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ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hûssorge - hütte    


hûssorge stF. den Hausstand betreffende Sorge: ach, nôtig man, kumst dû zer ê, / wan du kûme gewinnen macht muos unde brôt, / du kumst in nôt: hûssorge tuot so wê! SM: Had 7: 1,7. 7: 4,1

MWB 2 1830,35; Bearbeiter: Luxner

hûsstiege stF. ‘Haustreppe, -stiege’ Pfylipp der chuͤrsner und Haͤrtel der chuͤrsner, [...], suln ein haimsuchung hintz Heinr. dem garttner an dem marcht, daz si ainen hin ein gaiten und sluͦgen in die hausstieg UrkRegensb 743 (ca. 1325-1350)

MWB 2 1830,39; Bearbeiter: Luxner

hûs|stiure stF. Beisteuer zur Begründung eines ehelichen Haushalts (vgl. heimstiure ; DRW 5,464): Wernher der vogt ze Baden hat ze pfand in dem dorf ze Baden für 20 marc 20 stuk gelts umbe sin husstür UrbHabsb 2,1:108,2. 2,1:107,8

MWB 2 1830,44; Bearbeiter: Luxner

hûssuoche stF. 1 ‘Hausfriedensbruch’ (vgl. hûsbruch )
2 ‘Hausdurchsuchung’
   1 ‘Hausfriedensbruch’ (vgl. hûsbruch ): das jemans inwendig dem bann der stat Sletstatt dheinen in sinem eigen oder in einem frombden huse in ubels wise suchet, das man in dutzschem nennet hussuche StRSchlettst 42    2 ‘Hausdurchsuchung’ liset aber ieman drinne [in den Wäldern] dekeinen ackeran ân sinen urloup, da sol der buttel und mines herren botte hussouche darnach dun WeistGr 1,670 (a. 1320)

MWB 2 1830,49; Bearbeiter: Luxner

hûssuochen swV. ‘Hausfriedensbruch begehen’ ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge, die da gehaussucht wirt, mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit gezeug, die ander entgeht selbzwelffte mit weybernn JusPrut 7,2

MWB 2 1830,58; Bearbeiter: Luxner

hûssuochunge stF. 1 ‘Hausfriedensbruch’
2 ‘Hausdurchsuchung’
   1 ‘Hausfriedensbruch’ ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge, [...], mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit gezeug, die ander entgeht selbzwelffte mit weybernn JusPrut 7,2; so mac die man, deimin ummi die heimsuchungi [La. hussuchunge ] scult geibit, woili davuri ste mit siemi rechti uffi dien heiligin Mühlh 105,25    2 ‘Hausdurchsuchung’ der pat den richter, das her haussuchung in eynes purgers haus tet SchöffIglau 95

MWB 2 1830,63; Bearbeiter: Luxner

hûs|swelle stswF. ‘Schwelle eines Hauses’ es [Salz] weͥlle danne ain burger, der ain aigen hus hat, waile han, der sol es waile han, [...], in sinem hus inrenthalp siner husswelle StRRavensb 92,16

MWB 2 1831,9; Bearbeiter: Luxner

hûstüre stF. ‘Haustür’ do gie ich von ir [...], vnd tet die stvbe tv́re vf, vnd gie hin vs, vnd det do die hvs túre vf, vnd gie oͮch hin vs MerswZM 37,1. 33,2; sô schickent si [die Hunde] sich alsô, daz si ain aug kêrent zuo der milten hant irs herren und daz ander zuo irs herren haustür BdN 125,14; er ersuochte want und want, / unz er die hûstüre vant Iw 6284; Ottok 20488; UrkRegensb 746 (ca. 1325-1350)

MWB 2 1831,13; Bearbeiter: Luxner

hûsunge stF. ‘Haus, Behausung; Wohnsitz’ vnd sol ovch Ræimbreht in den vier gemerchen [...] di fvnf iar ninder sin mit hovsvnge wan ze sand Michelperch UrkCorp (WMU) 894,42; UrkDOHess 2:459,10 (a. 1336); UrkGraub 5:265,33 (a. 1341); ouch der von Hiunburge / einer hûsung lange gert Ottok 82913; ich gewuͤnn sin schaden, / ob ich duͤ warhait sait und riett, / das ich von der husung schiett Teichn 599,22

MWB 2 1831,22; Bearbeiter: Luxner

hûsvâr stF. Gefahr in nächster Umgebung: husvar ist groz gein vremder not Frl 5:18,19

