gehugesam
Adj.
1
‘in Erinnerung bleibend’
2
‘Freude bereitend’
1
‘in Erinnerung bleibend’
daz nv ditz dinch vnt dirre chavf stæt vnd vnverwandelt beleibe vnd ovch
dester gehvgsamer sêi UrkCorp (WMU)
N389,7;
das ditze gelibde und diseu sach hin vuͤr vnzebrochen beliͤbe
vnd auch dester gehugezamer sei, gebe wiͤr zu ceuge disen briͤf ebd.
1268,33.
3597,40.
1192,22
2
‘Freude bereitend’
duo sancte Barnabas vernam, / daz in diu rede wart
hugesam [La. gehugesam
] , /
[...] er tet in den gotes sun kunt Kchr
1873
MWB 2 282,52; Bearbeiter: Tao
gehügic
Adj.
‘(ge)denkend’, präd. mit Gen.:
wír sprúngezen unte fréuuen únsih an dír
[...] : wír gehúhtige [La.
gehugega
] dînero spúnne uber
wîn [
memores uberum tuorum super vinum
Ct 1,3
]
Will
7,2;
gehugich si er alles opheres [
memor sit omnis
sacrificii
]
PsM
19,4.
118,49.
6,6
u.ö.;
PsTr
44,26.
142,5
MWB 2 282,62; Bearbeiter: Tao
gehuht, gehuct
stF.
1
‘Erinnerung(svermögen), Gedächtnis’
2
‘Denken (an etw.)’
3
‘gehobene Stimmung’
1
‘Erinnerung(svermögen), Gedächtnis’
gemeine sie sich vlizzen, / wie sie Christum sterbeten / und sinen namen
underbeten [tilgten] / von der werlde gehuht
HeslNic
1817.
– in Funktionsverbgefügen:
warre mersterne, [...] von der uns allu genade
komen ist, habe mik in diner geucht und in dineme gebete EngelbGeb
67;
daz ich daz iemmir in mîner gehukte habe, daz er den tôt
durc mînin willin leit TrudHL
25,4.
– als Seelenkraft:
er [Gott] blêis
[blies] ime sinen geist in, / daz er virnunste
wîlte, / sine gehuht ime behilte / / er wolte ime mit deme willen / alles
guͦtes irvullen VMos
6,21;
der eine [Engelchor] heizet Trôn,
/ der zuhet unsere gehuht vile hohe / / der andere heizet Cherubin, / mit
virnunste vindet man in / / der dritte heizet Seraphym, / mit ter minne
luͦget man darin ebd.
3,12.
8,7;
nû sehen waz dc houbet sî unserre sêle. dc ist unser
wille der rihtet unsere sêle alsô dc houbet alliu diu lid. unser uernunst ist dc
herze. unser gehuct ist fuͦzze unde bain TrudHL
129,22
u.ö.
2
‘Denken (an etw.)’
daz wir gedenchen, wes unsich der regenboge manet, / so
sin [Gen., abh. von diu g.
] diu gehuht von
anderen sachen erwanet [
wan (leer, frei) macht]
Himmelr
5,32
3
‘gehobene Stimmung’
in sime houe mac man vindin / alle state unt alle zucht. / da
ist vroͮde unt gehucht [l. genucht?] , /
da ist kuͦske unt scham; / willic sint ime sine man; / da ist tugint unt ere
Rol
9060
MWB 2 283,5; Bearbeiter: Tao
gehuhtic, gehuctic
Adj.
‘an etw./jmdn. (Gen.) denkend’
wír sprúngezen unte fréuuen únsih an dír
[...] : wír gehúhtige dînero spúnne uber wîn
[
memores uberum tuorum super vinum
Ct 1,3
]
Will
7,2;
memor: gehuctich PsWindb
15,4.
6,6.
8,5
MWB 2 283,34; Bearbeiter: Tao
gehuldic
Adj.
‘gnädig’
deprecabilis: gehuldich PsM
89,13
MWB 2 283,39; Bearbeiter: Tao
gehuldigunge
stF.
1
‘Versöhnung, Vergebung’
2
‘Sühnegeld, Lösegeld’
1
‘Versöhnung, Vergebung’
quia apud te propitiatio est [
Ps 129,4
] , unde daz sin
[Christi] gegenwurte immer mere da [im
Himmel] ansihtic si iu ze helfe unde zainer ewigen gehuldegunge
Konr(Sch)
63,31
2
‘Sühnegeld, Lösegeld’
der bruder nvit in sal losen, sal losen der mensche, nit insal geben gote
gehuldegunge sine [
non dabit deo placationem
suam
] unde daz lon der relosunge selen
ire [
et pretium redemptionis animae
suae
]
PsTr
48,7
MWB 2 283,41; Bearbeiter: Tao
gehülfe
swM.
