hûssorge
stF.
den Hausstand betreffende Sorge:
ach, nôtig man, kumst dû zer ê, / wan du kûme gewinnen macht
muos unde brôt, / du kumst in nôt: hûssorge tuot so wê! SM: Had
7: 1,7.
7: 4,1
MWB 2 1830,35; Bearbeiter: Luxner
hûsstiege
stF.
‘Haustreppe, -stiege’
Pfylipp der chuͤrsner und Haͤrtel der chuͤrsner,
[...], suln ein haimsuchung hintz Heinr. dem garttner
an dem marcht, daz si ainen hin ein gaiten und sluͦgen in die hausstieg
UrkRegensb
743
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1830,39; Bearbeiter: Luxner
hûs|stiure
stF.
Beisteuer zur Begründung eines ehelichen Haushalts (vgl.
heimstiure
; DRW 5,464):
Wernher der vogt ze Baden hat ze pfand in dem dorf ze Baden für 20 marc 20
stuk gelts umbe sin husstür UrbHabsb
2,1:108,2.
2,1:107,8
MWB 2 1830,44; Bearbeiter: Luxner
hûssuoche
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
) 2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
):
das jemans inwendig dem bann der stat Sletstatt dheinen in sinem eigen oder in
einem frombden huse in ubels wise suchet, das man in dutzschem nennet hussuche
StRSchlettst
42
2
‘Hausdurchsuchung’
liset aber ieman drinne [in den Wäldern] dekeinen
ackeran ân sinen urloup, da sol der buttel und mines herren botte hussouche darnach
dun WeistGr
1,670
(a. 1320)
MWB 2 1830,49; Bearbeiter: Luxner
hûssuochen
swV.
‘Hausfriedensbruch begehen’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge, die da gehaussucht
wirt, mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit gezeug, die ander entgeht
selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2
MWB 2 1830,58; Bearbeiter: Luxner
hûssuochunge
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’
2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge,
[...], mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit
gezeug, die ander entgeht selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2;
so mac die man, deimin ummi die heimsuchungi [La.
hussuchunge
] scult geibit, woili davuri ste mit siemi rechti uffi dien heiligin
Mühlh
105,25
2
‘Hausdurchsuchung’
der pat den richter, das her haussuchung in eynes purgers haus tet
SchöffIglau
95
MWB 2 1830,63; Bearbeiter: Luxner
hûs|swelle
stswF.
‘Schwelle eines Hauses’
es [Salz] weͥlle danne ain burger, der ain
aigen hus hat, waile han, der sol es waile han, [...], in
sinem hus inrenthalp siner husswelle StRRavensb
92,16
MWB 2 1831,9; Bearbeiter: Luxner
hûstüre
stF.
‘Haustür’
do gie ich von ir [...], vnd tet die stvbe
tv́re vf, vnd gie hin vs, vnd det do die hvs túre vf, vnd gie
oͮch hin vs MerswZM
37,1.
33,2;
sô schickent si [die Hunde] sich
alsô, daz si ain aug kêrent zuo der milten hant irs herren und daz ander zuo irs
herren haustür BdN
125,14;
er ersuochte want und want, / unz er die hûstüre vant
Iw
6284;
Ottok
20488;
UrkRegensb
746
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1831,13; Bearbeiter: Luxner
hûsunge
stF.
‘Haus, Behausung; Wohnsitz’
vnd sol ovch Ræimbreht in den vier gemerchen [...] di
fvnf iar ninder sin mit hovsvnge wan ze sand Michelperch UrkCorp
(WMU)
894,42;
UrkDOHess
2:459,10
(a. 1336);
UrkGraub
5:265,33
(a. 1341);
ouch der von Hiunburge / einer hûsung lange gert
Ottok
82913;
ich gewuͤnn sin schaden, / ob ich duͤ warhait
sait und riett, / das ich von der husung schiett Teichn
599,22
MWB 2 1831,22; Bearbeiter: Luxner
hûsvâr
stF.
Gefahr in nächster Umgebung:
husvar ist groz gein vremder not Frl
5:18,19
MWB 2 1831,31; Bearbeiter: Luxner
hûsverwartære
stM.
‘Hausverwalter, -wächter’
edilis: ein husverwarter VocOpt
41.036
MWB 2 1831,33; Bearbeiter: Luxner
hûsvîant
stM.
hier -vîgent.
