harladîe
stF.
aus frz. herlot? (Rosenqvist 2, 259).
‘Bande, Pack’
da in [denen, die beschmutzt
sind] geberet [geschlagen] wirt ir
balk [Leib] / mit der andern harladye / und der valschen
kumpanye Hiob
8809
MWB 2 1205,60; Bearbeiterin: Herbers
hærlîn
stN.
auch hærl.
‘Härchen, kleines Haar’
strîch sie [Pflanze] umb den munt dîn,
[...] / daz dir nimmer dhein hærlîn / wahset ûz dem bart
dîn EnikWchr
14593;
BdN
436,13;
[er bemerkte,] wie ellú sinú herlú ze berg giengin
Seuse
71,5.
– bildl. für etw. Geringes, Wertloses ‘nicht im Geringsten’ (s.a.
hâr
2
):
er wart ouch alsô unlîdelich [umempfänglich für körperliches
Leiden] , und hêten tusent smide ûf in gehouwen, siu möhten im nit
ein hêrlîn geritzet hân PrNvStr
304,11;
umbe ein ~
:
des [seine besondere Qualität] tetz
[das Schwert] hie aber nindert schîn / als kleine als
umbe ein hærlîn Heidin III
1414
MWB 2 1206,1; Bearbeiterin: Herbers
harliʒ
stM.
→
hornuʒ
MWB 2 1206,14;
hâr-, hâresloc
stM.
swM. PsM .
‘Haarlocke’
super capillos capitis mei: uber die harlochen hovbtes mines PsM
39,13;
capillus: hareslok EvAlem
33 (L 21,8.18);
capillus: haresloͤke ebd.
33 (Mt 10,30);
[das Kind] hatte ein sieches houbet, / des hatten sich
verloubet [waren ausgefallen] / di harlocke alle garewe
Elis
7409
MWB 2 1206,15; Bearbeiterin: Herbers
hârlouf
Subst.
zu har stM.?
‘Haarlauf, Faden’
licium: harlifa, harloph vel fizza SummHeinr
2:349,92;
vgl. AWB 4,716f. mit weiteren Glossenbelegen
MWB 2 1206,22; Bearbeiterin: Herbers
harm
stMN.
→
harn
MWB 2 1206,26;
1harm
stM.
1
‘Schmähung, Verhöhnung’
2
‘Leid, Schmerz; Not, Unglück’
3
‘(kriegerischer) Grimm, Wut’
1
‘Schmähung, Verhöhnung’
mit temo harme unde mit temo spotte [den Jesus
erdulden musste]
ÄPhys
2,17
2
‘Leid, Schmerz; Not, Unglück’
swaz sî [Schar der Teufel] argis
angevînc / zu harme der cristinheit NvJer
11301;
daz habnt si [Gepeinigte] ze harme AvaJG
G
23vb,30;
dâr wart munt an mundelîn / mit lieve gar gedrucket
[...] dat was etlîches vorsten harm, / de heten irs
herzen anker dar / geschozzen an de maget clâr Crane
2172.
–
der arme / mit michelme harme / unsouber unt swarcer
Priesterl
91;
er [Christus] was rîche und wart dô arm, / daz
wir rîch würden leit er harm LBarl
15969;
wande di here frouwe hat / verkouft ir selbes husrat, / daz si umme
ewecliches leben / den armen alles hat gegeben, / unde ist sunder allen harm
[ohne Schmerz darüber zu empfinden] / notdurftic
unde worden arm Elis
10301
3
‘(kriegerischer) Grimm, Wut’
sie wuftin vf den godist [l. godis
] trost / mit so getaneme harme / daz in uor deme arme / nicht in
mochte bestan Roth
4151;
ouch dâ ir hant mit strîtis harm / gewunnen von den heidin
nam / dî stat Anthiocênam NvJer
21725;
von harmis krîge ebd.
21040
MWB 2 1206,27; Bearbeiter: Plate
2harm, harme
stswM.
