g – gâchlîchen gâchmuot – gagen gagen – galander galanderisch – 1galle 2galle – galter galtnüsse – gamerot gamîe – gancheil ganclîche – ganteren ganz – gärmic garn – gartenhuon gartenhûs – 3garwe garwwurz – gastmeisterin gastnusse – gaʒʒenspringer ge- – gebæric gëbærin – gëbendic gebenedîunge – gebietære gebietærin – gebiurischlich gebiurlich – geböume gebôʒ – gebrëst, gebrëste, gebrësten gebrëstelîn – gebrûchic gebrûchlich – gebunt gebunt – geburst geburt – gedâht gedâht – gedense gederbe – gedinge gedinge – gedrange gedrâte – gedünste gedurchtriben – gegate gegatrom – gegenkouf gegenlëder – gegensetzunge gegensidele – gegenwertes gegenwertic – gegihte gegiric – gehaʒʒic gêhe – gehëlfe gehëlfelîche – gehilfe gehilfic – gehœric gehœrlich – gehügenisse gehugesam – geifer geifervrâʒ – geiselrieme geiselruote – geisticlich geistîn – geiʒhorn geiʒhût – gejeitschuoch gejeitvogele – gekünne gël – gelegede gelegelich – gelende 1gelende – gêlîche gelîcheit – gelîchmëʒʒunge gelîchnisgëbende – gelide gelidemâʒe – gêlingen gelîp – gëlm gëlmen – geloup geloup – gëlte gëltel – gelückede gelückederat – gelüstelîn gelustic – gemahel gemahelbettelîn – gemæʒicheit gemæʒiclich – 2gemeine 1gemeinen – gemeinsin gemeinunge – gemerrede gemêrsal – 2gemüete, gemuote gemüetic – gemutzet gemʒe – genâdenschüʒʒel genâdensol – genæmicheit genamʒôn – genemede genende – genëserinne genetzen – genieʒen genieʒlich (?) – genôʒen genôʒgeselle – gensîn gensischen – genuhtlîchen genuhtrîch – genuʒ genuʒt – gephrange gephünde – 1gerat 2gerat – gerëhen gerëht – gereisic gereitære – gerieme geriemen – gerihticlîche gerihtinsigel – geriune 1geriusche – gerouche geröufe – gerte gerte – gerûmiclich gerummel, gerumpel – gêrvalke gerwære – gesaten gesatznissede – gescheftbrief geschefte – geschepfnisse geschepfunge – geschiuwede geschoc – geschrihte geschrîp – gesëhen gesëhenheit – geselliclîcheit geselligen – gesihtic gesihticlich – gesite gesiten – geslihte geslinge – gesnæren gesnarren – gespenstnisse gesper (?) – gespræchelich gespræchetac – gespunst gespür – gestelle gestellet – gestifte gestille – gestrenglîche gestrenze – ge|stunge gestungede – gesuoch gesuochære – geswerme geswërte – gesworn gesworne – getelle getelôs – getougen getougen – getreigeret getrenke – getrüese (?) getrügede – getwædicheit getwædigen – gëtzen getzsal – gevalte gevanclich – gevëderen, gevëdern gevêhe – geverte|lehe gevertinne (?) – gevlester gevlitter – gevrier gevrist – gevülle gevuoc – gewahsenheit gewahst – gewaltroubunge gewaltsame – gewar gewar – gewe gewëbe – gewellen geweltigen – gewërben gewërbic – gewern gewërn – gewiere gewieret – gewinnen gewinnic – gewist gewiste – gewonunge geworden – gewzen (?) gezagel – gezëmelich gezemen – gezît gezîte – gezoc gezogen – gezwîen gezwîge – giefen giege – gifticheit gifticlich – giht gihtboum – gimbîʒen gimme – gippengappen gippentuoch – giric giricheit – gischen gîse – gîtigære gîtige – 1glan 2glan – glas(e)väʒʒelîn glas(e)vënster – gleimel gleimelîn – gleten glêtphenninc – glipfen glise – glocke glockehûs – glôriôs glôriôslich – gluothaven gluothert – goder goedertieren – golf gollen – goltgesmîde goltgesteine – goltreit goltrîch – golttropfe goltvar – gos (?) got – gotesarm gotesbeckære – gotesmordærinne gotesphenninc – gotgeformet gotgelâʒen – gotmeinunge gotmensche – gouch gouch – goukelære goukelbilde – goukelspil goukelsprütze – göumütte, -mutte göu|phâwe – grabe grabe – grâf- graft – gramerʒîe gramerʒîen – gransprunge gransprunge – gras(e)phenninc gras(e)spier – grâvenrëht grâveschaft – grebinc grebnisse – gremiclich grempære – griekech grien – griffel griffelære – grimmetât grimmic – grisegrammen grîseleht – griuslich griuwe – groppe gros – grôʒmüetic grôʒmuoticheit – grüenheit grüenlich – grunderëbe gründic – gruntübele gruntvestære – gruon- gruon- – grütschîn grutte – 1gücken 2gücken – güfticheit güfticlich – gûlen gülle – gumpenîe gunderam – guotdunken guotdunkende – guotswender guottât – gürtelgewant gürtellîn – gymnosophiste
|
geinen
swV.
vgl.
ginen
und AWB 4,181 s.v. geinôn.
