Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   höveschen - hovet-    


höveschen swV. auch hübschen, vgl. dazu hövesch . intr.; meist als (subst.) Inf.; oft mit Verben der Bewegung oder Richtungsadverbien, ‘sich im höfischen Rahmen bewegen, höfischen Umgang haben’ (vgl. hovieren ) 1 überw. zur Beschreibung von Kontakten und Beziehungen zwischen Mann und Frau
1.1 mit negativem Aspekt ‘Unzucht treiben’ (u.a. für die frühesten Belege der ganzen Wortfamilie, vgl. ähnlich hövescheit )
1.2 meist positiv bestimmt von den Idealen der hövescheit , einem höfischen Verhaltenskodex ‘flirten, kokettieren’
1.3 übertr.
2 verallgem. ‘feiern’ in einem höfischen Zusammenhang
   1 überw. zur Beschreibung von Kontakten und Beziehungen zwischen Mann und Frau    1.1 mit negativem Aspekt ‘Unzucht treiben’ (u.a. für die frühesten Belege der ganzen Wortfamilie, vgl. ähnlich hövescheit ): unkûsce er sich underwant: / er rait hovescen in diu lant, / er hônde di edelen frouwen Kchr 16555; ze aller jungest kom iz sus, / daz der chunich Justinjânus / gehofescet mit ainer frouwen: / die beslief er tougen ebd. 13041; wê, daz er die guoten sînes höfschens niht erlât, / daz er âne ir willen tuot Neidh WL 22:4,8; wenne ir woltet bî mir nie belîben / und gienget ûz hübschen ze andern wîben. / daz wil ich mînen friunden klagen Renner 12938    1.2 meist positiv bestimmt von den Idealen der hövescheit , einem höfischen Verhaltenskodex ‘flirten, kokettieren’ da [in meiner Burg] geruochent ir belîben / und hübschent mit den wîben: / die machent iu kurzewîle UvZLanz 582. 3440; die wellen mit mir jagen, / daz si sich bereiten; die aber hie bestân, / hövschen mit den vrouwen, daz sî mir liebe getân NibB 912,4; sîn höfschen zimt den frouwen niht, swes herze unsanfte wol getuot KLD: RvR 4:10,5. – z.T. mit werbendem Aspekt: wir wellen höfscen rîten verre in vremdiu lant NibB 350,3; daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her abe, / ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden teil! Neidh WL 35:4,3; sie legent ir hovekleider an / und gânt mit fröuden von dan / höveschen zuo den frouwen. / [...] / dâ wirt tanzen unde singen / und an vil mangen dingen / ein wunneclîchez hôchzît StrDan 683. 630    1.3 übertr.: wân und wunsch, daz wolt ich allez ledic lân: / höveschent mîne sinne dar, / waz mac ichs, gebents iu mînen sanc? Walth 62,21    2 verallgem. ‘feiern’ in einem höfischen Zusammenhang: den alten und den jungen / hiez er vröude machen / mit maneger hande sachen: / sagen unde singen, / tanzen unde springen, / höveschen unde seit spil. / dâ was kurzewîle vil UvTürhTr 1427; er [der Knecht in Herrenkleidern] wart da von so stolz, / daz er zeacker noch zeholz / niht mer varn wolde, / als er von rehte solde. / beidiu naht und tac / niwan hofschens er phlac StrKD 90,32; ich fliuse des wirtes hulde niht, bit ich in sîner kleider: / sô wære im umbe ein überigez hübschen michel leider KLD: Gelt 2,8; SHort 3060. – Lit.: Wolf, hövesch; Erlei, Höfisch, S. 344-350.

