Wörterbuch
ABCDEF s.VGHIJKL
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g – gâchlîchen
gâchmuot – gagen
gagen – galander
galanderisch – 1galle
2galle – galter
galtnüsse – gamerot
gamîe – gancheil
ganclîche – ganteren
ganz – gärmic
garn – gartenhuon
gartenhûs – 3garwe
garwwurz – gastmeisterin
gastnusse – gaʒʒenspringer
ge- – gebæric
gëbærin – gëbendic
gebenedîunge – gebietære
gebietærin – gebiurischlich
gebiurlich – geböume
gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten
gebrëstelîn – gebrûchic
gebrûchlich – gebunt
gebunt – geburst
geburt – gedâht
gedâht – gedense
gederbe – gedinge
gedinge – gedrange
gedrâte – gedünste
gedurchtriben – gegate
gegatrom – gegenkouf
gegenlëder – gegensetzunge
gegensidele – gegenwertes
gegenwertic – gegihte
gegiric – gehaʒʒic
gêhe – gehëlfe
gehëlfelîche – gehilfe
gehilfic – gehœric
gehœrlich – gehügenisse
gehugesam – geifer
geifervrâʒ – geiselrieme
geiselruote – geisticlich
geistîn – geiʒhorn
geiʒhût – gejeitschuoch
gejeitvogele – gekünne
gël – gelegede
gelegelich – gelende
1gelende – gêlîche
gelîcheit – gelîchmëʒʒunge
gelîchnisgëbende – gelide
gelidemâʒe – gêlingen
gelîp – gëlm
gëlmen – geloup
geloup – gëlte
gëltel – gelückede
gelückederat – gelüstelîn
gelustic – gemahel
gemahelbettelîn – gemæʒicheit
gemæʒiclich – 2gemeine
1gemeinen – gemeinsin
gemeinunge – gemerrede
gemêrsal – 2gemüete, gemuote
gemüetic – gemutzet
gemʒe – genâdenschüʒʒel
genâdensol – genæmicheit
genamʒôn – genemede
genende – genëserinne
genetzen – genieʒen
genieʒlich (?) – genôʒen
genôʒgeselle – gensîn
gensischen – genuhtlîchen
genuhtrîch – genuʒ
genuʒt – gephrange
gephünde – 1gerat
2gerat – gerëhen
gerëht – gereisic
gereitære – gerieme
geriemen – gerihticlîche
gerihtinsigel – geriune
1geriusche – gerouche
geröufe – gerte
gerte – gerûmiclich
gerummel, gerumpel – gêrvalke
gerwære – gesaten
gesatznissede – gescheftbrief
geschefte – geschepfnisse
geschepfunge – geschiuwede
geschoc – geschrihte
geschrîp – gesëhen
gesëhenheit – geselliclîcheit
geselligen – gesihtic
gesihticlich – gesite
gesiten – geslihte
geslinge – gesnæren
gesnarren – gespenstnisse
gesper (?) – gespræchelich
gespræchetac – gespunst
gespür – gestelle
gestellet – gestifte
gestille – gestrenglîche
gestrenze – ge|stunge
gestungede – gesuoch
gesuochære – geswerme
geswërte – gesworn
gesworne – getelle
getelôs – getougen
getougen – getreigeret
getrenke – getrüese (?)
getrügede – getwædicheit
getwædigen – gëtzen
getzsal – gevalte
gevanclich – gevëderen, gevëdern
gevêhe – geverte|lehe
gevertinne (?) – gevlester
gevlitter – gevrier
gevrist – gevülle
gevuoc – gewahsenheit
gewahst – gewaltroubunge
gewaltsame – gewar
gewar – gewe
gewëbe – gewellen
geweltigen – gewërben
gewërbic – gewern
gewërn – gewiere
gewieret – gewinnen
gewinnic – gewist
gewiste – gewonunge
geworden – gewzen (?)
gezagel – gezëmelich
gezemen – gezît
gezîte – gezoc
gezogen – gezwîen
gezwîge – giefen
giege – gifticheit
gifticlich – giht
gihtboum – gimbîʒen
gimme – gippengappen
gippentuoch – giric
giricheit – gischen
gîse – gîtigære
gîtige – 1glan
2glan – glas(e)väʒʒelîn
glas(e)vënster – gleimel
gleimelîn – gleten
glêtphenninc – glipfen
glise – glocke
glockehûs – glôriôs
glôriôslich – gluothaven
gluothert – goder
goedertieren – golf
gollen – goltgesmîde
goltgesteine – goltreit
goltrîch – golttropfe
goltvar – gos (?)
got – gotesarm
gotesbeckære – gotesmordærinne
gotesphenninc – gotgeformet
gotgelâʒen – gotmeinunge
gotmensche – gouch
gouch – goukelære
goukelbilde – goukelspil
goukelsprütze – göumütte, -mutte
göu|phâwe – grabe
grabe – grâf-
graft – gramerʒîe
gramerʒîen – gransprunge
gransprunge – gras(e)phenninc
gras(e)spier – grâvenrëht
grâveschaft – grebinc
grebnisse – gremiclich
grempære – griekech
grien – griffel
griffelære – grimmetât
grimmic – grisegrammen
grîseleht – griuslich
griuwe – groppe
      griuwe swstM.
      griuwel stM.
      griuwelen swV.
      griuwelich Adj., Adv.
      griuwelîcheit stF.
      griuwelinc stM.
      griuwiclîchen Adv.
      griuʒe stN.
      griuʒel Subst.
      griuʒel stN.
      griuʒinc stM.
      gröbe stF.
      grobekeit stF.
      grobelich Adj., Adv.
      groben swV.
      grobiln swV.
      grogezen swV.
      grolle swM.
      grop Adj., Adv.
      grop stN.
      grope swM.
      gropelîn stN.
      gropheit stF.
      grôpiere stF.
      groppe swM.
gros – grôʒmüetic
grôʒmuoticheit – grüenheit
grüenlich – grunderëbe
gründic – gruntübele
gruntvestære – gruon-
gruon- – grütschîn
grutte – 1gücken
2gücken – güfticheit
güfticlich – gûlen
gülle – gumpenîe
gunderam – guotdunken
guotdunkende – guotswender
guottât – gürtelgewant
gürtellîn – gymnosophiste

