hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heidenischheit stF. heidenisse stFN. heidenkint stN. heidenlant stN. heidenlich Adj. heidenliute st.Pl. heidenman stM. heidenschaft stF. heidentuom stM. heidenvolc stN. heider stM. heidisch Adj. heidischlich Adj. heie swF. heie swM. 1heien swV. 2heien swV. heifte Adj. heifte stF. heifticlîche(n) Adv. heigen V. heiger swstM. heil Adj. heil stN. heilalle Interj. heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
heidenischheit
stF.
‘die Heidenschaft’
ûz der heidenscheit marcten nu /
[...] ein der Sarrazîn Kreuzf
2700
MWB 2 1255,28; Bearbeiter: Tao
heidenisse
stFN.
‘Heidenschaft’
over all heydenysse / was des swerdes gude bekant KarlGalie
5045
MWB 2 1255,30; Bearbeiter: Tao
heidenkint
stN.
‘(ungetauftes) Kind eines Heiden’
alliu diu kint, diu âne touf ersterbent, jüdenkint unde heidenkint unde
ketzerkint, [...] und aller kristenliute kint, diu âne den
heiligen touf ersterbent: diu varnt alle an eine stat, diu heitzt limbus und ist vor
der helle PrBerth
1:126,24
MWB 2 1255,32; Bearbeiter: Tao
heidenlant
stN.
‘Land der Heiden’
ein vinster sol werden / ubir alle dise erde, / uber al daz heidenlant /
vinstere manichualt / niuwan undir mînem liute Exod
2271
(vgl. Ex 10,21);
sîn dach [der Oberstoff des
Mantels] , / daz beste, daz man ie gesach /
[...] ze Morzî in heidenlant UvZLanz
864;
von heidenlant / was in ze stiure dar gesant / vil manic edel samît
KvWPart
14159;
in allen heidnishen [La. heiden
] landen Rennew
28831;
TürlArabel
*A 181,18;
MinneR 444
265
MWB 2 1255,38; Bearbeiter: Tao
heidenlich
Adj. , heidenlîche
Adv.
‘heidnisch, nicht jüdisch, nicht christlich’
Ismahele wonten mitte / alse heidinliche sitte / das er
[...] mahte abgoͤttelin / von leime unde bettes an
RvEWchr
5033;
nâch heidenlîchem orden / êrte er sîniu abgot
RvEBarl
422;
dîn êrer leben sî dir leit, / üppic unde heidenlich / was daz unde unfrumelich
LBarl
7489;
die rittershaft, / die an der heidenlichen
kraft [Heidenheer] / rechent swaz uns ie geshach
Rennew
21364;
daz wunder ist uns wilde / die hant heidenlichen
namen [uns, die wir Heiden sind]
ebd.
28345;
TürlArabel
*A 11,6.
*A 220,14.
– Adv.:
wan in [den beiden hethitischen Ehefrauen Esaus
(vgl. Gn 26,34)] heidinsche site / wontin heidinliche mitte / und
si lepten widir gote RvEWchr
5641;
er lebete heidenlîche: / durch des tiuvels gebot / kêrt er
sich an diu abgot RvEBarl
238
MWB 2 1255,48; Bearbeiter: Tao
heidenliute
st.Pl.
eine Pluralform von →
heidenman
stM.
–
de cristen haen vernomen, / dat heyden lude by en waren, /
[...] so bunden sy an beyden syden / de helm up, sy
woulden stryden KarlGalie
11607
MWB 2 1256,1; Bearbeiter: Tao
heidenman
stM.
‘Heide’
mich rewen sol ir sunde, / dar zu ir ungetaufter leip: / der helle si geporen
sind / all heidenman und auch die weip Virg (St)
450,13
MWB 2 1256,6; Bearbeiter: Tao
heidenschaft
stF.
1
‘die Heiden, Gesamtheit der Heiden, Heidenschar’
2
‘Land, Länder der Heiden’
3
‘Heidentum, Unglaube, Götzendienst’
1
‘die Heiden, Gesamtheit der Heiden, Heidenschar’
ir schult [...] si
[Gottes Worte] der heidenschefte sagen, / die
heidenschaft becheren, / die christenheit si leren Hochz
947;
Dietherich mit den sinin / [...]
reit vmme die heidenschaft / die lac mit heris craf Roth
2719;
die heidenschaft er dâ vertreip, / waz der niht tôt wart
geslagen, / noch sich ergâben Kreuzf
154;
vnde werez also, daz er sines gutes nicht geniezen mochte von heidenschaft
wegen [wegen der heidnischen Bevölkerung] oder svs von
vnrechter gewalt UrkCorp (WMU)
777,16.
–
‘heidnisches Volk’ (oder ‘heidnisches Land’, dann zu
2):
nu lac da bi ein heidenschaft, / di mit volliger craft /
vientlichen uf trat / kegen di vorbenanten stat Pass I/II (HSW)
36629.
