höuwen
swV.
‘Heu machen, heuen’
so erteil ich in iares viercehen naht [Frist von 14
Tagen] zuͦ howenne, viercehen naht zuͦ ernenne vnde
viercehen naht zuͦ herbestenne UrkCorp (WMU)
360,14;
auch hab ich in dar vber erlaubt vnd gebreidt, datz si mugen auf all vnser
grunt, do vnser lewt wysmad hayn, mit vnsern lewten [...]
ir viech getreibn vnd halten an all irrung, als lang mir daz geuellet
UrkHeil
2,127
(a. 1330)
MWB 2 1730,61; Bearbeiter: Diehl
houwenhalp
stM.
Pl. -helbe.
‘Stiel einer houwe’
ligna, que vocantur haynholcz, strenge et selbogen, grabeschit, hastas et
sperschefte, howenhelbe, [...], ligna ad cribra
WeistErf
45
(a. 1332)
MWB 2 1731,6; Bearbeiter: Diehl
houwenrëht
stN.
→
höurëht
MWB 2 1731,10;
houwenslac
stM.
‘Schlag mit der Haue’
got ieren [geht jemand] vff daz gut dann arbeiten,
also manigen houwen slack als er dann dut, also mange xxx
[Pfennige] ist er verfallen eynem vougt
WeistGr
1,738
(o. J.)
MWB 2 1731,11; Bearbeiter: Diehl
houwenstreich
stM.
‘Schlag mit der Haue’
wer, das einer den andren in einen wassergraben kein infal teti oder uberhuwi,
der sol beßren dem kleger von jedem howenstreich 9 ß SchweizId
11,1973
(LDagm. Herrschaftsr., a. 1346)
MWB 2 1731,16; Bearbeiter: Diehl
höuweslac
stM.
‘Heuernte’ (nur im Bereich des Dt. Ordens, vgl. FWB
7,2012):
wir wollen ouch [...], daz noch dem haweslage
[...] unser pfert in den selbin wesin
[...] tryft und weyde haben UrkPreuss
2,208
(a. 1336)
MWB 2 1731,21; Bearbeiter: Diehl
höuwesprinke
swM.
‘Heuschrecke’ (vgl.
höuschrëcke
):
der hoemut zugit dat luchurkunde [falsche Zeugnis] ,
/ – dat is di meste sunde, / iz inwirt nimmer widerdan – / he mac vuol
mit deme wͦrthedere [l. worthader
Wortgezänk] gan. / di mit den ougen wenken, / si bizechinint den
owesprenken, / di liget undi uirzert di vrut WildM
3,278
MWB 2 1731,26; Bearbeiter: Diehl
höuwet
stM.
‘Heuernte, Zeit der Heuernte’, auch als Monatsname für den Juli
(vgl.
höuwetmânôt
):
da und umbe Veringen ligent 7 wisen, [...]; die sol
du herschaft niessen mit rossen von meyen untz ze hoͤwat
UrbHabsb
1:398,13.
1:304,19;
jn deme manode des selben jaris, der da haizzit hewot UrkCorp
(WMU)
250,26.
7,12
MWB 2 1731,33; Bearbeiter: Diehl
höuwetmânôt
stM.
‘Juli’ (vgl.
höumânôt
):
do von gotis gebv́rte hin waren zwelfhvndirt jare
[...] in dem hoͮwotmanode UrkCorp
(WMU)
665,24
MWB 2 1731,40; Bearbeiter: Diehl
höuwezëhende
swM.
‘Heuzehnt, Verpflichtung zur Arbeit in der Heuernte’
darzvͦ den hoeizehenden an der matte, die ich han vor in dem Mettendal
von inen UrkCorp (WMU)
460,18.
N270,41;
der meyger sol ouch in dem brüle zwei manwerch abe meyen, ane geverd,
[...], und sol im danne künden, das er das höw höwe,
als es im füge, vnd da mite hat der meygerhof sin höwezechendn des jares berichtet
WeistGr
1,35
(a. 1347).
5,386
(a. 1349);
UrbHabsb
1:99,21
MWB 2 1731,43; Bearbeiter: Diehl
houwic
Adj.
‘zum Fällen, Einschlag geeignet’
auch sollen sie haben dry ackere hauwiges holczes UrkErf
2,221
(a. 1347)
MWB 2 1731,52; Bearbeiter: Diehl
hovære
stM.
als Bestandteil von Personennamen ‘Inhaber eines Hofes’ (oder
zu houwære?):
Heinrich Houer UrkCorp (WMU)
2248,39
MWB 2 1731,55; Bearbeiter: Diehl
hoværinne
stF.
‘Inhaberin eines Hofes’, hier Bestandteil von Personennamen ?
(oder zu houwærinne?):
vro Agnesa diu houerin UrkCorp (WMU)
3475,16
MWB 2 1731,58; Bearbeiter: Diehl
hôvart
stF.
→
hôchvart
stF.