Pl. herme (Akk.), hermen (Dat.) (in den Belegen nur
Wig unter 2.)
1
‘Hermelin’ , eine Wieselart, im Sommer mit braunem Ober- und weißem Unterfell,
im Winter gänzlich weiß mit Ausnahme der schwarzen Schwanzspitze; 2
‘(weißer) Hermelinpelz’ (als kostbarer Kleiderstoff, Schildbesatz usw., vgl. Brüggen, Kleidung, S. 60) 3 in Vergleichen; weiß wie ein Hermelin(fell), vgl. → harmblanc
1
‘Hermelin’, eine Wieselart, im Sommer mit braunem Ober- und weißem Unterfell,
im Winter gänzlich weiß mit Ausnahme der schwarzen Schwanzspitze;
migale: harmo SummHeinr
1:180,480;
der biber vnd der ygel ein schar, / der harm vnd der eychorn
ReinFu
K,1351;
harm und fühse, / han und henne, gans und ant / sint uns allen wol bekant
Renner
19568;
harm ist blank / unde hat doch swarzen zagel Marner (W)
L8:1,9.
– als höfisches Schoßtier:
sî zuo ir vrouwen drungen, / dâ vil der kleinen hundel bal / und vogel in
kevjen sungen, / dâ marder, harm, dâ vêhê lief, / daz in vil kiuscher megde
schôz / wonde und in ir buosem slief Virg
138,11;
ein harm vuorte diu herzogîn ebd.
310,12;
owê mîns harmen, / den ich ûf mînen armen / dicke hân vrôlîch an gesên
Crane
311.
323
2
‘(weißer) Hermelinpelz’ (als kostbarer Kleiderstoff, Schildbesatz usw., vgl.
Brüggen, Kleidung, S. 60):
von zobel unt von harme vil kleider man dâ vant
NibB
575,1;
der [
roc
] was gefurrieret [unterfüttert] / mit vil
grôzem vlîze: / herme vil wîze / hêt er bedecket Wig
755;
dem was furrieren niht vermiten / von hermen die wâren blanc
ebd.
10547;
der mantel was gefurrieret / von hermîn [La. harmen
] wîzer dan ein swan RvEGer
785;
ez chost ouch vil manig phvnt / der zabel vnd der harm Krone
542;
den dritten ritter sah ich tragen / von harm einen schilt wîz
UvZLanz
6303;
Loheng
5352
3
in Vergleichen; weiß wie ein Hermelin(fell), vgl. → harmblanc:
ein vil edel hunt [...] wîz alse ein harm
En
1775;
den swanen blanc reht als ein harm KvWSchwanr
1180;
sîn ros [...] was wîz als ein harm
RosengC
1167;
Rennew
2691;
Parz
256,20;
besonders als Schönheitsmerkmal, von weißer Haut und Zähnen:
ir hande unde ir arme / wâren blanc alseinen harme / unde
fûze unde bein SAlex
5278;
manec arm, / der wîzer was danne ein harm Eracl
1944;
ir hant snêwîz reht als ein harm KvWTroj
23110;
ir kel wis als ein harm Zwickauer
127;
diu brüstel [...] nâch harme blanc
Loheng
3125;
wie uz irem munde [...]
helffenbeinen zene schinen, / als by rubin luͤcht der harm Minneb
3453;
Krone
14382.
24781.
– rot (braun) wie ein Hermelin(fell):
var sam die harmen / rot gemischet WhvÖst
11418
MWB 2 1206,51; Bearbeiter: Plate
har|market
stM.
‘Flachsmarkt’, als Bestandteil von Personennamen:
her Chunrat an dem harmarcht UrkCorp (WMU)
1118,24.
N386,14;
her Chunrat von dem hormarcht ebd.
1735,43
MWB 2 1207,34; Bearbeiterin: Herbers
har|markter
stM.
wohl ‘Anwohner des Flachsmarktes’, als Bestandteil von
Personennamen:
her Chvnrat der harmarchter UrkCorp (WMU)
3011,25.