– für eine Person stehend (auch zu 3 möglich):
[Herzeloyde zu Gahmuret:] nu ânet iuch der
heidenschaft [gemeint: die Heidin Belakane]
Parz
94,14
2
‘Land, Länder der Heiden’
ûz heidenschaft manc kindelîn Parz
817,9
ähnl.
766,26;
der [kostbare Seidenstoff] was von
golde guot genuoc, / geworht in der heidenschaft Wig
10579;
die heidenschaft, die do heiset Lettowe OberrhChr
65,13;
Jherusalem zwuschen der heidenschaft lit / also ein tal
zwuschen zwein bergen Brun
11499;
swâ gewin an koufe lac, / des fuorte ich vil mit rîcher kraft / mit mir in die
heidenschaft RvEGer
1180;
von, ûz der ~ komen
Parz
70,5;
Wig
9208.
9235;
in die ~ rîten
Heidin IV
1056;
varn
HeslApk
19028;
OberrhChr
65,13
3
‘Heidentum, Unglaube, Götzendienst’
daz die von Mailân / die cristen viengen, / die haidenscaft
mit in begiengen Kchr
15865;
owol dich, der alwaldige got, / dvͦ mih uon der heidinschefte
has irledigot TrSilv
334;
mit der drîer volleiste / wert iu diz
wazzer [Taufwasser] heidenschaft Parz
817,21;
wee schere ich soulde / de heidenschaff durch en begeven / ind an cristen ewen
myt eme leven KarlGalie
2253.
– jmdn. von der ~ bekêren:
TrSilv
221;
SAlex
2306;
RvEWh
15638.
– hierher oder zu 1:
al der heidenschefte gote Wh
449,25.
339,4
MWB 2 1256,10; Bearbeiter: Tao
heidentuom
stM.
1
‘die Heiden’
2
‘heidnisches Land, heidnische Länder’
3
‘Heidentum, Unglaube’
1
‘die Heiden’
den der heidentvͦm vns het hin, / den hat dvrch minnelons
gewin / erlost dvͥ hoͤheste kvͥnegin, / Tybaldes wip, ein Araboysin
TürlArabel
*A 199,23;
nv torste ich eine wol bestan [...]
al den heidentvͦm ebd.
*A 222,13
u.ö.;
reht als in eim vluor tuot ein starc ungewitter, / sus wart der heidentuom von
in beschûret Loheng
4603.
4718
u.ö.
2
‘heidnisches Land, heidnische Länder’
er hat noch ie den hoͤhsten pris / in heidentvͦm erzeiget
TürlArabel
*A 162,23;
so ist in aller haidentuͦn / so mæhtic nieman als ir sint
WhvÖst
9016
3
‘Heidentum, Unglaube’
heidentuͦms der vrie wart er gar und nach den kristen sanc er, / swaz si da
singen oder sagen kunden / in kristenlicher wise, wart er und al di sine geloubik
funden JTit
472,2;
want im sant Thomas kristenlere und wise [= wîse
‘Weisung, Führung’] / was [...] gebende
von heidentuͦm [La. haidenschaft
] in vrone paradyse ebd.
Marlb. 3,4;
gein der kvͥneginne palas, / dvͥ Arabel do genammet waz, / do
si dez heidentvͦmes wielt TürlArabel
*A 57,25.
*A 67,18
MWB 2 1256,52; Bearbeiter: Tao
heidenvolc
stN.
‘die Heiden’
sus wirt daz heiden volk gar / geloubic an Jhesum Crist
HeslApk
19050;
die juden irren an irre e, / daz heiden volk noch vierstunt
me, / die bosen cristenen sin vorlorn ebd.
11520;
wan haiden volkes alsô vil / an Crist geiehen hêten HvdHageMarg
1454
MWB 2 1257,10; Bearbeiter: Tao
heider
stM.
wie heitere stF. ‘Klarheit’, vom Himmel:
swie vil ich an den sternen las, / swen so die klamenye in vollem heider was
Wartb
Rs 47,2
MWB 2 1257,16; Bearbeiter: Tao
heidisch
Adj.
wie heidenisch
‘heidnisch’
der edil wise wigant / mit disim selbin risin schiet /
zwischin der heideschen diet / und Davide bi der zit / urlúge und krieglichin strit
RvEWchr
30814;
der heidische kúng OberrhChr
65,16
MWB 2 1257,19; Bearbeiter: Tao
heidischlich
Adj.
‘heidnisch’
do wolt der haideschiliche man / den frid und suͦn nit staͤt han
KvHelmsd
1745
MWB 2 1257,24; Bearbeiter: Tao
heie
swF.
‘Keule, Kolben’
sus er den jungen an lief / mit siner grozzen hayen
WhvÖst
12019.
12093.
12096.
