honec|bluome (?)
swF.
hier hungeblume.
eine Pflanze (vgl. AWB 4,1228):
ligustra: hungeblume Gl
3:481,33
(BStK 945).
3:481,32
(BStK 461)
MWB 2 1678,47; Bearbeiter: Hansen
honec|brunne
swM.
‘Honigbrunnen’ (bildl., vgl.
honec
2):
ey uber clerte frawe clar, / [...]
min honig brunne, / liep, bul, spigel, engel, / balsam staud und zucker stengel
Minneb
4972
MWB 2 1678,50; Bearbeiter: Hansen
honec|einber
stM.
Maß der Honigabgabe (vgl.
einber
stM. 2):
Fridr. Heroldi in curia medonis [Methof] , recepit
den hongeymer UrbWürzb
920
(a. 1303-1313)
MWB 2 1678,54; Bearbeiter: Hansen
honec|gëlt
stN.
Abgabe der Waldimker:
soll auch jeder zeidler von seinem gut geben sein honiggeld uns und dem reich
WeistGr
3,611
(a. 1350)
MWB 2 1678,58; Bearbeiter: Hansen
honec|griebelîn
stN.
Bed. unsicher, wohl kleines Stückchen einer Honigwabe oder eines
Honiggebäcks:
er [der Sattel des Herbstes] hatte eine decken: /
betröifete wecken, / mit gebraten elen [Aalen] genat, /
ein reßer bulfer [l. ræʒerpulver, wohl ‘fein
zerstoßene Honigwabe’
] daruf gesat / mit manigem
honiggriebelin Herbst
147
MWB 2 1678,61; Bearbeiter: Hansen
honec|huobe
swF.
Honigabgaben zu leisten verpflichtete huobe (vgl.
honecgëlt
,
honeczins
):
honic hvbe [
giltit
] ein
einber honigis vnde zwelf kæse UrbBayÄ
264
MWB 2 1679,4; Bearbeiter: Hansen
honec|krâte (?)
swSubst.
Bed. unklar, wohl ein Honiggebäck oder zu mnd. honnichrote
‘Honigwabe’ (vgl. Schiller/ Lübben 2,295 und mhd.
râʒ
, râʒe):
milch ist den kinden bequeme, / den jungen daz honig geneme,
/ den alden sint honigkraten gut Brun
2900
MWB 2 1679,8; Bearbeiter: Hansen
honec|küechelîn
stN.
‘(kleiner) Honigkuchen, Lebkuchen’
hie von die frauwe dicke saz, / daz sie nicht ander spise enaz, /
[...] / dan under wilen idel [nichts
als] brot, / [...] / ader ein
honigkuchelin Elis
1755
MWB 2 1679,14; Bearbeiter: Hansen
honec|mæʒe
Adj.
‘honigartig, süß’ (bildl., vgl.
honec
2):
sin honic maze lere / bezzerte uns vil sere / mit manigem
suzen rate Vät
6067.
33677;
er [Barnabas] getrue helfe in gab / durch vnseres
herren ere / sin honichmaze lere / er mit vlize dicke treib Pass I/II
322,68;
dîn honicmæziu zunge hât / mir guote lêre vürgeleit
RvEBarl
4176;
Vät
2996.
–
got den sînen [den
Israeliten] schiere erwarp / einen lêrer,
[...], / der sie vüeren solte / hin in daz honicmæze
lant RvEBarl
2249
MWB 2 1679,19; Bearbeiter: Hansen
honec|mæʒic
Adj.
‘honigartig, süß’ (bildl., vgl.
honec
2):
mit honichmezziger zungen / als si [Maria
Magdalena] ouch waz betwungen / von dem heiligen geiste /
[...] / begunde si den heiden / die abgote leiden
Pass I/II
376,3
MWB 2 1679,29; Bearbeiter: Hansen
honec|mengære
stM.
‘Honighändler’ (als Bestandteil von Personennamen):
Johan honigmenger in der frawen hobe von Lympurg BerufeFrankf
59b
(a. 1346)
MWB 2 1679,34; Bearbeiter: Hansen
honec|mete
stM.
‘Met, Honigwein’ (bildl. in der Wendung süeʒe alsô
ein ~
‘besonders süß, angenehm’, vgl. Friedrich, PhrasWB, S. 225 und
honec
2):
daz wallende und daz heize blî / dûhte in
[Pantaleon] süez alse ein honicmete
KvWPant
1313
MWB 2 1679,38; Bearbeiter: Hansen
honec|rëgen
stM.
