herbërgerîe
stF.
aus afrz. herbergerie (Suolahti 1,105).
‘Unterkunft, Quartier’
wan [man] bereit in daz castel / vil schier
herbergerie / gegen dirr massenie Krone
575;
nv reit div massenye / wider ze herbergerye / an ir gemach in die stat ebd.
908.
–
‘Zeltlager’
schier wart vf dem veld / von manigerhande gezeld / herbergarji vf geslagen
Krone
22257
MWB 2 1381,4; Bearbeiter: Tao
herbërgerinne
stF.
‘eine, die Unterkunft bietet’
si [Elisabeth] nam ouch sunder froude
war [d.h. hatte besondere Freude] , /
[...] ein fri herburgerinne, / an verweisten kinden
Elis
7686
MWB 2 1381,12; Bearbeiter: Tao
herbest
stM.
‘Herbst’
1 allg. 2 als Zeit für bestimmte Tätigkeiten, Arbeiten 3 in Datumsangaben (meist Festtagsbezeichnungen) 4 personif.
1
allg.:
daz vierde teil dez iares heizit der herbest, der an vahet an
sant Bartholomeus tag. etliche meistere unde die iuden vahent daz iar an in dem
herbest, so die sunne lofet in libra. unde so ist equinoccium autumpnale, daz
winterliche equinoccium MNat
7,13;
herbest [...] ist kalder unde trokener
nature Macer
Prosavorr. 16;
den selbin sichtum heizint di lute di struche vnde geschit
allir meist uon der kelde in deme herbeste so sich di luft wandelt
SalArz
40,54;
swer auch miste, stein oder holtz hat ligen in den gazzen, da
die wegen in dem herbeste von geirret mugen werden WüP
106c,3.
– als Zeit des Absterbens der Natur, als Zeit des Niedergangs:
daz leben ist uf der neige, / die werlt ist uf den herbest komen
Frl
7:30,2.
– als Zeit, in der Früchte reifen:
der herbest ist ein fruhtber zit MNat
7,17;
danne gat der herbest zvo / mit genuht Martina
250,13;
da [im himmlischen Paradies]
ist herbst mit gnuͤht / mit maniger schonen sußen fruht HvNstGZ
7742;
übertr.:
er [der vriedel
] wil, daz ich sin herbest si, und hat in mich gedrücket / die
truben, da min vater sich hat selben in gebücket Frl
1:19,28
2
als Zeit für bestimmte Tätigkeiten, Arbeiten:
der centaurien saf sol man in dem herbesten gewinnen unde
trocken an der sunnen Macer
33,9;
in dem lenzen, sô man daz sumergetraid sæt, und in dem
herbst, sô man daz wintergetraid sæt BdN
181,26.
– metonymisch ‘Weinlese im Herbst’
dû scholt nâch miltem weinlesen [La.
herbest
] wênig trinken und nâch klainem weinlesen trink paz#. und
milticleicher BdN
350,28.
– als Termin für Abgaben und Dienstleistungen, für
Gerichtsversammlungen:
vnde uffe disem selben guͦte sol der selbe Hug
[...] emphahen vnd nieszen allú iâr ze herbste ze
rehter gúlte vier march lôtigez silberz UrkCorp (WMU)
3003,22,25;
das der egenande vogt [...] die lúte in dien
[...] drien doͤrfern jaͤrlich zwúrent in dem jar
bitten sol vmb ein stúr ze meiien vnd ze herbst ebd.
N243,28,29,30,31,43
u.ö.;
UrkMoselQ
191,15
(a.1344);
der selbe kelner hat och einen acher, von des wegen er sol geben einem
vogte ze meyen ein imbis und ze herbst ein imbis, so er dar kumet zuͦ den
jargerichten UrbHabsb
1:252,21
(a. 1306);
die vogte uf dem lande die hant niht ze rihtenne hinze der
burger gute noch hinz ir luten die druffe sitzent, wan ze zwain ziten in dem
iare, ze maien unde ze herbeste, umbe gulte StRAugsb
13,16
3
in Datumsangaben (meist Festtagsbezeichnungen):
decima die septembris, [...] dc waz an dem zehenden
tage herbestez PrSchw
2,118;
umb sant Mathes tag in dem herbst [ 12.
