horndôn
stM.
‘Hornklang, Hornmelodie’
er nam sîn mit den ougen war / und begunde in grüezen schône:
/ in vremedem horndône / ein ander wîse huober an Tr
3248
MWB 2 1696,52; Bearbeiter: Hansen
horndôʒ
stM.
‘Schall eines Hornes’
vil michel wart der horndôz, / wan ez [das Horn] was
lanc unde grôz Er
9626;
lûte sam ein horn dôz ebd.
8994
MWB 2 1696,56; Bearbeiter: Hansen
hornelîn
stN.
auch hörnelîn; Dimin. zu
horn
.
1
‘(kleines) Horn’
2 ein Horninstrument (vgl.
horn
3 )
1
‘(kleines) Horn’
im [Bukephalos] was ob irz
geloubet, / gewahsen ûz der stirne sîn / ein gevüegez hornelîn
RvEAlex
2116
2
ein Horninstrument (vgl.
horn
3):
min brüder her Nestor / blassett ain klaines hörnnelin, / da
mitt söllt ir gewarnett sin GTroj
22849;
Tantrîsel blies sîn hornelîn HvFreibTr
4763
u.ö.;
ein cleine hellez hornelîn / daz gâben sime an sîne hant
Tr
3204
u.ö.;
Alph
1446
MWB 2 1696,59; Bearbeiter: Hansen
hornen
swV.
→
hürnen
MWB 2 1697,4;
horngeblâse
stN.
‘Hörnerschall’
sin engel er uz sendet balde / in horngeblase vnd in busunen / mit grozer
stymme sunder runen EvStPaul
1301
MWB 2 1697,5; Bearbeiter: Hansen
horngedôʒ
stN.
‘Hörnerschall’
vrowede unde horen gidoz / hadden si uppe deme lande WildM
2,162
MWB 2 1697,8; Bearbeiter: Hansen
horngeschelle
stN.
‘Hörnerschall’
daz [Wildschwein] wart in ouch des mâles schîn, /
wan ez von dem gevelle / und von dem horngeschelle / erstoubet was und ûf getriben
KvWPart
428;
dô wart grôz horngeschelle / in maneger slahte dône
Tr
3454
MWB 2 1697,10; Bearbeiter: Hansen
hornhuot
stM.
aus Horn bestehender oder hornverstärkter Helm (vgl. horn
2):
den schilt nam er an die hant. / dô bant er ûf den helmhuot [Hs.
hornhuͦt
] : / nâch ritterschefte stuont sîn
muot Bit
2191
MWB 2 1697,15; Bearbeiter: Hansen
hornic, horninc
M.
md. unter nd. Einfluss.
‘Ecke, (spitzer) Winkel’ (vgl. mnl.
hornic MNW 3,601f, mnd. horninc Schiller/ Lübben
2,303):
di dri hornic so du weist / bezeichen den vater den son den
geist Brun
4421.
4407.
– als Personenname (vgl. DRW 5,1559):
Syffridus dictus Horninge UrkErf
2,834
(a. 1341)
MWB 2 1697,20; Bearbeiter: Hansen
hornicsprenget (?)
Part.-Adj.
md. unter nd. Einfluss.
‘zackenartig gesprenkelt’ (oder syntagmatisch
hornich als Adj. zu lesen? vgl. auch Schiller/ Lübben 2,
303):
der [
stein
] ist uns
jacinctus genant, / hornichsprenget purpurvar / in allenthalben hie und dar
Brun
1714
MWB 2 1697,27; Bearbeiter: Hansen
hornîn
Adj.
→
hürnîn
MWB 2 1697,33;
horniʒ
stM.
→
hornuʒ
MWB 2 1697,34;
hornschal
stM.
‘Schall eines Horns, Hörnerschall’
dâ was vil ingesindes vür / geloufen durch den hornschal
Tr
3233;
si dô über al / hôrten disen hornschal Er
9629;
er hürnete alsô swinde / und wart sîn hornschal alsô grôz, /
daz der walt dâ von erdôz HvFreibTr
3567.
4765.
– wohl als Pl. hierher i.S.v. ‘Hornstoß’
Jesus [d.i. Josua] der gotes
genanne / der leite si dannen / zu der burc ze Iericho / uil schire iruahten si si
do / da plisen di snelle / siben horn shelle VMos
69,4
MWB 2 1697,35; Bearbeiter: Hansen
hornschellen
swV.