12149
(vgl.
slegel
11931
und die anschließende nähere Beschreibung dieser Schlagwaffe).
MWB 2 1257,27; Bearbeiter: Tao
heie
swM.
‘Hüter’
du wær der tugende heye / sleht alle zit Rab
911,1;
der tugende haige Dietr
361
MWB 2 1257,31; Bearbeiter: Tao
1heien
swV.
wohl eine Nebenform von hegen (vgl. EWA 4,893); auch heigen,
Part. Prät. auch st. geheien.
1 intr. ‘wachsen, gedeihen’
2 tr. ‘etw. pflanzen, ziehen; etw. hegen, pflegen, schützen’
2.1 eigentl. 2.2 übertr., je nach Kontext mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen
1
intr. ‘wachsen, gedeihen’
vor dem walde sint rosen vil gehæyen Neidh (S)
1,362 R53:2,2
(vgl. Var.
sit duͥ oͧwe von rosen ist geheien [mit Rosen
bewachsen]
ebd.
1,362 C102:3,2
).
– übertr.:
swa die liute zweien [sich entzweien] , / da muz
verlust und ouch gewin zwischen in da heien Frl
5:62,11
2
tr. ‘etw. pflanzen, ziehen; etw. hegen, pflegen, schützen’
2.1
eigentl.:
– bez. auf Blumen, Bäume, Weingarten usw.:
die [Rosen] het sî geheien, / daz ich nie
bekante mê / rôsen alsô kluoc Neidh (HW)
28,9;
dâr inne [in dem Garten] stênt vil bluomen
klâr, / [...] die mîn herre
geheien [‘gepflanzt’ oder ‘eingefriedigt’] hât
PleierGar
3241;
die bluͦme er ir heyen sal Krone
23686;
PleierGar
3859;
dô nâmen sîn ouch die wîsen war, / pfaffen unde leijen, / wer daz
boumelîn hete geheijen UnserFrauenR
164;
hêrre, jenen stam / den heiet der mir freude nam: /
bringet ir mir drab ein rîs Parz
601,26;
der wîngart wart geheien / mit sô starker klârheit, / der ebenmâz nie
wart geleit Georg
2750;
mynen anger, / den ich han geheit vor manegem man LaurinA
(L)
247;
daz er uns allew unsrew gut und höltzer [...]
hegen und hayen sol UrkLudw
199
(a. 1342);
UrkCorp (WMU)
3304AB,4.
– bez. auf ein Gewässer:
dar uber hat der voit gewalt, daz er heie [einhege, dem
Gemeingebrauch entziehe] daz wazzer ze Oringowe obertalp
hern Vlriches mulen [...] vnd nidertalp des Custers
mulen, wan zwischen disen zwein mulen ist diu vischweide fri vnd gemeine der
stete vberal UrkCorp (WMU)
29,12.
– bez. auf Vögel:
er solt in [den Vogel] den winter mit geræte
ein lützel heien Neidh
WL 28:10,11;
mit grozer milte er [
der adelar
] heiet der vogel vil JTit
1862,2
2.2
übertr., je nach Kontext mit unterschiedlichen Bedeutungsnuancen:
–
der sumer hât den meien / frœlîch vür gesant, / der sol
fröide heien / und daz er sî erkant, / wan er [der Sommer
(durch den Winter)] vertriben was SM:KvA
3: 1,3;
seht ir [...], / waz wir an Berhtungen her
geheien haben [was wir uns an B. herangezogen
haben]
WolfdA
334,2;
dez habints daz sie haygen SHort
11030.
–
‘etw. behüten, bewahren’
ich hân geheien lange silber und golt OrtnAW
18,2;
swaz ich han gehayen, / [...] von silber und
von golde, / daz gib ich durch iuren willen ze solde Rab
38,3;
mit Dat.d.P.:
nu horet, [...] / wie in diu unselde verriet,
/ daz er von al den eren schiet, / die im sin vater Dietmar / het gehaien
menigiu jar Dietr
3567;
wer wil von ir gewinnen / daz lob under iu zwaien, /
dem wil si hiute haien / ze lon ir minne suͤzze WhvÖst
8340.
–
‘etw. in Besitz nehmen’
der will hayen den selben plan / der miner niftel solde sin
PleierMel (St)
7752.
–
‘jmdn. schützen’
daz dich nieman heiet / vor mir wan der
alte [Gott]
Georg
3402;
kirchen, closter stoͤren, / muͤniche, nuͤnnen
schreien, / und reuber, diebe heien HvNstGZ
5189;
ähnl.
Helbl
2,161;
sa got in deme gerihte vf stat, / sa heigit er die werden, / die sidig
sint vf erden PrHess
16,393.
–
‘sich einer Sache befleißigen’
wol ûf [...] ! / wir suln die
fröide heien, / vil frœlîch tanzen reien KLD:GvN
14: 1,13;
komen ist uns diu liebe sumerzît, / diu vil mangem herzen vröude gît.
