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ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   geistelôs - geiʒebône    


geistelôs Adj. ‘ohne Geist, geistlos’ dv solt got minnen nichgeistliche [...]; wand die wile din sel geistformig ist, so hat si bilde [...], so geminnete si got nie rechte [...]. har vmbe sol din sel nichtgeistig sin von allen geisten vnd sol stan geisteloz Eckh 3:448,5; du solt [...] versinken in das unbekante und ungenante abgrúnde úber alle wise, bilde und formen, úber alle die krefte sich selber verlieren und al ze mole entbilden in disem, so enblibt nút in diser verlornheit denne ein grunt der weselichen uf im selber stot [...]. us disem mag man sprechen das man werde kennelos und minnelos und werklos und geistlos Tauler 257,37

MWB 2 296,62; Bearbeiter: Tao

geisten swV. 1 ‘mit Geist (dem Hl. Geiste) erfüllen’
2 ‘hauchen, blasen’ (lat. spirare , vgl. Ruh, Trinitarische Spekulation, bes. S. 25 und 44).
3 ‘als Geist wirken, geistig tätig sein’ , vom Hl. Geist, Gott
   1 ‘mit Geist (dem Hl. Geiste) erfüllen’ wie kunnen wir dir, hêrre, geleisten / iht guotes âne dîn volleist, / die uns ze gebene hât dîn geist? / den selben geist lâ, hêrre got, uns geisten RvZw 10,12; heiliger geist, nu geiste uns hie mit dime geiste Meissner 10:5,1; Damen 4,2; des muͦz ich gotes helfe gern / und biten, [...] / daz sîn geist geiste mich Kröllwitz 3562; ez ist daz wol schîn / an iu, daz got iuch triuwelîch hât gegeistet Loheng 1650; an dem worte [...] ‘in ime’ [ in ipso Rm 11,36 ] verstêt man den heiligen geist, in dem elliu dinc behalten und gegeistet und widerbrâht werdent zuo irm ende Eckh(Pf) 174,26    2 ‘hauchen, blasen’ (lat. spirare, vgl. Ruh, Trinitarische Spekulation, bes. S. 25 und 44). – vom innertrinitarischen Vorgang: ‘durch Hauchen hervorgehen lassen’ der vater und der sun die geistent den heiligen geist, dâ der heilige geist gegeistet wirt Eckh 2:84,11; Parad 101,32; da sprichit he [Gott] sin wort und mit dem worte geistit he den geist ebd. 99,35; alles das das in ime [dem himmlischen Vater] ist, das ist wúrken, do er in dem bekenntnisse sin selbes gebirt sinen geminten sun, und si beide geistend usser in beiden den heiligen geist in einem unsprechlichen umbevange Tauler 156,25. 412,14. – ‘(den Hl. Geist in die Seele) einhauchen’ sô wird diu sêle ein himelische wonunge der êwigen gotheit, daz er sîniu götlichiu werc volbringet in ir [...], der vater unde der sun geistent den heiligen geist in sî [die Seele] Eckh(Pf) 215,20. – ‘wehen’, vom Wind: der geist geistet wô her wil [ spiritus ubi vult spirat ] , und sîne stimme hôris du, abir du weist niht von wannen her kuͦmet odir war her gêt EvBeh Io 3,8; EvStPaul 11244; EvAug 214,8; Eckh 4:486,11; bildl., vom Hl. Geist: wand von gote vluzet ebn / beide wesen und daz lebn / allen dingen sust und so. / wen sin geist der geistet jo / wo er wil und wen her wil, / waz er wil; der gab ist vil TvKulm 24    3 ‘als Geist wirken, geistig tätig sein’, vom Hl. Geist, Gott: do got menschlich uf erden was, / do geiste dri ein geist Damen 4,2; got ist ein licht und her hât deme geiste gegeben ein unvorleslîch [= unverleschlich ] licht, darinne her irkennen mac alle dinc, [...] und wie daz gotlîche licht lûchtet und geistet in diz licht, und welich di fruchte sint und di eigenheit di got wirket in disen geist HvFritzlHl 171,34

MWB 2 297,11; Bearbeiter: Tao

geistenrîch Adj. geistrîch

MWB 2 297,59;

geister stM. ‘Bruder des freien Geistes’ (zur Sache vgl. LexMA 2,732f.): dem herren ist geseit, ir habent im sin tohter als och vil ander menschen verkeret in ein sunder leben, daz heisset der geist, und die in der selben wise sind, die heissent die geister und die geisterin, und ist ime fúr geleit, daz daz sie daz verkertest volg, dar uf ertrich lebt Seuse 83,14

