hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hantbreite
stF. , -breit
Adj.
unsicher, ob Kompos.; möglich sind auch Syntagmen aus breite stF. oder
breit Adj. und Gen. hant als Maßangabe (vgl.
→
breite
stF. 1,
→
breit
Adj. 2.2,
→
hant
stF. 9.1.2).
s.a.
hendebreit
Adj., Adv. –
‘Handbreit’ oder ‘handbreit’
so scrapfe einer hantbreit niderhalp des enkeles an icwederem
vuze SalArz
30,33.
– stF. oder subst. Adj.:
vmb den vngewonlichen zollen ze Æmphinge in dem Rorbache, di man getailt hat
wol an siben stet, vnd hat der hertzog nicht hantprait [überhaupt
nichts] , da man in da nimt UrkCorp (WMU)
695,8
MWB 2 1178,42; Bearbeiter: Tao
hantbuoch
stN.
Buch in handlichem Format:
manuale: hantbuͦch VocOpt
12.077;
den [Menschen] hât got gemachet als ein hantbuoch,
dâ er în sihet und dâ er mite spilet und lust ane hât Eckh
4:41,23
MWB 2 1178,54; Bearbeiter: Tao
hantdrûch
stF.
‘Handfessel’, mhd. Glossenbelege s. AWB 4,695f.
MWB 2 1178,58; Bearbeiter: Tao
hantele
F.
Ableitung von
hant
(vgl. Grimm, Dt. Gr. 2, 300) oder Verkürzung aus dem Kompos.
hanttwehele
(vgl. AWB 4, 696).
1
‘Handtuch’
2 eine Art Handschuh
1
‘Handtuch’
mappula: hantilla, hantwela SummHeinr
1:325,148;
mappa vel mappula: hantfano vel hantilla ebd.
2:368,174;
ainer gab zwo hantel, / der ander ain alten mantel, / der drit zwen rindrin
buntschuoch Bauernh
425
2
eine Art Handschuh:
er hiess im machen zwo lidrin hantelen, als die erbeiter
pflegent ze tragene, so sú dorne gewinnent Seuse
40,13
MWB 2 1178,60; Bearbeiter: Tao
hantgâbe
stF.
‘Geschenk’
wir versehen auch offentlich daß wir diese bekenntnisse gethan haben von
frihem mute unbezwungen und weder umb silber oder umb golt oder umb keyner hantgabe
UrkRhStädteb
100
(a. 1325 kopial?)
MWB 2 1179,6; Bearbeiter: Tao
hantgar
Adj.
‘bereit’
nu was ouch Îsôt hantgar: / vür daz bette saz si dar
Tr
12635;
die zagin wârin hantgare Eilh (L)
3864.
–
‘kampfbereit, gerüstet’
Hector was hantgare Herb
10378
MWB 2 1179,11; Bearbeiter: Tao
hantgebærde
stF.
‘Handbewegung, Stoß, Schlag mit der Hand’
wer uber den andern löffet oder tringet mit dekeiner hantgeberde oder mit der
vu̍ste, der soll bessern ein phunt dem richter DRW
5,51
(Obersimmenthal; a. 1347)
MWB 2 1179,15; Bearbeiter: Tao
hantgebære
stNF.
1
‘ was man in der Hand, am Körper trägt’ (?) 2
‘Schöpfung mit der Hand, Geschöpf’
1
‘ was man in der Hand, am Körper trägt’ (?):
divinitatis sceptrum / regale imperium. / daz keiserlich geserwe / daz hater
[Christus] al begarwe / in sines vater ere, / daz sin
hantgebere / beginnet ime wanden [?] / in sinen handen, /
beide spere vnde swert Glaub
1466;
wie it an der megede danze ste, / wat zirden si [die seligen
Jungfrauen] vor den anderen dragent: /
[...] si havent einen driveldigen pris, / inde eine
driveldige hantgebere, vor Jhesum, irem sceppere, / des die andere nit in hant
Lilie
66,7
2
‘Schöpfung mit der Hand, Geschöpf’
so ich si din hantgebere, suͦze vader FünfzGrade
103v,2;
hêr Lucifer, Lucifer: / want ir sît mîn hantgeper PassSpW
11
MWB 2 1179,20; Bearbeiter: Tao
hantgebeine
stN.