–
‘gähnen’
sô dû sehest daz er gerne geine unde wach unde ime der arm
gerne pitement, dér siech sol [...]
Barth
157,13;
diu trâkeit hât ouch ir schar / gewâfent und bereitet gar. / wizzet daz an ir
schar ist / slâf, rensen, geinen, zaller vrist WälGa
7414
MWB 2 289,15; Bearbeiter: Tao
ge|infelet
Adj.
‘eine infele (Mitra) tragend’
der bischof [...], / den er geinfelt kumen sach
PassIII
580,75
MWB 2 289,22; Bearbeiter: Tao
geintriften
swV.
zur Wortbildung vgl. Leitzmann, Lexik. Probl., S.22.
‘(ein Heer) versammeln’
dâ geintrifte er daz her in sîner chrefte [vgl. Idt
3,15]
JJud
426
MWB 2 289,25; Bearbeiter: Tao
ge|irre
stN.
‘Hindernis’
impedimentum: geirre SummHeinr
2:341,01.11
MWB 2 289,29; Bearbeiter: Tao
geischlich
Adj.
→
geistlich
MWB 2 289,31;
geisel
stswF.
auch geischel (
MerswZM
8,10;
ClosChr
106,22;
Pilgerf
2119
).
‘Peitsche, Geißel’
1 eigtl. 2 übertr.
1
eigtl.:
– zum Antreiben (des Viehes, auch des Menschen):
mit der geiselen er in [den
Esel] uaste sluͦch VMos
73,18;
die ackirman mit dir ruitin, die enki
[Viehknecht] mit dir geisilin
Mühlh
109,13;
lobelich und schonne in zeltt / gieng
es [Pferd] völlenklichen gang. / mitt gaisslen es
dü raine twang / selten GTroj
21138;
HvNstAp
4144.
19892;
Lanc
604,13;
der heiden hers ein woldan [Zug,
Schar] / wol vünf hundert mennische vuorten, / die si mit
geiselen ruorten Wh
90,14;
er sah einen roten man [...] / mit einer geysel
trijben / von den schönsten wijben [...] ein grosze
schar, / die allerhande cleyder bar / vnd nackent warn Krone
28634.
14187;
EnikWchr
28168.
– zum Treiben des Kreisels:
hie helt diu geisel, dort der
topf [Kreisel] : / lâtz kint in umbe trîben
Parz
150,16;
er sluͦg in vaste uf den kopf, / daz von geiseln
nie kein topf / also vaste umme gelief Rennew
1230.
– zum Vertreiben:
er gie in daz templum [...] und
treip si auz mit einer geiseln PrOberalt
145,4;
das er ain gaislen macht / uss hanff und da mit schluͦg / die da
tribend groͮss unfuͦg / in dem hailgen tempel guͦt
KvHelmsd
976;
EvBerl
36,5
( Io 2,15);
EvAug
213,2.
– als Züchtigungs-, Straf-, Folterinstrument:
swâ sie [die Untertanen] dîn
vater berte / mit geiseln, dâ soltû die schar / mit scorpîônen slahen
gar [vgl. III Rg12,10]
RvEAlex
16207;
PrBerth
1:152,15;
der zornig wirt da [in der
Hölle] mit fúrinen geisseln gesclagen Mechth
3: 21,58;
mit geiseln sie in [Jesus
Christus] vilten RvEBarl
2841;
MarlbRh
22,38.
27,32;
PassI/II
67,24;
unde viengin die herin botin unde sluͦgin si mit
gêisilin Spec
75,21.
– zur Selbstgeißelung:
ir buozliet si sungen, / [...]
und swan si kômen inder nâhen, / daz si eine kirchen sâhen, / sô sluogen si sich
selbe an / mit geiseln Ottok
9447;
dô stuont ain volk auf, daz hiez man die gaislær, die
sluogen sich mit gaiseln alsô nakent BdN
217,16;
er nam sin geisel her fúr mit den spizigen dornen, und
schluͦg sich selben úber den lip und umb die arme und dú bein
Seuse
43,16;
MerswZM
8,10.
– als Waffe (oder Reitpeitsche) der Riesen, Zwerge:
die riesen [...] / trogen liechte
helme / vnde brunien sne wize, / [...] die swert zo den
stangen, / de geislen also lange: / daz die riemin solden sin, / daz warin
ketenen iserin, / groze knopfe hingen dar an Roth
689;
helm unde ringe er [Alberich]
an dem lîbe truoc / unt eine geisel swære von golde an sîner hant
NibB
494,3;
daz getwerc [...] si mit der geisel sluoc / die
ez in der hant truoc Er
54.