MWB 2 297,60; Bearbeiter: Tao

geisterin stF. ‘Schwester des freien Geistes’ (s. → geister stM.): Seuse 83,15

MWB 2 298,4; Bearbeiter: Tao

geisteshalben Adv. ‘im Geiste’ Johannes waz begriffen [entrückt] / [...] geisteshalben in den tron, / dar sach her der guten lon, / der argen vordamnisse / kumftic in dem abisse HeslApk 7511

MWB 2 298,6; Bearbeiter: Tao

geistförmic Adj. ‘geistförmig’ dv solt got minnen nichgeistliche, dc ist: dc din sel sol nichgeistig sin vnd entploͤzet aller geistekeite, wand die wile din sel geistformig ist, so hat si bilde; die wile si bilde hat, so hat si mittel, [...] so geminnete si got nie rechte Eckh 3:448,2

MWB 2 298,10; Bearbeiter: Tao

geistic Adj., Adv. ‘geistig, auf geistige Weise’ die stett [= stæte ] ist gaistlich gaistig, / rainer hertzen ain spiramen, / des hailigen gaistes flamen MinneR332 180; sie ensehent got, wan, dâ wirt got geistic gesehen, vrî von allen bilden Eckh 3:486,8

MWB 2 298,16; Bearbeiter: Tao

geisticheit stF. ‘Geistigkeit’ din sel sol nichgeistig sin vnd entploͤzet aller geistekeite Eckh 3:448,1; und dis ist daz hoͤhste zil und daz endlos wa, in dem da endet aller geisten geistekeit, hier inne alle zit sich verlorn han ist ewigú selikeit Seuse 185,3; ouch lît diu geistlicheit der sêle dar an, daz si an irm ihte alse wênic sî materie, als an irme nihte, von dem si geschaffen wart. diz ist diu geistekeit der sêle Überschall(Pf) 520,29. – mit Bezug auf den Heiligen Geist: in zuckersüzen smackes bradem / mit geisticheit gewidemet, / durchtrechtic wart der gotlich gadem [Maria] / driglestic vunkenricher kunft Frl 7:1,9

MWB 2 298,21; Bearbeiter: Tao

geisticlich Adj. ‘geistlich’ vmbe daz rebstuke ze Gruͦben in Munzinger banne, dar vmbe wir vor geistiglichem gerihte kriegeton UrkCorp (WMU) 326,20

MWB 2 298,34; Bearbeiter: Tao

geistîn Adj. 1 ‘aus Geist bestehend, geistig’
   1 ‘aus Geist bestehend, geistig’ duͦ deilti got sîni werch al in zuei: / disi werlt ist daz eine deil, / daz ander ist geistîn Anno 2,7; al si der engel geisten / und muge her nicht geleisten / vleisches als man und wib, / doch wart im ein ewic lib / gegeben von der gotes gift / [...] und ist ein geschefnis also wol / als der mensche an siner art, / der gote glich gebildet wart HeslApk 22601

