hâ – haber- haberlîte – hachelen hachelwërc – hage hage- – 2hagen hagen- – halbe halbe – hallergëlt hallergülte – halphimel halp|hunt – halpvaste halpvierteil – halser halsgebeine – halsveste halsvlinken – hamerslac hamerslahen – hanef hanef|âkambe – 1hansen 2hansen – hantgiften hantgiftphenninc – hantsalbe hantschmänt – hantvestlich hantvestunge – hârbendelîn hârblôʒ – hârlouf harm – harnaffe harnasch, harnas – 1harre 2harre – hartruore hartsinnic – haselbir haselbluome – hasenvleisch hasenwint – havendierne havengazzer – haʒʒiclich haʒ|zorn – heberînmelwer hebesal – 3hecken heckenjeger – hegelîn hegeln – heidenisch heidenischheit – heilalle heilant – heilige heiligeistlîcheit – heilvuorlich heilwâc – heime suochen hei|metze – heimvart heimvartlich – heitber, heidelber heiter – heiʒmuot heiʒsühtic – hëlfebære hëlfebërnde – hëlkleit helle – helleglocke hellegluot – hellemunt hellemünzer – hellerigel hellerîs – helle- hellesun – hellevreisærin hellevunke – hëllunge helm – hëlmschîn hëlmschirbe – helwërtwitze hely – hendewinden hendewringen – hennenvuoʒ hentschuocher – herbërgen herbërgerîe – hêre herebërge – hergesidele hêrgesidele – hêrischheit hërkêre – Herodære Herodiane – hêrrennôt hêrrenphruonde – herschrîære hêrschunge – hertes hërtgëlt – hërverloufen herverten – hërzeblüete hërzebluot – hërzekrachen hërzekranc (?) – hërze|nabele (?) hërzenandâht – hërzenvride hërzenvrô – hërzestôʒ hërzesüeʒe – hërzevrouwelîn hërzewaʒʒer – heselîn heselîn – hîbære hichela – hierunder hiesch – himelbalsem himelbære – himelgesanc himelgesinde – himelknabe himelknolle – himelpalas himelphat – himelschheit himelschlich – himelstîge himelstîgunge – himelval himelvane – himelvürste himelvürstin – hinde hinden – hindergêunge hindergrîfen – hindernisse hinderrât – hinderstelle hinderstellic – hinderwërtlingen hinder wîchen – hinker hinkêre – hinnëben hin nëmen – hînt hintber – hinwërt hinwësunge – hirngupfe hirnhût – hirtelîn hirtelôs – hirʒmilch hirʒ- – hiu hiubelhuot – hiuten hiutezucker – hôchgebirge hôchgebluomet – hôchgenant hôchgenende – hôchgewaltic hôchgewîht – hôchmeister hôchmësse – hôchvart hôchvart – hôchzîtkleit hôchzîtlich – hœhe hôheclich – holde hölde – hol|loch hol|louch – holzapfelîn holzban – holzheit holzhërre – holzschuoherin holzstîc – honec honec|bluome (?) – honec|tranc honec|triefende – hônheit honic – hopfenziech hopferebe – horgen horgewat – hornicsprenget (?) hornîn – horten hortgadem – hospitâl hossen – houbeten houbet|êre – houbetkleit houbetklôster – houbetman houbetman|ambet – houbetsachwaltære houbetschande – houbetsünde houbetsündic – houbetwaʒʒer houbetwëgen – höuptinc höurëht – höuwezëhende houwic – hovegeselle hovegesinde – hovelich hovelîche – hovephenninc hovephliht – hoveschar höveschære – hovestatzins hove|stetære – hovezins hovezorn – 1hûchen 2hûchen – hüenerhirne hüenerhûs – hûfeht hufel – hügenisse hügenumft – hüllenwëbære hüllenwëbærinne – humerâl hummen – hundertweide hundesber – hungergîtic hungerhâr – hunt huntaffe – huobdinc huobe – huof huofblat – huorgelust huorgelustic – huotelôs huote|strëbe (?) – hurmelen hurnaʒ
– hurticlich hurtieren – hûs|êre hûsgëlt – hûslode hûslôs – hûsvrouwe hûswer – hûwen hûwen – hy
|
hantgemahele
stN.