   griuwe - groppe    


griuwe swstM. grûwe

MWB 2 940,48;

griuwel stM. auch grûwel, griul, griule ( Neidh WL 9:7,5; JTit 864,2 ). 1 ‘Gräuel, etw., das Grauen, Schrecken hervorruft’
2 ‘Furcht, Angst’
3 als Bestandteil von Pers.-Namen
   1 ‘Gräuel, etw., das Grauen, Schrecken hervorruft’ alse die guͦten mit micheler gezierde werdent erlúhtet, alse werdent die v́belen mit michelme gruwele gewuͦstet Lucid 159,13. 128,10; hilf uns [...] / vor des leiden tiuvels griule MarGr 18 726; auch Pl.: daz diu helle [...] / wer uf getan mit aller tiuvel gruͤlen JTit 6213,3. – präd.: div iuwel [Eule] / ist der vogel gruwel Martina 116,64; [die Askese der Altväter ist] ze disen núwen ziten etlichen weichen menschen ein grúwel Seuse 107,23. – übertreibend: maneger sagt den wîben von dem guote [seinem Besitz] grôzen griule [Imponierendes] Neidh WL 9:7,5    2 ‘Furcht, Angst’ dem [Mutlosen] machent lîhte butzen griul KLD:LvS 8:2,2; wære ich in einer wüestenunge aleine, dâ mich grûwelte, hæte ich dâ bî mir ein kint, sô vergienge mir der grûwel Eckh 3:356,3; in dem grúwele der neiglicher [nächtlicher] gesichte do heilt [packte] mich angst und bibunge [Iob 4,13f.] Tauler 222,8. 222,12; JTit 5538,2. – jmdn. nimt ~ + Gen.d.S. ‘jmdn. ergreift Schrecken vor etw.’ iz nem den baruk grule [La. ez næm ein armer grewle mit persönl. Konstr.] , solt er solche richeit han verkustet [aufgewendet] JTit 864,2 (vgl. Grimm, Dt. Gr. 4,288)    3 als Bestandteil von Pers.-Namen: Cvͦnrad Gruwel UrkCorp (WMU) 2273,29; UrkWürtt 7,322 (a. 1274); [ teste ] Ludewico dicto Griͮwel ebd. 7,259 (a. 1273)