97;
Parz
401,16;
UvZLanz
428
2
übertr.:
unser herre, der almæchtig got, wiset der arm sel manigen
weis. [...] oft mit sinem gebot, etwenn mit siner geiseln,
daz ist der sichtum und swaz unz ze leid geschiht, daz ist sein geisel
PrOberalt
146,35;
drú ding [...] : / der
muͦstu [David] einis duldin / durh dastu súnditist
an got / und úbir gienge sin gebot. / dirre geisiln der sint dri:
[...]
RvEWchr
31165;
es si enkein gabe uf disem ertrich, da lige ein geisel uffe
Mechth
3: 16,3;
er wart genant von gotes gebote / gotes geisel, wan er rach /
swaz gote unrehte dô beschach RvEAlex
10055;
du [Antichrist] bist aller welte
ein geisel, gesant von gotte dur der boͤsen bosheit und dur der guͦten
helikeit Mechth
6: 15,57;
diu neigunge ze den sünden enist niht sünde, aber wellen
sünden, daz ist sünde [...] wan diu neigunge
[...] trîbet in [den
Menschen] ze der tugent mit gewalt, und si ist ein strengiu geisel,
diu den menschen ze der huote und ze der tugent trîbet Eckh
5: 215,2
MWB 2 289,32; Bearbeiter: Tao
geiselære
stM.
auch geischeler.
‘Geißler, Flagellant’
dô stuont ain volk auf, daz hiez man die gaislær, die sluogen
sich mit gaiseln alsô nakent und vielen ir venie auf ir prust und nâmen ir hundert
oder zwaihundert [...] ainen maister, der ain lauter lai
was BdN
217,15.
219,14;
dernoch in der vasten koment geischeler [...] und
geischeltent sich an bloßen rücken ClosChr
73,2.
104,16
MWB 2 290,40; Bearbeiter: Tao
geiselbanc
stF.
ein Gerät zum Abmessen von Tüchern, nähere Bed. unklar:
eyn wollenweber sal eyn tuch nicht me luyten, den funfen vorkoufen, unde sal
is in uf der geysilbanc messen UrkBresl
103
(a. 1324)
MWB 2 290,48; Bearbeiter: Tao
geiselen
swV.
auch geischeln.
‘mit der Geißel, Peitsche schlagen’
1 eigentl. 1.1 tr. 1.2 refl. 2 bildl. und übertr.
1
eigentl.
1.1
tr.:
– ein Pferd antreiben; subst.:
und ob man si [Pferde]
begunde jagen, / daz si von geiseln sîn snel Ottok
16133.
– jmdn. züchtigen, strafen, peinigen:
flagellabuntur: werdent [...] gegæiselt
PsM
72,5;
durch daz hiez er sie schenden, / geiseln unde
blenden, / durch die stat nackent jagen RvEBarl
11302;
Lanc
558,3;
dô Jêsus gegeiselt wart WvRh
9413;
vnd in irn synagogen gaiselnt si ivch [
Mt 10,17
]
EvAug
20,24;
der heilige sant Paulus wart mit vnzellichen uil ruͤten
gegeischelt ElsLA
408,22.
– subst.:
waz der suze got geliden / hat durch unser willen, / geiseln unde
fillen, / jemerlichen smerzen Elis
972;
daz Christ in smêher heit / daz geiseln an der
schreiât leit / und daz swinde slahen JvFrst
6948
1.2
refl.:
und sô der zorn wehset, sô gaiselt
er [Löwe] sich selber auf dem ruck mit dem sterz
BdN
144,7.
– im Sinne der Selbstgeißelung als Bußübung:
alse si sich geiselent, so soͤnt si gedenken
min Mechth
7: 53,15;
ez ist ain volk daz gaiselt sich und vellt auf die
erden und bekent seiner sünd offenleichen von allen läuten
BdN
217,23;
geischeler, die [...] geischeltent sich an
bloßen rücken ClosChr
73,4.
104,17.
– subst.:
ir buoze si darin [in der
Kirche] begiengen / mit geiseln unde mit gebet
Ottok
9452;
wenne sü nu woltent buͤßen, alse nantent sü daz geischeln
ClosChr
107,1
2
bildl. und übertr.:
ze Herode gesant mit dem spote, entkleidet mit dem ellende,
gegeiselt mit dem armuͦte, [...] din crúze getragen
in dem hasse der súnden Mechth
1: 29,10;
din ungeúbter lip wirt gegeiselt mit dem herten strengen
lebenne Seuse
205,22;
iz sint di mit den zungen zweiseln / und di werlt mit worten
geiseln, / [...] : / venenum aspidum super labiis eorum [
Ps 13,3
]
Brun
2770;
was, ab [...] der hagel nu das felt
/ geiselt und der blumen schar / und die kleinen vogelin weinen
Mügeln
390,5.