→
hantgemâl
MWB 2 1179,42;
hantgemâl, -gemahele,
-gemælde
stN.
auch -ge- mæle.
– wohl zu ahd./mhd. mâl
‘Zeichen’ oder ahd. mahal
‘Gerichtsstätte; (Gerichts-, Rats-)Versammlung; Vertrag’ (AWB 6,81f., mhd. nur in
Ableitungen und Zusammensetzungen), wobei mit Vermischung der beiden zu rechnen ist; zu
Etymologie, Formen und Bedeutung vgl. 2HRG 2,737-741 und DRW
5,58-60.
1
‘durch die Hand dem Körper zugefügtes Zeichen, Zeichen an der Hand’ , von Wundmalen Christi 2
‘Vertrag, Bund Gottes mit den Gläubigen’
3
‘Denkmal’ oder ‘Palast, Herrensitz’ (dann an 4 anzuschließen) 4 ein Landstück, dessen Besitz den Stand gehobener Freiheit begründet und für diese
Freiheit als Beweis dienen kann, ‘(adliges) Stammgut, Herrensitz’
5
‘Amtsgut (eines Gerichtsdieners)’
1
‘durch die Hand dem Körper zugefügtes Zeichen, Zeichen an der Hand’, von
Wundmalen Christi:
da der eingeborner sune din, / mit straken armen ane hienk, / do er die
hantgemele enpfienk, / durch die wir erlœset sin Damen
1,26
2
‘Vertrag, Bund Gottes mit den Gläubigen’
ein veste ist der herro den furhtenden inen unde daz hantgemahele sin selbes,
daz iz eroffenet werde in [interl. zu firmamentum dominus est
timentibus eum! et testamentum ipsius ut manifestetur illis
]
PsWindb
24,14
3
‘Denkmal’ oder ‘Palast, Herrensitz’ (dann an 4 anzuschließen):
ze Rôme was luzel dehain edel man, / er neworht im ain hantgemæle [
monumentum, vgl. E. Schröder, ZfdA 49 (1908), S. 362] ,
/ daz man iemer von im sagete ze mære Kchr
7142
4
ein Landstück, dessen Besitz den Stand gehobener Freiheit begründet und für diese
Freiheit als Beweis dienen kann, ‘(adliges) Stammgut, Herrensitz’
daz sin dev drev geslahte [von den Söhnen
Noahs] , / dev gestent mit durnahte: / einez daz ist edele, / di
hant daz hantgemahele; / di andere frige luͦte, / di tragent sich mit guͦte; / di
driten daz sint dinestman, / [...] darunder wurden chnehte
VMos
15,3;
ne [...] posteros lateat suos, cyrographum, quod
Teutonica lingua hantgemalehe vocatur, [...] ubi situm sit,
[...] hic fecit subscribere: cyrographum illud est
nobilis viri mansus UrkFalk
8
(a. 1166);
swilch schephenbâre vrî man einen sînen genôz zu kamphe an spricht, der bedarf
zu wizzene sîne vîr anen und sîn hantgemâl und die zu benûmene, oder jener weigert
ime kamphes mit rechte SSp (W)
1:51,4;
ähnl.
SSpAug
142,18
(hantgemahel);
SpdtL (E)
Ldr 243
(hantgemal);
SchwSp (W)
402,5
(hantgemahel);
in eineme ûzwendigeme gerichte en antwert niechein schephenbâre man niemanne
zu kamphe. in deme gerichte mûz her aber antwerten, dâr sîn hantgemâl inne liget
SSp (W)
3:26,2.
3:29,1;
si gerten [...] einer
[...] bete, / daz [...] er
in [der König seinen Bruder Gahmuret] niht gar
verstieze, / und im sînes landes lieze / hantgemælde [La.
hantgemahele
] , daz man möhte sehen, / dâ von der hêrre müese jehen / sîns namen
und sîner vrîheit Parz
6,19
(vgl. Nellmann, Parz., z.St.)
5
‘Amtsgut (eines Gerichtsdieners)’
Argoltzingen i feodum habet preco de Sneitse a duce pro hantgemaehil. secundum
feodum seruit xxii denarios UrbBayJ
235
(a. 1280)
MWB 2 1179,43; Bearbeiter: Tao
hantgenælde
stN.
