hovegalle
swF.
jmd., der Verhalten und Stimmung am Hof vergällt, verdirbt:
wer aber beflochten ist / mit arger hovegallen list: / die
raten im in einen mist Mügeln
199,6;
ein hovegalle, / der selten rîcher hof enbirt
Eracl
1704;
huet dich vor den hofegallen, / die von ir herschafft reden swach, / darumb
daz sy dir gevallen Suchenw
38,137
u.ö.;
Teichn
277,39.
379,13
MWB 2 1732,43; Bearbeiter: Diehl
hoveganc
stM.
‘Weg an den Hof, Hofbesuch’
daz man kaine [Frau] ließ hin
in [an den Hof] , / wie gar schoͤn si
moͤcht gesin / die man wist an eren cranck. / da von mag den hof ganck /
iglich fro mit eren gan Teichn
578,42
MWB 2 1732,51; Bearbeiter: Diehl
hovegarte
swM.
‘zu einem Hof gehörender Garten’
duo iugera vinearum, [...] que dicuntur hovegarto
UrkFrankf
1,38
(a. 1223)
MWB 2 1732,56; Bearbeiter: Diehl
hovegebærde
stF.
‘höfisches Benehmen’
mitt flisse vil geschwinde / des husses ingesinde / tett och
all da ze stund / den gesten hoffe geberde kund GTroj
16654
MWB 2 1732,59; Bearbeiter: Diehl
hovegëbære
stM.
‘Hoflieferant’ (vgl. W. Paravicini [Hg.]: Höfe und Residenzen
im spätmal. Reich I,1, Ostfildern 2003, S. 851):
ich Stephan der vischer weiland der [...] hertzogen
hofgeber in Osterreich UrkHeil
2,176
(a. 1341)
MWB 2 1732,63; Bearbeiter: Diehl
hovegebrehte
stN.
‘Lärm, laute Betriebsamkeit am Hof’
nû wol ûf all, got geb uns heil / vor dem hofgebrehte! / der lût geruofen
mehte, er wær ein guot fürspreche Helbl
2,727
MWB 2 1733,4; Bearbeiter: Diehl
hovegedinge
stN.
1 Gericht eines herrschaftl. Hofes 2 in Schlesien ‘Landschöffending’
1
Gericht eines herrschaftl. Hofes:
der schultheiz soll och alle hoffgeding besitzen in Münstertal von unsers
herren wegen und sin reht fordern und sprechen UrkEls
2,163
(a. 1339)
2
in Schlesien ‘Landschöffending’
vor dem gehegetenn hoffgedinge haebens gestanden DRW
5,1214
(Wuttke,Städteb.; a. 1322)
MWB 2 1733,8; Bearbeiter: Diehl
hovegemel
stM.
→
hovegoumel
MWB 2 1733,15;
hovegenôʒ
stM.
Beisitzer eines auf dem Hof tagenden Gerichts:
item so wisent sine [des Vogtes] hoiffgenoissen
urdel [Urteil] ind deylent over erve UrkKöln
(St)
1:66,11
(a. 1350)
MWB 2 1733,16; Bearbeiter: Diehl
hovegerëhte
stM.
Gerätschaften auf einem (landwirtschaftl.) Hof (vgl.
2hovegerihte
):
dû tuost mir spât unde fruo / an mînem hofgerechte schaden; / daz dich æzen
die maden, / wol ich dir des gunde Helbl
1,1211
MWB 2 1733,20; Bearbeiter: Diehl
1hovegerihte
stN.
Bez. für verschiedene Gerichte (vgl.
1gerihte
)
1 Gericht für die Zugehörigen eines herrschaftlichen Hofs 2 königl. ‘Hofgericht’ (vgl. 2 HRG 2,1087-91)
1
Gericht für die Zugehörigen eines herrschaftlichen Hofs:
der hof Doerstorf, hofgerichte und daz dar zu gehoret DRW
5,1218
(NassauUB.; a. 1326);
jünkfraw Eyt [... verkauft ihren Hof...] vnd das
hofgericht vber den selben hof UrkIndersd
74
(a. 1343)
2
königl. ‘Hofgericht’ (vgl. 2HRG 2,1087-91):
daz man an unserm hofgericht furbaz allermenniklich richten sol nach unserer
vorfarn künigen und keisern gesetzten und geschriben rehten DRW
5,1219
(Zeumer,QS.; a. 1342);
daz ir lantgerihte, daz si von vns vnd dem heiligen roͤmischen reiche
zelehen haben, mit einem rihter schoͤlt besetzt werden, als vnser hofgerihte
UrkHohenz
3,180
(a. 1348)
MWB 2 1733,25; Bearbeiter: Diehl
2hovegerihte
stN.