MWB 2 940,49; Bearbeiter: Bohnert

griuwelen swV. auch grûwelen, griulen ( Walth , JTit ). 1 ‘Grausen, Schrecken, Angst empfinden’ .
2 ‘starke Abneigung, Abscheu empfinden (vor etw.)’ ,
3 refl., ‘jmdm. gegenüber Abscheu, Abneigung zeigen’
   1 ‘Grausen, Schrecken, Angst empfinden’. – jmdn./jmdm. griuwelt: wære ich in einer wüestenunge aleine, dâ mich grûwelte Eckh 3:356,2; dô grûwelte im ebd. 1:331,3. – mit Präp. ab/von/vor: kinder, wistint ir wie schedelichen das ist [...] das man gotte ungehorsam ist, úch grúwelte dar ab Tauler 342,12. 343,3; von disen worten grúwelot mir ie und ie Mechth 5: 5,5; er stêt dem tiuvel wol gelîch [...], / mir grûwelt vor im iemer mê Virg 248,12; Eckh 1:344,1; Tauler 38,8. – jmdn. nimt ~ + Gen.d.S.: ein ziborje [...] mit zwein und drizic suͤlen / [...]: mangen nimt der richeit gruͤlen [mancher erschrickt über die Pracht; La. maniger nimt im ab der reichait greulen ] JTit 6243,2 (vgl. griuwel 2 )    2 ‘starke Abneigung, Abscheu empfinden (vor etw.)’, jmdn./jmdm. griuwelt: mich griulet, sô mich lachent an die lechelære, / den diu zunge honeget und daz herze gallen hât Walth 30,12; du bist bose und arc [...]. / mir grouset, swanne [La. mir grvlet, daz ] ich dich sehen sol StrKD 163,43. – mit Präp. vor, ‘jmd. empfindet Abscheu vor einer Sache’ si [die Verdammten in der Hölle] sint stetelich in so grimmeklichem muͦte, das inen grúwelt vor allem guͦte Mechth 3: 21,80    3 refl., ‘jmdm. gegenüber Abscheu, Abneigung zeigen’ er muez sich gein ainem graulen / und den andern lachen an Teichn 404,26

MWB 2 941,15; Bearbeiter: Bohnert

griuwelich Adj., Adv. , -lîche(n) Adv. auch grûwelich, griulich. 1 Adj.
1.1 ‘schrecklich, furchtbar’
1.2 ‘grausam’
1.3 als Pers.-Name
2 Adv., ‘schrecklich, furchtbar’
2.1 ein Verb näher bestimmend
2.2 ~ getân
2.3 übergehend zum Steigerungsadv.
2.4 präd. (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 2,13)
   1 Adj.    1.1 ‘schrecklich, furchtbar’ er [...] vant den griulîchen man / ûf einem gevilde / stân [...] / und vor sînem aneblicke / segent er sich vil dicke Iw 980; dô er [der verwilderte Iwein] [...] sich selben ane blihte / und sich sô griulîchen sach ebd. 3507; [des Fallsüchtigen] anblic der was griulich LvRegFr 2716; Seuse 89,11; (subst.:) schaf ir [Seele] , herre, solhe phlege / daz ir iht griulîches an dem wege / erschîne den si varn sol KvHeimHinv 514; ich was [...] gebunden [...] uf einen grúlichen rost Mechth 2: 24,39; grûwelîch was ir [ Sibille ] lîb En 2727; swie rîche er was, / sô wirt sîn fleisch ein griulich âs Renner 24380; dar zuo gevie der selbe slac [die geschlagene Wunde] / einen [...] griulîchen smac Tr 7276; dâ vâhten mit grimme / mit griulîcher stimme / wisente und ûrrinder Iw 410; SAlex 5021; Konr 5,36; KvWTurn 817; Pass III 238,53; Seuse 204,14. daz griulich urteile / gots soltû vergezzen niht LBarl 7922; so erschrikt aller meniglich / von der dat gruͤwelich HvNstGZ 5993; dô was der tôt hezlich und grûwelich allen den menschen HvFritzlHl 118,29; er nerte [...] mich / von einer griulîchen suht KvHeimUrst 571; grúweliche vorchte Tauler 145,34; Mechth 3: 14,12; RvEBarl 4564; PrSchw 1,20; Rumelant 3,57a. – ~ dinc/  sache: wer hat sogetane grueliche ding [ horribilia ] gehort? Cranc Jer 18,13. Os 6,10; daz [Rest der Haube] wart nû gar zefüeret. / daz was ein griuwelîch dinc: / sô breit als ein phenninc / beleip ir niht bî einander Helmbr 1883; Er 8445; KvWTroj 6193    1.2 ‘grausam’ ir ist genunch die barmhertzich sint wider ander læut und sint wider sich selb gruͤlich PrOberalt 127,18; Nerô der griulîch künic und æhter der kristenheit, der kriuzet sant Peter EnikWchr 456 Prosa 2,1; [Herodes] gebôt, [...], / daz man si [Kinder] elliu samt ersluoc. / daz was griuwelîch genuoc KvFuss 1308; daz si [Viper] gräuleicher sei denn all ander slangen, iedoch ist si gar sänftig gegen irm weib BdN 286,9. 254,12. 282,20; KvHeimUrst 682; HvHürnh 13,4    1.3 als Pers.-Name: Grivlich vnd sin brvͦder Lvtfrit UrkCorp (WMU) 1963,9; [ teste ] Conrado dicto Griulich UrkWürtt 9,266 (a. 1289)    2 Adv., ‘schrecklich, furchtbar’    2.1 ein Verb näher bestimmend: griulîchen er in ane sach LBarl 8957; sú schrúwen uf mich vil grúwlich Seuse 204,21; es ist dw genad vor im verdekcht / als vor ainem der grauͤleich smecht / und ist harbig [= horwic ‘schmutzig’ ] uͤber all Teichn 284,32. daz [ bilde ] er gruwelichen sluc / mit scharfen geiselen genuc Pass III 21,38; er [...] kússet si vil grúwelich Mechth 3: 21,40. 3: 21,31; wie griulîch er über si rihtete BuchdKg 71,9; SalArz 75,27; Ottok 51310    2.2 ~ getân: der [Riese] was griueliche getan Roth 5022; ich fvrchte din ovgenblicke, / die sint grevlich getan ReinFu K,193; dú lugin [Lüge] ist ussen schoͤne und innan grúwelich getan Mechth 4: 4,35; Teichn 411,50    2.3 übergehend zum Steigerungsadv.: [Christi Dornenkrone] was ein grulich scharfer dorn Pass III 84,70; dem hie sô griulîchen wê / [...] sol geschehen KvHeimUrst 1734; êweclîche verdamnet sîn ist griuwelîche müelich ze leisten DvAOff 12; StrKD 58,II 185; Ottok 94249    2.4 präd. (vgl. Behaghel, Dt. Syntax 2,13): an sînem schilte was der Tôt / gemâlet vil griulîche Wig 2999; sin angesichte was grulichen Cranc Dan 2,31