Sept.]
KvMSph
20,10;
ich sage iu, wenne der tac gelît. / in dem herbest nennet man
in sô / sanctæ crûcis exaltâtiô [14. Sept.]
Eracl
5281;
diser prief ist geben ze Wienne an sand Franciscen tage in dem
herbiste [4. Okt.]
UrkCorp (WMU)
2811,12.
2495,8.
2581,41
u.ö.;
–
der êrste/ andere/ dritte ~
:
diser brief wart gegebin [...] in dem erstin
herbiste [im September] an dem gvͦtimtage nah dez
heiligen crcis [!] tvlt UrkCorp (WMU)
1468,12;
diz geschach [...] an dem nehsten zistage nach
sancte Michels tvlt, do viench oͮch der ander herbist [d.h. am 1.
Okt.]
ebd.
257,35;
an dez driten herbistes non̄ [
nonas nouembris
145A,20
]
ebd.
145B,41
4
personif.:
herbest, der des meien wât / vellet von den rîsen SM:St
1: 1,5;
herbest, underwint dich mîn, / wan ich wil dîn helfer sîn /
gegen dem glanzen meien ebd.
1: 2,1;
der herbest ersprengete do / mit einre frefellichen just. / er stach den
meigen ûf die brust Herbst
182.
– seine Gaben, sein Reichtum:
herbest wil birâten / mang gisinde mit guoten trachten
SM:Had
18: 1,1.
20: 1,1;
herbest wol ergetzen kan / gisindes man der sumerzît: /
swer miete gît, der ist so wert ebd.
44: 1,1;
siude und brât / des herbstes rât, vil lieber wirt, / sît
er uns birt so vollen teil! ebd.
44: 1,9;
herbest, dîn geræte der swære / hilfet uberwinden ein
michel teil SM:UvB
2: 1,5
MWB 2 1381,16; Bearbeiter: Tao
herbestboum
stM.
Baum in der Herbstzeit:
si sint auch als di herwestbavme, di da blvͦent vnd doch niht
wuchers bringent PrBerthKl
5,16
MWB 2 1382,31; Bearbeiter: Tao
herbestdinc
stN.
Gericht, das im Herbst abgehalten wird:
es hat ouch des richs vogt [...] diu reht, daz er ze
zwain maln in dem jare, in dem maien und in dem herbstding, da hin sol chomen
WeistGr
6,293
(a. 1316)
MWB 2 1382,34; Bearbeiter: Tao
herbesten
swV.
‘Wein lesen; (Trauben) ernten’
von den dornen lesin si nicht fîgen, noch von dem busche herbisten si nicht wînber [
neque de rubo vindemiant uvam
]
EvBeh
Lc 6,44;
so erteil ich in iares viercehen naht zuͦ howenne, viercehen naht zuͦ ernenne
vnde viercehen naht zuͦ herbestenne UrkCorp (WMU)
360,15
MWB 2 1382,39; Bearbeiter: Tao
herbestgedinge
stN.
wie
herbestdinc
:
das die keller [...] dess jares haben sonndt ain
maygeding und herbstgeding WeistGr
1,296
(a.1330 kopial);
das der keller den vogt selb drytt haben und verkosten sol zu den selben
mayen- und herbstgedingen ebd.
1,296;
es sol ouch der keller, beide ze meygen- und ouch zuͦ dem herbstgeding, miner
froͮwen amptman selb dritte dz maͮl geben UrkAargau
155
(bald nach 1324 kopial)
MWB 2 1382,46; Bearbeiter: Tao
herbestgenuht
stF.
