hoveliute
stM. (Pl.).
neben hoveman(ne) auch Pl. zu
hoveman
.
1 Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v.
Hofmann ) 2 Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
1
Angehörige einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f. s.v.
Hofmann):
die selben hoflvte die gebennd von dien acheren die siv bvwend ze Witellinchon
ierlich ze zinse dri mv́t kernen UrkCorp (WMU)
784,4;
dc sv in den selbin hof hoͤrin svn nach hove lvte rehte ebd.
N607,25;
daz wîr sullen wider geben den vorgenanten cloͤstern, iren hofluten
oder hubenern irru pfant UrkWürzb
41,417
(a. 1349);
abir di hofelûte [
coloni
] sprâchin
zuͦ ein ander: ‘dirre ist der erbe: kuͦmet, tôte wir en! und daz
erbe wirt unsir.’ EvBeh
Mc 12,7
2
Angehörige einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen
Lehnsmann):
nû vindet man selten âne nît / die bœsen hoveliute
Eracl
1221;
sîn gesinde er ûz las, / daz sîn hofliut [Hs.
hoflute
] hiez UvZLanz
9003;
Tr
14573;
er wil ebenhiuzen sich ze werdem ingesinde, / daz bî hoveliuten ist gewahsen
unde gezogen Neidh
WL 29:8,1;
so we dem hove, der so rehte unlobelichen ste! / so we dien
[
den
] hove liuten, we dien hove herren
we! TSchreiber (H)
12:5,2;
wan selten im [demjenigen] gelinget, / der wider
sînen orden ringet. / dîn ordenunge ist der phluoc. / dû vindest hoveliute genuoc
Helmbr
292;
wir setzen auch, daz des richez hof hab einen hofrichter, der
[...] sol [...] den
luͤten rihten die im clegn [...] aun
[
âne
] fuersten und ander hoflaeut
MGHConst
4,1:30,4
(a. 1298)
MWB 2 1739,1; Bearbeiter: Diehl
hoveman
stM.
im Pl. auch
hoveliute
.
1 Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f.
s.v. Hofmann ) 2 Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen Lehnsmann)
1
Angehöriger einer Grundherrschaft (zu den unterschiedlichen rechtl. Status vom
Besitzer bis zum Hörigen vgl. DRW 5,1277f. s.v. Hofleute und 1281f.
s.v. Hofmann):
die klôster vrowen haten einen hofeman ûf deme lande HvFritzlHl
76,26;
ez sol ouch vnser vorgenannte hof gar entlediget sin der gúlte
[...], die Winther, etschwenne unser houeman, koufte
UrkCorp (WMU)
1480,17;
he sal och gebi dis richis hovimanni zueni phennigi
Mühlh
163,3.
– als Bestandteil von Personennamen:
Heinrich der houeman von Bernheim UrkCorp (WMU)
1121,38;
hubarius noster nomine hoveman DRW
5,1282
(PassauTrad. 303; 13. Jh.)
2
Angehöriger einer adeligen Hofhaltung (vom Bedienten bis zum adeligen
Lehnsmann):
nu warte sprach sie wie genir houe man / din vedir spil
irzogen hat Roth
1175;
als was der guote Tristan sider / ein lieber hoveman under
in. / künec unde gesinde hæten in / in guoter geselleschaft Tr
3487.
3452;
ob einer kan ein künstelîn, / der wil zehant ein hoveman sîn KLD:
Alex
2:15,5;
da fur der werde hoveman / der edel grave Panian Elis
7095;
wilt dû dich [...] gelîchen / dem wol gebornen
hovemann Helmbr
339;
noch gerner bin ich ein gebûr / danne ein armer hovemann ebd.
1107
MWB 2 1739,32; Bearbeiter: Diehl
hovemanschaft
stF.
‘Burgbesatzung’
sa [im Rahmen einer alleg. Auslegung der Burg] ist
die hofemanneschaft, / die auch die godeliche kraft / ie deme menschen svnder hat /
befolhen, sinis dorfis rat PrHess
54,69
MWB 2 1739,58; Bearbeiter: Diehl
hovemære
stN.
‘Hofgeschichten, -neuigkeiten’ (vgl.
hoverede
,
hovespël
,
hovesprâche
):
der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu
zabelwortelîn / under wîlen vliegen în: / diu sprach er wol und kunde ir vil, / dâ
mite sô zierter in sîn spil Tr
2288.
