hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantschmänt stN. hantschuoch stM. hantschuoher stM. hantschuoster stM. hantsëhen stN. hantslac stM. hantslagen swV. hantslegelen swV. hantsnîder stM. hantspil stN. hantstarc Adj. hantstunde F. hanttât stF. hanttætic Adj. hanttræge Adj. hanttuoch stN. hanttwehele swF. hanttwinc stM. hantvane swM. hantvaʒ stN. hantveste Adj. hantveste stF. hantvestene stF. hantvestenunge stF. hantvestlich Adv. hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hantschmänt
stN.
zu afrz. hachement mit epenthetischem n (Suolahti
1,103).
‘Helmdecke’
het ir gesehen / sin hantschmänt, ir muͤstent jehen, / daz auf helm nie wurd
gedent / zwen braune flugel so rich verwent, / dar durch ein bar tiuwer rich
Hirzelin
296
MWB 2 1187,20; Bearbeiter: Tao
hantschuoch
stM. , -schuohe
swM.
auch umgelautet hent-;
sw. Sg. Akk.:
hantschuͦn
Rol
1417
(La.);
hentschen Karlmeinet
A441,2.
A441,7;
sw. Pl. Akk.:
hantzgin Athis
C* 74;
hantschuͦn UrkCorp (WMU)
51,37;
hantschen Pass III
531,52;
hanzckin PfzdHech
218,30;
hentschen Elis
860.
– vereinzelt auch mit Anlehnung an schœne:
die hantschoͤne Priesterl
709
(Pl. Nom.; vgl. Anm.z.St.).
–
‘Handschuh’
1 allg. 2 Teil der Rüstung 3 symbolisch (vgl. 2 HRG 2, 749-751, DRW 5,126-131 und Schwineköper,
Handschuh) 3.1 als Botenzeichen 3.2 bei der Übertragung des Lehens, Eigentums 3.3 als Zeichen königlicher Gewalt bei Verleihung des Marktrechtes 3.4 als Pfand für Erfüllung von Pflichten 4 als Anerkennungsabgabe für das bestehende rechtl. Abhängigkeitsverhältnis (vgl. Schwineköper, Handschuh, S. 105-112)
1
allg.:
zwêne wullene hantschû und ein mistgrape ist des tageworchten bûze, sîn
weregelt ist ein bark vol weizes von zwelf rûten SSp (W)
3:45,8;
man gap in dô ze lône / hantschuoch alsô niuwe
EnikWchr
12947;
sie wirken sîdîn gewant oder wullînz [...] gewant
oder schuohe oder hentschuohe PrBerth
1:146,7;
er [...] hete hantschen an Pass III
531,52;
dünne hirzhiute / sint ze hantschouhen guot, / der dem leder rehte tuot
Quodlibet (W)
1160,24;
ciroteca: hentschuͦch, henscha VocOpt
22.004;
da waz diu hant, diu da haizet der gotez sun. diu waz bedechet mit dem
häntschuͦhe der menschhait PrSchw
1,158.
1,159;
von dem magischen Handschuh für die Tugendprobe:
Krone
23092.
23104
u.ö.
– als Teil weiblicher Accessoires, als Schmuckstück (auch der
Männer):
hantschuohe von sîden wol geworht / ich [als Königin Venus
verkleidet] fuort UvLFrd
166,29;
snüer unde kleine hüllen, / hentschuohe, borten,
stûchen, / die vrouwen solten brûchen, / hiez er dar în [in die
Reisekisten] gewinnen KvWTroj
27487.
28299;
ir hentschen si niht ane endet Elis
860;
ir hantzgin an gestrichen Athis
C* 74;
die handschûch wol ginæt / ziehent si
[Pfaffendirnen] an mit vlîzzen; /
[...] si biginnent sich vaste brîsen; / die
hantschoͤne! unt die spiegel!: / ûf einen itniwen friedel / stêt aller ir
gedinge Priesterl
704;
zwêne niuwe hantschuoh er [beim Tanz] unz ûf
den ellenbogen zôch Neidh
WL 24:10,5;
dez siht man suͥ [
die minner
] dike tragen: / von golde schoͤne vingerlin, /
[...] hentschvͦhe wisse, / ir guͥrtel vnd ir
seckelin / von siden svnt gemachet sin JvKonstanz
492;
da sind inne ir hantschuech weis, / dew perlein und dew
portlein / sullen auch in der lad sein, / da sy sich mit solde / so sy
hochfertig wesen wolde, / ziren und auf machen HvBurg
5468.