MWB 2 298,38; Bearbeiter: Tao

geistlich Adj. , geistlîche, -en Adv. 1 ‘zur Luft, zum Atem gehörig’ ;
2 ‘geistig, innerlich; geistlich’
2.1 vorwiegend im Ggs. zu vleischlich , lîplich
2.1.1 allg.
2.1.2 geistlicher vater ;
2.1.3 geistlichiu muoter ;
2.1.4 geistlichez kint ‘Taufkind, Beichtkind (eines Priesters)’
2.1.5 geistlicher bruoder, geistliche swester u.ä.;
2.1.6 geistlicher Kampf, geistliche Waffen der Gläubigen gegen den Teufel
2.1.7 Adv.
2.2 vorwiegend im Ggs. zu werltlich
2.2.1 allg.
2.2.2 von Personen geistlichen Standes;
2.2.3 geistlichez leben ;
2.2.4 geistlichez gewant, geistlichiu wât ‘Mönchskleidung’
2.2.5 Attr. zu reht , geriht , rihter u.ä.
2.2.6 Attr. zu ritter , ritterschaft
2.2.7 Adv.
3 ‘fromm’
   1 ‘zur Luft, zum Atem gehörig’; geistlichiu gelider (lat. membra spiritualia) ‘Organe der Brusthöhle, Herz und Lungen’ ain guot nütz ezzen den, die siech sint an den gaistleichen gelidern, sam umb daz herz und umb die prust BdN 339,15; daz selb ist auch guot wider die huosten, diu von hitz kümt der gaistleichen gelider ebd. 366,32 u.ö. – ‘feinverteilt, dunstig’ ez ist auch diu fäuhten an dem luft gaistleich, alsô daz man ir minner enpfint an dem luft wann an dem wazzer BdN 73,32. 98,15; der luft ist von nâtûr warm und fäuht, aber diu wirm ist gaistleicher an dem luft denne an dem feur ebd. 73,30; [Befruchtung des weiblichen durch den männlichen Palmbaum:] si nimt nihts von im dan ain gaistleich kraft, sam ain luft und ain dunst ist ebd. 337,16    2 ‘geistig, innerlich; geistlich’    2.1 vorwiegend im Ggs. zu vleischlich, lîplich    2.1.1 allg.: sus chut sante Paulus: êwe siu ist geistlich, siu nist nieht fleisklich JPhys 17,19; disiu geistliche geburt [in der Taufe] ist uil micheles édelere danne diu uleschliche Alkuin 49; ez ist ein geistlîchiu kraft in dem menschen, diu gît allen lîplîchen krefte ir werke [l. kreften ir werk ] PrNvStr 265,10; vernünfticheit ist allez inwert würkende. ie kleinlîcher und ie geistlîcher daz dinc ist, ie krefticlîcher ez înwert würket [...]. alsô enist ez niht umbe lîplîchiu dinc; ie kreftiger diu sint, ie mêr sie ûzwert würkent Eckh 1:158,1. 3:242,5; zu dem dritten mâle lernet man kunste von hôrne und von geistlîcheme gemerke HvFritzlHl 219,33; Gen 2902; HeslApk 3035. 3041; Baumgart 213,52; Eckh(Pf) 500,27. 505,34; Vorsmak 1,435. – subst.: ein ander mensche, der niht enhæte lîplîches noch geistlîches ze lâzenne noch ze gebenne, der mensche lieze allermeist Eckh 1:202,10    2.1.2 geistlicher vater; ‘Pate’ von dem daz chint getoufet wirt, / der sol sin geistlich vater sin StrKD 111,13; wer dich getoufft hab, es sî pfaff oder ley, als etwan ze gâchtouff geschicht: der ist dîn geistlich vatter als der dich erhaben hât SchwSp(W) 345,90; Kchr 7857; TrSilv 147; Greg 1139; PrBerth 1:313,32.31. 1:315,9.17. – für einen Priester: ob her dan da [im neugegründeten Kloster] wolde werden / der gebruͦdere geistliche uater / vn̄ ouch appit der stete / da werden wolde Ägidius 762; dû solt dînen geistlîchen vater êren, daz sint die priester, und solt dîn geistlich muoter êren, daz ist diu kristenheit PrBerth 2:199,11. 1:276,24. – für den Papst: Gregôrje, bâbest, geistlich vater, wache und brich abe dînem slâf! WernhSpr 2,1; herre, geistlîcher vater mîn, / [...] erbarm dich über die kristenheit EnikFb 1931; WälGa 11108; TürlArabel *A 248,24; Helbl 8,1109; Loheng 6325; Ottok 48139. – von Abraham: daz wir [Heidenchristen] in ze geistlichem vater habin gewunnin Spec 16,3    2.1.3 geistlichiu muoter; ‘Patin’ swer ez ist, der dich ze rehte hât getoufet, ez sî frouwe oder man, der ist dîn geistlich vater oder dîn geistlîchiu muoter 1:315,10. – für eine Klausnerin: do es beschach das mir got mine liebe geistliche muoter, diese heilige closenerin Ursela, zuo ime genam MerswUrsula 389. – für die Kirche: PrBerth 1:276,25. 2:199,12 (s.o. 2.1.2 ). – auf die Geburt Gottes in der menschl. Seele bezogen: die eigenschaft sol ouch der mensche an ime haben der ein geistliche muͦter wil werden diser goͤttelichen geburt Tauler 9,7 u.ö.    2.1.4 geistlichez kint ‘Taufkind, Beichtkind (eines Priesters)’ swenne des chindes toufe erge, / so si ez anderstunt geborn [...]