→
gehëlfe
MWB 2 283,51;
gehülfic
Adj.
→ gehëlfic
MWB 2 283,52;
gehülle
stFN.
‘Einwilligung, Einverständnis’
mit gunste, willen vnde gehuͥlle vnsers capitels ze Strazburg
UrkCorp (WMU)
N752,11,38
MWB 2 283,53; Bearbeiter: Tao
gehüllic
Adj.
‘einhellig’, in der Wendung einander ~ werden
‘sich einig werden’ mit Gen. d. S. ‘in Bezug auf
etw.’
hie nach sin wir oͮch beidvnthalp willeklich einandren des gehv́llich
worden [...], dc man enwederthalp niemer mêr wilden noch
zamen boͮm gezichen sol UrkCorp (WMU)
982,44
MWB 2 283,56; Bearbeiter: Tao
gehülze
stN.
‘Gehölz, Wald, Waldung’
jch Bertholt [...] bekenne
[...], daz gehultz ze Ruͤtperk
[...] dem [...] herren
bischoff [...] ze geben UrkWürzb
40,412
(a. 1342)
MWB 2 283,62; Bearbeiter: Tao
1gehünde
stN.
‘Beute’ (?):
die Unger sich wider ûz huoben, / ze Baieren si vuoren, /
allez daz si dâ vunden, / in roube joch in gehunde [La. an r. und
an g.
] , / daz was allez samt verlorn Kchr
15669.
– hierher oder zu
2gehünde stN.:
daz smæhe gehunde [‘die elende Beute (an
Gefangenen)’ oder ‘die elende Meute’ (vgl. Glossar
z.St.)]
Kchr
16340
MWB 2 284,1; Bearbeiter: Tao
2gehünde
stN.
‘Gruppe von Jagdhunden, Meute’
do erlûte dâ zehant / vil grôze daz gehünde, swaz des den
bern sach NibB
958,3;
der künic der hiez dô lân / allez daz gehünde, daz an den
seilen lac ebd.
960,3.
931,1;
dem [Hirsch] volgt ein leite bracke und darnach groz
gehunde JTit
4859,4;
Erg und Greife, / Rasp und Gîte / [...]: / daz
verfluocht gehünde / kan zerfüeren ditz lant Helbl
4,438;
MinneR505
75.
– übertr. auf böse Leute:
ouch sô wart von dem gehunde [Swantopolk und den
Seinen] / brûdir Conrât von Dortmunde
[...] / irslagin in der selbin zît / mit alle sîm
gesinde NvJer
6225
MWB 2 284,9; Bearbeiter: Tao
gehundertvalten
swV.
‘etw. durch Verhundertfachen erreichen’
[der reumütige Kaiser zu Gerhard:] mîn herze dir der volge
giht / daz ich dîne guottât niht / gehundertvalten möhte / daz ez dannoch iht töhte.
/ mînem ruome ist an gesigt. / diu wâge uns ungelîche wigt; / der
[deren] mâze wac mir kûme ein lôt, / dâ dir daz
fürgewæge bôt / den zentern an güete RvEGer
6679
MWB 2 284,22; Bearbeiter: Tao
gehuobet
Part.
→
üeben
swV.
MWB 2 284,30;
gehuof
stM.
‘Nutzen, Vorteil’
dar nach der salden sprengel / an dem sechsten tage schuf / Adam und czu sim
gehuf, / im gliche czu gesippe, / [...] Evam TvKulm
188
MWB 2 284,31; Bearbeiter: Tao
gehuotet
Adj.
‘mit Helm versehen’
her was mit solhen sinnen / behûtet [La.
gehutet
] und gebunden / in mohte niht verwunden
En
12343
MWB 2 284,35; Bearbeiter: Tao
gehürme
stN.
‘Angriff, Bestürmung’
brûdir Heinrîch [...]
[zog] vor dî burc mit grôzir macht / unde sî vîentlîch
anvacht / mit hantwerc gesturme. / îdoch mit dem gehurme / schûf er nicht mê
[...], / wen daz dâ vaste luite wunt / wurdin von
beidin parten NvJer
24189
MWB 2 284,38; Bearbeiter: Tao
gehürne
stN.
auch gehörne.
