940; an einir kurzen stunden / hat man gelucke funden. / sal man ez abir keine wile behalden, / dez muz groz heil gewaldin Elmend A 1154; sie lizzen es heil walden / vnde gingen schilde spalden / vnde halsberge schroten Herb 7543; UvZLanz 406; dû heiles und gelückes rat, / des heilgen geistes minne sat LobGesMar 25,5; sî [die Landesfürsten ] mohten ir willen unde ir heil [was zu ihrem eigenen Besten war] / ir [Laudine] lîhte gerâten Iw 2398; baz vuogete sî mir heiles tac MF:Reinm 38: 1,8; Eracl 2039; Flore (P) 4908. – mit Syn. gelücke, sælde verbunden: sô möhte ime gelücke, heil und sælde und êre ûf rîsen Walth 29,31; sô gehelfe mir mîn trehtîn / [...] / ze sælden und ze heile / an disem urteile [Gottesurteil] ! Tr 15719. – im Ggs. zu unheil, unsælde, ungemach, ungelücke: kein ungelücke wart nie sô grôz, dâ wære bî / ein heil MF:Sperv 1:4,3; heil und unheil / diu sint uns nû geschehen Iw 3682; grôz heil und michel ungemach ebd. 3929; unsælde ist heiles vîent Flore (P) 6158. – mit Attr.: ez dûht in ein michel heil, / daz si in sô lieblîch ane sach En 11592; wir haben gût heil SAlex 2070; ziuch dich mit guotem heile [mit glücklichem Erfolg] / ze mînem erbeteile Iw 7309; daz beste heil daz mir geschach, / daz was [...] ebd. 741; daz ir den künec gelastert hât, / welt ir mir volgen, so ist mîn rât / unt dunct mich iwer bestez heil, / nemt iuch selben an ein brackenseil / unt lât iuch für in ziehen Parz 294,3; du krône menschen heiles ! / [...] du solt des grâles hêrre wesen ebd. 781,14; mir ist an im [...] / ein schœnez wîbes heil geschehen. / diu sælde wirt uns beiden schîn Walth 72,16; ein mannes heil ebd. 72,26. – personif.: da sasz in ir magenkrafft / vf einem rad hoh erhaben, / [...] frauw Salde vnd das Heil, ir kint Krone 15829. 15853. 22867; div werlt iv vollen lon geit [...]: / ze sælden seit ir gecelt / vnt gelvke ce ingesinde, / dem hæile ze liebem chinde Warnung 2598; waz ob iuwer heil eime andern kumet an sîn seil [ihm zufällt] RvZw 124,5. – als Obj. bestimmter Verben: do gewan Turnûs daz heil [widerfuhr ihm das Glück] , / daz der Troiâre ein teil / kêrte mit fluhte En 7449; SAlex 3516. 4578. 4632; gewinne ich heil / gegen der wolgetânen, mîn gewerft [Tätigkeit (als Sänger)] sol heiles walten Neidh SL 11:9,6.7; und wirt er [Iwein] mir, sô hân ich [Laudine] heil Iw 2114; Gâwân het êre unde heil [Ruhm und Erfolg] Parz 398,7; verlorn heter daz heil SAlex 3389; er versuohte sîn heil UvZLanz 6287; Tr 18809; Rennew 13925. – verbale Wendungen: ezn stê dan an ir heile [wenn sie nicht das Glück hat] / daz sî den kempfen bringe dar / der sî gewaltes bewar Iw 6032; [Marke zu Tristan:] und sîz an dînem heile, / daz dû mich sülest überleben, / sô si dir allez zeigene geben Tr 5156; sî daz ez aber ze heile ergê [gut ausgeht] , / daz ist binamen von gotes gebote ebd. 6170; daz im sîn rede ze heile sluoc [seine Sache glücklich ausschlug] Iw 8099; als in ir dinc ze heile sluoc [wenn für das arme Fischerehepaar alles gut ging] , / sô bejagten si vil kûme ir brôt Wig 5298. – etw. an ein heil lâzen u.ä. ‘etw. dem Glück, Schicksal überlassen, etw. aufs Spiel setzen, wagen’ (zu verwandten Wendungen mit anderen Subst. wie âventiure, gelücke, urteil und wâge s. Sanders, Glück, S. 174-181): wir lâzenz, hêre, ane daz heil SAlex 6660. 