3346,9;
her Chvnrat der hormarchter ebd.
2131,26
MWB 2 1207,38; Bearbeiterin: Herbers
harmbalc
stM.
‘Hermelinpelz’
diz rîche kostebêre cleit / mit wîzen harmbalgen was / underzogen
HvFreibTr
4491
MWB 2 1207,42; Bearbeiter: Plate
harmblanc
Adj.
‘weiß wie ein Hermelin(fell)’
ez [Pferd] enwas ze michel noch ze kranc, / sîn varwe
rehte harmblanc Er
1427;
ein harmblankez miullîn / reit diu wol getâne
UvZLanz
4678;
ein örs harmblanch Krone
3411.
10200.
10563;
der bracke was harmblanc gevar ein clein vor an der stirne JTit
1184,1.
–
von sînem wâpenkleide / erlûhte ein harmblanker schîn
KvWTroj
31793;
der vane rehte harme blanc PleierGar
14175.
–
lîren unde ir harpfenspil / sluoc si ze beiden wenden / mit
harmblanken henden Tr
8066;
manig lade und schrin / von harm blanken hendelin / ward da
enttschlossen GTroj
14300
MWB 2 1207,45; Bearbeiter: Plate
harme
Adv.
‘schmerzerfüllt’
er [...] sprach gar harme: ey vater Habraham, erbarme
dich uber mich EvStPaul
950
MWB 2 1207,58; Bearbeiter: Plate
harmel
stN.
→
hermelîn
MWB 2 1207,61;
harmen
swV.
→
hermen
MWB 2 1207,62;
harmicheit
stF.
‘Not, Elend, Armut’
dû sihest die bluͦdin [Schwachen,
Gebrechlichen] minneclîchen ane want dû in ebin dolest in ire
armichait [
harmichait A]
TrudHL
46,24
MWB 2 1207,63; Bearbeiter: Plate
harmîn
Adj.
→
hermîn
MWB 2 1208,3;
harmîn
stN.
→
hermîn
MWB 2 1208,4;
härmîn
Adj.
→
hermîn
MWB 2 1208,5;
härmîn
stN.
→
hermîn
MWB 2 1208,6;
harmmantel
stM.
‘Mantel aus Hermelinpelz’
nim diner hilf harm mandel, / tu mich da mit bekleyden
Minneb
2534
MWB 2 1208,7; Bearbeiter: Plate
harmschar
stF.
zu Etymologie, älterer Wortgeschichte und dem Verhältnis von allgemeinspr. und
rechtsspr. Gebrauch 2RGA 14,16f. (R. Schmidt-Wiegand).
1
‘(von Gott, als Buße auferlegte) Züchtigung, Strafe, Qual, Leiden’
2 als Kriegshandlung 3 rechtsspr., ‘Ehren-, Schandstrafe’ ; sie "besteht in einem symbolischen Akt
der öffentlichen Unterwerfung, Demütigung", z.B. "im Tragen eines entehrenden
Gegenstandes" (Sattel, Sessel, Hund usw.), 2 HRG 2,777f. (dort
genauer) 3.1 eigentl. 3.2 übertr.;
1
‘(von Gott, als Buße auferlegte) Züchtigung, Strafe, Qual, Leiden’
in der finften harm schare / do chomen hovscrekken dare
VMos
39,5
u.ö.;
vil michel wirt diu not [als Zeichen des Jüngsten
Gerichts] , daz vihe lit allez tot. / diu harmscare get uber al,
des liutes wirt ein groz val AvaA
1,4;
wan diu alt ê diu ne was niht niwan ain wize unde ain harnscar der sundære
Konr (Sch)
151,5;
nu versuͦchet uns got [...] mit
harnschar StrKD
151,25;
swem got git groze harmschar ebd.
