heidelîn
stN.
‘kleinwüchsiger Heide’
dâ stuont ein altez heidelîn / und het an dem lîbe sîn / von rûhen vellen ein
gewant / und het ein houwen in der hant Heidin III
1623;
daz mänlîn sprach: [...] / her abe gienc daz heidelîn
ebd.
1670
MWB 2 1252,31; Bearbeiter: Tao
heiden
Adj.
‘heidnisch, nicht christlich, nicht jüdisch’
– von Personen; attr.:
den heidin kunic woltin si bicherin ÄJud
39;
Exod
1860;
Rol
8437;
sô nie nehein keiser wart, / kristen noch heiden En
12807;
manigen riter haiden [Akk.]
Rol
4964;
di heidene gesinden VMos
46,20;
und [Samson] gie gein Tampna / zuͦ
dén heidin Philistim RvEWchr
20548;
ein heiden meister Eckh
1:56,8;
der hedine man Paulus
130.
148;
En
12612;
NibC
1422,3;
KarlGalie
11590.
12254;
heyden lude ebd.
11607;
präd.:
e got giborin wurdi [...]. / daz lut
was heidin ÄJud
3;
wir mochten liever heiden / noch langer han gewesen / inde mit Machumette
genesen / dan gelouven an den got MorantGalie
3424.
– von Land, Sprache, Schriftwerk und Kriegsausrüstung:
Ungerlant dô heiden was EbvErf
2100;
dar nach swͦren die herren / uber alle haiden zungen
Rol
8119;
vnd allein ist daz vrkunde heyden, / dar vmme lazet v di rede
nicht leyden Elmend
A 21;
daz heidine wicgeroͮste Roth
4143
MWB 2 1252,36; Bearbeiter: Tao
heiden
stF.
vgl. ahd. heidanî stF. AWB 4,805.
‘Heidentum, Gesamtheit der Heiden’
anders wæren wir verlorn. / wol dir sper, criuze unde dorn! / wê dir, heiden,
daz ist dir zorn Walth
15,19
MWB 2 1252,56; Bearbeiter: Tao
heiden
stM.
im Pl. auch sw. heidenen
Glaub
2246.
2253;
TrSilv
630.
645;
Roth
480.
4155;
Daniel
142.
1450;
Mechth
4: 3,67.
‘Heide, Nichtchrist, Nichtjude’, häufig Muslime bezeichnend (zum Begriff des
Heiden und des Heidentums im MA vgl. LexMA 4,2011-2013)
1 allg. 2 Ausdrücke mit ein heiden , die auf das geringe Ansehen der Heiden oder die negativen Eigenschaften anspielen, die ihnen (von christlicher Seite) zugeschrieben sind 3 tadelnd auf nicht rechtgläubige Christen angewendet
1
allg.:
Adam was ein heiden EnikWchr
1660;
Pharaôni deme heidene Exod
2983;
der künic [Nabuchodononsor] was ein
heiden BuchdKg
61,9;
gentium: der heiden PsM
134,15;
nû nemt ouch drîer künege war, /
[...] Kaspar, / Melchior und Balthasân, / die müeze wir
vür heiden hân Wh
307,10;
dem heyden Pylato PrOberalt
53,1;
saracenus: heidan VocOpt
41.108;
der haiden Marsilie Rol
6165;
getouft wîp den heiden treit, / swie daz kint der touf hab
umbeleit Wh
307,21;
dû bist noch ein heiden / mit zouberlîchen listen / und er
ein reiner kristen RvEBarl
11070;
cristen, juden unde heiden Walth
16,29.
22,16.
– charakterisiert durch bestimmte Adj.:
die grimmigen ~
Rol
20;
ein heidin ureislich Roth
3768;
die heiden die hochvertich waren PrOberalt
151,1;
die verworhten ~
Rol
3465;
Eracl
4609;
die übelen ~
Konr
11,32;
PrOberalt
169,17;
der werde heiden Parz
793,15;
Wh
21,10;
ein wiser haidin haizit Seneca PrGeorg (Sch)
20,91.