→
hantgemâl
MWB 2 1180,34;
hantgerëch
Adj.
‘rasch bereit, bei der Hand’
dô was der ander [Löwe] hantgerech,
/ wan in der hunger tete frech UvZLanz
1963
MWB 2 1180,35; Bearbeiter: Tao
hantgeschaft
stF.
von der Hand (Gottes) Geschaffenes, ‘Schöpfung, Geschöpf’
nu richeset sin magenchraft / uber alle sine hantgescaft
VEzzo
286;
si [
diu irdiske diet
] ist din hantkescaft / die du gescuofe von der erde
Veit
1,8;
das sich got erparm wolt / uber all sein hantgeschaft Hawich
2527
MWB 2 1180,38; Bearbeiter: Tao
hantgetât
stF.
1
‘Werk von Gottes Hand, Schöpfung, Geschöpf’
1.1 bezogen auf Menschen, die Menschheit 1.2 bezogen auf Tiere 1.3 bezogen auf Himmel, Sonne, Mond, Erde 2
‘Werk von Menschenhand’
3 überhaupt ‘Tat’
3.1 allg. 3.2 wie hanthafte tât (
hanthaft Adj.) ‘frische Tat, offenkundige Straftat’ 4
‘Mitwirkung, Zustimmung’
1
‘Werk von Gottes Hand, Schöpfung, Geschöpf’
1.1
bezogen auf Menschen, die Menschheit:
din hantgetat, / die din gewalt geschafin hat
RvEWchr
29;
die hochgelobte hantgetat / die din hant gemaht hat
HvNstGZ
7114;
got [...] geschvof daz menschelich bilde / nach
im mit siner hende / [...] da von der mensche reine /
ir [l. ist
] gottis hantgetat alleine / und anders nieman mere
Martina
220,30;
din hantwerk [La. hantgetat
]
HeslApk
110;
Adam, dîn hantgetât PassSpW
164;
ob unser hêrre Christ / mit dir reden begunde
[...] : / mîn liebistiu hantgitât
Erinn
889;
ob der heiden schumpfentiur ergê, /
[...] schônet der gotes hantgetât Wh
306,28;
ez ist gar gotes hantgetât, / zwuo und sibenzec sprâche,
die er hât ebd.
450,19;
got mag ir [Maria] niht
uerzihen, / der sie im gewihet hat / uber al sine hantgetat Wernh
D 5098;
die hochgelobte hantgetat / die din hant gemaht hat
HvNstGZ
7114;
ob unser hêrre Christ / mit dir reden begunde
[...] : / mîn liebistiu hantgitât
Erinn
889;
er hat an sih enpfangen / daz bild siner hantgetat / durh
den uaterlichen rat Wernh
D 4056;
irbarme dih ubir dine hant getat Litan
187;
PrLpz (L)
28,22;
Wernh
D 2387;
daz er dur die namin drie / sinir cristenlichir hantgitat /
gnadich in den sundin si MarseqM
64;
hilf, herre, dîner hantgetât KLD:Kzl
16: 9,13;
künic aller keiser, / vater aller weisen / sîne hantgetât erlôste
MF:Her
6:2,5;
ähnl.
ArnoltSieb
19,18;
EvBerl
558;
Kröllwitz
440;
durch dine reinen heren hantgetat FvSonnenburg
43,9;
durch menschliche hantgetat Pass I/II
(HSW)
23257;
durch lieb siner hantgetat, der armen menschen
PrOberalt
30,3;
durch willen siner hantgetat HeslApk
17207;
minn [die personif. Minne] diu
ist gotes hantgetât KLD:Kzl
17: 4,8.
– formelhaft: ich bin, er ist, sie sind dîn hantgetât
o.ä.:
KvHeimHinv
509;
Rennew
83.
1519;
Virg
59,5;
Helbl
8,690;
WolfdD (H)
1064,4;
HeslApk
5282;
HvNstGZ
1932;
PrLpz (L)
43,15;
UvEtzWh
3734
1.2
bezogen auf Tiere:
ein vihe gehœrt, ez siht, ez gât, / von gote ez lebende
krefte hât [...]. / daz vihe ist gotes hantgetât
RvEBarl
12793
1.3
bezogen auf Himmel, Sonne, Mond, Erde:
die himele sint dîn [Gottes]
hantgetât RvEBarl
13101;
dâ von ist ez [die Sonne] ein
hantgetât, / die got ouch geschaffen hât ebd.