13183;
si wæn^$’ des lîhte enbæren, der an der tür dâ stât, /
unt diu hovemære gesaget den Burgonden hât NibB
1959,4;
nû merket alle, wie daz zimt, / swâ man von hêrren höven disiu hovemære
vernimt RvZw
177,2;
den wïrt fragten sy [die Boten] zuhant / ob
im icht chund wer / umb dy hof mer Hawich
4885;
do der bote wider kam / vnd er die hoffmere vernam ErnstB (W)
1198;
LvRegSyon
3301
MWB 2 1739,63; Bearbeiter: Diehl
hovemarke
stF.
zu einem bäuerl. Hof gehörender Grund, Hofbezirk (vgl. differenzierter und mit
weiteren Belegen WMU 2,890f.; DRW 5,1286f.):
dâ man mich ligen siht, / daz ist mîn hofmarc. / daz wær ein
laster starc, / sold ich von hinnen fliehen Ottok
29010;
lehen, di avzwendich vnsern hofmarhen gelegen sint UrkCorp
(WMU)
1861,10;
di houemark ze Buntdorf vnd swaz dar zu gehoͤret, die mak vnser herre
der bischof oder sin nahkome wider loͤsen von vns oder vnsern erben
UrkWürzb
38,438
(a. 1309).
– bezogen auf die mit diesem Bereich verbundene Gerichtsbarkeit:
jst aber, daz ein ansprechman fur geboten wird vf die hofmarch vnd er
dinchfluhtich wirt UrkCorp (WMU)
1100AB,39;
wan wir in dev [Rechte] da mit niht abnemen noch
ringen an ir dorf gerichten, graschaften vnd hofmarchen UrkWittelsb
2,187
(a. 1311);
UrkEnns
4,106
(a. 1289)
MWB 2 1740,13; Bearbeiter: Diehl
hovemarschalc
stM.
Amtsträger zur Besorgung der Angelegenheiten eines Hofes,
‘Hofmarschall’
her Chvnrat von Braytenvelde, der hofmarschalch von Oesterreich UrkCorp
(WMU)
N360,42;
auch sulen wir [der Herzog von Kärnten] einen
hofmarschalk in Chernden seczen UrkÖsterrErbl
161,29
(a. 1307);
der undermarschalch sol fuͤrfaren vor dem hofmarschalch
[...] und zaigen di herwerg und der hofmarschalch sol
di herwerg geben UrkBrixen
1,172
(a. 1311)
MWB 2 1740,31; Bearbeiter: Diehl
hovemâʒ
stN.
1 an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl.
hovemëʒ
) 2 Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz)
1
an einem Hof gebräuchliches Maß (für Wein) (vgl.
hovemëʒ
):
vier fuder weins hofmaz, die gerait worden fur zehen march
UrkBrixen
1,143
(a. 1309);
de illa mensura, que dicitur hoffmaz UrkSüdtirol
3,2:7
(a. 1281)
2
Bezugsrecht an einer abgemessenen Sache (hier: Salz):
das hovemaz, daz ir beider ist, ame salze, daz sal der vrowen halb bliben czu
irme libe UrkFreiberg
1:51,35
(a. 1318).
1:58,36
(a. 1333)
MWB 2 1740,41; Bearbeiter: Diehl
hovemâʒe
stF.
dem Hof angemessenes, entsprechendes Maßhalten:
diu [cleider] wâren ûzer mâze rîch,
/ [...] : / daz golt daz was dar în geweben / niht in der
hovemâze: / die sîdenen strâze / die kôs man kûmelîche dâ: / si wâren wâ unde wâ /
sô mit dem golde ertrenket / und in daz golt versenket, / daz man daz werc dâ kûme
sach Tr
11107
MWB 2 1740,50; Bearbeiter: Diehl
hovemeier
stM.
‘Inhaber, Verwalter eines Meierhofs’
welh reht der hofmeiger gen den burgern hat unde si gen im
StRAugsb
2,24
u.ö.
