huntgrînen
stN.
‘Knurren, Zähnefletschen eines Hundes’ (hier übertr. vom
Menschen):
sin [Decius] honlicher spotes glimpf / begonde in
[Hippolyt] anlachen, / idoch was in den sachen / sin
lachen ein huntgrinen, / als er wol liez erschinen / darnach an grozer unvuc
Pass III
390,45
MWB 2 1795,5; Bearbeiter: Hansen
hunthiusel
stN.
Dimin. zu
hunthûs
.
‘(kleine) Hundehütte’
mit schœnen tuochen sîdîn / die bâre was gezieret
gnuoc, / die daz hunthiusel [für Petitcriu] truoc
HvFreibTr
4454;
daz hundel quam geloufen sâ / ûz dem hiusel [La.
hvnthusel
] guldîn ebd.
4567
MWB 2 1795,11; Bearbeiter: Hansen
hunthoubet
stN. , hunthoubete
swM.
st. Pl. auch -houbete.
‘Hundskopf’
1 Bez. für ein hundsköpfiges Fabelwesen,
‘Kynokephale’
2 wie 1 oder ‘Hundsaffe’ (vgl. AWB 4,1371
und
huntaffe
)
1
Bez. für ein hundsköpfiges Fabelwesen,
‘Kynokephale’
jn [den Einwohnern dieses
Landes] ist daz houbet gescaffen nach den hunden
[...]. vnde so sie sprechin wellint, so bellent sie
alse die hunde. daz heizen wir hunt hóbete Lucid
23,8;
do vertriben mich die Crichen / von in zu den Hunthoubten
Brandan
1651;
cenocephali: hunthoͮbit, hunthoͮbite, quod caninam faciem et
latratum habeant [im Abschnitt de portentis
]
SummHeinr
1:139,317;
cenoscephali: hunthoͮbitun [im Abschnitt de
portentis
]
ebd.
2:28,614
2
wie 1 oder ‘Hundsaffe’ (vgl. AWB 4,1371
und
huntaffe
):
cenocephalus: hunthoͮbet, hunthoͮbeto SummHeinr
2:207,68
MWB 2 1795,16; Bearbeiter: Hansen
hunthûs
stN.
‘Hundehütte’
auch deilent sie den sidilhofin die zu den huben horent, daz man uf iglichem
sedilhofe sal finden ein buhus, ein backhus, eine schuren und ein hunthus
WeistGr
6,398
(a. 1338)
u.ö.;
canal: hunthus Gl
3:444,29
(BStK926).
3:673,44
(BStK287)
MWB 2 1795,31; Bearbeiter: Hansen
huntkappe (?)
swM.
Bed. unklar, wohl Verschreibung (vgl. La.z.St.; vgl. aber auch frnhd.
hundskappe F. und Komm.z.St.):
so sol der sunder nach weltlichem rechten werden vernät vnd verstrickt in
ainen leder sack vnd mit ainem hunt chappen, mit ainer slangen, mit ainem affen
geworffen werden in ain wasser RechtssB
E91,18
(vgl. aber
mit einem hunt, vnd mit einem kappen [Kapaun]
RechtssA
E91,18 )
MWB 2 1795,37; Bearbeiter: Hansen
huntkelle
swF.
Hütte, Verschlag für Hunde (vgl.
2kelle
):
die vorstær svͤllen avch zimmern ze Pravnawe avf dem vodern tor ein
haimeit vnd ein hvntchelln ze Pvrchavsen vnd den jægern wit vnd stro dar zv geben
UrbBayS
4,47
vgl.:
canal: hunthus vel huntchelle hûs Gl
3:673,44
(BStK287)
MWB 2 1795,46; Bearbeiter: Hansen
huntlëge
swstF.
Verpflichtung zum Unterhalt der herrschaftlichen Jagdhunde und Jäger (vgl. DRW
6,88f. mit weiteren Belegen):
wir haben in oich gelobet das sie der huntlegin entladen sulen sin vf allen
irren guͦten, von vns, von vnseren jaegerne vnde von allen vnseren knehten
ane alle geuerde UrkTüb
139
(a. 1339);
es hant ouch grave Cunrat unt alle sin erben gewaltsami im Schainbuch über den
wiltbann unt die hundlegi unt daz gejägdes ebd.
166
(a. 1334)
MWB 2 1795,52; Bearbeiter: Hansen
huntlich
Adj.
‘hündisch, Hunds-’
1
‘schäbig, nichtswürdig’
2 in der Wendung
~ tage
‘Hundstage’ (vgl.
hunt
4 und hundestage )
1
‘schäbig, nichtswürdig’
du bist me bekúmbert mit dinem huntlichen lichamen
denne mit Jhesu, dinem suͤssem herren Mechth
2: 23,15
2
in der Wendung
~ tage
‘Hundstage’ (vgl.
hunt
4 und hundestage):
danne [im Zeichen des Löwen] ist daz
lazen [Aderlassen] schade, wann danne die lute versmahtent
sint von hitzen unde von durrekeit. so sint huntlich tage. wan so gat die sunne bi
eime sternen, der heizit canis, wan er als reht ubil ist MNat
14,21
MWB 2 1795,62; Bearbeiter: Hansen
huntlouch
stM.
eine Pflanze, ‘Herbstzeitlose’ (vgl. Marzell 1,101):
ermadactili : huntloͮch Gl
3:488,20
(BStK887)
MWB 2 1796,9; Bearbeiter: Hansen
huntmücke
swF.