– von Gott und seiner Züchtigung:
dú warheit ruͤgete mich, dú vorhte schalt mich, dú
schamme geiselte mich Mechth
3: 15,19.
so kumt die goͤtliche vorhte und geiselet mich
ebd.
7: 6,10;
nv gæiselt er [Gott] siv genote Warnung
1749;
der uns den himel hât erkorn, der geiselt uns bî unser habe
WernhSpr
58,11
MWB 2 290,53; Bearbeiter: Tao
geiselrieme
swM.
‘Peitschenschnur’
die geiselriemen wâren grôz, / mit grôzen knopfen vor gebunden Philipp
6837;
er sô vaste gegeiselt wart / daz diu hût wart gar zezart / von den
geiselriemen grôz ebd.
6850.
6857.
7398
MWB 2 291,34; Bearbeiter: Tao
geiselruote
swstF.
Rute, die als Peitsche dient, ‘Peitsche, Geißel’
ouch vuorten die unguoten / zwô geiselruoten / mit vingergrôzen strangen: /
den si dâ heten gevangen, / den triben si dâ mite / nâch vreislîchem site Er
5395;
ein getwerc, daz sî sluoc / mit sîner geiselruoten / daz sî
über al bluoten Iw
4925;
zwicket úch sin geischel ruͦte, / ze mines dienstens
huͦte / twinget úch mins dornes swang RvEWchr
33563;
SHort
1657.
– übertr.:
wir [...] suln ez [
dit
ungemach
] haben doch da bi / vor die minneste geiselrute
/ der zuchtunge gotes gute Judith
1351
(vgl. Idt 8,27);
der minne geiselruote / mich zuo den nœten twinget Reinfr
3198
MWB 2 291,39; Bearbeiter: Tao
geiselslac
stM.
‘Peitschenhieb’
unz daz im selben ein geiselslac / von dem schraze wart geslagen
UvZLanz(K)
436;
do er manigen geisel slac enphie StrKD
79,22;
min schoͤne lip wart so gar leitlich von dien
ungezogen geiselschlegen zerfuͤret und zermústet Seuse
204,18;
uz dem paradise vliuzet wazzer dræte, / daz sich uf eime ise mit geiselslegen
ein topf [Kreisel] versumet hete, / der mit snellecheit im
solt gelichen JTit
1676,2;
WvRh
12081;
Philipp
7423;
StNik
496.
– übertr.:
der ander gotes geiselslac / ouch alsô geschehen mac
RvEBarl
15183;
Vät
37091
MWB 2 291,53; Bearbeiter: Tao
geiselstap
stM.
‘Peitschenstiel, Peitsche’
man sal sine blanke hut brunen / mit geiselstebe sere alunen
Brun
9013.
– bildl.:
ein werrer mert der helle spil / unde ist ouch got ummere. / sin geiselstab
kan bruwen nit, / so kan vurgen [hervorschießen] sin
swippe [Peitsche, hier wohl bildl. für ‘böse
Zunge’]
Meissner
13:1,7.
– als Anrede an den Teufel:
du virfluͦchter geisel stab / mit aller jamers swere,
/ du virtumeter wizenere Vät
5110
MWB 2 292,1; Bearbeiter: Tao
geiselstat
stF.
‘Ort der Geißelung’
wenne sü nu woltent buͤßen, alse nantent sü daz geischeln,
[...] so zogetent sü zuͦ velde us
[...] und so sü koment an die geischelstat, so zugent
sü sich us barfus untze in die bruͦch ClosChr
107,5
MWB 2 292,10; Bearbeiter: Tao
geiselstreich
stM.
‘Peitschenhieb’
sînen geiselstreich er rach Er
950
MWB 2 292,15; Bearbeiter: Tao
geiselunge
stF.
‘Geißelung’
von herter geselunge, / die der süeze ivnge / enpfienc mit gedulde / fur alder
welte schulde / nam er mengen halslac / vf sinen minneclichen nac Martina
99,1;
die geiselunge an herten slegen / gibet da harte manichen schric / in der
vinsternisse dic / mit des tuuels anblic PassI/II
236,85.
– übertr.: ‘Heimsuchung, Plage’
ez ist drierlæi vͦbel, die wir muͦzzen liden:
[...] daz drit ist div geiselunge vnsers herren
barmherz [barmherzig] . die suln wir an
muͤrmelunge vnd mit genadesagunge liden Baumgart
5,24
MWB 2 292,17; Bearbeiter: Tao
geiselvart
stF.
‘Umzug der Geißler’
ein geischelfart [Überschrift]
ClosChr
73,1;
do man zalte 1261 jor, do erhuͦb sich ein geischelvart ebd.
104,12.
105,1
MWB 2 292,29; Bearbeiter: Tao
geiselville
stF.
‘Peinigung mit der Geißel’
der Minnen gaisel ville / mich jagen mit kreften nah im kan:
/ ach, solt er werden min man! WhvÖst
12564
MWB 2 292,33; Bearbeiter: Tao
geiselzeichen
stN.