. / ez ist sin geistlichez chint, / der ez da ander stunt gebirt StrKD 111,10; swes bihte ein pfaffe vernimt, / daz ist sin geistlich chint benamen ebd. 111,41 u.ö.; Will 103,8. – Mönche eines Klosters im Verhältnis zu ihrem Abt/Vorgesetzten: ce sinen geistlichen kinden / her urlob nam Ägidius 1087. 1458; dine geistlichen kint / heize behalden din gebot Brandan 1738    2.1.5 geistlicher bruoder, geistliche swester u.ä.; durch die Taufe: unde swaz der selbe kinde hât der dich toufte und ouch der dich erhuob ûzer toufe, die sint alle samt als wol dîn geistlîchiu geswistrîde PrBerth 1:313,35. 1:315,18. – von Nonnen: nu wil ich úch schriben von einer waren geistlichen swester und von einer weltlichen beginen Mechth 3: 24,3; EbnerMarg 7,24. – von den Engeln: wir begên hir umme den tac der engele, wanne si unse geistlîchen brudere sint, wanne wir sullen mit in besitzen daz veterlîche erbe des êwigen lebines HvFritzlHl 207,35    2.1.6 geistlicher Kampf, geistliche Waffen der Gläubigen gegen den Teufel: also muze wir geistlichis wigis / den tuuelin ane gesigen Litan 681; [Maria,] sterk uns [...], / dat wir zuͦ geistlichem stride dügen MarlbRh 57,23; Spec 94,8; ouch wolde got sineme dienist man / siner arbeite lonan, / sime turen knechte, / der dicke wole gerechte / truͦc die geistlichen wafen Ägidius 1575; PrOberalt 66,15    2.1.7 Adv.: wir werden alle in demo toufe ze gotes chinden geheiligôt, daz uuir geistliche gebrudere sîgen [ ut fratres simus spiritaliter, ‘im Geiste’] Alkuin 48 (oder als Adj. zu 2.1.5 ); als di muter uns birt vleischlichen / also werde wir geborn geistlichen / in dem wazzere mit worte kraft Brun 5172; AvaLJ 5,6; Kristus der hât vil werke getân, dâ mite er meinte, daz wir im geistlîchen süln nâchvolgen und niht lîplîchen Eckh 5: 253,9; JPhys 19,13; PrOberalt 106,35; RvEBarl 4027; Lanc 122,19. – etw. ~ vernemen, verstân u.ä.: der die êwe nach den buͦchen uernimet, den erslehit siu. ober si geistlichen uernimit, so irchuchet siu in [vgl. II Cor 3,6] JPhys 17,21; StrKD 153,27; der zuelfboten lere, die sie geistlich namen von dem heiligen geiste Lucid 90,5; waz wir vleischlichen vornemen, / daz sulle wir geistlichen vorstan Brun 10569; PrOberalt 19,33    2.2 vorwiegend im Ggs. zu werltlich    2.2.1 allg.: sit ich ein geistlich mensch wart, do vleiz ich mich, daz ich min herze reiniget von allen werltlichen dingen Baumgart 68,2; man hât iuch [ die kriuzære, Ordensritter] vür geislîch / und sît doch leider niht gelîch / geislîchen kinden, / wan ir lât iuch vinden / alle tage an üppekeit / und an manger lîhtekeit BuchdRügen 499. 543; beide geistlîchiu pfafheit [d.h. Ordenspriester] und ouch werltlîchiu pfafheit [d.h. Leut-, Weltpriester] PrBerth 1:317,38; pei den zwain pellicânen verstê wir diu zwai swert der hailigen christenhait, daz götleich und daz werltleich. iedoch ist daz gaistleich verr über daz werltleich BdN 211,35    2.2.2 von Personen geistlichen Standes; geistlicher man/hêrre ‘Mönch, Geistlicher’ der bischof hîz Cristiân / und was ein geistlîchir man / des grawin ordins geacht NvJer 1521; ist daz ein geistlîcher man einen leien beklaget vor werltlîchem gerihte SpdtL 167,15; Renner 4242; die geistlichen herren [Ordensritter] , / die daz kriuze tragen Ottok 46292. 44783 u.ö.; UrkCorp 1455,16; UrkEnns 5,339 (a. 1323); UrkEls 2,195 (a. 1349). geistliche vrouwe ‘Nonne’ wær aber, daz ieman [...] di vorgenanten gaistlichen vrowen [ sanctis feminis UrkCorp 2579A,3] ze Stvdenitz [...] an sprechen wolde UrkCorp (WMU) 2579B,42; vnd ist daz geschehen mit pergchvrowen hant der geistleichen vrowen swester Geyseln von Wingchel, ze den zeiten priorinn in dem chloster datz Minnpach UrkEnns 6,175 (a. 1335); UrkBerlin 150 (a. 1321); StiftZwettl 410; StiftStBernh 213 (a. 1318 kopial) u.