MWB 2 1752,29; Bearbeiter: Diehl

hove|schenke swM. ‘Hofschenk, Inhaber des Schenkenamts’ (zur Sache vgl. DRW 12,450ff.): wan wir unserm liben getruwen Ulrich von Hochsteten unserm hofschenken rechttr schult schuldig sin [...] czweyhundert mark lotiges silbers MGHConst 8:324,24 (a. 1347)

MWB 2 1753,18; Bearbeiter: Diehl

höveschlich Adj. , -lîche Adv. überw. adv., auch -lîchen; ab etwa 1200 in allen Dialektgebieten bedeutungsgleich hubisch-/hübesch- (vgl. zur Lautgeschichte Bumke, Höf. Kultur, in: PBB 114/1992, S. 414-492; hier S. 427ff.), im Md. z.T. v-Ausfall (z.B. HagenChr (G) ). den Verhaltens- und Wertvorstellungen des (idealen) Hofes entsprechend, angemessen (vgl. hovelich ) 1 selten auf Personen bezogen
2 häufig zur Charakterisierung von Verhaltensweisen und Handlungen, überw. in höfischen Zusammenhang (z.B. Gespräch, Turnier oder Minne) i.S.v. ‘wie es sich an einem Hof gehört’
2.1 meist positiv
2.2 selten negativ (vgl. höveschen 1.1 und hövescheit 2 ) ‘lockend, täuschend’
3 bezogen auf Abstrakta und Gegenstände
   1 selten auf Personen bezogen: zwene kvnige riche. / die waren da hubischliche Herb 4072; er was zallen zîten / höfschlîche an sîner siten / und truog in sînen dienest an Tr 3400    2 häufig zur Charakterisierung von Verhaltensweisen und Handlungen, überw. in höfischen Zusammenhang (z.B. Gespräch, Turnier oder Minne) i.S.v. ‘wie es sich an einem Hof gehört’    2.1 meist positiv: dô hiez ir vrou Lûnete, / diu gerne höveschlîchen tete, / ir pfärit gewinnen Iw 5894; ‘herre ritter’, sprach er, ‘ir hant nit húbschlich gethan das ir myner frauwen hant gespottet.’ Lanc 177,30; swer trinkend ûz dem becher siht, / daz stât hüfschlîche niht WälGa 496; her Mathis hoischlichen sprach: / ‘als got wilt ind men noch saich.’ HagenChr (G) 4828; Parz 744,26; hoveschlîch tanzen, vrœlîch lachen / was bî niuwen zîten wert SM: UvS 10: 2,1; Neidh SL 30,1,14; der ritter der bereite sich / zuo dem turnei hübschlîch, / diu vrouwe gab im iren segen, / hin wek sô reit der degen DietrGlesse 130; UvEtzWh 315. – bezogen auf Tiere: durch nôt ez [das Pferd] hübslîche gie, / wan ez schœne und edel was UvZLanz 1470; dut er iz dan nit, so sal yn der [...] amptman hubiszlichen penden MGHConst 8:682,27 (a. 1348). – bezogen auf göttliches Handeln: wir sulen loben got den rîchen, / er understuontz vil hüfschlîchen, / wan er kan wol die übermüete / vellen mit krefte sîner güete WälGa 10722    2.2 selten negativ (vgl. höveschen 1.1 und hövescheit 2) ‘lockend, täuschend’ wâ sint die fûze dâ mit er gie / höfslîchen mit den frowen? Erinn 623; wil er hübschlîchen liegen / und si dâ mite betriegen, / des wirt si schiere gewar PleierMel 1455; swaz ir [Maria Magdalena] gesagete Marthe, / daz verswant mit der luft, / wand ir hubischliche guft / mit siben tuveln was behaft Pass I/II (HSW) 39894    3 bezogen auf Abstrakta und Gegenstände: nu saget mir, / stolzer knappe vrech und vruot, / durch iuwern hübeschlîchen muot, / ûz welchem rîche kumt ir her HvFreibTr 1204; allez daz ir was bekant / höfschlîcher liste und schœner site, / dâ kürzetes ime die stunde mite Tr 8043; daz was ein höfschlîcher site Parz 671,30. – in der unbestimmten Form ~ dinc: von dem brôte sie sniden / schuzeln vile reine / [...] / diz is ein hoveslîch dink, / sprach Êneases sun En 3782; nu suln ouch wir gesellen sîn, / [...]. / tages sô sul wir rîten jagen, / des nahtes uns hie heime tragen / mit höfschlîchen dingen: / harpfen, videlen, singen, / daz kanstû wol, daz tuo dû mir; / sô kan ich spil, daz tuon ich dir Tr 3729. 3919; daz sitzen wart bescheiden / an Gâwânes ringe / mit höfschlîchem dinge Parz 762,8. 777,18; von hübschlîchen dingen / und von minnen manicvalt / hât er der vrowen vor gezalt UvZLanz 812. – häufig bezogen auf das äußere Erscheinungsbild und Kleidung ‘hübsch, fein, elegant’ (vgl. z.B. → hovekleit): sîn roc was hübeschlîch gesniten / wol nâch gêndes boten siten / von guotem sagite rôt HvFreibTr 1175; sîn helm der was rîche, / vil harte höveschlîche / mit rôten keln bedecket Wig 3898; sich hêt diu maget rîche / vil harte hövischlîche / in einen mantel gevangen ebd. 802; sie was hübeschlîch getân, / von rôtem scharlach het sie an / roc und ouch kursît Wigam (B) 862; si redent ouch gemeinlîche / daz sîn zimier stê hüfschlîche. / sîn wâfenroc ist harte rîche: / im ist niemen dâ gelîche WälGa 3842; siu hete sich gemachet an / wol und hübschlîch genuoc UvZLanz 859. – bezogen auf Sprache (vgl. 2.1 ): der knappe was ouch rederîch, / geblüemet schône und hübeschlîch / was alle sîne rede gar HvFreibTr 1302; sî duhte ir sprache [das Französische] seltsæne: / sô süeze und sô hübeschlich / daz sî dicke vleiz sich / daz sî ir iht vernæme, / swie sî sant ir ze rede kæme. / sî bat sich franzois lêren Flore (P) 533; davon begraif Virgilius huͤbschleichen und behendicleichen paider scheingeprechen [Verfinsterungen] natuͤr in ainer kuͤrzzen [Wendung] und sprach KvMSph 60,24. – Lit.: Erlei, Höfisch, S. 282-284, 305-317.