– im Zusammenhang mit Etikette und Bekleidungvorschriften:
swâ man dinget bî kunges banne, dâr en sal noch schephen noch richter
kappen an haben noch hût noch hûtechîn [...] noch
hantschû SSp (W)
3:69,1;
hantschuch, swert, mantel, hut / treit er [der ungezogene
Knabe] bi gesten und bi kunden Jüngl
724;
sît er [Bauer] zem phluog ist erkorn, / sô
gieng er billîch âne sporn / und underm huot ân hærîn tuoch, / für Venedier
hantschuoch / trüeg er hendlinge baz Helbl
2,68.
– als Teil der liturg. Bekleidung:
jr [der Bischöfe] hantschuhe
sint geflohten [d.h. aus nahtlosem Gewebe]
Lucid
91,8
2
Teil der Rüstung:
zwêne hantschuohe des selben [der selben
Machart] dran [(waren) am Waffenrock]
Wh
406,11;
zwên hantschuoch stechlîn EnikWchr
9856;
zwên hantschuoch wol geschicket, / mit îsen underspicket Helbl
2,1229;
an beidin hendin sin / trug he hanzckin iserin PfzdHech
218,30;
an den henden sullen si [beim
Zweikampf] niht wan dünne hantschuohe hân SSpAug
175,17;
SpdtL
175,15;
UrkCorp (WMU)
51,37;
ez ensol auch nieman furbaz auf unser tæidinch fuͤrn armbrost, sper, pantzier,
pechelhauben, verborgen hantschuch, verborgen huͤt ebd.
737,11;
ez sol niemant [...] bey der nacht
chainerlay waffen nicht tragen, weder pantzier, hantschuͦch noch hauben, newr des
richters knecht StRMünch
384,20
3
symbolisch (vgl. 2HRG 2, 749-751, DRW 5,126-131 und Schwineköper,
Handschuh)
3.1
als Botenzeichen:
der kaiser bot ime ie den hantscuch [La.
hantschuͦn
]
Rol
1417.
1430.
1435;
StrKarl
2024.
2039.
2042;
den hentschen hey eme do reckde Karlmeinet
A441,2.
A441,7;
werbet mîne botschaft / ze Marsilien [...]. /
füeret im disen hantschuoch dar StrKarl
8681
(vgl.
Rol
7244);
hantschuohe wîze / hêt er an den henden Wig
1428;
UvZLanz
2599;
[ein Engel zu Karl:] nu nim ouch disen hantschuoch /
und stôz den an dîne hant StrKarl
382
3.2
bei der Übertragung des Lehens, Eigentums:
ez sulnt ouch sin erben diz selbe guͦt nach sime tode nuͦnt [=
niuwan
] mit zwain wissen handschuͦhen enphahen unde niht anders
UrkRottw
23
(a. 1300);
[sie] gab in daz [
wînwahs
] vf mit eim hentschuͦ, ledeklich vnd frilich mit allem rehte
UrkWürzb
40,Praef. 7
(a. 1336);
daz ich die eigenschaft, die ich hatte an disen nachgeschribnen lüten und
an der geburt, so von inen kumet [...] han ufgeben uf
den fronalter der vorgenanden chilchen Zürich mit minem hantschuo, also das ich
mir selben nicht behaben han wan die vogtei über die lüte und über ir nachkomen,
die in miner vogtei wonhaft sint ald werdent SchweizId
8,468
(ZGrossmünster; a.1314);
DRW
5,129
(Bluntschli, ZürichRG.; a. 1327).
– für das Leben als Lehen Gottes:
den hantschuͦch er [der totwunde
Roland] abe zoch, / in gegen dem himel er in bot; / den nam
der urone bote uon siner hant Rol
6889
3.3
als Zeichen königlicher Gewalt bei Verleihung des Marktrechtes:
nieman en mûz cheinen markt noch munze erheben âne des richtêres willen,
in des gerichte ez ligt. ouch sal der kung sînen hantschû durch recht dar zû
senden, zû bewîsene, daz ez sîn wille sie SSp (W)
2:26,4
(nach Ausweis der Ssp.-Bilderhss. hängt der Handschuh an einem
Marktkreuz, vgl. 2HRG 2,750);
SpdtL (E)
Ldr 132,1;
SchwSp
90a
3.4
als Pfand für Erfüllung von Pflichten:
– beim Ehegelöbnis:
da ein fri swebenne ewet ain swab, der ist ain fri man, da moͮz er im
siben hantscoͮhe han: mit ten git er siben wete nach dem swabeschen rehte.
[...] div wete elliu, diu niemet diu froͮwe
unde dir voget Trauformel
3.
– beim gerichtl. Zweikampf:
sînen hantschuoch zôher abe; / er bôt in Môrolde dar
Tr
6454;
‘her konig, des wil ich vollen sprechen’, sprach
Banin, ‘des geben ich uch mynen hentschuch, das ich es wil bezugen off synen
lip mit dem mynen das ich han gesehen und gehort das er synen gerechten
herren verriet.’ Lanc
11,4
(vgl. Steinhoff, Lanc. S. 802f.);
das ir ytwiedder synen hantschuch gab Claudas in syn
hant zu eim urkund das sie beyd fechten wolten ebd.