ö. geistliche liute ‘Ordensleute, Geistliche’ die geistlîchen liute, die orden habent in klœstern PrBerth 1:159,14; den erbêren geistlichen lúten, den brvͦdern dez ordens von dem Tútschen huse hvse UrkCorp (WMU) 541B,20; des vinde wir hiute geistliche liute / freislich in fleischlicher hiute, / die hôchfertic, gîtic und nîdisch sint / und sint doch heilic gotes kint Renner 4238; Eckh 4.1:211,13; s.a. Schröder, MillPhys. S. 284 mit weiteren Belegen. sô getâniu senfte ist in geistlîcher menige [Gemeinde oder Orden] niht gemeine bî disen zîten DvASchr 331,5. – präd., geistlich werden ‘(der Welt entsagen und) Mönch/  Nonne werden’ dar nâch schier wart er geistlich / und ander sîn genôzen vil Renner 23874; enkein gotzhus wib sol geistlich ald ein begin werdun one einz probstz urlvb WeistGr 1,311; HlReg 5,21; NüP 148. – subst., ‘Geistlicher’ die geistlîchen und werltlîchen, / [...] wol geviel die rede in Kreuzf 4731; die andern daz sint die pharisei, das sint die geistlichen die sich fúr guͦt hant und haltent von in selber Tauler 41,18    2.2.3 geistlichez leben; ‘Leben in einem Kloster, einem Mönchsorden’ man muz der werlde enphlihen in ein geistlîch leben HvFritzlHl 13,37. 80,10; daz er [ ein ritter ] diz gegenwürtig guot / dur gottes willen wölt ûf geben, / und wölti varn in geistlîch leben Boner 85,8; darzu sal sîn alles geistlichen lebenes vlîz, daz der orden bestê [...] unde daz ein iegelicher leiste gote sînen entheiz [sein Gelübde] StatDtOrd 77,31; LvRegSyon 3646; Winsb 6,1. – übertr. für die klösterliche Lebensform, den Orden: sô ein iegelich geistlich leben [ omnis religio ] mit prîvilêgien [...] sî ûzgenomen von werltlichem gerihte, [ebenso auch dirre heilige orden der Deutschherren] StatDtOrd 30,19; ob ein brûder von dem orden vert mit urlobe zu eime anderen geistlichen lebene ebd. 84,31. 44,6    2.2.4 geistlichez gewant, geistlichiu wât ‘Mönchskleidung’ er truc mit demute / an im ein geistlich gewant Vät 33831; ich sach vil liute zuo uns komen, / die alle an sich heten genomen / geistlîch gewant LvRegFr 1277; Ottok 59528; Renner 4317. 17190; BdVollk 31,1; Boner 85,62f.; ere geistliche wat, / daz ist veterlicher rat ErzIII 36,325; Renner 4272; Frl 7:34,12.16; ähnlich: das si truͦg an ir rainú klait: [...] / ainen gaisthlichen mantel [Mantel, wie ihn Ordensleute tragen] got zelob, / ainen wissen schleiger WernhMl 12582; WvRh 13257    2.2.5 Attr. zu reht, geriht, rihter u.ä.: vnd fúrzîehen vns alliz des rechtes, weltliches vnd geistliches [ iuris canonici et ciuilis UrkCorp 150A,30] , da mitte dis moͤhte [...] gikrenkit odir giirret werden UrkCorp (WMU) 150B,33. 1160,10; ditz reht ist reht vor geistlîchem gerihte unde vor werltlîchem SpdtL 153,11 u.ö.; SchwSp(W) 383,3; UrkCorp (WMU) 180,7. N709,6; dem clager werde gerihte verseit von den geistlichen richtern ebd. 1280,23; man sol vͦch die von Mvlnhusen mit dehein vngnaden bestan noch mit gestlicher noch mit wertlicher beswerde ebd. N14,14; für weitere rechtssprachliche Belege s.a. DRW 3,1529ff.    2.2.6 Attr. zu ritter, ritterschaft: daz her got [...] dinen solde unde geistliche ritterschaft triben Köditz 53,14. – übertr.: owe, zarter herr, wan weri ich dez wirdig, daz ich din geischliche riter weri! Seuse 151,6; wer die geischlichen ritterschaft gotes wil unverzageklich fuͤren, dem sol [...] grosses gedranges begegnen ebd. 56,3. 152,8    2.2.7 Adv.: ein wolf sîne sünde vlôch, / in ein klôster er sich zôch, / er wolde geistlîchen leben MF:Her 3:3,3; Ägidius 859. 920; LvRegSyon 2514; alle die brûder sulen ir hâr [...] ordenlîchen unde geistlîchen hân beschorn StatDtOrd 40,4    3 ‘fromm’ ein klôster an dem stade lac, / des ein geistlich abbet phlac Greg 944; das er einen den geistlichesten [einen sehr frommen] man hette ze lande bracht VitasPatr 198,9; offenbar ertzeigt er [der Antichrist] sich / heilig und geistlich HvNstGZ 5137; der sal geistlîcher sîn wan her schînet HvFritzlHl 59,19.17; sie was fast geistlich und diende gott gern. nochdann was [...] ir schwester zehen mal geistlicher Lanc 112,15; HvFritzlHl 188,18; Gen 2581; Boner 43,69. funf dinc hindern den menschen in geistlîcheme lebene HvFritzlHl 188,12; HimmlJer 405; dâ [ ein latînisch buoch ] hân ich gelesen an / sô geistlîchiu mære, / daz michel schade wære, / ob si [...] wæren verswigen KvHeimUrst 49; geistlichiu andâht, tugent: Elis 731. 782. 1099. – Adv.: da bleib di frouwe gerne / uber nacht, di gude, / geistliche fro in mude, / biz man nu metten lute Elis 4912; vnd wil si denne ze Bv́kein bliben alle die wile, so sú sich ersam vnd geistliche haltet UrkCorp (WMU) 913,20; dô was vil geislîch getân / ir gebærd und ouch ir schîn Boner 43,44; Tr 2649