‘Herbstfülle’
daz dritte ist mit voller fruht / ein iemer werndiv herbest gennuht
Martina
251,108
(vgl.
danne gat der herbest zvo / mit genuht spate vnd frvo ebd.
250,13
).
MWB 2 1382,55; Bearbeiter: Tao
herbesthuon
stN.
Huhn als im Herbst zu entrichtende Abgabe:
der schuͦpossen [= schuopoze F., landwirtschaftl.
Maßeinheit, kleiner als eine Hufe] giltet jeglichuͥ
[...] zwei herbsthuͦnr, ein vasnachthuͦn und xxx eiger
UrkAargau
2,1:378,2
(a. 1306);
es sol ouch ieklich hus ierlich geben j herbsthuͦn vnd j vasnahthuͦn. da
gehoͮrt dz herbsthuͦn minen froͮwen vnd dz vasnahthuͦn dem obern gericht ebd.
14
(bald nach 1324 kopial);
weitere Belege s. DRW 5, 748f.
MWB 2 1382,59; Bearbeiter: Tao
herbestic
Adj.
‘im Herbst’
Chuͦnrad Banwart buwt und jerglich giltet drie mút kernen und zwei viertel
bonen, vier huͤnr, zwei herbstig, und zwei vasnachtig UrkAarau
40
(a.1331)
MWB 2 1383,5; Bearbeiter: Tao
herbestmânôt, -mânde
M. , -mâne
stM.
‘Herbstmonat’
september, october, nouember, december: fier herpstmanot VocOpt
56.014.
– September:
september: herbistmanoth SummHeinr
2:70,55/56.
1:105,1126;
an Prôthî und Jacinctî tac, / dô man dem herbistmânde / das
dritte idus [11. Sept.] nande NvJer
1470;
in dem ersten herbest manode an sant Matheus tage [21.
Sept.]
UrkCorp (WMU)
750,44;
in dem ersten herbstmoͤnne ebd.
N 181,16;
in der achtin kalendin / des êrstin
herbistmêndin [25. Aug.] / irhûb sich kunic Lûdewîc /
von Frankrîche in den stîc / andâchtlîchir betevart NvJer
15682;
UrkHohenz
1,109
(a. 1300).
– Oktober:
von ostron vnz an din andirn herpstmanot mittin
BrEng
48;
herbestmânde HvFritzlHl
213,1
(Überschr.).
– November:
von mitten herpstmanodin vnzin ostron BrEng
8;
in dem dritten herbistmanode nach sant Martins mis [12.
Nov.]
UrkCorp (WMU)
559,25;
an dem sehsten tage dez dritten herbstmanodes UrkFürstenb
5,155
(a. 1306);
Martina
89,42.
– Dezember:
an sant Barbarun tac jn dem vierden herbschmanode UrkCorp (WMU)
1494,3
MWB 2 1383,9; Bearbeiter: Tao
herbestouwestinne
stF.
‘(Herbstmonat) September’
an dem eilftin tage des mandin den man heizet die herbistouwistinne
Köditz
66,28
MWB 2 1383,31; Bearbeiter: Tao
herbestrât
stM.
vom Herbst bis zur Fastenzeit amtierender Rat:
das der herbestrât von Zúrich von der burger wegen von Zúrich vns
[für uns] dur vnser bette vnd dur vnsers nutzes
willen vn̄ dur groͤzern schaden ze versehenne vf vnsern schaden vs
nam [aufnahm] vúnf vnd zwenzig march silbers, da
mitte wir Heinriche Manessen [...] gulten UrkCorp
(WMU)
1844,42
MWB 2 1383,34; Bearbeiter: Tao
herbeststiure
stF.
‘im Herbst fällige Abgabe’, zwei mhd. Belege aus der ersten Hälfte des 14. Jh. s.