MWB 2 941,43; Bearbeiter: Bohnert

griuwelîcheit, -lîchkeit stF. ‘Schrecklichkeit’ dô vluhen di brudere alle von der grûwelichkeit des tirs [eines Löwen] HvFritzlHl 211,15; wer [= wære ] das in [den Teufel] ein ieklich mensche solte sehen in sinem rechten bilde, si zerstúben alle von der grúwelicheit Tauler 146,32; die gruͤwlicheit des hellschen fuͤres EvAlem 46(Mt 18,9). [der Bauer] slüg mit solcher grùwlicheit / an die mure einen so mehtigen slag, / das sie gantz vnd gar gelag Krone 14304

MWB 2 942,48; Bearbeiter: Bohnert

griuwelinc stM. ‘jmd., der Grauen erregt’ wê dir, gîtiger, [...] / du wêre der werlde ein schiuhelinc / und bist nâch tôde ein griuwelinc, / dîner sêle nieman gehelfen mac! Renner 8038

MWB 2 942,58; Bearbeiter: Bohnert

griuwiclîchen Adv. ‘gräulich, schrecklich’ griuweclîchen sach man dort / stân den grôzen langen [Riesen] Reinfr 18924

MWB 2 942,62; Bearbeiter: Bohnert

griuʒe stN. ‘enthülste Körner, Grütze’ alle die veile habent [...] griuze und nuzzen und kesten StRMeran 413

MWB 2 943,1; Bearbeiter: Bohnert

griuʒel Subst. wohl zu grutsch ‘Hamster’, in derselben Bed.: wâ kom hin der Priuzel? / der verswant sam ein griuzel / tuot in einer valle EnikFb 2172

MWB 2 943,4; Bearbeiter: Bohnert

griuʒel stN. Dimin. zu grûz. ‘Körnchen’, zur Verstärkung der Negation: die werden Priuzel, / die hieten niht ein griuzel / umb tûsent Unger gegeben Helbl 15,348

MWB 2 943,8; Bearbeiter: Bohnert

griuʒinc stM. zu grûʒ . ‘Weizenbier’ celia [...] ex suco tritici confecta: gruzinc SummHeinr 1:340,383; ein offenev vnd freiev tabern, da man inne schenche wein, pier, met vnd græuzzinch UrkSchäftl 83 (a. 1308); der [ angiesser ] sol wein und graͤwssing angiessen StRMünch 414,6

MWB 2 943,12; Bearbeiter: Bohnert

gröbe stF. vgl. ahd. grobî (AWB 4,442). ‘Grobheit (des Ausdrucks)’ rethorica [...] uß der rede kerbt / und strichet gar die grobe dann Mügeln 283,4

