hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hüetelsnuor
stF.
‘Schnur, Band am Hut’
redimiculum: huͦtilsnuͦr SummHeinr
1:330,219.
2:35,102
MWB 2 1767,6; Bearbeiter: Richter
hüeten
swV.
auch hotin
Roth
1330.
‘achtgeben, aufpassen, (be)hüten’ im fließenden Übergang zu
‘bewachen, bewahren, beschützen’
1 ohne Obj. 2 mit Gen. 2.1 mit Gen.d.S. 2.1.1 von Konkreta 2.1.2 von Abstrakta 2.2 mit Gen.d.P. 3 mit Akk. 4 refl. 4.1 selten mit refl. Dat. oder Gen. 4.2 überw. mit refl. Akk. 4.2.1 ohne Erg. 4.2.2 mit Akk. in einer Inf.-Konstruktion 4.2.3 mit präp. Erg. bzw. Pron.-Adv. 4.2.4 mit abh. Satz 5 mit abh. Satz 5.1 mit Korrelat im Gen. im übergeordneten Satz 5.2 refl. mit Korrelat im Gen. im übergeordneten Satz
1
ohne Obj.:
der keiser wache oder slafe, / si [die
Wächter] huͦtent alumbe Rol
2299;
ich huote ouch vor der merker strâf: / wær ich zuo liebe alsô
geladen SM: St
5: 3,3;
niht ist verborgen also gar, / daz man niht werde sin gewar / vnd uffentlich
kume an den dag, / wie faste man gehuden mag EvStPaul
7203;
mir ist vbel heim gehut Herb
8597;
WüP
106e,2;
BdN
168,32;
Lanc
73,20.
– subst.:
hüeten ist den senden leit KLD: UvL
19: 3,5
u.ö.;
elliu huote ist gar verlorn, / ob ich die lieben vinde
aleine: / sô schât uns ir hüeten kleine SM: WvK
4: 4,7.
– subst. Part.:
si gingen hin vnd vmbgaben daz grab vnd bezeichenten den
steine mit den hüetenten [Mt 27,66]
EvAug
74,24.
75,16
2
mit Gen.
2.1
mit Gen.d.S.
2.1.1
von Konkreta:
hêr David [...] hête sumeliche
lûte under sîme gesinde. der ambeht was, daz sie alleine sînes houbetes
hûten StatDtOrd
24,23;
er hüetet disses landes NibB
1547,4;
Gardevîaz hiez der hunt. daz kuit tiuschen: ‘hüete der
verte!’ Tit (BH)
G 137,4;
daz tranc [ein Zaubertrank] enmohte dô niht
mê / gehüeten [in Bann halten] sînes lîbes
KvWPart
7093;
secht, wie selig ist der, der seiner zungen
huͤtten chan SchlierbAT (LS)
1,71;
AvaLJ
166,2;
VMos
56,21;
EnikWchr
14925;
dîe dés uuîngarten hûotent
Will
147,3;
dar umb sprechent die maister, daz die augenprâw sein
reht als die zeun umb ainen garten, die des garten hüetend
BdN
10,25;
UrkCorp (WMU)
N818,2;
er [Lanzelin] mvste
hvͤten alle tage / siner hvner vor Reinharte ReinFu
K,22;
PrOberalt
18,14;
Solînus spricht, daz die hinden gepern kälbel, der
hüetent si gar vleizicleichen und verpergent si in die stauden
BdN
129,33;
JPhys
1,25
2.1.2
von Abstrakta:
man liset von Johanne, deme heiligen manne, / er
huotte siner sinne, got wonete dar inne AvaJo
14,2;
triwe, rehte minne, güete, / gedultekeit, dêmüete, /
der solt dû hüeten alle vrist RvEBarl
6969.
14817;
das lieht ist diu heilige gotes lere, von der alle
die erluhtet sint, die irer christenhait huten Konr
21,23;
Wernh
1375;
PrOberalt
44,28;
MF:Reinm
31: 1,2.
– mit daʒ-Satz:
diu inwendicheit enkêret sich niht ze den fünf
sinnen, wan als verre als si ein wîser und ein leiter ist der fünf sinne
und ir hüetet, daz sie niht gebrûchent irs gegenwurfes nâch
vihelicheit [...]