11,17;
und gab dem konig einen hantschuch in die hant und
sprach, er wolt selb fechten ebd.
24,19
4
als Anerkennungsabgabe für das bestehende rechtl. Abhängigkeitsverhältnis (vgl.
Schwineköper, Handschuh, S. 105-112):
da wider sol man den, die div lehen hant, gen von eime ganzen lehen eine
wannvn vnd zwene hentschvͦhe [...] ze sant Martins mes
UrkCorp (WMU)
383,14.
1944,9.
2219,9.
N815,26;
umb einen jerlichen zins zwier weisser hantschuhe UrkBern
5,664
(a. 1328);
SchweizId
8,467
(a.1332; Z.).
8,467
(a.1341; AJahn 1857).
8,467
(a.1344; LBer);
do wart ertailt [...], das der selb Uolrich von
Ainwile dem vorg. waibel, an mines vorg. des abtes stat von S. Gallen, vor gericht
mit zwain hantschuohen dienoti, das tet ouch der selb Uolrich und dienot vor gericht
GrimmRA
1,211
(a. 1341).
– für die Zollfreiheit:
daz dieselben burger ze Muͤnchen soͤllen in unser stat ze
Nuͤrenberg zolfrei sein gelicher wize als unser burger,
[...] daz ze ainen urkuͤnde derselben gnade alleu jar
der erste burger von Muͤnchen, der nach sant Michels tage in unser stat ze
Nuͤrenberg koͤmet, ze ainer present geben soͤlle dem zolner ain pfunt pfeffers und
zwen wizze hantschuche und ein wizzes stebelin StRMünch
108,14
MWB 2 1187,26; Bearbeiter: Tao
hantschuoher
stM.
→
hentschuocher
MWB 2 1189,46;
hantschuoster
stM.
zur Wortbildung vgl. Nölle-Hornkamp, Handwerkerbez., S. 461.
–
‘Handschuhmacher’
her Rudiger der hantschuster UrkCorp (WMU)
2923,42;
der selbe schade ouch besaz / gurtlær und irhære, /
hantschuostær und buochlære, / kompær [...]
Ottok
65692;
weitere Belege s. Matzel, Wortschatz, S. 124
MWB 2 1189,47; Bearbeiter: Tao
hantsëhen
stN.
(Chiromantie) ‘Handlesen’
daz [Zelt des Glaubens] sol alsô
gedenet sîn daz ez nieht intreiffe uon dîner hailgescouwunge deweder des
fiursehennes oder des hantsehennes odir der agelsteren oder des mûsâres odir sô dich
dîn ôre iucket odir dîn ouge TrudHL
95,14
MWB 2 1189,54; Bearbeiter: Tao
hantslac
stM.
1
‘Händeklatschen’
2 (Klagegebärde) ‘ das Zusammenschlagen der Hände, Händeringen,
Sich-Schlagen’
3 (Rechtsgebärde) ‘Handschlag’ , zur Bekräftigung eines Versprechens, einer Versicherung 4
‘Schlag mit der Hand gegen jmdn.’
5
‘Berührung, Streicheln mit der Hand’
1
‘Händeklatschen’
plausu: mit hantslage PsWindb
64,Oratio
2
(Klagegebärde) ‘ das Zusammenschlagen der Hände, Händeringen,
Sich-Schlagen’
swaz in ze leide geschiht, / dâ wider tuont die guoten niht, / wan daz siz
phlegent enblanden / ougen unde handen / mit trehenen und mit hantslegen, / wan si
anders niht enmegen Er
5768
3
(Rechtsgebärde) ‘Handschlag’, zur Bekräftigung eines Versprechens, einer
Versicherung:
die sinne / [...], / die kêr ich
alle dar an, / [...] daz ich im ir [seiner
Herrin] zornmuot / vertrîbe, ob ich iemer mac. / des enpfâch mînen
hantslac Iw
7894;
enpfâch dû mînen hantslac / daz ez [das Land] dîn
eigen iemer sî StrDan
8394;
cze dem drittenmâl gemainsamt uns dise
heilichait [Eucharistie] geselleschaft aller engel,
alsô daz wir marchtenrechte und hantslac enpfâhen, daz wir mit den engeln cze himel
hawsgenozzen und purger werden ewicleich MvHeilFr
27;
si sprach: ‘so gelobe mir, / daz du ez mit trewen verdagest
[...] !’ / des tet si ir einen hantslac
StrKD
5,251
4
‘Schlag mit der Hand gegen jmdn.’
dô spîeten si ûz in sîn [Jesu] antlitze und slûgin
en mit halslegen. abir di anderen gâbin ime hantslege [
palmas
] in daz antlitze EvBeh
Mt 26,67
5
‘Berührung, Streicheln mit der Hand’
geneme [ keinem (Kranken)] wart der
hantslach Roth
3232
MWB 2 1189,60; Bearbeiter: Tao
hantslagen
swV.
auch -slahen (stV.? nur Part. Präs. und subst. Inf.).
