herreberge
stswF.
→
herbërge
MWB 2 1412,28;
hërreclîchen
Adv.
‘einem Herren entsprechend, gebieterisch’
‘ei süeze minn, wan vienge / sî dîn#. gewalt, als du mich hâst / gevangen!
minne, war um lâst,’ / sprach er, ‘du sî sorgen bar, / und ninst sô herreclichen war
/ mîn ze allen stunden? Reinfr
1584
MWB 2 1412,29; Bearbeiter: Tao
hêrregot
stM.
auch hergot.
‘Herrgott’
der heidnen spot / wider din sun, unsen heregot
[Hs. herre got
]
MarlbRh
22,18;
dirre brif wart gebin zuͦ Kirperch na vnses herregodis gebuͦrthe duͦsint jar
zuͦeihuͦndirt jar UrkCorp (WMU)
3502,12;
sî [...] tet in kunt / allez
[...], / daz ir von unserm hêrregote / bî den engeln
was enboten Philipp
1728;
vnseren hergot Iw
2564(La.).
– uneindeutig, ob Kompos. oder Syntagma;
im Nom.:
herregot, durh dîn tôt / bedenke alle unser nôt LvRegFr
4376;
min hergot [Hs. here got
]
MarlbRh
108,25;
vnser herregot UrkCorp (WMU)
1324,11.
3144,6;
EvBerl
131,16
(Mt 17,24);
WüP
96,6;
unser hergot Vät
2077;
in obliquen Kasus:
da begunde er ze rufen unserm herrengot an
BenRez
47;
du salt nicht dynen herrengot [
Dominum deum Mt 4,7] bekoren EvBerl
20,25;
unsers herrengotes plage, die uns und daz lant ubergangen hat
mit wazzer WüP
96,4;
von den boͤsen eyden [Überschrift] .
darnach verbuͤtt man [...] alle boͤse,
[...] schemliche und auch unredliche eyde
[...] und mit namen alle die eyde, die unsern lieben
herrengot an kein sin gelidern [...] mohte beruͤren ebd.
97,5
MWB 2 1412,34; Bearbeiter: Tao
her|reise
stF.
‘Heerfahrt, Kriegszug’
unze daz her Hartmuot ûz drîn herreisen / was komen heim ze lande
Kudr
1011,3
MWB 2 1412,57; Bearbeiter: Tao
hêrrelich
Adj.
→
hêrrenlich
MWB 2 1412,60;
hêrrelîn, hêrrel
stN.
‘kleiner, junger Herr, Herrlein’; in der Anrede:
da sprach sie [zum Jesuskind:] : ‘liebez herrelin,
waz wilt du mir danne geben?’ EbnerChrist
43,7;
(iron.-abschätzig:)
nimmer frô ich wierde / liebez herrel, niur bî dir Helbl
15,421.
– von einer Geliebten:
ir eigen wil ich ummer sîn, / si ist mîn zartis lîbez herrelîn MinneR
27
24
MWB 2 1412,61; Bearbeiter: Tao
hêrren
swV.
1 tr. oder refl. 1.1
‘jmdn. zum Herren machen’
1.2
‘jmdn. mit einem Herren versehen’
1.3
‘etw. unter jmds. Herrschaft bringen’ , refl. ‘sich unter jmds.
Herrschaft begeben’
2 intr. ‘Herr sein, herrschen’
1
tr. oder refl.
1.1
‘jmdn. zum Herren machen’
der knappe [...] wart harte vil
gedrungen, / gehurtet her unde dar. / si nâmen sîner varwe war. /
[...] gehêrret noch gefrouwet / wart nie
minneclîcher fruht Parz
148,24;
smehe und armuͤte dem tempel wart geverret, / sint der reinen megde guͤte
und ir kint gefrowet und geherret / sint so hoch uber aller creatuͤre
JTit
336,2.
– übertr.:
an irem vater, / den der freuden gater / sô lange ist
versperret, / wand er wart geherret / mit maniges jâmers gusse
Ottok
64889.
– mit refl. Akk.-Obj.:
swa sich der herre knechtet, da herret sich der knecht
Frl
5:68,1
1.2
‘jmdn. mit einem Herren versehen’
andern gebûren [...] / die wirs geherret wâren
AHeinr
273;
den landen ist niht gelîch, / Stîr und Ôsterrîch: / diu zwei wol geherret
sint, / des rœmischen küneges kint / sint zwên ahtbære fürsten hie
Helbl
14,71.
