Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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hâ – haber-
haberlîte – hachelen
hachelwërc – hage
hage- – 2hagen
hagen- – halbe
halbe – hallergëlt
hallergülte – halphimel
halp|hunt – halpvaste
halpvierteil – halser
halsgebeine – halsveste
halsvlinken – hamerslac
hamerslahen – hanef
hanef|âkambe – 1hansen
2hansen – hantgiften
hantgiftphenninc – hantsalbe
hantschmänt – hantvestlich
hantvestunge – hârbendelîn
hârblôʒ – hârlouf
harm – harnaffe
harnasch, harnas – 1harre
2harre – hartruore
hartsinnic – haselbir
haselbluome – hasenvleisch
hasenwint – havendierne
havengazzer – haʒʒiclich
haʒ|zorn – heberînmelwer
hebesal – 3hecken
heckenjeger – hegelîn
hegeln – heidenisch
heidenischheit – heilalle
heilant – heilige
heiligeistlîcheit – heilvuorlich
heilwâc – heime suochen
hei|metze – heimvart
heimvartlich – heitber, heidelber
heiter – heiʒmuot
heiʒsühtic – hëlfebære
hëlfebërnde – hëlkleit
helle – helleglocke
hellegluot – hellemunt
hellemünzer – hellerigel
hellerîs – helle-
hellesun – hellevreisærin
hellevunke – hëllunge
helm – hëlmschîn
hëlmschirbe – helwërtwitze
hely – hendewinden
hendewringen – hennenvuoʒ
hentschuocher – herbërgen
herbërgerîe – hêre
herebërge – hergesidele
hêrgesidele – hêrischheit
hërkêre – Herodære
Herodiane – hêrrennôt
hêrrenphruonde – herschrîære
hêrschunge – hertes
hërtgëlt – hërverloufen
herverten – hërzeblüete
hërzebluot – hërzekrachen
hërzekranc (?) – hërze|nabele (?)
hërzenandâht – hërzenvride
hërzenvrô – hërzestôʒ
hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn
hërzewaʒʒer – heselîn
heselîn – hîbære
hichela – hierunder
hiesch – himelbalsem
himelbære – himelgesanc
himelgesinde – himelknabe
himelknolle – himelpalas
himelphat – himelschheit
himelschlich – himelstîge
himelstîgunge – himelval
himelvane – himelvürste
himelvürstin – hinde
hinden – hindergêunge
hindergrîfen – hindernisse
hinderrât – hinderstelle
hinderstellic – hinderwërtlingen
hinder wîchen – hinker
hinkêre – hinnëben
hin nëmen – hînt
hintber – hinwërt
hinwësunge – hirngupfe
hirnhût – hirtelîn
hirtelôs – hirʒmilch
hirʒ- – hiu
hiubelhuot – hiuten
hiutezucker – hôchgebirge
hôchgebluomet – hôchgenant
hôchgenende – hôchgewaltic
hôchgewîht – hôchmeister
hôchmësse – hôchvart
hôchvart – hôchzîtkleit
hôchzîtlich – hœhe
hôheclich – holde
hölde – hol|loch
hol|louch – holzapfelîn
holzban – holzheit
holzhërre – holzschuoherin
holzstîc – honec
honec|bluome (?) – honec|tranc
honec|triefende – hônheit
honic – hopfenziech
hopferebe – horgen
horgewat – hornicsprenget (?)
hornîn – horten
hortgadem – hospitâl
hossen – houbeten
houbet|êre – houbetkleit
houbetklôster – houbetman
houbetman|ambet – houbetsachwaltære
houbetschande – houbetsünde
houbetsündic – houbetwaʒʒer
houbetwëgen – höuptinc
höurëht – höuwezëhende
houwic – hovegeselle
hovegesinde – hovelich
hovelîche – hovephenninc
hovephliht – hoveschar
höveschære – hovestatzins
hove|stetære – hovezins
hovezorn – 1hûchen
2hûchen – hüenerhirne
hüenerhûs – hûfeht
hufel – hügenisse
hügenumft – hüllenwëbære
hüllenwëbærinne – humerâl
hummen – hundertweide
hundesber – hungergîtic
hungerhâr – hunt
huntaffe – huobdinc
huobe – huof
huofblat – huorgelust
huorgelustic – huotelôs
huote|strëbe (?) – hurmelen
hurnaʒ – hurticlich
hurtieren – hûs|êre
hûsgëlt – hûslode
hûslôs – hûsvrouwe
hûswer – hûwen
hûwen – hy

