hülzinc
stM.
‘Holzapfel’
ein gelust ir lip [die schwangere
Penthesilea] bestuͦnt / der e nie in ir hertze kam, / daz
etteswenne sie gezam / der vil suren huͤltzinge / und anders maniger dinge
Rennew
32533
MWB 2 1784,32; Bearbeiter: Richter
humbel
stM.
‘Hummel’
irn sult iuwer gewonheit / durch nieman zebrechen. / der
humbel der sol stechen Iw
206;
wibeln [Kornkäfer] , kefern unde bremen
[Bremsen] , / humel, wefse
[Wespe] und diu spinne /
[...] / die sîdenwürme und ouch die bin
Renner
19743;
Neidh (S)
2,128 c45:9,1;
mel atritum. id est humeln honic SalArz
36,19.
– als Bestandteil von Personennamen:
Otte der Hvmbel UrkCorp (WMU)
2826,18;
Ber der Hummel ebd.
2196,38
MWB 2 1784,37; Bearbeiter: Richter
humbelhonec
stN.
Honig von Hummeln (vgl. AWB 4,1353 s.v. humbalhonag mit weiteren
Belegen aus frühmhd. Zeit):
atticum mel: humbelhonig Gl
3:486,4
(BStK887)
MWB 2 1784,46; Bearbeiter: Richter
humel
Subst.
eine (Farn-)Pflanze (vgl. AWB 4,1354)
polipodium: steinfarn vel humel SummHeinr
1:191,271
MWB 2 1784,50; Bearbeiter: Richter
humerâl
stN.
→
umbrâl
MWB 2 1784,53;
hummen
swV.
‘summen’ (von Bienen):
unz daz aineu under in [den Bienen]
zwir oder dreistund geprumt oder gehumt gegen dem liehten tag, als ain wahter, der
mit aim herhorn prummet gegen dem tag BdN
289,16;
unz aineu under in umb fleugt und hummet in der weis, als dâ
si si wecket des morgens, und gebeut in allen ze ruoen ebd.
290,15
MWB 2 1784,54; Bearbeiter: Richter
hunckeln
stN.
→
hüeniclîn
MWB 2 1784,62;
hundehabere
swM.
Abgabe von Hafer oder sonstigem Korn als Ersatzleistung für die Aufnahme der
herrschaftlichen Hunde (vgl. DRW 6,70f.):
wiͤr verbieten allen hunthabern, ez wær dann, daz wiͤr ez
erlaubten durch der leut gebet und durch notdurft dez landes UrkSalzb
4,385
(a. 1328)
MWB 2 1784,63; Bearbeiter: Richter
hündelîn, hündel
stN.
auch hündli.
Dimin. zu
hunt
‘Hündchen’
–
‘junger Hund, Welpe’
die hund gepernt plinteu hüntel und diu beleibent plint
zwelif tag oder etleich drei wochen BdN
125,16;
daz die kleinen welfelin, die kleinen húndelin,
[...] gespiset werdent von dem gebrockele daz do vellet
von der herren tische Tauler
44,22;
PrOberalt
63,16.
–
‘kleiner Hund’ (meist als Schoßhund):
die megede sich bereiten gar / und wurfen die hundel ûz dem schôz
Virg
671,13;
er hatt mir mein effelein / und mein schones hundelein / und
meinen valken genomen HvNstAp
19595;
er gebôt, daz man im bræhte dar / sîn hundelîn Petitcreiu, /
sînes herzen spil Tr
15797;
HvFreibTr
4456;
also nu der hirtz sich der grossen hunde hat erwert, so
kumment die kleinen húndelin und loͮffent under den hirtz und
zwickent da und da Tauler
52,1.
– in Vergleichen:
so ist im [dem Kranken] di kele
bitter [...] vnde winslet also ein kleinez hundelin
SalArz
43,16;
von stunt leite sich der grimmege leuwe vor im nider als ein zamez hundelin
unde wegete kein im den zagil sin Köditz
19,3;
din múrdigú muͦter wolt dich hin
werfen als ein ungenemes, hingeworfens húndli Seuse
121,34;
HvNstAp
6657.