– mit refl. Akk.-Obj.:
ieglîcher wil sich herren baz, / dann er geherret sî von got, / des hât
der tiuvel sînen spot Helbl
8,862
(vgl. Anm.z.St.);
ich sag üch das, / wir mugen unnß nit geherren baß PleierMel
(St)
6634
1.3
‘etw. unter jmds. Herrschaft bringen’, refl. ‘sich unter jmds.
Herrschaft begeben’
daz si mit steten und mit vesten kêrten / anderswâ und
si hêrten / an solhe hêrschaft, / diu si mit ir kraft / beschirmet wol
Ottok
38533;
burge zwô, / die heten sich ouch dô / an den bischolf
geherret ebd.
56585
2
intr. ‘Herr sein, herrschen’
die truwe hat von erst geschaft / aller kunege herschaft, / burge und stete
heldet sie, / sie tut die kunege herren hie Secret
1168;
hei, welt, wie gastu wellende, / nach allen lúten stellende,
/ welzend und werent [l. werrende
] , / in bósen dingen herrend! SHort
216
MWB 2 1413,4; Bearbeiter: Tao
hêrrendienest
stM.
‘Dienst für einen Herren, Frondienst’
di virdi eaphti [= êhafte
] noit is herrin dinist· iz sal abir sogitan herscaph sie, die umi mugi
gibite ubir sin gut unde ubir sinin liep Mühlh
150,6
MWB 2 1413,38; Bearbeiter: Tao
hêrrenengel
stM.
‘Engel aus dem Chor principales ’
die engele in dem virden kore [...]. si heizent
herrenengele HlReg
75,16
(vgl. Glossar s.v. herre).
MWB 2 1413,42; Bearbeiter: Tao
hêrrenëʒʒen
stN.
‘Essen, wie es einem Herren gebührt, köstliche Speise’
alsô prât in [den Aal] schôn und
lanksaim, sô wirt er ain herrenezzen BdN
245,4
MWB 2 1413,45; Bearbeiter: Tao
hêrrengâbe
stF.
‘Geschenk eines Herren an seine Untergebenen’
darumb ist billich bereit / herren gab unnd frawen huld
MinneR 340
149
MWB 2 1413,49; Bearbeiter: Tao
hêrrengëlt
stN.
‘an den Grundherren zu entrichtende (Geld-, Naturalien-)Abgabe, Einkünfte eines
Grundherren’
die vorgenanten gvͦt elliv ensamt geltent sehtzic marc an herren gelt
UrkCorp (WMU)
2245,13.
2356,21;
daz wir verchouft han vnd ze choufen geben han den erbaͤrn lúten Friderichen,
Albrehten [...] zwai phunt herren geltz, dú zwai tail
chorn vnd daz dritail phenning UrkHohenz
1,137
(a. 1322);
were auch, das man sie die vorgenanten fuͤnfhundert... herrengelcz an
herrenguͤlt nicht beweisen moͤcht vff den vorgenanten guͤten, so sol man sie ie fuͤr
ein pfunt herrengelcz anderhalb pfunt hallergelcz an bereitschaft [ in
bar] beweysen ebd.
3,98
(a. 1342).
1,127
(a. 1313);
weitere Belege DRW 5,814f.
MWB 2 1413,52; Bearbeiter: Tao
hërrengesëʒʒe
stN.
‘Grundbesitz eines Herren’
wier, Chvnrad der ander, von gotes genaden römischer chvͤnich
[...] geben [...] vnserr
frowen der ewigen magt sand Mareien [...] daz herren
gesezze ze Zwetel [
predium Zwetel dictum
] in dem Nortwald, mit den doͤrfern vnd mit den gemerchen di hernach
benant sint, di zv demselben herren gesezze aigenchleich gehörent
StiftZwettl
35
MWB 2 1414,3; Bearbeiter: Tao
hêrrengewalt
stSubst.