MWB 2 298,46; Bearbeiter: Bohnert

geistlîcheit, geistlîchkeit stF. auch geistleicheit. 1 ‘Geistigkeit’ (vgl. geisticheit )
2 ‘geistliches, christliches Leben, Frömmigkeit’
3 ‘Religion, Glaube’
   1 ‘Geistigkeit’ (vgl. geisticheit): alsô ist offenbære, wie sant Paulus wart enzücket und ouch bleip. er [Paulus] was enzücket nâch der geistlicheit, er bleip nâch der sêlicheit [seinem Seelesein nach] Eckh 1:405,9; nû merket ouch, waz diu geistekeit der sêle sî. daz ist, daz si gescheiden sî von dem gewerbe niderer dinge unde wone in deme obersten mit gedenken und mit minne. alsô wird si ein geist mit gote. ouch lît diu geistlicheit der sêle dar an, daz si an irm ihte alse wênic sî materie, als an irme nihte, von dem si geschaffen wart Überschall(Pf) 520,27; wi got mit sinre geistlichkeit wirkit in sich der sele geistlichkeit Parad 6,23; Tauler 262,2; HvFritzlHl 129,10; Katrei 370,16    2 ‘geistliches, christliches Leben, Frömmigkeit’ si [die Worte Marias] sint so vol geistlicheide, / vol gnaden ind otmuͤdicheide MarlbRh 54,9. 13,22; daz man die geistlicheit unde die bescheidenheit unde die gewizenheit unde die êrsamekeit under den teilen mêr anesehe, dan die menie der brûdere StatDtOrd 49,29; die sinkende diemuͤtekeit, die nit ist undersnitten mit hohem muͦte in der geistlicheit, und dú angebornú kúscheit oder angenomen Mechth 5: 4,8. 4:4,23; nach christenlicher geistlicheit Elis 2015; swer wenet daz er geistlich si, twinget er nich sine zungen, si verleitet ime sin herze, und wirt alle sin geistlichkeit unnuze und ein itelkeit HlReg 54,8; funf dinc hindern den menschen in geistlîcheme lebene [...]: daz man sich bekummert mit manicveldigen dingen. daz andere: daz man êre suchit an der geistlichkeit [...] HvFritzlHl 188,15; und die pharisei das worent die von irre geistlicheit hieltent, und die stundent uf iren wisen in iren ufsetzen Tauler 41,7; Teichn 564,2503; BdN 491,31. – geistliches Leben im Kloster: ein mentsche der da get in geistlicheit / mit worten odir ergebenheit Pilgerf 10268    3 ‘Religion, Glaube’ alse St. Augustinus sprichet in dem buoch »von der gewaren geistlicheit« [ de vera religione ] ThvASu 254,13; wenn als wir sunderleich ein ysleich person got vnd herren bekennen von kristner warhait betwungen werden, also drey got oder drey herren zü nennen von kristner geistleichait verpoten wern KvMSel 34