‘Spur der Geißelung’
und dô aber daz geschach, / daz si [Maria] diu
geiselzeichen [an Jesus] sach / berunnen mit bluote, / mit
weinen si wuote WvRh
10475
MWB 2 292,37; Bearbeiter: Tao
ge|îseret
Adj.
‘mit îser (Eisen, eiserner Rüstung) bedeckt’
frou Cunnewâre de Lâlant / greif an die gîserten hant
Parz
218,14;
sîne gîserten arme ebd.
449,2;
an gîsertem arm / bin ich selten worden warm ebd.
615,3
MWB 2 292,41; Bearbeiter: Tao
geislich
Adj.
→
geistlich
MWB 2 292,46;
ge|îsôtet
Adj.
‘mit Isolde verbunden,, von Isolde verzaubert’
mirst Îsôt verre und ist mir bî: / ich vürhte, ich aber
gîsôtet sî / zem anderen mâle Tr
19006
MWB 2 292,47; Bearbeiter: Tao
geist
stM.
Pl. auch -er (
Marner
13,39;
Frl
1:14,28;
Hiob
15529;
Minneb
3358
).
1
‘Seele’ von Menschen und Tieren 1.1
‘Seele, unsterblicher Teil der menschlichen Natur’ , im
Widerstreit mit dem lîp / vleisch , von dem sich der
beim Tode des Menschen trennt ( spiritus vs. caro , z.B.
Mt 26,41 ; Rm 8,5-13 ; Gal 5,16-23 ) 1.1.1 allg. 1.1.2 Wendungen für die Trennung von und Leib im Sterben 1.1.3 Rückkehr von und Leben ( Lc 8,55 ) 1.2
‘(sterbliche) Seele der Tiere’
2
‘Vernunft, Verstand, Vorstellungskraft, Vorstellung’
3
‘Geisteshaltung, Sinnesart, Gemüt’
3.1 allg. 3.2 als Gabe des Heiligen Geistes 3.3
ein ~ und ein herze / lîp / muot
‘völlig einig’
3.4
pauperes spiritu ( Mt 5,3 ) 3.5
vrîer ~
, vrîheit des geistes 4
‘Sinn einer Schrift’
5
‘göttlicher Atem’ ; 6
‘Heiliger Geist’ (vgl. auch oben 4.2 ) 7
‘körperlose Gestalt, Geistwesen’
8 im Pl., ‘Lebensgeister, spiritus vitales’
9
‘Naturgeist’
10
‘dienstbarer Geist, spiritus familiaris’
11
‘Weingeist’
1
‘Seele’ von Menschen und Tieren
1.1
‘Seele, unsterblicher Teil der menschlichen Natur’, im
Widerstreit mit dem lîp / vleisch, von dem sich der ~
beim Tode des Menschen trennt (spiritus vs. caro, z.B.
Mt 26,41; Rm 8,5-13; Gal 5,16-23)
1.1.1
allg.:
vil willeg ist der geist, unchreftich ist daz fleisk
AvaLJ
130,7;
unsir herischer geist / [...]
da bi daz diuliche vleisch Vateruns
119;
du rihtiz uber min fleisch, / daz der min arme geist /
iht verlorn werde SüklV
565;
der mensche hât in im zweierhande natûre: lîp und
geist Eckh
5: 109,8;
daz vleisch begert wider den geist und der geist
wider daz vleisch ebd.
5: 431,11;
MarlbRh
94,10;
Spec
122,2;
HvBurg
3091;
Mechth
1:10,5.
–
si [christl. Krieger]
waren uzen unt innen / beslozen mit uesten ringen. / der stal schirmtte
dem ulaische, / diu heilige minne dem gaiste.
[...] / daz der gaist gesigete, / hin ze
himele si digeten. / si manten ir schephare / daz er der sele fride ware
/ wider des tiueles nit Rol
4867;
daz was ain angestlicher champ, / da der gaist
daz ulaisc uͦber want [bei den
Aposteln]
ebd.
7892.
–
des geistes leben [eines
Eremiten]
RvEBarl
6283
1.1.2
Wendungen für die Trennung von ~ und Leib im Sterben:
vnd als er [Jesus] dyse wort gesprach, /
der geist vz sime libe brach EvStPaul
10504.
–
do was Margaritonis geist / von dem libe gefarn
Herb
10086;
der geist vur sine vart ebd.
4992.
807;
swenne sich daz fleisch und der geist / von
einander scheiden, / [...] so ist dehein ouge
sô gewar, / dazz wizze, war der geist var Eracl
556;
ich muoz dar, / swenne der geist von im var
KvHeimUrst
1786.
–
da si den gaist wider gaben / ir urlosare
Rol
3276.
6163;
unze wir den geist an dere hineverte widere geben
Himmelr
2,22.
