hûsrat, -ratte
swMF.
‘Hausratte’
glis haizt ze däutsch ain ratt und ist zwaierlai: ainz ist
ain hausratt, daz ander ain waltratt BdN
140,7
MWB 2 1829,59; Bearbeiter: Luxner
hûsrât
stM.
auch -rôt ( MarcoPolo ).
was zum Haushalt gehört ‘Hausrat’ (vgl.
hûsgeræte
):
ouch sint do vumf elephant unde eyn camel, [...], di
do tragin den husrot und das guldine gevese MarcoPolo
23,5
u. ö.;
so han ich mit der vorgenanden miner erben willen mir selbun behalten vrîheit
vnd macht, ze habenne vnd ze gebenne min husrat vnd min vernde gvͦt
UrkCorp (WMU)
1180,18;
er het volliclichen phliht / mit dem hûsrât
Ottok
18809;
StRPrag
41;
WolfdA
311,4;
Iw
6541.
– übertr.:
ist aber daz ich verbir / dîn gebot, sô wirt mir / ze gewissem lône / diu
himelische crône / und der êwege hûsrât, / der dâ nimmer zergât MargAntioch
IV
525;
Tauler
104,7
MWB 2 1829,62; Bearbeiter: Luxner
hûsrouch
stM.
Rauch, der aus einem Haus(-schornstein) aufsteigt:
der andir ruch dringet uf ouch / als ein vil grozer husrouch
Brun
3232
u. ö.
–
~ haben
‘einen eigenen Haushalt haben’ (vgl.
hûsrouche
):
ein hagestolz, [...] swenne der sich guͥrtet
zwuͥschent zwene berte, der sol frihaber gen, ist er ane hus roͮche;
het er aber hus roͮch, so sol er dar zuͦ tagwan tuͦn und das
huͦn gen UrbTennenb
191
MWB 2 1830,12; Bearbeiter: Luxner
hûsrouche, -röuche
stF.
nur alem., auch -rök(k)e.
selbständiger Haushalt (mit eigener Feuerstätte):
wer [...] mit husrochi hie ist den sol nieman vahen
der hie wonhaft StRDiessenh
22;
daz er [der edle Mann] mit husröki sezhaft in unser
stat sin wolte AbschEidgen
31
(a. 1350);
er sol ouch siczen under demselben herren, under den er zuͥhet, mit
siner huszroͤuchen UrkBasel
4:89,24
(a. 1331);
WeistBa
239
(a. 1344);
WeistGr
4,277
(14. Jh.)
MWB 2 1830,21; Bearbeiter: Luxner
hûsschaffære
stM.
‘Hausverwalter’
dô wir verholne lâgen hie, / der hûsschaffær selbe sibent gie / umbe die burc
her unde dar: / er nam vil vlîziclîchen war, / ob iemen dar wær verholne komen
UvLFrd
345,8
MWB 2 1830,30; Bearbeiter: Luxner
hûssorge
stF.
den Hausstand betreffende Sorge:
ach, nôtig man, kumst dû zer ê, / wan du kûme gewinnen macht
muos unde brôt, / du kumst in nôt: hûssorge tuot so wê! SM: Had
7: 1,7.
7: 4,1
MWB 2 1830,35; Bearbeiter: Luxner
hûsstiege
stF.
‘Haustreppe, -stiege’
Pfylipp der chuͤrsner und Haͤrtel der chuͤrsner,
[...], suln ein haimsuchung hintz Heinr. dem garttner
an dem marcht, daz si ainen hin ein gaiten und sluͦgen in die hausstieg
UrkRegensb
743
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1830,39; Bearbeiter: Luxner
hûs|stiure
stF.
Beisteuer zur Begründung eines ehelichen Haushalts (vgl.
heimstiure
; DRW 5,464):
Wernher der vogt ze Baden hat ze pfand in dem dorf ze Baden für 20 marc 20
stuk gelts umbe sin husstür UrbHabsb
2,1:108,2.
2,1:107,8
MWB 2 1830,44; Bearbeiter: Luxner
hûssuoche
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
) 2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’ (vgl.
hûsbruch
):
das jemans inwendig dem bann der stat Sletstatt dheinen in sinem eigen oder in
einem frombden huse in ubels wise suchet, das man in dutzschem nennet hussuche
StRSchlettst
42
2
‘Hausdurchsuchung’
liset aber ieman drinne [in den Wäldern] dekeinen
ackeran ân sinen urloup, da sol der buttel und mines herren botte hussouche darnach
dun WeistGr
1,670
(a. 1320)
MWB 2 1830,49; Bearbeiter: Luxner
hûssuochen
swV.
‘Hausfriedensbruch begehen’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge, die da gehaussucht
wirt, mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit gezeug, die ander entgeht
selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2
MWB 2 1830,58; Bearbeiter: Luxner
hûssuochunge
stF.
