hûsgewonheit
stF.
‘Gewohnheit, Brauch eines Haushalts’
ez was sîn hûsgewonheit, / daz man alle tage bereit / den armen drî stunt den
tisch AlexiusA
51
MWB 2 1828,12; Bearbeiter: Luxner
hûsgot
stM.
‘Hausgott’
dô ime ave daz niene geviele, umbe waz er ime ave verstâle /
sîne hûsgote [vgl. Gn 31,30 sowie Gn 31,19]
Gen
1450;
GenM
62,1
MWB 2 1828,16; Bearbeiter: Luxner
hûshalten
stV.
hier subst.
‘einen Haushalt führen’
hushalten hat mich geleret / daz ich die minne muͦz begeben
[aufgeben]
KgvOdenw
13,6
MWB 2 1828,19; Bearbeiter: Luxner
hûshebic
Adj.
‘ein hûs besitzend, ansässig’ (vgl.
1hebic
):
waeren es aber nicht seszhafft und hushaebig lewt hie
gewesen, so sol man in daz erst fürpott [gerichtl.
Vorladung] tuͦn an die ennd da si denne wonhaftig sind
gewesen StRAugsb
268,13;
[der Vogt fordert] von ie dem wirt, der hushebig ist, ein
viertel haber ze futerhaber vnd ein vasnachthun WeistGr
4,378
(1. H. 14. Jh.)
MWB 2 1828,22; Bearbeiter: Luxner
hûshërre
swM.
Oberhaupt eines Haushalts, ‘Hausherr, Familienoberhaupt’ (vgl.
hûsman
1):
wande hie teilte ein housherre / sinen richtuom vil verre /
undir sine chnehte, / die dienent im mit rehte Hochz
510;
des sollent wachen ir her vmme, / wan ir niht wiszent, wan er kume / der
husherre [
dominus domus Mc 13,35]
EvStPaul
4807.
4881;
WolfdB
830,3.
– als Ehemann:
suo zuei zusamini cumin an rechtir ewi· is dan daz die vroiwi
einin vatir heit, die sal zu rechti di vormuntscaph uflazi, suanni su uri huisherri
bislaphin heit eini nacht Mühlh
136,13;
do dieselbe frowe sach, daz ir husherre nahete zuͦ dem tode, do begunde
sü sere weinen vnd klagen PrEls
74,215
MWB 2 1828,30; Bearbeiter: Luxner
hûshuobe
stswF.
wohl (land-)wirtschaftl. Betrieb, dessen Zins für den Haushalt des Herren eines
Klosters bestimmt ist (vgl.
huobe
; DRW 5,430):
quod huebe, que dicuntur haushube dabunt triticum, quod dicitur hofwaitz
DRW
5,430
(Dollinger, Classes rurales; 14. Jh.)
MWB 2 1828,44; Bearbeiter: Luxner
hûskommentiur, -komtur
stM.
Leiter und Verwalter einer Niederlassung des Deutschen Ordens bzw.
dessen Gehilfe (vgl.
kommentiur
; DRW 5,436):
daz si heimlichen noch offenlichen, oͤn geverde, nimmer rat gehaben, es
sei dann da bei ein conmentiuͦr oder ein huͦs conmentiuͦr oder
ein bruͦder, den si an irer stat dar zuͦ schickend
StRMergenth
131;
in den zîten, als ich las, / hûscometûr zu Cristmemil was /
von Lîbenzelle Friderîch NvJer
24701
u. ö.;
daz ir den huscomdur manit unde bitet, daz er mir biholfin sie
[...] antweder gegin Franken oder gegen Elsazen
UrkCorp (WMU)
3566,3
MWB 2 1828,50; Bearbeiter: Luxner
hûskumber
stM.
als Bestandteil eines Personennamens:
her Claw Huskummer UrkCorp (WMU)
1621,43
MWB 2 1828,62; Bearbeiter: Luxner
hûsliute
stM. (Pl.)
1
‘(Haus-)Gesinde’
2 wohl Einwohner mit eigenem Haushalt (vgl.
hûshërre
und
hûsman
1 )
1
‘(Haus-)Gesinde’
vnser itlich sal in siner vesten als vil geldes beschede
[bereitstellen] , daz si hvslute gehalden mite mvgen
UrkCorp (WMU)
1816,40
2
wohl Einwohner mit eigenem Haushalt (vgl.
hûshërre
und
hûsman
1):
ze Ranshoven von hvslivten H(einrich) Scober zwene mvtte habern
UrbBayÄ
265,d;
von hvslivten ze Ranshove fvnf schillinge ebd.