6805; dô liezen sie ez an ein heil En 2840; Eilh (L) 568; Flore (P) 5698; RvEGer 1171; RvEBarl 4907; ûf ein heil wil ich daz lâzen Crane 2992; her liez daz leben an ein heil En 6764; daz sie den sege / woldin an daz heil lân Eilh (L) 591; Boner 8,24; selten refl.: wir mogen uns schamen betalle, / daz wir uns lâzen an daz heil / und an unreht urteil / und an Turnûm den einen man, / der nie gelucke gewan / wider Ênêam den Troiân En 11775. durh daz wir setzen solden / lîb und gût an ein heil / und ouh an ein urteil SAlex 4240; so wil ich up der stede / lif inde ere setzen in heil MorantGalie 1791. so wil ichz uf ein heil geben Pass III 107,22    1.2 in Wunsch- und Grußformeln: got gebe dir heil u.ä.: got gebe iu guot heil! Gen 2180; got gebe daz ez dir wol ergê / und gebe dir durch sîne kraft / heil ze dîner ritterschaft Greg 1640; Tr 2478; got gebe dir / heil und al dins herzin gir RvEWchr 21846; got vüege iu heil und êre, / gesehe ich iuch niemer mêre Iw 1991; gelücke iu heil / gebe Parz 450,25. varet mit heile u.ä.: mit heile muͦzzest dû varen, / dîn got sol dich bewarn Exod 831; var du mit heil, dein gelaub hat dich behalten PrOberalt 157,42; nu varet mit guͦtem heile / gein dem voget von Baldag Rennew 12134; uaret ze guͦtem heile GenM 89,12; vgl. faret guoter heile! Gen 2133 (Gen. Pl. oder Sg. zu heile stF.?); (Keie zu Iwein wohl iron.) vart iuwer strâze / mit guotem heile Iw 833. – jmdm. heiles biten, wünschen ‘jmdm. alles Gute von Gott erbitten, jmdm. Glück, alles Gute wünschen’ do begunde ouch er ir heiles biten Iw 6008; daz liut im allez heiles bat Wig 1407; sie bat im heiles, dâ er reit Wigam (B) 1018; Parz 3,6; UvZLanz 6328; wünsche mir heiles [La. geluckes ] , süeziu maget! ich muoz von dir zuo den heiden Tit (BF) 76,4; mit weinlîcher stimme / wunschtens alle heiles / der künegîn UvZLanz 5263; Parz 224,7. 293,25; Wig 1844; in der Salutatio des Eingangsprotokolls von Urkunden: allen den, die disen brif sehen oder horent lesen, wuͦnschen wir heiles in vnserme herren ewicliche UrkCorp (WMU) 2539,33. 59,13 (mit Ellipse des Verbs). – (bei der Begegnung) heil (sî) dir (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 206f.): heil dir, [...] sune mîn SAlex 398; heil sî dir, kuninc hêr, / beide nû und imer mêr ebd. 6523    1.3 euphemist. für ‘Unglück’ sîn heil begunder gote clagen, / daz ir ie dehein ungemach / von sînen schulden geschach Iw 1348; würd aber mir daz heil getân, / daz ir mich füertent über sê, / sô wüehse mir dort leides mê KvWTroj 22192    2 ‘Rettung, Hilfe’    2.1 allg.: daz scef sanc ze grunde. / [...] daz dâ nihtes niht genas / wan di junchêrren baide. / daz gap in got ze haile Kchr 1418. 1573; got gab in sin hail: / daz minner tail / wart lobelichen sigehaft Rol 4651. 8548; got unde reht diu riten dô în / mit rehtem urteile, / ir rotte ze heile, / ir vînden ze valle Tr 6998; beide helfe unde heil / stât vil gar âne teil, / herre [Koralus] , in iuwer hant Er 496; siu [...] besant der tiursten ein teil, / an den siu helfe unde heil / aller wætlîchest vant UvZLanz 1196; Pass III 218,13; hierher oder zu 3: daz [wundertätige Pflaster] was ouch dises mannes heil Er 7231; Iw 3452. – vgl. heilalle Interj.    