DRW 9,35 s.v. Maisteuer.
MWB 2 1383,42; Bearbeiter: Tao
herbestteidinc
stN.
wie
herbestdinc
und
herbestgedinge
:
ein ieglicher probst [...] sol eins ieglichen jars
[...] ze gericht sitzen und genuͦg tuͦn vnd nútze sin
den meigen- und herbsttádingen DRW
5,754
(HönggRQ.; a. 1338);
das unser [...] botte [...]
ze dem meyen tegding und ze dem herbst tegding kommen sol ebd.
5,754
(ZürichOffn.; a. 1347)
MWB 2 1383,45; Bearbeiter: Tao
herbestvruht
stF.
‘Herbstfrucht’
swer nv mit guter zvhte / der himel herbest fruhte / am ende welle niezin, /
der sol hie ane verdriezin / ein lebindes obz zwigen, / sin herze vor sünden frigen
Martina
252,20
MWB 2 1383,52; Bearbeiter: Tao
herbestwünne
stF.
‘Herbstfreude’
wünschent, daz uns nâh so liehtem meien / komen süle rîchiu
herbestwunne, / sît die lenge kunne / frô nieman gesîn / âne spîse SM:UvB
1: 1,10
MWB 2 1383,57; Bearbeiter: Tao
herbestzît
stF.
‘Herbstzeit, Herbst’
dô der ouwest was irgân / und dî herbistzît intstân / und dî
dît geleide / alliz ir getreide, / daz in gewachsen was daz jâr, / in daz selbe
vorburge gar NvJer
23157;
dô dî herbistzît gewart ebd.
16522;
in (der) ~
NvJer
24989.
20510;
in herbistzîtin ebd.
19106;
von Persîâ des künges man / begunden [...] / vallen
und rîsen / sam daz loup in herbestzît, / sô der sumer ende gît
RvEAlex
7483.
– Dat.Pl., adv.:
si [die Vögel] tuont auch grôzen
schaden in den weingarten herbstzeiten BdN
225,7
MWB 2 1383,61; Bearbeiter: Tao
hërbî
Adv.
1
‘hierher’
2
‘hinein in einen (angestrebten) Zustand’
3
‘hier in der Nähe’
1
‘hierher’
ich wil im syn heubt thun abschlagen mit eim schonen schwert
und synen zweyn gesellen, und wil uch die heubt alle druͦ mit einem mangen herby
thun werffen Lanc
100,32
2
‘hinein in einen (angestrebten) Zustand’
diz [die Vereinigung der Seele mit der göttlichen
Natur] ist [Gott] neher wan daz gebet,
verre nehere; herin enmúgent nút kummen die in ire natúrlicher vernunft
ufgewachssen sint und gezogen sint in ire eigenre doͤtlicheit und in iren sinnen
gelebet hant, die enkumment herbi mit núte Tauler
69,26.
432,3
3
‘hier in der Nähe’
dißer walt ist uns allzu dick zu jostiern, ich wil uns herby
leiten in den schonsten plan den uwer augen ie gesahen, da wir vehten sollen
Lanc
602,4
MWB 2 1384,8; Bearbeiter: Tao
herburge
stF.
→
herbërge
MWB 2 1384,23;
hërdan
Adv.
auch har dan
1 die Richtung einer Bewegung bezeichnend 1.1
‘her (in Richtung auf den Sprechenden oder gedachten Beobachter),
hierher’
1.2
‘(hin)weg, fort’ , mit intr. Verben 1.3
‘zurück’
2 in Verbindung mit Präp. von (selten ûz ) zur Bezeichnung eines Ausgangspunktes 2.1
‘von ... weg’
2.2
‘von ... her’
2.3 mit ûz
‘aus ... heraus’
3 den Vorgang oder Zustand der Trennung, Entfernung, Loslösung o.ä.
bezeichnend 3.1
‘weg, los, getrennt’
3.2
‘heraus’
4 eine räumliche Lage bezeichnend 4.1
‘weg, entfernt (von etw./jmdm.)’