Eckh
5: 420,4
2.2
mit Gen.d.P.:
ietweder dô des andern mit nîde hüeten began
NibB
182,4;
huote ist verlorn an wîbe, / dar umbe daz dekein man /
der übelen niht gehüeten kan. / der guoten darf man hüeten niht, / sie hüetet
selbe, als man giht Tr
17874;
vnz sagint die buoch, daz ein iegelich mensche habe einen
guͦten engel, der sin huͤte vnde einen vbelen geist, der sines
schaden varet Lucid
65,8;
wil diu minneclîche guote / minneclîchen hüeten mîn / vor
unfröiden, vor unmuote, / sô muoz ich vil sælic sîn KLD: UvL
19: 3,2;
SpitEich
10,3;
Konr
12,60;
UvZLanz
7807;
he sazte sie inebin in / vnde hiez ir de schenken / hotin
[befahl den Schenken, sich aufmerksam um sie zu
kümmern] mit deme tranke Roth
1330;
Rol
2289;
SM:WvK
4: 3,7;
Parz
143,25.
– von göttlichem Schutz:
der reine got min hüete! Tannh
13,56;
der megede sun der hüete dîn! Tr
5169;
sîn hüet aldâ der gotes segn Parz
494,12;
SM:Had
52: 12,5
3
mit Akk.:
ich wolt der e gehorsam gewesen sein / unt han niht gehuͦtet den herren
mein Magdalenenkl
527;
dy hirten waren in dem selben lande wachende unde hutende dy wache der nacht
uf irme vie EvBerl
5,4;
das diu muͦre vnd der turn dester pas gehuͦtet
si, so grebet man einen tiefen graben darumbe Konr
16,9;
ovch sol der kelner des closters holz hv́ten UrkCorp
(WMU)
N816,15;
ir solt die porten wol thun huten, das nymant daruß enrite
Lanc
479,25
u.ö.;
NibA
177,1;
Ottok
288;
Tauler
203,1
4
refl.
4.1
selten mit refl. Dat. oder Gen.:
daz nur nihtes wære /
ungerwes [Vergiftetes] vor mir [dem
König] ! / dû [Vorkoster] solt hüeten
dir / unde kost niht mêre Ottok
78229;
ritter, wache, hüete dîn! MF: Wolfr
5: 1,15;
herzekünigîn, / nu hüetet iuwer unde mîn / an rede und an
gebâre! Tr
15084;
Seuse
483,23;
PrBerthKl
7,47;
Herb
10352;
RvEWchr
21002.
– mit daʒ-Satz:
sô hüete dîn, daz er dich iht / verkêren müge
RvEBarl
15467
4.2
überw. mit refl. Akk.
4.2.1
ohne Erg.:
swer sich selben hüetet wol, / der hât getân daz er sol
WälGa
4041;
der tieren vil geschozzen wart [vom Jäger] ;
/ wand er sich barg vor ir gesicht, / si konden sich gehüeten niht
Boner
3,22.
70,9
4.2.2
mit Akk. in einer Inf.-Konstruktion:
wan die [l. wande
] also vile so
sie [die Stellung des Probsts] irhaben ist vor
den anderen also vil bedarf sie sich sorglicher zu gehuden die gebot der
regelen BrEb
65
4.2.3
mit präp. Erg. bzw. Pron.-Adv.:
– mit ane oder von:
wil er sih danne hüeten an dem ezen
Barth
154,9;
also kam mir das wort zum munde, und huͦt
mich nit an dem sprechen Lanc
94,21;
sehet vnd hütet ivch von dem vrhavb
[Sauerteig] der Phariseorum vnd der
Saduceorum [Mt 16,6]
EvAug
37,21.
– überw. mit (da)vor:
nu hüetet iuch vor Hagenen NibB
2301,3;
er sol sich vor vroste huten
SalArz
67,47;
das wir vns ze allen czeiten vor den svnden
huͤten, das wir den bosen girden widersten Konr
19,101;
PrOberalt
140,7;
nune kunde sich her Îwein / niht gehüeten dâ
vor [vor dem Falltor]
Iw
1103;
Roth
1168;
Tr
15099;
OvBaierl
22,13
4.2.4
mit abh. Satz:
hvͦtit ivch, daz iwer dehein iht awichi von dem
rehtim wêge Spec
10,7;
Iw
3858;
ob allen dingen hutent uch das ir in der werlt ymant
sagent wer ir sint Lanc
85,26
u.ö.;
PrBerthKl
7,18;
Mechth
6: 1,47;
unde hüete dih, daz dû der wurze iht verslintest des
gewunstû schaden Barth
145,28
(ähnl. ohne Refl.-Pron. [vgl. 5]:
unde hüete daz dû der wurze iht enbîzest, des gewünstû
schaden ebd.