MWB 2 1831,31; Bearbeiter: Luxner

hûsverwartære stM. ‘Hausverwalter, -wächter’ edilis: ein husverwarter VocOpt 41.036

MWB 2 1831,33; Bearbeiter: Luxner

hûsvîant stM. hier -vîgent. Feind eines Hauses oder einer Familie: wâ aber der hûsvîgent ist, / vil kûm wirt man vor dem gevrist Boner 70,57

MWB 2 1831,35; Bearbeiter: Luxner

hûsvluht stF. wohl ‘Vernachlässigung des Hauswesens’ (vgl. FrlWB 166): der richen zins, der armen trucht, / der ritterschefte sigenucht, / ere unde zucht, / husrat, husvlucht, / der tugende val, der schanden sucht: / mit vrage wert ein ieslichz vrucht Frl 5:42,16

MWB 2 1831,38; Bearbeiter: Luxner

hûsvride stM. ‘Hausfriede’ (Schutz und Sicherheit des Hauses): vort hain wir gesichirt bit gudin truͦin den husvridin van unsir burg Renninberg, dat nieman deme anderin sin deil intvirrin sal UrkBerlin 19 (a. 1270)

MWB 2 1831,44; Bearbeiter: Luxner

hûsvrouwe swF. ‘Ehefrau, Gattin’ oft in ihrer Rolle als Hausherrin (vgl. hûswirtinne ): matrona: husfrow VocOpt 4.023. 3.060; sîn wîp, diu hûsvrowe UvLFrd 279,18 u. ö.; die dritten die dir bî den füezen sint bezeichent, daz ist dîn gesinde, daz under dir ist: kint und hûsfrouwen PrBerth 2:129,39 u.ö.; die ratgeben hant abgenomen die gwonhait, swenn ain man ain hausfrawen genam daz er die gemahelt sunderlich auff ainen tack StRAugsb 241,34 u. ö.; daz des kaisers Nerônis hausfraw sich padet in esels milch BdN 120,4; NibB 838,2; Parz 550,5; HvBurg 5782; Pass III 32,37. dô zôch her ûz sîne kleidere und vil uber di mûren in den snê und machte ime eine hûsvrowen von snê und machte kindere von snê HvFritzlHl 215,5. – ‘Vorsteherin eines Spitals’ pawet mïr ein spital, / [...] / gehilft mïr got von der not, / so wil ich uncz an meinen tod / inne hausfraw sein Hawich 4824. – übertr.: din kintheit was ein gesellinne mines heligen geistes; din jugent was ein brut miner menscheit; din alter ist nu ein husvroͮwe miner gotheit Mechth 7: 3,19

MWB 2 1831,49; Bearbeiter: Luxner

hûswer stF. ‘Schutz und Verteidigung des Wohnsitzes, Hauses’ dâ wart ein hûswer getân / diu nie von helden mêr geschach Bit 12178; darumb ie der herre sande / daz best, daz er het in dem her / hin heim ze hûswer Ottok 43148. 57187