/ sîn trûren niemen langer heie! Neidh
SL 28:2,6;
gar sunder missewende / began er sein lop heien [ließ
seinen Ruhm gedeihen]
Krone
259;
sus sul wirz leben heien
[genießen]
Wh
326,22;
wir gebietent oͧch, das dehaine únsir burger dehain clag
haige [erhebe] umb dehain gúlt fun den, die
vail guͦt fuͦrnt in únser stat StRÜberl
8.
– einen Vertrag stæte ~
‘einhalten’, hierher oder zu eigen, heigen Prät.-Präs.,
oder zu haben swV. :
das wir disen koͮf dem spitale stete hâien vnd in dar ane niht iͤrran
UrkCorp (WMU)
N244,21
MWB 2 1257,33; Bearbeiter: Tao
2heien
swV.
‘brennen’
daz si immer mûzzen heien / ’in des fiwers flamme griulîcher
esse Erinn
818
MWB 2 1258,44; Bearbeiter: Tao
heifte
Adj.
‘heftig, stürmisch’
ire ietwederez ist ouch egeslich unde freissame, / so
si [Wasser und Feuer] von dere liute sunten
ubermæzzich sint / unde si dar zuo tribent daz weter unde der heifter wint
Himmelr
6,6;
in aquis vehementibus: in wazzeren den heifften WindbCant
125
(vgl. Ex 15,10)
MWB 2 1258,46; Bearbeiter: Tao
heifte
stF.
‘Sturmflut’
tempestas: diu heifte PsWindb
68,3;
tempestas aquae: daz ungewittere, diu heifte des wazzeres ebd.
68,16
MWB 2 1258,52; Bearbeiter: Tao
heifticlîche(n), heifticlich
Adv.
1
‘heftig, überaus, sehr’
2
‘streng, nachdrücklich’
1
‘heftig, überaus, sehr’
er begundiz in vil haifticlîchen clagen Kchr
6122;
vehementer: heiftichlichen PsWindb
103,1;
vehementer: heifticliche, gahlichen ebd.
6,11.
118,140;
also daz sich der rihter wart wundernt haiftiklich
EvAug
71,10
(Mt 27,14);
er droet in haiftiklichen, daz si in niht offenwaren ebd.
82,8
(Mc 3,12)
2
‘streng, nachdrücklich’
vnd er gebot in haiftiklichen daz ditz niemant wizzen solte
EvAug
88,26
(Mc 5,43)
MWB 2 1258,55; Bearbeiter: Tao
heigen
V.
→
eigen
Prät.-Präs. oder
haben
swV.
MWB 2 1259,1;
heiger
swstM.
‘Reiher’, auch auf andere am Wasser lebende Vögel übertr. oder mit diesen
verwechselt, Glossenbelege aus mhd. Zeit s. AWB 4,809f.
MWB 2 1259,2; Bearbeiter: Tao
heil
Adj.
meist (halb-)präd.
1
‘unversehrt, ganz’
2
‘ge-/verheilt, (wieder) gesund, genesen’
3
‘gerettet’
4
‘(von Sünde) befreit, erlöst, des ewigen Heils teilhaftig’ . 5
‘Heilung bringend, heilkräftig’
6 in der Grußformel
~ sîst dû
‘sei gegrüßt’ u. ä.
1
‘unversehrt, ganz’
tilgtin unde brentin, / swaz dâ ê was blibin heil
NvJer
11089;
ein jêric lam, [...] daz sunder meil /
wêr, von allem bresten heil [
agnus absque macula Ex 12,5]
JvFrst
188;
da wart von sînem munde / der heile unt der wunde /
minneclîch gegrüezet Wh
227,24
2
‘ge-/verheilt, (wieder) gesund, genesen’
als er daz ore ym an gerurte, / heil vnd gesunt man yn da
spurte EvStPaul
10219
(vgl. Lc 22,51);
sie quamen dar, daz sie yn vernemen / vnd heil von iren
sucheden quemen ebd.
6491
(vgl. Lc 5,15).
–
~ sîn/ wesen:
iedoch enwas niht heil / diu wunde von der strâlen En
1896;
ob du eine groze wunde hetest vnde die wol heil were
Lucid
154,12;
so sal her [der Verletzte] wisen die wunden oder
den naren, of her heil ist UrkCorp (WMU)
51,16;
er sol schiere wesen heil Herb
6027;
gang hin in fride / vnd wis gesunt vnd heil
[...] / von plage vnd allen dinen phinen
EvStPaul
3141;
Tauler
206,17.