–
mînen geist bevele ich dir / hûde, herre, in dîne hant
Erlös
4901;
din [Marias] liͤf
bevilt an sinem ende / sin geist in sines vader hende
MarlbRh
24,22.
–
dô hete si gote ûf gegeben / den geist dâ mite si solte leben, /
und starp StrKarl
11228;
alsus der brûdir reine / in der martir meine / mit des geloubin
volleist / gab ûf gote sînen geist NvJer
9114;
mit luder stymme rief er aber, / Ihesus, vnd sinen geist uf gab er
EvStPaul
2128;
Mechth
3:17,7.
–
mine [Hecubas] gote
sehen her: / Pluto, Mars, Jupiter, / [...]
swelicher welle, / der gebe mir die volleist, / daz er neme minen geist
Herb
13362
1.1.3
Rückkehr von ~ und Leben ( Lc 8,55):
und ir geist ist wider kârt, / und si stûnt zuͦhant ûf
EvBeh
Lc 8,55;
vnd ir geist ist widergechert in si
EvAug
152,13;
do quam ir geist wedir EvBerl
106,23
1.2
‘(sterbliche) Seele der Tiere’
den geist, den daz uihe hat, den nimet es uon dem lúfte.
der selbe geist ist vnstete. da uon stirbet er mit dem fleische
Lucid
65,2;
die engel mugen ersterben niht, / der sêle rehte alsam geschiht, / vische,
vogele, würme und tier / diu hânt niht geistes alse wir Freid
10,14;
got lobet drîer hande geist: / der eine ist uns unsichtlîch, / der ander
ist menschen bilde glîch, / der dritte vliuget unde vert Kröllwitz
1004;
die geiste, die dâ mit ir scharn, / in wazzere unde in luften varn, /
kriechen unde krimmen, / loufen oder swimmen ebd.
1045;
[gegen den Drachen, der das Goldene Vlies bewacht, gibt Medea
Jason] von beche einen kloz, / der dem wurme besloz / beide den
adem vnde den geist Herb
1043
2
‘Vernunft, Verstand, Vorstellungskraft, Vorstellung’
daz mir [Dichter] sin vnde geist / gemût
[tatkräftig] werdent beide Pilatus
1,28;
erziuge ich hie iht guotes mit [mit der
Dichtung] , / ob mîn geist gevüeget daz, / des sol man mir danken
baz Wig
49;
Cassander, / diu wîse Troiærinne, /
[...] der geist ze himele, als ichz las, / von den
goten gefeinet [mit den Gaben einer Fee, übernatürlichen Kräften
ausgestattet] was Tr
4959;
er ist von clugen geistes art Frl
9:20,9;
weren miner synnen geister / so wise als Alanus waz
Minneb
3358.
–
sô der mensche, diu sêle, der geist schouwet got
Eckh
5: 116,21;
daz si ir kunftic ungemach / in deme geiste vor gesach Elis
2462;
do vurte der meiste / mich in deme geiste
[...] / uf einen hoen grozen berk
HeslApk
20798;
DvAStaff
506
3
‘Geisteshaltung, Sinnesart, Gemüt’
3.1
allg.:
die noch den geist der schalcheit habent, daz sint die
raubær PrOberalt
41,14;
in sineme
[
Genelunes
] geiste / was ne hein truwe
Rol
1953;
ir wonet geist so rechter guoter
tiere [Art] , / si hât den liuten sich geliebet
schiere SM:Wi
9: 4,1;
bist als træges geistes, daz dv niht wilt fvr nemen
PrBerthKl
7,17;
alsô sulen sie bewaren unde behûten beide die gesunden unde
die siechen unde sulen alle ir dînest vollenbrengen in eime semften geiste
StatDtOrd
26,17.
48,28;
da von sprach der wissage Dauid: ‘minen mvnt den tet
ich vf mit dem gebette vnde zoch in mich den geist der andaht’
DvAStaff
147;
der getroͮbte geist unde daz deumoͮtige
herce [spiritus contribulatus, cor contritum et
humiliatum] sint gote genamez oppher [
Ps 50,19
]
Spec
120,17.
93,14;
und was dw dan wellest chlagen, / das solt dw im
[Gott im Gebet] baltichleichen sagen. / sei dein
geist nicht wol gesunt, / das tue im ane zweifel chunt HvBurg
2959;
getichtes geist auch verstarret / ist in mir
Minneb
4668.
–
in disem liehte virstet man die heiligen scrift
luterlichen, wan si ŏch in disem geiste gescriben ist
DvAStaff
319;
der geist, ûz dem daz werc geschiht Eckh(Pf)
72,24
3.2
als Gabe des Heiligen Geistes:
die siben gebe des heiligen geistes, die sint sus
genamet. ein geist der gotes uorhten, der ander der heiligen goͮte, der
dritte des gewizzenes, der uierde der sterche, der uiunfte des rates, der sehste
rehtiv uerstantnusse, der sibente ein geist alles wistoͮmes
Spec
149,25;
herre, du der unser not waist, / sent uns dinen sibenvalten
gaist SiebenZ
88;
HeslApk
22411;
daz ist geist der guote, der zuntet unser gemuote
AvaLJ
212,2;
mit dem geiste der forhte ebd.
