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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hege- - heidenlich    


hege-, hag(e)tûbe swF. zu Wortbildung und Bed. s. AWB 4,796 s.v. hegitûba. – eine Taubenart: palumbes: hagetuba, hegetuba [La. heitubin (Nom. Pl.)] SummHeinr 2:407,229; hactavb UvLil 257r 45; weitere Glossenbelege des 12. Jh.s s. AWB (s.o.)

MWB 2 1249,1; Bearbeiter: Bohnert

hegge F. hecke

MWB 2 1249,6;

hegunge stF. 1 ‘Eröffnung des Gerichts’
2 Schonungszeit, in der ein Wald gegen Holzfällen geschützt ist
   1 ‘Eröffnung des Gerichts’ noch der hegung des gerichtes quamen dy, dy den toten vorderten, vnd warten des rechten SchöffIglau 144    2 Schonungszeit, in der ein Wald gegen Holzfällen geschützt ist: pro custodia fovenda, quod vulgariter hegunge nuncupatur, in villa, nemore et campis UrkWürzb 39,550 (a. 1335); binnen der heͤguͤnge, durfte kein gebwͤrͤ [= gebûre ] zymmers zu syme gebuͤwe, der sal komen vor dy ratmanne zu F. DRW 5,558 (NeuzelleUB.; a. 1345)

MWB 2 1249,7; Bearbeiter: Tao

hëher stMF. ‘(Eichel-)Häher’, auch als Bezeichnung für andere Vogelarten (vgl. AWB 4, 797f. und Suolahti, Vogelnamen, S. 198ff.): von dem heher. garrulus haizt ain heher, und ist ze latein als vil gesprochen als ain klaffer, [...] wan er ist kläffischer dan kain ander vogel [...]. er [...] mag selten ain ander vogel für in gevliegen oder gehupfen, den er niht anschrei. er äntert [imitiert] all ander vogel mit der stimm [...] reht sam er ir spot BdN 199,6; iuwer iegeslîchen hât diu heher / an geschrîet ime walde: / alsô wart ouch dort der alde [Heimrich] / durh sînen strît beruofen [gemeint: er wurde durch Warnrufe gemeldet] Wh 407,10; di zwene [...] spotlich beschriet selten het der hehere JTit 2078,4; Renner 13258. – in Glossen: orix, glandare: hehera SummHeinr 1:163,712. 2:65,246. 2:146,5; attacus, attactus: hehera ebd. 2:161,197; picus: hehera ebd. 2:413,312; nicedula: huwel, heher VocOpt 44.167; ornix: heher 44.170

MWB 2 1249,17; Bearbeiter: Tao

hehsenen swV. ‘(Fuß-)Sehnen durchschneiden’, Glossenbelege aus dem mhd. Zeitraum s. AWB 4, 608f. s.v. hahsinen und hahsinôn