‘die Knochen der Hand’
hende wîz, vil weich, dar inne / sint für wâr, ob ich daz tar / sprechen,
nicht harter beine [La. hant gebeine
]
KLD:KvL
2:2,3;
(vgl.
7:2,3-5).
MWB 2 1179,34; Bearbeiter: Tao
hantgelübde
stFN.
Gelöbnis mit bestimmer Handgebärde oder Handschlag:
darane hat ouch derselbe greve sinen eyd unn sin hantgelubede unn sine brive
gebrochen UrkArnst
20
(nach 1273)
MWB 2 1179,38; Bearbeiter: Tao
hantgemahele
stN.
→
hantgemâl
MWB 2 1179,42;
hantgemâl, -gemahele,
-gemælde
stN.
auch -ge- mæle.
– wohl zu ahd./mhd. mâl
‘Zeichen’ oder ahd. mahal
‘Gerichtsstätte; (Gerichts-, Rats-)Versammlung; Vertrag’ (AWB 6,81f., mhd. nur in
Ableitungen und Zusammensetzungen), wobei mit Vermischung der beiden zu rechnen ist; zu
Etymologie, Formen und Bedeutung vgl. 2HRG 2,737-741 und DRW
5,58-60.
1
‘durch die Hand dem Körper zugefügtes Zeichen, Zeichen an der Hand’ , von Wundmalen Christi 2
‘Vertrag, Bund Gottes mit den Gläubigen’
3
‘Denkmal’ oder ‘Palast, Herrensitz’ (dann an 4 anzuschließen) 4 ein Landstück, dessen Besitz den Stand gehobener Freiheit begründet und für diese
Freiheit als Beweis dienen kann, ‘(adliges) Stammgut, Herrensitz’
5
‘Amtsgut (eines Gerichtsdieners)’
1
‘durch die Hand dem Körper zugefügtes Zeichen, Zeichen an der Hand’, von
Wundmalen Christi:
da der eingeborner sune din, / mit straken armen ane hienk, / do er die
hantgemele enpfienk, / durch die wir erlœset sin Damen
1,26
2
‘Vertrag, Bund Gottes mit den Gläubigen’
ein veste ist der herro den furhtenden inen unde daz hantgemahele sin selbes,
daz iz eroffenet werde in [interl. zu firmamentum dominus est
timentibus eum! et testamentum ipsius ut manifestetur illis
]
PsWindb
24,14
3
‘Denkmal’ oder ‘Palast, Herrensitz’ (dann an 4 anzuschließen):
ze Rôme was luzel dehain edel man, / er neworht im ain hantgemæle [
monumentum, vgl. E. Schröder, ZfdA 49 (1908), S. 362] ,
/ daz man iemer von im sagete ze mære Kchr
7142
4
ein Landstück, dessen Besitz den Stand gehobener Freiheit begründet und für diese
Freiheit als Beweis dienen kann, ‘(adliges) Stammgut, Herrensitz’
daz sin dev drev geslahte [von den Söhnen
Noahs] , / dev gestent mit durnahte: / einez daz ist edele, / di
hant daz hantgemahele; / di andere frige luͦte, / di tragent sich mit guͦte; / di
driten daz sint dinestman, / [...] darunder wurden chnehte
VMos
15,3;
ne [...] posteros lateat suos, cyrographum, quod
Teutonica lingua hantgemalehe vocatur, [...] ubi situm sit,
[...] hic fecit subscribere: cyrographum illud est
nobilis viri mansus UrkFalk
8
(a. 1166);
swilch schephenbâre vrî man einen sînen genôz zu kamphe an spricht, der bedarf
zu wizzene sîne vîr anen und sîn hantgemâl und die zu benûmene, oder jener weigert
ime kamphes mit rechte SSp (W)
1:51,4;
ähnl.
SSpAug
142,18
(hantgemahel);
SpdtL (E)
Ldr 243
(hantgemal);
SchwSp (W)
402,5
(hantgemahel);
in eineme ûzwendigeme gerichte en antwert niechein schephenbâre man niemanne
zu kamphe. in deme gerichte mûz her aber antwerten, dâr sîn hantgemâl inne liget
SSp (W)
3:26,2.
