huote|strëbe (?)
F.
wohl eine Art Gefängnis (oder als Syntagma i.S.v. ‘in strenger
Bewachung’ zu lesen (vgl. Anm.z.St.)):
die gewunnen [Besiegten] / und die gisel, die da
bevor / uf der hohe waren enpor / behalden in hute streben, / die hiez er im wider
geben Macc
4549
MWB 2 1812,17; Bearbeiter: Luxner
huotgadem
stN.
hier -gaden.
Aufbewahrungsort für Kleidung:
gewant daz in der padstuben wiert verlorn, daz gilt der hueter nicht: wiert iz
aber in den huetgaden verlorn und wiert der hueter slechtichleich darum
angesprochen, er laugent und wiert mit seinem aide ledick StRBrünn
394
MWB 2 1812,23; Bearbeiter: Luxner
huothabere
swM.
Hafer als Abgabe für Schutz oder Bewachung:
cum jure aduocaticio earumdem curiarum ac jure quod wlgariter huothaber
nuncupatur UrkAugsbBt
1,324
(a. 1306);
avene dicte huthaber ii modios UrbBayJ
191
MWB 2 1812,29; Bearbeiter: Luxner
huoticlich
Adj.
‘hütend’
daz selbe golt [einen Ring] / du fürste mit dir
füeren solt / und ez tragen alle wege / in dîner huoteclîchen pflege [in
deiner Obhut]
Reinfr
15062
MWB 2 1812,34; Bearbeiter: Hansen
huotliute
stM. (Pl.)
→
huotman
MWB 2 1812,38;
huotman
stM.
Pl. -man und -liute; auch huote-.
‘Wächter, Wache’ (vgl.
huote
):
Jesus, wart in daz grab geleit, / [...] / und mit
hutluten bewart Pass I/II (HSW)
8267;
dâ mite was der künic hie / und hiez zünden ob in vil /
schœner kerzen âne zil / und satzte dâ bî huotman HvFreibKr
601.
603;
HistAE
5131;
des kerkeres hutman / liez er zuhant ertoten Pass III
296,44;
daz ist eyn cleynes warterehus, / dorinne der hutman
done [soll sich aufhalten] / und da also lange wone /
untz daz di vrucht wert ab gelesn Hiob
10483.
2593;
Vät
6493.
–
‘Beschützer’
ir keiner in dem vorste / nie entslâfen torste, / der niht huotmannes het
UvEtzAlex
25829.
–
‘Küster’
dô rief ein bilde lûter stimme: / ‘ stant ûf, du træger glockenære / unt
ringe dem menschen sîne swære, / der ûzen ûf der swelle liget, / ê im die kelte
angesiget / unde dâ ersterbe tôt. / lâz in hin în, es ist im nôt.’ / daz
wunderte sêre den huoteman, / die tür er ûf sliezen began AlexiusB
215.
–
‘Bergwerksvorsteher’
wanne sie [die Zinspflichtigen] schullen iren
amptleuten, obristen steigern, obristen hutleuten, [...]
von der urbor und von irem gut lonen UrkSchles
20,23
(Mitte 14. Jh.)
MWB 2 1812,39; Bearbeiter: Luxner
huotmatte
swF.
Wiese, auf der Vieh gehütet wird (oder Flurname?):
an der huͦtmatten nebint den von Vndirlindin vier ruͦtin
[ein Flächenmaß] matten UrkCorp (WMU)
2941,7
MWB 2 1812,63; Bearbeiter: Luxner
huotnisse, -nissede
stF.
auch -nust.
‘Obhut, Gewahrsam, Schutz’
‘jhehet ir dann’, sprach Claudas, ‘das ir
des koniges Bohorts kinde nit habent in uwer huͦtniß?’
Lanc
24,22;
der drit und der ussrest [Kreis des geistlichen
Klosters] waz dú porte, und hie bedorft
er [
der anvahende mensche
]
guͦter huͦtnust Seuse
103,10
MWB 2 1813,3; Bearbeiter: Luxner
huotphenninc
stM.
Abgabe für die Bewachung von etw. (vgl. DRW 6,159):
hutpfenninge xix UrbBayJ
192
MWB 2 1813,10; Bearbeiter: Luxner
huotrëht (?)
stN.
bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,159f. und
→ huotschiht):
garrenreht [l. karren-
] et spizreht et
hutreht, et de stiura et de omni iure montano, id est perchreht
UrkSteierm
2,131
(a. 1207)
MWB 2 1813,13; Bearbeiter: Luxner
huotsamkeit
stF.
‘Behutsamkeit, Sorgfalt’
verlihe mir min herre got vernunft dich cerkennen minne dich cesuochen wisheit
dich ceuindenne ein huotsamkeit mit vorchte cebehalten ein wonunge diu dir geualle
PrWack
97,34
MWB 2 1813,18; Bearbeiter: Luxner
huotschiht (?)
stF.
bergm. wohl eine Bergwerksschicht zugunsten des Grundherren (vgl. DRW 6,161 und
→ huotrëht):
montani iuris et in hoc quod uulgo dicitur spizreht et garrenreht
[l. karren-
] et hutschiht
UrkSteierm
2,55
(a. 1197)
MWB 2 1813,23; Bearbeiter: Luxner
huotstal
stM.
‘Stall für das Weidevieh’
und sönd die von Wil sitzen mit ir huetstalen bi ir hegen
WeistGr
1,160
(14. Jh.)
MWB 2 1813,28; Bearbeiter: Luxner
huotstoc
stM.