– im subst. Inf. auch mit Umlaut hent-, hend-.
1
‘in die Hände klatschen, die Hände zusammenschlagen’ , 2 (Klagegebärde) ‘die Hände zusammenschlagen, ringen; sich mit der Hand
schlagen’ , 3
‘das Schlagen mit der Hand (gegen jmdn.)’ , nur subst. Inf. 4
‘etw. beschlagnahmen’ (vgl. DRW 5,121)
1
‘in die Hände klatschen, die Hände zusammenschlagen’,
Glosse zu lat. conplodo
SummHeinr
2:233,363
(vgl. Bd. 3, S. 69 s. v. hantslagen; Varianten: ih
sameneslaho, zesameneslahe).
– als Ausdruck der Freude:
plavdite manibvs: hantslahet mit den hanten PsWindb
46,1
(vgl.
hantslagent PsTr
46,1
);
von froden er hantslagete SHort
990
2
(Klagegebärde) ‘die Hände zusammenschlagen, ringen; sich mit der Hand
schlagen’,
meist in Doppelformeln:
do begunden si wæinen unde hantslagen Serv
2835;
Roth
2883;
KarlGalie
11688;
Eilh (L)
2632;
da horde man vluͦchen inde geschelt / inde over den dief [den
verleumderischen Ankläger] clagen, / har roufen inde hantslagen
MorantGalie
3372;
KarlGalie
4177;
hey begonde weynen ind clagen, / sich ryssen ind hantslagen ebd.
4520;
(Part. Präs.:)
junc, alt, arm unde rîche / brâchen und zarten alle für wâr,
/ ab in gewant, hût unde hâr / schrîende unde wuofende, / clagende unde ruofende, /
hantslahende hende und denne brust KvWTroj
42117.
–
brust ~
‘sich an die Brust schlagen’, Part. Präs.:
KvWTroj
42117.
– subst. Inf.:
grôz weinen unde hantslagen / ir megde triben unde ir
wîp KvWTroj
22656;
grisgrammen unde hantslagen / wart dô beschouwet ebd.
36472;
Phariens und alle die mit im waren machten großen jamer,
das Claudas und die mit im waren horten das geschrey und das hantschlagen das
sie machten Lanc
69,29;
owe hendschlagen, owe grisgramen, súfzen und weinen!
Seuse
238,28;
die bleich varw, die geswullnen oͮgen,
[...] daz hentslahen, daz hertzklopfen und sin
selbes von bitterm hertzleid vergessen ebd.
453,14
3
‘das Schlagen mit der Hand (gegen jmdn.)’, nur subst. Inf.:
daz sich di werren [zanken, streiten] mit einander
mit worten, mit stozene, mit hantslane, mit roufene, mit mezzerruckene
StRFreiberg
83,18
4
‘etw. beschlagnahmen’ (vgl. DRW 5,121):
off einich vaidtman [= voget-man
] , idt were weiff oder man, ruymich [= rûmic
‘flüchtig’
] wurden off sturffen ayn leiffs eruen [ohne leibliche
Erben] , in welche hoeue dat das geschege, dae sall ein hoiffs
scholtiss [...] vnd der meier nit hantschlain an der leude
goitt, idt sey varend haue off ligen haue WeistGr
2,518
(a. 1298 kopial)
MWB 2 1190,24; Bearbeiter: Tao
hantslegelen
swV.
‘ in die Hände klatschen’
plaudo: hantschlegolon GlGerm
18,68
MWB 2 1191,8; Bearbeiter: Tao
hantsnîder
stM.
Händler, der Tuch ellenweise abschneidet und verkauft:
ist, daz ein man chaufet gwant wider ein hantsneider, vier ellen, oder
schechs, oder swie vil er dann chaufet, und geit im einen gotzphenning daran, und
chumpt darnach hinwider nicht, also daz in der chauf leicht gerawen hat, ist daz
dann der hantsneider daz tuech nicht hat abgesniten, so chümt der dez chaufs wol
wider. hat aber er daz tuech abgesniten, so mues der chauf für sich gen
StRWien
72;
sneider leineins und wolleinz tuͤchez und gewandez, hantsneider, watmanger
StRWienerNeust
55;
die chaufleut, di da haisent hantsneider oder chramer dicz landes, di geben
ein phenning czu igleichem slag und sint vurbas ledick StRBrünn
372
MWB 2 1191,10; Bearbeiter: Tao
hantspil
stN.
wohl ‘praktisches Musizieren’ (im Ggs. zur Theorie der
schuollist, s.a. Scholz, Tr., S. 455):
daz beste daz er kunde, / sô schuollist, sô hantspil, /
[...] daz leite er ir besunder vür Tr
7967;
si kunde schœniu hantspil, / schœner behendekeite vil ebd.