– Gen.Pl., in Verbindung mit bestimmten Subst.:
der ~ lant
Rol
2406;
GrRud
γb 50;
Wh
67,30;
der ~ ê
NibB
1335,2;
Wh
464,11;
der ~ gloube
MNat
16,12.
17,29;
der ~ orden
KvWSilv
2061;
HvNstAp
14053;
der ~ sit
Wig
8651;
PrMd (J)
354,18
2
Ausdrücke mit ein heiden, die auf das geringe Ansehen der Heiden oder
die negativen Eigenschaften anspielen, die ihnen (von christlicher Seite)
zugeschrieben sind :
jâ bin ich niht ein heiden. / si sol genâde an mir begân MF:Eist
15:1,6;
SM:Gl
1: 14,5;
sî tet, als ich wære ein heiden! SM:HvStr
2: 2,4;
seht, des tæte ein heiden niht MF:Hartm
18:5,6;
noch ist sî [...] alsô guot, / erkante sî rehte mînen
muot, / und ob ich wære ein heiden, / [...] sî sagte mir
sîn etelîchen danc HartmKlage (G)
209;
nu bistu lônes gein mir ze laz. / du möhtest einen heiden baz / besorgen und
bedenken UvLFrd
143,8.
149,32;
wære ab ich ein wilder heiden, / mîner triuwe solte ich baz
genozzen hân KLD:GvN
9: 5,9;
ich stên ir helfe leider blôz / diu mich in senden leiden /
[...] nun lange hât [Hs.: lat
] / als einen wilden heiden KLD:UvW
5:2,7;
owe, daz jamerliche scheiden, / daz moͤhte han beweinet ein heiden
Rab
986,6.
1079,3
3
tadelnd auf nicht rechtgläubige Christen angewendet:
swelh kristen kristentuomes pfliht / an worten und an werken niht, der ist wol
halp ein heiden Walth
7,13
MWB 2 1252,60; Bearbeiter: Tao
heidenbein
stN.
‘Heidenknochen’
manic haidenbain zermoͤrschen / sah man da ze stunde
WhvÖst
6248;
brust leder, haidenbain man sach / sinen buhurt brechen
ebd.
14980
MWB 2 1253,48; Bearbeiter: Tao
heidendiet
st.Subst.
‘Heidenvolk’
Ludewic [...], / ein vînt der heiden
diete Kreuzf
638;
vnd werdent gesammet vor im alle heidendiet [
omnes gentes
]
EvAug
64,12
(Mt 25,32)
MWB 2 1253,52; Bearbeiter: Tao
heidendrô
stF.
‘Drohung der Heiden’
haiden dro / ahten si do claine WhvÖst
16998
MWB 2 1253,56; Bearbeiter: Tao
heidenheit
stF.
‘Gesamtheit der Heiden’
ich nemen dat uf mînen eit: / lêge üver sê die kristenheit / entgên der
heidenheit geschart, / des doufes vane wêr bewart / an deme ritter
Göllh
285
MWB 2 1253,58; Bearbeiter: Tao
heidenin
stF.
auch -în, -inne;
selten sw.
VMos
32,22;
EnikWchr
14599;
PrSchw
2,110.
–
‘Heidin, nicht christliche, nicht jüdische Frau’
Raap [Rahab (vgl. Ios 2,1ff.)] was
ein heidenin VMos
63,12;
och nam er [Ahab (vgl. III Rg
16,31)] ein frowe Jesabel / ze wibe, die heideninne, / und mahte
durh ir minne / in Samaria [...] / ein abgot der was genant
/ Baal, das bettet an / er RvEWchr
34295;
diu rîche wîse heidenin Parz
329,11.