MWB 2 1249,36; Bearbeiter: Tao

hei, heiâ Interj. auch verdoppelt. 1 meist vor einem Ausrufe- oder Wunschsatz, zum Ausdruck verschiedener Affekte
1.1 zum Ausdruck des Staunens, der Verwunderung
1.2 zum Ausdruck der Freude
1.3 zum Ausdruck eines Wunsches
1.4 zum Ausdruck der Klage und Trauer
2 heiâ (nu) hei als Schluss-Ansage eines Tanzleichs
3 zur Verstärkung einer Anrede, als Zuruf
4 als Signal eines Widerspruchs
   1 meist vor einem Ausrufe- oder Wunschsatz, zum Ausdruck verschiedener Affekte    1.1 zum Ausdruck des Staunens, der Verwunderung: heia waz der kaffere was Roth 247; hei wie dicke er noch genas / dem er [Gott] genædic wolde wesen! Er 8857; hey waz man rîcher spîse den edeln jegeren dô truoc! NibB 963,4. 1376,4. 2003,4 u.ö.; hei waz dâ guoter knehte / gevellet unde geveiget wart! Tr 1670; hei, wie er gap unde lêch! MF:Her 1:3,3; hei, wie manigen muot und wunderlîche site / si tougenlîche in ir herzen tragent! MF:Reinm 20: 3,3    1.2 zum Ausdruck der Freude: heia, mine uil lieben, wie salic div sele ist, div daz garnet, daz si dort der heiligen engele gesellescaft besizzet Spec 140,4; ist aber, daz dir wol gelinget, / sô daz ein guot wîp dîn genâde hât, / hei, waz dir danne fröiden bringet, / sô si sunder wer vor dir gestât Walth 91,37; swer nu liebe nâhe lît, / hei wie der ân allen strît / kan mit fröuden heilen / sender wunden vil! KvWLd 11,25; hei wie wunniclich ein schar, / dâ diu vil reine Trinitât in ein gesament gar / [...] unt ouch diu edele muoter bî gestât RvZw 12,1; hei wie frô ir herz was! EnikWchr 2741; (Schadenfreude:) euge euge: heia heia PsM 34,21. 39,16    1.3 zum Ausdruck eines Wunsches: hey wær’ mir sam gescehen, / daz ich ir gieng’ enebene NibB 296,1; hey, wære ich dort! Neidh SL 11:8,6; heẏ stuͤnde in dem gewalte min / diz lút und diente minir hant! RvEWchr 19153. hei wan muoste ich ir alsô gewaltic sîn, / daz si mir mit triuwen waere bî / ganzer tage drî / unde eteslîche naht! MF:Mor 5: 2,3; hey soldest du in [den Schild] füeren heim in der Burgonden lant! NibB 2196,4; heya, sold er von miner hende / iezuͦ hie chiesen den ende! Rab 383,5; hei, sold ich daz heu mit ir hin hinder tragen Neidh WL 9:5,4. WL 17:3,11    1.4 zum Ausdruck der Klage und Trauer: hei wî grôz untrûwe daz was SAlex 4557; hey waz ich grôzer sorge dicke umbe Sîfriden hân! NibB 900,4; hei, wie si dô beroubten / der witze manigen guoten kneht / der des wânt, ez wær gereht, / swaz si ze Rôme tæten Ottok 140. – verdoppelt (und in Verbindung mit ôwê): vrou Ginovêr [...] / sprach jæmerlîcher worte sin. / "ôwê unde heiâ hei [...]." Parz 160,3. 103,20. 496,22; owe und hey a hey! / daz die gelieben suͤzen / sich nu sheiden muͤzen Rennew 33212. 