MWB 2 1753,24; Bearbeiter: Diehl

hövesch|man M. Mann mit höfischem oder leichtfertigem Verhalten (nur Bestandteil von Personennamen; vgl. höveschære 2.): her Cvͦnrat Húbischman UrkCorp (WMU) 1648,13; [er] hat jr har v́bir sallute [ sal-liute ‘Treuhänder’ ] gegebin: [...] herne Húbschmannin vnde Johansen den Klingen ebd. 773,30; Cuͤnzin, hern Húbeschmannes sun von Elza ebd. 2377,2

MWB 2 1754,49; Bearbeiter: Diehl

hove|schrîbære stM. ‘Hofschreiber; Schreiber an einem Hof bzw. Hofgericht’ (differenzierter DRW 5,1341): swer mit rehte in die abraht [ aberahte ‘verstärkte Acht’ ] chvmet so sol vnser hofscriber an vnser ahtpuch screiben, vmb wel sache oder wor vmbe er in die abraht komen sei UrkCorp (WMU) 3110,48; Vlrich vnser hofscribar ebd. 2068,43; UrbHabsb 1:36,20; ein zouberêr, ein valscher man, / hielt einen hoveschriber dran, / daz er zume tuvele queme / unde sinen solt neme Pass III 283,36

MWB 2 1754,57; Bearbeiter: Diehl

hove|schultheiʒe swM. auch hoves-. Hofbedienter (meist mit gerichtl. Aufgaben): ez sol auch ein ieglicher, dem man wiͤnwahs hat behuͤt, den huͤtern irn lon geben [...]. swer des niht entut, der git in ze buͦzze 10 ß [Pfennig] mit dem lone. die sol in helfen vordern der hofschultheizze WüP 106i,5; ein hoiffs scholtiss ind der geschworn boede vnd der meier WeistGr 2,518 (a. 1298). – als Bestandteil von Personennamen: Rudegerus houeschulteize UrkWürtt 3,50 (a. 1216)

MWB 2 1755,3; Bearbeiter: Diehl

hövesch|wîp stN. ‘Liebhaberin, Mätresse, Prostituierte’ (vgl. höveschærinne ): amasia: hupschwib VocOpt 3.102; filia Herodiadis: Herodes húbschwibes tochter EvAlem 45 (Mt 14,6)

MWB 2 1755,13; Bearbeiter: Diehl

hoveshalp Adv. ‘auf der Seite des Hofes’ sin hus, das da lit am Rennewege ob dem wege hofes halp UrkCorp 1503,25