1
‘Gehörn, Geweih’
2 (Blasinstrument:) ‘Hörner’
1
‘Gehörn, Geweih’
so verlat er [Hirsch] die altin hût
unde sîn gehurne vnde wirt iunch Spec
9,21;
daz er den selben hirtzen schos. / dü horn warend im vil gros,
/ rott guldin [...]. / daz gehürn er ab im schnaid
GTroj
1726;
Tr
2987;
KvWGS
1382.
1392;
PassIII
151,41;
En
4600(La. zu
gehorne);
sîn [des Einhorns] gehurne daz ist
freisam SAlex
5587;
seht, wa die tobende wilde ku / kerte im daz gehurne zu PassIII
605,20;
eini cu, di sogitan gihurni heit da su miti giscadi mac
andirimi vienozi [= vihe-nôze
]
Mühlh
180,11;
mitt armen er in [Stier] umbe
schloss / und graiff im an daz gehörnne GTroj
1815.
–
eins bockes houbet schône stuont / mit eim gehürne guldîn /
ûf dem rîlichen helme sîn KvWTurn
185;
man sezte in [ihnen] ûf eines esels satel /
oder ein gehürne, daz ein hatel / wîlent ûf ir houbte truoc Renner
2434
2
(Blasinstrument:) ‘Hörner’
nu hæte ouch Tristan unde Îsôt / den tac allen wol vernomen /
den schal, der in den walt was komen / von gehürne und ouch von hunden
Tr
17321;
pusawn und gehurne / ward geplasen auf das here. / si satzten
sich zu starcker were HvNstAp
3450.
7823.
8656.
18866.
– Schall der Hörner:
man hort groß gehurn: / das tund die wachter
HvNstAp
1074;
da hub sich ain gehurne Württemb
M’a,146
MWB 2 284,44; Bearbeiter: Tao
gehurne
stN.
→
gehirne
MWB 2 285,6;
gehürnet
Part.-Adj.
auch
hurnt Gen
2851
mit Ausfall von ge-; s. a. →
hürnen
swV.
–
‘mit Hörn(ern) versehen, gehörnt’
dû bist ein gihurnter wurm [Hornviper, vgl.
cerastes
Gn 49,17
] der an dere stîge hevit sînen sturm, / der daz
ros an den huof hecchet Gen
2844.
2863.
2851;
die egesliche gehurnte helleohsen Himmelr
8,12;
vil gut so dünket mich ein boc, swenn er ist wol gehürnet Frl
5:87,19;
zwelf clafter lanc was der stil, / gadert und
gehuͤrnet WhvÖst
11945.
– bildl.:
sein hertze waz ertzuͤrnet, / mit pozhait scharf gehuͤrnet
Suchenw
41,520
MWB 2 285,7; Bearbeiter: Tao
gehürwe
stN.
Koll. zu hor. ‘Ansammlung von Schmutz,
Kot’
colluvio: gehurwe Gl
3:694,59;
waz ist eht von geburte / der mensche [...] / wan ein
esche vnd ein hor? [...] / wer [l.
wes
] hochfertest dv gehvrwe, / blœde vnde mvrwe, / der hie
niht geleben mac / von im selben einen tac? Martina
119,1.
– für Ungenießbares (Küche):
man tuͦt hin daz gehuͤrwe [des Huhns bei seiner
Zubereitung]
KgvOdenw
2,194
MWB 2 285,19; Bearbeiter: Tao
gehûs
Adj.
‘mitwohnend, wohnhaft’
Jauten, die in unserm haus ze Munichen gehaus ist BWB(Sch)
1,1178
(a. 1329)
MWB 2 285,28; Bearbeiter: Tao
gehûse
swMF.
‘Mitbewohner(in) eines Hauses’
und ist ein man in einem hûse, ez sî sîn, oder er lôn ez,
oder er habe ez umbe sus, unde wirt er dâ heime gesuochet, man sol im büezen, wan er
wirt dar inne ist. und ist mêr wirte dar inne dan einer, die sullen die buoze mit
ein ander teilen, wan si alle gehûsen sint SpdtL
191,7;
swelich unsir burgere [...] comit bi nacht in eines
andern burgers hus [...] sinen willen zu habene mit des
wirtis [...] maget oder mit andern gehusen StRNordh
1,68;
StRÜberl
22;
und ob dehein gastgebe wære, der heimlîch in sînem hûse von sînen gesten iht
în koufte und er daz sînen gehûsen mit teilen wolte [...],
der hât daz guot verlorn daz er kouft hât StRMeran
414
MWB 2 285,31; Bearbeiter: Tao
geifer
stM.
‘Speichel’
saliua: geifer VocOpt
1.083
MWB 2 285,46; Bearbeiter: Tao |