19590; ‘owê unde heiâ hei!’ / schrirn si alle gelîche Mai 154,12; subst.: nu waz moͤhte han die kraft / daz uz dem ainen machte zwai, / wan des todes haia hay? WhvÖst 2390. – als Klagegeschrei zur Verfolgung des Täters bei einer handhaften Tat ("Gerüfte"): der künec rief lûte heiâ hei Parz 525,24; hier anschließbar: in wâfenheiz er nante / Gâwânen [...]. / dâ bî er dicke lûte schrei / "ôwê unde heiâ hei / mîns hêrren den ir sluoget, / daz iuch des niht genuoget, / irn nôtzogt och sîn tohter hie." ebd. 407,16    2 heiâ (nu) hei als Schluss-Ansage eines Tanzleichs : schrîent alle: ‘heiâ hei’! / nu ist der seite enzwei KLD:UvW Leich 4,193. Leich 2,107. Leich 3,126. Leich 5,84; heía nu heí! / / des vídelaeres seíte / dér ist enzweí Tannh 3,127. 4,141; swá man nu sínge, / froéliche springe, / / heía nu heí! / (heía nu heí!) ebd. 5,127    3 zur Verstärkung einer Anrede, als Zuruf: heiâ, gewalt und wîstuom [ potestas und sapientia, d.h. Gott Vater und Sohn] , / wenne meht wir daz widertuon / um den menschen, der dâ verlorn ist? Aneg 2265; heyâ, got, wie teilst so ungelîche! SM:WvH 6: 2,5; hei tugent, wie smal sint dîne stege, / wie kumberlîch sint dîne wege! Tr 37; hei Bêaflôr dû reine, / waz hôher tugende an dir lac! Mai 168,16; hei, Keii, wie unsanft du maht [...]erbiten! Mantel 439; hei, dû trügehaftez wiht! / ich ahte ûf dîne trüge niht RvEBarl 15095; hei, kuͦnig, din bart [dein Alter, Verstand] / solte iz bewart / han an deme edelin rittir zart JMeissn B1:5,15; hei, sumer, waz herzen gegen dîner kunft erlachet! Neidh SL 17:2,1; nu heia, Tanhusaere! / zergangen ist din swaere Tannh 4,113. – die angeredete Person wird zu einer bestimmten Handlung, einem bestimmten Verhalten aufgefordert: hei, sælig wîb! / dur dîn besten tugende mir mîn leit vertrîp SM:HvR 1: 2,6; SM:HvT 1: 1,5; heia, Tanhusaer, nu la dich iemer bi im vinden / gar an allen wandel din! Tannh 5,73. 5,123; herre Peter, heya hei, / nv hif [l. hilf ] von dirre pinen mir! MarHimmelf 1264; hei wie ist sin lip und sin gewant / gestalt der úch bekant / von mir tet dise mere? RvEWchr 35605. – der angeredeten Person wird eine Strafe angedroht: [ die Mutter zu der aufsässigen Tochter:] hey, strûche [NeidhWB, S. 261: Landstreicherin?] , vergên ich dir den stîc [wenn ich dich erwische] , / dû getuost ein springen, / daz dir ze leide wirt / und dînen rucke swirt Neidh SL 16:7,2    4 als Signal eines Widerspruchs: hey sîn lîp iu wol gevellet. / ir [Jeschute] habt iuch zim gesellet Parz 133,21; ‘dû biutest in [den Edelstein] umb ein kleine guot.’ / ‘hei, het ichs niuwan in der hant’ Eracl 1027; heya nein, la sin! / du solt got erzurnen niht! Minneb 4344