MWB 2 943,18; Bearbeiter: Bohnert

grobekeit stF. gropheit

MWB 2 943,21;

grobelich Adj., Adv. , grobelîche(n) Adv. auch gröbe-. 1 steigernd (positiv und negativ);
2 ‘stofflich, körperlich’ ;
   1 steigernd (positiv und negativ); Adj., ‘stark, groß’ wande din sele von den worten suszecheit vnd grobelichen trost enphehet Fittiche 354; daz diz lut hete entsaben / der grobelichen heilikeit [d.h. des Leichnams des Evangelisten Markus] , / di in ir schif was geleit Pass I/II(HSW) 36285; daz si sô krefticlichen [La. grobleichen ] / schaden heten genomen Ottok 50766; der vader hatte ouch nû verkorn / ûf den grobelîchen zorn Erlös 4242; Pass I/II (HSW) 23636. 38817. 3723. – Adv., ‘in hohem Maße, sehr’ Tyberius der cranke man / wart sich grobelich do vreun Pass I/II(HSW) 8069. 41590. 19378; dy heren ertin en groblich, / si machtin en czu einem furstin loblich Dalimil 7,4; daz der ieweder grobelîche hat missetân StatDtOrd 67,26; der heiden here dem was gâch, / sie zogeten den cristen nâch, / in wûchs grobelîchen zû / beide spâte unde vrû LivlChr 8375; er gap sô grobelîche [reichlich] , / daz die kargen des verdrôz EbvErf 684; sie schazte grobelîche [sammelte sich ein großes Kapital] / in daz himelrîche ebd. 3519; als die nature [eines Menschen] in unrasten ist [...], dannan ab wirt si grob und manigvaltig [abgestumpft und zerstreut] und sloffet der mensche vil deste tieffer und groblicher [fester] Tauler 384,34; Vät 12931. 5222; UrkFriedb 183 (a. 1350)    2 ‘stofflich, körperlich’; Adj.: das ist in einem geistlichen sinne, ob es nút groblich [in körperlichem Sinn aufzufassen] enist Tauler 289,14. – Adv.: nu muͤssen wir sprechen von der liplicher spise; aber es lutet groblichen und machet doch [die hl. Kommunion] verstentlich Tauler 294,1. 310,20

MWB 2 943,22; Bearbeiter: Bohnert

groben swV. grop sein/  werden’ wann ich sol die muͦter [Gottes] loben, / so moͤcht ich vor vorchten groben, / daz ich mich besorgen tuͦ, / daz ich sey ze chranch dar zuͦ / daz ich von iͤr ticht und sag / daz iͤr wirden wol behag Teichn 464,1476; GlAnzfKdVz 8:493,33

MWB 2 943,56; Bearbeiter: Bohnert

grobiln swV. grübelen

MWB 2 943,62;

grogezen swV. vgl. SchweizId 2,702f. s.v. grochsen. ‘heulen, wehklagen’ vil harte grogezende / er screi ReinFu S3,1711

MWB 2 943,63; Bearbeiter: Bohnert

grolle swM. ‘Groll’ hap keine vîgentschaft noch haz noch grollen gegen dîme ebenmenschen SprMyst (Pf) 231a,31