2.2 in relig. (christl.) Sinne    2.2.1 ‘Rettung der Seele, Erlösung’ unsir heil was vur bidacht: / Crist in cruci joch in douffi hat si bracht SuTheol 161; daz kriuze [...], / dâ unser heil wart an erstriten Wh 332,24; da von nam ich di menscheit an mich [...] und worcht dreie und dreissich iar dein heil und dein ewiges leben in grozer pein und in pittricheit Eckh (J) 54,12. 55,2; und wan der werde Jhesus Crist / allain nitt komen ist / umb die juden [...] / denn umb der welt gemains hail KvHelmsd 466. – bezogen auf Christus, Maria: duo [nachdem fünf Weltalter vergangen waren] irscein uns allen daz heil VEzzo 148; es ist hútte der tag der erhebunge des heiligen minneklichen krúzes, an dem das heil aller der welte gehangen von minne hat Tauler 230,25; herre, [...] min avgen habent gesehen din heil, daz dv bereitet hast vor dem antlütz aller volke EvAug 129,7 (Lc 2,30); HvFritzlHl 80,18; der engil froͮde, der werlte heil, / maget ân ende, muͦtir ane meil Wernh D 2535    2.2.2 ‘Seelenheil, (ewige) Seligkeit’ swer nâch sînem lîbe / si [die Geschichte] hœre sagen oder lese, / daz er im bitende wese / der sêle heiles hin ze gote AHeinr 25; Rennew 36513; KvWHvK 767; nu wünscht im [dem toten Gahmuret] heiles, der hie ligt Parz 108,28; daz [die Hostie] enpfâch durh dîner sêle heil Wh 68,13; verdienestû der sêle heil, / des himels vröuden erbeteil / besitzestû RvZw 191,10; dâ mein ich mîner sêle heil, / ob got wil, mit [mit meinem Besitz] erwerben HvBer 8849; [Mutter:] jâ wiltû allez dîn heil / an uns verwürken wider got AHeinr 638; ich wil lîp und êre und al mîn heil verswern: / wie kunde sich deheiniu mîn danne erwern? Walth 61,24; daz êwige ~ Spec 14,21. 131,21; Himmelr 12,23; PrOberalt 61,27. 65,9; Parad 22,30; weitere Belege s. WMU 1,809f. – in Beteuerungen: dô bôt er michelen scaz / allen den [Darius-Attentätern] [...] unde swôr in des genûge / bî sîner mûter heile, / er wolde mit in teile / sîn lant und sîn rîche SAlex 3916; nemt dirre gevangen liute ein teil, / die ûf ir eit und ûf ir heil / niht wan die rehten wârheit sagen, / swaz hie künege lige erslagen Wh 462,14    3 ‘Heilung (von Wunden und Krankheit)’ man seit von heilawæge uns vil, / wie heil, wie guot ez sî, [...]. / noch heiler weiz ich heiles wâc, / [...] daz ist ein reinez wîp RvZw Leich 43,4 (oder Kompos.?); ob im [dem Verwundeten] haille [ -e wohl epithetisch, vgl. Einl., S. XXV] möge geschechen GTroj 14812; daz niemer sêle wirt gesunt, / diu mit der sünden swert ist wunt, / sin habe von grunde heiles funt [wenn sie nicht von Grund auf geheilt wird] Walth 6,16; sô hât mich iuwer minne enzunt / und mit ir strâle sus verwunt, / daz ich nimmer wirde gesunt / mich enheile mînes heiles vunt: / iuwer süeziu minne. / nû heilt mich, heilærinne, / wan al mîn heil an iu lît: / süeziu, heilet mich enzît Mai 64,10.13; und swes si sich versinnete, / daz ime [dem verwundeten Tristan] ze senfte und ze vromen / und ze heile möhte komen, / dâ was si spâte unde vruo / betrehtic unde gescheffec zuo Tr 7922. – auf Christus bezogen (vgl. 2.2.1): wir sulne ouch bitten die seldenrichun Marien, daz si unsir wnda hail, sit sie daz hail der wndon truͦc unde niht allain das hail gebar, Ihesum Cristum PrGeorg (Sch) 14,105f.    4 ‘Gesundheit’ (?) daz im ein ander schilt [metonym. für ‘Schildträger, Ritter’] heiles wunschte, obe dirre schilt kunde niesen Tit (BF) 80,4 (vgl. Komm. z.St.); si trunchen umbe zwei heil: / der sele und des libes StrKD 59,140