3:29,1;
si gerten [...] einer
[...] bete, / daz [...] er
in [der König seinen Bruder Gahmuret] niht gar
verstieze, / und im sînes landes lieze / hantgemælde [La.
hantgemahele
] , daz man möhte sehen, / dâ von der hêrre müese jehen / sîns namen
und sîner vrîheit Parz
6,19
(vgl. Nellmann, Parz., z.St.)
5
‘Amtsgut (eines Gerichtsdieners)’
Argoltzingen i feodum habet preco de Sneitse a duce pro hantgemaehil. secundum
feodum seruit xxii denarios UrbBayJ
235
(a. 1280)
MWB 2 1179,43; Bearbeiter: Tao
hantgenælde
stN.
→
hantgemâl
MWB 2 1180,34;
hantgerëch
Adj.
‘rasch bereit, bei der Hand’
dô was der ander [Löwe] hantgerech,
/ wan in der hunger tete frech UvZLanz
1963
MWB 2 1180,35; Bearbeiter: Tao
hantgeschaft
stF.
von der Hand (Gottes) Geschaffenes, ‘Schöpfung, Geschöpf’
nu richeset sin magenchraft / uber alle sine hantgescaft
VEzzo
286;
si [
diu irdiske diet
] ist din hantkescaft / die du gescuofe von der erde
Veit
1,8;
das sich got erparm wolt / uber all sein hantgeschaft Hawich
2527
MWB 2 1180,38; Bearbeiter: Tao
hantgetât
stF.
1
‘Werk von Gottes Hand, Schöpfung, Geschöpf’
1.1 bezogen auf Menschen, die Menschheit 1.2 bezogen auf Tiere 1.3 bezogen auf Himmel, Sonne, Mond, Erde 2
‘Werk von Menschenhand’
3 überhaupt ‘Tat’
3.1 allg. 3.2 wie hanthafte tât (
hanthaft Adj.) ‘frische Tat, offenkundige Straftat’ 4
‘Mitwirkung, Zustimmung’
1
‘Werk von Gottes Hand, Schöpfung, Geschöpf’
1.1
bezogen auf Menschen, die Menschheit:
din hantgetat, / die din gewalt geschafin hat
RvEWchr
29;
die hochgelobte hantgetat / die din hant gemaht hat
HvNstGZ
7114;
got [...] geschvof daz menschelich bilde / nach
im mit siner hende / [...] da von der mensche reine /
ir [l. ist
] gottis hantgetat alleine / und anders nieman mere
Martina
220,30;
din hantwerk [La. hantgetat
]
HeslApk
110;
Adam, dîn hantgetât PassSpW
164;
ob unser hêrre Christ / mit dir reden begunde
[...] : / mîn liebistiu hantgitât
Erinn
889;
ob der heiden schumpfentiur ergê, /
[...] schônet der gotes hantgetât Wh
306,28;
ez ist gar gotes hantgetât, / zwuo und sibenzec sprâche,
die er hât ebd.
450,19;
got mag ir [Maria] niht
uerzihen, / der sie im gewihet hat / uber al sine hantgetat Wernh
D 5098;
die hochgelobte hantgetat / die din hant gemaht hat
HvNstGZ
7114;
ob unser hêrre Christ / mit dir reden begunde
[...] : / mîn liebistiu hantgitât
Erinn
889;
er hat an sih enpfangen / daz bild siner hantgetat / durh
den uaterlichen rat Wernh
D 4056;
irbarme dih ubir dine hant getat Litan
187;
PrLpz (L)
28,22;
Wernh
D 2387;
daz er dur die namin drie / sinir cristenlichir hantgitat /
gnadich in den sundin si MarseqM
64;
hilf, herre, dîner hantgetât KLD:Kzl
16: 9,13;
künic aller keiser, / vater aller weisen / sîne hantgetât erlôste
MF:Her
6:2,5;
ähnl.