MWB 2 1249,39; Bearbeiter: Tao

hei Pers.-Pron. 3. Sg. Mask. ër

MWB 2 1251,12;

hei stN. vgl. 1gehei. ‘Dürre’ Gawan [...] volget im nach in das bruch [= bruoch ] , der [statt das ] aller zurspalten was von dem großen hei. sin roß [...] viel in einen spalt Lanc 593,1

MWB 2 1251,13; Bearbeiter: Tao

heide stswF. swF. SAlex 4125; SM:Go 1: 1,11; SM:St 14: 1,3; Ottok 75000. 36346; MorantGalie 4100. 5275; Seuse 305,4. 304,17. 1 ‘ebenes, unbebautes, wildbewachsenes Land, Heide’
1.1 allg.
1.2 in Vergleichen, mit Bezug auf den Blumenschmuck und die leuchtende Farbenpracht der Heide
1.3 als Kampfplatz
2 ‘Heidekraut’
3 ‘Wald’ (vgl. MNDWB 1,252f. und DWB 4,2,798)
   1 ‘ebenes, unbebautes, wildbewachsenes Land, Heide’    1.1 allg.: ich sach vil liehte varwe hân / die heide und al den grüenen walt. / die sint nu beide worden val MF:Rugge 1:1,2; diu heide was von bluomen gar / rôt, wîz, weitvar, / brûn, grüen und gel, / swarz, mervar, wolkenhel, / tûsenvêch, trûbeblâ, / stahelbleich, îsengrâ, / purpurbrûn, sîtval UvZLanz (K) 4749; nûst diu heide wol bekleidet mit vil wunnenclîchen kleiden: / rôsen sint ir besten kleit KLD:GvN 26: 1,1; under der linden / an der heide, / dâ unser zweier bette was Walth 39,12. – mit Adj.-Attr.: liehtiu ~ Walth 119,16; Parz 516,22; Tannh 15,4; SM:JvW 1: 1,6; grüeniu ~ waz dar umbe, valwet grüene heide? MF:Reinm 18: 1,3; KLD:GvN 45: 1,1; rôtiu ~ Walth 122,33; breitiu ~ SAlex 2617; dannen kêrt er zestunt / an ein breite heide UvZLanz (K) 453; KLD:UvL 9: 1,3; KLD:Kzl 13: 2,15; wîtiu ~ Alph 583; Pass III 226,29; Seuse 371,2; wildiu ~ Aneg 1868; Wig 4865; WernhMl 234; wüestiu ~ SAlex 4125. – in formelhaften Verbindungen mit Bewegungsverben: über walt und über ~ kêren, walt und ~ varn, rîten u.ä.: sus kêrten si [...] / allez gegen der wilde hin / über walt und über heide / vil nâch zwô tageweide Tr 16681; sie vuoren ungevertes dar / manige tageweide / walt und wilde heide / gar mit arbeitlîchen siten RvEBarl 15936; er rayd wald und hayde / recht untz an den vierden tag HvNstAp 9881; Orend 3681; von Bêheim kunic Ottacker / über heid und über acker / den vînden er nâch stapht Ottok 11047; von dannen geleite er daz her, der wîgant / über holz und über heide / siben langer tageweide Orend 2401. – bildl.: [Maria] du vridestat, du fröidental, / du spilndiu, blüendiu heide Sigeher M 48; des fürsten milte ûz œsterrîche / [...]. / erst [= er ist ] ein schœne wol gezieret heide, / dar abe man bluomen brichet wunder Walth 21,4; LobGesMar 89,4; Frl 14:29,3; [ meister, ] die uf der künste heide / gebrochen han und brechen noch vil rosen speher fünde ebd. 5:116G,5    1.2 in Vergleichen, mit Bezug auf den Blumenschmuck und die leuchtende Farbenpracht der Heide: ir tohter, diu sô liehten schîn / gap daz ich die heide / mit ir manigem underscheide, / des si noch phliget und ouch dô phlac, / gein ir niht gelîchen mac Wh 200,13; si gelîchent mich der heide, / diu ê stuont bluomen vol / und nû der âne lît / diu kalte winterzît SM:Gl 1: 1,3; swie vil der meie uns brâhte ie / vremder bluomen underscheit: / manec storje dort geblüemet reit, / gelîch gevar der heide Wh 20,9; Kreuzf 1806; bî Ehmereizes kursît / der heide glanz in des meien zît / mit touwe behenket / an prîse wære verkrenket: / sô clâr was er gemachet, / daz die bluomen wæren verswachet Wh 364,22.    1.3 als Kampfplatz: getunget [mit Blut und Leichen] wart di heide. / dâ vielen di veige SAlex 4710; des strîtes an der heide, / des wart ouch dâ vergezzen niet UvZLanz (K) 3498; dar umbe wolde er in bestân / eine ûf der heide Wig 2942; Tannh 5,57; MorantGalie 4100; im Bild eines Liebeskrieges: er [der Liebende] mac lîhte waenen, daz ich sîn erbeite an einer heide, / dâ wir uns beide / versuochen aller unser maht, / ich bringe in lîhte sigehaft, / ê denne uns ieman scheide MF:Reinm 67: 4,2    2 ‘Heidekraut’ owe [...], / daz da wassen sol daz gras, / da die schone Troyge was, / busche vnde heide Herb 1741. 10576; gras, love ind heyde / bant hey zo samen beyde KarlGalie 9794    3 ‘Wald’ (vgl. MNDWB 1,252f. und DWB 4,2,798): doch sint drî heide binnen deme lande zu Sachsen, dâ den wilden tieren vrede geworcht ist bî kunges banne [...]; daz heizen banvorste. daz eine ist die heide zu Koyne; daz andere der Harcz; daz dirte die Magetheide SSp (W) 2:61,2