–
~ werden:
salbe die brâ dâ mit, sô werdent sie heil
Barth
145,11;
dâ von wart sîn sîte / schône unde vol [Hs. wol
] heil Er
7224;
des wolfes biz wirt selten heil Frl
9:13,13;
di [Wunde] ward in kurtzen
stunden / von ir weyssen handen hail HvNstAp
19768;
mînes herzen tiefe wunde, / diu muoz iemer offen stên, sine werde heil von
Hiltegunde Walth
74,19;
er wart dâ sîner wunden heil Wh
186,29;
Herb
9179;
EvStPaul
3449;
MarlbRh
25,20.
– jmdn. (von einer Krankheit) / etw. (einen Körperteil, eine Krankheit)
~ machen, tuon:
ne mache ich ivch nicht gesunt odir heilen, / so
[...]
TrSilv
63;
heil machet vns [interl. zu curabit nos
]
PsM
Per 14,2
(Os 6,2);
uil der wibe, / den er vertriben uon ir libe / der bosen
geiste hatte ein deil / vnd auch von sucheden mahte heil EvStPaul
7119;
ich bin funden wunt von ir: nu mache si mich heil
KvWLd
13,14;
Alexander [...] tete im hail sîn
bain [ließ ihm (seinem Vater) sein Bein heilen]
VAlex
439;
di [Arznei] machet
[...] di darm heile SalArz
82,13;
der knobelouch ro oder gesoten genutzet, machet heise
stimme heil Macer
5,17;
ob er kein meil / an samezdagen mehte heil
EvStPaul
2703;
min sælde die ist verseret; / die wil ich gerne machen
heil Rennew
11123
3
‘gerettet’
heil solt du selber dich nu sagen [
salva temet ipsum Mt 27,40]
EvStPaul
2084.
–
~ werden:
ich bin die dur. wer kumt zu mir, / wer durch mich in
gat: er wirt heil [
salvabitur Io 10,9]
EvStPaul
12774.
–
~ machen:
heil mich mache herre [interl. zu salvum me fac
domine
]
PsM
11,2;
und her sach einen grôzin wint, her vorchte sich und dô her begonde zuͦ
sinken, dô rûfte her und sprach: ‘herre, mache mich heil!’ [
salvum me fac
]
EvBeh
Mt 14,30;
mache dich selbir heil ebd.
Mt 27,40;
EvStPaul
13261
(vgl. Io 12,27).
4
‘(von Sünde) befreit, erlöst, des ewigen Heils teilhaftig’.
–
~ sîn:
wer da wil hail sein, dem ist vor allem not, das er halt kristen gelauben
KvMSel
8.
47.
76.
–
~ werden:
wir werden selich, wir werden heil MarlbRh
61,11.
77,4;
wan daz ir heil / gewerdent, so han ich geseit / die rede
EvStPaul
11755
(Io 5,34).
–
~ tuon/ machen:
nu tuͦ dise heiden / uon ir sundin heile, / daz si dich
irkennin / unde dine werch minnin Rol
780;
da got sinen liut mite heil tuot unde salich machet PsWindb
113,20(Randgl.);
her [Jesus] sal heil machen sîn volk von iren
sunden EvBeh
Mt 1,21;
EvStPaul
13344
5
‘Heilung bringend, heilkräftig’
man seit von heilawæge uns vil, / wie heil, wie guot ez sî,
[...] / wie gar sîn craft verheilet, swaz wundes an dem
man versêret ist. / noch heiler weiz ich heiles wâc, / derst hôher art, der tugend
unt ouch der reinen engel mâc; / [...] daz ist ein reinez
wîp RvZw
Leich 43,2. 4
6
in der Grußformel
~ sîst dû
‘sei gegrüßt’ u. ä.:
heil wistu, chunich der juden! AvaLJ
146,6;
wir [...] gruͦzen si mit worten /
heil wis tu magetin / des himeles heriv chunegin VMos
71,22;
chrvz wis heil [interl. zu O crux ave
]
PsM
H 60,6;
heil sist du keiser here Rol
711;
hail sistu, chuͦnc Paligan ebd.
7948;
Konr
8,9.
8,10;
KvHeimUrst
254;
PrHoff
90,17;
Tund
449
MWB 2 1259,5; Bearbeiter: Tao
heil
stN.
1
‘Glück, Wohlergehen, Erfolg, Vorteil’
1.1 allg. 1.2 in Wunsch- und Grußformeln 1.3 euphemist. für ‘Unglück’
2
‘Rettung, Hilfe’
2.1 allg. 2.2 in relig. (christl.) Sinne 2.2.1
‘Rettung der Seele, Erlösung’
2.2.2
‘Seelenheil, (ewige) Seligkeit’
3
‘Heilung (von Wunden und Krankheit)’
4
‘Gesundheit’ (?)
1
‘Glück, Wohlergehen, Erfolg, Vorteil’
1.1
allg.:
ich dankes mînem heile, daz ich dem tiuvel entran
NibB
2001,4;
ez muoste sterke unde heil / under in beiden / an dem sige
scheiden [entscheiden]
Er
4385;
an swiv sich der herre uerlîe [womit er auch
immer sich beschäftigte] , / mit heil ez fur sih gîe
Wernh
D 330;
von heile [glücklicherweise]
UvZLanz
2132;
nû geviel dem künic Artûse ein heil, / daz [...]