Feind eines Hauses oder einer Familie:
wâ aber der hûsvîgent ist, / vil kûm wirt man vor dem gevrist
Boner
70,57
MWB 2 1831,35; Bearbeiter: Luxner
hûsvluht
stF.
wohl ‘Vernachlässigung des Hauswesens’ (vgl. FrlWB 166):
der richen zins, der armen trucht, / der ritterschefte sigenucht, / ere unde
zucht, / husrat, husvlucht, / der tugende val, der schanden sucht: / mit vrage wert
ein ieslichz vrucht Frl
5:42,16
MWB 2 1831,38; Bearbeiter: Luxner
hûsvride
stM.
‘Hausfriede’ (Schutz und Sicherheit des Hauses):
vort hain wir gesichirt bit gudin truͦin den husvridin van unsir burg
Renninberg, dat nieman deme anderin sin deil intvirrin sal UrkBerlin
19
(a. 1270)
MWB 2 1831,44; Bearbeiter: Luxner
hûsvrouwe
swF.
‘Ehefrau, Gattin’ oft in ihrer Rolle als Hausherrin (vgl.
hûswirtinne
):
matrona: husfrow VocOpt
4.023.
3.060;
sîn wîp, diu hûsvrowe UvLFrd
279,18
u. ö.;
die dritten die dir bî den füezen sint bezeichent, daz ist dîn gesinde, daz
under dir ist: kint und hûsfrouwen PrBerth
2:129,39
u.ö.;
die ratgeben hant abgenomen die gwonhait, swenn ain man ain
hausfrawen genam daz er die gemahelt sunderlich auff ainen tack
StRAugsb
241,34
u. ö.;
daz des kaisers Nerônis hausfraw sich padet in esels milch
BdN
120,4;
NibB
838,2;
Parz
550,5;
HvBurg
5782;
Pass III
32,37.
–
dô zôch her ûz sîne kleidere und vil uber di mûren in den snê und machte ime
eine hûsvrowen von snê und machte kindere von snê HvFritzlHl
215,5.
–
‘Vorsteherin eines Spitals’
pawet mïr ein spital, / [...] / gehilft
mïr got von der not, / so wil ich uncz an meinen tod / inne hausfraw sein
Hawich
4824.
– übertr.:
din kintheit was ein gesellinne mines heligen geistes; din
jugent was ein brut miner menscheit; din alter ist nu ein husvroͮwe miner
gotheit Mechth
7: 3,19
MWB 2 1831,49; Bearbeiter: Luxner
hûswer
stF.
‘Schutz und Verteidigung des Wohnsitzes, Hauses’
dâ wart ein hûswer getân / diu nie von helden mêr geschach Bit
12178;
darumb ie der herre sande / daz best, daz er het in dem her
/ hin heim ze hûswer Ottok
43148.
57187
MWB 2 1832,7; Bearbeiter: Luxner
hûswirt
stM.
1 Oberhaupt eines Haushalts ‘Hausherr, Familienoberhaupt;
Ehemann’
1.1 allg. 1.2 übertr. 2
‘Schutzheiliger, Schutzpatron’
1
Oberhaupt eines Haushalts ‘Hausherr, Familienoberhaupt;
Ehemann’
1.1
allg.:
hat er aber iemen gewundet in dem hause, so geb
[er] dem richter dreu phunt und dem hauswirt dreu
und dem wunden zwai UrkBabenb
2:291,10
(a. 1244);
sy begonden czu murmelen kegen dem huswirtte
[
murmurabant adversus patrem
familias
]
EvBerl
15,25.
15,20;
want weste der huswirt / wenne der dieb durch steln
queme, / so wachte her daz her nicht neme HeslApk
4586
u. ö.;
Boner
34,6;
HvHürnh
23,13.
–
und er [Luzifer] do durh
die hohfart / huswirt in der helle grunde wart RvEWchr
24002.
– als Ehemann:
und daz kom von der widerwertigen unglichheit, so si
und ire huswirt haten: si waz vol gotes und heti gern dar nah
goͤtlich gelept, do waz er der welt vol und zoh mit strenger
hertikeit da wider Seuse
142,19;
Stagel
97,9;
EbnerChrist
17,35
1.2
übertr.:
allez daz uff ertrich ist, daz waͤri da ain nihtes nit: won
únser herre der da ist huswirt, der ist daz beste guͦt, daz
obrost guͦt PrGeorg
310,8;
der hêre hûswirt / mit zorne beginnet scheiden / die
lieben von den leiden, / sîniu kint von den chnehten, / die sundâre von den
rehten, / die ubelen von den guoten Wernh
3066;
diser huswurt daz ist unser herre Jhesus Cristus, sin hus
daz ist himelrich und ertrich, vegefúr und helle Tauler
29,2;
Seuse
24,21;
SchlierbAT (LS)
1,164.