MWB 2 944,1; Bearbeiter: Bohnert

grop Adj., Adv. auch grab- ( Elis 7979; StRAugsb 30,12. 33,37 ). Adv. auch grobe HeslApk 8048; KvWGS 124. 1 ‘grob, massig, dick, dicht’
1.1 allg.
1.2 von Gewebe, Stoff
1.3 in Zusammenhang mit der Vier-Elemente-Lehre
2 ‘gewöhnlich, schlicht, einfach’
2.1 von Naturdingen
2.2 von Speise und Trank
2.3 auf die Art, das Naturell von Menschen bezogen
2.4 von Arbeiten
2.5 von der Rede, Gesprochenem
2.6 vom Denken, Verstand ( sin )
2.7 von Auslegung, Verstehen
3 im Ggs. zum Geistigen, ‘dem Bereich des Stofflichen, Körperlichen zugehörig’
4 ‘groß, das übliche, erwartbare oder akzeptable Maß übersteigend’ (vgl. mnd. grof , Schiller/  Lübben 2,149f.)
4.1 allg.
4.2 von Sünden
4.3 in der Wendung (beide) kleine unde grop
   1 ‘grob, massig, dick, dicht’    1.1 allg.: margariten nicht zu kleine und grob [dick, plump] Frl 8:26,12; cynnama [...] ist drierhande. under den ist di beste di cleinste [...]. di grobir cynnama, di stillet [...] emorroidaz Macer 84,9; welhes wangen grobez flaisch habent, der ist ainr groben nâtûr. wer ain behendez antlütz hât, daz ist ain antlütz niht zerplâsen und niht mit grobem flaisch, der hât vil gedänk BdN 46,17; ein dicke grobe hut Tauler 195,21; wirt ez ze grob durch daz sip, / ich riter ez durch den buͤtel WhvÖst 2076. grôz [La. grop ‘dicht’ ] und grâ was ir [Sibylle] daz hâr / und harde verworren [...] als eines pharîdes mane En 2708; Tauler 225,10. 235,5; die [Krieger] dûht niht ze herte diu dicke [das Kampfgetümmel] noch ze grop [dicht] Loheng 5149. die stimme als ein schoffe [Schaf] grop [rauh] Physiogn 255    1.2 von Gewebe, Stoff: nîmant setzit în einen schrôten grobis tûches [ panni rudis ] in ein alt cleit EvBeh Mt 9,16; zwainzik ellen grabes tuͤches StRAugsb 30,12. 33,37; sîn roc der was gesniten / ûz einem groben sacke KvWTroj 1653; Renner 2493; Vät 32215. er wolde an diselben wat / machen eine grobe nat Pass III 58,2    1.3 in Zusammenhang mit der Vier-Elemente-Lehre: der nebel kümt von wäzzrigem grobem dunst BdN 95,15; und ist zwairlai dünst in im [Auripigment] : ainer trüeb und grob des zæhen ertreichs, und der ander dünn und behend ebd. 477,30 u.ö.; daz daz wazzer gröber ist dan der luft sî Eckh 5: 60,16; Eckh (Pf) 236,24; swer dâ liget, dem gânt die groben geiste, daz ist daz grobe bluot, ûf in daz hirne [ grossi fumi et grossi spiritus et sanguis ] Eckh 4:57,19.22; sô daz viur næher dem tâhte brinnet, sô ez swerzer und gröber ist ebd. 3:25,7    2 ‘gewöhnlich, schlicht, einfach’    2.1 von Naturdingen: du bist vor andern furstin alse ein edil gesteine undir den grobin [unedlen] steinen Köditz 38,33; als der ein edel zwî pflanzet in einen groben stok Eckh 2:626,11    2.2 von Speise und Trank: ir [Feigen] ezzen ist schad mit groben dingen [es ist schädlich, sie zusammen mit grober Kost zu essen] , sam gepäurisch ezzen ist BdN 323,5; ir machent mir min herte bette senft, mine groben spise smakhaft Mechth 7: 48,79; SHort 3420; Secret 1576; grobez brôt: BvgSp 23; grober tranc: Seuse 99,15. – subst.: der mage der kochet die spise und teilet das grobe [Unverdauliche] , das boͤse von dem guͦten Tauler 294,7; ein kraft ist in der natûre, diu scheidet abe daz gröbeste und wirfet ez ûz, und daz edelste treget si ûf Eckh 1:328,9    2.3 auf die Art, das Naturell von Menschen bezogen: dise groben, weltlichen, frefeln, muͦtwilligen, fleischlichen wilden lúte Tauler 131,22; sy waren [...] ungeslacht [...], / sy waren doch zwene grove gebure KarlGalie 337; und diz ist wîsen liuten ze wizzenne und groben ze gloubenne Eckh 2:262,6 u.ö.; sie ist smehe, grop an synnen / und wil auch nieman wider mynnen Minneb 2131; HvNstAp 15868; HvFritzlHl 44,23. 