MWB 2 302,32; Bearbeiter: Tao

geistlîchen swV. ‘etw. geistig machen, vergeistigen’ ein grôz meister sprichet: etwaz, daz ich sihe, wirt geliutert und gegeistlîchet in mînen ougen Eckh 1:335,5

MWB 2 303,13; Bearbeiter: Tao

geistlîchschaft stF. ‘geistige Wesenheit’ daz leit am tag / daz sich nichtz verwandeln mag, / lewt noch tier, auz seiner gestalt / daz im got hat auf geczalt / von natuͤrleicher aigenhait. / nur der tewfel smal und prait, / swarcz und weiz sich machen chan, / daz im velt materichleich an / von der elementen chrafft. / aber in seiner geistleichschafft / chan im niemand ein gestalt czu schreiben Teichn 564,3850

MWB 2 303,17; Bearbeiter: Tao

geist-, geistenrîch Adj. ‘geistig’ wan er [...] noh nit kan under gan [entsinken] nah sines geistenriches wesens ordenlichen entwordenheit [Entäußerung] in ein war armuͦt, der da enpfellet in etlicher wise aller froͤmder gegenwurf Seuse 160,6; so ist nu wol erlobet diner geistenrichen vernúnftekeit, von hohen dingen ze fragen ebd. 171,2; hie dringet der geist fúrbaz in mit einer verlornheit anhaftender creaturlichkeit, dur den ring in, der da betútet die ewigen gotheit, und kunt da in geistrich volkomenheit ebd. 193,4

MWB 2 303,26; Bearbeiter: Tao

geistunge stF. vom innertrinitarischen Vorgang ‘Hauchung, Hervorgang (des Hl. Geistes)’ (vgl. geisten swV. 2 ): dizz auzgiezzen diser zweier mit minne ist ein gemein geistuͦng dez vaters und dez suͦns Eckh(J) 87,10; darumme heizit der uzfluiz des sonis geburt und des heligen geistes geistunge Parad 101,18; ez ist zemerken, daz vier widertragung [ relationes ] sint in got, daz ist dinklich [ reales ] , daz ist veterlicheit unde sünlicheit unde geistung [ spiratio ] unde usgaunge [ processio ] ThvASu 308,18; die widertragunge dez beginnes [ principii ] dire usgaunge heizet die »geistunge,« aber die widertragung dez usgande die »usgaunge« ebd. 310,12; unde da von ist daz zehalten, daz die geistunge bekome der persone dez vatters unde der persone dez sunes ebd. 312,15. 316,27. 318,2

MWB 2 303,37; Bearbeiter: Tao

geitelos Adj. getelôs

MWB 2 303,53;