   hoveliute - hoverëht    


hoveliute stM. (Pl.). neben hoveman(ne) auch Pl. zu hoveman . 1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann )
2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
   1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann): die selben hoflvte die gebennd von dien acheren die siv bvwend ze Witellinchon ierlich ze zinse dri mv́t kernen UrkCorp (WMU) 784,4; dc sv in den selbin hof hoͤrin svn nach hove lvte rehte ebd. N607,25; daz wîr sullen wider geben den vorgenanten cloͤstern, iren hofluten oder hubenern irru pfant UrkWürzb 41,417 (a. 1349); abir di hofelûte [ coloni ] sprâchin zuͦ ein ander: ‘dirre ist der erbe: kuͦmet, tôte wir en! und daz erbe wirt unsir.’ EvBeh Mc 12,7    2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann): nû vindet man selten âne nît / die bœsen hoveliute Eracl 1221; sîn gesinde er ûz las, / daz sîn hofliut [Hs. hoflute ] hiez UvZLanz 9003; Tr 14573; er wil ebenhiuzen sich ze werdem ingesinde, / daz bî hoveliuten ist gewahsen unde gezogen Neidh WL 29:8,1; so we dem hove, der so rehte unlobelichen ste! / so we dien [ den ] hove liuten, we dien hove herren we! TSchreiber (H) 12:5,2; wan selten im [demjenigen] gelinget, / der wider sînen orden ringet. / dîn ordenunge ist der phluoc. / dû vindest hoveliute genuoc Helmbr 292; wir setzen auch, daz des richez hof hab einen hofrichter, der [...] sol [...] den luͤten rihten die im clegn [...] aun [ âne ] fuersten und ander hoflaeut MGHConst 4,1:30,4 (a. 1298)

MWB 2 1739,1; Bearbeiter: Diehl

hoveman stM. im Pl. auch hoveliute . 1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann )
2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
   1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v. Hofmann): die klôster vrowen haten einen hofeman ûf deme lande HvFritzlHl 76,26; ez sol ouch vnser vorgenannte hof gar entlediget sin der gúlte [...], die Winther, etschwenne unser houeman, koufte UrkCorp (WMU) 1480,17; he sal och gebi dis richis hovimanni zueni phennigi Mühlh 163,3. – als Bestandteil von Personennamen: Heinrich der houeman von Bernheim UrkCorp (WMU) 1121,38; hubarius noster nomine hoveman DRW 5,1282 (PassauTrad. 303; 13. Jh.)    2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann): nu warte sprach sie wie genir houe man / din vedir spil irzogen hat Roth 1175; als was der guote Tristan sider / ein lieber hoveman under in. / künec unde gesinde hæten in / in guoter geselleschaft Tr 3487. 3452; ob einer kan ein künstelîn, / der wil zehant ein hoveman sîn KLD: Alex 2:15,5; da fur der werde hoveman / der edel grave Panian Elis 7095; wilt dû dich [...] gelîchen / dem wol gebornen hovemann Helmbr 339; noch gerner bin ich ein gebûr / danne ein armer hovemann ebd. 1107

MWB 2 1739,32; Bearbeiter: Diehl

hovemanschaft stF. ‘Burgbesatzung’ sa [im Rahmen einer alleg. Auslegung der Burg] ist die hofemanneschaft, / die auch die godeliche kraft / ie deme menschen svnder hat / befolhen, sinis dorfis rat PrHess 54,69