MWB 2 1832,7; Bearbeiter: Luxner

hûswirt stM. 1 Oberhaupt eines Haushalts ‘Hausherr, Familienoberhaupt; Ehemann’
1.1 allg.
1.2 übertr.
2 ‘Schutzheiliger, Schutzpatron’
   1 Oberhaupt eines Haushalts ‘Hausherr, Familienoberhaupt; Ehemann’    1.1 allg.: hat er aber iemen gewundet in dem hause, so geb [er] dem richter dreu phunt und dem hauswirt dreu und dem wunden zwai UrkBabenb 2:291,10 (a. 1244); sy begonden czu murmelen kegen dem huswirtte [ murmurabant adversus patrem familias ] EvBerl 15,25. 15,20; want weste der huswirt / wenne der dieb durch steln queme, / so wachte her daz her nicht neme HeslApk 4586 u. ö.; Boner 34,6; HvHürnh 23,13. und er [Luzifer] do durh die hohfart / huswirt in der helle grunde wart RvEWchr 24002. – als Ehemann: und daz kom von der widerwertigen unglichheit, so si und ire huswirt haten: si waz vol gotes und heti gern dar nah goͤtlich gelept, do waz er der welt vol und zoh mit strenger hertikeit da wider Seuse 142,19; Stagel 97,9; EbnerChrist 17,35    1.2 übertr.: allez daz uff ertrich ist, daz waͤri da ain nihtes nit: won únser herre der da ist huswirt, der ist daz beste guͦt, daz obrost guͦt PrGeorg 310,8; der hêre hûswirt / mit zorne beginnet scheiden / die lieben von den leiden, / sîniu kint von den chnehten, / die sundâre von den rehten, / die ubelen von den guoten Wernh 3066; diser huswurt daz ist unser herre Jhesus Cristus, sin hus daz ist himelrich und ertrich, vegefúr und helle Tauler 29,2; Seuse 24,21; SchlierbAT (LS) 1,164. – in bibl. Gleichnissen (vgl. Mt 13,52. 20,1): ein ieglich schriber gelerter in dem riche der himel ist glich dem menschen eim huswirte EvAug 32,8; SchlierbAT (LS) 2,20; dc himelrich dc ist gelicht ainem hûsewierte. der zem ersten vruͦ ûz gât. darumbe dc er dingede wercheluͥte in sinen wîngarten PrSchw 2,45; EvAug 46,17; EvBerl 15,11; Tauler 28,24    2 ‘Schutzheiliger, Schutzpatron’ sente Stephân / hûswirt der mertelêre EbvErf 1127; swas ouch die vrowe innan des da gebvwen hettin, olt swas inen dar geben were, das sol beliben der kilchvn vnd sant Vͦlrich, der da huswirt ist UrkCorp (WMU) 506,30

MWB 2 1832,12; Bearbeiter: Luxner

hûswirtinne stswF. ‘Ehefrau, Gattin’ ich, Kuͤzeli von Phefingen, vnd min huswirtenne Adelhaiet UrkCorp (WMU) 3357,21; alles das guͦt, das [...] min huswirtin bi jrme lebende mit mineme guͦten willen lidechliche gab deme goteshus von sante Meriunowe bi Brisach ebd. 99,15; mit miner froͤwen, siner elicher hvswirtennvn fron Annvn der margrefennvn, ingesigeln ebd. 793,17

MWB 2 1832,52; Bearbeiter: Luxner

hûswonunge stF. ‘Wohnsitz’ domicilium: huswonung VocOpt 5.002

MWB 2 1832,60; Bearbeiter: Luxner

hûswurz stF. ‘Dach-Hauswurz’, eine Pflanze (Sempervivum tectorum L., vgl. Marzell 4,425ff. und hûslouch ): semperviva vel ayzon vel semperfolium vel florium vel ambrosia vel bustalmos: huswrz SummHeinr 1:192,278. 2:51,329; louis barba: husvvz Gl 3:680,22 (BStK287) u.ö.; huswrze sohc [l. soc(h), d. i. Saft] ist goͮt den der ubele gehoͮret PrüllK 26; barba jovis haizet hauswurz BdN 387,20 u. ö.; OvBaierl 81,2 u. ö.; BenRez 37

MWB 2 1832,62; Bearbeiter: Luxner

hûszins stM. Miete für den Wohnsitz oder eine Unterkunft (vgl. DRW 5,486ff.): swenn der wirt daz ingesind nicht lenger behalten wil umb sogtan schuld, [...] sol man im seinen gemach rawmen und sein verdienten hawszins geben StRMünch 332,19 u. ö.; der huszins ze Wintertur und das marchrecht, das an wingarten und an ackern lit UrbHabsb 1:336,1; swer die puͤtel und die angiezzer [Bedienstete zur Eichung von Gefäßen] uͤbel handelt, [...], der muͦz auch geben fuͤnf pfunt haller, [...]. und muͤgen auch die puͤtel wol pfandes helfen umbe dreizig haller und darunder, ane hauscins NüP 189