MWB 2 1251,17; Bearbeiter: Tao

heidelber stF. heitber

MWB 2 1252,30;

heidelîn stN. ‘kleinwüchsiger Heide’ dâ stuont ein altez heidelîn / und het an dem lîbe sîn / von rûhen vellen ein gewant / und het ein houwen in der hant Heidin III 1623; daz mänlîn sprach: [...] / her abe gienc daz heidelîn ebd. 1670

MWB 2 1252,31; Bearbeiter: Tao

heiden Adj. ‘heidnisch, nicht christlich, nicht jüdisch’ – von Personen; attr.: den heidin kunic woltin si bicherin ÄJud 39; Exod 1860; Rol 8437; sô nie nehein keiser wart, / kristen noch heiden En 12807; manigen riter haiden [Akk.] Rol 4964; di heidene gesinden VMos 46,20; und [Samson] gie gein Tampna / zuͦ dén heidin Philistim RvEWchr 20548; ein heiden meister Eckh 1:56,8; der hedine man Paulus 130. 148; En 12612; NibC 1422,3; KarlGalie 11590. 12254; heyden lude ebd. 11607; präd.: e got giborin wurdi [...]. / daz lut was heidin ÄJud 3; wir mochten liever heiden / noch langer han gewesen / inde mit Machumette genesen / dan gelouven an den got MorantGalie 3424. – von Land, Sprache, Schriftwerk und Kriegsausrüstung: Ungerlant dô heiden was EbvErf 2100; dar nach swͦren die herren / uber alle haiden zungen Rol 8119; vnd allein ist daz vrkunde heyden, / dar vmme lazet v di rede nicht leyden Elmend A 21; daz heidine wicgeroͮste Roth 4143

MWB 2 1252,36; Bearbeiter: Tao

heiden stF. vgl. ahd. heidanî stF. AWB 4,805. ‘Heidentum, Gesamtheit der Heiden’ anders wæren wir verlorn. / wol dir sper, criuze unde dorn! / wê dir, heiden, daz ist dir zorn Walth 15,19