ArnoltSieb
19,18;
EvBerl
558;
Kröllwitz
440;
durch dine reinen heren hantgetat FvSonnenburg
43,9;
durch menschliche hantgetat Pass I/II
(HSW)
23257;
durch lieb siner hantgetat, der armen menschen
PrOberalt
30,3;
durch willen siner hantgetat HeslApk
17207;
minn [die personif. Minne] diu
ist gotes hantgetât KLD:Kzl
17: 4,8.
– formelhaft: ich bin, er ist, sie sind dîn hantgetât
o.ä.:
KvHeimHinv
509;
Rennew
83.
1519;
Virg
59,5;
Helbl
8,690;
WolfdD (H)
1064,4;
HeslApk
5282;
HvNstGZ
1932;
PrLpz (L)
43,15;
UvEtzWh
3734
1.2
bezogen auf Tiere:
ein vihe gehœrt, ez siht, ez gât, / von gote ez lebende
krefte hât [...]. / daz vihe ist gotes hantgetât
RvEBarl
12793
1.3
bezogen auf Himmel, Sonne, Mond, Erde:
die himele sint dîn [Gottes]
hantgetât RvEBarl
13101;
dâ von ist ez [die Sonne] ein
hantgetât, / die got ouch geschaffen hât ebd.
9595;
er ist vil tœrscher danne wîs, / swer dise gotes
hantgetât [näml. den Mond] / vor gote ze einem
gote hât ebd.
9621;
wan wer gote begeben phligt / und uf di
hantgetat [näml. Sonne oder Mond] sich wigt / und
dar zu syne lyebe treyt, / der ist abtrungec algereyt Hiob
11828;
ez [die Erde] ist ein gotes
hantgetât RvEBarl
9494
2
‘Werk von Menschenhand’
iuwer sin ist blint, / iuwer hœhsten gote sint / menschlîchiu
hantgetât RvEBarl
9233;
si [die Götzen] sint des menschen hantgetat, / die
uwer ubelistic rat / zu goten uzerkorn hat Pass III
673,65;
sît si gelouben wellent hân / daz si götlichen rât / vinden an ir hantgetât, /
die si dâ selbe hânt geworht KvWSilv
1600;
ir herze sinnes niht enhât, / sie vallent für ir hantgetât / und betent
algemeine / an holz unde steine LBarl
3966
3
überhaupt ‘Tat’
3.1
allg.:
nv han ich von iv gesehen / vil riterlich hantgetat Krone
10691;
alles vnser vngemach, / [...] das wolt got
beschauwen / mit siner gnaden hantgedat, / als er wol erzeuget hat / v̍ch hu̍t
an disem tage ebd.
21022
3.2
wie hanthafte tât ( →
hanthaft Adj.) ‘frische Tat, offenkundige Straftat’:
diu hantgetât daz ist daz, swâ man einen man mit der getât begrîfet oder
an der fluht der getât; oder der divpheit in sîner gewalt begrîfet, die er
selben verstoln hât SchwSp (W)
264,1;
swer so vber den andern tag seine devbe oder seinen raube bei einem manne
vindet, der daz offenbær geravbet hat, den enmag man dheiner hantgetat
schuldigen SpdtL (E)
Ldr 145.
– jmdn. an der/ mit der ~ begrîfen:
in den gebunden tagen mac man über deheinen æhter
gerihten, er werde danne begriffen an der hantgetât SpdtL
189,9.
194,24;
SchwSp (W)
91,2;
unde wirt aber er begriffen an der hantgetat, der daz
mort da hat getan, so sol man uber in rihten [...] mit
dem rade StRAugsb
85,9;
ist aber, daz man in an der rehten hantgetat niht
begrifet, unde daz er der notnumfte laugent, [...]
ebd.
88,9.
92,3
u.ö.;
StRMünch
283,22;
swen man mit der hantgetât begrîfet den sol man für
gerihte füeren SpdtL
182,10;
SchwSp (W)
82,1.
95,4.
244,1.
– jmdn. an der ~ vâhen, vinden:
swer die notnumpht begat an maegeden
[...], wirt der gefangen an der hantgetat, so ist
diu rehte urteil, daz man in laebendigen begraben sol StRAugsb
88,7.
90,14;
StRLandau
227;
lit ein iude bi einer cristenin, vindet man si bi
einander an der hantgetat, so sol man si beidiu brennen StRAugsb
57,4.