→
hundesmücke
MWB 2 1796,12;
hunt|sërtærinne|sun
stM.
hier verkürzt huntsertinn sun.
ein Schimpfwort (vgl.
sërten
stV. i.S.v. ‘schänden, mit
jmdm./etw. Unzucht treiben’):
spricht ainer den andern an, er hab in geheizzen einen chùsertinn sun oder
einen huntsertinn [vgl. La. huntserterin Schmeller, BWB
2,327
] sun oder einen merhen sun [
‘Stutensohn’
] oder waz sogtaner vihlicher
scheltwort ist OberBairLdr
61
MWB 2 1796,13; Bearbeiter: Hansen
hunt|swamme
swM.
ein (minderwertiger?) Pilz:
boletus: hvntswamme Gl
3:581,2
(BStK926)
MWB 2 1796,21; Bearbeiter: Hansen
huntvliege
swF.
→
hundesvliege
MWB 2 1796,23;
huntwilt
stN.
wohl ‘Wild, das von Hunden gejagt wird’ (vgl. auch Dalby,
Mediaeval Hunt, 306b):
[der Hund] Gardevîaz zucte und spranc durch gâhen nâch
huntwildes verte Tit
156,4
MWB 2 1796,24; Bearbeiter: Hansen
huntwurm
stM.
1 verächtliche Bez. für den Teufel (vgl.
hunt
2 ) 2
‘Holzbock, Zecke’ s. AWB 4,1372
1
verächtliche Bez. für den Teufel (vgl.
hunt
2):
der hellische huntwurm Pass III
330,49
2
‘Holzbock, Zecke’ s. AWB 4,1372
MWB 2 1796,28; Bearbeiter: Hansen
huntzunge
F.
→
hundeszunge
MWB 2 1796,31;
hunz
Präp., Konj.
→
unze
MWB 2 1796,32;
huob|acker
stM.
‘zu einer huobe gehörender Acker’
ein hvͦbe vnde ein acker vor der burge vnde ein acker, der heizet
huͦbacker UrkCorp (WMU)
1419,43;
und sol ie zu mole segen einen hupacker WeistGr
1,698
(a. 1320?)
MWB 2 1796,33; Bearbeiter: Hansen
huobære, huobenære
stM.
auch hüeb(n)er.
‘Inhaber einer
huobe
, Hufenbauer’
der huͦben sol jelich einen huͦber han UrbHabsb
1:2,11;
der keiser hat in iglichen sinen dorffern dingphlichtege hoffe ligen, da ir
hubener in horn mit der gulte vn mit dem zinse KlKsr
2,114;
wer och ein hüber wil werden, der sol des hofes recht swern und sol zwene
hübere bi im han die wissend, dass er ein hüber werde UrkEls
2,166
(a. 1339);
vier hüber ebd.
2,166
(a. 1339)
u.ö.;
es sol nieman auch pfenten keinen huebner noch gepawrn
RbHohenlohe
26;
vorwert sal dit goizhus end dir voit ere gemeinde nuͦzzen, alse id
gemeinden reht is, dar na der scheffene [...], dar na der
ackerman, dar na der huͦuenere UrkCorp (WMU)
55,12;
StRAugsb
186,33.
– als Bestandteil von Personennamen:
her Erkenbreht der hvͦbner UrkCorp (WMU)
1408,10.
– beim Hufgericht (vgl.
huobdinc
und DRW 6,12):
ea [Zinse] , que scabini
[Schöffen] et villani
[Bauern] qui hubenere vocantur sub iuramento et banno
ipsis dominis dictaverint de iusticia esse danda MGHConst
2:591,24
(a. 1255);
alliz daz zuo tuone, daz ier geswornen scheffenen unde ier hoebenere uf den
eyt teilent DRW
6,12
(MittFrankf.; a. 1300)
u.ö.
MWB 2 1796,38; Bearbeiter: Hansen
huobdinc
stN.
Gericht in Angelegenheiten des grundherrlich-bäuerlichen Verhältnisses,
‘Hufengericht’ (vgl. DRW 5,1595f.):
tria placita generalia, que huobding dicuntur WeistGr
5,722
(13. Jh.).
5,535
(13. Jh.)
MWB 2 1796,62; Bearbeiter: Hansen
huobe
stswF.
auch hube, hub, md./nd. hûve.