211,2;
von disen geisten wart entzunt / din lip, din herze Frl
1:6,18
3.3
ein ~ und ein herze / lîp / muot
‘völlig einig’
die rehten sint / sine
[Gottes] bruoder unde siniu chint, / mit im ain gaist
unde ain muot [
cor et anima una Act 4,32 ]
BenGeb
37;
wir [die Freunde Euryalus und Nisus] sîn ein
lîb und ein geist / mit willen und mit werken En
6570;
ein geist vnde ein herce DvAStaff
154
3.4
pauperes spiritu ( Mt 5,3):
sêlic sint di armen des geistes, wan daz himelrîche ist ir EvBeh
Mt 5,3;
EvBerl
141,13;
Eckh
5:22,3.
Seuse
182,32;
ThvASu
166,15;
her ist selic [...], der arm ist
in dem geiste HeslApk
2600;
‘sælic sint die armen in dem geiste’.
[...] der arm ist an dem geiste, der ist
enpfenclich alles geistes Eckh
5: 29,7;
die armen des geistes sint die, die gote alliu dinc
gelâzen hânt ebd.
5: 428,10;
dô unser herre von allen sæligen sachen wolte reden, dô
saste er die armuot des geistes ze einem houbete ir aller ebd.
5: 297,6;
wol swigente haben wir den armen geist alse du, herre,
wol weist, / den du unsich lertest AvaLJ
211,6
3.5
vrîer ~
, vrîheit des geistes:
swenne der vrîe geist stât in rehter abegescheidenheit,
sô twinget er got ze sînem wesene Eckh
5: 411,1;
aber doch muostû [...] dich halten in stæter
vrîheit des geistes âne snelle bewegunge unstæter dinge diu den klâren aneblik
des gotlîchen wesendes vermitelent [dazwischen tretend hindern ]
PrEkkewint
229;
Eckh(Pf)
416,13;
anders:
di warheit [Wahrhaftigkeit]
[...] wil nicht vurchte han, / sundir si hat allir
meist / war zcu saine [= sagenne] vrien geist
PfzdHech
292,6
4
‘Sinn einer Schrift’
die wedeütunge der rede ist sein geist, aber die wort sind
der leibe, die geschrift der rede ist ain gewant HvHürnh
70,1;
ich negetar nach deme geiste erbalden me baz, /
[...] geistlichiu dinch ersuochen / jouch dere ich
gwissiz urchunde vinde an den buochen Himmelr
5,1;
sant Augustînus sprichet, daz der allerbeste die geschrift
vernimet, der blôz alles geistes suochet sin und wârheit der geschrift in ir selben
Eckh
5: 42,22
5
‘göttlicher Atem’;
als Hauch des Schöpfergottes:
sînen geist er im în blies Gen
202;
er gap ime rehten sin. / er blêis ime sinen geist in, / daz er uirnunste
wîlte, / sine gehuht ime behilte. / er wolte ime mit deme willen / alles
guͦtes iruullen VMos
6,20;
du blies imo dinen geist in, / taz er ewic mahti sin
SEzzo
35;
VEzzo
73;
die himele sint geuestinit uon dem gotis worte unde alli
ir tûgindi uon dem gêiste sines mundis [
Ps 32,6
]
Spec
75,3;
RvEBarl
13176;
Rennew
337.
– anders:
got almahtig der irslehit in mit deme geisti sinis
mundis [2 Th 2,8]
JPhys
7,10;
hei waz dû genâden leist / an die sündesiechen! / wan du
lieze dînen geist / ûz dem munde riechen; / dô wart in gesunt / ir gemüete wunt.
/ âtem dîn verlüste gnuoc / schuof dem hellemôre KvWLd
1,79
6
‘Heiliger Geist’ (vgl. auch oben 4.2):
der vil heilige geist gewîste Dauidin, der herphare was, der
den saltir tichte Spec
76,2;
do sah er ob ime sweben, ─ daz nesul wir niht uberheben ─ /
den heiligen geist alse ein tuben, wir suln iz Johanni gelouben AvaLJ
43,7;
er saget ime [der Engel dem
Joseph] ze ware, daz daz chint von dem hailigen geiste enphangen wære
ebd.
