höveschen
swV.
auch hübschen, vgl. dazu
hövesch
.
intr.; meist als (subst.) Inf.; oft mit Verben der Bewegung oder
Richtungsadverbien, ‘sich im höfischen Rahmen bewegen, höfischen Umgang
haben’ (vgl.
hovieren
)
1 überw. zur Beschreibung von Kontakten und Beziehungen zwischen Mann und
Frau 1.1 mit negativem Aspekt ‘Unzucht treiben’ (u.a. für die
frühesten Belege der ganzen Wortfamilie, vgl. ähnlich
hövescheit
) 1.2 meist positiv bestimmt von den Idealen der
hövescheit
, einem höfischen Verhaltenskodex
‘flirten, kokettieren’
1.3 übertr. 2 verallgem. ‘feiern’ in einem höfischen Zusammenhang
1
überw. zur Beschreibung von Kontakten und Beziehungen zwischen Mann und
Frau
1.1
mit negativem Aspekt ‘Unzucht treiben’ (u.a. für die
frühesten Belege der ganzen Wortfamilie, vgl. ähnlich
hövescheit
):
unkûsce er sich underwant: / er rait hovescen in diu
lant, / er hônde di edelen frouwen Kchr
16555;
ze aller jungest kom iz sus, / daz der chunich
Justinjânus / gehofescet mit ainer frouwen: / die beslief er tougen ebd.
13041;
wê, daz er die guoten sînes höfschens niht erlât, / daz er âne ir willen
tuot Neidh
WL 22:4,8;
wenne ir woltet bî mir nie belîben / und gienget ûz hübschen ze andern
wîben. / daz wil ich mînen friunden klagen Renner
12938
1.2
meist positiv bestimmt von den Idealen der
hövescheit
, einem höfischen Verhaltenskodex
‘flirten, kokettieren’
da [in meiner Burg] geruochent
ir belîben / und hübschent mit den wîben: / die machent iu kurzewîle
UvZLanz
582.
3440;
die wellen mit mir jagen, / daz si sich bereiten; die
aber hie bestân, / hövschen mit den vrouwen, daz sî mir liebe getân
NibB
912,4;
sîn höfschen zimt den frouwen niht, swes herze unsanfte wol getuot
KLD: RvR
4:10,5.
– z.T. mit werbendem Aspekt:
wir wellen höfscen rîten verre in vremdiu lant
NibB
350,3;
daz ist Irenber. / vert von Botenbrunne er / durch sîn höfschen dâ her
abe, / ein vil hiuzer dorefknabe, / guoter wîbe minne müeze im nimmer werden
teil! Neidh
WL 35:4,3;
sie legent ir hovekleider an / und gânt mit fröuden von dan /
höveschen zuo den frouwen. / [...] / dâ wirt tanzen
unde singen / und an vil mangen dingen / ein wunneclîchez hôchzît
StrDan
683.
630
1.3
übertr.:
wân und wunsch, daz wolt ich allez ledic lân: / höveschent mîne sinne dar,
/ waz mac ichs, gebents iu mînen sanc? Walth
62,21
2
verallgem. ‘feiern’ in einem höfischen
Zusammenhang:
den alten und den jungen / hiez er vröude machen / mit maneger hande sachen: /
sagen unde singen, / tanzen unde springen, / höveschen unde seit spil. / dâ was
kurzewîle vil UvTürhTr
1427;
er [der Knecht in
Herrenkleidern] wart da von so stolz, / daz er zeacker noch zeholz /
niht mer varn wolde, / als er von rehte solde. / beidiu naht und tac / niwan
hofschens er phlac StrKD
90,32;
ich fliuse des wirtes hulde niht, bit ich in sîner kleider: / sô wære im umbe
ein überigez hübschen michel leider KLD: Gelt
2,8;
SHort
3060.
– Lit.: Wolf, hövesch; Erlei, Höfisch, S.
344-350.
MWB 2 1752,29; Bearbeiter: Diehl
hove|schenke
swM.
‘Hofschenk, Inhaber des Schenkenamts’ (zur Sache vgl. DRW
12,450ff.):
wan wir unserm liben getruwen Ulrich von Hochsteten unserm hofschenken rechttr
schult schuldig sin [...] czweyhundert mark lotiges silbers
MGHConst
8:324,24
(a. 1347)
MWB 2 1753,18; Bearbeiter: Diehl
höveschlich
Adj. , -lîche
Adv.