1
‘von einem Herren ausgeübte Macht, Herrschaft’
2 wie
hêrrennôt
1
‘von einem Herren ausgeübte Macht, Herrschaft’
dô vrâgte der künic in / wer ir verrihtære / an hêrrengewalde wære. / er
sprach ‘[...] der senât / mit dem râte der stat / in weln
einen potestât / ze einem jâre: der hât / nâch des rehten anwîsunge / daz gebot und
die verrihtunge UvEtzAlex
Anh. 960
2
wie →
hêrrennôt:
UrkFrankf
2,177
(a. 1323)
MWB 2 1414,11; Bearbeiter: Tao
hërrengülte
stF.
‘Abgabe an den Grundherren, Einkünfte eines Grundherren von einem Gute’
er hatte burge, kreftec lant / vnde da zuͦ herren gulte vil
Elis
79;
daz guͦt sol gelten zwai phunt phenninge vnd vier phenninge herren gulte
UrkCorp (WMU)
1702,34;
daz ich [...] minen hof
[...], der zwelf phvnt haller nach rehter herrengvͤlte
gelten sol [...], verkovfft han ebd.
2946,32;
so sol im div samnunge nach lehens rehte geben [...]
fur chorne, als man ez reitet nach herren gulte vnd nach des landes siten ebd.
799AB,44;
swer alsô ûf pfant lîhet [(jmdm.) Geld leiht] , daz
ez sich lœse nâch herrengülte [d.h. die eingenommene h. als
Schuldentilgung angerechnet werde] , daz erloubet man wol
PrBerth
1:438,8;
weitere mhd. Belege FWB 7, 1865 und DRW 5,820ff.
MWB 2 1414,19; Bearbeiter: Tao
hêrrenkraft
stF.
‘Macht eines Herrschers’
ob er nicht mere wiste / von deme grozen Criste / der mit gewaldes herrenkraft
/ pflege der werlde herschaft Pass III
348,17
MWB 2 1414,35; Bearbeiter: Tao
hërrenlêhen
stN.
(bergm.) Lehen, das „den weltlichen oder geistlichen Grundherren als Nebenlehen zu
beiden Seiten der Maßen des Finders (Fundgrube) zu selbständigem Abbau vermessen”
wird (JelinekWB, S. 365):
man [...] misset ikwederhalben der funtgruben
virdehalp lehen [dem vinder
] , donoch an iczlicher siten ein konigeslehen unde dornoch ein
burgerlehen unde ein herrenlehen BgRIglauD
26
MWB 2 1414,39; Bearbeiter: Tao
hêrrenlich, hêrrelich
Adj. , hêrrenlîche
Adv.
vgl. →
hêrlich
.
‘einem Herren, Herrscher gemäß’
disiu burc was gehêret sô, / daz Enêas Kartâgô / nie sô
hêrrenlîche vant Parz
399,13;
ez was ein herre ze einer ziͤt, / des lop was lanch und wiͤt.
/ daz schuf sin herreliches leben StrKD
57,3;
ouch zierten sich in widerstrît / die hêrren von dem lande
[...]. / rîche wât und rîche cleit / wart in nâch
hêrlîchen [La. herrelichen
] siten / gein der hôchzît gesniten HvFreibTr
549;
nu was ein flætic jungelinc / aldâ ze hove bî den tagen: / den sach man rîchiu
kleider tragen / und alsô herrenlîche gân, / daz ich in dâ wolte hân / für eines
küneges kint fürwâr KvWPart
17903
MWB 2 1414,48; Bearbeiter: Tao
hêrrenlôs
Adj.
‘ohne Herren (Herrscher, Führer, Besitzer), herrenlôs’
wirt iender hêrrenlôs ein lant, / erkennt si dâ die gotes
hant, / sô daz diu diet eins hêrren gert / vons grâles schar, die sint gewert
Parz
494,7.
495,12;
Ottok
1965;
hie was vil hers hêrrenlôs Wh
267,15.
344,27;
manic helm und collir dâ gelac / ûf der erde herrenlôs UvLFrd
491,5;
Kudr
900,3;
Crane
1507
MWB 2 1414,62; Bearbeiter: Tao
hêrrennôt
stF.