Gerätschaften auf einem (landwirtschaftl.) Hof (vgl.
2gerihte
,
hovegerëhte
und
hoverihte
):
si aduocatus voluerit cogere rusticum nostrum per pignus aliquod, non tollet
araturas nostras, quod vulgo hofgeriht dicitur, ne propter hoc locus ille incultus
remaneat UrkWittelsb
1,189
(a. 1262)
MWB 2 1733,40; Bearbeiter: Diehl
hovegesæʒe
stN.
‘Hofstelle’
wir graue Friderich von Zolrre kunden und furiehen,
[...] daz wir Cuͦnrat Hasenbain von Valkenstain
zwai hove gesezze, die er von uns ze lehen hat ze Egeshain,
[...] reith vnd redelich geaigent habent
UrkHohenz
1,148
(a. 1334);
UrkFreiburg
3:108,22
(a. 1308)
MWB 2 1733,47; Bearbeiter: Diehl
hovegesæʒede
stN.
‘Hofstelle’
und gap da dúselbe fro Colmennin Nicolawese irem vorgenantem jungerem
sune [...] allú dú guͦt unde gelt
unde núzze [...] an irem hovegesêssede ze Friburg
vor der Predier tor UrkFreiburg
3:386,17
(a. 1320).
3:397,30
(a. 1320)
u.ö.
MWB 2 1733,53; Bearbeiter: Diehl
hovegeselle
swM.
‘jmd., der an einem Hof verweilt’
hie ist [Gawein] der ander Artus, / der niemen niht
versagen chan / und mit geleichem willen gan / dem armen und dem reichen / seins
guotes wirtleichen / gar an afterriwe. / [...] / und des
wirt gevraget niht, / wie lang er [ein Gast] da welle /
beleiben hofgeselle Krone
8751
MWB 2 1733,58; Bearbeiter: Diehl
hovegesinde
stN.
1 Gesamtheit der Angehörigen des Schutz- oder Herrschaftsverbandes eines geistl. oder weltl. Herrschers; Gesamtheit aller Angehörigen eines Hofes vom Adeligen, Dienstmann bis zum Knecht (im Hinblick auf rechtlichen und sozialen Status nicht immer zu trennen, vgl. DRW 5,1230ff.) 2 bezogen auf Einzelpersonen
1
Gesamtheit der Angehörigen des Schutz- oder Herrschaftsverbandes eines geistl.
oder weltl. Herrschers; Gesamtheit aller Angehörigen eines Hofes vom Adeligen,
Dienstmann bis zum Knecht (im Hinblick auf rechtlichen und sozialen Status nicht
immer zu trennen, vgl. DRW 5,1230ff.):
Petrus von verren nach gesleich / vnd in den furhof hin geweich / des hosten
pristers zu dem herde. / des fures hitze er auch begerde / da bi dem hofgesinde
[
sedebat cum ministris Mc 14,54]
EvStPaul
5058;
curiales: hofegesinde VocClos
Cu78;
er bat besunder unde gebôt / al dem hovegesinde, / daz si dem
vremedem kinde / guot unde genædic wæren Tr
3387;
dô wart ir hovegesinde vil manic schœniu meit / und siben hundert
recken Kudr
9,2;
PleierMel
1131;
Virg
1028,11;
setzen wir also, daz graven, freyn und dinstman sich selben
[...] von dem hof geschaiden habnt, also, daz si niht
hofgesinde mer heizzent UrkWittelsb
2,13
(a. 1293 kopial).
– übertr.:
der karge vert ze helle und mêrt dem tiufel sîne schar / sô nimt die
milten got ze hovegesinde KLD: DdS
4,12;
wol im der sich gefriundet alsô, / daz sîn sêle ist immer frô / bî dem
obersten hofegsinde Renner
23415;
gerechtikeit sol herre da sy; / stet sy marschalk auch da
by; / vernuͦft und wille sy hofgesinde; / truwe die sy hofmeister linde
Minneb
1465
2
bezogen auf Einzelpersonen:
ez waer vrou Êr dâ staetez hovegesinde Loheng
2350
MWB 2 1734,1; Bearbeiter: Diehl
hovegesinde, -gesint
stswM.