4.2 in Verbindung mit Präp. von : ‘von ... herab bis ...’
5 eine Bewegung hinter einer Größe in derselben Richtung bezeichnend: ‘hinterher,
danach’
6 temporal
1
die Richtung einer Bewegung bezeichnend
1.1
‘her (in Richtung auf den Sprechenden oder gedachten Beobachter),
hierher’
ir zungen bringet mir her dan Tr
12735;
lieber spilman: / bald île, brinc dîn ors her dan
[...] ! ebd.
13386;
dô spürte er daz ein wîzer swan / flouc ûf dem wazzer dort
herdan KvWSchwanr
248
u.ö.;
doch brâht der werde junge man / vil tjost
[Spuren von Speerstößen] durch sînen schilt her
dan [vom Feld her] : / daz endorft sîn niwer prîs
niht klagn Parz
360,4
1.2
‘(hin)weg, fort’, mit intr. Verben:
pesunder sy giengen [zur Beratung] her dan
Hawich
785;
er sprancte ein lützel her dan Tr
13408.
– mit tr. Verben:
pis du den stain her dan nimst HvHürnh
59,30;
man truoc die tische gar her dan Parz
639,3;
her dan ûf ungetretet gras / warf erz ors vil drâte
ebd.
437,4.
– jmdn.
~ nemen
‘beiseite nehmen’
dô nam er sâ zestet / den wirt sunder herdan
Ottok
32214;
dy namen dy poten herdan Hawich
1618
1.3
‘zurück’
si [Maria Aegyptiaca, die in die Kirche
hineingehen wollte] wart ie verrere von der gotes chrefte her
danne getriben Konr
9,12;
daz her zumâle dô zûdranc / sturminde
[...]. / doch was der heidin wer sô hart
[...]; / und dô sî daz irkanten, / daz vorburge sî
branten / unde hûben sich her dan NvJer
24968;
sô wil diu sêle alz dâhin, / daz kein menschlîcher sin / erkennen mac oder
kan: / sô ziuht ie daz fleisch herdan LvRegSyon
101
2
in Verbindung mit Präp. von (selten ûz) zur Bezeichnung
eines Ausgangspunktes:
2.1
‘von ... weg’
dô kêrter von der burc her dan / gein sîme getriwen wirte
Parz
595,30;
die Valben hiezen rîten / von den herbergen her dan / ûf
einen wîten plân Ottok
15497;
daz was dar umb, daz sich der swær luft her dan von dem
geperg, dâ er sich erhuob, naigt zuo der erden und daz der hôch luft rainer
belaib wan der nider BdN
110,35
2.2
‘von ... her’
als die stimme wart vernumen / von dem himele her dan, / des vreuten sich
wib unde man Pass III
51,81.
– übertr., in der Wendung von ende ~
‘von Anfang an, in allen Einzelheiten’
sagen, manen (s.a.
ende
stN. Pos. 3.1.3):
si sageten [...] / al von
ende ir rede her dan / und verswigen nie niht dar an Tr
12881.
10036.
12493;
von ende mante sin her dan, / wie er ze Develîne /
[...] wunt und eine kam ebd.
11940
2.3
mit ûz
‘aus ... heraus’
sus zenten [lockten] sis her
dan / ûz den herbergen gar Ottok
15432
3
den Vorgang oder Zustand der Trennung, Entfernung, Loslösung o.ä.
bezeichnend
3.1
‘weg, los, getrennt’
wære diu [
gran, der Bart] her dan: / man ersæhe den man wol
vür daz wîp Wh
274,24;
sîn blic gelîchen schîn begêt, / als touwic spitzic
rôse [taubenetzte Rosenknospe] stêt / und sich ir
rûher balc [Kelchblätter] her dan / klûbet: ein teil
ist des noch dran ebd.