StrDan
3050;
nû waltes got und guot heil, / daz ich vinde, des mich
gezeme Eracl
940;
an einir kurzen stunden / hat man gelucke funden. / sal
man ez abir keine wile behalden, / dez muz groz heil gewaldin
Elmend
A 1154;
sie lizzen es heil walden / vnde gingen schilde spalden /
vnde halsberge schroten Herb
7543;
UvZLanz
406;
dû heiles und gelückes rat, / des heilgen geistes minne sat
LobGesMar
25,5;
sî [die Landesfürsten ] mohten
ir willen unde ir heil [was zu ihrem eigenen Besten
war] / ir [Laudine] lîhte gerâten
Iw
2398;
baz vuogete sî mir heiles tac MF:Reinm
38: 1,8;
Eracl
2039;
Flore (P)
4908.
– mit Syn. gelücke, sælde verbunden:
sô möhte ime gelücke, heil und sælde und êre ûf rîsen
Walth
29,31;
sô gehelfe mir mîn trehtîn /
[...] / ze sælden und ze heile / an disem
urteile [Gottesurteil] ! Tr
15719.
– im Ggs. zu unheil, unsælde, ungemach, ungelücke:
kein ungelücke wart nie sô grôz, dâ wære bî / ein heil MF:Sperv
1:4,3;
heil und unheil / diu sint uns nû geschehen
Iw
3682;
grôz heil und michel ungemach ebd.
3929;
unsælde ist heiles vîent Flore (P)
6158.
– mit Attr.:
ez dûht in ein michel heil, / daz si in sô lieblîch ane sach
En
11592;
wir haben gût heil SAlex
2070;
ziuch dich mit guotem heile [mit
glücklichem Erfolg] / ze mînem erbeteile Iw
7309;
daz beste heil daz mir geschach, / daz was
[...]
ebd.
741;
daz ir den künec gelastert hât, / welt ir mir volgen,
so ist mîn rât / unt dunct mich iwer bestez heil, / nemt iuch selben an ein
brackenseil / unt lât iuch für in ziehen Parz
294,3;
du krône menschen heiles ! /
[...] du solt des grâles hêrre wesen ebd.
781,14;
mir ist an im [...] / ein schœnez wîbes heil
geschehen. / diu sælde wirt uns beiden schîn Walth
72,16;
ein mannes heil ebd.
72,26.
– personif.:
da sasz in ir magenkrafft / vf einem rad hoh erhaben, /
[...] frauw Salde vnd das Heil, ir kint
Krone
15829.
15853.
22867;
div werlt iv vollen lon geit [...]: / ze
sælden seit ir gecelt / vnt gelvke ce ingesinde, / dem hæile ze liebem
chinde Warnung
2598;
waz ob iuwer heil eime andern kumet an sîn seil [ihm
zufällt]
RvZw
124,5.
– als Obj. bestimmter Verben:
do gewan Turnûs daz heil [widerfuhr ihm das
Glück] , / daz der Troiâre ein teil / kêrte mit fluhte
En
7449;
SAlex
3516.
4578.
4632;
gewinne ich heil / gegen der wolgetânen, mîn gewerft
[Tätigkeit (als Sänger)] sol heiles walten
Neidh
SL 11:9,6.7;
und wirt er [Iwein] mir, sô
hân ich [Laudine] heil Iw
2114;
Gâwân het êre unde heil [Ruhm und
Erfolg]
Parz
398,7;
verlorn heter daz heil SAlex
3389;
er versuohte sîn heil UvZLanz
6287;
Tr
18809;
Rennew
13925.
– verbale Wendungen:
ezn stê dan an ir heile [wenn sie nicht
das Glück hat] / daz sî den kempfen bringe dar / der sî
gewaltes bewar Iw
6032;
[Marke zu Tristan:] und sîz an dînem heile, / daz
dû mich sülest überleben, / sô si dir allez zeigene geben Tr
5156;
sî daz ez aber ze heile ergê [gut
ausgeht] , / daz ist binamen von gotes gebote ebd.
6170;
daz im sîn rede ze heile sluoc [seine
Sache glücklich ausschlug]
Iw
8099;
als in ir dinc ze heile sluoc [wenn für
das arme Fischerehepaar alles gut ging] , / sô bejagten si
vil kûme ir brôt Wig
5298.
– etw. an ein
heil
lâzen u.ä. ‘etw. dem Glück, Schicksal überlassen, etw. aufs
Spiel setzen, wagen’ (zu verwandten Wendungen mit anderen Subst. wie
âventiure, gelücke, urteil und wâge s. Sanders,
Glück, S. 174-181):
wir lâzenz, hêre, ane daz heil SAlex
6660.