– als Bestandteil von Personennamen:
des sint gezivge [...] her Walther der hofmaier, her
Heinrich sin svn UrkCorp
736,37
MWB 2 1740,57; Bearbeiter: Diehl
hovemeister
stM.
leitender Bediensteter an einem Adelshof, überw. verantwortlich für den
Wirtschaftsbetrieb (vgl. differenzierter und mit weiteren Belegen WMU 2,891; DRW
5,1296-1300 sowie zur Sache 2HRG 2,1094f.; vgl.
kamermeister
), ‘Hofmeister’
her Soldemach dô niht liez, / für sich er im bringen hiez / hovemeister,
kamerære / und ambetliute, swaz der wære. / den tet er sînen muot bekant
Heidin III
4211;
ze hove sand er dô, / die sîn rede solden tuon, / den
hofmeister und den trûtsuon Ottok
82494;
truwe die sy hofmeister linde Minneb
1466;
Loheng
1001;
ich Hainrich Truchsæzze von Holenstein hofmeister des hochgelobten gewaltigen
herren kuͦnich Ludwiges Roͤmisches riches MGHConst
5:840,12
(a. 1324).
– auch Verwalter eines klösterlichen Wirtschaftshofs:
frater Hainricus conversus dictus hovemaister dictarum sororum
UrkWürtt
8,180
(a. 1279);
brvder Cvͦnrat, des klosteres hove meister UrkCorp (WMU)
2824,21
MWB 2 1740,63; Bearbeiter: Diehl
hovemëʒ
stN.
bei einem Hof gebräuchliches Maß (vgl.
hovemâʒ
):
da lit oͧch ein vorst ze Arnon; der giltet 2 malter habern hofmes
UrbHabsb
1:209,5;
drier fuͦder wingeltes uf iro keler hofmesz UrkMägdeb
299
(a. 1347)
MWB 2 1741,18; Bearbeiter: Diehl
hovemünech
stM.
auf höfische Weise (unstandesgemäß) lebender Mönch:
halp visch, halp man ist visch noch man: / gar visch ist visch, gar man ist
man, als ichz erkennen kan. / von hovemünchen unt von clôsterrittern kan ich niht
gesagen RvZw
129,6.
129,7;
hobemüniche unde klosterrittere sint schedeliche betelere
Meissner
17:13,10
MWB 2 1741,23; Bearbeiter: Diehl
hovemütte, -mutte
stN.
bei einem Hof gebräuchliches Hohlmaß für Getreide:
der metzen gent vii. an einen hofmvtt UrbBayS
4,80;
elliv jar schvͦlen si geben [...] fvͦmf
hofmvtte kerne vnde zehen hofmvtte habern UrkCorp (WMU)
1525,32;
UrkEnns
4,249
(a. 1296)
MWB 2 1741,30; Bearbeiter: Diehl
hovemüttel
stN.
Dimin. zu
hovemütte
:
darvon si [...] verdient haben aht hofmuͤtel
habern DRW
5,1304
(Aibling/ Rockinger; a. 1348)
MWB 2 1741,36; Bearbeiter: Diehl
hoven
swV.
1 intr. ‘Hof halten’
2 tr. ‘jmdn./etw. aufnehmen, beherbergen’ , in der Wendung: jmdn.
(von der Obrigkeit Verfolgten) hûsen oder/ unde hoven u. ä. (vgl.
hûsen
) ‘jmdm. Asyl gewähren’
3 mit Dat.d.P. ‘jmdn. verehren’
4 refl. ‘sich als dem Hof angemessen, höfisch gebildet
erweisen’
5 als Part. gehovet
5.1 oft ‘höfisch gebildet, erzogen; von höfisch angemessenem
Verhalten’ (vgl.
kurtois
) 5.2
‘auf dem Hof vorhanden, gelagert’
1
intr. ‘Hof halten’
fivnf stete ligent in Sahsen [...] da sol der kvnc
mit rehte hoven SchwSp
65a;
da got sitzet ans richteres ort / und mit sime vater hobet, /
als her uns dicke hat gelobet Brun
8698;
her Hof, müget ir iuch münchen, lat / die kloster hoven an iuwer stat
Frl
5:33,14
2
tr. ‘jmdn./etw. aufnehmen, beherbergen’, in der Wendung: jmdn.
(von der Obrigkeit Verfolgten) hûsen oder/ unde hoven u. ä. (vgl.
hûsen
) ‘jmdm. Asyl gewähren’
swer oͮch den, der [...] meineidic, bennic
[gebannt] oder ahtic wirt, behaltet, huset oder houet
UrkCorp (WMU)
1401,15 ;
schirmet oder huset oder hofet ebd.