– in bibl. Gleichnissen (vgl. Mt 13,52. 20,1):
ein ieglich schriber gelerter in dem riche der himel
ist glich dem menschen eim huswirte EvAug
32,8;
SchlierbAT (LS)
2,20;
dc himelrich dc ist gelicht ainem hûsewierte. der zem ersten
vruͦ ûz gât. darumbe dc er dingede wercheluͥte in sinen
wîngarten PrSchw
2,45;
EvAug
46,17;
EvBerl
15,11;
Tauler
28,24
2
‘Schutzheiliger, Schutzpatron’
sente Stephân / hûswirt der mertelêre EbvErf
1127;
swas ouch die vrowe innan des da gebvwen hettin, olt swas inen dar geben were,
das sol beliben der kilchvn vnd sant Vͦlrich, der da huswirt ist
UrkCorp (WMU)
506,30
MWB 2 1832,12; Bearbeiter: Luxner
hûswirtinne
stswF.
‘Ehefrau, Gattin’
ich, Kuͤzeli von Phefingen, vnd min huswirtenne Adelhaiet
UrkCorp (WMU)
3357,21;
alles das guͦt, das [...] min huswirtin bi
jrme lebende mit mineme guͦten willen lidechliche gab deme goteshus von sante
Meriunowe bi Brisach ebd.
99,15;
mit miner froͤwen, siner elicher hvswirtennvn fron Annvn der
margrefennvn, ingesigeln ebd.
793,17
MWB 2 1832,52; Bearbeiter: Luxner
hûswonunge
stF.
‘Wohnsitz’
domicilium: huswonung VocOpt
5.002
MWB 2 1832,60; Bearbeiter: Luxner
hûswurz
stF.
‘Dach-Hauswurz’, eine Pflanze (Sempervivum tectorum L., vgl.
Marzell 4,425ff. und
hûslouch
):
semperviva vel ayzon vel semperfolium vel florium vel ambrosia vel bustalmos:
huswrz SummHeinr
1:192,278.
2:51,329;
louis barba: husvvz Gl
3:680,22
(BStK287)
u.ö.;
huswrze sohc [l. soc(h), d. i.
Saft] ist goͮt den der ubele gehoͮret
PrüllK
26;
barba jovis haizet hauswurz BdN
387,20
u. ö.;
OvBaierl
81,2
u. ö.;
BenRez
37
MWB 2 1832,62; Bearbeiter: Luxner
hûszins
stM.
Miete für den Wohnsitz oder eine Unterkunft (vgl. DRW 5,486ff.):
swenn der wirt daz ingesind nicht lenger behalten wil umb
sogtan schuld, [...] sol man im seinen gemach rawmen und
sein verdienten hawszins geben StRMünch
332,19
u. ö.;
der huszins ze Wintertur und das marchrecht, das an wingarten und an ackern
lit UrbHabsb
1:336,1;
swer die puͤtel und die angiezzer [Bedienstete zur Eichung
von Gefäßen] uͤbel handelt, [...],
der muͦz auch geben fuͤnf pfunt haller,
[...]. und muͤgen auch die puͤtel wol pfandes
helfen umbe dreizig haller und darunder, ane hauscins NüP
189
MWB 2 1833,7; Bearbeiter: Luxner
hût
stF.
auch huͦt (
ReinFu
S3,1591
).
äußere bedeckende Schicht ‘Haut’
1 beim Menschen 1.1 allg. 1.2 in der Wendung
~ unde hâr als (rechtl.) Paarformel (vgl. DRW 5,489ff. und Friedrich, PhrasWB, S. 232f.) 2 bei Tieren, auch ‘Fell, Pelz’
3 bei Pflanzen und Früchten 4 auf Flüssigkeiten
1
beim Menschen
1.1
allg.:
swære winde tuont an linden hiuten wê SM:
Had
18: 4,10;
jn fúnf dagen wessit ime die hut. alsuz wirt der
mensche geschafen in viercic dagin Lucid
62,10;
er badet^$’ sich in dem bluote: sîn hût wart hurnîn
NibB
100,3;
senef genvwen mit honege gemisket. ist goͮt ze der
uzgebliuhten hutte PrüllK
21;
Renner
21372;
BenRez
23;
Parz
256,18;
BdN
388,28.