MWB 2 1755,17; Bearbeiter: Diehl

hove|site stM. einem Hof angemessene Verhaltensweisen, Gebräuche an einem Hof (vgl. hovewîse , hovezuht ): die gruozten ouch Tristanden / und sîne rotte dâ mite / höfschlîche nâch dem hovesite Tr 5354. 494; man sprichet unde seit, / daz ir sint aller tugent rîch / und iu kein fürste sî gelîch / an êren unde an hovesiten KvWTroj 15229; dâ bin ich unschuldec mite. / Alexanders hovesite / wolde mich es niht erlân. / des sit ist alsô getân, / swaz man dâ setzet vür den man, / daz man im des mit willen gan RvEAlex 6500; Neidh WL 32:7c,14

MWB 2 1755,20; Bearbeiter: Diehl

hove|slëcke swM. ‘Schmeichler am Hof’ (vgl. hovelëckære , hoveliegen ): Herman den huofschmid, / auch Peter den kecken / und den alten Hafenschlecken [Hss. hofschlecken vgl. aber Anm.z.St.] / und Henslin usz der peund MeierBetz 18

MWB 2 1755,31; Bearbeiter: Diehl

hove|smit stM. am Hof tätiger Schmied (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 139): Haͤrtel fragner schol ein totslach umb Fridlein den hofsmit. ist dar umb enttwichen UrkRegensb 737 (a. 1325-1350)

MWB 2 1755,36; Bearbeiter: Diehl

hove|snîdære stM. ‘Schneider an einem Hof’ das kein genecht [l. kneht ] von seinem maister sol geen ze einem hofsneider; welcher es dar vber tut, den sol chein maister in einem iar ze im nemen StRPrag 32. 25

MWB 2 1755,40; Bearbeiter: Diehl

hovespël stN. ‘Hofgespräch, -gerede’ (vgl. hovemære , hoverede , hovesprâche ): mir hât mîn sin gewîssaget, / daz dû mîn ahtest kleine. / [...] / dû wirst ûz mir ein hovespel / in dîner vröuden machende. / mîn schimpfend unde lachende / hœrt man dich sprechen denne: / ‘ich hete ouch eteswenne / verborgenlîche ein herzetrût.’ KvWTroj 29276

MWB 2 1755,45; Bearbeiter: Diehl

hove|spil stN. ‘ritterliche Übung, höfisches Ritterspiel’ hie banket er sich ofte mite / wol schirmen, starke ringen, / wol loufen, sêre springen, / dar zuo schiezen den schaft, / daz tet er wol nâch sîner craft. / [...] / aller hande hovespil / diu tet er wol und kunde ir vil Tr 2121; durch hübsche kurzewîle / triben si daz hovespil. / iedoch gesluogens’ alsô vil / z’ein ander und gestâchen, / daz si ze jungest brâchen / mit zorne irn gemelichen schimpf KvWTroj 5029; daz rîten und daz hovespil / ist dâ drî stunt an dem tage StrDan 700

MWB 2 1755,52; Bearbeiter: Diehl

hovespîse stF. bei der Erbteilung abgeteilter Lebensmittelvorrat: dar nâch muoz diu vrauwe teilen gegen den erben die hofspîse diu nâch dem drîzigesten belîbet SpdtL 100,9; SchwSp 16a

MWB 2 1755,63; Bearbeiter: Diehl

hovesprâche stF. 1 ‘Hoftag’ (entspr. lat. colloquium curiale )
2 höfische Rede, gehobener, höfischer Sprachstil (entspr. lat. sermo curialis , vgl. hovemære , hoverede , hovespël )
   1 ‘Hoftag’ (entspr. lat. colloquium curiale): die herren begunden riden / da vazzite sich man wider man / daz er schone zo houe quam / durch daz iz ein houe sprache was / ir nehein iz ne uir saz Roth 646    2 höfische Rede, gehobener, höfischer Sprachstil (entspr. lat. sermo curialis, vgl. hovemære , hoverede , hovespël ): so sihet sú einen ganzen got in drin personen [...]. so gruͤsset er si mit der hovesprache, die man in dirre kuchin nút vernimet Mechth 1: 2,10