6952
MWB 2 1785,5; Bearbeiter: Richter
hünder
stM.
Parallelbildung im Wortspiel auf eine Volksetymologie, die
ketzer
von katze ableitet:
daz tet unser herre âne sache niht, daz er sie
[Häretiker] ketzer hiez. nû war umbe hiez er sie niht
hünder oder miuser oder vogeler oder swîner oder geizer? PrBerth
1:402,20
MWB 2 1785,30; Bearbeiter: Richter
hundersto
Adv.
(d.i. hunder-stunt, s. Weinhold, Alem. Gr. § 326 c)
→
stunde
stF.
MWB 2 1785,36;
hundert
Num. (Kard.)
zur Formenvielfalt vgl. WMU 2,898f.
‘hundert’ (s.a.
hunt
Num. und
zëhenzec
):
do waren der spilemanne / wol hundret mit in gegangin
Roth
4294;
uor manic hundert iaren VMos
69,11;
im wirt sîn vater, muoter, bruoder und swester hundert wîs
lieber wan sie ieze sint Eckh
5: 24,9;
und si sâzin nider bî teilen, bî hunderten und bi funfzigen
EvBeh
Mc 6,40.
– subst. als Einheit speziell bei Angaben zu Zolltarifen:
ein lastwagen mit ruhen hvͤten, [...], der git
ze zolle sæhzehen phenninge. jst aber minner druffe danne ein last, so git man ie
von dem hvnderte funf phenninge UrkCorp (WMU)
548AB,30;
des gastis hundirt grosis ledirs gibt einen firdunc UrkBresl
112
(a. 1327);
UrkHeilbr
74,6
(a. 1342);
RegErzbKöln
4,181 .
– mit tûsent (voran- und nachgestellt):
ich hân hundert tûsent herze erlôst / von sorgen, alse vrô was
ich MF: Reinm
35: 1,1;
solde ich den [Mund] in kurzer
stunde / küssen hundert tûsent tûsent stunt KLD: UvL
52: 4,4.
43: 7,4;
ez sint manech hundert tûsent tûsent suͥnder ferlorn PrSchw
(St)
6,104;
Rennew
13218;
beschouwe ich menschen tûsent hundert / âne valschen list, /
bî den allen, wizze Crist, / sint zwên gelîch einander niht KvWLd
25,83;
tusent hundert schif Herb
3413.
– in anderen zusammengesetzten Zahlen:
drithalbhundert marche silbers UrkCorp (WMU)
1949AB,19;
do men zelete von gottis gebuͤrte truͦzehen hvͦndert jar
trigger iare minner [weniger drei Jahre
(1297)]
ebd.
2634,6;
fümf tûsent und fümf hundert jâr / und fümf und fümzic
dannoch mê KvHeimUrst
1984;
der vnselig Herodes diu chindelin elliu hete erslagen, der
waren hundert vnd vier vnd viͤrczige tuͤsent Konr
4,18;
ze sehs hunderet tûsint wâren si gezalt VAlex
1493;
MNat
16,26;
TrSilv
643.
– mit vorangestellten Einer- und Zehnerwerten:
der christen gelac tot dar under / acht unt driu hundert
Rol
4762;
driu und sehs hundert jâr Eracl
150;
das buch nach minem tichte / fünfzig und hundert psalmen hat
Mügeln
86,12;
Ottok
13527.
Zu allegorischen Bedeutungen der Zahl 100 vgl. Meyer/ Suntrup, Zahlenbed.,
Sp. 784-797.
MWB 2 1785,38; Bearbeiter: Richter
hundertjæric
Adj.
‘hundertjährig, hundert Jahre alt’
ir mâzen [wohlbemessen] lange sîtelîn / ûf ir
gedrollen hüffelîn / beslozzen, wol gedrungen, / moht balde widerjungen
[verjüngen] / hundertjæric alten, / solt er si blôz
gesehen an KLD: Namenlos
a46:114;
ein krâ, / diu wol hundertjæric schein KvWTroj
10671;
RvEWchr
4640
MWB 2 1786,16; Bearbeiter: Richter
hundertrittervürste
swM.
als Übers. für lat. centurio, ‘Offizier,
Hundertschaftsführer’
centurio: hundertritterfúrste EvAlem
Mt 8,5.8
MWB 2 1786,23; Bearbeiter: Richter
hundertslündic
Adj.