– bei Organen o. ä.:
ist diu plâse gesament auz zwain röcken oder auz zwain
häuten BdN
34,14.
– meton. für den Menschen, v. a. in der Wendung ein übel/
bœsiu ~
u. ä. (v. a. als Schmähung für Frauen; vgl.
Friedrich, PhrasWB, S. 232):
ez wirt ofte ein übel hût / eines rîchen mannes brût
Eracl
2621.
4219;
do sprach das weib uberlautt / ‘si ist ain
recht pöse haut.’ HvNstAp
15296;
die giengen da beide uz und in / als ungeneme hute
[schlechte Menschen]
Pass III
243,7;
Renner
4100;
SHort
2905;
da wart manec verhouwen hût [zerschundene
Kämpfer] / mit unkunder spîse erschoben Wh
447,28;
ein vrage die hastu getan, / do lit so groz wunder an, / daz ez von
menschlicher art / vil kume ie begriffen wart. / wie mac man ez denn beduten
/ in totlichen huten [
in mortalibus
pellibus
] ? Secret
238.
– übertr. auf das Leben:
sollen wir trahten umb daz leben: / er muͤs sin
huͤt dar umb geben HvNstGZ
1454;
im sî der lîp nie sô trût, / er mûz wâgen die hût /
mit uns oder unritterlich / er mûz eine hinnen machen sich
Kreuzf
3588;
Mügeln
60,13;
HvNstAp
9241.
–
~ umbe ~ gëben als Sprichwort? (vgl.
Friedrich, PhrasWB, S. 233):
man sol hut umb hut geben, / daz wil ich uf min
trúwe nemen Seuse
398,2
1.2
in der Wendung
~ unde hâr als (rechtl.) Paarformel (vgl. DRW
5,489ff. und Friedrich, PhrasWB, S. 232f.):
swâ der rihter niht enist der umbe wunden rihten sol, dâ
mac man wol einen kiesen der ze hût unde ze hâre rihte SpdtL
163,19
u. ö.;
StRMünch
271,7.
– in anderen Kontexten i.S.v. ‘vollständig, ganz und
gar’ (wohl auch noch wörtl. zu verstehen):
von Silviô sal ein helt komen, / [...] / der
sal dir gelîchen al / an hûte unde an hâre En
3661;
ein ors vil starc und ûz genomen / wirt iu von mir gelihen dar. / daz
ist als ein snê gevar / an hiute und an dem hâre KvWPart
12999;
HvNstAp
5391
2
bei Tieren, auch ‘Fell, Pelz’
nv wil ich îu sagen welich des helphantis pein und sin hût ist
JPhys
8,32;
er hiez den biber fvr sich stan, / do mvst er die hvt da lan
ReinFu
K,1986;
tuͦ dar zvͦ ro eyer vnd saffran vnd
fuͤlle die hut des hechdes BvgSp
36;
zu silber, ze golde, ze kupher,
[...], ze haeringe, ze husen, ze huten, ze vaellen die
man samt verkaufet StRAugsb
69,21;
Parz
570,2;
Tr
2881.
– als Material zur Herstellung verschiedener Gegenstände (Kleidung, Zelte,
Instrumente etc.):
von einer hût zwei ribbalîn / nâch sînen beinen wart
gesnitn Parz
127,8;
Wig
6612;
NibB
953,2;
so was ein gezelt uil breit /
[...] / uon hivten hiz man ez mahchen
VMos
81,10.
55,28;
Will
9,5;
nu heiz den sumber rüeren! / der tôn durh die hiute, /
seht, der machet klaffente helze SM: Go
2: 6,2.
2a: 5,2.
–
‘Pergament(-blatt)’
ein groze ungefuͤge huͤt / wirt vor den
armen uf getan: / alda stet entworfen an / die freude und trinitat / die er mit
sinen frunden hat HvNstGZ
7353;
daz moht nit geschriben stan / an ainer gantzen
hút SHort
5015.
–
sîne ~ ze markte tragen (hier noch wörtl.; vgl. Friedrich,
PhrasWB, S. 233):
sîn hût er [der Esel] selb ze margte truog
Boner
53,41
3
bei Pflanzen und Früchten:
suze winber tribent ab si dunne hute haben
SalArz
16,2;
nim hantige [bittere] mandilkernen.
vnde zuch den di hut abe ebd.
28,9.
44,55;
der ruten saf in eines mala granatis huͦt in der aschen
gesoten unde das warm in das ore gelassen, vertribet den orswern
Macer
8,16.