139,3
)
5
mit abh. Satz:
so scolt tu huͦten. daz tu indes tîefales strich
negeuallest JPhys
9,17;
[zwei Engel warnen Lot:] huͤte das sih umbe sehe /
iuwir dekeinis uf den lip RvEWchr
4805;
PrBerth
1:556,5;
MF:Reinm
29: 1,7;
BvgSp
14
5.1
mit Korrelat im Gen. im übergeordneten Satz:
sie sulen ouch mit vlîze hûten des, daz ieman mit wispelne
oder mit stimme unde ouch mit ungeordenten venien den anderen betrûbe
StatDtOrd
35,26
u.ö.;
und sprach zu Bandemagus das er des húte, als
lieb im syn lip were und sin ere, das er sin lút nit ließ vergatern
Lanc
272,7
5.2
refl. mit Korrelat im Gen. im übergeordneten Satz:
er schol sich auch des huͤten mit allem fleizze,
daz er mit sinen ebenchristen noch mit den heiden noch mit den juden immer
unredlich gezuͤrn PrOberalt
133,34;
Pilgerf
8578
MWB 2 1767,8; Bearbeiter: Richter
hüetevaʒ
stN.
Behältnis zur Aufbewahrung von Gegenständen:
fori navium sunt tabulata, vel latera concava navis hutefaz, dicta a ferendo
onera SummHeinr
1:362,271.
2:96,256
MWB 2 1769,13; Bearbeiter: Richter
hüetewol
stM.
‘guter Wächter’ (in einer Aufzählung von
Handwerkerbezeichnungen und Spottnamen):
ckurssnar: pozzer palkch, / schiltchnecht: hoff schalck, /
pir preu: saurlapp, / hutwol: torcknapp Teichn
600,32
MWB 2 1769,17; Bearbeiter: Richter
huf
stF.
auch swF. (
KarlGalie
12421;
Seuse
45,9.
45,20
), Pl. auch umgelautet (
BdN
289,33
).
‘Hüfte, Lende’
sin huf was ime virlenket / darnah muse er hinken
VMos
28,20;
die zeswe huf HvFreibTr
2220;
mer doch hait Karll der here / Orias ros also sere / mit Durendarde getroffen
/ hynden up de huffen KarlGalie
12421;
er hate beschlossnú band an den armen und daz herin
niderkleid umb die huffen Seuse
45,9.
45,20;
Parz
184,13.
232,30;
HvNstAp
15031.
– häufig in med. Texten:
ob dir in der huffe we si, so nim geizinen mist, mische in mit
honge und salbe di huf da mit BenRez
18;
swem in die sîten, in den rüke, in die hüf geschiuzet, der
neme des gîres zesewen huf unde siedez mit ole; diu salbe ist guot
Barth
155,27;
si [die Arznei] ist gut fur den
sichtum in der huffe vnde ist gut ouch fur den fuzsichtum SalArz
110,11
u.ö.
– hier ‘Hüftknochen’
dâ aver irwintet der ruke [wo der Rücken
endet] dâ stânt zwô huffe. / von den chliubet sich der lîp in zwei
bein gelîch Gen
171.
–
‘Lende’ (als Sitz der Zeugungskraft):
vone Juda newirt niemer ginomin daz chunichliche sceptrum, /
noh von sînen huffen gibristet chuonere herzogin, / unze der wirt giborn der al die
werlte scol nerin Gen
2758.
– euphem. vom Schambereich:
im gap dar diu küngîn ir hemde / blanc sîdîn, als ez ir blenke
[weiße Haut] ruorte. / ez ruorte ouch etwaz brûnes an
ir huf Tit (BH)
G 74,4.
– bei Insekten entspricht der Hüfte die Coxa, d.i. der Bereich des Beins, der
dem Thorax am nächsten liegt:
die [Bienen, die] von veltpluomen
haim tragent die ladent ir vodern füezel vol oben an den hüffen und varnt haim wol
gepürdet und schôn geladen BdN
289,33
MWB 2 1769,22; Bearbeiter: Richter
hûf
stF.
vgl. →
hiufel
.