Angehöriger des Schutz- oder Herrschaftsverbandes eines geistl. oder weltl.
Herrschers; Angehöriger eines Hofes vom Adeligen, Dienstmann bis zum Knecht (im
Hinblick auf rechtlichen und sozialen Status nicht immer zu trennen, vgl. DRW
5,1230ff.):
‘nu hêrre’ sprach Rûal iesâ / ‘sît ir hie
hovegesinde?’ Tr
3926;
nu begund der kunic kêren / sînen flîz daran, / wie er von
Kamenz dem wîsen man / sô friuntlichen mit gevüere, / daz er sînen rât swüere / und
sîn hofgesinde wære Ottok
22182;
EnikWchr
14013;
er [der Ebf. von Salzburg] hat ouch mich genomen ze
sinem ritter vnde zv heimlichem hofgesinde UrkCorp (WMU)
1710,36;
ich füege in kurzen stunden, / daz er dâ hofgesinde wirt
KvWTroj
13969;
KvWPant
136;
ich was hofgesint, / herr, von einem knehtkint / bî einem ritter
Helbl
4,565
MWB 2 1734,30; Bearbeiter: Diehl
hovegesint
stM.
→
hovegesinde
stswM.
MWB 2 1734,47;
hovegetiusche
stN.
‘höfische Intrigen’
himelisch êre dem schier entrinnet, / der mit sünden êre gewinnet, / mit
roube, mit diube, mit hofegetiusche, / mit valschen rêten Renner
1801
(vgl.
ebd.
736
)
MWB 2 1734,48; Bearbeiter: Diehl
hovegevesel
stN.
Koll. zu
vasel
‘männliches Zuchttier’.
‘Viehzeug’
sol man den schalken guot wort geben / und weln si dâ bî schalklich leben, /
untugent üebn und argen list? / ei vuhs, dahs, swîn, hunt, rint und esel, / du bist
ein snœdez hovegevesel, / man sol dich êren als du bist KLD:
Alex
2:15,11
MWB 2 1734,52; Bearbeiter: Diehl
hovegewant
stN.
‘(standesgemäße, festl.) Kleidung für höfische Anlässe’
do der tisch erhaben wart, / zehant hvb sich Reinhart / vil wunderliche drate
/ in sine kemenate / vnd nam sin hone gewant [La.
houegewant
] , / daz aller beste, daz er dar inne vant, /
eine wallekappen linin ReinFu
K,1817
(vgl.
hœnegewant
und
Anm.z.St.);
e da tet man stechen schein, / daz ein herr versuecht ein
man. / welher guͤt waz auf der pan, / den wag er guͤt auch an der not.
/ daz zu gab er wein und prot, / ros und hengst und hofgewant Teichn
304,21
MWB 2 1734,59; Bearbeiter: Diehl
hovegoumel
stM.
hier -gemel.
‘Aufseher, Hofverwalter’ (vgl. DRW 5,1213):
der pfarrer, der rihter, der chastner, der stat schreiber vnd vnser ratgeben,
vnd vnser schreiber, vnd der selben ratgeben vnd schreiber hofgemel, der sol
ieglicher fvmf pfvnt enpfor haben an ir stivr UrkWittelsb
6,209
(a. 1312)
MWB 2 1735,6; Bearbeiter: Diehl
hovegrâve
swM.
Vertreter des Adels im Hofgericht (?):
der hovegrâve was der vierte [Berater] / der daz
lant wol zierte / mit tugenden und mit prîse. / [...] / er
was ein fürste von art UvEtzAlex
2397
MWB 2 1735,13; Bearbeiter: Diehl
hovegrüeʒen
stN.
ein höfischen Verhaltensweisen entsprechender Gruß:
Gabriel wart von der engel trone / zv einer minneclichen maget
[Maria] gesendet, / [...] /
der braht er ein vrone houegruzen MarldMünch
2,5
MWB 2 1735,17; Bearbeiter: Diehl
hovegülte
stF.
mit einem Hof verbundene Zinsleistungen:
so schullen sich vnser paider vreunt an allen chrieg desselben hofes oder der
hofgult, da der hof vmb geben wirt, wider vnderwinden UrkHeil
2,182
(a. 1343)
MWB 2 1735,22; Bearbeiter: Diehl |