9595;
er ist vil tœrscher danne wîs, / swer dise gotes
hantgetât [näml. den Mond] / vor gote ze einem
gote hât ebd.
9621;
wan wer gote begeben phligt / und uf di
hantgetat [näml. Sonne oder Mond] sich wigt / und
dar zu syne lyebe treyt, / der ist abtrungec algereyt Hiob
11828;
ez [die Erde] ist ein gotes
hantgetât RvEBarl
9494
2
‘Werk von Menschenhand’
iuwer sin ist blint, / iuwer hœhsten gote sint / menschlîchiu
hantgetât RvEBarl
9233;
si [die Götzen] sint des menschen hantgetat, / die
uwer ubelistic rat / zu goten uzerkorn hat Pass III
673,65;
sît si gelouben wellent hân / daz si götlichen rât / vinden an ir hantgetât, /
die si dâ selbe hânt geworht KvWSilv
1600;
ir herze sinnes niht enhât, / sie vallent für ir hantgetât / und betent
algemeine / an holz unde steine LBarl
3966
3
überhaupt ‘Tat’
3.1
allg.:
nv han ich von iv gesehen / vil riterlich hantgetat Krone
10691;
alles vnser vngemach, / [...] das wolt got
beschauwen / mit siner gnaden hantgedat, / als er wol erzeuget hat / v̍ch hu̍t
an disem tage ebd.
21022
3.2
wie hanthafte tât ( →
hanthaft Adj.) ‘frische Tat, offenkundige Straftat’:
diu hantgetât daz ist daz, swâ man einen man mit der getât begrîfet oder
an der fluht der getât; oder der divpheit in sîner gewalt begrîfet, die er
selben verstoln hât SchwSp (W)
264,1;
swer so vber den andern tag seine devbe oder seinen raube bei einem manne
vindet, der daz offenbær geravbet hat, den enmag man dheiner hantgetat
schuldigen SpdtL (E)
Ldr 145.
– jmdn. an der/ mit der ~ begrîfen:
in den gebunden tagen mac man über deheinen æhter
gerihten, er werde danne begriffen an der hantgetât SpdtL
189,9.
194,24;
SchwSp (W)
91,2;
unde wirt aber er begriffen an der hantgetat, der daz
mort da hat getan, so sol man uber in rihten [...] mit
dem rade StRAugsb
85,9;
ist aber, daz man in an der rehten hantgetat niht
begrifet, unde daz er der notnumfte laugent, [...]
ebd.
88,9.
92,3
u.ö.;
StRMünch
283,22;
swen man mit der hantgetât begrîfet den sol man für
gerihte füeren SpdtL
182,10;
SchwSp (W)
82,1.
95,4.
244,1.
– jmdn. an der ~ vâhen, vinden:
swer die notnumpht begat an maegeden
[...], wirt der gefangen an der hantgetat, so ist
diu rehte urteil, daz man in laebendigen begraben sol StRAugsb
88,7.
90,14;
StRLandau
227;
lit ein iude bi einer cristenin, vindet man si bi
einander an der hantgetat, so sol man si beidiu brennen StRAugsb
57,4.
57,9
4
‘Mitwirkung, Zustimmung’
[
Hainrich, ein Edelknecht von Guͦtmettingen,
verkauft] mit willen, gunst vnd hantgetat [seines
Herren ein Eigen]
UrkFürstenb
2,20
(a.1304)
MWB 2 1180,44; Bearbeiter: Tao
hantgeworht
Part.-Adj.
‘von Menschenhand gemacht’
zwelfboten, / die den hantgeworchten goten / widerstuenden
HeslApk
14924;
daz die witzelose diet / [...]
hantgeworchten abtgoten / dienet und opfer brenget ebd.
19540
MWB 2 1182,14; Bearbeiter: Tao
hantgeworhte
stN.
wie
hantgeschaft
und
hantgetât
1.1:
got [...] minnete sin hantgeworchte
HeslApk
17677
MWB 2 1182,19; Bearbeiter: Tao
hantgift
stF.
rip. auch -gicht.