MWB 2 1252,56; Bearbeiter: Tao

heiden stM. im Pl. auch sw. heidenen Glaub 2246. 2253; TrSilv 630. 645; Roth 480. 4155; Daniel 142. 1450; Mechth 4: 3,67. ‘Heide, Nichtchrist, Nichtjude’, häufig Muslime bezeichnend (zum Begriff des Heiden und des Heidentums im MA vgl. LexMA 4,2011-2013) 1 allg.
2 Ausdrücke mit ein heiden , die auf das geringe Ansehen der Heiden oder die negativen Eigenschaften anspielen, die ihnen (von christlicher Seite) zugeschrieben sind
3 tadelnd auf nicht rechtgläubige Christen angewendet
   1 allg.: Adam was ein heiden EnikWchr 1660; Pharaôni deme heidene Exod 2983; der künic [Nabuchodononsor] was ein heiden BuchdKg 61,9; gentium: der heiden PsM 134,15; nû nemt ouch drîer künege war, / [...] Kaspar, / Melchior und Balthasân, / die müeze wir vür heiden hân Wh 307,10; dem heyden Pylato PrOberalt 53,1; saracenus: heidan VocOpt 41.108; der haiden Marsilie Rol 6165; getouft wîp den heiden treit, / swie daz kint der touf hab umbeleit Wh 307,21; dû bist noch ein heiden / mit zouberlîchen listen / und er ein reiner kristen RvEBarl 11070; cristen, juden unde heiden Walth 16,29. 22,16. – charakterisiert durch bestimmte Adj.: die grimmigen ~ Rol 20; ein heidin ureislich Roth 3768; die heiden die hochvertich waren PrOberalt 151,1; die verworhten ~ Rol 3465; Eracl 4609; die übelen ~ Konr 11,32; PrOberalt 169,17; der werde heiden Parz 793,15; Wh 21,10; ein wiser haidin haizit Seneca PrGeorg (Sch) 20,91. – Gen.Pl., in Verbindung mit bestimmten Subst.: der ~ lant Rol 2406; GrRud γb 50; Wh 67,30; der ~ ê NibB 1335,2; Wh 464,11; der ~ gloube MNat 16,12. 17,29; der ~ orden KvWSilv 2061; HvNstAp 14053; der ~ sit Wig 8651; PrMd (J) 354,18    2 Ausdrücke mit ein heiden, die auf das geringe Ansehen der Heiden oder die negativen Eigenschaften anspielen, die ihnen (von christlicher Seite) zugeschrieben sind : jâ bin ich niht ein heiden. / si sol genâde an mir begân MF:Eist 15:1,6; SM:Gl 1: 14,5; sî tet, als ich wære ein heiden! SM:HvStr 2: 2,4; seht, des tæte ein heiden niht MF:Hartm 18:5,6; noch ist sî [...] alsô guot, / erkante sî rehte mînen muot, / und ob ich wære ein heiden, / [...] sî sagte mir sîn etelîchen danc HartmKlage (G) 209; nu bistu lônes gein mir ze laz. / du möhtest einen heiden baz / besorgen und bedenken UvLFrd 143,8. 149,32; wære ab ich ein wilder heiden, / mîner triuwe solte ich baz genozzen hân KLD:GvN 9: 5,9; ich stên ir helfe leider blôz / diu mich in senden leiden / [...] nun lange hât [Hs.: lat ] / als einen wilden heiden KLD:UvW 5:2,7; owe, daz jamerliche scheiden, / daz moͤhte han beweinet ein heiden Rab 986,6. 1079,3    3 tadelnd auf nicht rechtgläubige Christen angewendet: swelh kristen kristentuomes pfliht / an worten und an werken niht, der ist wol halp ein heiden Walth 7,13

MWB 2 1252,60; Bearbeiter: Tao

heidenbein stN. ‘Heidenknochen’ manic haidenbain zermoͤrschen / sah man da ze stunde WhvÖst 6248; brust leder, haidenbain man sach / sinen buhurt brechen ebd. 14980

MWB 2 1253,48; Bearbeiter: Tao

heidendiet st.Subst. ‘Heidenvolk’ Ludewic [...], / ein vînt der heiden diete Kreuzf 638; vnd werdent gesammet vor im alle heidendiet [ omnes gentes ] EvAug 64,12 (Mt 25,32)

MWB 2 1253,52; Bearbeiter: Tao

heidendrô stF. ‘Drohung der Heiden’ haiden dro / ahten si do claine WhvÖst 16998

MWB 2 1253,56; Bearbeiter: Tao

heidenheit stF. ‘Gesamtheit der Heiden’ ich nemen dat uf mînen eit: / lêge üver sê die kristenheit / entgên der heidenheit geschart, / des doufes vane wêr bewart / an deme ritter Göllh 285

MWB 2 1253,58; Bearbeiter: Tao

heidenin stF. auch -în, -inne; selten sw. VMos 32,22; EnikWchr 14599; PrSchw 2,110. – ‘Heidin, nicht christliche, nicht jüdische Frau’ Raap [Rahab (vgl. Ios 2,1ff.)] was ein heidenin VMos 63,12; och nam er [Ahab (vgl. III Rg 16,31)] ein frowe Jesabel / ze wibe, die heideninne, / und mahte durh ir minne / in Samaria [...] / ein abgot der was genant / Baal, das bettet an / er RvEWchr 34295; diu rîche wîse heidenin Parz 329,11. 336,3; vil liehter heidenin TürlArabel *A 67,21; die sûze heidenin Kreuzf 6021; Heidin II 668; PrSchw 2,91; BuchdKg 39,6; SHort 8584. – neben kristen u.ä.: du bist kristen und ich en heidin HlReg 84,6; diu kristæne und diu heidenîn Flore (P) 578; ich was ein heideninne und er ein kristenman WolfdA 528,3; getouft wîp noch heidenîn / gebent nu selher koste niht Wh 55,12. – als Titel einer Erzählung: hie hebet sich an die heideninne Heidin IV Überschrift