MWB 2 1833,7; Bearbeiter: Luxner

hût stF. auch huͦt ( ReinFu S3,1591 ). äußere bedeckende Schicht ‘Haut’ 1 beim Menschen
1.1 allg.
1.2 in der Wendung ~ unde hâr als (rechtl.) Paarformel (vgl. DRW 5,489ff. und Friedrich, PhrasWB, S. 232f.)
2 bei Tieren, auch ‘Fell, Pelz’
3 bei Pflanzen und Früchten
4 auf Flüssigkeiten
   1 beim Menschen    1.1 allg.: swære winde tuont an linden hiuten wê SM: Had 18: 4,10; jn fúnf dagen wessit ime die hut. alsuz wirt der mensche geschafen in viercic dagin Lucid 62,10; er badet^$’ sich in dem bluote: sîn hût wart hurnîn NibB 100,3; senef genvwen mit honege gemisket. ist goͮt ze der uzgebliuhten hutte PrüllK 21; Renner 21372; BenRez 23; Parz 256,18; BdN 388,28. – bei Organen o. ä.: ist diu plâse gesament auz zwain röcken oder auz zwain häuten BdN 34,14. – meton. für den Menschen, v. a. in der Wendung ein übel/  bœsiu ~ u. ä. (v. a. als Schmähung für Frauen; vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 232): ez wirt ofte ein übel hût / eines rîchen mannes brût Eracl 2621. 4219; do sprach das weib uberlautt / ‘si ist ain recht pöse haut.’ HvNstAp 15296; die giengen da beide uz und in / als ungeneme hute [schlechte Menschen] Pass III 243,7; Renner 4100; SHort 2905; da wart manec verhouwen hût [zerschundene Kämpfer] / mit unkunder spîse erschoben Wh 447,28; ein vrage die hastu getan, / do lit so groz wunder an, / daz ez von menschlicher art / vil kume ie begriffen wart. / wie mac man ez denn beduten / in totlichen huten [ in mortalibus pellibus ] ? Secret 238. – übertr. auf das Leben: sollen wir trahten umb daz leben: / er muͤs sin huͤt dar umb geben HvNstGZ 1454; im sî der lîp nie sô trût, / er mûz wâgen die hût / mit uns oder unritterlich / er mûz eine hinnen machen sich Kreuzf 3588; Mügeln 60,13; HvNstAp 9241. ~ umbe ~ gëben als Sprichwort? (vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 233): man sol hut umb hut geben, / daz wil ich uf min trúwe nemen Seuse 398,2    1.2 in der Wendung ~ unde hâr als (rechtl.) Paarformel (vgl. DRW 5,489ff. und Friedrich, PhrasWB, S. 232f.): swâ der rihter niht enist der umbe wunden rihten sol, dâ mac man wol einen kiesen der ze hût unde ze hâre rihte SpdtL 163,19 u. ö.; StRMünch 271,7. – in anderen Kontexten i.S.v. ‘vollständig, ganz und gar’ (wohl auch noch wörtl. zu verstehen): von Silviô sal ein helt komen, / [...] / der sal dir gelîchen al / an hûte unde an hâre En 3661; ein ors vil starc und ûz genomen / wirt iu von mir gelihen dar. / daz ist als ein snê gevar / an hiute und an dem hâre KvWPart 12999; HvNstAp 5391    2 bei Tieren, auch ‘Fell, Pelz’ nv wil ich îu sagen welich des helphantis pein und sin hût ist JPhys 8,32; er hiez den biber fvr sich stan, / do mvst er die hvt da lan ReinFu K,1986; tuͦ dar zvͦ ro eyer vnd saffran vnd fuͤlle die hut des hechdes BvgSp 36; zu silber, ze golde, ze kupher, [...], ze haeringe, ze husen, ze huten, ze vaellen die man samt verkaufet StRAugsb 69,21; Parz 570,2; Tr 2881. – als Material zur Herstellung verschiedener Gegenstände (Kleidung, Zelte, Instrumente etc.): von einer hût zwei ribbalîn / nâch sînen beinen wart gesnitn Parz 127,8; Wig 6612; NibB 953,2; so was ein gezelt uil breit / [...] / uon hivten hiz man ez mahchen VMos 81,10. 55,28; Will 9,5; nu heiz den sumber rüeren! / der tôn durh die hiute, / seht, der machet klaffente helze SM: Go 2: 6,2. 2a: 5,2. – ‘Pergament(-blatt)’ ein groze ungefuͤge huͤt / wirt vor den armen uf getan: / alda stet entworfen an / die freude und trinitat / die er mit sinen frunden hat HvNstGZ 7353; daz moht nit geschriben stan / an ainer gantzen hút SHort 5015. sîne ~ ze markte tragen (hier noch wörtl.; vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 233): sîn hût er [der Esel] selb ze margte truog Boner 53,41    3 bei Pflanzen und Früchten: suze winber tribent ab si dunne hute haben SalArz 16,2; nim hantige [bittere] mandilkernen. vnde zuch den di hut abe ebd. 28,9. 44,55; der ruten saf in eines mala granatis huͦt in der aschen gesoten unde das warm in das ore gelassen, vertribet den orswern Macer 8,16. 31,4; Pelzb 133,18. – ‘Schale’ eines Getreidekorns: nim wize gerstin. vnde stoz di so lange in eime mosere biz daz si sich uzer hut laze SalArz 9,43. – ‘Rinde’ schinde dy obirste hut von deme wynstocke Pelzb 131,21. 122,10    4 auf Flüssigkeiten: daz dritte alse der leime, daz ist hut uf dem moste geist SalArz 2,1. 2,10