überw. adv., auch -lîchen; ab etwa 1200 in allen Dialektgebieten
bedeutungsgleich hubisch-/hübesch- (vgl. zur Lautgeschichte Bumke, Höf.
Kultur, in: PBB 114/1992, S. 414-492; hier S. 427ff.), im Md. z.T. v-Ausfall (z.B.
HagenChr (G) ).
den Verhaltens- und Wertvorstellungen des (idealen) Hofes
entsprechend, angemessen (vgl.
hovelich
)
1 selten auf Personen bezogen 2 häufig zur Charakterisierung von Verhaltensweisen und Handlungen,
überw. in höfischen Zusammenhang (z.B. Gespräch, Turnier oder Minne) i.S.v.
‘wie es sich an einem Hof gehört’
2.1 meist positiv 2.2 selten negativ (vgl.
höveschen
1.1 und
hövescheit
2 ) ‘lockend, täuschend’
3 bezogen auf Abstrakta und Gegenstände
1
selten auf Personen bezogen:
zwene kvnige riche. / die waren da hubischliche
Herb
4072;
er was zallen zîten / höfschlîche an sîner siten / und truog
in sînen dienest an Tr
3400
2
häufig zur Charakterisierung von Verhaltensweisen und Handlungen,
überw. in höfischen Zusammenhang (z.B. Gespräch, Turnier oder Minne) i.S.v.
‘wie es sich an einem Hof gehört’
2.1
meist positiv:
dô hiez ir vrou Lûnete, / diu gerne höveschlîchen tete, /
ir pfärit gewinnen Iw
5894;
‘herre ritter’, sprach er, ‘ir hant nit
húbschlich gethan das ir myner frauwen hant gespottet.’
Lanc
177,30;
swer trinkend ûz dem becher siht, / daz stât hüfschlîche niht
WälGa
496;
her Mathis hoischlichen sprach: / ‘als got wilt ind men noch
saich.’ HagenChr (G)
4828;
Parz
744,26;
hoveschlîch tanzen, vrœlîch lachen / was bî niuwen
zîten wert SM: UvS
10: 2,1;
Neidh
SL 30,1,14;
der ritter der bereite sich / zuo dem turnei hübschlîch, / diu vrouwe gab
im iren segen, / hin wek sô reit der degen DietrGlesse
130;
UvEtzWh
315.
– bezogen auf Tiere:
durch nôt ez [das Pferd]
hübslîche gie, / wan ez schœne und edel was UvZLanz
1470;
dut er iz dan nit, so sal yn der [...]
amptman hubiszlichen penden MGHConst
8:682,27
(a. 1348).
– bezogen auf göttliches Handeln:
wir sulen loben got den rîchen, / er understuontz vil hüfschlîchen, /
wan er kan wol die übermüete / vellen mit krefte sîner güete
WälGa
10722
2.2
selten negativ (vgl.
höveschen
1.1 und
hövescheit
2) ‘lockend, täuschend’
wâ sint die fûze dâ mit er gie / höfslîchen mit den
frowen? Erinn
623;
wil er hübschlîchen liegen / und si dâ mite betriegen, / des wirt si
schiere gewar PleierMel
1455;
swaz ir [Maria Magdalena]
gesagete Marthe, / daz verswant mit der luft, / wand ir hubischliche guft / mit
siben tuveln was behaft Pass I/II (HSW)
39894
3
bezogen auf Abstrakta und Gegenstände:
nu saget mir, / stolzer knappe vrech und vruot, / durch iuwern
hübeschlîchen muot, / ûz welchem rîche kumt ir her HvFreibTr
1204;
allez daz ir was bekant / höfschlîcher liste und
schœner site, / dâ kürzetes ime die stunde mite Tr
8043;
daz was ein höfschlîcher site Parz
671,30.
– in der unbestimmten Form
~ dinc:
von dem brôte sie sniden / schuzeln vile reine /
[...] / diz is ein hoveslîch dink, / sprach Êneases
sun En
3782;
nu suln ouch wir gesellen sîn, /
[...]. / tages sô sul wir rîten jagen, / des nahtes
uns hie heime tragen / mit höfschlîchen dingen: / harpfen, videlen, singen, /
daz kanstû wol, daz tuo dû mir; / sô kan ich spil, daz tuon ich dir
Tr
3729.
3919;
daz sitzen wart bescheiden / an Gâwânes ringe / mit
höfschlîchem dinge Parz
762,8.