265,m
MWB 2 1829,1; Bearbeiter: Luxner
hûslode
swM.
einfacher Lodenstoff (wohl für den Hausgebrauch bzw. in Heimarbeit
angefertigt):
man urloubt im [dem Bauern] hûsloden grâ / und des
vîrtages blâ, / von einem guoten stampfhart [gewalktes
Tuch?]
Helbl
2,71;
dar nach lait der ungemut / nuͤn huß loden brait
Teichn
586,25
MWB 2 1829,9; Bearbeiter: Luxner
hûslôs
Adj.
‘ohne Haus, obdachlos’
sus wart er dicke hus los. / swie manic hus er da verlos, /
so geviel im doch daz leben da / baz danne iender anders swa StrKD
36,13.
–
wan ich suochte dich ê dâ dû lêge hûselôsiu an deme bette
dînes suerdin [Leidens]
TrudHL
35,4
MWB 2 1829,15; Bearbeiter: Luxner
hûslouch
stM.
‘Dach-Hauswurz’, eine Pflanze (vgl.
hûswurz
und Marzell 4,245ff.):
barba iovis semperviva: husloich Gl
3:536,57
(BStK947);
semper viva: husloich ebd.
3:545,25
(BStK947);
nim huslouch vnde stampfe in mit boumole. vnde salbe din
houbit da mite SalArz
29,58;
huslouch hat alle die craft, di der surampf hat
Macer
40,14
MWB 2 1829,21; Bearbeiter: Luxner
hûsman
stM.
1 Oberhaupt eines Haushalts, ‘Hausherr, Familienoberhaupt’ (vgl.
hûshërre
) 2
‘(Haus-)Hüter, Aufseher’
3
‘Hausbewohner’
1
Oberhaupt eines Haushalts, ‘Hausherr, Familienoberhaupt’ (vgl.
hûshërre
):
mit rede an den husman sie quamen [
murmurabant adversus
patrem familias Mt 20,11]
EvStPaul
462;
so tuͦt er rehte also ein guͦt biderbe husman,
der vil edelen guͦten win het bi ime stonde Tauler
53,33;
Elis
4977;
der den schaden da tuͦt, ist er ain husman, der sol ain halbes jar die
stat und den zehenden rumen ungefarlich, ist er ain ledig man, der sol ain gantzes
jar die stat und den zehenden rumen ungefarlich UrkEssl
233
(a. 1319).
233
(a. 1319).
–
‘Bauer’ (vgl. DRW 5,444 f.):
husmanni ibi sunt xx. et unus, qui operantur in houesacha et dabunt xii.
carradas ceruisie UrkEnns
1,519
(zw. 1100 und 1215)
2
‘(Haus-)Hüter, Aufseher’
Syon, din got wirt richen. di stim dinir huysmanne
[
vox speculatorum tuorum
]
Cranc
Jes 52,8;
der turn was harte wol gemacht / unde was vil schône binnen; / oben an den
zinnen / stuͦnt ein sô starker hûsman Kröllwitz
583.
644
3
‘Hausbewohner’
inquilinus: husman VocOpt
13.024
MWB 2 1829,28; Bearbeiter: Luxner
hûsnôʒinne
stF.
→
hûsgenôʒinne
MWB 2 1829,49;
hûsphenninc
stM.
verschiedene Abgaben bezeichnend (vgl. DRW 5,452):
ze Wislat git man 4 schochun [Heuschober] der vür
den höuzehendun von dien alten matten und von den nüwen matten den zehendun
schochun, und gent nüt huspfennig WeistBa
247
(a. 1344)
u. ö.;
curiam in Barghusin de x solidis nobis ab eadem curia annis singulis
solvendis, qui vulgariter dicuntur hussphenninge DRW
5,452
(DRWArch. [GothaStArch].; a. 1257)
MWB 2 1829,50; Bearbeiter: Luxner
hûsrat, -ratte
swMF.