‘Regen von Honig(tau)’
ain honigregen da zehant / von hymel kam in allú
lant, / als man noch singet so der tag kunt: / ‘hodie celi melliflui facti
sunt.’ WernhMl
3001
MWB 2 1679,43; Bearbeiter: Hansen
honec|rœre
swF.
‘Zuckerrohr’
canna mellis haizt honigrœr. diu geleicht nâhent der
gemainen rœrn [Schilfrohr] , ân daz diu
honigrœr dick ist und süez BdN
394,33;
wenn man die honigrœrn speltet und seudet, der
schaum, der dâ von kümt, wirt zukker ebd.
395,3
MWB 2 1679,47; Bearbeiter: Hansen
honec|saffic
Adj.
‘honigsaftig’ (vgl. FrlWB S. 162):
noch süzer dan der honiktrage [der Biene (Dat.
Sg.)] / der blüte honicsaffec nage
[Nagen]
Frl
3:18,2
MWB 2 1679,53; Bearbeiter: Hansen
honec|sam
Adj.
‘honigartig, süß’ (bildl., vgl.
honec
2):
ez enist niht gelligers dan lîden und enist niht honicsamers
dan geliten-hân Eckh
5: 433,4;
o heiligü minne, o minnecliche suosse, o himelrich honksam Eckh
(B)
115,4
MWB 2 1679,57; Bearbeiter: Hansen
honec|seim,
honec|sein
stM.
auch -saum ( BvgSp , vgl. noch DWB 4,2,1791).
ungeläuterter Honig,
‘Honigseim’
1 allg. 2 bildl. und im Vergleich exemplarisch für Süßes, Angenehmes, Gutes
überhaupt,
1
allg.:
wiltu rosin lange haldin vrisch, so lege si in honig seym; so
vulin si nicht Pelzb
129,3;
nim einen reinen honicsaum, den suͤde
BvgSp
2;
man derkennet aber daz lauter
[
himelprôt
] von dem unlautern alsô, daz
daz lauter [...] inwendich etleich hölr
[Lufteinschlüsse?] hât sam der honigsaim
BdN
90,24;
Barth
137,28.
149,5.
– Tropfen, Rinnsal von Honigseim oder Honigtau (vgl.
honecseimelîn
):
er sach ûz einem aste, / samfte, niht ze vaste, / ein
kleine honicseimes gân RvEBarl
4697.
– mit Honigseim gefülltes Stück Bienenwabe:
also vant er [Samson] bina und ainen honechsaim
[vgl. favus mellis Idc 14,8] in dez
lewen munde. den nam er her uz und âze den ûf dem wege PrSchw
1,15;
do brochten sy ym eyn stucke vysches, daz waz gebroten,
unde honycseym [
favum mellis Lc 24,42]
EvBerl
90,11;
SHort
10055;
vgl.:
vnd si brahten im ein teil eins gebraten visches. vnd
einen vladen hönichsaimes EvAug
208,11.
– in Vergleichen:
des [Gottes] es
[das Herz] die wile also vol ist alse ein linde
simel broseme in honecseim getvnket DvAStaff
344;
sus lît er dâ in sîner stift, / die er het erbouwen, als diu bîn in wift
[in der Honigwabe] / ûz maniger bluot würht daz
man honcseim nennet Loheng
7610
2
bildl. und im Vergleich exemplarisch für Süßes, Angenehmes, Gutes
überhaupt,
häufig bitterer galle gegenübergestellt (vgl.
1galle
4 und
honec
2):
her Symon von Guͦntheim, / der ist der tugend honigseim MinneR
480
408;
man sol niht sêre die heiligen schrift / durchgrübeln, daz iht der sêle gift /
stecke in valschem honicseime Renner
13539;
sin [des Teufels] honigseim ist bittrer dann die
galle RvZw
301,7;
Frl
9:19,22;
HeslApk
14578.
– sprichw. von schmeichelnder, täuschender Rede:
sie [Heuchler] tragen alle in irme herzen
bitter gallen / und in ir munde honichseim. ôwê den allen! Rumelant
(R)
4:12,10.