31,4;
Pelzb
133,18.
–
‘Schale’ eines Getreidekorns:
nim wize gerstin. vnde stoz di so lange in eime mosere biz
daz si sich uzer hut laze SalArz
9,43.
–
‘Rinde’
schinde dy obirste hut von deme wynstocke
Pelzb
131,21.
122,10
4
auf Flüssigkeiten:
daz dritte alse der leime, daz ist hut uf dem moste geist
SalArz
2,1.
2,10
MWB 2 1833,20; Bearbeiter: Luxner
hutschen
swV.
‘(auf dem Boden) rutschen’
Giseler, der hatte einen jungen son, [...] he was
lam, daz her muste hutschin unde muste sich sture unde halde an stulen unde an
benkin, wenne he vor baz wolde Köditz
73,9;
hin den berg ich uff reiste, / [...] / ich sach
hinden unde vorn / nicht dann bramen [Dornsträucher] unde
rutschen [Abhänge] . / uff climmen unde hutschen / must
ich biz uff daz hoeste Baldem
64;
die steine solden wischen / mit kraft zusamne hutschen / und also zurknutschen
/ die heiligen iuncvrowen Pass III
484,9
MWB 2 1834,39; Bearbeiter: Luxner
hutte
swF.
ein Rückentragkorb; hier als Maß (vgl. Besse, Gefäß- u. Hohlmaßbez., S.
217-223):
swer stahel und isen mit einander veil hat, der git von der huͦtten 30
imperial UrbHabsb
1:529,4
MWB 2 1834,50; Bearbeiter: Luxner
hütte
stswF.
auch hude (
StRechAachen
405,21
).
1
‘Hütte, Zelt, Unterschlupf’
2 bergm. ‘Schmelzhütte’
3
‘Verkaufsstand, -bude’
1
‘Hütte, Zelt, Unterschlupf’
tugurium: hutta SummHeinr
1:270,296;
umbraculum: hutta ebd.
2:534,284;
diu banier vlugen über velt. / vil mange hütte und gezelt /
diu starken mûle truogen Wig
10708;
dâ er mit kostlicher zer / die Unger ligen sach / under
maniger hutten dach Ottok
42986
u. ö.;
da lohete holtz vnde schoup. / beide hutte vnde stal / wart
zv aschen vber al Herb
16132.
8712;
daz er im herberg gæbe schôn – /
[...] / reht zuo der hütte sîn EnikWchr
15491;
drie ackere [...], die [...]
gelegen sint zwene amme Swarzwage vnd einre obe der hutten UrkCorp
(WMU)
N162,39;
NibB
594,3;
UvZLanz
5690;
RvEWchr
12274.
– übertr.:
daz herz ist gesetzt in ain pälglein, daz ist wol als
dicke sam aines menschen haut, und daz haizt des herzen hütt oder sein kasel
BdN
27,28;
‘celum’ lûtet als vil als ein ‘hütte der sunnen’
Eckh
2:569,5.
2:554,5.
–
eine ~ (ûf-)slahen (mit präp. Erg.):
pey dem gezelde was geslagen / ain hutten, und laub
darauf getragen HvNstAp
18588;
KvWHvK
531;
uf das velt / sluͦgen si uf ir gezelt / und ir
hutten uf den plan RvEWchr
11498;
Eracl
1866;
Wh
16,7;
UvLFrd
480,14.
–
eine ~ (ûf-)spannen (mit präp. Erg.):
dô hiez man ûf den griezen manige hütten spannen / mit sîdînen snüeren dem
herren Hartmuote und sînen mannen Kudr
980,3.
467,1;
dô sah man ûf gespannen hütten unt gezelt
NibB
1304,2
u. ö.
–
~ stellen:
Agamennon die crichen bat, / daz sie breiten vf daz felt
/ ir pafilune vnde ir gezelt, / vnde hiez sie hutten stelle Herb
4607
2
bergm. ‘Schmelzhütte’
ist ouch, daz he kumit uffiz gebirge, daz her in diz gerichte horet, oder in
di hutten, di ouch herin gehoren [in das Gericht der
Stadt]
StRFreiberg
212,16
u. ö.;
nu sulle wir zu der hutten varn, / daz muge wir lenger niht gesparn Erz
III
56,193
3
‘Verkaufsstand, -bude’
wer ein hutten will setzen, der sol geben dem zoller vier pfenning vnd dem
abbt seinen zinsz WeistGr
4,187
(a. 1339)
MWB 2 1834,54; Bearbeiter: Luxner |