MWB 2 1739,58; Bearbeiter: Diehl

hovemære stN. ‘Hofgeschichten, -neuigkeiten’ (vgl. hoverede , hovespël , hovesprâche ): der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu zabelwortelîn / under wîlen vliegen în: / diu sprach er wol und kunde ir vil, / dâ mite sô zierter in sîn spil Tr 2288. 13183; si wæn^$’ des lîhte enbæren, der an der tür dâ stât, / unt diu hovemære gesaget den Burgonden hât NibB 1959,4; nû merket alle, wie daz zimt, / swâ man von hêrren höven disiu hovemære vernimt RvZw 177,2; den wïrt fragten sy [die Boten] zuhant / ob im icht chund wer / umb dy hof mer Hawich 4885; do der bote wider kam / vnd er die hoffmere vernam ErnstB (W) 1198; LvRegSyon 3301

MWB 2 1739,63; Bearbeiter: Diehl

hovemarke stF. zu einem bäuerl. Hof gehörender Grund, Hofbezirk (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,890f.; DRW 5,1286f.): dâ man mich ligen siht, / daz ist mîn hofmarc. / daz wær ein laster starc, / sold ich von hinnen fliehen Ottok 29010; lehen, di avzwendich vnsern hofmarhen gelegen sint UrkCorp (WMU) 1861,10; di houemark ze Buntdorf vnd swaz dar zu gehoͤret, die mak vnser herre der bischof oder sin nahkome wider loͤsen von vns oder vnsern erben UrkWürzb 38,438 (a. 1309). – bezogen auf die mit diesem Bereich verbundene Gerichtsbarkeit: jst aber, daz ein ansprechman fur geboten wird vf die hofmarch vnd er dinchfluhtich wirt UrkCorp (WMU) 1100AB,39; wan wir in dev [Rechte] da mit niht abnemen noch ringen an ir dorf gerichten, graschaften vnd hofmarchen UrkWittelsb 2,187 (a. 1311); UrkEnns 4,106 (a. 1289)

MWB 2 1740,13; Bearbeiter: Diehl

hovemarschalc stM. Amtsträger zur Besorgung der Angelegenheiten eines Hofes, ‘Hofmarschall’ her Chvnrat von Braytenvelde, der hofmarschalch von Oesterreich UrkCorp (WMU) N360,42; auch sulen wir [der Herzog von Kärnten] einen hofmarschalk in Chernden seczen UrkÖsterrErbl 161,29 (a. 1307); der undermarschalch sol fuͤrfaren vor dem hofmarschalch [...] und zaigen di herwerg und der hofmarschalch sol di herwerg geben UrkBrixen 1,172 (a. 1311)

MWB 2 1740,31; Bearbeiter: Diehl

hovemâʒ stN. 1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl. hovemëʒ )
2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz)
   1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl. hovemëʒ ): vier fuder weins hofmaz, die gerait worden fur zehen march UrkBrixen 1,143 (a. 1309); de illa mensura, que dicitur hoffmaz UrkSüdtirol 3,2:7 (a. 1281)    2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz): das hovemaz, daz ir beider ist, ame salze, daz sal der vrowen halb bliben czu irme libe UrkFreiberg 1:51,35 (a. 1318). 1:58,36 (a. 1333)

MWB 2 1740,41; Bearbeiter: Diehl

hovemâʒe stF. dem Hof angemessenes, entsprechendes Maßhalten: diu [cleider] wâren ûzer mâze rîch, / [...] : / daz golt daz was dar în geweben / niht in der hovemâze: / die sîdenen strâze / die kôs man kûmelîche dâ: / si wâren wâ unde wâ / sô mit dem golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme sach Tr 11107

MWB 2 1740,50; Bearbeiter: Diehl

hovemeier stM. ‘Inhaber, Verwalter eines Meierhofs’ welh reht der hofmeiger gen den burgern hat unde si gen im StRAugsb 2,24 u.ö. – als Bestandteil von Personennamen: des sint gezivge [...] her Walther der hofmaier, her Heinrich sin svn UrkCorp 736,37