1 (von einem grundherrschaftlichen Herrenhof abhängiger) landwirtschaftlicher
Betrieb bestimmter Größe inklusive bewirtschafteter Flächen und zugehöriger
Hofstelle; im Übergang zum reinen Flächenmaß (vgl. 2 HRG 2,1146ff.; DRW
5,1581ff.), ‘Hufe’
2 allg. ‘(landwirtschaftlicher) Grundbesitz, (Acker-)Land’
1
(von einem grundherrschaftlichen Herrenhof abhängiger) landwirtschaftlicher
Betrieb bestimmter Größe inklusive bewirtschafteter Flächen und zugehöriger
Hofstelle; im Übergang zum reinen Flächenmaß (vgl. 2HRG 2,1146ff.; DRW
5,1581ff.), ‘Hufe’
der huͦben sol jelich einen huͦber han UrbHabsb
1:2,10;
so gehort ouch ze Niunburch der marcht ze Munster mit zwein
hundert huben; derselben huben hat der frie von Hals ze lehen fumfzich hube
EnikLB
727,4
u.ö.;
Heini Gêrwer buwet ein halb huͦbe UrkBern
6,165
(a. 1335)
u.ö.;
welt ir ein hube hin geben, / die chouffe ich ane wider
streben StrKD
103,41.
103,47;
wie manigen du [Völlerei] hast
verstossen / von schonen huben grossen, / wie manigen du hast bracht in not
HvBurg
206;
under den [den biergelden und
plechhaften
] mût men wol kiesen eynen vrônen boden,
[...], der min denne drî hûve eigenis habe
SSp
134,15;
UrkEnns
5:18
(a. 1309);
SchwSp
75a;
vil guot was daz burcstal: / als uns der âventiure zal / urkünde dâ von gît, /
sô was ez zwelf huoben wît Er
7837.
– als Grundeinheit bei der Bemessung von Abgaben, Zinsen etc.:
der hof ze Tizzingen [...] sol gen
[...] von ieder huͦbe ze sante Georgen dage
niun haller UrkWürtt
10,297
(a. 1295);
das unse man von irme gute, das uns geschosz schuldik ist, nicht mer
sullen uns geben, wenn von der cleinen huben einen virdunk
[...]
[und] von der grossen huben newn skot
UrkSchlesSt
543
(a. 1337);
Eberhart der Zant vnde sin svn die gebint von einer
hvͦbe einen losmvtte weizzen UrbBayÄ
155.
265,a
u.ö.
2
allg. ‘(landwirtschaftlicher) Grundbesitz, (Acker-)Land’
ir aller groste richeit lag / an vihe bi der selben zit: /
als nouh an huͦben gúlte lit / der hohsten hohste riheit, / also was
do an vihe geleit / dú groste habe RvEWchr
9359;
von natur ain buman, / wann sein huͦb gesæt wirt, /
daz er des mit niht verbirt, / er sleht umb daz vælt ein hag Teichn
474,9
u.ö.;
joch meine ich nit die huoben noch der hêrren golt Walth
125,6;
mir hât gemachet ein rise / mîne huobe zeiner wise / und hât
mich âne getân / alles des ich solde hân, / unz an die burc eine Iw
4464.
2883;
Wh
5,18;
Parz
5,19.
–
ez leit der vischære / von armuot grôze swære. / sîne huobe lâgen ûf dem
sê: / des wart sînem lîbe dicke wê Greg
1203
MWB 2 1797,3; Bearbeiter: Hansen
huobelinc
stM.
‘Inhaber einer
huobe
, Hufenbauer’
universis presentes litteras visuris et audituris et specialiter hominibus qui
dicuntur huͦvelinge UrkSiegen
61.
62
(a. 1304)
MWB 2 1797,50; Bearbeiter: Hansen
huobenære
stM.
→
huobære
MWB 2 1797,54;
huobgëlt
stN.
auch huobe-.
‘Abgabe von einer
huobe
’
vil lute die zinse gaben vnd daz hubgelte KlKsr
2,115
u.ö.;
zu Constantinopel ein chloster lag, / des ein geistleicher abbt phlag. / das
het etleich hüb gelt, / das sy müsten paüen das velt, / dy münich mit ïr
selbs hant Hawich
4244;
noch gerner bin ich ein gebûr / danne ein armer hoveman / der nie huobegelt
gewan Helmbr
1108;
an den weisen pruͤff ich wol / daz si trachtent in
iͤr muͤt: / waz si habent varent guͤt, / daz legent sew auf hub
gelt [das investieren sie in den Erwerb von
Abgabenrechten]
Teichn
288,45;
UrbBayÄ
139;
Dietr
7971(La.)
MWB 2 1797,55; Bearbeiter: Hansen
huobguot
stN.
‘Bauerngut im Umfang einer
huobe
’
woͤlt auch der selben huͦbenere deheyner faren von dem von
Hohenloch, der sol ime oder sinem amptmanne ze Heitingesfelt sine huͦpgut uf
geben [...] und mag doch sine zinsguͦt wol behalten
UrkHohenl
2:324,15
(a. 1331);
huͦpguͦt und zinsguͦt ebd.
2:324,24
(a. 1331)
u.ö.
MWB 2 1798,4; Bearbeiter: Hansen |