‘Hausratte’
glis haizt ze däutsch ain ratt und ist zwaierlai: ainz ist
ain hausratt, daz ander ain waltratt BdN
140,7
MWB 2 1829,59; Bearbeiter: Luxner
hûsrât
stM.
auch -rôt ( MarcoPolo ).
was zum Haushalt gehört ‘Hausrat’ (vgl.
hûsgeræte
):
ouch sint do vumf elephant unde eyn camel, [...], di
do tragin den husrot und das guldine gevese MarcoPolo
23,5
u. ö.;
so han ich mit der vorgenanden miner erben willen mir selbun behalten vrîheit
vnd macht, ze habenne vnd ze gebenne min husrat vnd min vernde gvͦt
UrkCorp (WMU)
1180,18;
er het volliclichen phliht / mit dem hûsrât
Ottok
18809;
StRPrag
41;
WolfdA
311,4;
Iw
6541.
– übertr.:
ist aber daz ich verbir / dîn gebot, sô wirt mir / ze gewissem lône / diu
himelische crône / und der êwege hûsrât, / der dâ nimmer zergât MargAntioch
IV
525;
Tauler
104,7
MWB 2 1829,62; Bearbeiter: Luxner
hûsrouch
stM.
Rauch, der aus einem Haus(-schornstein) aufsteigt:
der andir ruch dringet uf ouch / als ein vil grozer husrouch
Brun
3232
u. ö.
–
~ haben
‘einen eigenen Haushalt haben’ (vgl.
hûsrouche
):
ein hagestolz, [...] swenne der sich guͥrtet
zwuͥschent zwene berte, der sol frihaber gen, ist er ane hus roͮche;
het er aber hus roͮch, so sol er dar zuͦ tagwan tuͦn und das
huͦn gen UrbTennenb
191
MWB 2 1830,12; Bearbeiter: Luxner
hûsrouche, -röuche
stF.
nur alem., auch -rök(k)e.
selbständiger Haushalt (mit eigener Feuerstätte):
wer [...] mit husrochi hie ist den sol nieman vahen
der hie wonhaft StRDiessenh
22;
daz er [der edle Mann] mit husröki sezhaft in unser
stat sin wolte AbschEidgen
31
(a. 1350);
er sol ouch siczen under demselben herren, under den er zuͥhet, mit
siner huszroͤuchen UrkBasel
4:89,24
(a. 1331);
WeistBa
239
(a. 1344);
WeistGr
4,277
(14. Jh.)
MWB 2 1830,21; Bearbeiter: Luxner
hûsschaffære
stM.
‘Hausverwalter’
dô wir verholne lâgen hie, / der hûsschaffær selbe sibent gie / umbe die burc
her unde dar: / er nam vil vlîziclîchen war, / ob iemen dar wær verholne komen
UvLFrd
345,8
MWB 2 1830,30; Bearbeiter: Luxner
hûssorge
stF.
den Hausstand betreffende Sorge:
ach, nôtig man, kumst dû zer ê, / wan du kûme gewinnen macht
muos unde brôt, / du kumst in nôt: hûssorge tuot so wê! SM: Had
7: 1,7.
7: 4,1
MWB 2 1830,35; Bearbeiter: Luxner
hûsstiege
stF.
‘Haustreppe, -stiege’
Pfylipp der chuͤrsner und Haͤrtel der chuͤrsner,
[...], suln ein haimsuchung hintz Heinr. dem garttner
an dem marcht, daz si ainen hin ein gaiten und sluͦgen in die hausstieg
UrkRegensb
743
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1830,39; Bearbeiter: Luxner
hûs|stiure
stF.
Beisteuer zur Begründung eines ehelichen Haushalts (vgl.
heimstiure
; DRW 5,464):
Wernher der vogt ze Baden hat ze pfand in dem dorf ze Baden für 20 marc 20
stuk gelts umbe sin husstür UrbHabsb
2,1:108,2.
2,1:107,8
MWB 2 1830,44; Bearbeiter: Luxner
hûssuoche
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
) 2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
):
das jemans inwendig dem bann der stat Sletstatt dheinen in sinem eigen oder in
einem frombden huse in ubels wise suchet, das man in dutzschem nennet hussuche
StRSchlettst
42
2
‘Hausdurchsuchung’
liset aber ieman drinne [in den Wäldern] dekeinen
ackeran ân sinen urloup, da sol der buttel und mines herren botte hussouche darnach
dun WeistGr
1,670
(a. 1320)
MWB 2 1830,49; Bearbeiter: Luxner
hûssuochen
swV.
‘Hausfriedensbruch begehen’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge, die da gehaussucht
wirt, mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit gezeug, die ander entgeht
selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2
MWB 2 1830,58; Bearbeiter: Luxner |