‘Amtsdiener, Kerkermeister’, nur als Bestandteil von
Personennamen (vgl. DRW 6,163 und Schmeller, BWB 1,1190):
her Fridreich der Hvetstoch UrkCorp (WMU)
2598,14
MWB 2 1813,31; Bearbeiter: Luxner
huovekraz
stM.
Einschlag der Hufe:
Terramêrs huove kraz / was harte breit und ninder smal / bêde
an berge und an tal Wh
314,10;
diu ors nu gar mit satze der witen sprunge wielten / daz tow von huffe kratze
do cleine wart zerfuͦrt JTit
5687,2
MWB 2 1813,35; Bearbeiter: Luxner
huovelinc
stM.
→
huobelinc
MWB 2 1813,40;
huoveschrift (?)
stF.
Bed. unklar; schrift hier vielleicht im Sinne der Hufspur zu verstehen
(?):
sît ich [Dietrich] unrehte bin geriten, / sô wil
ich nu gerne gâhen. / ich vinde lîht die rehten trift, / ob ich der niuwen
huoveschrift [Hs.: hübestrift
] / mich iender
kan genâhen / [...] / obe mir got der sælden gan, / daz ich
sî mac beschouwen Virg
318,5
MWB 2 1813,41; Bearbeiter: Luxner
hüpfen, hupfen
swV.
auch hüppen, huppen, hubben (z.B.
Marner (W)
6:6,8;
Neidh (S)
1,382 C174:2,1
).
Sprünge machen ‘hüpfen, springen’
der [...] ward so fro / das er hupfen
pegan HvNstAp
191;
den flos tut zu mir schupffen, / daz ich dar
uff [auf das Floß] gehupfen / mag
Minneb
46;
mir daz hertze hupfet ebd.
2366;
diu [Seele] von dem wîne darûf
gehüppet hât SM: St
1: 5,11;
Part.Präs.:
sus giengin die iungin / hupphinde und springinde, /
[...] / ein andir werfinde den bal Athis
C* 97.
– oft von oder im Vergleich mit Tieren:
uf in [den Baumstamm] hubten si [die
Frösche] zehant Marner (W)
6:6,8;
du vil kleine grasemugge, / wa willt du huppen hin / us dem neste?
Neidh (S)
1,504 C280:3,5;
EnikWchr
7722;
BdN
150,21.
199,12;
sie hüpfet mit im [dem Liebhaber auf dem Rücken]
als ein zige / in der stuben entwer Rädlein
378;
BdN
74,25.
– auch ‘in Sprüngen tanzen’ (?), (vgl.
Harding, Dancing Terms, S. 125):
‘wart us, was huͥzer [munterer] megede
hubbet uf den anger’, / sprach Iuͥtelin, ein maget Neidh
(S)
1,382 C174:2,1
MWB 2 1813,49; Bearbeiterin: Baumgarte
hupfhan
swM.
Hahn, der aufgrund der Höhe, die er springend/ flatternd erreicht, als Abgabe
anerkannt wird (GrimmRA 1,520 Anm. 1):
so gab man greff Wilhelm von allem dem vorgenanten gute
[...] von huphanen, wie iz darumb gelegen waz
UrkHess
1,124
(a. 1330).
1,124
(a. 1330)
MWB 2 1814,6; Bearbeiterin: Baumgarte
huppe
swF.
‘Überschuss’ (vgl. die ausführliche Anm.z.St):
residuas partes salis de curribus et bygis, que non possunt vendi, que
vocantur huppen WeistErf
47
(a. 1332)
MWB 2 1814,12; Bearbeiterin: Baumgarte
hüppen, huppen
swV.
→
hüpfen, hupfen
MWB 2 1814,16;
hûr
stN.
→
huor
MWB 2 1814,17;
hürgen, hurgen
swV.
1 tr. ‘etw. (Wasser) in Wallung, heftige Bewegung
bringen’ (vgl. bair. hurlen, hurgeln Schmeller, BWB 1,1161) 2 intr. jmdm. engegen
‘an jmdn. heranrollen’ i.S.v. ‘sich jmdm.
nähern’
1
tr. ‘etw. (Wasser) in Wallung, heftige Bewegung
bringen’ (vgl. bair. hurlen, hurgeln Schmeller, BWB
1,1161):
owe, minne, wie ist din rat / so suͤzze an dem
anvange! / wie kan dins endes zange / durch
koͤrder [Köder] suͤzze wuͤrgen! /
din luter wazzer huͤrgen / du kanst WhvÖst
12114
2
intr. jmdm. engegen
~
‘an jmdn. heranrollen’ i.S.v. ‘sich jmdm.
nähern’
nû sâhin daz vreislîche leit / ouch in inkegin schurgen [La.
si hurgen
] / dî dît von den drîin burgen
NvJer
10245
MWB 2 1814,18; Bearbeiter: Luxner
hurm
stM.
hier hurn.
‘Angriff; Feindseligkeit’ (vgl.
gehürme
):
dû wendest manegen herten sturn, / den an uns tuot durch sînen hurn / der
helle wurn / und ander würme wilde LobGesMar
19,12
MWB 2 1814,29; Bearbeiter: Luxner
hurmelen
swV.
wohl ‘Laute des Unmuts äußern, murren’
doch was im allez daz volc gram / siner eldern, und daz vernam / Triphon, der
da gewesen was / Alexandri man, als ich las; / der horte daz volc hurmelen /
Demetrii und murmelen / sere kegen Demetrio [
omnis exercitus
murmurat contra Demetrium, I Mcc 11,39]
Macc
5421
MWB 2 1814,33; Bearbeiter: Luxner |