1 was mit der Hand, in die Hand gegeben wird 1.1
‘Gabe, Geschenk’
1.2 genauere Bedeutung unklar 2 rechtsspr. ‘Verleihung, Besitzübergabe’
1
was mit der Hand, in die Hand gegeben wird
1.1
‘Gabe, Geschenk’
si [...] reit / durch kurzewîle
in manic stift, / dâ man ir edel hantgift / gap unde rîchen prîsant
KvWTroj
11196.
23180.
24968;
im [dem Papst Silvester] gap diu sælde ir
hantgift / und wart sîn heil sô manicvalt KvWSilv
534;
ab dem conpendio dem buoche / theologice veritatis /
[...] diz buoch ein sach vnd ein sarc / ist alder
waren schrifte / ein heil ein heilic hantgifte Martina
211,82;
aller meintat ein stifte / aller hofart ein hantgifte ebd.
157,72;
in siner eigenen stifte [Hölle] / mit leider
hantgifte ebd.
159,106;
[Diederich erschlug den Fahnenführer wegen seiner Feigheit und
sagte:] dyt haff dyr, [...] boeswicht,
/ dese gave ind dese hantgicht KarlGalie
2592.
– übertr. auf den Kampf, Schlag mit Waffen:
Hercules [...], / der viel
drât [...] in die vil wunneclichen
stift [Troja] / und gap ir leide hantgift /
mit der swæren künfte sîn KvWTroj
12344;
swær unde sûre hantgift / die wolten si den gesten
geben / und in mit strîte widerstreben ebd.
25194;
mit swerten bitter hantgift / ein ander si dô gâben
KvWPart
16292;
o we, we was mir gescheit, / dat ich dem boesen wichte /
Durendardes [Rolands Schwert] hantgychte /
neit en kunde also gegeven, / dat hey verloren hadde syn leven
KarlGalie
12450.
5212
1.2
genauere Bedeutung unklar:
– im Zusammenhang mit dem Aberglauben: Geschenk (mit günstiger oder
ungünstiger) Vorbedeutung?
sô geloubent etelîche an bœse hantgift. sô gent etelîche mit bœsen
batônjen umbe unde mit bœsem zouberlehe umbe PrBerth
1:264,28;
der gloubet an hantgift, der an aneganc unde der an zouber ebd.
1:530,6
(zur Diskussion vgl. A. E. Schönbach, Studien, WSB 142 [1900], VII. Abh.,
S. 30-32).
– erster Erlös des Tages mit Vorbedeutung? hier im Bild des
Kampfes:
sie waren an ir koufe der hantgift wol ze heile. / vil ors gen tjoste
loufe ersprenget wart ze beider sit vil geile, / fur daz die zwen alhie den kouf
entsluͦgen. / ze Berne uf kampelmarkte so richen kouf die staznær
[zu stationarius ‘Händler mit festem Laden’ MLLM
2,1291] nie getruͦgen! / hie wurden kunige veile ir lebnes lip
[...] / an ringem geltes teile JTit
4575,1
2
rechtsspr. ‘Verleihung, Besitzübergabe’
vnd han die hantgift getan des vorgenanden houes ze Nidernweningen mit dem
gedinge, das [...] min muͦter han sol in gewalt vnd in
gewer den selben hof [...] von pfingesten vber ein jar
UrkCorp (WMU)
1423,16;
dc wir dien geistlichen [...] vrôwon von Gnadontal
dv́ nâh geschriben gvͤter [...] hein ze erbe verlv́hen mit
der rehtvnge vnd gedinge, alse hie nâh stat: [...] disv́
hantgift vnd gedinge geschâhen, do [...]
ebd.
2759,27;
dass ich dis hantgift stete habe, und dawider nüt komme, des bind ich mich an
disem gegenwürtigem briefe SchweizId
2,135
(Gfrd.; a. 1303).
–
‘Vermachtes’
und bat da offenlich der selb Gilge mit fúrsprechen ze ervarende mit rehte,
ob er wol der egenanten siner efrowen einen vogt erloͮben und geben moͤhte úber
ezlichú guͤter und hantgift [Glossar z.St.: „vermachte Güterzinse, als
persönlich dargereichtes Kapital gedacht”] , so er ir und iren
erben ze rehtem phande versetzen wolte UrkAarau
43
(a. 1332)
MWB 2 1182,22; Bearbeiter: Tao
hantgiften
swV.