‘Wange’
süeze frowe, riht dich ûf / und lein dich her an mîne hûf [vgl.
Anm.z.St.]
LvRegSyon
621;
da von muͦsz min auge zwahen / mine hùffe von vil manigen trehen
Krone
16995
MWB 2 1769,56; Bearbeiter: Tao
hufbein
stN.
→
hüffebein
MWB 2 1769,61;
hufblat
stN.
wohl eine äußerliche Erkrankung an der Hüfte:
der daz hufblat hab, der nem berthram pheffer salz orgament ruten, pulver ez
zesamne und blase ez durch ein ror in daz hufblat BWB (Sch)
1,1064
MWB 2 1769,62; Bearbeiter: Richter
hûfe
swstM.
auch F. (
di houfe [Nom. Sg.] der regulen EvBeh
Vorr. 3
).
‘Haufen, (ungeordnete) Menge’
1 allg. 1.1 Menge, Schar von (Lebe-)Wesen, meist von Kämpfern 1.2 bergm. ‘Anteil des Ertrags’
1.3 übertr. 2 mit unterschiedlich stark ausgeprägten übertr. Bedeutungen in präp. Konstruktionen
(vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 228) 2.1 mit ane und Dat./Akk. ‘beisammen,
zusammen’
2.2 mit in und Akk. ‘mit einem Mal, auf einmal’ (?) 2.3 mit mit
‘haufenweise, reichlich, in großem Maße’
2.4 mit über und Akk. ‘über den Haufen, zu
Boden’
2.5 mit ûf
‘zusammen, aufeinander zu’
2.6 mit ze
2.6.1
‘zu einem Haufen am Boden, zu Boden’ (im Übergang zum folgenden) 2.6.2
‘zunichte, zu Schutt’
2.6.3
‘zusammen’
1
allg.:
von steinin ein grozer huffe wart / uf in [den
Toten] geleit RvEWchr
30116;
ich han gesen eppil vrisch gehaldin in eyme hufin habir
Pelzb
133,9;
wer auch der ist, der die koln kauft, dem sol man den korb, er
si halber oder ein ganzer korb, ruteln dristunt und gestrichen geben, wenne der
huffe darin geichet ist WüP
72,19;
an eime houffen ez allez lac, / ir gwin vnde ir beiac
Herb
16330;
si [Stare] vliegent scharot mit
ainander und in dem flug machent si ainen sinweln haufen, alsô daz iegleicher
begert, daz er in der mitt sei BdN
224,34.
81,19;
Will
114,1;
KLD:Kzl
1: 3,13;
Daniel
2316.
–
der muost vil gar ân sînen danc / daz lant dâ verkoufen /
umb silberîne houfen [Silbergeld]
EnikFb
1098;
Ottok
91629;
sô lîst du [Ameise] in dem hûfen dîn, / unde
norst [wühlst] recht als ein swîn
Boner
41,27.
– von Gefallenen im Kampf:
smorgens dô ez begunde tagen, / an manegen hûfen getragen
/ wart diu reine kristenlîche diet, / den ir sælde daz geriet / daz si ime
sturme ir lîp verlurn Wh
451,2;
ir lac an eime houfe / tot, bleich vnde fal, / daz ich
bin ane zal Herb
5412.
7043
1.1
Menge, Schar von (Lebe-)Wesen, meist von Kämpfern:
nu kam iesâ / der hûfe dar gedrungen Tr
3695;
sô hurticlîch was ir stôz, / daz man dâ hôrte krachâ krach, / dô ir schar
in den hûffen brach UvLFrd
86,32
u.ö.;
KvWTurn
886;
Ottok
20485;
in der menig oder in dem haufen des volkes
BdN
271,20.
271,25.
– von Engeln:
des firmamentis hufe / sal uns helfen loben / got
allen goten oben / psalmo ‘benedicite’! Daniel
1476.
– vom Rudel der Jagdhunde:
dô al der hunde houfe / daz edel wilt beschoute Hadam
348,1
u.ö.
1.2
bergm. ‘Anteil des Ertrags’
darumme gebe wir und lien den vorgenanten voyten uf unsern bercwerke czu
Vuͦrstenberg ein hufen, wen wir unsen zcenden genemen
UrkFreiberg
2:5,28
(a. 1317)
1.3
übertr.:
sie [...] sament tugende grôzen houf
EbvErf
4612;
in dem huffen [Fülle] der
gottes gabe Mechth
6: 6,32.