8137
MWB 2 1191,25; Bearbeiter: Tao
hantstarc
Adj.
‘mit starker Hand, stark, gewaltig’
Dauîdis námo uuírt gántfrístet manu fortis. daz quît.
ármstrenger [La. hantstarcher
]
Will
58,11;
Dâuîd daz chît sterche, hantstarcher TrudHL
49,23;
vnser herre ist der wâre Dauît, der hantstarche, der chom her
in dise werlt mit dem leidigen tieuele ze uehtenne Spec
101,25;
Davit daz spricht in unser zungen ‘ein hantstarcher man’
[...]. Davit haizzet ain hantstarcher man dar umb daz
er den risen Goliat ersluch PrOberalt
18,6;
der [Gottessohn] ist hantstarcher,
wan er dem tiufel an gesigt hat und uns auz siner gewalt erledigt hat ebd.
18,10.
–
nu sich, daz ist gotes sun! / wiltu gegen im icht tun / und ist din ubel wille
und arc / gegen im also hantstarc / daz du im wollest widerstan, / daz laz alhie
zugan! Pass III
410,96
MWB 2 1191,31; Bearbeiter: Tao
hantstunde
F.
die Zeit, die man braucht, um die Hand umzudrehen, ‘Moment, Augenblick’
(vgl. hantwîle):
[bei Gott] ist tûsent jâr als ein hant stunde
DvASchr
361,11
MWB 2 1191,47; Bearbeiter: Bohnert
hanttât
stF.
1 mit der Hand Geschaffenes 1.1
‘Geschöpf (Gottes)’
1.2
‘Werk des Menschen’
2
‘frische Tat’
1
mit der Hand Geschaffenes
1.1
‘Geschöpf (Gottes)’
auch edelst du [Gott] den leip, wann du sein
czuchtmaister pist [...], daz er
[...] sich ôn widersacz beraitet und peutet czu
gotez dinst allezeit: sô wenn daz geschicht, sô ist er geedelt, daz er aller
hanttât auf erd herre ist MvHeilFr
16
1.2
‘Werk des Menschen’
der dach, in deme du salt arbeiden, is din leven;
[...] dat sal man dir lonen na der arbeit dine
handait Lilie
5,21
2
‘frische Tat’
tuont si [Diebe] daz an geweichten steten, ein
chirchen oder auf freithœven und begreift man si an der hanttât,
[...] man sol in den daumen abslahen an der gerechten
hant RbRupr
88
MWB 2 1191,51; Bearbeiter: Tao
hanttætic
Adj.
‘Gewalttat begehend’
dat wir darumbe die gemeinde der ioitschaf [die Gesamtheit der
Juden] neit ainspreghen nogh ainzalen [=
anzalen
‘anklagen’
] in sulen dan diegeine ove [oder] dengenen,
de hantdedigh is UrkKöln
4,175
(a. 1330)
MWB 2 1192,1; Bearbeiter: Tao
hanttræge
Adj.
‘mit träger Hand, langsam’
ein hanttræger gîgær, / ein alter holerphîfær, / ein singer ungedœnet, /
[...] ein râtgeb âne triuwe / ein übeltæt âne riuwe, /
[...]. / daz allez ist für niht guot: / alsô ist ouch
ze niht / ein lant unverriht / an sîner ordenunge Helbl
2,1439
MWB 2 1192,7; Bearbeiter: Tao
hanttuoch
stN.
‘ Handtuch’
mantelia: hanttuͦch SummHeinr
1:325,146;
zu hant trug man die peken dar, / man pot der frewdenreichen schar / das
wasser zu den henden; / manch hanttuch fein [...] / den
herren man da dare trug Virg (St)
362,4;
daz hantuch zu dem bade Erz III
40,107
MWB 2 1192,13; Bearbeiter: Tao
hanttwehele
swF.
s.a. → hantele F.
‘Handtuch’
allewege vor dem tissche vnd nach sol man ieslichem siechem
[...] wazer gewen, daz si die hende waschen vnd
hanttwehelen pieten SpitEich
40,28;
erbegut ist: [...] aigen in der
stat, [...] aigen uf dem lande,
[...] unde alle tische unde alle tafeln unde
tischlachen unde hantweheln unde hantfaz StRAugsb
151,10;
vor jamer wart er weinen / so lange untz dem reinen / sine
hantwele wart vollen naz Vät
29531;
sô einer trinket, sô sol der ander ein tüechelîn für in heben, ein
hanttwehelen PrBerth
2:179,7;
in Glossen des 12. Jh.s für lat. manutergium, mappula s. AWB
4,696
MWB 2 1192,19; Bearbeiter: Tao
hanttwinc
stM. , hanttwinge
F.