MWB 2 1260,22; Bearbeiter: Tao

heilalle Interj. als Hilfe- und Klageruf: heilalle und aber ja, / ziehet her, ze wafena! / wie tuot mir diu liebe so Tannh 9,18; heylalle, yeia iera! / west ich waz nu griffen an, / daz ich nit wuͤrde der sinne wan MinneR 480 10; si schruen ‘jo heil alle’, / ‘wafen ummer! ach! a! jo!’ / ir [toten] herren clageten si so Elis 4720

MWB 2 1263,41; Bearbeiter: Tao

heilant stM. eigtl. Part.Präs. zum Verb (ahd., mhd. heilen), Lehnübers. von lat. savator (vgl. Kluge, S. 401); auch heilent PrLpz (L) 52,5. 130,29. ‘Heiland, Retter, Erlöser’. – von Jesus Christus, Gott: di erdi giwusc du sinvluot, / di undi giwihiti der heilant undi sin bluot, / daz gimischit von sinir sitin ran, / mit dem er unsich irlosti undi heim giwan SuTheol 232; din kint, Maria, sol heizzen Iesvs, heilant, von div daz er sin lîvte geheilet hat uon allin ir suntin Spec 16,25; daz ander was Maria, des heilandes niftela AvaLJ 168,6; got der heilant EnikWchr 19076. 19806; da den ersten man din hant / geschuf, Messyas, heilant HvNstGZ 22; MarlbRh 43,3; PrOberalt 11,3; PrMd (J) 350,27; HvBurg 4610. – vom Nabuchodonosors Götzenbild: ir sült den heilant / an biten – der dâ stuont von golt – / und an rüefen EnikWchr 17266 (vgl. Dn 3,1ff.). – von Venus: Venus, haylant HvNstAp 11892; Venus, grosser haylant! ebd. 12147. – als Anrede an einen Liebhaber in einem obszönen Lied: sînen tribelwegge den nam si in die hant / mit sîner slehten egge. / si sprach ‘heilant, got hât iuch har gesant.’ KLD:GvN 39: 4,4