816,5
u.ö.;
swer den æhter hûset oder hovet in steten, oder ûf bürgen,
oder in dörfern, oder swâ man in schirmet, [...], die sint
alle mit der selben schulde begriffen dâ der æhter inne ist SpdtL
225,1;
StRAugsb
103,22
u.ö.;
sleit her [der Besitzer] iz aber ûz, unde ne hovit
noch ne hûsit her iz [das Tier, das einen Schaden angerichtet
hat] , [...], sô ist her unschuldich
SSp
87,13
3
mit Dat.d.P. ‘jmdn. verehren’
dannoch diu vil reine [Maria] / wurde von in allen
niht vollobet / der al diu himelrotte hobet; swer sie niht lobet, / der selbe tobet
Damen
1,16
4
refl. ‘sich als dem Hof angemessen, höfisch gebildet
erweisen’
bringet iuwern prîsant [Gabe] / ze
hove nâch hovelîchem site: / dâ hovet ir iuch selben mite Tr
3054
5
als Part. gehovet
5.1
oft ‘höfisch gebildet, erzogen; von höfisch angemessenem
Verhalten’ (vgl.
kurtois
):
hêr Drances / ein harde gehovet man En
8529;
er sprach, als ein riter sol, / der riterlichen vnd wol / zallen dingen
sprechen chan, / vnd sam ein wol gehoft man Krone
4070;
Rennew
21492;
der hof hât drîer hande diet: / gehoft unt ungehoft, verhoft: der mir diu
driu beschiet, / der bat mich, daz ich wære bî den gehoften gerne zaller stunt
RvZw
194,2;
gehovet, verhovet unde ungehovet Walth
148,16.
–
die helde ûz œsterrîche heten ie gehoveten muot
Walth
36,7;
gehofte vreude solt du han, / die geu wise gar verlan Erz
III
36,145.
– subst.:
gewonheit ist noch richer dann nature, / daz merkent die gehoften baz
dann von rehter art ein viltz gebure JTit
5403,4
5.2
‘auf dem Hof vorhanden, gelagert’
dar nâ mût de vrowe jegen [d.i.
gegen
] den erven mûsteilen [zur Hälfte
abtreten] alle die gehovede spîse SSp
33,21
MWB 2 1741,39; Bearbeiter: Diehl
hove|nagære
stM.
‘jmd., der sich am Hof durchfrisst’
sô springet der grille hin und her / als loter [Taugenichts,
Gaukler] und ander hofenager, / die selber ungern wirte sîn
Renner
5636
MWB 2 1742,21; Bearbeiter: Diehl
hovenære
stM.
‘Hofbesitzer, -inhaber’
mansionarii de Synzeche, qui vulgo dicuntur hovinnere
UrkMarienstatt
20
(a. 1253)
MWB 2 1742,25; Bearbeiter: Diehl
hovenlich
Adj.
→
hovelich
MWB 2 1742,28;
hovephaffe
swM.
‘Geistlicher an einem Hof’
ob dehein graf, dehein freie, dehein dienstman, dehein hofpfaff oder dehein
vitztum gevangen werd, daz in di herren ped [beide]
ledigen svͤln UrkCorp (WMU)
1800A,28;
wir lazzen euch wizzen, daz wir hern Vlreichen den ersamen abtt
[...], in vnserem besundern scherm, genad vnd
sicherhait genomen haben also daz wir wellen, daz derselb ersam abtt fuͤrbas
vnser besunderer chapplan vnd hofpfaff ist vnd sein sol UrkAsb
147
(a. 1336);
also daz si [...] alle di recht haben, die ander
unser hofpfaffen habent, di tagleichen in unserm hof sint UrkEnns
6,240
(a. 1337)
MWB 2 1742,29; Bearbeiter: Diehl
hovephenninc
stM.
an den herrschaftl. Hof zu leistende Abgabe (vgl. Anm.z.St.):
mansus, in quo residet Swering, solvit in festo beati Georii 7 denarii, qui
dicuntur hofpfennige UrbGurk
105
u.ö.
MWB 2 1742,42; Bearbeiter: Diehl
hovephliht
stF.
‘Verpflichtung dem Hof gegenüber’
froͤde het hie hove pfliht TürlArabel
F 366
MWB 2 1742,46; Bearbeiter: Diehl
hover
stM.
ahd. hovar (vgl. AWB 4,1168f.; EWA 4,1087ff.), seit dem 12. Jh. auch →
hoger
(zuerst in Gl., vgl. AWB 4,1175; EWA 4,1091).
