genamʒôn
swV.
→
namʒen
MWB 2 450,3;
genande
stF.
→
genennede
MWB 2 450,4;
genanne
swM.
auch genenne ( HvNstGZ ) und genande (
LBarl ; Interferenz zu genende (?) →
genennede
).
‘Gleichnamiger’ (vgl.
gename
)
1
‘Namensvetter’
2 von Verwandtschafts- und anderen Beziehungen
1
‘Namensvetter’
cognominalis: gnanno SummHeinr
2:244,01.102;
Iesus was er geheizen / der aller chuͦniste helt / got
hete in irwelt / er was ein also gut man / so er gote zeineme genannen wole zam
VMos
67,21.
69,1;
ein sîn genanne hiez alsam, / dem was erkorn der selbe nam
RvEBarl
2373;
den genannen RvEWh
8399;
Kchr
11402;
PassI/II
50,23.
– bezogen auf gleiche Bezeichnung:
ein tôre ist sîn genanne [d.h. er beträgt sich wie ein
Tor]
RvZw
267,9.
– von Christus als Namensgeber der Christen:
ich hân gelouphaften sin / daz ich dîn genanne bin, /
wîsheit ob allen listen, / du bist Christ, sô bin ich kristen Wh
1,26;
wir cristen heizen nâch dir, Crist! / sît daz dû unser gnanne bist, sô heb
uns ûf RvZw
Leich,191;
Winsb
79,6;
Ottok
49554.
– bezogen auf die Trinität (s.a.
genennede
):
die dâ gloupten âne spot / an den waltunden got, / die die drî genanden /
ze rehte wol erkanden LBarl
10424.
9686
(vgl. ebd. auch den synon. Gebrauch von name
[Glr.z.St.]);
sô mahten wir gerner geben / den cins den drin genennen
[gemeint: wir sollen lieber Gott dienen (als dem
Teufel)]
Wernh
3811;
hierher (so die Anm.z.St.) oder zu 2:
got herre, vater! erkenne, / nim in [den
gekreuzigten Jesus] , din genenne [nimm ihn auf als
deinen genannen
] ! HvNstGZ
3186
2
von Verwandtschafts- und anderen Beziehungen:
Adam zi dem giwalti [in die Verfügungsgewalt des
Teufels] gihorti. / gnadi gotis sit daz zistorti, / der magidi sun
wolti sinin ginannin [d.i. Adam] / voni des viantis
giwalti giwinnin SuTheol
131;
do gesamenent sich danne zwa getriwe genannen. / daz ist
spiritus intellectus, daz heizet unser vernunst AvaLJ
217,1.
– Anrede des Vaters (vgl. DWB 5,1337 s.v.
knan):
ein frum man strâfte sînen sun / und hiez in tugentlîchen tuon. / er
[der Sohn] sprach: ‘genanne, des entuon ich
niht [...]’ Renner
23697
MWB 2 450,5; Bearbeiter: Runow
genannen
swV.
refl. mit präp. Erg. ze
‘jmds. Namen tragen’
‘wol uns [...],’ /
sprach diu vrawe [...] ‘wie suͦze got dich
meinet, / sun, daz du dich genannes / zu dem herren sante Johannes
Rennew
32705
MWB 2 450,45; Bearbeiter: Runow
genant
Part.-Adj.
subst.
‘Berufener, Vereidigter’ (Bürger, der als Berater oder
Beisitzer berufen wird; s.a. DRW 4,208f.):
des ersten schol ein iclicher genanter wersweigen sein bei seinem aid, was er
hort in dem rat bey den schepfen StRPrag
85;
ez haben auch di purgere von dem rat und di schepphen und di genanten von der
stat mit gemeynem rat gesatzet, daz [...]
NüP
68;
StRWien
51.
–
‘Zeuge, Eideshelfer’
swer angesprochen wirt vmb ein manslaht [...], wil er
sich der bereden, daz sol er tuͦn mit den genanten, mit den næhsten vnd mit
den besten UrkWittelsb
2,50
(a. 1294);
swer den andern rovbet [...] vnd sich des selbdritte
mit den genanten niht bereden mach, dem sol man die hant abslahen
UrkCorp (WMU)
475AB,34,11
u.ö.
MWB 2 450,50; Bearbeiter: Runow
1genantlich
Adj.
‘bekannt, geläufig’
da von [durch die Erlösungstat Christi] ist si
[die Stadt Jerusalem] alleine / alder welte
genantlich / und och von reht erkantlich Martina
204,97
MWB 2 451,1; Bearbeiter: Runow
2genantlich
Adv.
→
genendelîche
MWB 2 451,5;
genasche, genesche
stN.
1
‘Naschwerk, Leckerei’
2 übertr. ‘Verführbarkeit, Begierde’
1
‘Naschwerk, Leckerei’
im [dem jungen Mann] liept daz genesch fuͤr
ritterschafft Suchenw
31,185;
esche [Asche; bezogen auf den vergänglichen menschlichen
Leib] , / der würme genesche Martina
118,112
2
übertr. ‘Verführbarkeit, Begierde’
do begunder [der Rabe, den Noah von der Arche
aussendet] umbe wasschen / durh sin selbes genaske
VMos
13,7;
ez verdienet maniger in der jugende mit sînem genesche und sô er zuo der ê
kumt, daz in sîn hûsfrouwe niemer alse wertlichen gehandelt hât, als er gerne sæhe
PrBerth
2:141,2.