MWB 2 1756,3; Bearbeiter: Diehl

hovestat stF. Grund und Boden, auf dem ein Hof mit allen zugehörigen Gebäuden steht oder stehen könnte, ‘Hof-, Hausstätte’ (stark differenziert vgl. DRW 5,1354-1360): hie wirt dû sedelhaft! / bowe dise hovestat, / si sol an dem jungisten dîn urchunde sîn Kchr 10436; swâ ein ganzez dorf lac, / darin der grâf ze haben phlac / ein huobe oder ein hofstat Ottok 63012; vnd sol iegelich hofstat sin hvndert schvͦhe lang vnd fv́nfzig breit UrkCorp (WMU) 1797,14. 889,8. 1399,41; suaz min och uffi dir hovistad vindit, daz umi zugihorit, daz sal min virteili mit dir hovistad, daz iz nummir niemini me zu nuzzi inwerdi Mühlh 108,27; ein hofstat da daz vogelhvs vf stet UrbBayÄ 38; StRAugsb 110,22. der edil kúnig, der wise man, / den tempil stiften do began / uf einir hofstat alda, / dú hiez mons Moria RvEWchr 32611; an des tempels hovestat Reinfr 18001. – bildl.: tiutsch hât wîte hofestat Renner 22343

MWB 2 1756,13; Bearbeiter: Diehl

hovestæte Adj. ‘am Höfischen festhaltend, das Höfische bewahrend’ got weiz wol, mîn lop wære iemer hovestæte, / dâ man eteswenne lobelîche tæte / mit gebærde, mit gewisser rede, mit ræte Walth 30,9

MWB 2 1756,32; Bearbeiter: Diehl

hovestatphenninc stM. Abgabe von einer Hofstelle (vgl. hovestiure , hovezins ): so ist ditz div gewonleich purkhut die man vns gibt zv dem vorgenanten haus ze Pravnekk: des ersten sechs vnd zwainzich muͤt chorns [...] daz marchtgericht ze Bravnekk und die hofstetpfenning UrkBrixen 1,134 (a. 1309); so sulen auch die putel dem zolner sein march reht und sein hofstat pfenning samenen helfen RbHohenlohe 36

MWB 2 1756,37; Bearbeiter: Diehl

hovestatzins stM. Abgabe von einer Hofstelle: die hofstatzinse in der stat und die gartenzinse dar umbe UrbHabsb 1:417,2; her Wernher von Wile [...] hat ze pfand an hofstettzinsen in der selben stat 2<1/2> pfund gelts UrkAargau 1,4:25,2 (a. 1281)

MWB 2 1756,46; Bearbeiter: Diehl

hove|stetære stM. ‘Inhaber einer Hofstelle’ all die werichpauern und hofstetter und vreileut DRW 5,1360 (ArchKärnten; a. 1351). – oft Bestandteil eines Personennamens: hern Rvͦdolf dem hofsteter von Walastat UrkCorp (WMU) 1157,22 u.ö.

MWB 2 1756,51; Bearbeiter: Diehl

hovestetelîn stN. Dimin. zu hovestat : hvs vnde hofstat vnde bavmgarten mit elliv div vnd der zv hœret ane daz hofstætlin daz ettewenne was des Hailigen Cruces den haben wir daz wider geben UrkCorp 549,42; hovestettelin UrkFreiburg 3:265,31 (a. 1315)

MWB 2 1756,56; Bearbeiter: Diehl

hovestiure stF. Abgabe von einer Hofstelle (vgl. hovestatphenninc , hovezins ): ist aber ez ein man der weder hofstiur noch herstiur git, der enhat chain reht StRAugsb 148,34 u.ö.

MWB 2 1756,61; Bearbeiter: Diehl

hovestrîch stM. ‘Streichen eines Saiteninstruments auf höfische Weise’ oder übertr. ‘höfisches Tanzlied’ (vgl. hovetanz und Harding, Dancing Terms, S. 121): der junge Ranz / durch den tanz / gienc vermezzenlîche. / Kotzel hiez der spileman; dem ruofte er dar: / ‘ir strîchet ûf die rehten hovestrîche!’ Neidh WL 32:7a,13

MWB 2 1757,1; Bearbeiter: Diehl

hovet- s.a. houbet-

MWB 2 1757,8;