geiʒ stswF. swF. selten: SalArz 17,7 (Nom.Pl.); FabelCorp 33,9 (Gen. Sg.). 1 ‘Ziege, Geiß’
1.1 eigentl.
1.2 übertr., diu springende ~ , eine Art von Sternschnuppen
2 eine Art wilder Ziegen, ‘Reh, Gämse’ o.ä.
   1 ‘Ziege, Geiß’    1.1 eigentl.: da newirdit verbiderbet daz scaf noch diu geiz Himmelr 8,22; sî vûrten vil rinder, / schâf unde geize JJud 271; ein wolfe [...] bat sich inlazen / mit einer geizen mvnde [mit der nachgeahmten Stimme einer Geiß] FabelCorp 33,9; und muscus kümt von ainer gaiz und von ainem wider, daz mag man haizen ze däutsch ain schâfgaiz BdN 141,23; unde ein geis ist ein zige; / unde ein zige ist ein geis Kettenreime 1147,22; der eigen man mac niht [darf seiner Ehefrau zur Morgengabe] gegeben wan ein schâf oder eine geiz, oder fünf schillinc sîner lantphenninge SpdtL 96,16; si [die schöne Jeschute und die gräßliche Ruel] wârn gelîch, [...] / reht als ein bin einer geiz Wig 6339. – als weibl. Ziegen den Ziegenböcken (bocke) entgegengesetzt: er gestalte ze chreizze zweihundert geizze, / bokche zehenzik an den selben rinch, / scâffe zweihundert, remme [Widder] zwire zehenstuont [vgl. Gn 32,14 ] Gen 1510; er sante ime [...] gaize unde pocche VMos 28,1; alsus er [König Salmon] ine [den König Fore als Gefangenen] versmiden hieß, / die frauwe [Königin Salome] er sin huten ließ. / da was er also rechte wol behut, / also der sin geiß / zu schonen bocken dut SalMor 91,4. – Sprichw. (vgl. TPMA 13,386. 389): diu geiz kratzet manege zît / von weiche, biz si herte lît: / er sol niht sîn ein tumber man, / der senfte leben vertragen kan Freid 118,15; StrKD 4,25; wer da kusset daz bockelin, / der mag der geize frunt wol sin SalMark 567; unklar, ob hierher: [wer sein Gut und seine Seele den Minderbrüdern anvertraut, handelt] alz der mit siner gaisse vert / vz der stat in den walt / das er si da basz behalt / vor den woͤlfen denn er tet / ob er si in dem huse hett Barfüsser 164    1.2 übertr., diu springende ~ , eine Art von Sternschnuppen: sô dunkt uns denne, daz ain flamm spring in dem lufte sam ain gaiz. dar umb haizt daz feur diu springend gaiz BdN 78,4    2 eine Art wilder Ziegen, ‘Reh, Gämse’ o.ä.: sprach unser herre in der Minne buͦch: ‘ich beswer úch bi den geissen der velde [vgl. adiuro vos [...] per capreas cervosque camporum Ct 2,7 ] das [...] ’ Tauler 168,15. wilde ~ : von der wilden gaiz [ caprea ] , diu haizt gämz BdN 128,2; von dem rêch. capreola ze latein oder daz Plinius rupicapra haizt, daz ist ain wildeu gaiz, diu haizt rêh ze däutsch ebd. 128,31. 128,25. 145,14; stainboͤk, recher, wildegais WernhMl 3685

MWB 2 303,54; Bearbeiter: Tao

geiʒbache swM. ‘Ziegenschinken’ die rîchen sitzent dâ vil eben, / sô lâ die armen machen / rüebkrût ze geizbachen Helbl 3,232

MWB 2 304,40; Bearbeiter: Tao

geiʒblâse stF. ‘Ziegenblase’ burne ein pulver uon ocsenblase vnde uon geizblase, vnde gip im denne zu trinkene mit wazzir vnde mit ezzige SalArz 60,2

MWB 2 304,43; Bearbeiter: Tao

geiʒboc stM. ‘Ziegenbock’ tyadrus, daz ist ain pokschâf, daz wirt geporn von ainem schâf und von ainem gaizpok BdN 141,23

MWB 2 304,47; Bearbeiter: Tao

geiʒborste swF. , -borst stN. ‘Ziegenborste’ unserm herren ist manic dinc genême, / daz mir oder dir wêr widerzême: / er nimt von uns grôz unde kleine, / silber, golt [...], sactuoch, strô und mist, / geizborsten [La. geizbörster ] und daz noch bœser ist Renner 24489

MWB 2 304,50; Bearbeiter: Tao

geize stF. ‘Pflugsterz’ stiua: geitz, geiza VocOpt 13.063; buris: geitz, geiza ebd. 13.064; die geitze des pfluges [Akk.] WeistGr 5,373 (a. 1344)

MWB 2 304,56; Bearbeiter: Tao

geiʒebône stF. ‘(bohnenähnlicher) Ziegenkot’ nim die geizzebone vnde niv sie mit ezziche vnde lege sie vber die drvse Ipocr 112

MWB 2 304,59; Bearbeiter: Tao