Dienst für einen Herren als Fall der êhaften nôt ( →
êhaft
1.1), die Versäumnis einer anderen Pflicht entschuldigt (DRW
5,831ff.):
vier sache sint die êhafte nôt heizent: daz ist vancnüsse unde
siechtuom unde gotes dienst ûz dem lande unde herren nôt SSpAug
192,13;
ehaftiger not sint vier. die erst haisset di herrennot; di andere haisset
siechtum, venchnusse; daz vierd ist wazzernot StRBrünn
392.
60.
–
si vero occasione grandinis aut inpedimenti, quod dicitur herrennôt, de
prefatis bonis redditus [...] haberi non poterunt
[...], tale periculum non ad nos set ad prefatum
Philippum [dem wir die o.g. Gülte verkauft haben]
rendundabit UrkWürzb
38,165
(a. 1297);
ist iz, daz der hayl [Hagel] die vorgenanten byunden
verderbet, daz sal uns und unsen erbn zuͦ schaden kuͦmen an unserm phachte noch
beschedenheid, kuͦmt aber her [Heer-] ader herren not und
gewalt, so sal der schade sin Jacobis [des Erbpächters]
und siner erbn UrkFrankf
2,177
(a. 1323)
MWB 2 1415,6; Bearbeiter: Tao
hêrrenphruonde
stF.
von einer kirchlichen Institution vertraglich zugesicherter Lebensunterhalt für
einen Geistlichen oder Laien (Mann oder Frau):
jz sol auch der briͤster, der die vor genænten messe spricht, haben alle tage
ein ganz herren phrevnt UrkCorp (WMU)
801,7;
daz vns Otte [...] hat gegeben ein vͤrboͤr
[...] ze selgeraͤte im vnd siner hoͮsfroͮwen
[...] mit sogtaner bescheidenheit, daz wir im geben
svlen ein herren phrvͤnde vntz an sinen toͤt ebd.
2728,35;
ez sol auch der vorgenant apt vnd sein convent vnserr dienerinn Alhaiten
[...] ein taegelich herrenphruent geben, von cheler vnd
von chuchen reht als einem herren UrkWSchott
145
(a. 1314);
daz mir mein [...] herr bischof Albreht
[...] geben [...] hat ein
hernphruͦnd datz der Niwenstift, daz man mir die geben sol ze meinen leibe dieweil
ich leb, mit aller der gewonheit vnd rehten als man herrenphruͦnd geben sol vnd geit
von cheller vnd von chuͦchen vnd auz chamer mit gewant UrkBrixen
547
(a. 1332);
ein halb herren pfrvent UrkEnns
6,99
(1333);
UrkKlostern
1,88
(a. 1303; vgl. die Erläuterung in der Einl., S. XLVI);
UrbHabsb
1:203,11
(a. 1306)
MWB 2 1415,26; Bearbeiter: Tao
hêrrentisch
stM.
‘Tisch für die Deutschherren’
so sprich ich auch alle tag messe. daz den tüschen heren ze Basel, da han ich
ainen herentisch, und die tetten mir waz si mochten, das si mich bi in gehaben
solten HvNördlBrf
32,28
MWB 2 1415,49; Bearbeiter: Tao
hêrrenvaschanc
stM.
Sonntag Estomihi (der siebte Sonntag vor Ostern und zugleich letzte Sonntag vor
der Fastenzeit), an dem Geistliche bereits mit dem Fasten begannen (vgl. →
grôʒ
Adj., Pos. 3.3 und
phaffenvasnaht
):
des svntages vor herren faschang UrkCorp (WMU)
1381AB,24
MWB 2 1415,54; Bearbeiter: Tao
hêrrenvasnaht
stF.
wie →
hêrrenvaschanc
und
phaffenvasnaht
:
an herren vasnaht [
in carnisprivio dominorum
] sol man gebn gebratens vleisch UrkGeisf
420
(13. Jh.);
an dem naͤhsten aftermontag vor herren vasnaht UrkAugsb
1,372
(a. 1342)
MWB 2 1415,60; Bearbeiter: Tao
hêrrenvuore
stF.
‘Lebensweise eines Herren’
dô sie [Caritas] der êren künec twanc, / daz er von
herren fuore kam / und ûzer sînem künecrîche / knehtes bilde an sich nam / unde
lebete armeclîche LvRegSyon
3079
MWB 2 1416,1; Bearbeiter: Tao |