MWB 2 1740,57; Bearbeiter: Diehl

hovemeister stM. leitender Bediensteter an einem Adelshof, überw. verantwortlich für den Wirtschaftsbetrieb (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,891; DRW 5,1296-1300 sowie zur Sache 2HRG 2,1094f.; vgl. kamermeister ), ‘Hofmeister’ her Soldemach dô niht liez, / für sich er im bringen hiez / hovemeister, kamerære / und ambetliute, swaz der wære. / den tet er sînen muot bekant Heidin III 4211; ze hove sand er dô, / die sîn rede solden tuon, / den hofmeister und den trûtsuon Ottok 82494; truwe die sy hofmeister linde Minneb 1466; Loheng 1001; ich Hainrich Truchsæzze von Holenstein hofmeister des hochgelobten gewaltigen herren kuͦnich Ludwiges Roͤmisches riches MGHConst 5:840,12 (a. 1324). – auch Verwalter eines klösterlichen Wirtschaftshofs: frater Hainricus conversus dictus hovemaister dictarum sororum UrkWürtt 8,180 (a. 1279); brvder Cvͦnrat, des klosteres hove meister UrkCorp (WMU) 2824,21

MWB 2 1740,63; Bearbeiter: Diehl

hovemëʒ stN. bei einem Hof gebräuchliches Maß (vgl. hovemâʒ ): da lit oͧch ein vorst ze Arnon; der giltet 2 malter habern hofmes UrbHabsb 1:209,5; drier fuͦder wingeltes uf iro keler hofmesz UrkMägdeb 299 (a. 1347)

MWB 2 1741,18; Bearbeiter: Diehl

hovemünech stM. auf höfische Weise (unstandesgemäß) lebender Mönch: halp visch, halp man ist visch noch man: / gar visch ist visch, gar man ist man, als ichz erkennen kan. / von hovemünchen unt von clôsterrittern kan ich niht gesagen RvZw 129,6. 129,7; hobemüniche unde klosterrittere sint schedeliche betelere Meissner 17:13,10

MWB 2 1741,23; Bearbeiter: Diehl

hovemütte, -mutte stN. bei einem Hof gebräuchliches Hohlmaß für Getreide: der metzen gent vii. an einen hofmvtt UrbBayS 4,80; elliv jar schvͦlen si geben [...] fvͦmf hofmvtte kerne vnde zehen hofmvtte habern UrkCorp (WMU) 1525,32; UrkEnns 4,249 (a. 1296)

MWB 2 1741,30; Bearbeiter: Diehl

hovemüttel stN. Dimin. zu hovemütte : darvon si [...] verdient haben aht hofmuͤtel habern DRW 5,1304 (Aibling/  Rockinger; a. 1348)

MWB 2 1741,36; Bearbeiter: Diehl

hoven swV. 1 intr. ‘Hof halten’
2 tr. ‘jmdn./etw. aufnehmen, beherbergen’ , in der Wendung: jmdn. (von der Obrigkeit Verfolgten) hûsen oder/  unde hoven u. ä. (vgl. hûsen ) ‘jmdm. Asyl gewähren’
3 mit Dat.d.P. ‘jmdn. verehren’
4 refl. ‘sich als dem Hof angemessen, höfisch gebildet erweisen’
5 als Part. gehovet
5.1 oft ‘höfisch gebildet, erzogen; von höfisch angemessenem Verhalten’ (vgl. kurtois )
5.2 ‘auf dem Hof vorhanden, gelagert’
   1 intr. ‘Hof halten’ fivnf stete ligent in Sahsen [...] da sol der kvnc mit rehte hoven SchwSp 65a; da got sitzet ans richteres ort / und mit sime vater hobet, / als her uns dicke hat gelobet Brun 8698; her Hof, müget ir iuch münchen, lat / die kloster hoven an iuwer stat Frl 5:33,14    2 tr. ‘jmdn./etw. aufnehmen, beherbergen’, in der Wendung: jmdn. (von der Obrigkeit Verfolgten) hûsen oder/  unde hoven u. ä. (vgl. hûsen ) ‘jmdm. Asyl gewähren’ swer oͮch den, der [...] meineidic, bennic [gebannt] oder ahtic wirt, behaltet, huset oder houet UrkCorp (WMU) 1401,15 ; schirmet oder huset oder hofet ebd. 816,5 u.ö.; swer den æhter hûset oder hovet in steten, oder ûf bürgen, oder in dörfern, oder swâ man in schirmet, [...], die sint alle mit der selben schulde begriffen dâ der æhter inne ist SpdtL 225,1; StRAugsb 103,22 u.ö.; sleit her [der Besitzer] iz aber ûz, unde ne hovit noch ne hûsit her iz [das Tier, das einen Schaden angerichtet hat] , [...], sô ist her unschuldich SSp 87,13    3 mit Dat.d.P. ‘jmdn. verehren’ dannoch diu vil reine [Maria] / wurde von in allen niht vollobet / der al diu himelrotte hobet; swer sie niht lobet, / der selbe tobet Damen 1,16    4 refl. ‘sich als dem Hof angemessen, höfisch gebildet erweisen’ bringet iuwern prîsant [Gabe] / ze hove nâch hovelîchem site: / dâ hovet ir iuch selben mite Tr 3054    5 als Part. gehovet    5.1 oft ‘höfisch gebildet, erzogen; von höfisch angemessenem Verhalten’ (vgl. kurtois ): hêr Drances / ein harde gehovet man En 8529; er sprach, als ein riter sol, / der riterlichen vnd wol / zallen dingen sprechen chan, / vnd sam ein wol gehoft man Krone 4070; Rennew 21492; der hof hât drîer hande diet: / gehoft unt ungehoft, verhoft: der mir diu driu beschiet, / der bat mich, daz ich wære bî den gehoften gerne zaller stunt RvZw 194,2; gehovet, verhovet unde ungehovet Walth 148,16. die helde ûz œsterrîche heten ie gehoveten muot Walth 36,7; gehofte vreude solt du han, / die geu wise gar verlan Erz III 36,145. – subst.: gewonheit ist noch richer dann nature, / daz merkent die gehoften baz dann von rehter art ein viltz gebure JTit 5403,4    5.2 ‘auf dem Hof vorhanden, gelagert’ dar nâ mût de vrowe jegen [d.i. gegen ] den erven mûsteilen [zur Hälfte abtreten] alle die gehovede spîse SSp 33,21