MWB 2 1253,62; Bearbeiter: Tao

heidenisch Adj., Adv. , heidenischen Adv. ‘heidnisch, nicht jüdisch, nicht christlich’, häufig bestimmter: ‘muslimisch, arabisch, orientalisch’ 1 von Personen (meist attr., selten präd.
2 von Sprache, Schrift und Schriftwerk; adj., adv. oder subst.
3 von Land, Sitten und Bräuchen, handwerklicher Arbeit usw.
   1 von Personen (meist attr., selten präd. Wh 307,25; EvBerl 121,21 ): deme heidenisken wisagen [Bileam (vgl. Nm 22,31)] / deme wurden sinev ovgen uf getan VMos 75,3; in Indiâ [...] wart er [der golddurchwirkte Seidenstoff] gewürket und bereit / [...] mit sô vremden listen, / daz sarrazîn noch kristen / nie gewap sô wæhez werc. / in worhte ein heidenisch getwerc KvWTroj 20070; oft attr. zu künic: ein heidenscher kv́nic von Rome Konr 3 W1,80; och in den selben jaren / dri haidensche kúnig waren / in Orient dem landen WernhMl 3282; Roth 3862; Rol 4538; Tauler 353,14; zu man: Roth 3799; Rol 4573 u.ö.; NibB 1395,3; Parz 735,3; zu meister: Plâtô, ein heidenischer meister Eckh 2:202,7; Tauler 300,27; Seuse 171,12; KvMSph 11,9; zu diet: Exod 48; En 6098; Herb 3507; Wh 31,27; RvEBarl 113; zu liut: Gen 2320; JPhys 7,7; AvaLJ 17,2; PrOberalt 151,11; EvBeh Io 12,20    2 von Sprache, Schrift und Schriftwerk; adj., adv. oder subst.: ze Baldac [...] ein sô gewaltic man [...]. / sîn name heidensch was sô hêr / daz man in hiez den bâruc Parz 13,20; siben sterne si dô nante / heidensch ebd. 782,2; der edel werde wîgant / begund grüezen mich zehant / in heidensch RvEGer 1345; in heidenischer schrifte Parz 453,13; die heidenischen buͦch Lucid 37,8. 51,3; Elmend A 54; dy heydenische cronike MarcoPolo 1,1. – in Verbindung mit den Verben sprechen, reden, singen: alle sprâche si wol sprach, / latîn, heidensch, franzoys Parz 312,21; der knappe [...], / ze dem diu frouwe heidensch sprach / al daz si wider ûf enbôt [melden ließ] ebd. 529,20; daz sîn munt wol heidensch sprach Wh 83,19 u.ö.; der fünft redet kriechischen / der sehst heidenischen EnikWchr 3364; UvEtzWh 3004; ovch horte man heidenisch svͤzz singen / kleinvͥ kint TürlArabel *A 96,26. – in Verbindung mit kunnen, verstân: und daz ich heidnisch wol verstuont Wh 207,3; wand er die sprâche kunde, / heidenisch und franzois Wig 8340. – in Verbindung mit schrîben, brieven: Kyôt [...], / der dise âventiur von Parzivâl / heidensch geschriben sach Parz 416,27; ein êpitâfîum [...] / gebrievet [...] heidenisch und franzois Wig 8258    3 von Land, Sitten und Bräuchen, handwerklicher Arbeit usw.: want er mit gote uͦber want / uil manige heideniske lant Rol 14; Wh 21,8; Rennew 28831; uz allen heidinisken richen Rol 293; RvEBarl 2269; RvEWchr 3778; starc rœrîne schefte drîn / [...] ûz einem heidenschen muor Parz 335,23. er [der Mantel] was von Sarrazînen / mit cleinen bortelînen / in vremedeclîchem prîse / nâch heidenischer wîse / wol underworht und underbriten Tr 2540; perlein, rubein [...] / waren im gerigen [eingeflochten] in das har / nach der haidennischen art HvNstAp 11652; heidinssche site Athis C* 121; heidensch orden Parz 13,28; RvEBarl 11508; nach dem heidenischen rehte Macc 1346. ouch wâren diu tassel / [...] ergraben harte kleine / ûz einem edeln steine / mit heidenischem liste Wig 823; heidensch wilde fiur [griechisches Feuer] Parz 205,28; sîn schilt was heidensch Wh 83,20; einen wîzen halsberc, / daz was heidenischez werc / von breiten blechen hürnîn Wig 7373. heidenische kuͦchen BvgSp 5a; heidenische erweiz ebd. 63; die heidenischen haubt ebd. 95. sîn ors was heidnisch daz er reit Wh 83,21; welch gast her jn brengit heidenische [aus Litauen? (vgl. Anm.z.St.)] adir vngerische ochsin, der shal gebin von houbete drig pfenninge UrkSchles (B) 53:27,2 (a. 1327). under der heidenischen ê [in heidnischer Zeit] / vor Corinêis jâren Tr 16690; von heidenischen zytten [seit heidnischer Zeit] Lanc 6,31