MWB 2 1731,62;
hovebære
Adj.
überw. in Reimstellung.
‘(vom Verhalten) dem Hofe angemessen’ (überw. bezogen auf
Personen):
der künec der hovebære, / Marke der tugende rîche
Tr
13184;
ist ein man edel, kiusche und reine, / wolgezogen, schœn und gemeine, /
milte, senfte, getriuwe, gewêre, / friuntholt, diensthaft und hofebêre, / des lîbes
ein helt und wol gelêrt Renner
13332;
nu was ouch dirre koufman hovebære, / der wolt win und spise dem herre bringen
JTit
5622,2;
subst.:
der höfsche hovebære / lie sîniu hovemære / und vremediu
zabelwortelîn / under wîlen vliegen în Tr
2287;
der kluoge / und der hovebære KvWEngelh
1859;
KvWPart
11171.
–
ouch dûhte in sîn antwurt / süeze und hovebære Flore (P)
3537
MWB 2 1731,63; Bearbeiter: Diehl
hovebëlle
swM.
‘Hofkläffer’, abwertend bezogen auf einen Teil des Hofs:
ich enweiz, wem ich gelîchen muoz die hovebellen, / wan den miusen, die sich
selbe meldent, tragent si schellen Walth
32,27
MWB 2 1732,14; Bearbeiter: Diehl
hoveblez
stN.
‘zu einem Hof gehörendes Landstück’
daz hofe bletz, daz da gelegen ist nebent der herren hof von sanctu Johannese
zuͦ Geispotzheim UrkCorp (WMU)
N744,3,7
MWB 2 1732,18; Bearbeiter: Diehl
hovebrôt
stN.
Pl. -bröter.
auf einem Herrenhof hergestelltes Brot, z.T. für Leistungen an andere abgegeben
(vgl.
hovewecke
):
cellerarius recipit usque ad finem anni 7 panes dictos hovebrot
SchweizId
5,961
(Z Stiftsurk., a. 1293);
[der Kellner soll] etlichen, die da bringent den erbzins,
geben hofbröter ebd.
5,962
(LBer., a. 1326)
MWB 2 1732,22; Bearbeiter: Diehl
hovediet
stF.
‘Hofgesellschaft, Gefolgschaft’ (überw.
KvW ):
Fontânâgrîs der hôhgemuot / und daz gesinde enphiengen / den ritter schôn, ez
giengen / gên im vil der hovediet Reinfr
5897;
diu burc diu wart gedœnes vol. / der künic und al diu
hovediet, / [...], / si erschrâken Tr
3223;
der werde künic Prîant / des selben mâles sich beriet / mit
sîner wîsen hovediet KvWTroj
26460.
24523
u.ö.;
al sîn hovediet / und al sîn lantgesinde
KvWSchwanr
1586;
KvWPant
1361;
KvWAlex
768
MWB 2 1732,29; Bearbeiter: Diehl
hovedinc
stN.
‘Hofding’, Versammlung der zu einem Hof gehörenden
Männer:
daz man dem vogt zem hofdinge geben sol [...] 2
vierenzal habern UrbHabsb
1:30,18
MWB 2 1732,39; Bearbeiter: Diehl
hovegalle
swF.
jmd., der Verhalten und Stimmung am Hof vergällt, verdirbt:
wer aber beflochten ist / mit arger hovegallen list: / die
raten im in einen mist Mügeln
199,6;
ein hovegalle, / der selten rîcher hof enbirt
Eracl
1704;
huet dich vor den hofegallen, / die von ir herschafft reden swach, / darumb
daz sy dir gevallen Suchenw
38,137
u.ö.;
Teichn
277,39.
379,13
MWB 2 1732,43; Bearbeiter: Diehl
hoveganc
stM.
‘Weg an den Hof, Hofbesuch’
daz man kaine [Frau] ließ hin
in [an den Hof] , / wie gar schoͤn si
moͤcht gesin / die man wist an eren cranck. / da von mag den hof ganck /
iglich fro mit eren gan Teichn
578,42
MWB 2 1732,51; Bearbeiter: Diehl
hovegarte
swM.
‘zu einem Hof gehörender Garten’
duo iugera vinearum, [...] que dicuntur hovegarto
UrkFrankf
1,38
(a. 1223)
MWB 2 1732,56; Bearbeiter: Diehl
hovegebærde
stF.
‘höfisches Benehmen’
mitt flisse vil geschwinde / des husses ingesinde / tett och
all da ze stund / den gesten hoffe geberde kund GTroj
16654
MWB 2 1732,59; Bearbeiter: Diehl
hovegëbære
stM.
‘Hoflieferant’ (vgl. W. Paravicini [Hg.]: Höfe und Residenzen
im spätmal. Reich I,1, Ostfildern 2003, S. 851):
ich Stephan der vischer weiland der [...] hertzogen
hofgeber in Osterreich UrkHeil
2,176
(a. 1341)
MWB 2 1732,63; Bearbeiter: Diehl |