6: 19,17;
an disem sweren gedrang gnuͤget got nit, er
macheti den hufen noh merer [vergrößerte die Mühsal]
Seuse
68,26;
sam ein voller huff der gnaͮden ebd.
552,23
2
mit unterschiedlich stark ausgeprägten übertr. Bedeutungen in präp. Konstruktionen
(vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 228)
2.1
mit ane und Dat./Akk. ‘beisammen,
zusammen’
[Lancelot] fand weidende, als yn ducht, wol zwenczig
reher [Rehe] an eim huffen Lanc
40,21.
–
in den heiligen namen drin / tet er
[Christus] uber den helle grunt / ein heilic
cruze dristunt; / do sanc die helle an einen houf [in sich
zusammen] , / Belzebub der besouf
[versank] / in deme vil heizen vure
HeslNic
3509
2.2
mit in und Akk. ‘mit einem Mal, auf einmal’
(?):
dîns sinnes lôf / sturze mich in minnenknôf, / daz ich mich in einen hôf /
ûf dîn herze velle Wizlav
L 12,47
2.3
mit mit
‘haufenweise, reichlich, in großem Maße’
mit allen den sachen, / dâ man mit sol êren, / der dem
rîch ze herren / wirt erwelt und erkorn, / daz wart dâ niht verborn, / man erbut
ez im mit hûf Ottok
12631.
12706;
lob mit huffen geben Minneb
3398.
567;
WhvÖst
19179
2.4
mit über und Akk. ‘über den Haufen, zu
Boden’
er stach den einen mit roß mit ein uber ein huffen
Lanc
322,17
2.5
mit ûf
‘zusammen, aufeinander zu’
gieng wiͤr all auf ain hauffen, / so derdrukcht
sich vraw und man Teichn
385,8
2.6
mit ze
2.6.1
‘zu einem Haufen am Boden, zu Boden’ (im Übergang zum
folgenden):
swer im dâ zorse vor gesaz, / zeinem hûfen er den
sluoc Wh
388,21;
der Lutringaer [...] sluoc sîn ros, daz ez
gie ze einem houfen Loheng
5243.
–
ze (einem) hûfen nider ligen
‘zusammengefallen am Boden liegen’
ich trîbe mîn orsse gein im hin wider, / alsô daz er lîht an der
zît / ze hûffen mit mir nider lît UvLFrd
267,8;
ze jungest gelac pfert und ich / beidiu zeinem
hûfen nider Tr
2711.
9135
2.6.2
‘zunichte, zu Schutt’
geruste grôz unde klein / hiez er dâ rihten ûf, /
dâmit man ze hûf / die burge sol werfen Ottok
23133;
von der mûr valle / erschrâken si alle, / dô si gie
ze hûf ebd.
50733
u.ö.;
do [beim Kreuzestod Christi] quam zeinander
und ze huf / vels unde hol, berg unde tal KvWGS
1984;
darnach uber ein cleyne wile begund die erd bydemen,
und die capelle thet als ob sie zu mal zu huffen wolt vallen
Lanc
507,3
2.6.3
‘zusammen’
sie waren zv samne gekart / mit worten, mit gruzze; /
zv rosse vnd zv fuzze, / zv sprunge vnd zv loufe / quamen sie zv houfe
Herb
8748;
[Lancelot, wenn er zornig war,] beiß die zene
zuhauff das sie krachten Lanc
35,10.
361,10;
BdN
88,3;
EvBerl
29,7;
Teichn
303,8.
– vom Aneinandergeraten in (Wett-)Kämpfen:
swenn si ze stôze und ze hûf / in dem strîte
solden komen Ottok
572
u.ö.;
Claudas beit so lang das sie zuhauff schlugen mit
den schwerten Lanc
32,14;
sie kamen mit großer macht zuhauff gerant, und
der ritter brach syn spere off Hestors schilt ebd.
364,12
u.ö.
– mit Gen. (Glr. Ottok
‘handgemein werden und dadurch zur Entscheidung über irgend
etwas kommen’):
er wære sîn gern ze hûf / mit herzog Heinrichen
komen Ottok
9103.
69537
MWB 2 1770,3; Bearbeiter: Richter
hûfeht
Adj., Adv.