2:189,2;
daz sie [die vom Teufel geblendeten
Menschen]
[...] also gebarten / durch
dises vleisches genasch / daz gotes liecht an in irlasch HeslApk
13575;
DvASchr
310,1
MWB 2 451,6; Bearbeiter: Runow
genaset
Part.-Adj.
‘mit einer Nase versehen’
si [Cundrîe] was genaset als ein
hunt Parz
313,21
MWB 2 451,22; Bearbeiter: Runow
genæte
Part. Prät.
→
næjen
MWB 2 451,24;
genatûret
Part.-Adj.
→
natûren
MWB 2 451,25;
genciân
stM.
→
enziân
MWB 2 451,26;
genclich
Adj.
‘vergänglich’
nu dar, ir werlde minner, [...]
schouwet, wie in aller vrist / hin slîchende unde genclîch ist / die werltlîche
minne! HvFreibTr
6850
MWB 2 451,27; Bearbeiter: Runow
geneckezen (?)
swV.
Ansatz unsicher (vgl. Glr.z.St.); wohl Intensivbildung zu necken (vgl.
DWB 7,519).
mit präp. Erg. ûf
‘auf jmdn. schimpfen, jmdn. schmähen’ (?):
ir [Frau Ehre] mochtet node han
geruͦt / do ir sy [eure Schüler] lerdet uwer
letzen [zu lëcze ‘Lektion’] , /
das nommer man genetzen / darf of uwer scolere MinneR481
280
MWB 2 451,31; Bearbeiter: Runow
genedenlich
Adj.
→
genædiclich
MWB 2 451,38;
genegele
stN.
Koll. zu
nagel
.
1
‘Fingernägel’
2
‘Nägel’ , hier ‘Hufnägel’
1
‘Fingernägel’
si bunden im [Jesus] die arme sîn / über sich sô
sêre hin, / daz [...] man daz bluot im spreiten sach / von
sîm genegele hin dan WvRh
9404;
die vinger [...] wis, gedraejet sam
ain zain. / ir [Maria] daz genegel luter schain
SHort
7048
2
‘Nägel’, hier ‘Hufnägel’
die smide in der vogetige sullent ouch den forstern geben sehzehen hubysin und
genegele darzu WeistGr
1,701
(a. 1336)
MWB 2 451,39; Bearbeiter: Runow
geneiclich
Adj.
‘eine Neigung zu etw. habend, anfällig für etw.’, mit präp.
Erg. (s.a.
genîgic
):
der mensche naturlichen hat den frigen willen, gneigliche zuo
guot unde zuo übel ThvASu
342,18;
das der mönsche für das hin niut als geneigklich wirt zuo süntlichen gebresten
als er vor mals ist gewesen PrEngelb
187,200;
Tauler
163,5.
–
und behuͤte sú [die Natur des
Menschen] got nút, wie krang, wie vellig, wie geneiglich dis
[die Befangenheit in Sünde] ist one alles ende
Tauler
322,28
MWB 2 451,48; Bearbeiter: Runow
geneiclîcheit
stF.
‘Neigung, Schwäche’
wie das ist, das wir in dem touffe von der erbschulde geweschen werden, doch
belibet üns das würtzlin der geneiglicheit zuo der schulde PrEngelb
194,29;
wan si [junge Leute] verre nu me
geneiglicheit habent wan man do hatte Tauler
233,2
MWB 2 451,58; Bearbeiter: Runow
geneicsam
Adj.
‘schräg hinübergehend’
vnd ir [der Springer] gankch vnd ir natur ist
[...], das der weizz auf ain swartz veld get vnd wyder
genaigsam ist [
declinat
] auf weis
Schachzb
123,4
MWB 2 452,1; Bearbeiter: Runow
geneigic
Adj.
1
‘zur Seite geneigt’
2
‘wohlgesonnen, nachgiebig’
1
‘zur Seite geneigt’
obstipus: geneigeter [La. genaygiger
]
VocClos
Ob37
2
‘wohlgesonnen, nachgiebig’
do si sin herze geneigich sach Cäc
99;
wann wir die stat Uͤberling so genaigig, so undertenig und ouch so
gestendig an uns [...] funden haben UrkÜberl
28
(a. 1348)
MWB 2 452,5; Bearbeiter: Runow
geneigiclich
Adj.
→
geneiclich
MWB 2 452,11;
geneigunge
stF.
‘Hinwendung, Zuneigung’
aber sant Dyonisius nemet [nennt] ein engelsch minne
geneigung ze gotte RvBib
90,22;
hertzgung ist ein willige geneigung des gemuͤtes zvͦ lustlichen
dingen ebd.
91,24
MWB 2 452,12; Bearbeiter: Runow
geneiʒede
stF.
‘Plage, Trübsal’
si fure chomen mih an dem tage noete, geneizide miner [interl. zu
prevenerunt me in die afflictionis
]
PsWindb
17,19;
zu WhvÖst 3539
→
ganeist
MWB 2 452,17; Bearbeiter: Runow
geneiʒen
swV.
→
neisen
MWB 2 452,21;
genemede
stF.
→
genennede
MWB 2 452,22; |