‘Armreif, Armband’ oder ‘Handfessel’, mhd. Glossenbelege s. AWB
4,696
MWB 2 1192,32; Bearbeiter: Tao
hantvane
swM. , -van
stM.
1
‘Serviette, Handtuch’ , in mhd. Glossenbelegen des 12. Jh. für lat.
mappa, mappula, mantile u.a. s. AWB 4,697 2 liturgisches Gewandstück: ‘Manipel’
1
‘Serviette, Handtuch’, in mhd. Glossenbelegen des 12. Jh. für lat.
mappa, mappula, mantile u.a. s. AWB 4,697
2
liturgisches Gewandstück: ‘Manipel’
mit der stôl unt mit dem hantvanen Priesterl
256;
waz betútet, daz men den hantfan treit an der linken hant?
Lucid
87,20.
88,1;
daz gewant daz der priester an leit [...], daz hât
alles bezaichnunge. [...] der hantvan bezaichet sine
demuͦtkait PrGeorg
9,2;
PrBerth
2:683,36;
manipulus: hantvan VocOpt
19.010;
stolen unde hantvan, / kasukkel unde borten kluok / kan ich von künsten machen
genuok Bussard
680;
Messgebr
327.
331
MWB 2 1192,34; Bearbeiter: Tao
hantvaʒ
stN.
‘Waschbecken, Waschschüssel’
du lagil undi du hantvaz, / di viole undi du lichtvaz, / du
rouchvaz undi du cherzistal, / daz roti golt was iz al LobSal
127;
waz erbegut ist: daz ist aigen in der stat, daz ist aigen uf
dem lande, [...] alle tische unde alle tafeln unde
tischlachen unde hantweheln unde hantfaz unde beckin unde golter unde lilachen
StRAugsb
151,11
MWB 2 1192,47; Bearbeiter: Tao
hantveste, hantvast
Adj.
1
‘schriftlich fixiert, rechtsgültig’
2
‘auf eine bindende Versicherung hin freigelassen’ ? 3
‘gefangen, in feste Hand genommen’
1
‘schriftlich fixiert, rechtsgültig’
sid dhain gewerft vor menschlicher chranchait an [
= âne
] prief vnt hantfest vrchvnt mach stet weleiben, dar vmb wir
[...] tven chunt allen den, die disen prief sehent
[...], daz [...]
UrkCorp (WMU)
2077,41
2
‘auf eine bindende Versicherung hin freigelassen’?:
die ellenden geste / warin hanfeste [l.
hantfeste (vgl. Anm.z.St. mit verschiedenen
Erklärungsversuchen)] / biz an den anderen dath
Roth
2486
3
‘gefangen, in feste Hand genommen’
knechte unbehende, / hantvast [bez. auf das Akk.-Obj.
si
] ane gebende [Fesseln] , / mit zuͦwornen
haren / inde mit grozen varen [zerzaust und geängstigt] /
leiden si [Galie (als Angeklagte)]
[...] als ein meindedich wif MorantGalie
3710
MWB 2 1192,55; Bearbeiter: Tao
hantveste
stF.
zu möglichen sw. Formen s. hantvestene
1
‘Urkunde’
1.1 allg. 1.2 näher bestimmt durch ein Adj. ( êwic, grôz, guot, gewis, valsch usw.) 1.3 oft verbunden mit brief 1.4 in Verbindung mit bestimmten Verben ( geben, lesen, machen,
schrîben ) 1.5 übertr. 2 wohl totum pro parte, ‘Siegel’ , übertr. 3
‘Bekräftigung (eines Vertrages, eines Eides), Bestätigung’
4
‘Gültigkeit’
1
‘Urkunde’
1.1
allg.:
swaz diu hantvest seit, / daz wolt er für die wârheit /
haben unde rihten EnikFb
1849;
daz brieve bezer sint danne geziuge. wan geziuge die sterbent: sô belîbent
die brieve immer stæte (diz heizent hantfeste), unde hilfet ein tôter geziuge
als wol dir als ein lebendiger SchwSp (W)
34,12;
ein hantveste wirt enwicht von dem getichte [Betrug,
Fälschung]
ebd.
419,5;
der ~ kraft
KvWSchwanr
573;
StRBrünn
399.