‘haufenweise, in Mengen’ (hier im Beleg nicht entscheidbar, ob
adv. oder präd. verwendet, vgl. 2
5Mhd. Gr. § S 38 und § S
104):
lange zit, vil arbeit / die hufecht was an in geleit / in me dan nunzic iaren
/ dar abe so mude im waren / die gelit und verkrenket Pass III
509,48
MWB 2 1771,43; Bearbeiter: Richter
hufel
stM.
→
hübel
MWB 2 1771,49;
hûfel
FN.
→
hiufel
MWB 2 1771,50;
hûfelære
stM.
jmd., der ein bestimmtes Glücksspiel spielt, vgl.
hûfelen
:
swaz davor umbe die kegeler geschrieben ist, daz sol auh
staete sin umbe die riemenstaecher unde umbe die huffelaer StRAugsb
126,19
MWB 2 1771,51; Bearbeiter: Richter
hûfelen, hûfeln
swV.
hier subst. ‘Häufeln’, ein Glücksspiel:
omnes ludi cavillosi, haufeln, riemstechen et taxillorum falsitas praesentibus
inhibentur DRW
5,250
(VerhNdBayern; a. 1279);
dar vber allev valschev spil haevfeln, riemstechen vnd allev valschev würfel
spil mit disem brief sind verboten ebd.
5,250
(VerhNdBayern; a. 1321)
MWB 2 1771,55; Bearbeiter: Richter
hûfelîn
stN.
→
hiufel
MWB 2 1771,62;
hûfen
swV.
1
‘(auf-, an-) häufen’ (tr. und refl.) 1.1
‘vollmachen, füllen’
1.2
‘sich (auf jmdn.) niederlassen’
2
‘jmdn./ sich versammeln’ (tr. und refl.)
1
‘(auf-, an-) häufen’ (tr. und refl.):
Tyrus hat gebuwet sine vesten und hat gehufet silber als ein
erde und golt als der mist der gazzen [
et coacervavit argentum
quasi humum, et aurum ut lutum platearum
]
Cranc
Zach 9,3;
dort swenden hort, hie hûfen RvEBarl
4574;
KvWTroj
36479;
UrkCorp (WMU)
1168,23;
so wisze, daz sich haufe / ein schatz in dem hymel dir EvStPaul
374;
ir wart des jâmers fuoder / geschubert und gehouft
Ottok
1161;
got wil daz sich hufe / din selde Pass I/II (HSW)
9974;
Martina
60,63;
WernhMl
10359;
Pilatus
2,238.
–
mit gehûfeter mâʒe u.ä. ‘großzügig
bemessen’
uber daz sal er [der
schiltkneht
] strigelen, stemmen unde bursten geben
den brûderen unde vûter den bestien nâch der gewonheit mit gehûfeter mâze
ungedrucket StatDtOrd
110,3;
der [Gott] lônet mit voller hant, mit
übergênder mâze von freuden und mit gehûfter mâze der êwigen freude
PrBerth
2:153,33;
mit hûfender mâze ebd.
2:145,19;
ir gebent, uch wirt auch gegeben; / gut eine maz gehufet wol, / gestozen
uberfluszig vol EvStPaul
6790;
vgl.
mit wol gehufter lage / wart di sunde alzumale / geworfen in di schale
[Waagschale] / und gehufet als ein berc
Pass I/II (HSW)
15146
1.1
‘vollmachen, füllen’
‘[...] hufent waszers vol die cruge.’
/ sie guszen sin dar in die gnuge, / unz ez floz oben uber hin
EvStPaul
11119;
dem fullet man den metzen [das
(Korn-)Maß] wol / und biutet im danne die ere / und houfet in
im also sere, / daz allenthalben riset dar abe StrKD
115,10
1.2
‘sich (auf jmdn.) niederlassen’
uf wen du haufen / den geist sich syhest, vnd blibet bi ym, /
[...] / der ist, der in dem heiligen geiste / sol
daufen in warer volleiste EvStPaul
11018
2
‘jmdn./ sich versammeln’ (tr. und refl.):
si hatte [...] / vil malader lude / gehoufet an ir
mandat Elis
2957.
1700.
9482;
sîn samnunge ze Hoye hêt [hielt ab] / der von
Lütich [...]. / der Flemminge here sîn volc ze Brücke wolt
houfen Loheng
1713.
5150;
da mit gingen sie widder hin / vnd haufften sich widder als e
Krone
28661;
UrkCorp (WMU)
369,20;
EvStPaul
2030
u.ö.