MWB 2 1833,20; Bearbeiter: Luxner

hutschen swV. ‘(auf dem Boden) rutschen’ Giseler, der hatte einen jungen son, [...] he was lam, daz her muste hutschin unde muste sich sture unde halde an stulen unde an benkin, wenne he vor baz wolde Köditz 73,9; hin den berg ich uff reiste, / [...] / ich sach hinden unde vorn / nicht dann bramen [Dornsträucher] unde rutschen [Abhänge] . / uff climmen unde hutschen / must ich biz uff daz hoeste Baldem 64; die steine solden wischen / mit kraft zusamne hutschen / und also zurknutschen / die heiligen iuncvrowen Pass III 484,9

MWB 2 1834,39; Bearbeiter: Luxner

hutte swF. ein Rückentragkorb; hier als Maß (vgl. Besse, Gefäß- u. Hohlmaßbez., S. 217-223): swer stahel und isen mit einander veil hat, der git von der huͦtten 30 imperial UrbHabsb 1:529,4

MWB 2 1834,50; Bearbeiter: Luxner

hütte stswF. auch hude ( StRechAachen 405,21 ). 1 ‘Hütte, Zelt, Unterschlupf’
2 bergm. ‘Schmelzhütte’
3 ‘Verkaufsstand, -bude’
   1 ‘Hütte, Zelt, Unterschlupf’ tugurium: hutta SummHeinr 1:270,296; umbraculum: hutta ebd. 2:534,284; diu banier vlugen über velt. / vil mange hütte und gezelt / diu starken mûle truogen Wig 10708; dâ er mit kostlicher zer / die Unger ligen sach / under maniger hutten dach Ottok 42986 u. ö.; da lohete holtz vnde schoup. / beide hutte vnde stal / wart zv aschen vber al Herb 16132. 8712; daz er im herberg gæbe schôn – / [...] / reht zuo der hütte sîn EnikWchr 15491; drie ackere [...], die [...] gelegen sint zwene amme Swarzwage vnd einre obe der hutten UrkCorp (WMU) N162,39; NibB 594,3; UvZLanz 5690; RvEWchr 12274. – übertr.: daz herz ist gesetzt in ain pälglein, daz ist wol als dicke sam aines menschen haut, und daz haizt des herzen hütt oder sein kasel BdN 27,28; ‘celum’ lûtet als vil als ein ‘hütte der sunnen’ Eckh 2:569,5. 2:554,5. eine ~ (ûf-)slahen (mit präp. Erg.): pey dem gezelde was geslagen / ain hutten, und laub darauf getragen HvNstAp 18588; KvWHvK 531; uf das velt / sluͦgen si uf ir gezelt / und ir hutten uf den plan RvEWchr 11498; Eracl 1866; Wh 16,7; UvLFrd 480,14. eine ~ (ûf-)spannen (mit präp. Erg.): dô hiez man ûf den griezen manige hütten spannen / mit sîdînen snüeren dem herren Hartmuote und sînen mannen Kudr 980,3. 467,1; dô sah man ûf gespannen hütten unt gezelt NibB 1304,2 u. ö. ~ stellen: Agamennon die crichen bat, / daz sie breiten vf daz felt / ir pafilune vnde ir gezelt, / vnde hiez sie hutten stelle Herb 4607    2 bergm. ‘Schmelzhütte’ ist ouch, daz he kumit uffiz gebirge, daz her in diz gerichte horet, oder in di hutten, di ouch herin gehoren [in das Gericht der Stadt] StRFreiberg 212,16 u. ö.; nu sulle wir zu der hutten varn, / daz muge wir lenger niht gesparn Erz III 56,193    3 ‘Verkaufsstand, -bude’ wer ein hutten will setzen, der sol geben dem zoller vier pfenning vnd dem abbt seinen zinsz WeistGr 4,187 (a. 1339)

MWB 2 1834,54; Bearbeiter: Luxner