336,3;
vil liehter heidenin TürlArabel
*A 67,21;
die sûze heidenin Kreuzf
6021;
Heidin II
668;
PrSchw
2,91;
BuchdKg
39,6;
SHort
8584.
– neben kristen u.ä.:
du bist kristen und ich en heidin HlReg
84,6;
diu kristæne und diu heidenîn Flore (P)
578;
ich was ein heideninne und er ein kristenman WolfdA
528,3;
getouft wîp noch heidenîn / gebent nu selher koste niht
Wh
55,12.
– als Titel einer Erzählung:
hie hebet sich an die heideninne Heidin IV
Überschrift
MWB 2 1253,62; Bearbeiter: Tao
heidenisch
Adj., Adv. , heidenischen
Adv.
‘heidnisch, nicht jüdisch, nicht christlich’, häufig bestimmter: ‘muslimisch,
arabisch, orientalisch’
1 von Personen (meist attr., selten präd. 2 von Sprache, Schrift und Schriftwerk; adj., adv. oder subst. 3 von Land, Sitten und Bräuchen, handwerklicher Arbeit usw.
1
von Personen (meist attr., selten präd.
Wh
307,25;
EvBerl
121,21
):
deme heidenisken wisagen [Bileam (vgl. Nm
22,31)] / deme wurden sinev ovgen uf getan VMos
75,3;
in Indiâ [...] wart er
[der golddurchwirkte Seidenstoff] gewürket und bereit
/ [...] mit sô vremden listen, / daz sarrazîn noch kristen
/ nie gewap sô wæhez werc. / in worhte ein heidenisch getwerc KvWTroj
20070;
oft attr. zu künic:
ein heidenscher kv́nic von Rome Konr
3 W1,80;
och in den selben jaren / dri haidensche kúnig waren / in
Orient dem landen WernhMl
3282;
Roth
3862;
Rol
4538;
Tauler
353,14;
zu man:
Roth
3799;
Rol
4573
u.ö.;
NibB
1395,3;
Parz
735,3;
zu meister:
Plâtô, ein heidenischer meister Eckh
2:202,7;
Tauler
300,27;
Seuse
171,12;
KvMSph
11,9;
zu diet:
Exod
48;
En
6098;
Herb
3507;
Wh
31,27;
RvEBarl
113;
zu liut:
Gen
2320;
JPhys
7,7;
AvaLJ
17,2;
PrOberalt
151,11;
EvBeh
Io 12,20
2
von Sprache, Schrift und Schriftwerk; adj., adv. oder subst.:
ze Baldac [...] ein sô gewaltic man
[...]. / sîn name heidensch was sô hêr / daz man in
hiez den bâruc Parz
13,20;
siben sterne si dô nante / heidensch ebd.
782,2;
der edel werde wîgant / begund grüezen mich zehant / in heidensch
RvEGer
1345;
in heidenischer schrifte Parz
453,13;
die heidenischen buͦch Lucid
37,8.
51,3;
Elmend
A 54;
dy heydenische cronike MarcoPolo
1,1.
– in Verbindung mit den Verben sprechen, reden, singen:
alle sprâche si wol sprach, / latîn, heidensch, franzoys
Parz
312,21;
der knappe [...], / ze dem diu
frouwe heidensch sprach / al daz si wider ûf enbôt [melden
ließ]
ebd.
529,20;
daz sîn munt wol heidensch sprach Wh
83,19
u.ö.;
der fünft redet kriechischen / der sehst heidenischen
EnikWchr
3364;
UvEtzWh
3004;
ovch horte man heidenisch svͤzz singen / kleinvͥ kint
TürlArabel
*A 96,26.
– in Verbindung mit kunnen, verstân:
und daz ich heidnisch wol verstuont Wh
207,3;
wand er die sprâche kunde, / heidenisch und franzois
Wig
8340.