MWB 2 1254,17; Bearbeiter: Tao

heidenischheit stF. ‘die Heidenschaft’ ûz der heidenscheit marcten nu / [...] ein der Sarrazîn Kreuzf 2700

MWB 2 1255,28; Bearbeiter: Tao

heidenisse stFN. ‘Heidenschaft’ over all heydenysse / was des swerdes gude bekant KarlGalie 5045

MWB 2 1255,30; Bearbeiter: Tao

heidenkint stN. ‘(ungetauftes) Kind eines Heiden’ alliu diu kint, diu âne touf ersterbent, jüdenkint unde heidenkint unde ketzerkint, [...] und aller kristenliute kint, diu âne den heiligen touf ersterbent: diu varnt alle an eine stat, diu heitzt limbus und ist vor der helle PrBerth 1:126,24

MWB 2 1255,32; Bearbeiter: Tao

heidenlant stN. ‘Land der Heiden’ ein vinster sol werden / ubir alle dise erde, / uber al daz heidenlant / vinstere manichualt / niuwan undir mînem liute Exod 2271 (vgl. Ex 10,21); sîn dach [der Oberstoff des Mantels] , / daz beste, daz man ie gesach / [...] ze Morzî in heidenlant UvZLanz 864; von heidenlant / was in ze stiure dar gesant / vil manic edel samît KvWPart 14159; in allen heidnishen [La. heiden ] landen Rennew 28831; TürlArabel *A 181,18; MinneR 444 265

MWB 2 1255,38; Bearbeiter: Tao

heidenlich Adj. , heidenlîche Adv. ‘heidnisch, nicht jüdisch, nicht christlich’ Ismahele wonten mitte / alse heidinliche sitte / das er [...] mahte abgoͤttelin / von leime unde bettes an RvEWchr 5033; nâch heidenlîchem orden / êrte er sîniu abgot RvEBarl 422; dîn êrer leben sî dir leit, / üppic unde heidenlich / was daz unde unfrumelich LBarl 7489; die rittershaft, / die an der heidenlichen kraft [Heidenheer] / rechent swaz uns ie geshach Rennew 21364; daz wunder ist uns wilde / die hant heidenlichen namen [uns, die wir Heiden sind] ebd. 28345; TürlArabel *A 11,6. *A 220,14. – Adv.: wan in [den beiden hethitischen Ehefrauen Esaus (vgl. Gn 26,34)] heidinsche site / wontin heidinliche mitte / und si lepten widir gote RvEWchr 5641; er lebete heidenlîche: / durch des tiuvels gebot / kêrt er sich an diu abgot RvEBarl 238

MWB 2 1255,48; Bearbeiter: Tao