MWB 2 1741,39; Bearbeiter: Diehl

hove|nagære stM. ‘jmd., der sich am Hof durchfrisst’ sô springet der grille hin und her / als loter [Taugenichts, Gaukler] und ander hofenager, / die selber ungern wirte sîn Renner 5636

MWB 2 1742,21; Bearbeiter: Diehl

hovenære stM. ‘Hofbesitzer, -inhaber’ mansionarii de Synzeche, qui vulgo dicuntur hovinnere UrkMarienstatt 20 (a. 1253)

MWB 2 1742,25; Bearbeiter: Diehl

hovenlich Adj. hovelich

MWB 2 1742,28;

hovephaffe swM. ‘Geistlicher an einem Hof’ ob dehein graf, dehein freie, dehein dienstman, dehein hofpfaff oder dehein vitztum gevangen werd, daz in di herren ped [beide] ledigen svͤln UrkCorp (WMU) 1800A,28; wir lazzen euch wizzen, daz wir hern Vlreichen den ersamen abtt [...], in vnserem besundern scherm, genad vnd sicherhait genomen haben also daz wir wellen, daz derselb ersam abtt fuͤrbas vnser besunderer chapplan vnd hofpfaff ist vnd sein sol UrkAsb 147 (a. 1336); also daz si [...] alle di recht haben, die ander unser hofpfaffen habent, di tagleichen in unserm hof sint UrkEnns 6,240 (a. 1337)

MWB 2 1742,29; Bearbeiter: Diehl

hovephenninc stM. an den herrschaftl. Hof zu leistende Abgabe (vgl. Anm.z.St.): mansus, in quo residet Swering, solvit in festo beati Georii 7 denarii, qui dicuntur hofpfennige UrbGurk 105 u.ö.