6805;
dô liezen sie ez an ein heil En
2840;
Eilh (L)
568;
Flore (P)
5698;
RvEGer
1171;
RvEBarl
4907;
ûf ein heil wil ich daz lâzen Crane
2992;
her liez daz leben an ein heil En
6764;
daz sie den sege / woldin an daz heil lân Eilh (L)
591;
Boner
8,24;
selten refl.:
wir mogen uns schamen betalle, / daz wir uns lâzen an daz heil / und
an unreht urteil / und an Turnûm den einen man, / der nie gelucke gewan /
wider Ênêam den Troiân En
11775.
–
durh daz wir setzen solden / lîb und gût an ein heil
/ und ouh an ein urteil SAlex
4240;
so wil ich up der stede / lif inde ere setzen in heil
MorantGalie
1791.
–
so wil ichz uf ein heil geben Pass III
107,22
1.2
in Wunsch- und Grußformeln:
–
got gebe dir heil u.ä.:
got gebe iu guot heil! Gen
2180;
got gebe daz ez dir wol ergê / und gebe dir durch sîne kraft / heil ze
dîner ritterschaft Greg
1640;
Tr
2478;
got gebe dir / heil und al dins herzin gir
RvEWchr
21846;
got vüege iu heil und êre, / gesehe ich iuch niemer
mêre Iw
1991;
gelücke iu heil / gebe Parz
450,25.
–
varet mit heile u.ä.:
mit heile muͦzzest dû varen, / dîn got sol dich bewarn
Exod
831;
var du mit heil, dein gelaub hat dich behalten
PrOberalt
157,42;
nu varet mit guͦtem heile / gein dem voget von Baldag
Rennew
12134;
uaret ze guͦtem heile GenM
89,12;
vgl.
faret guoter heile! Gen
2133
(Gen. Pl. oder Sg. zu heile stF.?);
(Keie zu Iwein wohl iron.)
vart iuwer strâze / mit guotem heile Iw
833.
– jmdm. heiles biten, wünschen
‘jmdm. alles Gute von Gott erbitten, jmdm. Glück, alles Gute
wünschen’
do begunde ouch er ir heiles biten Iw
6008;
daz liut im allez heiles bat Wig
1407;
sie bat im heiles, dâ er reit Wigam (B)
1018;
Parz
3,6;
UvZLanz
6328;
wünsche mir heiles [La. geluckes
] , süeziu maget! ich muoz von dir zuo den heiden Tit
(BF)
76,4;
mit weinlîcher stimme / wunschtens alle heiles / der
künegîn UvZLanz
5263;
Parz
224,7.
293,25;
Wig
1844;
in der Salutatio des Eingangsprotokolls von Urkunden:
allen den, die disen brif sehen oder horent lesen, wuͦnschen wir
heiles in vnserme herren ewicliche UrkCorp (WMU)
2539,33.
59,13
(mit Ellipse des Verbs).
– (bei der Begegnung) heil (sî) dir (vgl. Friedrich, PhrasWB,
S. 206f.):
heil dir, [...] sune mîn
SAlex
398;
heil sî dir, kuninc hêr, / beide nû und imer mêr
ebd.
6523
1.3
euphemist. für ‘Unglück’
sîn heil begunder gote clagen, / daz ir ie dehein ungemach
/ von sînen schulden geschach Iw
1348;
würd aber mir daz heil getân, / daz ir mich füertent
über sê, / sô wüehse mir dort leides mê KvWTroj
22192
2
‘Rettung, Hilfe’
2.1
allg.:
daz scef sanc ze grunde. / [...]
daz dâ nihtes niht genas / wan di junchêrren baide. / daz gap in got ze haile
Kchr
1418.
1573;
got gab in sin hail: / daz minner tail / wart lobelichen
sigehaft Rol
4651.
8548;
got unde reht diu riten dô în / mit rehtem urteile, / ir
rotte ze heile, / ir vînden ze valle Tr
6998;
beide helfe unde heil / stât vil gar âne teil, /
herre [Koralus] , in iuwer hant Er
496;
siu [...] besant der tiursten ein
teil, / an den siu helfe unde heil / aller wætlîchest vant
UvZLanz
1196;
Pass III
218,13;
hierher oder zu 3:
daz [wundertätige Pflaster] was ouch dises
mannes heil Er
7231;
Iw
3452.
– vgl. heilalle Interj.
2.2
in relig. (christl.) Sinne
2.2.1
‘Rettung der Seele, Erlösung’
unsir heil was vur bidacht: / Crist in cruci joch in
douffi hat si bracht SuTheol
161;
daz kriuze [...], / dâ unser
heil wart an erstriten Wh
332,24;
da von nam ich di menscheit an mich [...] und
worcht dreie und dreissich iar dein heil und dein ewiges leben in grozer
pein und in pittricheit Eckh (J)
54,12.