57,9
4
‘Mitwirkung, Zustimmung’
[
Hainrich, ein Edelknecht von Guͦtmettingen,
verkauft] mit willen, gunst vnd hantgetat [seines
Herren ein Eigen]
UrkFürstenb
2,20
(a.1304)
MWB 2 1180,44; Bearbeiter: Tao
hantgeworht
Part.-Adj.
‘von Menschenhand gemacht’
zwelfboten, / die den hantgeworchten goten / widerstuenden
HeslApk
14924;
daz die witzelose diet / [...]
hantgeworchten abtgoten / dienet und opfer brenget ebd.
19540
MWB 2 1182,14; Bearbeiter: Tao
hantgeworhte
stN.
wie
hantgeschaft
und
hantgetât
1.1:
got [...] minnete sin hantgeworchte
HeslApk
17677
MWB 2 1182,19; Bearbeiter: Tao
hantgift
stF.
rip. auch -gicht.
1 was mit der Hand, in die Hand gegeben wird 1.1
‘Gabe, Geschenk’
1.2 genauere Bedeutung unklar 2 rechtsspr. ‘Verleihung, Besitzübergabe’
1
was mit der Hand, in die Hand gegeben wird
1.1
‘Gabe, Geschenk’
si [...] reit / durch kurzewîle
in manic stift, / dâ man ir edel hantgift / gap unde rîchen prîsant
KvWTroj
11196.
23180.
24968;
im [dem Papst Silvester] gap diu sælde ir
hantgift / und wart sîn heil sô manicvalt KvWSilv
534;
ab dem conpendio dem buoche / theologice veritatis /
[...] diz buoch ein sach vnd ein sarc / ist alder
waren schrifte / ein heil ein heilic hantgifte Martina
211,82;
aller meintat ein stifte / aller hofart ein hantgifte ebd.
157,72;
in siner eigenen stifte [Hölle] / mit leider
hantgifte ebd.
159,106;
[Diederich erschlug den Fahnenführer wegen seiner Feigheit und
sagte:] dyt haff dyr, [...] boeswicht,
/ dese gave ind dese hantgicht KarlGalie
2592.
– übertr. auf den Kampf, Schlag mit Waffen:
Hercules [...], / der viel
drât [...] in die vil wunneclichen
stift [Troja] / und gap ir leide hantgift /
mit der swæren künfte sîn KvWTroj
12344;
swær unde sûre hantgift / die wolten si den gesten
geben / und in mit strîte widerstreben ebd.
25194;
mit swerten bitter hantgift / ein ander si dô gâben
KvWPart
16292;
o we, we was mir gescheit, / dat ich dem boesen wichte /
Durendardes [Rolands Schwert] hantgychte /
neit en kunde also gegeven, / dat hey verloren hadde syn leven
KarlGalie
12450.
5212
1.2
genauere Bedeutung unklar:
– im Zusammenhang mit dem Aberglauben: Geschenk (mit günstiger oder
ungünstiger) Vorbedeutung?
sô geloubent etelîche an bœse hantgift. sô gent etelîche mit bœsen
batônjen umbe unde mit bœsem zouberlehe umbe PrBerth
1:264,28;
der gloubet an hantgift, der an aneganc unde der an zouber ebd.
1:530,6
(zur Diskussion vgl. A. E. Schönbach, Studien, WSB 142 [1900], VII. Abh.,
S. 30-32).
– erster Erlös des Tages mit Vorbedeutung? hier im Bild des
Kampfes:
sie waren an ir koufe der hantgift wol ze heile. / vil ors gen tjoste
loufe ersprenget wart ze beider sit vil geile, / fur daz die zwen alhie den kouf
entsluͦgen. / ze Berne uf kampelmarkte so richen kouf die staznær
[zu stationarius ‘Händler mit festem Laden’ MLLM
2,1291] nie getruͦgen! / hie wurden kunige veile ir lebnes lip
[...] / an ringem geltes teile JTit
4575,1
2
rechtsspr. ‘Verleihung, Besitzübergabe’
vnd han die hantgift getan des vorgenanden houes ze Nidernweningen mit dem
gedinge, das [...] min muͦter han sol in gewalt vnd in
gewer den selben hof [...] von pfingesten vber ein jar
UrkCorp (WMU)
1423,16;
dc wir dien geistlichen [...] vrôwon von Gnadontal
dv́ nâh geschriben gvͤter [...] hein ze erbe verlv́hen mit
der rehtvnge vnd gedinge, alse hie nâh stat: [...] disv́
hantgift vnd gedinge geschâhen, do [...]
ebd.