151,83;
ich enpfinch ni buza noch harmscare / so groze noch so swere, /
so mine meindethe weren SüklU
48;
da von manic harm schar / der vil armen sele
enstat [nach dem Tod]
Vät
15616;
disiu harmschar / diu ist immer hie gar / huoræren unde vrâzen
Tund
865.
1135
2
als Kriegshandlung:
mit vil hartir âchte / man in leide harmschar / kein der
cristinlîchin schar / stiftin und irweckin sach NvJer
5949.
11982.
11371;
do meosten lyden harschar / de heyden al gemeyne KarlGalie
13247;
do wurdent die burger gewarnot jn der nacht, dauon die harschar fur sich nit
gieng Kuchim
80,170.
– jmdm. (eine) ~ (ane) legen:
ein tougenlîchiu harmschar / was im ze lâge dâ geleit, /
dar în er ungewarnet reit / und wart mit frechen handen / eins strîtes dâ
bestanden KvWHvK
558;
die juden [...]leiten manige harmschar / dem
heiligen gesinde Pass I/II (HSW)
40346.
4007;
also laitend die von Ramswag her Hainrich Walther vnd her Cuͦn ain
harschar ân mit ritter vnd mit knechten Kuchim
80,167
3
rechtsspr., ‘Ehren-, Schandstrafe’; sie "besteht in einem symbolischen Akt
der öffentlichen Unterwerfung, Demütigung", z.B. "im Tragen eines entehrenden
Gegenstandes" (Sattel, Sessel, Hund usw.),2HRG 2,777f. (dort
genauer)
3.1
eigentl.:
daz [...] wͦr [= vür
] den totslac, der an Engelbolde geschach,
[...] Heinrich Zengenagel, der den totslac tet,
selbe zuuelfte, die mit im dar an waren, [...] unserme
herren dem bischoffe [...] ze bezzerunge die harnschar
[...] uon Hocheim ze Wirzeburc uur daz muͦnster
tragen UrkCorp (WMU)
504,18;
var dû hin ze Rôme, / geêre dû die crône, / wette
[leiste] dem cunige sîn harnscar, / alles rehtes
wis im gar Kchr
6664;
ist daz ainer ainen von seinem aid [...]
widertreibet, der sol die selben puͤzz an allen dingen leiden für den
widertreiber und auch gen dem richter. die selben puͤzz haist man die harmschar
StRWienerNeust
35;
ein harnschar ich dar umbe [Verführung einer
Jungfrau] erkür, / daz ich gevangen wær ein jâr
UvZLanz
1014.
7629.
7881
3.2
übertr.;
spöttisch vom Tragen eines Musikinstruments:
der ritter mit der rotten, / der hêrre mit der
harnschar Tr
13173
(vgl. Scholz, Tr., z.St. und Eitschberger, Musikinstr., S.
53).
– von der Kreuztragung Jesu:
ich bin der in der harmschar / selbe truc daz ungemach Pass
I/II (HSW)
9760
MWB 2 1208,10; Bearbeiter: Plate
harmscharære
stM.
‘Verleumder’ (vgl. AWB 4, 722 s.v. harmscarâri [Wiener
Notker])
calumpniatorem: den harmscharare. leidigare PsWindb
71,4
MWB 2 1209,6; Bearbeiter: Plate
harmscharlich
Adj.
‘Schaden, Leid stiftend’
diu twirich [Querfahrt, diagonaler Zug der
Schachfiguren]
[...] betiutet in urliuges art / lang und harnscharlîche vâr
HvBer
10675.
737
MWB 2 1209,9; Bearbeiter: Plate
harmscharn
swV.
‘peinigen’
ich wil den lip minen / vor deheiner buzze sparn. / ich wil also
in harn scharn, / daz got an der riwe / wol schowe mine triwe StrKD
49,20;
nie man wart / so sêre geharmschart / als ich bin Craun
454
MWB 2 1209,13; Bearbeiter: Plate |