MWB 2 1742,42; Bearbeiter: Diehl

hovephliht stF. ‘Verpflichtung dem Hof gegenüber’ froͤde het hie hove pfliht TürlArabel F 366

MWB 2 1742,46; Bearbeiter: Diehl

hover stM. ahd. hovar (vgl. AWB 4,1168f.; EWA 4,1087ff.), seit dem 12. Jh. auch → hoger (zuerst in Gl., vgl. AWB 4,1175; EWA 4,1091). ‘Buckel, Höcker’ gippus: houer Gl 3:439,60 (BStK926); ich was chrump als ein sichel, / mir was ein hover michel / dâ ze den schultern ûz gebogen, / hals und ahsel nider gezogen, / und stiurte mich, sô ich gie, / mit beiden handen ûf diu chnie, / niuwan ze füezen ich sach KvHeimUrst 586; der rücke was ir ûf gebogen, / dâ engegen ein hover ûz gezogen / ob dem herzen als ein huot Wig 6305; meister Otte, / des man vil dicke spotte / durch den hover, den er het Ottok 331; do wuͦhs ir geswinde ein ungeschafenr hover uf dem ruggen, daz si hesslich ward Seuse 135,29. – metonym. ‘Buckliger’ wer ich ain houer vngestalt LS 224 5; ain hofer trait ain berg / hinden vff dem nake MinneR 52 (L) 84

MWB 2 1742,48; Bearbeiter: Diehl

hoverât stM. ‘Hofrat’, Beratergremium an einem Hof: dâ besendet iuwern hoverât, / [...], / und ervaret iegelîches muot Tr 8443. 18369

MWB 2 1743,1; Bearbeiter: Diehl

hoverede stF. höfisch angemessene Redeweise (entspr. lat. sermo curialis, vgl. hovemære , hovesprâche , als Gegenbild: rede, diu niht des hoves sî Tr 7954 ): der ellenthafte werde degen / tet ir mit suͤzem maͤren kunt / wie sin herze ze aller stunt / von ir werden minne bran / fúr das er ir kúnde erst gewan. / mit hoͮfe rede das geschach RvEWh 13813; dar nach so man sprechen sol / von ieglichem prise / in wol geziminder wise, / riterliche von riterschaft, / minnecliche von der craft / die dú suͤze minne hat, / wisliche wisen rat / ze wisem ende bringen, / von hovelichen dingen / hoverede machen guͦt ebd. 99. 347; ir iegelîcher dô began / gegen dem ellenthaften man / mit hovereden schallen RvEAlex 6441

MWB 2 1743,4; Bearbeiter: Diehl

hoverëht stN. 1 ‘Hofrecht’ , für einen Hof (Grundherrschaft oder fürstl. Hof) geltendes Recht (zur Sache und genaueren rechtl. Differenzierung vgl. DRW 5,1319f. und 2 HRG 2,1101f.)
2 übertr. auf die an einem Hof geltenden Sitten und Bräuche (z.T. in der Wendung: etw. tuon nâch ~ )
   1 ‘Hofrecht’, für einen Hof (Grundherrschaft oder fürstl. Hof) geltendes Recht (zur Sache und genaueren rechtl. Differenzierung vgl. DRW 5,1319f. und 2HRG 2,1101f.): allez daz gvͦt daz der herre sinem dienstman lihet ze hoverehte. da sol er hoverehtes abphlegen. vnd lehenrechtes SchwSp 204a; swer in dan vor geriht kamphlîch an sprichet, / daz alte hovereht er an im brichet RvZw 182,8. – auf einzelne Rechte und Pflichten bezogen: ut de hominibus monasterio suo iure proprietatis vel censualitatis pertinentibus [...] ius mortuarium quod vulgo val et hobreht dicitur, ammodo percipiant DRW 5,1320 (Reyscher,Stat. 305; a. 1267). – das zugehörige Hofgericht: in dûht diu junger alsô guot / daz er sî nôte verstiez, / wand sî sich vil gar verliez / ze sînem hoverehte Iw 7341    2 übertr. auf die an einem Hof geltenden Sitten und Bräuche (z.T. in der Wendung: etw. tuon nâch ~ ): ritter unde knechte / nach schönnem hove rechte / gabend trost irem heren GTroj 24194; dâ nâch besehen wir zehant / ritter unde knehte, / ros und îserîn gewant / vil gar nâch hoverehte Virg 305,10; sî hôrten sînes hornes dôz: / loufen, springen wart dâ grôz / her gegen der richen porten, / dâ vor der kleine recke stuont / (nâch hoverehte daz sî tuont), / und gruozten in mit worten ebd. 224,5. 668,8. 669,3

MWB 2 1743,19; Bearbeiter: Diehl