‘Buckel, Höcker’
gippus: houer Gl
3:439,60
(BStK926);
ich was chrump als ein sichel, / mir was ein hover michel / dâ
ze den schultern ûz gebogen, / hals und ahsel nider gezogen, / und stiurte mich, sô
ich gie, / mit beiden handen ûf diu chnie, / niuwan ze füezen ich sach
KvHeimUrst
586;
der rücke was ir ûf gebogen, / dâ engegen ein hover ûz
gezogen / ob dem herzen als ein huot Wig
6305;
meister Otte, / des man vil dicke spotte / durch den hover,
den er het Ottok
331;
do wuͦhs ir geswinde ein ungeschafenr hover uf dem
ruggen, daz si hesslich ward Seuse
135,29.
– metonym. ‘Buckliger’
wer ich ain houer vngestalt LS 224
5;
ain hofer trait ain berg / hinden vff dem nake MinneR 52 (L)
84
MWB 2 1742,48; Bearbeiter: Diehl
hoverât
stM.
‘Hofrat’, Beratergremium an einem Hof:
dâ besendet iuwern hoverât, / [...],
/ und ervaret iegelîches muot Tr
8443.
18369
MWB 2 1743,1; Bearbeiter: Diehl
hoverede
stF.
höfisch angemessene Redeweise (entspr. lat. sermo curialis, vgl.
hovemære
,
hovesprâche
, als Gegenbild:
rede, diu niht des hoves sî Tr
7954
):
der ellenthafte werde degen / tet ir mit suͤzem
maͤren kunt / wie sin herze ze aller stunt / von ir werden minne bran /
fúr das er ir kúnde erst gewan. / mit hoͮfe rede das geschach
RvEWh
13813;
dar nach so man sprechen sol / von ieglichem prise / in wol
geziminder wise, / riterliche von riterschaft, / minnecliche von der craft / die
dú suͤze minne hat, / wisliche wisen rat / ze wisem ende bringen, /
von hovelichen dingen / hoverede machen guͦt ebd.
99.
347;
ir iegelîcher dô began / gegen dem ellenthaften man / mit
hovereden schallen RvEAlex
6441
MWB 2 1743,4; Bearbeiter: Diehl
hoverëht
stN.
1
‘Hofrecht’ , für einen Hof (Grundherrschaft oder fürstl. Hof)
geltendes Recht (zur Sache und genaueren rechtl. Differenzierung vgl. DRW 5,1319f.
und 2 HRG 2,1101f.) 2 übertr. auf die an einem Hof geltenden Sitten und Bräuche (z.T. in der Wendung:
etw. tuon nâch ~
)
1
‘Hofrecht’, für einen Hof (Grundherrschaft oder fürstl. Hof)
geltendes Recht (zur Sache und genaueren rechtl. Differenzierung vgl. DRW 5,1319f.
und 2HRG 2,1101f.):
allez daz gvͦt daz der herre sinem dienstman lihet ze hoverehte. da sol
er hoverehtes abphlegen. vnd lehenrechtes SchwSp
204a;
swer in dan vor geriht kamphlîch an sprichet, / daz alte hovereht er an im
brichet RvZw
182,8.
– auf einzelne Rechte und Pflichten bezogen:
ut de hominibus monasterio suo iure proprietatis vel censualitatis
pertinentibus [...] ius mortuarium quod vulgo val et
hobreht dicitur, ammodo percipiant DRW
5,1320
(Reyscher,Stat. 305; a. 1267).
– das zugehörige Hofgericht:
in dûht diu junger alsô guot / daz er sî nôte verstiez, /
wand sî sich vil gar verliez / ze sînem hoverehte Iw
7341
2
übertr. auf die an einem Hof geltenden Sitten und Bräuche (z.T. in der Wendung:
etw. tuon nâch ~
):
ritter unde knechte / nach schönnem hove rechte / gabend
trost irem heren GTroj
24194;
dâ nâch besehen wir zehant / ritter unde knehte, / ros und îserîn gewant / vil
gar nâch hoverehte Virg
305,10;
sî hôrten sînes hornes dôz: / loufen, springen wart dâ grôz / her gegen der
richen porten, / dâ vor der kleine recke stuont / (nâch hoverehte daz sî tuont), /
und gruozten in mit worten ebd.
224,5.
668,8.
669,3
MWB 2 1743,19; Bearbeiter: Diehl |