11,5;
den heiligin geist sante er her nidir
[...] den zwelf apostolin PrMd(J)
344,20;
swenn aver der gaist der warheit chuͤmt, der gelert
euch alle warhait PrOberalt
97,28;
o Ihesu Criste, dinen geist / in blasen du mir
[Dichter] hie volleist EvStPaul
5438;
herre nu la mich den boten sin. / mit des heiligen geistes
gebe / wie ob ich etwaz da gerede? Rol
1334
7
‘körperlose Gestalt, Geistwesen’
die geiste bedurfent essendez nith noch trinkenez
Lucid
15,1;
ja nehat der geist weder bein noch fleisk [
Lc 24,37
]
AvaLJ
182,4;
der geist ist niht an der stat, da men in muge begrifen
Lucid
123,12;
si wanten ze ware, daz iz [die Erscheinung des
Auferstandenen] ein geist wære AvaLJ
182,2;
der im den lîp hât genomen, / daz ist ein unsihtic geist
Iw
1391.
–
er hiz werdin vuirin eingili, / geisti heri joch vil edili
SuTheol
38;
zem êrsten geschuof sîn meisterschaft / himel und aller
himele kraft / und ungeborner engel geist / ze sînes amptes volleist
RvEBarl
1997;
etisliche geiste sint da zv bekant / daz si dem mennischen
zv dieniste werdent gesant Litan
423;
tzwen geist sint die dein pflegent, ainer ze deiner
zesewen unnd der annder ze der winnstern, die wehüettent
[...] deine werch HvHürnh
22,6.
–
von der erde vnz an den manen sint die ubelen geiste, die
heizent cacodemones, id est malum scientes Lucid
12,3;
VAlex
1018;
die ubelen geiste sint sine [des
Antichrist] gesellen ze allen ziten Spec
143,34;
die gaiste ungehiure [Teufel]
AvaLJ
160,4;
umbe waz werdint die ubeln zuo den unreinin geistin
[in die Hölle] gestôzzin? Spec
41,12;
der unrein geist, der versucht unsern herren mit dem
vrazze PrOberalt
59,31.
43,28;
die boͤsen gaiste, so si den menschen
boͤsen gedanch an werffent ebd.
50,36;
nu gnade miner armin sele, / daz ir dehain boser gaist
níne werre Rol
6902;
daz die swarzen geiste einen man, der in sine chirchen
wolde gen beten, an uivrînen chetenen zugen Spec
110,26;
swaz nû der armen geiste vert, / die sint der chrefte gar
behert / und vor mînem [Christi] gewalte toup / als
vor dem winde der stoup KvHeimHinv
525;
ob ir tœtiges iht / trinchet, daz enschadet iu niht; / die
geiste müezen ir vaz / rûmen KvHeimUrst
1141;
die behaften er hiez / ledic wesen von den geisten
Ottok
49621;
wizzet, daz ez ist / ein geist oder ein
betroc [Trugbild]
ebd.
62834
8
im Pl., ‘Lebensgeister, spiritus vitales’
daz herz hât zwai kämerlein, [...]
und dar inne ist edelz pluot und die edeln gaist, dar an daz leben ligt. und die
gaist und daz pluot laufent in den âdern von dem herzen in die andern glider
BdN
26,10;
wan aber der mensche sitzit, so sinkit daz grobe bluit, und di lichtin geiste
dringint uf zu deme hirne Parad
37,19;
die sät werdent wachsent, der paum wuecher weginnent
zeitigenn, die geist nement ir krefft wider HvHürnh
18,5;
des lebens geiste ouch ußzüt / dem menschen das gestirne
[cometa] heiß Mügeln
265,3
9
‘Naturgeist’
dô kam ein sturnwint der steine brechen mohte, und in dem winde was niht got,
want soliche geiste fliuhet got, den die sturnwinte wægent PrEkkewint
225
10
‘dienstbarer Geist, spiritus familiaris’
ich hete in einem swerte / von aventiure einen geist, / daz er mir solte
kunden, / waz fürsten, herren allermeist / möchte an ir hochsten eren schaden
Frl
7:21,2.6;
daz die gaist zuo dem menschen gezämt werden mit mangerlai
stainen kräutern holz BdN
430,22;
dar umb list man, daz Salomôn ain vingerlein het, dâ gaist
inn beslozzen wâren under den edeln stainen ebd.
430,25
11
‘Weingeist’
susgetaner scheidunge nim war an dem moste. von dem wirt so he
girt uirslacht. [...] daz ander ist der geist. daz dritte
[...] daz ist hut uf dem moste geist. daz uirde ist der
reine win SalArz
1,58.
2,7
MWB 2 292,51; Bearbeiter: Plate
geistâder
swF.
Blutgefäß, durch das die Lebensgeister fließen, ‘Arterie,
Schlagader’
die andern âdern sint gaistâdern und haizent ze latein
arterie, [...] und in den vliezent die nâtürleichen gaist
und die lebleichen gaist, und sint von zwain röcken und sint auch klainer dann die
runstâdern BdN
35,22;
und daz die gaistâdern alle entspringen von dem lenken tail
des herzen ebd.
35,31;
iedoch slahent die runstâdern niht sam die gaistâdern ebd.
36,9.
38,3
MWB 2 296,51; Bearbeiter: Tao
geistelich
Adj.
→
geistlich
MWB 2 296,61; |