MWB 2 1263,48; Bearbeiter: Tao

heilære stM. 1 ‘Heiler, Arzt’
2 wie heilant , von Jesus Christus, dem christl. Gott
   1 ‘Heiler, Arzt’ [der verwundete Ägidius] wolde / nicheinen heilere haben, / wen der zvͦ deme iungisten tage / irteilit wip vn̄ man, / den wolde her ce arcete han Ägidius 614; daz was zewâre / ain vil rehter hailâre Kchr 826; ez enwart dâ ze stat / nie bâbest gesat / der baz ein heilære / der sêle wunden wære Greg 3791    2 wie heilant , von Jesus Christus, dem christl. Gott: er [Jesus] wirt ze ware ein gewaltich heilare AvaJo 8,4; wan uch geborn ein heiler [ salvator Lc 2,11] ist / hude, vnd daz ist der herre Crist EvStPaul 5884. 11537 (Io 4,42); wie unser herre, unser heilær, zuͦ ainer stat chom PrOberalt 161,7; der werlt hailare AvaLJ 14,6; PrOberalt 18,37; Hawich 2484; got unser hailâre VAlex 1398; an einen got sie betten, / die dir liez gewerden / den hiemil vnde die erden; / der ist ein gewar heilere TrSilv 353; min geist ist vzgesprvngen in got minem heilere [ exsultavit spiritus meus in Deo salutari meo Lc 1,47] EvAug 125,9; MarlbRh 74,32. – auf Joseph bezogen: [Pharao:] ich niwil ouch nieht daz er heizzi Joseph, / er heizzit billîchere der werlt heilâre Gen 2090. – auf heidnische Götter bezogen: si wantin, daz iz [das Götzenbild] wari / der ir heilæri, / si irvultin alli sin gibot, / si giloubtin vil vasti an du abgot ÄJud 22; der rief uͦber al di haiden: / ‘ [...] hi ist der genadige Teruagant, / den sculen wir anbeten / unt den liben Machmeten, / Apollo der mare / unt ander hailare, / di gote untotliche.’ Rol 8138

MWB 2 1264,7; Bearbeiter: Tao

heilærinne stF. 1 ‘Heilerin’
2 ‘Heilsbringerin’ , von der Gottesmutter
   1 ‘Heilerin’ sô hât mich iuwer minne [...] mit ir strâle sus verwunt, / daz ich nimmer wirde gesunt / mich enheile mînes heiles vunt: / iuwer süeziu minne. / nû heilt mich, heilærinne Mai 64,12    2 ‘Heilsbringerin’, von der Gottesmutter: er [Gott] was [...] begriflich von der heilerinne [Maria] Frl 10:1,6

MWB 2 1264,37; Bearbeiter: Tao

heilawâc stM. , -wæge stN. auch heilwâc, -wæge. ‘Heilung bringendes, heilendes Wasser’ man seit von heilawæge uns vil, / wie heil, wie guot ez sî, [...] / wie gar sîn craft verheilet, swaz wundes an dem man versêret ist RvZw 43,1; der [Achilles] was von ir [Thetis] gehertet / in heilawâges brunnen KvWTroj 31175; swenne ir arges iht war / unt si des heilwâges dar / ein vil wênic gestreich, / diu nôt ir zehant entweich KvFuss 2178. – meist in geistl. Sinne: do [...] sich der hilig Christ selben oppfern wolt, do lud er alle dise werlt zu dem hailwage daz er an dem selben tag schenchen wolt uz sinen handen, uz siner siten, auz sinen fuͤzzen PrOberalt 81,16; Konr 11,78; Wernh 3798; StrKD 105,70; der bǒme ist gemeizzen [gefällt] , / da daz heilwæge uon bechumet / daz aller werlte gefrumet Wernh D 5009; Martina 166,76; der frovden fluzzic heilawac, / got, vnser scheppfer vnde mac ebd. 249,63. 77,103. – von Maria und anderen heiligen Frauen: dû [Maria] bist des heilwâges hort, / der ob allen salben vert KvWGS (G) 1340; eine here dochter [Elisabeth] si gebirt, / di ein ewic luchte wirt, / ein heilwag unde ein wuͦnne, / ein spiegel in ir kunne Elis 281; nv lovfent vil vntrage / zvo disem heilawage [Reliquien der hl. Martina] / den vns got hat gegebin, / er heilit lip vnde lebin Martina 283,44

MWB 2 1264,44; Bearbeiter: Tao

heilbære Adj. 1 ‘hilfreich’
2 ‘heilkräftig’
3 ‘heilbringend’
   1 ‘hilfreich’ iuwer rât uns heilbære / und uns wol ze nutze wære UvEtzAlex Anh. 1089    2 ‘heilkräftig’ ûzer den lieben wunden / dâ kâmen ûz getroffen / an der stat, dâ er [der Himmelskönig] was [von den Pfeilen der Frau Caritas] troffen, / vier trophen heilbære LvRegSyon 3770    3 ‘heilbringend’ ein heilbêr opher Jesus ist JvFrst 1733; Jesus besunder uns gezam / zû sîn ein trôst und ein heil, / [...] dar zû ein heilbêre leben ebd. 8845. 8863. wie hôch, wie heilbære / ritters leben wære Mai 83,33