– im Zusammenhang einer auf das Göttliche bezogenen heiligen Süße
(vgl. süeʒe):
din wort mir verrer suzer ist / herre in dem munde min /
denne honich oder honechseim sin [vgl. Ps 118,103]
Albert
222;
dise suͤssikeit die gat úber alles honig
und hongseim, das uswendig das suͤsseste heist Tauler
228,13;
man vindet wahs und honicseim / in disem buoche
[...]: / honicseim bediutet der heiligen lêre
Renner
24504.
22404.
17320.
– spez. von Christus:
der süeze honecseim, / gotes sun Philipp
2374.
– im biblischen Bild für Überfluss:
ich [Gott] si [das Volk
Israel] uon Egypto / lôse mit gewalte, / uon dem ellende / ze
bezzereme lande sende. / dâ vliuzzet der honich saim, / miliche ein uil michel
teil Exod
519
MWB 2 1679,62; Bearbeiter: Hansen
honec|seimelîn
stN.
Dimin. zu
honecseim
.
ein Tropfen Honigseim oder Honigtau (vgl.
hönegelîn
):
nu wart gewar / der arme [...] / daz ein
honicseimelîn / hienc neben im an einem zwîgelîn: / daz leckete er
Renner
23563
MWB 2 1680,53; Bearbeiter: Hansen
honec|sou (?)
stMN.
flekt. -wes.
wohl ‘Honigseim’ (hier bildl., vgl.
honec
2):
sie [die zwölf Apostel] troufen in
[reuigen Sündern] daz honic in, / daz in kegeme nacke
/ der bitter goum vorsmacke / des suzen honic seimes zar / des heren geistes towes
gar [La. des suzen honig sowes/ des heren geistes
touwes
]
HeslApk
4199
MWB 2 1680,58; Bearbeiter: Hansen
honec|süeʒe
Adj.
‘süß wie Honig’
der zaher [der Saft des
Storaxbaumes] ist vaizt und vol harz [...]
und wenn man in fäuht [verdünnt] , sô gibt er ain honigsüez
fäuht BdN
375,16.
– bildl. (vgl.
honec
2):
[die Minne] machte zeiner gallen / daz vil honicsüeze spil
KvWEngelh
3187;
sine [Antonius’] honic suze
lere Vät
1560;
der munt [Maria Magdalenas] muste immer dar na /
honic suze rede geben Pass I/II (HSW)
40537;
WvRh
14691;
HeslApk
15387
u.ö.;
LBarl
5008;
Martina
197,5
MWB 2 1681,1; Bearbeiter: Hansen
honec|tou
stMN.
‘Honigtau’ (vgl. Johansson, NvJer., S. 229 und
honec
1):
bî sente Jôhannis tac / des baptistin dort gelac / in Galliâ ein honictow, /
der daz getreide sô durchzow, / swer sîn in den munt genam, / daz der hongis smac
vornam NvJer
1286
MWB 2 1681,11; Bearbeiter: Hansen
honec|trage
stF.
‘Biene’
noch süzer dan der honiktrage [Dat.Sg.] / der blüte
honicsaffec nage [Nagen]
Frl
3:18,1
MWB 2 1681,16; Bearbeiter: Hansen
honec|tragende
Part.-Adj.
‘Honig tragend, honigsüß’ (bildl. von heuchlerischer
Verstellung, vgl.
honec
2):
beliegent sie [die Heuschrecken, vgl. Apc
9,1-12] daz gots kint / und werfent daz eiter / in ir
[der Könige und Fürsten] ougen heiter / mit honic
tragendem worte HeslApk
13989
MWB 2 1681,19; Bearbeiter: Hansen
honec|trân
stM.
md., nd.
ungeläuterter Honig, ‘Honigseim’
honingtran jach mir ein sachse, / daz were honing an dem
wachse Brun
2933.
– bildl. (vgl.
honec
2):
dine lippen trifen honigtran [Ct
4,11]
Brun
2896.
8596
MWB 2 1681,25; Bearbeiter: Hansen
honec|tranc
stN.
‘aus Honig bereiteter Trank, süßer Trank’ (bildl., vgl.
honec
2):
daz fiur der süezen minne / unde ir fröuden honictranc
KvWTroj
19969;
Mechth
7:42,1,Überschrift
MWB 2 1681,30; Bearbeiter: Hansen |