777,18;
von hübschlîchen dingen / und von minnen manicvalt / hât
er der vrowen vor gezalt UvZLanz
812.
– häufig bezogen auf das äußere Erscheinungsbild und
Kleidung ‘hübsch, fein, elegant’ (vgl. z.B.
→ hovekleit):
sîn roc was hübeschlîch gesniten / wol nâch gêndes boten
siten / von guotem sagite rôt HvFreibTr
1175;
sîn helm der was rîche, / vil harte höveschlîche / mit
rôten keln bedecket Wig
3898;
sich hêt diu maget rîche / vil harte hövischlîche / in
einen mantel gevangen ebd.
802;
sie was hübeschlîch getân, / von rôtem scharlach het sie an / roc und ouch
kursît Wigam (B)
862;
si redent ouch gemeinlîche / daz sîn zimier stê hüfschlîche. / sîn
wâfenroc ist harte rîche: / im ist niemen dâ gelîche WälGa
3842;
siu hete sich gemachet an / wol und hübschlîch genuoc
UvZLanz
859.
– bezogen auf Sprache (vgl.
2.1
):
der knappe was ouch rederîch, / geblüemet schône und
hübeschlîch / was alle sîne rede gar HvFreibTr
1302;
sî duhte ir sprache [das Französische]
seltsæne: / sô süeze und sô hübeschlich / daz sî dicke vleiz sich / daz sî ir
iht vernæme, / swie sî sant ir ze rede kæme. / sî bat sich franzois lêren
Flore (P)
533;
davon begraif Virgilius huͤbschleichen und
behendicleichen paider
scheingeprechen [Verfinsterungen] natuͤr in
ainer kuͤrzzen [Wendung] und sprach
KvMSph
60,24.
– Lit.: Erlei, Höfisch, S. 282-284,
305-317.
MWB 2 1753,24; Bearbeiter: Diehl
hövesch|man
M.
Mann mit höfischem oder leichtfertigem Verhalten (nur Bestandteil von
Personennamen; vgl.
höveschære
2.):
her Cvͦnrat Húbischman UrkCorp (WMU)
1648,13;
[er] hat jr har v́bir sallute
[
sal-liute
‘Treuhänder’
] gegebin:
[...] herne Húbschmannin vnde Johansen den
Klingen ebd.
773,30;
Cuͤnzin, hern Húbeschmannes sun von Elza ebd.
2377,2
MWB 2 1754,49; Bearbeiter: Diehl
hove|schrîbære
stM.
‘Hofschreiber; Schreiber an einem Hof bzw. Hofgericht’
(differenzierter DRW 5,1341):
swer mit rehte in die abraht [
aberahte
‘verstärkte Acht’
] chvmet so sol vnser
hofscriber an vnser ahtpuch screiben, vmb wel sache oder wor vmbe er in die abraht
komen sei UrkCorp (WMU)
3110,48;
Vlrich vnser hofscribar ebd.
2068,43;
UrbHabsb
1:36,20;
ein zouberêr, ein valscher man, / hielt einen hoveschriber dran, / daz er zume
tuvele queme / unde sinen solt neme Pass III
283,36
MWB 2 1754,57; Bearbeiter: Diehl
hove|schultheiʒe
swM.
auch hoves-.
Hofbedienter (meist mit gerichtl. Aufgaben):
ez sol auch ein ieglicher, dem man wiͤnwahs hat
behuͤt, den huͤtern irn lon geben [...]. swer
des niht entut, der git in ze buͦzze 10 ß
[Pfennig] mit dem lone. die sol in helfen vordern der
hofschultheizze WüP
106i,5;
ein hoiffs scholtiss ind der geschworn boede vnd der meier
WeistGr
2,518
(a. 1298).
– als Bestandteil von Personennamen:
Rudegerus houeschulteize UrkWürtt
3,50
(a. 1216)
MWB 2 1755,3; Bearbeiter: Diehl
hövesch|wîp
stN.
‘Liebhaberin, Mätresse, Prostituierte’ (vgl.
höveschærinne
):
amasia: hupschwib VocOpt
3.102;
filia Herodiadis: Herodes húbschwibes tochter EvAlem
45 (Mt 14,6)
MWB 2 1755,13; Bearbeiter: Diehl
hoveshalp
Adv.