270,21;
der sâm [des Baums] verrt sich
her dan [fällt ab]
BdN
364,22;
hie stuont der reine süeze man / blôz ân allerslahte gewant: / niwan
allein des fleisches want / daz hete sîn sêle dannoch an, / daz schiet von gote
in herdan LvRegFr
894
3.2
‘heraus’
wenn man im seineu kint versleht [dem Vogel
den Zugang zu seiner Brut in der Baumhöhle versperrt] mit
ainem zwickel [Keil] , sô pringt er ain
kraut [Wunderkraut] und helt daz
für [vor, an] den zwickel, sô vert er her dan
BdN
380,14
4
eine räumliche Lage bezeichnend
4.1
‘weg, entfernt (von etw./jmdm.)’
bî Gâwâne saz sîn ane, / Orgelûse ûzerhalp her dane
Parz
763,6;
wenn nu die tauben auf dem paum sitzent, sô sitzt der
trach verr her dan und lâgt BdN
180,21.
– Ggs. hindan:
ouch hæte Tristan geleit / sîn swert bar enzwischen
si; / hin dan [auf der anderen Seite des
Schwertes] lac er, her dan [auf dieser
Seite] lac si: / si lâgen sunder, ein und ein
Tr
17414
4.2
in Verbindung mit Präp. von: ‘von ... herab bis ...’
ein man / dem hiengen sîniu ougbrân / ûf diu hûfelîn herdan / von den
ougen LvRegFr
4546
5
eine Bewegung hinter einer Größe in derselben Richtung bezeichnend: ‘hinterher,
danach’
daz haubt vor, her dan [La. dar nach
] den zagel [in gestrecktem Galopp] : / diz
waz sin site da man streit Rennew
22924
6
temporal:
‘fortan’
wand sie [Sünder] stete sluc her dan / groz
gerechtekeit an gote, / die nach sime gebote / mit
slacht [Züchtigung] obe dem volke saz Pass
III
3,46.
– in Verbindung mit Präp. von: ‘von ... bis jetzt, seit
...’
dis sint v̓nser gesezte vnd v̓nser alten gewonhait, die wir von alter
herdan reht gehept hain mit willen v̓nsrer herschefte UrkCorp
(WMU)
2596,8;
mit allem deme rechte vnde allem deme guͦte, so nu dar zuͦ hoͤrit oldir
von cehin iârin har dan dar zuͦ hat gehoͤrit ebd.
1781,36
MWB 2 1384,24; Bearbeiter: Tao
herdêren
swV.
→
hurtieren
MWB 2 1385,53;
hërdurch
Adv.
‘durch ... hindurch’ in Richtung auf das Subjekt oder den vorgestellten
Beobachter:
und stopf [stich an] mit ainem
scharpfen mezzer die haut [des gebratenen Aals] über al,
daz der trôr [das ausbratende Fett] herdurch müg
BdN
244,33;
aber der mensche [...] sol her
durch gon durch die bilde in in úber bilde, durch die uswendige sinliche uͤbunge
inwendig in sich selber in den grunt, do das rich gotz in der worheit ist
Tauler
248,22.
– in Verbindung mit relativem dâ:
daz der warm schein dâselbs diu wolken umb und umb von im
treibt in kraizes weise, reht sam ain sinbelz fensterlein in diu wolken gê, dâ diu
sunne her durch scheint BdN
97,10
MWB 2 1385,54; Bearbeiter: Tao
here
Adj.
→
har
MWB 2 1386,4;
hêre
stF.
‘Erhabenheit, Herrlichkeit, Ehre’
pruve inde minne den grozen heren [Gott] , / de dich
hat gemachet zuͦ also grozen heren Lilie
26,30;
man pliget des in der werelde sere, / dat man den cuͦnigen budet here ebd.
16,29
MWB 2 1386,5; Bearbeiter: Tao |