‘ein Geschenk geben, eine Stiftung machen’, mit Dat.-Obj.:
wan so hantgiftet ein friunt dem andern in dem namen daz im
gelucke unde guot davon volgete MNat
17,19;
die darnah Rome stiftin / und ir also hantgiftin / das mit
kúnechlichim werde / dú lant uf al der erde / dar dienstis wrdin undirtan
RvEWchr
170
MWB 2 1183,23; Bearbeiter: Tao
hantgiftphenninc
stM.
‘Geldgeschenk aus Anlass der Geburt eines Kindes’, Näheres unklar:
item interdicti sunt denarii, qui dabantur dominabus in puerperiis et qui
dicuntur hantgiftphenninge in natalibus UrkStVerf
106
(a. 1214)
MWB 2 1183,30; Bearbeiter: Tao
hantgrel
stF.
‘Spieß’
der werde gast also schnell / fürtte aine hand grell. /
[...] dem argen ward erzaigett / des gastes zornlicher
hass. / er stach in daz er gesass / gar hinderm ross uff dem blon
GTroj
20516
MWB 2 1183,35; Bearbeiter: Tao
hantgrift
stF.
‘Berührung mit der Hand’
hantgrift der [Gen. Sg.] schiuwet niuwer wunden ve
[ vgl. FrlWB, S. 310, s.v. schiuwen
]
Frl
7:17,12
MWB 2 1183,40; Bearbeiter: Tao
hanthabe
stF.
1
‘Griff, Henkel (an einem Gegenstand)’
2
‘Handhabung, Durchführung, Behandlung’
1
‘Griff, Henkel (an einem Gegenstand)’
ansa: hanthaba SummHeinr
2:12,267;
ancia : hanthaba ebd.
1:353,102;
capulus: helza, hanthaba ebd.
2:227,277;
daz diu myschung irs zinwerchs diu newn tail lautter zin sey
und daz zehent tail pley, swelherlay geschirr oder trinchvas daz sey. ez sol auch
die hanthab und daz lot und daz luck der ainen myschung sein StRMünch
460,11
2
‘Handhabung, Durchführung, Behandlung’
er sluc daz houbt im abe / mit eines slages hanthabe
Pass I/II (HSW)
22368.
39609;
do schutte er alzuhant sin swert / in menlicher hanthabe Pass
III
688,59;
mit ungetruwer hanthabe / wart si von in gebunden / und geslagen
[...] / mit besmen und mit riemen ebd.
680,23
MWB 2 1183,43; Bearbeiter: Tao
hanthaben
swV.
‘beschützen, verteidigen’
auch geloben wir [...] dem rat und den burgern
[...] der [...] stat zu
Frideberch, alle dise vorgeschriben stukke besament und besundern stete und veste zu
halden und si dabey getreuliche zu behalden und zu hanthabene ane allerleye
argeliste und geverde UrkFriedb
176
(a. 1349)
MWB 2 1183,58; Bearbeiter: Tao
hanthaft
Adj.
‘in der Hand haltend, an der Hand haftend’, nur rechtsspr. in der Formel
hanthafte tât
‘frische Tat, offenkundige Straftat’ (zur Bezeichnung und Sache vgl. HRG
2,741ff.):
die hanthafte tât ist dâr, swâ man einen man mit der tât begrîft oder in der
vlucht der tât, oder dûbe oder roub in sînen geweren hât SSp (W)
2:35;
ez sol vnser rihtær dehainnen bvͦrgær vf haben vmb dehain inziht, da si dann
hanthaft oder woriv [bewiesene] tat UrkCorp
(WMU)
3452,30;
ne ist die schultheize dar nicht zuͦhûs, geschet ein vngevuͦge, so setzet man
einen richtere vmbe eine hanthafte tât ebd.
51,12.
SSp (W)
2:10,1.
2:64,1.
2:64,4;
StRPrag
156.