‘auf der Seite des Hofes’
sin hus, das da lit am Rennewege ob dem wege hofes halp UrkCorp
1503,25
MWB 2 1755,17; Bearbeiter: Diehl
hove|site
stM.
einem Hof angemessene Verhaltensweisen, Gebräuche an einem Hof (vgl.
hovewîse
,
hovezuht
):
die gruozten ouch Tristanden / und sîne rotte dâ mite /
höfschlîche nâch dem hovesite Tr
5354.
494;
man sprichet unde seit, / daz ir sint aller tugent rîch / und
iu kein fürste sî gelîch / an êren unde an hovesiten KvWTroj
15229;
dâ bin ich unschuldec mite. / Alexanders hovesite / wolde
mich es niht erlân. / des sit ist alsô getân, / swaz man dâ setzet vür den man, /
daz man im des mit willen gan RvEAlex
6500;
Neidh
WL 32:7c,14
MWB 2 1755,20; Bearbeiter: Diehl
hove|slëcke
swM.
‘Schmeichler am Hof’ (vgl.
hovelëckære
,
hoveliegen
):
Herman den huofschmid, / auch Peter den kecken / und den alten Hafenschlecken
[Hss. hofschlecken vgl. aber Anm.z.St.] /
und Henslin usz der peund MeierBetz
18
MWB 2 1755,31; Bearbeiter: Diehl
hove|smit
stM.
am Hof tätiger Schmied (vgl. Matzel, Wortschatz, S. 139):
Haͤrtel fragner schol ein totslach umb Fridlein den hofsmit. ist dar
umb enttwichen UrkRegensb
737
(a. 1325-1350)
MWB 2 1755,36; Bearbeiter: Diehl
hove|snîdære
stM.
‘Schneider an einem Hof’
das kein genecht [l. kneht
] von seinem
maister sol geen ze einem hofsneider; welcher es dar vber tut, den sol chein maister
in einem iar ze im nemen StRPrag
32.
25
MWB 2 1755,40; Bearbeiter: Diehl
hovespël
stN.
‘Hofgespräch, -gerede’ (vgl.
hovemære
,
hoverede
,
hovesprâche
):
mir hât mîn sin gewîssaget, / daz dû mîn ahtest kleine. /
[...] / dû wirst ûz mir ein hovespel / in dîner vröuden
machende. / mîn schimpfend unde lachende / hœrt man dich sprechen denne: /
‘ich hete ouch eteswenne / verborgenlîche ein herzetrût.’
KvWTroj
29276
MWB 2 1755,45; Bearbeiter: Diehl
hove|spil
stN.
‘ritterliche Übung, höfisches Ritterspiel’
hie banket er sich ofte mite / wol schirmen, starke ringen, /
wol loufen, sêre springen, / dar zuo schiezen den schaft, / daz tet er wol nâch
sîner craft. / [...] / aller hande hovespil / diu tet er
wol und kunde ir vil Tr
2121;
durch hübsche kurzewîle / triben si daz hovespil. / iedoch
gesluogens’ alsô vil / z’ein ander und gestâchen, / daz si ze jungest
brâchen / mit zorne irn gemelichen schimpf KvWTroj
5029;
daz rîten und daz hovespil / ist dâ drî stunt an dem tage
StrDan
700
MWB 2 1755,52; Bearbeiter: Diehl
hovespîse
stF.
bei der Erbteilung abgeteilter Lebensmittelvorrat:
dar nâch muoz diu vrauwe teilen gegen den erben die hofspîse
diu nâch dem drîzigesten belîbet SpdtL
100,9;
SchwSp
16a
MWB 2 1755,63; Bearbeiter: Diehl
hovesprâche
stF.
1
‘Hoftag’ (entspr. lat. colloquium curiale ) 2 höfische Rede, gehobener, höfischer Sprachstil (entspr. lat. sermo
curialis , vgl.
hovemære
,
hoverede
,
hovespël
)
1
‘Hoftag’ (entspr. lat. colloquium curiale):
die herren begunden riden / da vazzite sich man wider man /
daz er schone zo houe quam / durch daz iz ein houe sprache was / ir nehein iz ne uir
saz Roth
646
2
höfische Rede, gehobener, höfischer Sprachstil (entspr. lat. sermo
curialis, vgl.
hovemære
,
hoverede
,
hovespël
):
so sihet sú einen ganzen got in drin personen
[...]. so gruͤsset er si mit der hovesprache,
die man in dirre kuchin nút vernimet Mechth
1: 2,10
MWB 2 1756,3; Bearbeiter: Diehl
hovestat
stF.