‘hundert Schlucke umfassend’
dô huob er ûf unde tranc: / einen hundertslündigen trunc
Weinschwelg
199
MWB 2 1786,26; Bearbeiter: Richter
hundertste
Num. (Ord.)
‘hundertste’
egiptii die weisen läut [...]
sprâchen, daz wênich läut lebten mit ganzen sinnen unz in daz hundrist jâr
BdN
27,21.
– in zusammengesetzten Zahlen:
in dem tusentestem vnd zweihundertesten vnd ehtvndahcegestem iâr
UrkCorp (WMU)
998,31;
na vnsers herren gebvrte an den tusendosten vnde zwei hvndertosten vnde zwei
vnde sibenzegosten iare ebd.
172,33
MWB 2 1786,29; Bearbeiter: Richter
hundertstunt
Adv.
→
stunde
stF.
MWB 2 1786,38;
hunderttûsent
Num.
→
hundert
, →
tûsent
MWB 2 1786,39;
hunderttûsentstunt
Adv.
→
stunde
stF.
MWB 2 1786,40;
hunderttûsentvalten
swV.
‘sich verhunderttausendfachen’
sint du [Gott] uns hie verlihen hast sulch ere, /
waz hastu dann zu himele, da iz sich hundert tusent valtet mere! JTit
407,4
MWB 2 1786,41; Bearbeiter: Richter
hunderttûsentvaltic
Adj.
‘hunderttausendfach’
er ist vol suͤzis troͮstes, vollechomines ratis, vol miltichait,
irbarmiherzichait vnde allir tuginde hundirtusintvaltich PrGeorg
(Sch)
22,50;
umbe hunderttûsentveltigen lôn Eckh
2:61,4;
hundert tusent feltig froͤd MinneR 66
84
MWB 2 1786,45; Bearbeiter: Richter
hunderttûsentwarbe
Adv.
→
warp
MWB 2 1786,51;
hundertvalt
Adj. , -valte
Adv.
‘hundertfach’
und etlîchez vîl in eine gûte erden und gap vrucht ûf gênde und wahsende, und
einez brâchte drîzecvalt und einiz sechzicvalt und einiz hundertvalt
EvBeh
Mc 4,8;
des dritten sâmen korn erwarp / hundertvaltes nutzes vruht: /
der viel in viuhte genuht / und brâhte hundertvalten hort RvEBarl
1601;
in manigem wis geschonet / unt hundertvalt gechroenet
StrKD
21,232;
froͮwe minne, nu hant ir mir vergolten hundertvalt in
ertriche Mechth
1: 1,23;
EvBerl
133,3.
– subst.:
læzest dû ez aber umbe daz hundertvalte und umbe daz êwige leben, sô enhâst dû
niht gelâzen Eckh
2:61,3
MWB 2 1786,52; Bearbeiter: Richter
hundertvalten
swV.
→
gehundertvalten
MWB 2 1787,1;
hundertvaltic
Adj. , -ige
Adv.
auch -veltic (
MvHeilGr
1764;
Eckh
2:443,7
).
‘hundertfach’
hundertvaldigen gewin / gibet en got zu lone
Daniel
5304;
daz brachte hundirt valdege frucht EvBerl
17,4;
PrGeorg (Sch)
4,113;
Eckh
2:433,3.
– adv.:
di [Samen] gebent fruhte. etlich
hundertvaltik. etlichez sechzickvaltik. etlichez drizickvaltick EvAug
28,20
u.ö.;
swes Feirefiz do jehende was von richeit wunder, / daz wurden si nu sehende
und dannoch hundert valtik ob und under / an land, an luͤten und die palas
mære JTit
6281,2
MWB 2 1787,2; Bearbeiter: Richter |