55,2;
und wan der werde Jhesus Crist / allain nitt komen ist / umb die juden
[...] / denn umb der welt gemains hail
KvHelmsd
466.
– bezogen auf Christus, Maria:
duo [nachdem fünf Weltalter vergangen
waren] irscein uns allen daz heil VEzzo
148;
es ist hútte der tag der erhebunge des heiligen
minneklichen krúzes, an dem das heil aller der welte gehangen von minne hat
Tauler
230,25;
herre, [...] min avgen
habent gesehen din heil, daz dv bereitet hast vor dem antlütz aller volke
EvAug
129,7
(Lc 2,30);
HvFritzlHl
80,18;
der engil froͮde, der werlte heil, / maget ân ende,
muͦtir ane meil Wernh
D 2535
2.2.2
‘Seelenheil, (ewige) Seligkeit’
swer nâch sînem lîbe / si [die Geschichte]
hœre sagen oder lese, / daz er im bitende wese / der sêle heiles hin ze gote
AHeinr
25;
Rennew
36513;
KvWHvK
767;
nu wünscht im [dem toten
Gahmuret] heiles, der hie ligt Parz
108,28;
daz [die Hostie] enpfâch
durh dîner sêle heil Wh
68,13;
verdienestû der sêle heil, / des himels vröuden erbeteil / besitzestû
RvZw
191,10;
dâ mein ich mîner sêle heil, / ob got wil, mit [mit meinem
Besitz] erwerben HvBer
8849;
[Mutter:] jâ wiltû allez dîn heil / an uns
verwürken wider got AHeinr
638;
ich wil lîp und êre und al mîn heil verswern: / wie kunde sich
deheiniu mîn danne erwern? Walth
61,24;
daz êwige ~
Spec
14,21.
131,21;
Himmelr
12,23;
PrOberalt
61,27.
65,9;
Parad
22,30;
weitere Belege s. WMU 1,809f.
– in Beteuerungen:
dô bôt er michelen scaz / allen
den [Darius-Attentätern]
[...] unde swôr in des genûge / bî sîner mûter
heile, / er wolde mit in teile / sîn lant und sîn rîche
SAlex
3916;
nemt dirre gevangen liute ein teil, / die ûf ir
eit und ûf ir heil / niht wan die rehten wârheit sagen, / swaz hie
künege lige erslagen Wh
462,14
3
‘Heilung (von Wunden und Krankheit)’
man seit von heilawæge uns vil, / wie heil, wie guot ez sî,
[...]. / noch heiler weiz ich heiles wâc, /
[...] daz ist ein reinez wîp RvZw
Leich 43,4
(oder Kompos.?);
ob im [dem Verwundeten] haille [
-e wohl epithetisch, vgl. Einl., S. XXV] möge
geschechen GTroj
14812;
daz niemer sêle wirt gesunt, / diu mit der sünden swert ist wunt, / sin habe
von grunde heiles funt [wenn sie nicht von Grund auf geheilt
wird]
Walth
6,16;
sô hât mich iuwer minne enzunt / und mit ir strâle sus verwunt, / daz ich
nimmer wirde gesunt / mich enheile mînes heiles vunt: / iuwer süeziu minne. / nû
heilt mich, heilærinne, / wan al mîn heil an iu lît: / süeziu, heilet mich enzît
Mai
64,10.13;
und swes si sich versinnete, / daz ime [dem
verwundeten Tristan] ze senfte und ze vromen / und ze heile möhte
komen, / dâ was si spâte unde vruo / betrehtic unde gescheffec zuo Tr
7922.
– auf Christus bezogen (vgl. 2.2.1):
wir sulne ouch bitten die seldenrichun Marien, daz si unsir wnda hail, sit
sie daz hail der wndon truͦc unde niht allain das hail gebar, Ihesum Cristum
PrGeorg (Sch)
14,105f.
4
‘Gesundheit’ (?)
daz im ein ander schilt [metonym. für ‘Schildträger,
Ritter’] heiles wunschte, obe dirre schilt kunde niesen Tit
(BF)
80,4
(vgl. Komm. z.St.);
si trunchen umbe zwei heil: / der sele und des libes
StrKD
59,140
MWB 2 1260,22; Bearbeiter: Tao
heilalle
Interj.
als Hilfe- und Klageruf:
heilalle und aber ja, / ziehet her, ze wafena! / wie tuot mir
diu liebe so Tannh
9,18;
heylalle, yeia iera! / west ich waz nu griffen an, / daz ich nit wuͤrde der
sinne wan MinneR 480
10;
si schruen ‘jo heil alle’, / ‘wafen ummer! ach! a! jo!’ / ir
[toten] herren clageten si so Elis
4720
MWB 2 1263,41; Bearbeiter: Tao |