– in Verbindung mit schrîben, brieven:
Kyôt [...], / der dise âventiur
von Parzivâl / heidensch geschriben sach Parz
416,27;
ein êpitâfîum [...] / gebrievet
[...] heidenisch und franzois Wig
8258
3
von Land, Sitten und Bräuchen, handwerklicher Arbeit usw.:
want er mit gote uͦber want / uil manige heideniske lant
Rol
14;
Wh
21,8;
Rennew
28831;
uz allen heidinisken richen Rol
293;
RvEBarl
2269;
RvEWchr
3778;
starc rœrîne schefte drîn / [...] ûz
einem heidenschen muor Parz
335,23.
–
er [der Mantel] was von
Sarrazînen / mit cleinen bortelînen / in vremedeclîchem prîse / nâch
heidenischer wîse / wol underworht und underbriten Tr
2540;
perlein, rubein [...] / waren im
gerigen [eingeflochten] in das har / nach der
haidennischen art HvNstAp
11652;
heidinssche site Athis
C* 121;
heidensch orden Parz
13,28;
RvEBarl
11508;
nach dem heidenischen rehte Macc
1346.
–
ouch wâren diu tassel / [...]
ergraben harte kleine / ûz einem edeln steine / mit heidenischem liste
Wig
823;
heidensch wilde fiur [griechisches
Feuer]
Parz
205,28;
sîn schilt was heidensch Wh
83,20;
einen wîzen halsberc, / daz was heidenischez werc / von
breiten blechen hürnîn Wig
7373.
–
heidenische kuͦchen BvgSp
5a;
heidenische erweiz ebd.
63;
die heidenischen haubt ebd.
95.
–
sîn ors was heidnisch daz er reit Wh
83,21;
welch gast her jn brengit heidenische [aus Litauen? (vgl.
Anm.z.St.)] adir vngerische ochsin, der shal gebin von houbete
drig pfenninge UrkSchles (B)
53:27,2
(a. 1327).
–
under der heidenischen ê [in heidnischer
Zeit] / vor Corinêis jâren Tr
16690;
von heidenischen zytten [seit heidnischer
Zeit]
Lanc
6,31
MWB 2 1254,17; Bearbeiter: Tao
heidenischheit
stF.
‘die Heidenschaft’
ûz der heidenscheit marcten nu /
[...] ein der Sarrazîn Kreuzf
2700
MWB 2 1255,28; Bearbeiter: Tao
heidenisse
stFN.
‘Heidenschaft’
over all heydenysse / was des swerdes gude bekant KarlGalie
5045
MWB 2 1255,30; Bearbeiter: Tao
heidenkint
stN.
‘(ungetauftes) Kind eines Heiden’
alliu diu kint, diu âne touf ersterbent, jüdenkint unde heidenkint unde
ketzerkint, [...] und aller kristenliute kint, diu âne den
heiligen touf ersterbent: diu varnt alle an eine stat, diu heitzt limbus und ist vor
der helle PrBerth
1:126,24
MWB 2 1255,32; Bearbeiter: Tao
heidenlant
stN.
‘Land der Heiden’
ein vinster sol werden / ubir alle dise erde, / uber al daz heidenlant /
vinstere manichualt / niuwan undir mînem liute Exod
2271
(vgl. Ex 10,21);
sîn dach [der Oberstoff des
Mantels] , / daz beste, daz man ie gesach /
[...] ze Morzî in heidenlant UvZLanz
864;
von heidenlant / was in ze stiure dar gesant / vil manic edel samît
KvWPart
14159;
in allen heidnishen [La. heiden
] landen Rennew
28831;
TürlArabel
*A 181,18;
MinneR 444
265
MWB 2 1255,38; Bearbeiter: Tao
heidenlich
Adj. , heidenlîche
Adv.