400;
alles daz [...], daz vmb andern raub vnd prant
vor an dirre hantfeste geschriben stet UrkWittelsb
1,422
(a. 1287);
sein insigel an die ~ henken
UrkHohenz
1,115
(a. 1303);
geben
UrkÖsterrM
289
(a. 1300);
eine Sache mit ~ bestæten
Ottok
4891;
bevesten
Renner
15162;
stæten
EbvErf
1077;
stæte machen
Ottok
2477;
bringen
StRAugsb
147,30
1.2
näher bestimmt durch ein Adj. (êwic, grôz, guot, gewis, valsch
usw.):
von ewigen hantvesten StRBrünn
224;
do schreib an [an das Buch mit den sieben
Siegeln (vgl. Apc 5,1)] der beste [d.i.
Christus] / die ewigen hantveste / menschlichen heiles
HeslApk
9090;
er gab in hantveste guot EbvErf
4323;
Ottok
5910;
wan si unz bewiͤst habent mit gewizzen hantuesten, daz
[...]
UrkCorp (WMU)
3443,13;
si zaigtn auch mir brief vnd gross hantvest, do mit si ir sache wolten aus
pringen vor dem chunig ebd.
67,21;
dî nutzstin unde bestin / pêbistlîchin hantvestin
NvJer
1076;
ob ein hantveste falsch sei SchwSp (W)
419 Überschrift.
– durch ein Gen.-Atttr.:
[falls] daz aigen also verkauft wirt mit friunde rate,
da mak man der stet hantfeste [mit dem Stadtsiegel beglaubigte, von
der Stadt ausgestellte Urkunde] wol uber gaeben dem der ez da
kauft hat StRAugsb
142,26;
ez suͤllen auch die
gelter [Gläubiger] den erben
vorvarn [den Vorrang haben] umb ir gelt, als der
stat hantfest [das Stadtrecht] sait
StRMünch
333,13.
348,6;
wen der richter wandel [Geldbuße] nimt und
[und diese] in der stat hantvest nicht mit namen
ste geschriben StRBrünn
396;
dar nach liezzen vns ouch des hertzogen schidleute sehen hantueste [
hantfesten
1276A,15, hantvestene
1276B,20
] der bæbst, der cheiser, der ertzbischoͤlf von Salzburg
[...] vber di selben vogtey des gotshous guͦt von
Admund UrkCorp (WMU)
1276C,44.
N376,26;
als it an keiser Otten [...] hantveste steit
HagenChr (G)
679
1.3
oft verbunden mit brief:
PrSchw
1,27;
StRAugsb
157,21;
UrkHohenz
2,213
(a. 1292);
HvNstAp
4771;
StRBrünn
399
1.4
in Verbindung mit bestimmten Verben (geben, lesen, machen,
schrîben):
den tag, da di hantvest an gegeben ist StRBrünn
399;
vnd ist diser chovf geschehen vnd oͮch disiv hantveste darvber geben
UrkÖsterrM
289
(a. 1300);
Ottok
5892;
des gab er uns ain hantfest HvBurg
6195;
die hantveste ich hân gelesen EbvErf
2019;
StrKD
13,160;
Ottok
2192;
daz disiu svͦne vnd dise sætzze also stæte vnd vnzerbrochen beleiben, dar
umbe haben wir haizzen machen dise hantfeste UrkWittelsb
1,413
(a. 1287);
PrBerth
1:575,17;
hantveste man des nam / von dem bâbest EbvErf
2014;
StRAugsb
155,36;
daz man eine ieglîche hantveste schrîbet ûf kalpvel oder ûf schâfvel
PrBerth
1:575,18;
Brun
6220;
Hadam
205,3
1.5
übertr.:
ist es aber ieman toͤtlichem menschen vf erde gegeben, das
er got mohte sehen [...], das mvͤste sin von besvnderre
heinlicheite hantfeste DvAStaff
498;
des gap er [Gott] in hantveste durch sine milden
gute, / an zahen [= ein zeichen
] wol daz peste, daz niemer gar div werlt van watzer flvete /
verderben sol. den regenbogen er vmbe / kert, als ob ein schvze mir but dev
senewe vnd gaf em selbe daz krumbe JTit
Regenb. 2,1;
daz unschuldige blût mîn: / daz sol ein hantveste wesen, / dâ man sol
immer an lesen, / daz des menschen missetât / die martir mîn gebezzert hât
VierTöchter
416;
he dreit noch under ougen / [...] die rechte
strîdens zeichen [Narben] , / ingesigel unt hantveste
Göllh
192;
von nâtûre minnet ein ieclich dinc selben sich und sîne nâtûre. alsô ist
diu menscheit [Christi] ein stætiu hantveste sicherre
suone unde ganzer liebe von dir DvAOff
24;
[Maria] di allir gute eine hantveste
Brun
189
2
wohl totum pro parte, ‘Siegel’, übertr.:
[Laudatio auf Ither: ] ein slôz ob dem prîse. / sîn herze
an zühten wîse, / obem slôze ein hantveste Parz
160,19;
manec leben wart dâ übersigelt / mit des tôdes hantveste
Wh
391,27;
doch heten sie vor lebens vil versigelet / mit des tôdes hantvesten, die
nieman kan gebrechen, / als man eteswâ hantveste tuot Loheng
4627;
JTit
4157,3
3
‘Bekräftigung (eines Vertrages, eines Eides), Bestätigung’
vnde ze urchuͥnde disses dinges so gaben wir vnser insigele an disme brieue
[...] ze einer hantfesti vnd ze einer stetj
UrkCorp (WMU)
106,6
u.ö.;
uon einem vicetoͮme, der [...] gotes
uerloͮgenote unde deme leidigen tieuele ze hantueste einen brief screib
Spec
99,4;
diu mort [Missetaten (Adams und Evas)? La.