MWB 2 1771,63; Bearbeiter: Richter
huffe
swstM.
→
hûfe
MWB 2 1772,41;
hüffebein
stN.
‘Hüftbein, Hüftknochen’
diu zwei hufbein [des erlegten
Hirsches] er dô nam / unde beschelte diu alsam Tr
2879.
2899;
den [Stenelus] stach der degen
wîte erkant / Hector, [...], / mit kreften dur daz
hüffebein, / daz er vil kûme sît genas KvWTroj
40472;
von der brust unz ûf daz hufbein RvEAlex
15542
MWB 2 1772,42; Bearbeiter: Richter
hüffehalz
Adj.
‘hüftlahm’
der heilant hiez [...] / die
hufhalzen springen Wernh
5412;
die blinden machete er gesehende, hvfhalze gereht, mænigen
siechen gesvnt Spec
26,10;
swas vihes sie toedent das hufhaltz oder lam ist DRW
6,20
(Schauberg, Beitr., a. 1331);
Barth (H)
510;
BvgSp
54.
– hier bildl. ‘hinkend’
si [die personif.
cristanheit
] ist oͮch huͦfhaltz an den
fuͤssen irer gerunge, wan si min selten und treglich gedenket
Mechth
5: 34,33
MWB 2 1772,49; Bearbeiter: Richter
hûffel
FN.
→
hiufel
MWB 2 1772,58;
hüffelbant (?)
stN.
‘Band um die Hüfte’ oder als hiufelbant
‘Band (am Helm) zum Schutz der Wangen’ (vgl. NeidhWB S.
134):
diu sînen [des eitlen dörpers
] rôten
buosemblech / diu sint ir [der Umworbenen] ungenæme dar,
dar zuo sîn hiufelbant [La. huffelbant
]
Neidh
WL 27:7,8
MWB 2 1772,59; Bearbeiter: Richter
hüffelîn, hüffel
stN.
auch hiffelin (
WolfdD
1159,1
); Dimin. zu
huf
.
‘Hüfte’ (oft die Zierlichkeit und den erotischen
Reiz betonend):
ir mâzen lange sîtelîn / ûf ir gedrollen
[wohlgeformten] hüffelîn / beslozzen, wol gedrungen,
/ moht balde widerjungen / hundertjæric alten, / solt er si blôz gesehen an
KLD: Namenlos
a46:114;
swa der gvͥrtel wol entsleif, / dvͥ
hvͥffel den mit senfte hielten TürlArabel
*A 280,3;
ûf ir hüffel borten rîche UvEtzAlex
14570.
16999;
Loheng
3127.
– hier wohl euphem. vom Schambereich:
er greif ir undern mantel dar: / ich wæne, er ruort irz
hüffelîn. / des wart gemêret sîn pîn. / von der liebe alsölhe nôt gewan / beidiu
magt und ouch der man Parz
407,3;
im gap dar diu küngîn ir hemde / blanc sîdîn, als ez ir blenke
[weiße Haut] ruorte. / ez ruorte ouch etwaz brûnes an
ir huf [La. -elîn
]
Tit (BH)
G 74,4;
entspr.:
iz ruͦrte ouch etwaz brunes [Laa. bi ir hvffel/
hvffelin
]
JTit
759,4;
unverwendeclîchen, wæn, er nâch ir hüffel greif Neidh
WL 11:6,9.
WL 20:3b,9
MWB 2 1773,1; Bearbeiter: Richter
huffenier
stN.
‘gesteppter Hüftschutz’ (vgl. Rosenqvist 2,273):
ûf der huf gedozzen / lag ein sîdîn huffenier, / von blankheit ein spaldenier
/ zieret^$’ im den lîp wol DietrGlesse
647;
seht, dâ wâfent(e) sich sân / manek vrouwe wol getân, /
[...], / sô wol gesteppet huffenier / begreif nie
mannes hant, / sô man an den vrouwen vant Frauenturnier
166
MWB 2 1773,22; Bearbeiter: Richter
hüffesiechtuom
stM.
‘Hüftleiden, Erkrankung der Hüfte’
si ist fur di gicht. vnde fur den huf sichtum. vnde fur den
lide sichtum. vnde fur den fuz sichtum SalArz
99,3
MWB 2 1773,30; Bearbeiter: Richter
hufhalz
Adj.
→
hüffehalz
MWB 2 1773,34; |