– jmdn. in hanthafter tât begrîfen o.ä.:
wirt ein vrouwe begriffen in hanthafter tat an totslage oder an kamphberer
wnde, des is der clegere sie [...] zvͦ oberwindene selbe
seuende UrkCorp (WMU)
2265,47;
StRFreiberg
76,22;
wen man damite irwischet an hanthafter tat ebd.
252,12;
swen man mit der hanthaften tât vâhet SSp (W)
1:66,1;
an den hanthaften teten / vienc her den ungetruwen schalc
HeslApk
2502
MWB 2 1184,1; Bearbeiter: Tao
hanthaft
stF.
1 wie hanthafte tât (
hanthaft ) 2
‘den Verbrecher überführender Gegenstand, Beweis’
1
wie hanthafte tât ( →
hanthaft):
diu ir lîp / gemeilet hât mit untât: / bî der man zwêne pfaffen hât /
begriffen an der hanthaft Mai
132,5;
begriffet man einen diep mit der hanthaft, den sol der voit vesten
UrkCorp (WMU)
1100AB,43,42
(möglich auch zu 2);
SpdtL (E)
Ldr 144
2
‘den Verbrecher überführender Gegenstand, Beweis’
chæm aver ein man fur gericht [...] und hiet auch sô
getân hanthaft, dâ mit er den diup wol uberwinten mæcht RbRupr
302;
der ander ruͤger her fuͤr gat: / daz ist sin selbs missetat,
/ sin sunde und sin bosheit, / die er uf dem hals treit: / mit der hanthaft gevangen
/ alsus kumpt er gegangen. / da wirt sin suͤnde offenbar HvNstGZ
6650;
[Fürstengericht über den König Adolf:] daz im die fursten
alle gelîche / widerteilten daz rîche / und alle fursteliche kraft: / wand man ez
mit der hanthaft / gegen im bewært aldâ Ottok
71571
MWB 2 1184,23; Bearbeiter: Tao
hanthaftic
Adj.
eine Weiterbildung von →
handhaft in gleicher Bedeutung, nur formelhaft in der Verbindung mit
tât (getât):
die hanthaftege tat ist ouch daz, daz man einen man begrift daz swert in der
hant odere andere wafen, da her den vride mite gebrochen habbe
StRGörlitz
453;
der abir den anderen tac seinen deube oder sein raup vnder eimandern vindet,
der das offenbar gekauft hat, vnd unheimlich gehalden, den mag man keiner
hanthaftigen tat beschuldigen StRPrag
156.
158;
wirt aver ein man bechlaget vmbe raubpleiche gewer, da man die hanthaftigen
getat beweisen mag SpdtL (E)
Ldr 130,1.
Ldr 146,1;
SSp (W)
1:43.
– jmdn. in der hanthaftigen tât bestætigen, vâhen:
ab her in der hanthaftigen tât bestêtiget ist SSp (W)
2:71,5;
wer in der hanthaftigen tat gefangen wirt mit deube oder mit raube, der mak
sich an keinen geworn zihen StRPrag
158
MWB 2 1184,41; Bearbeiter: Tao
hantic
Adj.
→ handic
MWB 2 1184,59;
hantieren
swV.
nur md.; aus mnl. mnd. hanteren, zu afrz. hanter (vgl.
Rosenqvist 1,115; 2,257; Kluge, S. 391; Pfeifer, EtymWB, 508).
1 tr. 1.1
‘etw. verhandeln, besprechen’
1.2
‘etw. tun, ausführen’
2 refl. 2.1
gegen jmdm.: ‘mit jmdm. verhandeln, diskutieren’
2.2
‘wirken, (über ein Land) herrschen’ , von Königen 2.3
‘sich ereignen’
1
tr.
1.1
‘etw. verhandeln, besprechen’
waz habit ir an dem wege gehantîret [
tractabatis
] ? EvBeh
Mk 9,32
1.2
‘etw. tun, ausführen’
lobelîchir werc / habin sî bî irme zil / begangin mit
urloige vil, / daz sî [...] in allir craft / hantîrtin
kegn der heidinschaft NvJer
17591;
sô hantîrten / dî Nattangin disen mein / in offinbârer
schicht allein / und des alsô begundin: [...]
ebd.