2759,27;
dass ich dis hantgift stete habe, und dawider nüt komme, des bind ich mich an
disem gegenwürtigem briefe SchweizId
2,135
(Gfrd.; a. 1303).
–
‘Vermachtes’
und bat da offenlich der selb Gilge mit fúrsprechen ze ervarende mit rehte,
ob er wol der egenanten siner efrowen einen vogt erloͮben und geben moͤhte úber
ezlichú guͤter und hantgift [Glossar z.St.: „vermachte Güterzinse, als
persönlich dargereichtes Kapital gedacht”] , so er ir und iren
erben ze rehtem phande versetzen wolte UrkAarau
43
(a. 1332)
MWB 2 1182,22; Bearbeiter: Tao
hantgiften
swV.
‘ein Geschenk geben, eine Stiftung machen’, mit Dat.-Obj.:
wan so hantgiftet ein friunt dem andern in dem namen daz im
gelucke unde guot davon volgete MNat
17,19;
die darnah Rome stiftin / und ir also hantgiftin / das mit
kúnechlichim werde / dú lant uf al der erde / dar dienstis wrdin undirtan
RvEWchr
170
MWB 2 1183,23; Bearbeiter: Tao
hantgiftphenninc
stM.
‘Geldgeschenk aus Anlass der Geburt eines Kindes’, Näheres unklar:
item interdicti sunt denarii, qui dabantur dominabus in puerperiis et qui
dicuntur hantgiftphenninge in natalibus UrkStVerf
106
(a. 1214)
MWB 2 1183,30; Bearbeiter: Tao
hantgrel
stF.
‘Spieß’
der werde gast also schnell / fürtte aine hand grell. /
[...] dem argen ward erzaigett / des gastes zornlicher
hass. / er stach in daz er gesass / gar hinderm ross uff dem blon
GTroj
20516
MWB 2 1183,35; Bearbeiter: Tao
hantgrift
stF.
‘Berührung mit der Hand’
hantgrift der [Gen. Sg.] schiuwet niuwer wunden ve
[ vgl. FrlWB, S. 310, s.v. schiuwen
]
Frl
7:17,12
MWB 2 1183,40; Bearbeiter: Tao
hanthabe
stF.
1
‘Griff, Henkel (an einem Gegenstand)’
2
‘Handhabung, Durchführung, Behandlung’
1
‘Griff, Henkel (an einem Gegenstand)’
ansa: hanthaba SummHeinr
2:12,267;
ancia : hanthaba ebd.
1:353,102;
capulus: helza, hanthaba ebd.
2:227,277;
daz diu myschung irs zinwerchs diu newn tail lautter zin sey
und daz zehent tail pley, swelherlay geschirr oder trinchvas daz sey. ez sol auch
die hanthab und daz lot und daz luck der ainen myschung sein StRMünch
460,11
2
‘Handhabung, Durchführung, Behandlung’
er sluc daz houbt im abe / mit eines slages hanthabe
Pass I/II (HSW)
22368.
39609;
do schutte er alzuhant sin swert / in menlicher hanthabe Pass
III
688,59;
mit ungetruwer hanthabe / wart si von in gebunden / und geslagen
[...] / mit besmen und mit riemen ebd.
680,23
MWB 2 1183,43; Bearbeiter: Tao
hanthaben
swV.
‘beschützen, verteidigen’
auch geloben wir [...] dem rat und den burgern
[...] der [...] stat zu
Frideberch, alle dise vorgeschriben stukke besament und besundern stete und veste zu
halden und si dabey getreuliche zu behalden und zu hanthabene ane allerleye
argeliste und geverde UrkFriedb
176
(a. 1349)
MWB 2 1183,58; Bearbeiter: Tao |