MWB 2 1265,7; Bearbeiter: Tao

heilbërnde Part.-Adj. ‘heilbringend’ heilberndiu küniginne [Maria] Sigeher M 6; hailberend tauf HvdHageMarg 1584; ir sint ein heilbernder vunt Virg 688,9. 957,2

MWB 2 1265,18; Bearbeiter: Tao

heilbringe swF. ‘Heilbringerin’ nu hilf mir, heilbringe [Maria] SüklV 245

MWB 2 1265,22; Bearbeiter: Tao

heilbrunne swM. ‘Quelle des Heils’ min sponsus. [...] hábet mih gefréuuet mit uino resurrectionis suę. [...] unte ist ôuh peccatoribus [...] hêilbrunno uuórdan. uuanta sîe in déro tôife íro súnton gerêinet uuérdent Will 21,10; Engaddi daz kît heilbrunne, alsô hât diu gotis urstende hail brâht allen sundârin TrudHL 25,19

MWB 2 1265,24; Bearbeiter: Tao

heile stF. ‘Rettung (der Seele), Heil’ unsir heil was vur bidacht: / Crist in cruci joch in douffi hat si bracht SuTheol 161. [Gott] is min bescirmere un̄ ein horn miner heile [ cornu salutis meae Ps 17,3] PsSchleiz 157; [Gott] irchukchet in Dauidis geslahte daz horn unsere heile [ Lc 1,69] JPhys 3,15; [Christus] der menschen heile / aller gemeine, / di mit ir gensten / got in den selben menschen / gloubint unde anebetent Glaub 589. wê im der sîn heile unt sîn bîchte gespart / an sîn jungiste hinvart Erinn 481