‘heidnisch, nicht jüdisch, nicht christlich’
Ismahele wonten mitte / alse heidinliche sitte / das er
[...] mahte abgoͤttelin / von leime unde bettes an
RvEWchr
5033;
nâch heidenlîchem orden / êrte er sîniu abgot
RvEBarl
422;
dîn êrer leben sî dir leit, / üppic unde heidenlich / was daz unde unfrumelich
LBarl
7489;
die rittershaft, / die an der heidenlichen
kraft [Heidenheer] / rechent swaz uns ie geshach
Rennew
21364;
daz wunder ist uns wilde / die hant heidenlichen
namen [uns, die wir Heiden sind]
ebd.
28345;
TürlArabel
*A 11,6.
*A 220,14.
– Adv.:
wan in [den beiden hethitischen Ehefrauen Esaus
(vgl. Gn 26,34)] heidinsche site / wontin heidinliche mitte / und
si lepten widir gote RvEWchr
5641;
er lebete heidenlîche: / durch des tiuvels gebot / kêrt er
sich an diu abgot RvEBarl
238
MWB 2 1255,48; Bearbeiter: Tao
heidenliute
st.Pl.
eine Pluralform von →
heidenman
stM.
–
de cristen haen vernomen, / dat heyden lude by en waren, /
[...] so bunden sy an beyden syden / de helm up, sy
woulden stryden KarlGalie
11607
MWB 2 1256,1; Bearbeiter: Tao
heidenman
stM.
‘Heide’
mich rewen sol ir sunde, / dar zu ir ungetaufter leip: / der helle si geporen
sind / all heidenman und auch die weip Virg (St)
450,13
MWB 2 1256,6; Bearbeiter: Tao
heidenschaft
stF.
1
‘die Heiden, Gesamtheit der Heiden, Heidenschar’
2
‘Land, Länder der Heiden’
3
‘Heidentum, Unglaube, Götzendienst’
1
‘die Heiden, Gesamtheit der Heiden, Heidenschar’
ir schult [...] si
[Gottes Worte] der heidenschefte sagen, / die
heidenschaft becheren, / die christenheit si leren Hochz
947;
Dietherich mit den sinin / [...]
reit vmme die heidenschaft / die lac mit heris craf Roth
2719;
die heidenschaft er dâ vertreip, / waz der niht tôt wart
geslagen, / noch sich ergâben Kreuzf
154;
vnde werez also, daz er sines gutes nicht geniezen mochte von heidenschaft
wegen [wegen der heidnischen Bevölkerung] oder svs von
vnrechter gewalt UrkCorp (WMU)
777,16.
–
‘heidnisches Volk’ (oder ‘heidnisches Land’, dann zu
2):
nu lac da bi ein heidenschaft, / di mit volliger craft /
vientlichen uf trat / kegen di vorbenanten stat Pass I/II (HSW)
36629.
– für eine Person stehend (auch zu 3 möglich):
[Herzeloyde zu Gahmuret:] nu ânet iuch der
heidenschaft [gemeint: die Heidin Belakane]
Parz
94,14
2
‘Land, Länder der Heiden’
ûz heidenschaft manc kindelîn Parz
817,9
ähnl.
766,26;
der [kostbare Seidenstoff] was von
golde guot genuoc, / geworht in der heidenschaft Wig
10579;
die heidenschaft, die do heiset Lettowe OberrhChr
65,13;
Jherusalem zwuschen der heidenschaft lit / also ein tal
zwuschen zwein bergen Brun
11499;
swâ gewin an koufe lac, / des fuorte ich vil mit rîcher kraft / mit mir in die
heidenschaft RvEGer
1180;
von, ûz der ~ komen
Parz
70,5;
Wig
9208.
9235;
in die ~ rîten
Heidin IV
1056;
varn
HeslApk
19028;
OberrhChr
65,13
3
‘Heidentum, Unglaube, Götzendienst’
daz die von Mailân / die cristen viengen, / die haidenscaft
mit in begiengen Kchr
15865;
owol dich, der alwaldige got, / dvͦ mih uon der heidinschefte
has irledigot TrSilv
334;
mit der drîer volleiste / wert iu diz
wazzer [Taufwasser] heidenschaft Parz
817,21;
wee schere ich soulde / de heidenschaff durch en begeven / ind an cristen ewen
myt eme leven KarlGalie
2253.