1
‘Hausfriedensbruch’
2
‘Hausdurchsuchung’
1
‘Hausfriedensbruch’
ist das ein weib das ander beschuldiget vmb haussuchunge,
[...], mag sie es nicht beweren mit geschrey oder mit
gezeug, die ander entgeht selbzwelffte mit weybernn JusPrut
7,2;
so mac die man, deimin ummi die heimsuchungi [La.
hussuchunge
] scult geibit, woili davuri ste mit siemi rechti uffi dien heiligin
Mühlh
105,25
2
‘Hausdurchsuchung’
der pat den richter, das her haussuchung in eynes purgers haus tet
SchöffIglau
95
MWB 2 1830,63; Bearbeiter: Luxner
hûs|swelle
stswF.
‘Schwelle eines Hauses’
es [Salz] weͥlle danne ain burger, der ain
aigen hus hat, waile han, der sol es waile han, [...], in
sinem hus inrenthalp siner husswelle StRRavensb
92,16
MWB 2 1831,9; Bearbeiter: Luxner
hûstüre
stF.
‘Haustür’
do gie ich von ir [...], vnd tet die stvbe
tv́re vf, vnd gie hin vs, vnd det do die hvs túre vf, vnd gie
oͮch hin vs MerswZM
37,1.
33,2;
sô schickent si [die Hunde] sich
alsô, daz si ain aug kêrent zuo der milten hant irs herren und daz ander zuo irs
herren haustür BdN
125,14;
er ersuochte want und want, / unz er die hûstüre vant
Iw
6284;
Ottok
20488;
UrkRegensb
746
(ca. 1325-1350)
MWB 2 1831,13; Bearbeiter: Luxner
hûsunge
stF.
‘Haus, Behausung; Wohnsitz’
vnd sol ovch Ræimbreht in den vier gemerchen [...] di
fvnf iar ninder sin mit hovsvnge wan ze sand Michelperch UrkCorp
(WMU)
894,42;
UrkDOHess
2:459,10
(a. 1336);
UrkGraub
5:265,33
(a. 1341);
ouch der von Hiunburge / einer hûsung lange gert
Ottok
82913;
ich gewuͤnn sin schaden, / ob ich duͤ warhait
sait und riett, / das ich von der husung schiett Teichn
599,22
MWB 2 1831,22; Bearbeiter: Luxner
hûsvâr
stF.
Gefahr in nächster Umgebung:
husvar ist groz gein vremder not Frl
5:18,19
MWB 2 1831,31; Bearbeiter: Luxner
hûsverwartære
stM.
‘Hausverwalter, -wächter’
edilis: ein husverwarter VocOpt
41.036
MWB 2 1831,33; Bearbeiter: Luxner
hûsvîant
stM.
hier -vîgent.
Feind eines Hauses oder einer Familie:
wâ aber der hûsvîgent ist, / vil kûm wirt man vor dem gevrist
Boner
70,57
MWB 2 1831,35; Bearbeiter: Luxner
hûsvluht
stF.
wohl ‘Vernachlässigung des Hauswesens’ (vgl. FrlWB 166):
der richen zins, der armen trucht, / der ritterschefte sigenucht, / ere unde
zucht, / husrat, husvlucht, / der tugende val, der schanden sucht: / mit vrage wert
ein ieslichz vrucht Frl
5:42,16
MWB 2 1831,38; Bearbeiter: Luxner
hûsvride
stM.
‘Hausfriede’ (Schutz und Sicherheit des Hauses):
vort hain wir gesichirt bit gudin truͦin den husvridin van unsir burg
Renninberg, dat nieman deme anderin sin deil intvirrin sal UrkBerlin
19
(a. 1270)
MWB 2 1831,44; Bearbeiter: Luxner
hûsvrouwe
swF.
‘Ehefrau, Gattin’ oft in ihrer Rolle als Hausherrin (vgl.
hûswirtinne
):
matrona: husfrow VocOpt
4.023.
3.060;
sîn wîp, diu hûsvrowe UvLFrd
279,18
u. ö.;
die dritten die dir bî den füezen sint bezeichent, daz ist dîn gesinde, daz
under dir ist: kint und hûsfrouwen PrBerth
2:129,39
u.ö.;
die ratgeben hant abgenomen die gwonhait, swenn ain man ain
hausfrawen genam daz er die gemahelt sunderlich auff ainen tack
StRAugsb
241,34
u. ö.;
daz des kaisers Nerônis hausfraw sich padet in esels milch
BdN
120,4;
NibB
838,2;
Parz
550,5;
HvBurg
5782;
Pass III
32,37.
–
dô zôch her ûz sîne kleidere und vil uber di mûren in den snê und machte ime
eine hûsvrowen von snê und machte kindere von snê HvFritzlHl
215,5.
–
‘Vorsteherin eines Spitals’
pawet mïr ein spital, / [...] / gehilft
mïr got von der not, / so wil ich uncz an meinen tod / inne hausfraw sein
Hawich
4824.