Grund und Boden, auf dem ein Hof mit allen zugehörigen Gebäuden steht oder stehen
könnte, ‘Hof-, Hausstätte’ (stark differenziert vgl. DRW
5,1354-1360):
hie wirt dû sedelhaft! / bowe dise hovestat, / si sol an dem
jungisten dîn urchunde sîn Kchr
10436;
swâ ein ganzez dorf lac, / darin der grâf ze haben phlac /
ein huobe oder ein hofstat Ottok
63012;
vnd sol iegelich hofstat sin hvndert schvͦhe lang vnd fv́nfzig
breit UrkCorp (WMU)
1797,14.
889,8.
1399,41;
suaz min och uffi dir hovistad vindit, daz umi zugihorit, daz
sal min virteili mit dir hovistad, daz iz nummir niemini me zu nuzzi inwerdi
Mühlh
108,27;
ein hofstat da daz vogelhvs vf stet UrbBayÄ
38;
StRAugsb
110,22.
–
der edil kúnig, der wise man, / den tempil stiften
do began / uf einir hofstat alda, / dú hiez mons Moria
RvEWchr
32611;
an des tempels hovestat Reinfr
18001.
– bildl.:
tiutsch hât wîte hofestat Renner
22343
MWB 2 1756,13; Bearbeiter: Diehl
hovestæte
Adj.
‘am Höfischen festhaltend, das Höfische bewahrend’
got weiz wol, mîn lop wære iemer hovestæte, / dâ man eteswenne lobelîche tæte
/ mit gebærde, mit gewisser rede, mit ræte Walth
30,9
MWB 2 1756,32; Bearbeiter: Diehl
hovestatphenninc
stM.
Abgabe von einer Hofstelle (vgl.
hovestiure
,
hovezins
):
so ist ditz div gewonleich purkhut die man vns gibt zv dem vorgenanten haus ze
Pravnekk: des ersten sechs vnd zwainzich muͤt chorns
[...] daz marchtgericht ze Bravnekk und die
hofstetpfenning UrkBrixen
1,134
(a. 1309);
so sulen auch die putel dem zolner sein march reht und sein hofstat pfenning
samenen helfen RbHohenlohe
36
MWB 2 1756,37; Bearbeiter: Diehl
hovestatzins
stM.
Abgabe von einer Hofstelle:
die hofstatzinse in der stat und die gartenzinse dar umbe
UrbHabsb
1:417,2;
her Wernher von Wile [...] hat ze pfand an
hofstettzinsen in der selben stat 2<1/2> pfund gelts
UrkAargau
1,4:25,2
(a. 1281)
MWB 2 1756,46; Bearbeiter: Diehl
hove|stetære
stM.
‘Inhaber einer Hofstelle’
all die werichpauern und hofstetter und vreileut DRW
5,1360
(ArchKärnten; a. 1351).
– oft Bestandteil eines Personennamens:
hern Rvͦdolf dem hofsteter von Walastat UrkCorp (WMU)
1157,22
u.ö.
MWB 2 1756,51; Bearbeiter: Diehl
hovestetelîn
stN.
Dimin. zu
hovestat
:
hvs vnde hofstat vnde bavmgarten mit elliv div vnd der zv hœret ane daz
hofstætlin daz ettewenne was des Hailigen Cruces den haben wir daz wider geben
UrkCorp
549,42;
hovestettelin UrkFreiburg
3:265,31
(a. 1315)
MWB 2 1756,56; Bearbeiter: Diehl
hovestiure
stF.
Abgabe von einer Hofstelle (vgl.
hovestatphenninc
,
hovezins
):
ist aber ez ein man der weder hofstiur noch herstiur git, der
enhat chain reht StRAugsb
148,34
u.ö.
MWB 2 1756,61; Bearbeiter: Diehl
hovestrîch
stM.
‘Streichen eines Saiteninstruments auf höfische Weise’ oder
übertr. ‘höfisches Tanzlied’ (vgl.
hovetanz
und Harding, Dancing Terms, S. 121):
der junge Ranz / durch den tanz / gienc vermezzenlîche. / Kotzel hiez der
spileman; dem ruofte er dar: / ‘ir strîchet ûf die rehten hovestrîche!’
Neidh
WL 32:7a,13
MWB 2 1757,1; Bearbeiter: Diehl
hovet-
s.a. houbet-
MWB 2 1757,8; |