220,1. welhes wangen grobez flaisch habent, der ist ainr groben nâtûr BdN 46,18    2.4 von Arbeiten: so was er [Jesus] guͤtlich undertan / siner muͦter und Joseph [...] : / doch tet er grober werk nút [ ab opere retraxit se servili ] , / als dike werkont ander lút WernhMl 6265; waz graber sache waren, / da mochte man di claren [Elisabeth] / lichte zu getwingen Elis 7979    2.5 von der Rede, Gesprochenem: und ist sein sprâch unrain und grob BdN 45,17; [Regenbogen zu Frauenlob:] ich vürhte, min gesank dem iuren si ze grop Regenb 3,345a; ich ferbe, wo verblichen ist / geticht von grober sprüche mist, / und trib der sprüche süche dann Mügeln 111,3. 117,2. – Adv.: red ich ez [ din lop ] , frouwe, nun ze grobe, / so lich hernach mir unde gip / ze stiure diner helfe sip, / dur daz ich ez vil kleine rede [fein durchsiebe (rëden stV.)] KvWGS 124; WhvÖst 2072; kleine oder grob, / kurz oder lanc genennet [...], / sint vrouwen wib, wib vrouwen lib Frl 5:107G,2    2.6 vom Denken, Verstand (sin): von allen sinnen wencken / kan ir [Frauen] unbegriffen lob. / so ist min sin dar zu ze grob MinneR 272 30; so ist manige mensch als grober sinne, daz er dennoch kume gloͮben wil, daz út si, denne daz er mit sinen sinnen begriffen mag Seuse 293,9; hie vmb haͮn ich willen, [...] von minem groben sinne vnd klainem bekennen dir sagen, was gnaͮd si Gnadenl 1,13; Eckh 5: 43,9; BdN 47,9    2.7 von Auslegung, Verstehen: diz ist di gemeinste glôse ubir diz êwangelium und di grobiste di ich dar uber gehôrt habe HvFritzlHl 34,30. – Adv.: [Menschen, die um irdischen Lohnes willen Gott dienen,] sint allez koufliute. daz ist grop ze verstânne, wan sie wellent daz eine umbe daz ander geben und wellent alsô koufen mit unserm herren Eckh 1:7,5; daz wort lûtet grop und gemeine, und verstât doch wênic ieman, wie im sî ebd. 1:105,1. 1:99,3; grôze meistere [...] di wolden di schrift zu nâhe dûten und twingen zu verstêne. aber ungelêrte pfaffen di nemen si zu wîte und zu grop HvFritzlHl 33,38    3 im Ggs. zum Geistigen, ‘dem Bereich des Stofflichen, Körperlichen zugehörig’ bekennit di fornunft daz subtil ist, baz bekennit si daz grobir ist Parad 34,19; [auf sinnl. Erfahrung gestütztes Erkennen] ist grop und ist ouch materielich Eckh 3:37,8; diu niderste kraft oder diu allergröbeste, als gehœrde oder gesiht ebd. 2:418,7; noch ist dirre sin [diese Deutung] ze grop und ze lîplich, wan er hanget an lîplîcher glîchnisse. dar umbe sage ich iu einen andern sin, der noch lûterer ist und noch geistlîcher ebd. 3:319,1; nu nement ein grop gelichnisse weltliche lúte die kein ding ennement denne noch sinnelicher wisen Tauler 124,14; das er [Christus] sich also geben hat in einer grober ussewendiger wise, also in glichnisse brotes und wines, und das wir in zuͦ dem munde innemen súllent also lipliche spise ebd. 310,26    4 ‘groß, das übliche, erwartbare oder akzeptable Maß übersteigend’ (vgl. mnd. grof, Schiller/  Lübben 2,149f.)    4.1 allg.: sin gabe was so grob / spilluten und den vrien, / daz sie musten schrien [...] / sin lob an allen orten MarLegPass 20,24; des ere ist groz unde grob Vät 13526; an manigem was ir [Mariens] helfe grob Pass III 690,23; NvJer 6287. – Adv.: nu was der iuncvrowen lob / mit rechter warheit vollen grob / getreten in diz riche Pass III 566,68; Vät 2319; auf Anzahl bezogen: daz Johannes also grobe / dar von sprichet und saget me [Apc 4,4 (24 Älteste) gegen Mt 18,28 (12 Apostel)] HeslApk 8048    4.2 von Sünden: sehet, diz sint allez koufliute, die sich hüetent vor groben [schweren, schlimmen] sünden Eckh 1:7,1; lúte, die [...] in grossen groben totsúnden lebent Tauler 131,24; auf den Sünder übertr.: ein grop gros súnder der enmitten in der súnden ist ebd. 116,9. – Adv.: da was grob gebrochen [gesündigt] Vät 17145    4.3 in der Wendung (beide) kleine unde grop: dar abe [von den Bäumen] sie [...] / manigerhande brachen obz / beide cleinez und grobz [d.h. jeglicher Größe] Pass I/II (HSW) 3226; Pass III 1,31; von ir [Maria] manic wunder / ist da kleine und grob ebd. 5,19; Pass I/II (HSW) 17350