MWB 2 1265,31; Bearbeiter: Tao

heilen swV. 1 intr.
1.1 von verwundeten Menschen, kranken Körperteilen, ‘gesund werden’
1.2 von Wunden, Verletzungen, ‘(ver)heilen’
2 tr.
2.1 ‘jmdn., einen Körperteil gesund machen, (von etw.) heilen’
2.2 ‘etw. (Wunde, Krankheit u.ä.) heilen; (Narben, Schmerzen, Schwäche) beseitigen’
2.3 mit Ersparung des Obj., ‘jmdn./etw. gesund machen, heilen’
2.4 ‘jmdn./etw. retten’
2.5 ‘etw. ganz machen, wiederherstellen’
3 refl.
3.1 ‘gesund werden’ , übertr.
3.2 ‘sich retten’
   1 intr.    1.1 von verwundeten Menschen, kranken Körperteilen, ‘gesund werden’ [die zu Höllenqualen Verdammten] werdent danne so tôt wunt, / daz si geheilent nímmer mê HeslNicG 5145. als palde heilet diu hout und wirt scône und linde Barth 138,28; swa der aiz [Eiterbeule] ist an der hæut, der ziuht daz aitter auz dem leib, daz der leip heilet PrOberalt 118,22; daz ez [ein abgeschirmtes Licht] den brœden ougen deste verträgelîcher sî, biz sie geheilen DvASchr 324,37; Barth 147,29. 152,25. – in geistl. Sinne: diu sele heilet, so daz aitter der suͤnden auz gezogen wirt PrOberalt 118,27; Seuse 197,9. – im Minnekontext: ich bin leider sêre wunt âne wâfen, / daz haben mir ir schœniu ougen getân; / daz ich niemer mê geheilen kan MF:UvG Lied 2,5    1.2 von Wunden, Verletzungen, ‘(ver)heilen’ ouh bleib dâ manic wîgant / biz daz sîne wunden / heilen begunden SAlex 4761; dem hirze gehailten sîne wunden Kchr 6881; [eine Wunde] hailet schierer danne iemen gelouben mache Barth 138,6; unz daz der schade geheile Parz 615,11; Ipocr 154; Herb 8695; UvZLanz 3960. – bei einer Pflanze: eynen iungen kirsboum den spalde in di lenge [...]. dor noch so vuge beyde teyle gar glich czu samene [...] und las is wachsin. nach eyme iare, wen dy narwe geheylit ist, [...] Pelzb 127,6. – in geistl. Sinne: [Aufbruch der Kreuzfahrer:] nû heilent Kristes wunden. / sîn lant wirt schiere enbunden Walth 77,9. – übertr.: der sich sîner sunden bechlaget / unde der niht verdaget / sînen êwarten, / sô heilent si harte Messgebr 464    2 tr.    2.1 ‘jmdn., einen Körperteil gesund machen, (von etw.) heilen’ nehain arzet ne kunde si [verwundete Heiden] gehailen Rol 4530; miselsieche und vergihte, / sunder erzenîe phlihte / mit worten er si heilte KvHeimUrst 349; nu was ouch Tristan genesen / ganz unde geheilet garwe Tr 8143; [ein gewisser Stein] hât die kraft, daz er die tiefelhaftigen hailt und die von siehtum unsinnich sint BdN 467,33. 296,25; die bringent den toren und den stummen fuͤr den almæchtigen got, daz in mines træchteins genad heil PrOberalt 151,22; Kchr 714. 12423; Ägidius 95; TrSilv 205; En 11208; mit refl. Akk.: wie wil der geheilen mich, / der nicht wol kan geheilen sich? Boner 68,40; swelich mensch ist ouzgebrosten [aussätzig] , wil sich der schiere heilen, der [...] Barth 138,26. unz wir unse sichen lide / geheilen und unse wunden Herb 7987; der win sterket den magen unde heilet di brust Macer 1,20; wenne man si [Hasenlunge] zereibet [...], sô hailt si müed füez, der si dâ mit salbet BdN 149,20; OvBaierl 148,10. – mit Gen.d.S. oder Präp. von: Liudegast geheilet sîner wunden was NibB 312,1; Kchr 12474; mag er [Arzt] in von sîn suhten gehailen ebd. 745. 12482; geheilet wart er und genas / von aller sîner swære [Altersschwäche] KvWTroj 10788; HeslApk 18727; WernhMl 7140. – in geistl. Sinne: daz got [...] / den kivninc geheilote / an libe, an der selen TrSilv 218; mit Präp. von: so werdet ir geheilet uon dem bitteren eitere aller iwer sunden Spec 102,3. – im Minnekontext: sie kann mir wol heiln / myn hercz, das sie hat verwundt MinneR 36 18; si heilet mit ir gruoze sendiu herzen KLD:BvH 5: 1,8; KvWLd 8,24; Mai 64,10. an sorgen dû mich heiles KvWKlage 25,8    2.2 ‘etw. (Wunde, Krankheit u.