– jmdn. von der ~ bekêren:
TrSilv
221;
SAlex
2306;
RvEWh
15638.
– hierher oder zu 1:
al der heidenschefte gote Wh
449,25.
339,4
MWB 2 1256,10; Bearbeiter: Tao
heidentuom
stM.
1
‘die Heiden’
2
‘heidnisches Land, heidnische Länder’
3
‘Heidentum, Unglaube’
1
‘die Heiden’
den der heidentvͦm vns het hin, / den hat dvrch minnelons
gewin / erlost dvͥ hoͤheste kvͥnegin, / Tybaldes wip, ein Araboysin
TürlArabel
*A 199,23;
nv torste ich eine wol bestan [...]
al den heidentvͦm ebd.
*A 222,13
u.ö.;
reht als in eim vluor tuot ein starc ungewitter, / sus wart der heidentuom von
in beschûret Loheng
4603.
4718
u.ö.
2
‘heidnisches Land, heidnische Länder’
er hat noch ie den hoͤhsten pris / in heidentvͦm erzeiget
TürlArabel
*A 162,23;
so ist in aller haidentuͦn / so mæhtic nieman als ir sint
WhvÖst
9016
3
‘Heidentum, Unglaube’
heidentuͦms der vrie wart er gar und nach den kristen sanc er, / swaz si da
singen oder sagen kunden / in kristenlicher wise, wart er und al di sine geloubik
funden JTit
472,2;
want im sant Thomas kristenlere und wise [= wîse
‘Weisung, Führung’] / was [...] gebende
von heidentuͦm [La. haidenschaft
] in vrone paradyse ebd.
Marlb. 3,4;
gein der kvͥneginne palas, / dvͥ Arabel do genammet waz, / do
si dez heidentvͦmes wielt TürlArabel
*A 57,25.
*A 67,18
MWB 2 1256,52; Bearbeiter: Tao
heidenvolc
stN.
‘die Heiden’
sus wirt daz heiden volk gar / geloubic an Jhesum Crist
HeslApk
19050;
die juden irren an irre e, / daz heiden volk noch vierstunt
me, / die bosen cristenen sin vorlorn ebd.
11520;
wan haiden volkes alsô vil / an Crist geiehen hêten HvdHageMarg
1454
MWB 2 1257,10; Bearbeiter: Tao
heider
stM.
wie heitere stF. ‘Klarheit’, vom Himmel:
swie vil ich an den sternen las, / swen so die klamenye in vollem heider was
Wartb
Rs 47,2
MWB 2 1257,16; Bearbeiter: Tao
heidisch
Adj.
wie heidenisch
‘heidnisch’
der edil wise wigant / mit disim selbin risin schiet /
zwischin der heideschen diet / und Davide bi der zit / urlúge und krieglichin strit
RvEWchr
30814;
der heidische kúng OberrhChr
65,16
MWB 2 1257,19; Bearbeiter: Tao
heidischlich
Adj.
‘heidnisch’
do wolt der haideschiliche man / den frid und suͦn nit staͤt han
KvHelmsd
1745
MWB 2 1257,24; Bearbeiter: Tao
heie
swF.
‘Keule, Kolben’
sus er den jungen an lief / mit siner grozzen hayen
WhvÖst
12019.
12093.
12096.
12149
(vgl.
slegel
11931
und die anschließende nähere Beschreibung dieser Schlagwaffe).
MWB 2 1257,27; Bearbeiter: Tao
heie
swM.
‘Hüter’
du wær der tugende heye / sleht alle zit Rab
911,1;
der tugende haige Dietr
361
MWB 2 1257,31; Bearbeiter: Tao |