MWB 2 944,4; Bearbeiter: Bohnert

grop stN. wie → gröbe : hât er [Dichter] gehabt niht künste hort, / daz er hab diu wort verschrôten und verbort, / daz sie durch grop iht meisters kunst verhelzen Loheng 7633

MWB 2 946,21; Bearbeiter: Bohnert

grope swM. vgl. mnd. grope (Schiller/  Lübben 2,153a); zu Bed. und Etymol. s. Hildebrandt, Ton und Topf S. 341-344. ‘Kochtopf’ der mage yst alze eyn grope, dat sych dy spyse inne dauwe vnde suͤde OvBaierl 10,1; uz sinen naselochern ouch / sich uf czut eyn vuler rouch / als uz eyme gropen heyz Hiob 15223; GlAnzfKdVz 8:493,34

MWB 2 946,25; Bearbeiter: Bohnert

gropelîn stN. Dimin. zu grope. ‘kleiner Kochtopf’ he untsût abir ein groppelîn / und kocht einem anderen wol / swaz he des morgens ezzin sol Demantin 7284

MWB 2 946,32; Bearbeiter: Bohnert

gropheit, grobekeit stF. -keit z.B. Tauler 120,32; Lanc 130,16. 1 ‘rauhe Beschaffenheit, Derbheit, Unebenheit’
2 ‘Stofflichkeit, Materialität’
3 ‘Ungebührlichkeit, ungebührliche Handlung’
   1 ‘rauhe Beschaffenheit, Derbheit, Unebenheit’ von der [Kleider] varben vnd der grupheide [ grossitudine ] in sollen die sustere nit clagen BrEb 55; [übermäßiger Weingenuss] mistempert dy complexion vnd pirt grobhait des leichnams HvHürnh 52,10; (Bitterkeit einer Flüssigkeit:) diu wermuot [...] hât auch die art, daz si zesamen zeuht und streng macht [...]. die [...] art hât si von der grobhait ires saffes BdN 381,22; (mindere Qualität von Nutzpflanzen:) als der ein edel zwî pflanzet in einen groben stok, dâ wirt alliu diu vruht nâch der edelkeit des zwîs und niht nâch der gropheit des stockes Eckh 2:627,1. – übertr.: ob ich ditz buchlin wolde / betichten, als ich solde, / und solt im sin gropheit luttern / mit wilder worten reinen krutern Minneb 695; so dem menschen gerumet wirt [wenn der M. frei wird] von súntlicher grobheit Seuse 158,25    2 ‘Stofflichkeit, Materialität’ lege ich mîne hant ûf mîn ouge, sô ensihe ich der hant niht. [...] daz kumet von gropheit, diu an der hant ist Eckh 3:167,4. 5: 33,12; Tauler 120,32; [die Seele] ist zumale ein lutir geist sunder alle materielichkeit und alle gropheit, groze, lenge, breite Parad 99,2; so sprechin si also daz di gropheit der element abe gê und di behendikeit und di subtilikeit des himmillischen libes beste an deme geseligiten libe unsis herrin [des auferstandenen Christus] ebd. 60,4.30. – als Eigenschaft der Sinne, des Verstandes, die dem Stofflichen/  Materiellen verhaftet sind: sogtan [...] gedenke koment allein von grobheit der sinnen, die goͤtlichú und úbernatúrlichú ding nement nach glichnúste irdenscher und natúrlicher dinge Seuse 293,21; hie vmb haͮn ich willen, [...] von minem groben sinne vnd klainem bekennen dir sagen, was gnaͮd si. vnd [ich] trúw diner tugend, das du es von miner grobheit ver guͦt habest Gnadenl 1,14    3 ‘Ungebührlichkeit, ungebührliche Handlung’ ir hant auch kein grobkeit da mit gethan das ich uch die zwen kuniges sún ließ dienen, ir sint wol als edel als sie sint Lanc 130,16. 196,30. 92,1

MWB 2 946,36; Bearbeiter: Bohnert

grôpiere stF. aus afrz. cropiere ‘Hinterdecke des Rosses’ (zu afrz. crope ‘Kreuz der Tiere’, vgl. Tobler/  Lommatzsch 2,1094f.; Suolahti 1,136); vgl. mnl. crupiere (MNW 3,2181). ‘Pferdedecke’ dô brâhten im die knappen dar / ein ors, daz was bedecket gar / mit einer grôpiere Wig 1980; Artus mit seiner geselleschaft / reit her von dem kastel. / da was von rot vnd von gel / vil manig panier, / deke vnd chropier Krone 731. – hierher? als Berufsbezeichnung bzw. Personenname: testes: Berhardus presbiter, Wernherus groppier, Chuͦnradus textor, Vͦlricus cellerarius TradSchäftl 392; Wernherus Groppier UrkDiessen 65 (kopial; a. 1234–1241). 70 (kopial; a. 1241–1247)

MWB 2 947,14; Bearbeiter: Bohnert

groppe swM. ein Fisch: capito: gropp VocOpt 47.037; carabus: groppe ebd. 47.039; gobio: gropp ebd. 47.038. 47.069; Gl 3:47,13

MWB 2 947,28; Bearbeiter: Bohnert