20555;
(subst. Inf.:)
daz virde gesichte sach zwar / Daniel under Balthasar / van winden und vir
tiren, / gar grimig was der [deren]
hantiren [vgl. Dn 7,2ff.]
HistAE
4330.
–
gegen jmdm. wehselwort, rede ~
‘mit jmdm. diskutieren, reden’
dy materige und der syn / da von sy disputyren / und
rede vil hantyren / und vuren wider und vort / ken in ander vil wechselwort
Hiob
1234;
ich beger sunder cryges schach / mit gote nu
disputiren / und myne wort ken ym hantyren ebd.
5010
2
refl.
2.1
gegen jmdm.: ‘mit jmdm. verhandeln, diskutieren’
daz Job sy swerer wan eyn bly / und so kunstenrich nicht
sy / das er muge sich hantiren / ken gote und disputiren / von den werken und
den sachen / di got kan alleine machen Hiob
14197;
set, di suze milde nicht / gab kein antwert uf di schicht / der steten
Gerechtekeit, / [...] noch wolde disputiren, / noch
sich ken ir hantiren, / sunder in warer minne / uz der vernunften rinne / durch
ir ougen si da liz / gizen gar ein heisez vliz / alles dar
[...] / uf zu gote TvKulm
472
2.2
‘wirken, (über ein Land) herrschen’, von Königen:
daz si vrogte genzlich, wer / nach im [David]
sulde regniren / und kunglich sich hantiren HistAE
2324;
bin des sich Achab hantirte / und in Israhel regnirte ebd.
3093;
diz sint der kunge namen, / di nach Salomon regniren / begunden und sich
hantiren / uber Israhel mit rechte ebd.
2394
2.3
‘sich ereignen’
sus sich daz hantîrte: [...]
NvJer
12004;
sulchir schumpfintuire / sô vrech, sô ungehuire / der
cristenheit ûf ungewin / sich hantîrte zwischin in / binnen der zwîtracht sô
vil, / daz ich inweiz kein zil ebd.
21057
MWB 2 1184,60; Bearbeiter: Tao
hantkar
stN.
‘Waschbecken für die Hände’, Glossenbelege aus dem mhd. Zeitraum s. AWB
4,702
MWB 2 1185,39; Bearbeiter: Tao
hantknabe
swM.
‘Helfer, Knappe, Knecht’, hier als Bestandteil eines Personennamen:
Ruͦdolf der Hantknabe, burger von Rinowe UrkCorp (WMU)
2021,24
MWB 2 1185,41; Bearbeiter: Tao
hantknëht
stM.
‘Knecht, der zur Hand geht’
zem ersten hand si gesezzet und geboten, daz chain hantkneht
chainen mvͤllaer bi dem er ist chainen phenning lihen sol StRAugsb
171,15;
ez sol auch chain hantkneht noch chain zuͦmuller chain varh
ziehen noh mesten ebd.
171,18;
man sol ainem hantkneht von ainem sheffel roggen den man
swinget ainen helbling geben ebd.
171,20
MWB 2 1185,45; Bearbeiter: Tao
hantlanc
Adj.
eine hantlange wîle, ‘eine ganz kurze Zeitspanne’ (vgl. →
hantwîle
und Zingerle, Augenblick und Handumdrehen, Germ. 11 [1866],
175f.):
dû weist niht, wie lange der tôt dich læzet leben; joch eine hantlange wîle
PrBerth
1:275,17
MWB 2 1185,53; Bearbeiter: Tao
hantlêhen
stN.
eine Art Grundleihe, Näheres unklar (DRW 5,83):
quod omnia feoda, que ego quibusdam castellanis de Wede solvo, sunt feoda, que
dicuntur hantlen UrkMosel
1,2:1312,6
(a. 1254);
[Otto Graf von Nassau verkauft dem Erzbischof von Köln die Hälfte der
Burg Ginsberg] also dat wir ind unse heire van Coelne wat der
burchlude is, den man hantleyn gyft, manlich half ind half bezalin soln ind dy selve
burchlude [...] uns beedin huldin ind sweerin solin
UrkSiegen
176
(a. 1345);
pecuniarum beneficium, quod vulgo hantlien dicitur UrkKöln
2,416
(a. 1259)
MWB 2 1185,58; Bearbeiter: Tao |