– übertr.:
din kintheit was ein gesellinne mines heligen geistes; din
jugent was ein brut miner menscheit; din alter ist nu ein husvroͮwe miner
gotheit Mechth
7: 3,19
MWB 2 1831,49; Bearbeiter: Luxner
hûswer
stF.
‘Schutz und Verteidigung des Wohnsitzes, Hauses’
dâ wart ein hûswer getân / diu nie von helden mêr geschach Bit
12178;
darumb ie der herre sande / daz best, daz er het in dem her
/ hin heim ze hûswer Ottok
43148.
57187
MWB 2 1832,7; Bearbeiter: Luxner
hûswirt
stM.
1 Oberhaupt eines Haushalts ‘Hausherr, Familienoberhaupt;
Ehemann’
1.1 allg. 1.2 übertr. 2
‘Schutzheiliger, Schutzpatron’
1
Oberhaupt eines Haushalts ‘Hausherr, Familienoberhaupt;
Ehemann’
1.1
allg.:
hat er aber iemen gewundet in dem hause, so geb
[er] dem richter dreu phunt und dem hauswirt dreu
und dem wunden zwai UrkBabenb
2:291,10
(a. 1244);
sy begonden czu murmelen kegen dem huswirtte
[
murmurabant adversus patrem
familias
]
EvBerl
15,25.
15,20;
want weste der huswirt / wenne der dieb durch steln
queme, / so wachte her daz her nicht neme HeslApk
4586
u. ö.;
Boner
34,6;
HvHürnh
23,13.
–
und er [Luzifer] do durh
die hohfart / huswirt in der helle grunde wart RvEWchr
24002.
– als Ehemann:
und daz kom von der widerwertigen unglichheit, so si
und ire huswirt haten: si waz vol gotes und heti gern dar nah
goͤtlich gelept, do waz er der welt vol und zoh mit strenger
hertikeit da wider Seuse
142,19;
Stagel
97,9;
EbnerChrist
17,35
1.2
übertr.:
allez daz uff ertrich ist, daz waͤri da ain nihtes nit: won
únser herre der da ist huswirt, der ist daz beste guͦt, daz
obrost guͦt PrGeorg
310,8;
der hêre hûswirt / mit zorne beginnet scheiden / die
lieben von den leiden, / sîniu kint von den chnehten, / die sundâre von den
rehten, / die ubelen von den guoten Wernh
3066;
diser huswurt daz ist unser herre Jhesus Cristus, sin hus
daz ist himelrich und ertrich, vegefúr und helle Tauler
29,2;
Seuse
24,21;
SchlierbAT (LS)
1,164.
– in bibl. Gleichnissen (vgl. Mt 13,52. 20,1):
ein ieglich schriber gelerter in dem riche der himel
ist glich dem menschen eim huswirte EvAug
32,8;
SchlierbAT (LS)
2,20;
dc himelrich dc ist gelicht ainem hûsewierte. der zem ersten
vruͦ ûz gât. darumbe dc er dingede wercheluͥte in sinen
wîngarten PrSchw
2,45;
EvAug
46,17;
EvBerl
15,11;
Tauler
28,24
2
‘Schutzheiliger, Schutzpatron’
sente Stephân / hûswirt der mertelêre EbvErf
1127;
swas ouch die vrowe innan des da gebvwen hettin, olt swas inen dar geben were,
das sol beliben der kilchvn vnd sant Vͦlrich, der da huswirt ist
UrkCorp (WMU)
506,30
MWB 2 1832,12; Bearbeiter: Luxner
hûswirtinne
stswF.
‘Ehefrau, Gattin’
ich, Kuͤzeli von Phefingen, vnd min huswirtenne Adelhaiet
UrkCorp (WMU)
3357,21;
alles das guͦt, das [...] min huswirtin bi
jrme lebende mit mineme guͦten willen lidechliche gab deme goteshus von sante
Meriunowe bi Brisach ebd.
99,15;
mit miner froͤwen, siner elicher hvswirtennvn fron Annvn der
margrefennvn, ingesigeln ebd.
793,17
MWB 2 1832,52; Bearbeiter: Luxner
hûswonunge
stF.
‘Wohnsitz’
domicilium: huswonung VocOpt
5.002
MWB 2 1832,60; Bearbeiter: Luxner
hûswurz
stF.
‘Dach-Hauswurz’, eine Pflanze (Sempervivum tectorum L., vgl.
Marzell 4,425ff. und
hûslouch
):
semperviva vel ayzon vel semperfolium vel florium vel ambrosia vel bustalmos:
huswrz SummHeinr
1:192,278.
2:51,329;
louis barba: husvvz Gl
3:680,22
(BStK287)
u.ö.;
huswrze sohc [l. soc(h), d. i.
Saft] ist goͮt den der ubele gehoͮret
PrüllK
26;
barba jovis haizet hauswurz BdN
387,20
u. ö.;
OvBaierl
81,2
u. ö.;
BenRez
37
MWB 2 1832,62; Bearbeiter: Luxner |