wort
] schreip der tievel an, / do er den menschen gwan, / ze einer ewigen
hantfeste StrKD
13,95;
ze wortzeichenne beide / und ze hantveste der eide / wart dú
groze heiligheit [Reliquie] / in die arche
[Bundeslade] geleit RvEWchr
11915;
[die hl. Martina] treit an ir milte hant / des kvnges
ingesigel von Engellant, / ganzes gewaltes hantfeste, / daz si die ellenden geste /
zvo sinen genaden enpfahe, / swer mit gebet zvo ir gahe Martina
286,7.
– übertr.:
du maht an im nu tuon / dîner triwe hantveste
Parz
345,7
4
‘Gültigkeit’
daz dis stete belibe vnd hantvestj heige, so henken wir v́nser jngesigele ze
eime vrkv́nde an disen brief UrkCorp (WMU)
443,14;
hantvesti und kraft haben WeistGr
5,92
(a. 1343);
daz der wideme, den er geben hat [...] sinre elichen
wirtin, vf dem [...] houe bliben vnd sin sol vesticlich in
sinre krefte vnd hantueste UrkRapp
478,20
(a.1350)
MWB 2 1193,7; Bearbeiter: Tao
hantvestene
stF.
Formen auf -en auch als sw. Flexion von hantveste
auffassbar.
1
‘Urkunde’
2
‘Gültigkeit’
1
‘Urkunde’
so hant die Romer uf gesezzit daz dekein privilegium, daz ist
hantvestene, frome were, man enschribe danne [...] welhes
iares der brief wurde gegebin MNat
13,1;
alle hantvesten sint enwiht / und habent si rehter insigel niht
Renner
18779;
mit hantvestinon besigelten mit sinem jngesigel UrkCorp (WMU)
1978,36;
BgRIglauD
20.
– näher bestimmt durch ein Gen.-Attr.:
die selbe hantvestin keser Frideriches UrkCorp (WMU)
1653(6), 40, 42;
mit des kuniges hantvesten ebd.
N408,37.
– verbunden mit brief:
KvWSchwanr
149;
UrkCorp
156,43;
StRMosb
547
(a. 1337).
– in Verbindung mit Verben:
die selbe hantuesten wart gesriben vnde geben UrkCorp (WMU)
1126AB,30;
dâ schreib der almehtige got sîne hantvesten ûf sîn selbes hût
PrBerth
1:575,20;
HvFritzlHl
89,19
2
‘Gültigkeit’
vnd daz diz ganzze hantfestin vnd stetikeît habe, so han ich disen brîef deme
abbete [...] gigeben bisigilt mit mineme jngesigele
UrkCorp (WMU)
107,19.
N715,15;
sol doch die verbuntnisse stete bliben und hantfestin haben
UrkBasel
4:154,29
(a. 1345)
MWB 2 1194,59; Bearbeiter: Tao
hantvestenunge
stF.
‘Urkunde’
wir [...] duͦen kuͦnt allen den gienen
[...], die diese hantuesteninge ane gesient inde
gehorent, dat [...]
UrkCorp (WMU)
380,40;
sine zveilf burgen, der namen in der hantvesteninge bescrieuen steint ebd.
3469,7;
jnde han och unse ingesigele [...] jn
vestenicge [l. -incge
] diesir hantvestenincge an diesin brif gehangin ebd.
62,5
MWB 2 1195,19; Bearbeiter: Tao
hantvestlich, -lîche
Adv.
‘urkundlich, rechtsgültig’
wann wir der vorgenanten stett insigel bestetigend mit gewalt koniglicher
maiestat hantfestlich zuͦ vergehend alle geschiht und sachen und zu kreftigend und
zu bestetigend alle [...] brief, daran es hanget
StRSchlettst
45;
was moht er ir gegeben me / wan herze, lip, sin und muͦt, /
sich selbe, lant, lút und guͦt? / hantvestliche in ir gewalt / braht es gar der
degen balt RvEWh
14049
MWB 2 1195,27; Bearbeiter: Tao |