‘ein Horn blasen’
in disen ziln sint elli gericht des gotzhus über des gotzhus lüt vnd
guͦt, vnd sol nieman in disen zilen hornschellen noch gewilt vellen noch
wighaftigen buw machen WeistGr
1,4
(M. 14. Jh.)
MWB 2 1697,45; Bearbeiter: Hansen
hornsege
stF.
Säge für Horn:
ze vier stücken man in [Georgs Körper] brach / mit
einer starken hornsege Georg
4724
MWB 2 1697,50; Bearbeiter: Hansen
hornsnëcke
swM.
eine Schneckenart:
pfî, gîtiger, wie fliuhest dû die sünde! dû fliuhest sie rehte als ein
hornsnecke PrBerth
1:555,10
MWB 2 1697,53; Bearbeiter: Hansen
hornunc
stM.
‘Februar’
ich hân mîn lêhen, al die werlt, ich hân mîn lêhen! / nû enfürhte ich niht den
hornunc an die zêhen / und wil alle bœse hêrren dester minre vlêhen
Walth
28,32;
an dem erstin tage des hornungis starb der edele marcgrave Ditherich von
Missen Köditz
29,9;
wær ez hornunges weter Helmbr
1198;
in hornunges manote UrkCorp (WMU)
N97,33
u.ö.;
HvFritzlHl
76,1;
Krone
5458
MWB 2 1697,56; Bearbeiter: Hansen
hornuʒ
stM.
auch horniz, harliz, harniz, hurnuz, hurnaz, hurniz.
‘Hornisse’
crabro haizt ain harliz oder ain harniz. daz ist ain michel
wurm und ist an der varwe sam ain webs. iedoch ist er grœzer
BdN
300,13;
rôt als die horniz ebd.
292,36
u.ö.;
der humbel der sol stechen: / ouch ist reht daz der mist /
stinke swâ der ist: / der hornûz der sol diezen Iw
209;
ouch gewinnet er sein selten danch, / der durch ein swachen dvz / die wefs vnd
den hornvz / von seinem amt stœret Krone
1491;
hurnaz und tarant EnikWchr
8041;
hurnuz ebd.
22241;
scrabones vel crabro: hornuz Gl
1:802,8
(BStK287).
3:673,14
(BStK287);
scabro [l. crabro
] : hurniz
SummHeinr
2:66,277
u.ö.
MWB 2 1698,1; Bearbeiter: Hansen
hornuʒstich
stM.
hier harlizstich.
‘Stich der Hornisse’
die maister sprechent, daz ain zwaijærig kint von neun
harlizstichen müez sterben BdN
300,23
MWB 2 1698,15; Bearbeiter: Hansen
hornuʒʒehe (?)
stN.
hier hornezech(e).
‘Hornisse’ (vgl. AWB 4,1261f.):
scabro [l. crabro
] : hornuz, hornezech
[La. hornezeche
]
SummHeinr
2:479,352
MWB 2 1698,18; Bearbeiter: Hansen
hornval
stM.
‘an die Aussätzigen fallendes Gut’ (vgl.
hornbruoder
mit Lit.):
und sullent die zwei teil [des minderwertigen
Brotes] geben in daz spitâl und daz ander dritteil an den hornval,
den ûzsetzigen StRMeran
416
MWB 2 1698,21; Bearbeiter: Hansen
hornvël
stN.
Haut aus Horn:
er sluͦg sie [die Mutter der
Riesen] uf daz horn vel, / daz der slag wart so hel / daz er ir
durch daz hertze hal / und druz daz leben verstal Rennew
30817
(vgl.
und sint der [Riesen] huͤte / von harte
dickem horne ebd.
30410f. )
MWB 2 1698,26; Bearbeiter: Hansen
hornvihe
stN.
‘Hörner tragendes Vieh, Hornvieh’, hier metonymisch für dessen
Fleisch:
ouch sal keyn knochenhaͤwer saltzen hornvehe, he en wolle eß dan selbiz
bederben [gebrauchen] in syme huse
StRHeiligenst
69
MWB 2 1698,31; Bearbeiter: Hansen
hornzeichen
stN.
‘Hornsignal’
der truchsêze Tinas / mit sînen jagetgesellen was / dem
künege alsô nâhen kumen, / daz er wol hête vernumen / sîn hornzeichen und sîn horn
HvFreibTr
3573;
ir hornzeichen hornten sie ebd.
2421
MWB 2 1698,36; Bearbeiter: Hansen
horrehuon
stN.
→
urhuon
MWB 2 1698,41; |