ä.) heilen; (Narben, Schmerzen, Schwäche) beseitigen’ er vindet einen arzat, / der im heilit sine wunden Wahrh 143. 114; das er [...] allen siechtuͦm an den liuten heilite Konr 10,167; swaz man mit keltnisse heilin mac unde sal, daz heilet man mit stures saffe getempert mit ezsige Macer 92,9; [Bdelliumharz] hailt krefticleich ains töbigen hundes piz BdN 358,14; so sal dir min truwe is [= ez ] geben, / daz sie heilet dine slege Eilh St,7288; PrOberalt 7,22; Iw 7775; StRAugsb 115,10. sein gall [...] hailt der wunden mâsen und hailt auch der ôrn smerzen BdN 123,17; [der alte Widder] wart [...] / erjunget und ergeilet. / sîn alter was geheilet / durch niuwer arzenîe ursprinc KvWTroj 11054. – in geistl. Sinne: div laster elliv heilte der himelisch arzât Spec 8,5; daz igelicher dem anderen mit vlêlichen worten heile die wunden des hercen StatDtOrd 48,45; Lilie 16,19. – im Minnekontext: wer kan mannes minnewunden heilen? SM:KvL 12: 3,9; diu mir wol heilet sorgen slac KLD:UvL 2: 2,7; guot muot heilt manig grôzzez sêr SM:JvR 1: 16,9; KLD:GvN 44: 2,3; KLD:Kzl 7: 1,14; SM:Ro 9: 3,7. – übertr.: biz die bewegenge [zornige Erregung] mit guden worten geheilit [besänftigt] werde BrEb 71; pfenningsalbe [Bestechung] wunder tuot, / si weichet [La. heilet ] manigen herten muot Renner 660; armer lute unheil / mit eime teile [ihres Vermögens] sie heilten [linderten] , / wand sie ez lieplich teilten / pilgerimen und armen Pass I/II (HSW) 465; Pass III 54,81    2.3 mit Ersparung des Obj., ‘jmdn./etw. gesund machen, heilen’ du wndis vnde heiles Litan 52; dor noch gyngen sy uz in dy lant predigende unde heylende EvBerl 101,11. – im Minnekontext: diu guote wundet unde heilet Walth 98,34; minn von natur ist / ein edel ertznye, die do heilt, / wo sie die suchten hat geteilt / zu den luͤten Minneb 3829; SM:HvS 3: 3,5    2.4 ‘jmdn./etw. retten’ gehailet ist unser vater Nôê, / wande in got selbe behuote / von der grôzen sinfluote Kchr 9329; di dine du [Gott] gehaile, / unse viante du zetaile Rol 7925; (geistl.:) de gude [rechtschaffene] man [...] ersleit den duvel inde heilet die dugede bit sinen worden Lilie 7,34; mit refl. Akk.: heile dich selbir unde stik von dem cruce EvBerl 59,9; StargTagz 21. – im christl. Sinne, ‘jmdn./etw. zum Heil bringen, (von etw.) erlösen’ ich nechom nieht daz ich die welt ertailte, sunder daz ich si gehailte [ salvificem Io 12,47] TrudHL 41,31; der hailige Christ / hât uns mit sîner marter gehailet Kchr 8928. 6494; swer in der tovfe wirt gereinet, / der ist in dem ewigen libe geheilet TrSilv 258; nu verdilige mine sunde / unde heile mine sele SüklV 62; [die Seligen sind] geziret unt gehailet Rol 5136; JPhys 1,16; Glaub 171; Wernh D 3145; StrAmis 1348. – mit Präp. von: der uns alle geheilet hat von allen unsern sunden PrHoff 83,16; daz sie [ pfaffen ] von des ungelauben not / die heiden balde heilten Rennew 8777    2.5 ‘etw. ganz machen, wiederherstellen’ [der tote Stier, von Aasfressern zerrissen,] ist alsô wîten zetailet, / daz in niemer nehain man gehailet Kchr 10244; so saltu sie [Edelsteine] heilen / und gantz als e machen, / die ich [...] / hiez brechen und verswachen! Pass I/II (HSW) 27007    3 refl.    3.1 ‘gesund werden’, übertr.: der [ edelsteine ] glanz waz so reine, / daz trvrig herze sich davon heilt TürlArabel *A 227,29; so sicht man vrô mîn gir / nâch der zîte heilen sich SM:Ro 9: 3,10    3.2 ‘sich retten’ swelhe sich nu wellen gehailen, / di komen alle samt! / hi ist der genadige Teruagant, / den sculen wir anbeten Rol 8132. – im christl. Sinne, ‘Heil erwerben’ niemen wirt von der heiligen vasten beswært wan der tievel und sîn volgære. heilen uns alsô und vertîligen unser sunde PrStPaul 67,10

MWB 2 1265,42; Bearbeiter: Bohnert